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Blockchain. Ihr Einfluss auf die Geschäftsbanken

Bachelorarbeit 2018 32 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit

2 Derzeitige Situation der Bankenbranche
2.1 Definition Geschäftsmodell
2.2 Klassisches Geschäftsmodell der Banken
2.3 Funktionen einer Bank
2.4 Ist das klassische Geschäftsmodell der Banken gefährdet?
2.5 Neue Technologien zur Verbesserung der Kosten- & Ertragslage

3 Funktionsweise der Blockchain
3.1 Kryptographischer Algorithmus
3.2 Peer-to-Peer Netzwerk
3.3 Distributive Datenspeicherung
3.4 Dezentraler Consensus Mechanismus
3.4.1 Das Double-Spending Problem
3.4.2 Proof-of-Work (PoW)
3.4.3 Proof-of-Stake (PoS)
3.4.4 Übersicht der Konsensus Varianten

4 Auswirkungen der Blockchain Technologie auf die Geschäftsbereiche
4.1 Zahlungsverkehr
4.2 Wertpapierhandel
4.2.1 Smart Contracts
4.3 Trade Services
4.4 Veränderte Wettbewerbssituation

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich all jenen danken, die durch ihre fachliche und persönliche Unterstützung zum Gelingen dieser Bachelorarbeit beigetragen haben.

Mein besonderer Dank gilt meiner Familie, die mir mein Studium ermöglicht und mich in all meinen Entscheidungen unterstützt haben.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung des Zinssatzes der Europäischen Zentralbank für das Hauptrefinanzierungsgeschäft von 2008 bis 2018

Abbildung 2: Darstellung der kryptographischen Hash Funktion

Abbildung 3: P2P-Netzwerk gegenüber Client-Server

Abbildung 4: Proof-of-Work Mechanismus

Abbildung 5: Proof-of-Work vs Proof-of-Stake Verfahren

Abbildung 6: Veränderung des Transaktionsmodells durch die Blockchain

Abbildung 7: Verkauf und Kauf von Wertpapieren

Abbildung 8: Vereinfachte Darstellung Wertpapier Clearing- und Settlement Prozess

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht der Konsens-Varianten

1 Einleitung

Seit einiger Zeit ist kaum eine technologische Innovation in den Medien und Artikeln präsent wie die Blockchain-Technologie. Eine ganze Branche wurde in rege Aufruhr versetzt.[1] Bereits im Jahr 1994 tätigte der Microsoft Gründer Bill Gates die Aussage „Banking is necessary, Banks are not“. Er sagte dies vor dem Hintergrund der sich weiter entwickelten Technologisierung diverser Branchen.
Inwieweit die Blockchain-Technologie Einfluss auf die Bankenbranche nehmen könnte, ist ein wesentlicher Teil dieser Arbeit.

Der Forschungsstand im Bereich, der Blockchain Anwendungen, befindet sich noch in einem frühen Stadium. Ständig werden neue Entdeckungen gemacht. Diese Arbeit orientiert sich am Forschungsstand bis Februar 2018.
Ziel der Arbeit ist es die Blockchain Technologie dem Leser zu erläutern und mögliche Anwendungen im Bereich der Geschäftsbanken zu skizzieren. Im Laufe des vierten Teils wird betrachtet, welchen Einfluss die Blockchain Technologie auf 3 wesentliche Bereiche (Zahlungsverkehr, Wertpapier und Trade Services) hat. Dazu erfolgt eine Chancen- und Risiken Analyse.

Die Vorgehensweise wurde gewählt, da zunächst ein theoretisches Fundament über den technischen Aufbau der Blockchain-Technologie geschaffen werden muss. Nur auf dieser Basis, können Möglichkeiten und Einflüsse erfasst und eingeschätzt werden.

1.1 Aufbau der Arbeit

Der zweite Teil der Thesis geht zunächst auf die derzeitige Situation der Bankenbrache ein. Dort soll das klassische Geschäftsmodell der Banken dargelegt werden. Weiter wird auf die wesentlichen Funktionen einer Bank eingegangen, bevor Überlegungen stattfinden, welche Technologien die derzeitige Situation der Banken stärken könnte. In diesem Abschnitt wird das Potenzial der Blockchain deutlich.

