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Neue Herausforderungen an Lokalredaktionen von Tageszeitungsverlagen

Bachelorarbeit 2014 91 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 FRAGESTELLUNGEN UND ZIELSETZUNG
1.2 AUFBAUDERARBEIT

2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Definitionen
2.1.1 Lokaljournalismus
2.1.2 Journalist
2.1.3 Zeitungsverlag
2.1.4 Tageszeitung
2.1.5 Ressort
2.1.6 Lokaler Kommunikationsraum
2.2 Deutscher Zeitungsmarkt
2.3 Lokaljournalismus
2.3.1 Geschichte
2.3.2 Funktionen
2.3.3 Bedeutung
2.3.4 Kritik und Chancen
2.3.4.1 Kritik
2.3.4.2 Chancen

3 Berufsbild eines Lokalredakteurs
3.1 Kompetenzen und Eigenschaften
3.2 Aufgaben
3.3 Neue Herausforderungen
3.3.1 Fünf Dimensionen von Herausforderungen
3.3.2 Gründe für die Herausforderungen

4 Empirische Untersuchung
4.1 Methodische Vorgehensweise
4.2 Verteilerliste DER Verlage
4.3 Präsentation und Interpretation der Ergebnisse

5 Losungsansätze

6 Fazit & Ausblick

Quellenverzeichnis

Anhang

Zusammenfassung

Veränderungen in der Mediennutzung und wachsende Lesererwartungen bewirken eine Zunahme an Aufgaben und Anforderungen bei Lokalredakteurinnen[1] und Lokalre­dakteuren. Sinkende Printauflagen und Verluste im Anzeigengeschäft führen zu Per­sonalabbau und Budgetkürzungen. Weniger Redakteure müssen mehr Aufgaben übernehmen und handwerklich mehr leisten, indem sie u.a. crossmedial arbeiten und vermehrt online publizieren. Auch wird den Redaktionen zeitlich mehr abverlangt, denn die Leser wollen möglichst schnell und aktuell informiert werden.

Lokale Inhalte bieten den Verlagen große Chancen, um sich innerhalb ihres Verbrei­tungsgebietes von den Medienangeboten zu differenzieren, die mit Schwerpunkt über­regionale - weitgehend unentgeltliche verfügbare - Informationen anbieten. Das Interesse an Nachrichten aus der unmittelbaren Umgebung der Leser ist groß, denn der Lokaljournalismus übernimmt eine wichtige soziale Orientierungsfunktion. Innovati­onen können im Lokalen durch die starke Nähe zum Leser und durch direktes Feed­back umgehend getestet werden.

Grundlegende Definitionen, Historie, aktuelle Entwicklungen auf dem deutschen Ta­geszeitungsmarkt sowie alle relevanten Faktoren und Funktionen des Lokaljournalis­mus, inklusive aufkommender Kritik und positiver Perspektiven, werden in der Arbeit ausführlich beschrieben. Die Aufgabenvielfalt eines Lokalredakteurs und daraus resul­tierende neue Anforderungen werden im Detail dargestellt. Die Herausforderungen werden dafür in die Dimensionen Menge, Zeit, Art bzw. Inhalt, Qualität und Technik unterteilt.

Eine Befragung von 33 Lokalredakteuren aus norddeutschen Tageszeitungsverlagen zeigt, wo aktuell noch Schwierigkeiten im Redaktionsalltag bestehen. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, stimmen aber in vielen Aspekten mit der Theorie überein. Nicht nur Verlage müssen bessere Voraussetzungen für die Aufgabenbewältigung der Lokalredakteure schaffen, sondern auch die Redakteure selbst müssen aktiv ihre Ar­beitsweise ändern. Nur dann kann qualitativ hochwertige Lokalberichterstattung ent­stehen, die die Leser an das Medienhaus bindet. Lösungsvorschläge, was seitens der Verlage und der Redakteure unternommen werden kann, um die hohen Anforderungen in Zukunft bewältigen zu können sowie ein Fazit mit Ausblick runden die Arbeit ab.

Abstract

Changes in media usage and growing reader expectations cause an increase in tasks and needs at local editors . Declining print editions and losses in the advertising busi­ness lead to staff reductions and budget cuts. Less editors have to take on more tasks and achieve artisanally more by working cross-media and by an increasing online­publishing. The editorial staff is temporally overcharged too, because the readers want to be informed as quickly as possible with the latest news. Local content allows publis­hers to differentiate themselves within their distribution area of those media services that offer nationwide content - largely available free of charge - and they are in a natio­nal competition as well.

There is a great interest in news from reader's neighborhood because local journalism has got an important social function in society. Within local news innovations can be tested by a strong closeness to the reader and an immediate feedback. In this bachelor thesis there are described in detail basic definitions, history, the current development in the German daily newspaper market, all relevant factors and functions of local journalism as well, including emerging criticism and a positive outlook.

The variety of tasks of a local editor and new requirements resulting from those are delineated in detail. The challenges are subdivided into the dimensions of quantity, time, manner or content, quality and technology.

A survey of 33 local editors from North German newspaper publishers shows where barriers and challenges in the daily business of the editors currently still exist. The results are not representative, but agree in many aspects consistent with the theory. It can be said tendentially that not only publishers must create better conditions for the task management of local editorial staff but also local editors themselves have to chan­ge their way of work actively.

Only then a high-quality local reporting is possible and binds the reader to the media house equally in print and online offerings. Proposed solutions, what can be done on the part of publishers and editors in order to manage the large requirements of the futu­re are given at the end of the bachelor thesis. A conclusion with an outlook complements it.

Sch I üssél beg riffe

- Lokaljournalismus
- Herausforderungen
- Crossmedia
- Zeitbudget
- Qualität
- Keywords

- local journalism
- challenges
- cross-media
- time budget
- quality

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungen

Abb. 1: Umwelt einer Lokalredaktion

Abb. 2: Fünf Dimensionen und Gründe von Herausforderungen an Lokalredakteure..

Abb. 3: Bildungsabschluss, alle Befragten

Abb. 4: Führungsverantwortung, alle Befragten

Abb. 5: Verkaufte Auflage Tageszeitung, alle Befragten

Abb. 6: Tätigkeit nach Ressorts, alle Befragten

Abb. 7: Tätigkeit nach Ressorts, Selektion 1

Abb. 8: Tätigkeit nach Ressorts, Selektion II

Abb. 9: Technische Ausstattung, alle Befragten

Abb. 10: Technische Ausstattung, Selektion 1

Abb. 11: Technische Ausstattung, Selektion II

Abb. 12: Handling Redaktionssystem für Online-Kanäle, 32 aller Befragten

Abb. 13: Hilfs- und Arbeitsmittel zur Selbstorganisation, alle Befragten

Abb. 14: Private Nutzung von Online-Plattformen/-Anwendungen, 29 aller Befragten

Abb. 15: Bereicherung des lokalen Angebots durch Online, alle Befragten

Abb. 16: Bereicherung des lokalen Angebots durch Online, Selektion 1

Abb. 17: Bereicherung des lokalen Angebots durch Online, Selektion II

Abb. 18: Ergänzung lokaler Berichterstattung via Twitter, alle Befragten

Abb. 19: Mitarbeit an Online-Strategie, Selektion 1

Abb. 20: Bedarf an Online-Schulungen, alle Befragten

Abb. 21: Einsatz von Bezahlinhalten, alle Befragten

Abb. 22: Lokalbezug der Online-Inhalte, alle Befragten

Abb. 23: Arbeiten nach dem Prinzip "Online first", alle Befragten

Abb. 24: Schreibstil Online VS. Print, alle Befragten

Abb. 25: 1:1-übernahme der Printartikel ins Netz, 32 aller Befragten

Abb. 26: Nutzung von Transmedia-Storytelling, 32 aller Befragten

Abb. 27: Belastung Zeitbudget durch E-Mails, 32 aller Befragten

Abb. 28: Aufteilung Zeitbudget pro Tag, 31 aller Befragten

Abb. 29: Festlegung von Richtwerten für Anzahl der Online-Artikel, alle Befragten

