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Das Zeichen 007 - Zeichenentstehung in der medialen Populärkultur

Hausarbeit 2001 19 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Entstehung des Zeichens
2.1 Der echte „007“
2.2 Die Verbindung zu James Bond
2.3 Bedeutungszuordnungen durch Ian Fleming

3. Der Romanheld wird lebendig
3.1 Vom Buch auf den Bildschirm, vom Bildschirm auf die Leinwand
3.2 Die offizielle James Bond-Filmreihe

4. Erscheinungsformen und Bedeutungen des Zeichens „007“
4.1 Das stilisierte 007-Logo
4.2 Symbolhaftigkeit des Zeichens
4.3 Bedeutungsaufladungen des Symbols „007“
4.4 „007“ als Markenartikel
4.5 Weitere Bedeutungsaufladungen in anderen Kontexten
4.5.1 Die „Ian Fleming Foundation“
4.5.2 Film & TV
4.5.3 Andere Verwendungen
4.6 In satirischer Mission
4.7 Grafische Verfremdungen der „007“

5. Resümee

6. Literaturverzeichnis

Anhang

1 007 macht Schlagzeilen

2 Das erste Werbeplakat zu Bond 19 „Die Welt ist nicht genug“ (1999)

3 „007“-Merchandising

4 007 im Logo der „Ian Fleming Foundation“

5 007 in Werbebannern

6 Parodien im Magazin MAD

7 Beispiele für grafische Verfremdungen des „007“-Zeichens

1. Einleitung

007 - Zu dieser Zahlenkombination würde mehr als zwei Milliarden Kinobesuchern das Gleiche einfallen: James Bond. Die weltweite Popularität der Romanfigur ist seit fast 40 Jahren ungebrochen, die erfolgreichste Spielfilmreihe aller Zeiten wird in regelmäßigen Abständen fortgesetzt.

„When I`m asked to explain 007`s international popularity, I can only surmise that there is a little part of us that emulates James Bond and his world. On a more obvious level, however, there is the inescapable fact that my stepfather Cubby Broccoli and his partner Harry Saltzman - then later, Cubby alone - made it possible for one to escape into an exotic world filled with larger-than-life characters, if only for a couple of hours.“

Michael G. Wilson, Produzent der James-Bond-Filme[1]

„007“ ist durch die Beziehung zu Bond zum Zeichen geworden. Es ist ein Zeichen, das im Laufe der Jahre mit zahlreichen Assoziationen belegt wurde und sich als Marke international etabliert hat.

Aber wie ist es dazu gekommen? Wie ist dieses Zeichen entstanden? Warum hat Bond-Erfinder Ian Fleming seinen Agenten ausgerechnet mit „007“ bezeichnet?

Die vorliegende Arbeit wird diese Fragen zu klären versuchen und den Weg des Zeichens „007“ durch die verschiedenen Formen der medialen Populärkultur nachvollziehen.

Das Quellenmaterial zum Thema „James Bond“ ist reichhaltig und besonders durch die Veröffentlichungen von Lee Pfeiffer und Dave Worrall sowie durch die neuen technischen Publikationsmöglicheiten des Internets beträchtlich erweitert worden. Die Informationen zum Ursprung des Zeichens „007“ waren bis zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch wenig verbreitet und demzufolge nicht ganz einfach zu recherchieren.

2. Entstehung des Zeichens

2.1 Der echte „007“

Bevor „007“ zum ersten Mal als Zeichen bezeichnet werden konnte, handelte es sich nur um drei gewöhnliche Ziffern, die in der unformatierten Kombination „007“ keinerlei symbolhafte Bedeutungsaufladung hatten.

Eine besondere Bedeutung konnte hier nur durch den speziellen Gebrauch der Ziffernkombination als fortlaufende Nummer zugewiesen werden, z.B. bei der Durchnummerierung von Hotelzimmern oder auf Autokennzeichen.

Um die Ziffernkombination mit der Romanfigur James Bond in Verbindung zu bringen, ist ein Blick zurück ins 16. Jahrhundert nötig.

Der britische Mathematiker, Philosoph und Astrologe Dr. John Dee, welcher von 1527 bis 1608 lebte, war ein persönlicher Berater der englischen Königin Elisabeth I.. Er war u.a. dafür verantwortlich, das am meisten glückverheißende Datum für die Krönung der Königin zu bestimmen (15.1.1559), und er hatte sogar Einfluss auf die englische Kriegspolitik, indem er der britischen Kriegsflotte riet, der spanischen Armada, welche gerade im Begriff war, England anzugreifen, nicht entgegenzusegeln, da ein furchtbarer Sturm aufkommen würde. Tatsächlich ging die spanische Armada unter, während die Briten weitgehend verschont blieben[2].