Im dritten Teil der Arbeit, wird die Blockchain-Technologie betrachtet. Aufgrund des Themas, spielt der Theorieteil über die Blockchain-Technologie eine große Rolle. Darin wird zunächst auf den Kryptographischen Algorithmus eingegangen. Es folgen Unterkapitel über die Funktion eines peer-to-peer Netzwerks, der distributiven Datenspeicherung. Im letzten Unterkapitel dieses Teils geht die Arbeit auf die verschiedenen Möglichkeiten der Consensus Bildung auf einer Blockchain ein. Dabei wird die Notwendigkeit des Consensus und die Eigentschaften der verbreitesten Methoden erläutert.

Im vierten Teil wird die Auswirkung der erläuterten Technologie auf einige Bereiche der Geschäftsbanken analysiert. Dabei werden die Bereiche Zahlungsverkehr, Wertpapier und Trade Services genauer betrachtet. Auf weitere Bereiche wurde verzichtet, um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen.

2 Derzeitige Situation der Bankenbranche

Die Banken stehen derzeit vor besonders großen Herausforderungen. Dabei steht die gesamte Bankenbranche vor 3 zukunftsentscheidenden Punkten[2]:

1) Die immer weiter voranschreitende Digitalisierung.
2) Strengere und komplexere Anforderungen der Aufsichtsbehörden aufgrund der Finanzkrise.
3) Die vermutlich anhaltende Niedrigzinsphase

Bei der voranschreitenden Digitalisierung handelt es sich um die jüngste Herausforderung. FinTech Unternehmen und auch die Kundschaft treiben diesen Trend weiter voran. Digitalisierung kann aber nicht ausschließlich als Bedrohung bzw. Herausforderung betrachtet werden, da diese auch die Möglichkeit bietet, neue Ertragsfelder zu erschließen oder Kosten zu reduzieren.

Die Blockchain Technologie bietet dabei ein besonders großes Potenzial. In der vorliegenden Arbeit wird nun zunächst das klassische Geschäftsmodell der Banken betrachtet.

2.1 Definition Geschäftsmodell

Zunächst ist es erforderlich, den Begriff Geschäftsmodell detailliert zu erläutern. Dabei existieren in der Literatur unterschiedliche Definitionen, welche jedoch auf eine ähnliche Bedeutung hinauslaufen. Die Betrachtung eines Unternehmens im Gesamten aus der Vogelperspektive, wird durch das Geschäftsmodell vereinfacht, da es komplexe Strukturen vereinfacht darstellt. Dabei erfolgt die Betrachtung entweder gesamtheitlich durch Universalmodelle oder aber in Teilaspekten durch Partialmodelle.[3] Ein Geschäftsmodell kann gemäß Becker und Ullrich wie folgt definiert werden:

„Ein Geschäftsmodell ist die vereinfachende, strukturähnliche oder strukturgebende Abbildung von ausgewählten Aspekten der Ressourcentransformation des Unternehmens sowie seiner Austauschbeziehung mit anderen Marktteilnehmern.“[4]

Der Begriff Ressourcentransformation vereinheitlicht dabei das Geschäft.

Ein Geschäftsmodell zeigt die Struktur auf, wie Kosten, Einnahmen sowie Gewinne erzeugt werden und erklärt wie ein Geschäft dem Kunden Nutzen bringt. Es beinhaltet die finanzielle und organisatorische Struktur einer Unternehmung. Dabei werden Bedürfnisse der Konsumenten, Reaktion von Konkurrenten aber auch Einnahmen und Kosten berücksichtigt.

2.2 Klassisches Geschäftsmodell der Banken

Um operativ als Bank tätig zu sein, benötigen diese die Bewilligung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Grundsätzlich gilt also, wer keine Banklizenz hat, darf keine Gelder gewerbsmäßig entgegennehmen.

Dies ist dann aber eher eine rechtsspezifische Beschreibung der Bank. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welche Stellung traditionelle Banken haben und welche Funktionen diese ausführen.
Der Zweck einer Unternehmung, wird in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem definiert, dass in bestimmten Geschäftsfeldern eine marktgerechte Leistung erbracht wird. Eine marktgerechte Leistung entsteht dann, wenn für den Kunden ein Nutzen entsteht. Dies bedeutet, Produkte oder Dienstleistungen müssen mit einer bestimmten Qualität zu einem angemessenen Preis angeboten werden. Sind diese Punkte erfüllt, entsteht für ein Unternehmen eine Daseinsberechtigung.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine Bank, ebenso wie jedes andere Unternehmen, nur dann ein Geschäftsmodell mit Existenzberechtigung hat, wenn Kundenbedürfnisse erfüllt werden. Gleichzeitig muss ein Preis-/Leistungsverhältnis entstehen, bei dem die Kunden eine Nachfragt entwickeln.