Abb. 30: Vorüberlegung Auswahl Publikationskanal (Print/Online), alle Befragten

Abb. 31: Vorüberlegung Auswahl Publikationskanal (Print/Online), Selektion I

Abb. 32: Selbstbestimmung über Arbeitsergebnis (Print/Online), alle Befragten

Abb. 33: Selbstbestimmung über Auswahl des Genres, Selektion I

Abb. 34: Selbstbestimmung über Auswahl des Genres, Selektion II

Abb. 35: Nutzung der Klickratenauswertung, alle Befragten

Abb. 36: Nutzung von Recherchetools nach Art, alle Befragten

Abb. 37: Wissen über Themen der Kollegen, alle Befragten

Abb. 38: Überlastungsreduzierung in der Redaktion, alle Befragten

Tabellen

Tab. 1: Anzahl der erstellten/bearbeiteten Texte pro Tag, 32 aller Befragten,

Tab. 2: Anzahl der erstellten Beiträge pro Arbeitswoche, 32 aller Befragten,

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Zeitungsbranche befindet sich derzeit in einem Strukturwandel. Veränderungen im Lesermarkt und der vermehrte Konsum von Nachrichten über das Internet führen zu fortwährend sinkenden Printauflagen. Hinzu kommen gravierende Einbußen im Anzei- gengeschäft.[2] Die Online-Artikel der Verlage werden häufig noch unentgeltlich angebo- ten[3] bzw. Online-Erlöse befinden sich noch auf niedrigem Niveau, sodass die Verluste im Print bisher nicht aufgefangen werden konnten. Budgets in den Redaktionen wer­den entsprechend gekürzt, Redakteure entlassen[4] und ggf. durch kostengünstigere freie Journalistinnen[5] und Journalisten ersetzt.[6] So müssen die wachsenden Anforde­rungen, die sich nicht nur durch das (crossmediale) Publizieren im Netz ergeben, son­dern auch durch sich wandelnde und steigende Lesererwartungen, von immer weniger Redakteuren bewältigt werden.[7] Dies meist von Redakteuren, die aufgrund langer Be­triebszugehörigkeit viele Jahre ausschließlich für Print gearbeitet haben.

Der Lokaljournalismus gilt als Hoffnungsträger der Zeitungsverlage.[8] Er ist einzigartig, bietet vielfach (Überlebens-)Chancen und verfügt über erhebliche Potenziale.[9] Er über­nimmt u.a. eine wichtige soziale Orientierungsfunktion[10], und das Interesse der Leser am lokalen Geschehen, an Ereignissen aus ihrer unmittelbaren Umgebung und Nach­barschaft, ist groß.[11] Studien und Meinungen aus der Praxis belegen jedoch, dass sich insbesondere Lokalredakteure mit den neuen Anforderungen noch schwer tun. Oftmals scheitern sie bereits an Basisfertigkeiten, und es wird häufig nicht die gewünschte, aber dringend erforderliche Qualität abgeliefert. Interessante und außergewöhnliche Themen sind im Lokalen nicht einfach zu finden.[12] Das erfordert höheren Zeitaufwand für Eigenrecherchen, für Gespräche mit Informanten bzw. Bürgern und führt zu einer relativ großen zeitlichen Belastung. Die Lokalredakteure greifen daher häufig zu dem bequemen Angebot von Pressetexten, die von Institutionen, Verbänden und Politik angeliefert werden.[13] Damit die Print- und Online-Angebote der Zeitungsverlage für Leser und User einen geldwerten Nutzen darstellen, müssen die Lokalredakteure ihre Arbeitsweise ändern und sich den neuen Herausforderungen stellen.

1.1 Fragestellungen und Zielsetzung

Durch umfangreiches Literaturstudium soll in dieser Arbeit geprüft werden, ob es neue Herausforderungen für Lokalredakteure in Tageszeitungsverlagen tatsächlich gibt. Es soll analysiert werden, mit welcher Art und mit welchem Umfang an neuen Aufgaben die Redakteure im Einzelnen konfrontiert sind und welche Gründe hierfür vorliegen. Bestehende Schwierigkeiten und Hemmschwellen im Alltag eines Redakteurs sollen durch eine Befragung von Lokalredakteuren identifiziert werden. Desweiteren sollen Lösungsansätze für Lokalredaktionen skizziert werden, die den neuen Qualitätsan­Sprüchen aus Lesersicht nach Inhalt, Menge und Aktualität entsprechen können - und zwar für Print und Online gleichermaßen.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die Einführung in das Thema erfolgt durch einen theoretischen Bezugsrahmen, der grundlegende Begriffsdefinitionen enthält, einen Überblick über die derzeitigen Ent­Wicklungen auf dem deutschen (Tages-)Zeitungsmarkt gibt und die wichtigsten Inhalte des Lokaljournalismus erfasst. Dazu gehören die Geschichte des Lokaljournalismus, seine Funktionen innerhalb der Gesellschaft und der Demokratie sowie seine Bedeu­tung. Am Ende dieses Kapitels werden Kritiken am Lokaljournalismus sowie seine Chancen und Potenziale aufgezeigt.

Der zweite Teil dieser Arbeit beschreibt das Berufsbild eines Lokalredakteurs. Darge­stellt werden nötige Qualifikationen und Eigenschaften, über die ein Lokalredakteur verfügen muss, um die Vielfalt an Aufgaben im Berufsalltag erfüllen zu können. Nach einer Beschreibung der einzelnen Tätigkeiten erfolgt eine detaillierte Übersicht über die (neuen) Herausforderungen, denen sich ein Lokalredakteur aufgrund der Veränderun­gen in der Mediennutzung und im Lesermarkt gegenüber gestellt sieht.

Eine Befragung von Lokalredakteuren, vorwiegend aus norddeutschen Tageszeitungs­verlagen mit lokalem Verbreitungsgebiet, bildet den empirischen Teil dieser Arbeit. Es soll untersucht werden, an welcher stelle bei den Lokalredakteuren aktuell noch Schwierigkeiten bei der Lösung alltäglicher Aufgaben bestehen. Die methodische Vor­gehensweise wird ausführlich beschrieben, die Ergebnisse präsentiert und interpretiert. Die Umfrage ist wegen eines geringen Rücklaufes nicht repräsentativ, und es lassen sich bestenfalls Tendenzen feststellen.

Mittels umfangreicher Literatur und der gewonnen Erkenntnisse aus dieser Arbeit wer­den Lösungsansätze für das weitere Bestehen von Print- und Onlineprodukten der Ta­geszeitungsverlage skizziert sowie Vorschläge für die Verbesserung der lokalen Berichterstattung gegeben.

In einem Fazit wird resümiert, ob die Fragestellungen ausreichend beantwortet wurden und das Ziel dieser Bachelorarbeit erreicht werden konnte. Ein Ausblick rundet die Ar­beit ab.

2 Theoretischer Bezugsrahmen

ln diesem Kapitel wird die theoretische Grundlage für das Thema dieser Bachelorarbeit beschrieben. Zu Beginn werden entscheidende Begrifflichkeiten definiert. Im Anschluss wird eine Übersicht über die Entwicklungen auf dem deutschen Zeitungsmarkt gege­ben, insbesondere im Hinblick auf die Situation in Tageszeitungsverlagen. Abschlie­ßend erfolgt eine detaillierte Einführung in das Thema ?Lokaljournalismus“. Es wird die Geschichte des Lokaljournalismus beschrieben, welche gesellschaftlichen Funktionen er übernimmt und welche Bedeutung ihm zugetragen wird - auch in Bezug auf die Nut­zung lokaler Nachrichten. Kritik und das Aufzeigen von Chancen und Potenzialen schließen das Kapitel ab.