Zwar hatte Dee sicher nicht die Funktion, die man heutzutage einem Geheimagenten zuschreiben würde, jedoch herrschte zwischen ihm und der Königin ein enges Vertrauensverhältnis, das oft Geheimhaltungsmaßnahmen erforderte. Dee nutzte für die schriftliche Kommunikation mit dem Königshof ein spezielles Signum, mit welchem er jeden Brief versah, dessen Inhalt nur für die Königin bestimmt war. Dieses Signum bestand aus zwei Kreisen, welche rechts und oben von zwei miteinander verbundenen Strichen begrenzt wurden. Die Kreise repräsentierten Dees Augen als „geheime Augen der Queen“, die umschließenden Balken bedeuteten soviel wie „under cover“, d.h. der Inhalt des Briefes war streng geheim und nur für die Augen der Queen bzw. die von Dr. Dee bestimmt. Die Balken werden als verlängerte Sieben gedeutet, welche für Dee eine heilige, geheimwissenschaftliche („kabbalistische“) und auch eine Glückszahl darstellte[3].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Die Verbindung zu James Bond

Da das grafische Symbol der Ziffernfolge „007“ ähnelt, ergibt sich hieraus deren erste symbolhafte Bedeutungsaufladung im Zusammenhang mit der Figur James Bond[4].

Der Erfinder der Romanfigur und Autor der ersten James-Bond-Romane, Ian Fleming (1908-1964), arbeitete vor seiner Tätigkeit als Schriftsteller selbst für den britischen Marinegeheimdienst. Wie sein Romanheld so hatte auch Fleming den Status eines „Commanders“[5]. Fleming hatte auf Grund seiner Tätigkeit für den britischen Geheimdienst tiefe Einblicke in die Geschichte desselben, und er hatte natürlich auch Kenntnis von John Dee und dem grafischen Zeichen „007“. Daher ist es nachvollziehbar, warum er seiner Figur James Bond daraufhin ausgerechnet diese Kenn-Nummer zuordnete.

2.3 Bedeutungszuordnungen durch Ian Fleming

Fleming veröffentlichte 1953 seinen ersten James-Bond-Roman mit dem Titel „Casino Royale“. Das Zeichen „007“ erhielt durch Fleming seine zweite Bedeutungsaufladung, indem er für seine Geschichten festlegte, dass Agenten, deren Kenn-Nummer mit einer „Doppel-Null“ beginnt, Mitglied der sogenannten „Double-0-Section“ des britischen Geheimdienstes „MI6“ seien und eine Lizenz zum Töten haben[6]. Diese Erklärungen Flemings sind rein fiktional, der „MI6“ jedoch existiert[7].

Schließlich kommt noch die Bedeutungsaufladung der eindeutigen Personenkennzeichnung hinzu. „007“ wurde zur Code-Bezeichnung für den fiktiven Geheimagenten Commander James Bond, d.h. für eine spezielle Person.

Das Zeichen „007“ und die Bezeichnung „James Bond“ hatten zunächst die gleiche Bedeutungsebene, d.h. wer 007 sagt, meinte James Bond und umgekehrt. Beide Titulierungen wurden zum Bezeichnen der Person gleichrangig verwendet. Lediglich James Bond spricht von sich nie selbst als „007“, er stellt sich immer mit „James Bond“ vor.

[...]


[1] Pfeiffer, Lee und Worrall, Dave, James Bond Essential, London 2000, S. 7.

[2] vgl. Cooper, D.W. und Gerald, Lawrence, http://www.sirbacon.org/links/dblohseven.html, 28.2.2001.

[3] vgl. Deacon, Richard, John Dee: Scientist, Geographer, Astrologer, Secret Agent to Elizabeth I., London 1968, zit. nach:

Cooper, D.W. und Gerald, Lawrence, http://www.sirbacon.org/links/dblohseven.html, 28.2.2001.

[4] Holden, Clay, http://www.hexagonarchive.com/007.htm, 28.2.2001.

[5] vgl. Pfeiffer und Worrall, 2000, S. 202 f.

[6] vgl. Ian Fleming Foundation, http://www.ianfleming.org/mkkbb/afjbfaq/1.shtml, 28.2.2001.

[7] vgl. Kane, Thomas M., Gurps Espionage : The Secret World of Assassins, Spies and Counterspies, (o.O.) 1992, zit. nach: http://www.universalexports.net/00RealMI6.html, 28.2.2001.

Details

Seiten
19
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638417570
ISBN (Buch)
9783638750264
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v44103
Institution / Hochschule
Universität Erfurt – Philosophische Fakultät
Note
1,5
Schlagworte
Zeichen Zeichenentstehung Populärkultur

Autor

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