2.3 Funktionen einer Bank

Ein wesentlicher Standortfaktor für eine Volkswirtschaft ist ein funktionierendes Geld- und Güteraustauschs System. Banken haben hierfür eine tragende Rolle, indem sie finanzielle Dienstleistungen erbringen. Die Hauptfunktionen einer Bank lassen sich in 5 volkswirtschaftliche Funktionen unterteilen:

- Erstellung und Bereitstellung von Finanzinformationen für Finanzmarktteilnehmer
- Risikomanagement d.h.: Unsicherheiten zwischen unterschiedlichen Akteuren auf dem Markt senken
- Vermögenswerte transformieren (Investieren, Sparen, Kreditvergabe)
- Transferfunktion, Unterstützung eines effizienten Zahlungsverkehrs
- Logistik- und Servicefunktion, Bereitstellung und Sicherstellung effizienter Abwicklungsmechanismen für den Austausch von finanziellen Mitteln

Banken sollen – als Intermediäre – bei Marktunvollkommenheit eine Informationsasymmetrie, die Vertragspartner ausnutzen könnten um einen Gewinn zu erzielen, ausgleichen, indem sie die Dienstleistung der Informationsübermittlung zwischen den Marktteilnehmern übernehmen.[5]

Die wichtigsten Bestandteile der Transformationsleistung sind dabei die:[6]

- Liquiditätstransformation
- Informationstransformation
- Risikotransformation

2.4 Ist das klassische Geschäftsmodell der Banken gefährdet?

Neue immer strengere regulatorische Anforderungen, stellen Banken vor eine große Herausforderung. Seit der Finanzkrise fordern Regulatoren Banken zu mehr und höherwertigem Eigenkapital, um Verluste besser abfangen zu können. Kleine und mittelgroße Geldhäuser leiden besonders unter den Anforderungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung des Zinssatzes der Europäischen Zentralbank für das Hauptrefinanzierungsgeschäft von 2008 bis 2018[7]

Neben regulatorischen Anforderungen belastet die Banken auch die Niedrigzinsphase. Die Margen aus dem Zinsgeschäft sind so gering wie seit langem nicht mehr. Banken sind daher gezwungen ihr Geschäftsmodell umzustrukturieren.

„Ich gehe davon aus, dass Zinserträge in den kommenden Jahren eine untergeordnete Rolle spielen werden. Auch deshalb haben Europas Banken vor allem dann Aussichten auf steigende Erträge, wenn es ihnen gelingt, ihre Geschäftsmodelle anzupassen.“[8]

2.5 Neue Technologien zur Verbesserung der Kosten- & Ertragslage

Neue Technologien können nicht einfach nur in die bestehenden Geschäftsmodelle integriert werden. Stattdessen müssen Technologien und Innovationen durchdacht und evaluiert werden. Die Geschäftsbanken benötigen einen Gesamtplan zur Digitalisierung. Dabei kann dieser Plan in drei wesentliche Punkte aufgeteilt werden. Die konsequente Nutzung neuer Wachstumschancen, die strategische Neuausrichtung des Geschäftsmodells und der kulturelle Wandel. [9]
Den Prozess der Transformation kann man in drei Stufen beschreiben. In der ersten Stufe wird die Digitalisierung vom Management lediglich als zusätzlicher Kommunikationskanal betrachtet. Auf der zweiten Stufe, beeinflusst die Digitalisierung den Return on Investment. Und zuletzt, auf der dritten Stufe, wird die Digitalisierung als wesentlicher Erfolgsfaktor für neue Geschäftsmodelle verstanden.

Als Beispiel für die Integration der Digitalisierung auf der dritten Stufe, kann ein sogenannter Robo Advisor genannt werden. Hier wird dem Kunden im Gegensatz zur klassischen Anlageberatung, auf Basis diverser komplexer Algorithmen, ein Chancen-Risiko-Profil und eine Anlageempfehlung erstellt. Durch den Einsatz, können menschliche Ressourcen auf ein Minimum reduziert werden. Dies senkt die Verwaltungskosten bei den Banken und führt auch zu geringeren Kosten für Kunden.[10]

Robo Advisory umfasst dabei Bereiche wie Social Trading, indexbasierte Anlageinstrumente als auch Wealth Management.[11] Der Begriff stammt dabei vor allem aus der FinTech Start-Up-Szene. Viele FinTechs können jedoch die Robo Advisor nicht einsetzen, da die Geschäfte teilweise die Genehmigung einer Aufsichtsbehörde benötigen. Diese regulatorischen Anforderungen verursachen hohe Kosten, die Start-Ups oft nicht leisten können.