2.1 Definitionen

Im nachfolgenden Abschnitt werden Begriffe definiert, die für die weitere Bearbeitung des Themas bedeutsam sind.

2.1.1 Lokaljournalismus

Über Lokaljournalismus gibt es umfangreiche Literatur. Eine ausreichende und zufrie­densteilende Definition des Begriffes jedoch nicht. Johannes Raabe bezeichnet Lokal­journalismus als Synonym für Lokalpresse.[14] Bezeichnet werden darunter ?alle Tages­und Wochenzeitungen sowie Zeitschriften, deren eigenständige Berichterstattung sich in erster Linie auf das örtliche Geschehen bezieht und deren Verbreitungsgebiet ent­sprechend die Gemeinde, die Stadt oder derjenige Landkreis ist, in der sie ihren Sitz haben.“[15] Die Lokalpresse umfasst vor allem die lokalen Tageszeitungen.[16] Sie bedie­nen ihre ?lokalen Berichterstattungsgebiete in der Regel mit verschiedenen Ausgaben in ihren Verbreitungsgebieten [...].“[17] Neben der Tageszeitung gibt es jedoch noch wei­tere Printprodukte wie Z.B. Anzeigenblätter, lokale Anzeiger, Heimatzeitungen, Wo­chenblätter, Stadtmagazine oder Gemeindeblätter. Auch gibt es lokale Radio- und Fernsehsender oder auch Angebote im Internet, in denen Lokaljournalismus angebo­ten wird.[18] Desweiteren hat Raabe auch den Begriff Lokalberichterstattung definiert.

Lokalberichterstattung bezeichnet die ?aktuelle Nachrichtengebung in Form von Mel­dungen und Berichten, in geringerem Umfang auch von Reportagen, Kommentaren oder Glossen [...] über das öffentlich relevante Geschehen in der Ereignisregion vor Ort, d. h. dem kommunalen Raum einer Gemeinde, einer Stadt oder eines Kreises.“[19]

2.1.2 Journalist

Nach Vorgabe des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) ist ein Journalist, wer hauptberuflich an der Erarbeitung und Verbreitung von Inhalten durch Medien beteiligt ist. Diese Inhalte können Informationen, Meinungen oder auch Unterhaltung umfassen und werden mittels Wort, Bild, Ton oder auch Kombinationen vermittelt. Journalisten befinden sich in einer festen Anstellung oder sind freiberuflich für ein oder mehrere Auftraggeber tätig, auf Basis einer individuellen Vereinbarung, eines tariflichen Vertra­ges oder ohne Vertrag durch Angebot der eigenen journalistischen Beiträge an Medi­en. Ihre Tätigkeitsfelder können in verschiedenen Bereichen liegen: bei Printmedien, Hörfunk, Fernsehen, digitalen Medien mit publizistischem Anspruch, Nachrichtenagen­turen, Pressediensten, im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Wirtschaft, in Verwaltung und Organisationen oder im Feld der medienspezifischen Bildungsarbeit und Beratung. Ihre Leistungen umfassen die Erstellung von Wort- und Bildinformatio­nen mittels Recherche, Auswahl und Bearbeitung von Informationsinhalten sowie de­ren eigenständige und selbstschöpferische Aufbereitung, Gestaltung und schließlich deren Vermittlung. Auch übernehmen Journalisten Aufgaben im Bereich Organisation, Technik und Personal.[20] Die Begriffe Journalist und Redakteur werden häufig im sei- ben Kontext benutzt, sie haben jedoch einen wesentlichen Unterschied. Ein Journalist wird nur dann zum Redakteur, wenn er bei einem Verlag unter Vertrag tätig bzw. ange­stellt ist.[21]

2.1.3 Zeitungsverlag

Klaus-Dieter Altmeppen definiert einen Zeitungsverlag als Medienorganisation. Sie sind nach Verbreitungsgebiet geordnet. Die Leistungen eines Verlages umfassen das Be­schaffen und Produzieren von Medienangeboten in Form von Information, Unterhai- tung oder auch Werbung. Des Weiteren bündeln Verlage diese Medienangebote zu Medienprodukten u.a. Zeitungen und übernehmen deren Distribution und Finanzierung.

Zeitungsverlage sind durch eine besondere Organisationsform gekennzeichnet und haben einen bestimmten Aufbau und Ablauf. In der Regel sind Zeitungsverlage in Ab­teilungen untergegliedert, die jeweils eine bestimmte Funktion besitzen. Dazu zählt u.a. die Redaktion, die die Produktion der Inhalte übernimmt.[22] Der Begriff Redaktion bein­haltet unterschiedliche Bezeichnungen. So kann damit beispielsweise die Gesamtheit aller Redakteure in einem Medienunternehmen gemeint sein oder es werden darunter die Redakteure eines bestimmten Ressorts zusammengefasst (z.B. Wirtschafts-, Poli­tikredaktion). Auch die Räumlichkeiten, in denen Redakteure arbeiten, werden als Re­daktion bezeichnet.[23]

2.1.4 Tageszeitung

Die Tageszeitung ist laut Johannes Raabe ein Pressemedium, das im Unterschied zu Wochenzeitungen und Zeitschriften mindestens zwei Mal in der Woche erscheint. Die meisten Tageszeitungen werden werktäglich publiziert. Einige Zeitungen haben zusätz- lieh eine Sonntagsausgabe und erscheinen zum Teil dafür montags nicht. Kennzeich­nend für eine Tageszeitung ist die regelmäßige Erscheinungsweise (Periodizität), die allgemeine Zugänglichkeit (Publizität), die aktuelle bzw. gegenwartsbezogene Bericht­erstattung (Aktualität) sowie das unbeschränkte Themenspektrum (Universalität). Fast alle Tageszeitungen sind heutzutage unabhängig und nur noch selten parteipolitisch oder weltanschaulich festgelegt.[24] In Deutschland gibt es 329 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 17,54 Mio. Exemplaren. Davon sind allein 313 Zeitungen lokale und regionale Abonnementszeitungen mit einer Auflage von insgesamt 12,94 Mio. Exemplaren. Desweiteren gibt es acht überregionale Zeitungen und acht straßenver- kaufszeitungen.[25] "Klassisch ist in Deutschland die Regionalzeitung mit vielen Lokal- ausgaben.“[26] Die Tageszeitungen erscheinen in Deutschland in etwa 1500 Ausgaben.[27]

Aus ökonomischen Gründen haben überregionale und regionale Zeitungen in den ver­gangenen Jahren das Lokale in einem abgeschlossenen Teil gebündelt. Dadurch kön­nen durch den Austausch von Seiten verschiedene lokale Räume in Form unterschiedlicher Ausgaben bedient werden. Daneben gibt es Zeitungen, die sich als reine Lokalzeitungen verstehen und ausschließlich ein Verbreitungsgebiet bedienen.[28]

2.1.5 Ressort

Der Begriff Ressort stammt aus dem Französischen und bedeutet Arbeits- bzw. Aufga- benbereich.[29] Eine Tageszeitung setzt sich aus fünf klassischen Ressorts zusammen: Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Lokales.[30] Sie bilden das Grundgerüst. Die The­men in der Gesellschaft ändern sich jedoch fortlaufend, sodass weitere Ressorts ent­stehen, wie Z.B. Ratgeber und Service, Wissenschaft oder auch Unterhaltung.[31] Im Lokalressort sind alle Fachressorts in kleinerer Variante wiederzufinden, in Form von Nachrichten aus der Kommunalpolitik, lokalem Sport und Vereinen sowie oftmals Poli­zeimeldungen und Berichten über Gerichtsverhandlungen.[32] Das Lokalressort wird daher auch als ein sogenanntes ,Querschnittsressort‘ bezeichnet. Die anderen Res­sorts lassen sich meistens über einen Sachgegenstand definieren, das Lokalressort hingegen hat räumlichen Bezug und ist daher in den Themen äußerst vielfältig.[33] "Der Lokaljournalist ist in keinem klassischen Ressort zuhause, er ist ein Generalist."[34] In den Lokalredaktionen gibt es für die lokalen Sach- und Fachthemen dann jedoch feste Zuständigkeiten bzw. verantwortliche Redakteure.[35] Auch eine Aufteilung der Redak­teure nach Teilgebieten des Verbreitungsgebietes ist in einigen Redaktionen zu finden. Die klassischen Ressorts sind autonom, d.h. unabhängig voneinander und selbstbe­stimmend. Jedoch gibt es mittlerweile neue Modelle von Ressortstrukturen, beispiels­weise durch die Einrichtung von Newsdesks, die die Arbeit der Redakteure anders strukturieren und die Grenzen der Ressorts mehr öffnen.[36]

2.1.6 Lokaler Kommunikationsraum

Über die Abgrenzung eines lokalen Kommunikationsraumes wird vielseitig diskutiert. Lokale Räume können u.a. als soziokulturelle Räume verstanden werden, in denen Menschen Heimatgefühle haben.[37] Es sind Lebensräume, in denen sich das Alltagsle­ben der Menschen abspielt und die Themen Wohnen, Arbeiten, Familie und Freunde,

Freizeit und Versorgung vorrangig eine Rolle spielen. Einrichtungen, Gegebenheiten, Entwicklungen, Ereignisse und Beschränkungen auf regionaler oder lokaler Ebene haben daher eine hohe Relevanz und wirken sich unmittelbar auf den Alltag jedes Ein­zelnen und der Gesellschaft aus. Informations- und Kommunikationsangebote, die das lokale Geschehen aufgreifen, finden in der Gesellschaft großes Interesse.[38]

Verwaltungseinheiten definieren die lokalen Räume hingegen eher aus der Politikper­spektive. Daneben gelten die Verbreitungsgebiete der Medien wiederum vorrangig als künstlich geschaffene Räume und orientieren sich sowohl an soziokulturellen Aspekten als auch an politischen Strukturen.[39] Es kann also auch das Medium selbst über sein Verbreitungsgebiet einen lokalen Raum definieren. Alle Orte, die sich in einem jeweili­gen Erscheinungsgebiet befinden, fühlen sich diesem Kommunikationsraum zugehö- rig.[40]

Städte, Gemeinden und Kreise bilden die kleinsten Medienmärkte. Sie werden von den jeweiligen Medien zu verschiedenen lokalen sowie regionalen Verbundmärkten zu­sammengefasst. Diese ungleiche Zusammenfassung verdeutlicht, dass das Lokale über Begriffe wie Gemeinde, Stadt, Kreis oder auch Region nicht eingegrenzt werden kann. Von Journalisten und Rezipienten wird jedoch oftmals die Gemeinde als Abgren­Zungskriterium gewählt.[41] Kein eindeutiges Merkmal ist die Größe eines Publikums. Ein lokaler Kreis kann unterschiedlich viele Rezipienten beinhalten.[42]

Das Internet kann die Raumwahrnehmung der Bürger verändern und Grenzen aufhe­ben. So kann beispielsweise ein Rezipient in Hamburg mühelos Lokalnachrichten aus München abrufen. Die Grenzen können allerdings auch sehr eng gefasst werden. Ak­tuell wird der Trend zu hyperlokalen Nachrichten als neue Chance diskutiert.[43] Man versteht darunter Nachrichten aus der unmittelbaren Umgebung des Nutzers, d.h. aus einzelnen Stadtbezirken oder sogar aus der direkten Nachbarschaft. Sie werden von Online-Medien oder Blogbetreibern produziert und veröffentlicht - von Journalisten oder von den Bürgern selbst.[44] Aufgrund mehrerer Möglichkeiten gibt es keine allgemeingül- tige und klare Abgrenzung für einen lokalen Kommunikationsraum.[45]

2.2 Deutscher Zeitungsmarkt

Die Zeitungs- und Zeitschriftenmärkte sind hoch konzentriert. Es gibt nur noch wenig eigenständige Verlage, die die jeweiligen Märkte dominieren.[46] Mit der bereits beste­henden und weiter voranschreitenden Monopolisierung des Zeitungsmarktes stellt sich nebenbei die Frage, ob die (Lokal-)Presse ihre Funktion als vierte Gewalt in Zukunft überhaupt noch erfüllen kann.[47]

Der deutsche Zeitungsmarkt ist stark in Bewegung, jedoch war auch das Jahr 2013 nicht viel besser als die Jahre zuvor.[48] Die sinkenden Auflagen und Reichweiten erhö­hen weiterhin den ökonomischen Druck auf Tageszeitungsverlage.[49] Bereits seit An­fang der 90iger Jahre geht die Anzahl der verkauften Exemplare stetig zurück.[50] Wie bereits erwähnt gibt es in Deutschland 329 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 17,54 Mio. Exemplaren. Davon sind 313 Zeitungen lokale und regionale Abonne­mentszeitungen mit einer Auflage von insgesamt 12,94 Mio. Exemplaren (Stand: 11/2013).[51] Die Tageszeitungen verloren innerhalb von acht Jahren (2005/2013) insge­samt 19,0 Prozent an Auflage. Bei den lokalen und regionalen Abonnementszeitungen (West & Ost) gibt es einen Auflagenrückgang (2005/2013) von 14,6 Prozent.[52] Die Printreichweiten der deutschen Tageszeitungen (Stand 2013) betragen insgesamt 64 Prozent und entsprechen einer Anzahl von 45,5 Mio. Menschen.[53] Laut der Verbrei­tungsanalyse (VA 2013) erreichen die Zeitungen jedoch über Print und über Online zusammen 79,3 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung. Das entspricht einer Anzahl von 55,7 Mio. Menschen. Ein Drittel davon rezipiert die Zeitung crossmedial, d.h. in Print und online. Etwa die Hälfte, sprich 49 Prozent, liest ausschließlich die Printversion, ein Fünftel (19 Prozent) liest die Zeitung nur online.[54] Die Webangebote der Verlage werden bei den Nutzern zunehmend beliebter[55] und die Online­Reichweiten erleben ein Rekord-Hoch. Insbesondere bei den Lesern im Alter von 14 bis 29 Jahren ist die Nutzungsintensität der Online-Zeitungsangebote am höchsten (66,2 Prozent).[56] Auch das Mobile-Geschäft boomt nach wie vor und die Angebote (App und mobile Zeitungswebseiten) werden von den 14 bis 29-jährigen am meisten genutzt. Die mobile Nutzung ist on top und geht nicht zu Lasten der stationären Nut- zung.[57]

Bedingt durch den Rückgang der Auflagen und Reichweiten werden die Printausgaben der Tageszeitungen zunehmend unattraktiv für werbetreibende Unternehmen.[58] So sind die Verluste im Werbe- bzw. Anzeigengeschäft gravierend.[59] Bis Ende der 90iger Jahre war insbesondere für die Lokalzeitungen das Geschäft mit Immobilien-, Woh- nungs-, Stellen- und Autoanzeigen grundlegend. Seitdem werden vermehrt im Internet Anzeigen geschaltet, wo die Werbetreibenden aufgrund der gezielten Kommunikation nur noch geringe Streuverluste akzeptieren müssen.[60] Für die Rezipienten ist die Se­lektionsmöglichkeit im Rahmen einer Suche besonders attraktiv. Sie erhalten aus ei­nem viel größeren Angebot sehr schnell eine Trefferliste.