Neben Robo Advisorn gibt es noch eine Vielzahl weiterer Technologien die das Geschäftsmodell der Banken optimieren. Auf weitere Technologien wird in dieser Arbeit jedoch nicht eingegangen, um den Rahmen nicht zu sprengen.

In den letzten Jahren, haben die meisten Geschäftsbanken den Trend und die Vorteile der neuen Technologien erkannt. Einige haben bereits begonnen diese einzusetzen um Prozesse zu optimieren. Viele Prozesse werden jedoch noch über etliche Intermediäre abgewickelt. Insbesondere die Zahlungs- und Wertpapierabwicklung bedarf noch einer Vielzahl einzelner Arbeitsschritte.[12]

Dabei kann diese Ineffizienz darauf zurückgeführt werden, dass nahezu jede Bankengruppe oder einzelne Bank ein eigenes System betreibt. Die einzelnen Prozesse werden von System zu System weitergegeben, was diesen Prozess langsam und fehleranfällig macht. Traditionelle, zentralisierte Ansätze wie sie die Banken verfolgen, werden vielen Effizienz und Sicherheitsanforderungen nicht mehr wirklich gerecht.

Als Alternative kann ein verteilter Ansatz des Systems gesehen werden. In diesem System existiert ein Netz von verschiedenen Teilnehmern, die jedoch alle die gleichen Rechte haben. Man bezeichnet diesen Ansatz als Peer-to-Peer Netz. Dabei speichern alle Teilnehmer exakt die gleichen Daten. Durch diese Verteilung innerhalb des Netzes kommt es zu einer vollständigen Redundanz der Daten. Ausfälle und Manipulationen werden damit bereits aufgrund des Aufbaus ausgeschlossen.

Eine zentrale Instanz innerhalb des Systems ist bei einem verteilten Prinzip nicht mehr notwendig. Die Intermediärsfunktion, die in der Finanzwelt hauptsächlich von Geschäftsbanken übernommen wird, wäre damit überflüssig.[13] Das Bankensystem würde durch den Einsatz eines solchen Prinzips in großen Teilen in Frage gestellt werden. An diesem Prinzip setzt die Blockchain-Technologie an. In den folgenden Kapiteln wird auf die Funktionsweise der Blockchain genauer eingegangen. Dabei wird in dieser Arbeit auch auf die verschiedenen Arten der Konsensbildung innerhalb der Blockchain eingegangen.

3 Funktionsweise der Blockchain

Um eine Blockchain definieren zu können, müssen zunächst die Funktionen heruntergebrochen werden. Im Grunde ist eine Blockchain eine kryptographisch geschützte, mit einem dezentralen Consensus Mechanismus ausgerüstete, globale, unveränderbare peer-to-peer Datenbank. Transaktionen werden durch den Consensus Mechanismus in sogenannte Blocke gespeist. Gesammelte Transaktionen in den Blöcken verbinden sich zu einer Kette. Diese Transaktionen, welche in den Blöcken stecken, nennt man auch ledger (Transaktionsbuch).[14]

Der Aufbau der Blockchain lässt sich also mit 4 Merkmalen definieren:

- Kryptographischer Algorithmus
- Distributive Datenspeicherung
- Peer-to-peer Netzwerk
- Dezentraler Consensus Mechanismus[15]

3.1 Kryptographischer Algorithmus

Um die Transaktionen in der Blockchain zu verschlüsseln, wird eine Kryptographische Hashfunktion verwendet. Zwei Eingabewerte können dabei nicht den gleichen Hashwert besitzen. Weiter ist es nicht möglich vom Hashwert den ursprünglichen Eingabewert zu erschließen.[16] Alle Transaktionen in der Blockchain sind verschlüsselt. Um nun diese Daten wieder zu entschlüsseln wurde die Public-key-Methode verwendet.

Diese beinhaltet, dass jeder Nutzer zwei Keys besitzt, den Private Key und den Public Key. Der Public Key kann als eine Art „Kontonummer“ gesehen werden. Um auf den hinter dem Public Key liegenden Wert zugreifen zu können, wird der private Key benötigt. Nur mit diesem können die Daten dekodiert werden. Folgende Abbildung soll die kryptographische Hash Funktion verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Darstellung der kryptographischen Hash Funktion[17]

Das peer-to-peer Netzwerk ist der zweite Bestandteil einer Blockchain.