Die Zahlen im Vertrieb der Zeitungen sehen hingegen besser aus.[61] Die Gründe dafür liegen in der Steigerung der Bezugspreise[62] sowie an der erhöhten Anzahl an E-Paper- Verkäufen. Langfristig gesehen wird das jedoch nicht ausreichen, um die Printverluste aufzufangen.[63] Die wirtschaftliche Lage führt in den Redaktionen zu Budgetkürzungen, Abbau von redaktionellen Ressourcen bzw. Mitarbeiterentlassungen und zu Redakti- ons-Outsourcing.[64] Desweiteren setzen einige Verlage zunehmend kostengünstige freie Journalisten ein.[65] Die Verkleinerungen bzw. Auflösungen von Lokalredaktionen in den letzten Jahren werden ersichtlich an der Gesamtzahl der Zeitungsredakteure.[66]

2.3 Lokaljournalismus

An dieser stelle erfolgt eine Einführung in die Geschichte, die Funktionen und die Be­deutung des Lokaljournalismus. Abschließend werden die Kritiken gegenüber dem Lokaljournalismus angesprochen, aber auch seine Chancen und Potenziale genannt.

2.3.1 Geschichte

Erstmals im 16. und 17. Jahrhundert wurden lokale Nachrichten in gedruckter Form veröffentlicht und verbreitet.[67] Es handelte sich dabei jedoch eher um Flugblätter als um richtige Zeitungen, die diese lokalen Nachrichten enthielten.[68] Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erschienen die ersten Publikationen, die den heute an eine Zeitung gestellten Kriterien der Periodizität, Publizität, Aktualität und Universalität entspra- Chen.[69] Lokales hatte in diesen Zeitungen allerdings zunächst keinen Platz. Gründe dafür schien ein fehlender Bedarf an lokalen Nachrichten und die Angst vor lokaler Öffentlichkeit.[70] Die Anfänge der lokalen Berichterstattung begannen um die Wende zum 18. Jahrhundert mit sogenannten Intelligenzblätter. Sie gelten als publizistische Vorreiter, bestanden jedoch ausschließlich aus Anzeigen. Später unterlagen die priva­ten Blätter staatlicher Kontrollen und es wurden, ergänzend zu den Anzeigen, vermehrt Behördenmitteilungen, Gesetze und amtliche Bekanntmachungen integriert.[71] Die Intel­ligenzblätter wurden für die Bevölkerung immer interessanter, denn sie erschienen nicht mehr nur einmal in der Woche, sondern mehrmals wöchentlich. Sie bildeten da­durch eine ernsthafte Konkurrenz gegenüber den regulären Zeitungen, denn diese durften in Preußen bis ins 19. Jahrhundert keine Anzeigen enthalten.[72] Die regulären Zeitungen versuchten sich durch eine vermehrte Veröffentlichung von lokalen Nach­richten dieser Konkurrenz zu stellen. Im Jahre 1874 wurden mit dem preußischen Reichspressegesetz Zensur und andere staatliche Präventivmaßnahmen aufgehoben. Dadurch nahm in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Umfang des Lokalen stetig zu und es wurde zu einer regelmäßigen Rubrik.[73] Neben den Veränderungen in Gesetzmäßigkeiten und der Konkurrenzsituation zwischen den verschiedenen Publika­tionen war vor allem auch die Verstädterung ein weiterer Grund für die Ausweitung der lokalen Berichterstattung. Die Urbanisierung war bedingt durch den sozialen Wandel. Die Menschen hatten eine längere Lebenserwartung, es gab einen hohen Geburten­Überschuss und eine geringere Säuglingssterblichkeit. Die Bevölkerung wuchs und weitete sich auf das Land aus. Die Bürger wollten wissen, was in ihrer nahen Umge­bung passiert. In kleineren Gemeinden konnte man sich noch auf dem Markt informieren.[74] Dort wurden mündlich lokale Neuigkeiten ausgetauscht sowie Klatsch und Tratsch aus der Nachbarschaft. Den Bürgern war es möglich, sich auf diese Weise ein Meinungsbild zu schaffen und sich aktiv an der Diskussion über das Geschehen zu beteiligen.[75] Je größer die Gemeinden wurden, desto schwieriger wurde es, die Neu­gier auf Lokales auf diese Weise zu stillen.[76] Mehr und mehr Übernahmen die lokalen Massenmedien die Aufgabe, die Bürger über Ereignisse aus dem Umfeld zu informie- ren.[77] Den Durchbruch erlangte der Lokaljournalismus ab 1870 mit der Einführung der Generalanzeigerpresse in den größeren Städten. Es handelte sich dabei um Zeitun­gen, die ihre Finanzierung vorrangig über das Anzeigengeschäft steuerten. Sie spra­Chen breite Schichten der Bevölkerung an und enthielten lokale Meldungen über Polizei, Gerichte, Kommunalpolitik, aber auch einen großen Anteil an Unterhaltung.[78] Trotz des Erfolges der Generalanzeiger zeichnete sich ein Problem ab, dass die Wis­senschaft bis heute noch beschäftigt: die Auswirkungen der Anzeigenabhängigkeit auf die Inhalte der Berichterstattung. Das inhaltliche Niveau sank, indem Meldungen anei­nander gereiht wurden und immer mehr Hofberichterstattung betrieben wurde.[79] In der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg wurde neben den Generalanzeigern dann die Heimatzeitung zum zweitstärksten Zeitungstyp. Sie gaben, ähnlich zu den Generalanzeigern vor, politisch neutral zu sein, waren es jedoch selten.[80] Sie erschie­nen vorrangig in Kleinstädten des ländlichen Raumes und hatten den Schwerpunkt ihrer Berichterstattung auf lokalen Ereignissen. Die Heimatzeitungen bezogen einen Großteil ihrer Nachrichten über Materndienste aus den reaktionär ideologisch gepräg­ten Zentralredaktionen der Zeitungskonzerne, über den Hugenberg-Konzern wurden nahezu alle deutschen Zeitungen somit mit pro-nationalsozialistischen Inhalten ver- sorgt.[81] Mit der Zeit verschwanden viele Generalanzeiger. Die Blätter, die sich halten konnten, wurden u.a. zu Heimatzeitungen. Der Generalanzeiger hatte deshalb enorme Auswirkungen auf die Entwicklung des Lokaljournalismus, da damals die älteren Zei­tungen, die es neben den Anzeigern gab, aus der Konkurrenzsituation heraus ihre Lo­kalberichterstattung ausgebaut und versucht haben, die Inhalte auf spezielle Art und Weise zu präsentieren. Dadurch entstand der Lokalteil als eine eigene Zeitung in der Zeitung und näherte sich der heutigen Ressortbildung.[82] In den nachfolgenden Jahren brachten die Nationalsozialisten mit verschiedensten Gesetzmäßigkeiten die Presse nach und nach unter ihre Kontrolle. Somit gab es 1944 insgesamt 977 Zeitungen, von denen 352 Parteizeitungen der NSDAP waren. Die Parteizeitungen machten eine Auf­lage von 21 Mio. Exemplaren aus, die übrigen privaten Zeitungen hatten entgegen nur eine Auflage von 4 Mio. Exemplaren.[83] Generalanzeiger und andere Parteiblätter wur­den aus der Presselandschaft entfernt. Die Heimatzeitungen wurden für den National­Sozialismus instrumentalisiert und gesinnungsmäßig gleichgeschaltet.[84] Die kleinen Lokalzeitungen wurden in ihrer Bedeutung geschwächt. Die Bedeutung der großen Regionalzeitungen nahm hingegen zu.[85] Nach Kriegsende einigten sich die Besat­Zungsmächte auf eine grundlegende Neugestaltung der deutschen Presse. Ziel sollte dabei sein, ein stabiles System aus politisch unabhängigen Stadt- und Regionalzeitun­gen zu schaffen.[86] Die Alliierten vergaben u.a. Lizenzen zur Herausgabe von Zeitungen an Deutsche. Das neue Ziel zur Entwicklung eines neuen Pressesystems wurde von den Besatzungsmächten unterschiedlich umgesetzt.[87] Letztendlich entstanden regiona- le und lokale Zeitungen mit vielen Lokalausgaben.[88] Nach dem Ende der Lizensierung setzte sich die Entwicklung hin zu größeren Wirtschaftseinheiten auf dem Medienmarkt fort. Somit sank bereits zwischen 1954 und 1976 die Anzahl an Vollredaktionen und publizistischen Einheiten. Die Gesamtauflage der Zeitungen stieg hingegen.[89] Sehr entscheidend wirkte sich der Einfluss der Besatzungsmächte auf die redaktionelle Ent­Wicklung der Zeitungen aus. Nach und nach wurden immer mehr Anforderungen an journalistisches Arbeiten formuliert wie beispielsweise das Verbot von der Verwendung faschistischer Ausdrücke, die deutliche Kennzeichnung von Quellen unter einer Veröf­fentlichung und die Angabe des Verfassers. Auch sollten Standpunkte der Gesellschaft gleichberechtigt Erwähnung finden und die Journalisten wurden dazu angehalten, mit Hilfe von spannenden Überschriften und ansprechendem Layout Anreiz zum Lesen schaffen.[90] Somit entstanden nach und nach mehr Anforderungen an Journalisten, die bis heute ihre Gültigkeit besitzen.

2.3.2 Funktionen

Es gibt vier Funktionen, die der Journalismus heutzutage grundsätzlich erfüllen muss: Information, Kritik und Kontrolle sowie Meinungsbildung und redaktionelle Unabhän­gigkeit.

Für die Entstehung von öffentlicher Meinungsbildung und Diskussion muss eine sachli­che und vollständige Information über politische und wirtschaftliche Ereignisse erfol­gen. Die drei Staatsgewalten werden von der ?vierten Gewalt“, dem Journalismus, kritisiert und kontrolliert. Die Funktion der Meinungsbildung wird durch die Erfüllung der erst genannten Funktionen (Information, Kritik und Kontrolle) gegeben.[91] Die politische Meinungsbildung bildet den Kern der öffentlichen Aufgabe von Medien. Die Medien sind daher ein unverzichtbarer Teil der freiheitlichen Demokratie.[92] "Ohne [Reporter, Autoren und Redakteure] kein Journalismus und ohne Journalismus keine Aufklärung und ohne Aufklärung keine Demokratie. So einfach und so pathetisch ist die Formel"[93], so Bissinger. Damit journalistische Professionalität gewährleistet sein kann, muss es außerdem eine redaktionelle Unabhängigkeit geben. Somit dürfen weder private oder geschäftliche Interessen Dritter verfolgt werden, noch eigene wirtschaftliche Interes- sen.[94] Insbesondere diese letzte Voraussetzung ist im Lokalen schwer einzuhalten. Das wird an anderer stelle dieser Arbeit deutlich.

Im sozialen Bereich haben die Medien, neben den bereits genannten politischen Funk­tionen, eine soziale Orientierungsfunktion, eine gesellschaftliche Sozialisationsfunktion und Rekreationsfunktion.[95] Alle Funktionen, die politischen sowie sozialen Grundfunkti­onen des Journalismus, haben auch Gültigkeit für den Lokaljournalismus.[96] Unter allen Funktionen wird beim Lokaljournalismus vor allem die soziale Orientierungsfunktion als besonderes Kennzeichen lokaler Kommunikation hervorgehoben. Den Lesern soll eine Orientierung im öffentlichen Leben ermöglicht werden, in dem Veränderungen und Er­eignisse in der Gesellschaft auf der Ebene einer lokalen Plattform strukturiert und auf­bereitet werden.[97] Im Detail beinhaltet das eine entsprechende Themenauswahl und Aufbereitung, die Einordnung von Informationen in Kontexte sowie Bedeutungszuwei­sungen. Mittels Darstellung gegensätzlicher Meinungen kann der Lokaljournalismus die Umwelt aufmerksam und kritisch begleiten. Zusätzlich umfasst das Orientierungsange­bot Alltags- und Serviceinformationen.

Die Orientierung ermöglicht als Plattform zudem eine Integrations- und Partizipations­funktion der Lokalpresse. Partizipation nicht nur im politischen, sondern auch im ge­sellschaftlichen Sinn, da die lokalen Medien die Realität der unmittelbaren Lebenswelt abbilden und diese entscheidend für die Wahrnehmung des eigenen Umfelds und für die Umsetzung von Mitwirkungschancen ist.[98]

2.3.3 Bedeutung

"Der Lokalteil ist das Herzstück der Zeitung, von ihm lebt sie. Der Lokalteil entscheidet darüber, wie sich die Leser mit ihrer Zeitung zu Hause fühlen."[99] Dieses Zitat von Die­ter Golombek, dem Begründer des Lokaljournalistenprogramms bei der Bundeszentra­le für politische Bildung, macht den Stellenwert und die Bedeutung des Lokalen deutlich. Das Interesse an diesem Ressort ist hoch.[100] ?Die Raumkategorie der lokalen und regionalen Ereignisebene hat den größten Stellenwert für die Menschen."[101] Ins­besondere der lokale Anzeigenmarkt, bestehend aus Klein- und Stellenanzeigen, sind heute wichtige Einnahmequellen für die Verlage.[102] Dennoch, das Ressort wird ständig unterschätzt.[103] In den 70er Jahren, so Golombek, waren Lokaljournalisten in den Re­daktionen von Tageszeitungsverlagen nicht hoch angesehen. Die Geringschätzung des Ressorts stand in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Bedeutung. Heute sei das anders. Heute schauen Verleger und Chefredakteure zu den Lokaljournalisten auf, denn mittlerweile entscheidet die Qualität ihrer Arbeit bzw. der Lokalberichterstattung über die Zukunft der Tageszeitung.[104]

Die Lokalzeitung gilt, trotz des Internets, als das universellste Kommunikationsmedium. Zudem erreicht sie die größte Publizität.[105] Regional- und Lokalzeitungen werden im Medienvergleich für aktuelle und orientierende Informationen am regelmäßigsten ge- nutzt.[106] Laut einer Studie vom Link Institut für Markt und Sozialforschung nutzen von 1000 Befragten ab 14 Jahren 47,6 Prozent regionale Tageszeitungen, um sich über das lokale Geschehen zu informieren, gefolgt von Radiosendern mit 28,1 Prozent, re­gionale ARD-TV-Sender werden von 26,2 Prozent für lokale Nachrichten genutzt, sonstige regionale TV-Sender von 22,8 Prozent, lokale Anzeigenblätter und kostenlose Zeitungen von 11,8 Prozent, Internetangebote von Tageszeitungen von 10,4 Prozent der Befragten und 5,5 Prozent nutzen eine App um sich über Lokalnachrichten zu in­formieren (Stand 2012).[107]