3.2 Peer-to-Peer Netzwerk

Die traditionelle Variante um ein System zu organisieren, ist die Client-Server-Methode. Alle Daten werden in dieser Infrastruktur auf dem Server gehalten. Erfolgt ein Zugriff, greift der Client, auf den Server zu, der die Daten zur Verfügung stellt.
Im peer-to-peer Netzwerk dagegen hat jeder Teilnehmer (peer) vollen Zugriff auf die Daten. Ein Nachteil dieser Methode besteht darin, dass Daten doppelt generiert werden. Dies hat einen erhöhten Traffic zur Folge. Ein Vorteil besteht jedoch darin, dass ein peer-to-peer Netzwerk robuster ist, da es keinen Single-Point of Failure gibt.[18] Dies bedeutet, dass das ganze System nicht ausfällt, wenn ein Bestandteil des Netzwerkes ausfällt. Im Client-Server Modell wäre das Risiko beim Server.
Es existiert bei einem peer-to-peer Netzwerk keine zentrale Server-Einheit, die Transaktionen speichert oder Rechte vergibt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: P2P-Netzwerk gegenüber Client-Server[19]

3.3 Distributive Datenspeicherung

Der dritte Bestandteil der Blockchain ist die distributive Datenspeicherung. Die Blöcke innerhalb einer Kette können mit einem Buch verglichen werden: Jeder Block enthält Informationen über sich selbst, ähnlich wie bei einer Seite in einem Buch. Sie enthalten unter anderem eine Referenz zum vorherigen Block und eine Art digitale Unterschrift (Hashwert), dies stellt sicher, dass der Block, in seiner derzeitigen Fassung, in der Kette anerkannt wird. Wird der Block modifiziert, ändert sich der Hashwert. Zusätzlich werden eine große Anzahl von erfolgten Transaktionen gespeichert.[20] Die gesammelten Daten befinden sich also innerhalb eines Blocks, welcher sich wiederrum innerhalb einer Kette befindet. Die Kette mit den Blöcken & Daten wird innerhalb des P2P Netzwerks verteilt und auf allen Peers gespeichert.

3.4 Dezentraler Consensus Mechanismus

Der vierte Bestandteil der Blockchain ist der Konsensus Mechanismus. Dieser löst das Double Spending Problem, welches im folgenden Unterkapitel erklärt wird.

3.4.1 Das Double-Spending Problem

Ein verteilter Systemansatz, scheiterte bisher, aufgrund des sogenannten Double-Spending-Problems. Digitales Geld lässt sich im Grunde, wie andere digitale Daten, beliebig oft vervielfältigen. Man kann dabei das Original nicht von der Kopie unterscheiden.[21] Um eine Transaktion auf Korrektheit zu prüfen war bisher eine zentrale Instanz nötig. In der Informatik nennt man dieses Problem das „Byzantische Generalsproblem“. Es beschreibt das Problem, dass es unmöglich ist, einen Angriff auf eine Stadt zwischen mehreren Generalen zu koordinieren. In diesem Szenario gibt es nur unzuverlässige Kommunikationswege, zusätzlich ist mindestens einer von ihnen ein Verräter.

Die Blockchain Technologie löst dieses Problem hauptsächlich durch 3 verschiedene komplexe Verfahren:

- Proof-of-Work (PoW)
- Proof-of-Stake (PoS)
- Proof-of-Importance (PoI)[22]

3.4.2 Proof-of-Work (PoW)

Wie bereits in den vorherigen Kapiteln behandelt, ist in der Blockchain sichergestellt, dass gespeicherte Blöcke nicht manipuliert werden können. Jedoch kann jeder Knoten im Netzwerk einen Block als nächsten vorschlagen. Um das Double-Spending-Problem zu vermeiden, muss also ein Mechanismus eingeführt werden, der das Generieren eines neuen Blocks mit einem Aufwand verbindet. Im Proof-of-Work Verfahren wird dies durch eine mathematische Aufgabe gelöst.