2.3.4 Kritik und Chancen

Lokaljournalismus gilt als Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich. Er birgt große Potenziale, insbesondere in Bezug auf Bürgerbeteiligung, Leserbindung und das Rezipienteninteresse. Gleichzeitig wird er jedoch immer wieder scharf kritisiert. Der Lokaljournalismus sei zu traditionell, zu langweilig und zu wenig qualitativ.[108] Er habe das Image von Kaninchenzüchtern, goldenen Hochzeiten und Schützenvereinen.[109] Trotz dieser Meinungen und Äußerungen ist man sich in der Zukunftsdebatte des Journalismus weitgehend einig: das Lokale muss gestärkt und hervorgehoben wer- den.[110]

2.3.4.1 Kritik

Ergebnisse aus der Journalismus-Forschung der achtziger und neunziger Jahre bilden noch heute die Basis für die Kritik am Lokaljournalismus. Es wurden unterschiedlichste Aspekte bemängelt.[111]

Aufgrund einer zu starken Nähe zum Geschehen und zu lokalen Akteuren auf polti­scher und gesellschaftlicher Ebene wird den Lokaljournalisten immer wieder vorgewor­fen, dass sie eine neutrale, professionell journalistische Berichterstattung mit der nötigen Distanz nicht gewährleisten können.[112] Damit in Verbindung existiert u.a. der Vorwurf zur Hofberichterstattung. Journalisten ließen sich demnach zu sehr beeinflus­sen und seien gegenüber lokalen Machthabern zu kritiklos.[113]

Lokaljournalisten [...], die mit großen Augen an den Lippen der Dorfgrößen hängen und sich staunend in den Block diktieren lassen, was denn morgen in der Zeitung zu stehen habe - unkriti- sehe Schreiberlinge eben, die um die lokale Prominenz schwänzeln und sich dort anbiedern, wo sie eigentlich kritisch kontrollieren sollten.[114]

Auch würden die Lokaljournalisten zu selten Sachthemen aufgreifen, dafür die lokale Elite in ihrer Berichterstattung namentlich zu häufig nennen.

Ein weiterer Vorwurf ist der Terminjournalismus, d.h. die Journalisten würden sich zu stark an Veranstaltungskalendern orientieren und enorm ereignisbezogen arbeiten. Desweiteren wird beanstandet, dass seitens der Journalisten zu wenig selbstständig und aktiv recherchiert wird. Ein wiederum weiterer Vorwurf ist der Verlautbarungsjour­nalismus, d.h. Journalisten würden Hauptinformationen vorrangig aus Pressemitteilun­gen entnehmen.[115] ?Journalisten, die sich selber Informationen holen, gehören zu einer Minderheit, üblich sind nicht der rasende Reporter und der hartnäckige Schnüffler in Computern und Archiven, sondern der Arbeiter im Berg der Verlautbarungen."[116] Zu­dem wird sich seitens der Redakteure zu stark auf den täglichen Polizeibericht konzen- triert.[117] Es werden zu wenige Themen selber gesetzt.[118] "Banalitäten werden berichtet, wirklich wichtige Tatsachen werden unterschlagen oder verschwinden in der Schubla- de.“[119] Auch würden den Lesern selten Hintergrundinformationen geliefert, um vor al- lern auch politische Zusammenhänge verständlich darzustellen. Im Sinne der Chronistenpflicht würden außerdem referierende, darstellende und unzureichend ob­jektive Inhalte in der lokalen Berichterstattung dominieren.[120] Ein weiterer Kritikpunkt, für den die Forschung in der Vergangenheit immer wieder Indizien gefunden hat, ist die ungenügende Berücksichtigung der Leserinteressen in der Berichterstattung. Und das, obwohl Publikumsorientierung und Lesereinbindung inzwischen als wichtig für die Zu­kunft des Journalismus eingestuft wurden.[121]

2.3.4.2 Chancen

Einigkeit besteht weitgehend darüber, das Lokale müsse in Zukunft gefördert und Stär­ker in den Fokus gesetzt werden, denn der Lokaljournalismus biete viele Chancen und Potenziale. Es wird nicht mehr von einer Krisen-, sondern vielmehr von einer Auf­bruchsstimmung in den Lokalredaktionen gesprochen.[122] [123]

"Je dünner die Zentralredaktionen werden, umso weniger Prestige dort zu erwerben ist, umso angesehener und beliebter wird das Lokale [...].[1],[123] Insbesondere Online­Angebote haben heute keine Chance mehr sich ausschließlich mit überregionalen Nachrichten von der Konkurrenz abzuheben. Die lokale Berichterstattung wird daher immer wichtiger.[124]

?Statt ,more of the same‘ heißt es fortan ,out of the ordinary‘.“[125] Eine große Chance im Lokaljournalismus ist die unmittelbare Nähe zum Leser. Sofern diese stärke genutzt wird und die Lokaljournalisten mit den Menschen vor Ort sprechen, Eindrücke sam- mein, ausreichend Quellen nutzen und recherchieren, entsteht qualitativ hochwertige Lokalberichterstattung. In der Praxis wird das bisher in dieser Form noch zu selten um- gesetzt.[126] überregionale Medien schätzen und nutzen die Nähe der Lokaljournalis- ten.[127]

Im Vergleich zu den anderen Ressorts hat man im Lokalen die größte Möglichkeit zum Experimentieren.[128] Durch die Nähe zur Leserschaft lassen sich Innovationen sehr gut testen. Es zeigt sich schnell, ob etwas Neues funktioniert.[129] Das Internet wird bereits als Innovation anerkannt.[130] Darüber hinaus gibt es zahlreiche Themen und Menschen, über die es Interessantes und Spannendes zu erzählen gibt. Die Lokalzeitung ist häufig das einzige Medium vor Ort. Ihre Berichterstattung hat daher hohes politisches Ge- wicht.[131]

Eine weitere Chance im Lokaljournalismus stellen die unterschiedlichen Medienkanäle dar. Die Möglichkeit des crossmedialen Arbeitens steht zwar dem gesamten Journalismus zur Verfügung, jedoch ist das medienübergreifende Publizieren im Lokalen noch nicht so stark ausgeprägt. Es entstehen Potenziale für interessante und spannende Lokalberichterstattung, in dem Vorteile und stärken der einzelnen Kanäle (Print, E- Paper, Webseite, soziale Medien und Mobile) genutzt und ausgeschöpft werden.

ln diesem Kapitel wird ein umfassender Einblick in die Tätigkeiten eines (Lokal-) Re­dakteurs bzw. Journalisten gegeben. Es werden die journalistischen Ausbildungswege angesprochen, die Kompetenzen und Eigenschaften beschrieben, über die ein Redak­teur verfügen muss sowie das Arbeitsumfeld eines Lokalredakteurs dargestellt. Im De­tail werden im Anschluss die vielfältigen Aufgaben aufgezeigt, die sich durch neue Herausforderungen an Lokalredakteure ergeben.