Um einen neu generierten Block zur Kette hinzufügen zu können, muss eine Zahl (die NONCE) gefunden werden. Das Ergebnis dieser Zahl und dem Hashwert der anderen vorhandenen Daten im Block muss eine bestimmte Anzahl von führenden Nullen aufweisen. Die Anzahl wird vorher vom System festgelegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Proof-of-Work Mechanismus[23]

Aufgrund der Hash-Funktion SHA256 gibt es keine Möglichkeit die NONCE effizient zu ermitteln. Die Lösung besteht darin, zufällige Werte zu Testen bis ein passender Wert gefunden wurde. Jede NONCE darf nur einmal verwendet werden. Ein generierter Block gilt also nur als valide, wenn ein Hashwert mit der richtigen Anzahl führender Nullen gefunden und die NONCE bisher nicht verwendet wurde. Die Prüfung ob die Bedingungen erfüllt sind, erfolgt durch die anderen Knotenpunkte (Nodes) im Netzwerk. Das Verfahren ist dabei so gestaltet, dass das Finden der NONCE sehr schwer ist. Hingegen dazu ist das Validieren auf die Richtigkeit des Ergebnisses jedoch sehr einfach.

3.4.3 Proof-of-Stake (PoS)

Das zweite Verfahren ist der Proof of Stake Mechanismus. In diesem Verfahren ist es Voraussetzung für das Verarbeiten eines Blockes, einen Anteil an der jeweiligen Währung zu besitzen.

Das PoS Verfahren ist nicht auf eine leistungsstarke Hardware angewiesen, da es nicht auf die Berechnung künstlicher Hashwerte setzt. Die Umsetzung des Verfahrens erfolgte zum Beispiel beim „Peercoin“. Wer hier mindestens einen Coin besitzt und diese für mindestens 30 Tage nicht transferiert, kann an dem Verfahren teilnehmen. Auch ist es erforderlich, mit dem Netzwerk verbunden zu sein und die passende Software geöffnet zu haben.

Sobald die Voraussetzungen erfüllt sind, wird ein Haus aus dem Blockheader gebildet. Der resultierende Hash muss dabei unter einem vorgegebenen Wert bleiben, damit dieser akzeptiert wird. Dieser Wert ist abhängig vom Alter des Inputs. Mit steigendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit zur Lösung. Der Unterschied zwischen den Teilnehmern an diesem Verfahren ist dabei aber nur das Alter des entsprechenden Inputs. Im Gegensatz zum PoW Verfahren, bei dem so viele Hashes wie möglich erzeugt werden, kann beim PoS Verfahren nur ein Hash pro Sekunde gebildet werden. Da das Verfahren nur sehr wenig Rechenleistung benötigt, könnte dieses auch auf einer mobilen Plattform umgesetzt werden. Sobald ein valider Hash gefunden wurde, übermittelt der Teilnehmer den gesamten Input an das Netzwerk.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Proof-of-Work vs Proof-of-Stake Verfahren[24]

Der exakte Stromverbrauch von PoW-basierten Währungen lässt sich nur schwer einschätzen. Jedoch gibt es regelmäßig kritische Diskussionen über die Energieverschwendung. Das PoS Verfahren dagegen ist wesentlich sparsamer.

3.4.4 Übersicht der Konsensus Varianten

Tabelle 1: Übersicht der Konsens-Varianten[25]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] (Leichsenring, 2016)

[2] (Jens Weidmann, 2016)

[3] (Wolfgang Becker, 2015) S. 121

[4] (Wolfgang Becker, 2015) S. 121

[5] (Hans E Büschgen, 2003) S. 19

[6] (Hans E Büschgen, 2003) S. 21

[7] (Statista, 2018)

[8] (Yves Mersch, 2016)

[9] (Schmidt Julian, 2016) S. 13

[10] (Roch) S. 44

[11] (Lochmaier, 2016) S. 38-39

[12] (Roßbach, Blockchain-Technologien und ihre Implikationen, 2016) S. 3

[13] (Roßbach, Blockchain-Technologien und ihre Implikationen , 2016) S. 3

[14] (Group, 2015)

[15] (Aaron Wright (Yeshiva Universität), 2017)

[16] (Albrecht Beutelspacher, 2010) S. 177

[17] (Wikipedia, 2017)

[18] (TechTarget Search Data Center, kein Datum)

[19] (Philipps, kein Datum)

[20] (Hosp, 2017) S. 39

[21] (Swan, 2015)

[22] (Hosp, 2017) S. 39

[23] (Steemit, 2018)

[24] (Blockgeeks Inc, kein Datum)

[25] (J.) +. Ergänzung Proof-of-Importance

Details

Seiten
32
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668794139
ISBN (Buch)
9783668794146
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v441006
Institution / Hochschule
Westsächsische Hochschule Zwickau, Standort Zwickau
Note
1,7
Schlagworte
blockchain bitcoin ethereum banken kryptowährungen krypto geschäftsbanken

Autor

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Titel: Blockchain. Ihr Einfluss auf die Geschäftsbanken