3.1 Kompetenzen und Eigenschaften

ln Deutschland arbeiten etwa 35.000 Redakteure, davon 20.000 bei Zeitungen und Zeitschriften. Die übrigen Redakteure arbeiten beim Hörfunk, Fernsehen, bei Agentu­ren oder Anzeigenblättern.[132] Darüber hinaus gibt es laut dem Deutschen Journalisten Verband (DJV) schätzungsweise 25.000 hauptberufliche Freie[133] und etwa 100.000 nebenberufliche Freie in Deutschland, die vorrangig im Lokalen anzutreffen sind.[134] Auch der Berufsweg der Redakteure beginnt meistens in den Lokalredaktionen.[135] Häufig wird dann, sofern vorhanden, nach einiger Zeit in die Mantelredaktion gewech- seit. Der Weg von der Mantelredaktion in die Lokalredaktion findet hingegen eher sei­ten statt.[136]

Für die Ausbildung zum Journalisten ist ein Abitur oder eine gleichwertige Qualifikation gewünscht. Die Lehrinhalte einer journalistischen Ausbildung können über ein Volontà- riat, ein Journalistikstudium, durch den Besuch einer Journalistenschule oder über eine gleichwertige Fachausbildung erlangt werden.[137] Das Angebot an Arbeitskräften im Journalismus war bisher immer höher als die Nachfrage bzw. vorhandene Lehrplätze. Das Interesse am Journalistenberuf sinkt jedoch mittlerweile, und Absolventen wech- sein häufig zu Unternehmensberatungen, Kommunikationsagenturen oder in den Be­reich ,Public Affairs‘.[138]

In der journalistischen Ausbildung wird Fachwissen und Vermittlungskompetenz gelehrt. Der Journalist lernt, die medienspezifischen Darstellungs- und Vermittlungstech­niken zu beherrschen, erlangt die Fähigkeit publizistische Produkte zu gestalten, unter­schiedliche Methoden der Recherche und Nachrichtenprüfung anzuwenden sowie Kenntnisse über Wettbewerbsformen, die Medienstruktur und medienrechtliche Grund- lagen.[139] Neben der Vermittlungs- und der Fachkompetenz, sprich der Beherrschung des eigentlichen Handwerks, benötigt ein Journalist zudem Sach-, Organisations- und Moderationskompetenz. Unter Sachkompetenz versteht man die Kenntnis über grund­sätzliche gesellschaftliche Sachverhalte. Ein Journalist muss demnach die Strukturen der Politik, der Wirtschaft, Gesellschaft und der Institutionen im Nahbereich kennen. Die Organisationskompetenz umfasst das Wissen über Abläufe und Vorgänge in der Redaktionsorganisation sowie die Kenntnis über die ökonomischen und publizistischen Ziele des jeweiligen Verlags. Für die Steuerung der neuen Formen von Kommunikation mit Lesern benötigen die Journalisten zusätzlich Moderationskompetenz.[140]

Der Artikel 5 im Grundgesetz beinhaltet das Recht zur freien Meinungsäußerung und somit das Recht zur Ausübung des journalistischen Berufes. Aus dem Artikel ergeben sich viele Verpflichtungen, die den Journalisten enorme berufliche und auch persönli­che Qualifikationen abverlangen. Ein Journalist sollte daher über soziales und gesell­schaftspolitisches Verantwortungsbewusstsein verfügen, logisch und analytisch denken können, fähig und sicher im sprachlichen Ausdruck sein, Einfühlungsvermögen besitzen und kreativ sein. Desweiteren muss der Journalist kontaktfähig und bereit sein, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten sowie konflikt- und kritikfähig sein.[141] Weitere Eigenschaften, die dem Journalistenberuf zugeteilt werden, sind: Ar­beitsdisziplin, Belastbarkeit, Selbstvertrauen, Begabung und Charakter, d.h. der Hang zu Neugier, Streitlust, Rückgrat und Misstrauen.[142]

Der Muster-Ausbildungsplan des Deutschen Journalisten Verbandes (DJV) sieht für Volontäre in Tageszeitungsverlagen vor, dass sich die Volontäre in den Lokalredaktio­nen vorerst nicht auf ein Gebiet spezialisieren, sondern eine Einarbeitung in alle Bere¡- che stattfindet: in die Gemeindeordnung, Haushaltsberichterstattung, Struktur und Geschichte der Stadt, in das kommunale Wahlrecht, Polizei und Gericht, kommunale Entscheidungsprozesse, Parteien, Bürgerinitiativen, gesellschaftlich relevante Gruppen und in die kommunale Kultur.[143] Die folgende Abbildung (vgl. Abb.1) zeigt das Umfeld einer Lokalredaktion und bestätigt bzw. ergänzt das genannte Themenspektrum eines Lokalredakteurs. Journalisten gehören häufig zu den sogenannten ‚Honoratioren‘ einer Gemeinde und zählen zu den bekannteren Persönlichkeiten eines Ortes.[144]

[...]


[1] Bezeichnung wird im Folgenden als generisches Maskulinum verwendet

[2] vgl. Mittmeyer (2011, s. 6)

[3] vgl. Pöttker (2013, s. 12)

[4] vgl. Mittmeyer (2011, s. 6)

[5] Bezeichnung wird im Folgenden als generisches Maskulinum verwendet

[6] vgl. Pöttker(2013, s. 11)

[7] vgl. Mittmeyer (2011, s. 6)

[8] vgl. Möhring (2013, s. 63)

[9] vgl. Weichert (2013)

[10] vgl. Möhring (2001) zit. nach Kretzschmar et al. (2009, s. 32)

[11] vgl. Oehmichen & Schröter (2011, s. 182)

[12] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 18)

[13] vgl. Schneider & Raue (2012, s. 123)

[14] vgl. Raabe (2013b, s. 190)

[15] Raabe (2013b, s. 190)

[16] vgl. Raabe (2013b, s. 190)

[17] Herrmann (1993, S.10); Kretzschmar et al. (2009, s. 71-75) zit. nach Möhring (2013, s. 67)

[18] vgl. ebd.

[19] Raabe (2013a, s. 189)

[20] vgl. Deutscher Journalisten-Verband (2009, s. 3)

[21] vgl. Schneider & Raue (2012, s. 335)

[22] vgl. Altmeppen (2013, s. 386)

[23] vgl. Blöbaum (2013, s. 291)

[24] vgl. Raabe (2013c, s. 335 f.)

[25] vgl. Abb. BDZV & Schütz zit. nach Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.v. (2013, s. 378)

[26] Kretzschmar, Möhring &Timmermann (2009, s. 138)

[27] vgl. Raabe (2013c, S. 336)

[28] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 30)

[29] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 20)

[30] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 21)

[31] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 30 f.)

[32] vgl. Raabe (2013a, s. 189)

[33] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 33)

[34] Welker & Ernst (2012, s. 67)

[35] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 33)

[36] vgl. Meier (2002) zit. nach Möhring (2013, s. 66)

[37] vgl. Ronneberger (1980); Trebbe (1996) zit. nach Kretzschmar et al. (2009, s. 30)

[38] vgl. Oehmichen & Schröter (2011, s. 182)

[39] vgl. Ronneberger (1980); Trebbe (1996) zit. nach Kretzschmar et al. (2009, s. 30)

[40] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 13)

[41] vgl. Ronneberger (1980); Trebbe (1996) zit. nach Kretzschmar et al. (2009, s. 30)

[42] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 14)

[43] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 13)

[44] vgl. Groeßmann (2011)

[45] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 30)

[46] vgl. Altmeppen (2013, s. 386)

[47] vgl. Mittmeyer (2011, s. 7)

[48] vgl. Keller & Eggert (2013, s. 56)

[49] vgl. Mittmeyer (2011, s. 6 f.)

[50] vgl. Röper(2010, s. 218)

[51] vgl. Abb. BDZV & Schütz zit. nach Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.v. (2013, s. 378)

[52] Keller & Eggert (2013, s. 74 f.)

[53] vgl. Abb. Media Analyse 2013, BDZV & ZMG zit. nach Staschöfsky (2013, s. 107)

[54] vgl. Staschöfsky (2013, s. 108 ff.)

[55] vgl. Staschöfsky (2013, s. 100)

[56] vgl. Staschöfsky (2013, s. 108)

[57] vgl. Staschöfsky (2013, s. 109 f.)

[58] vgl. Röper(2012, s. 271)

[59] vgl. Keller & Eggert (2013, s. 56)

[60] vgl. Pöttker (2013, s. 10 f.)

[61] vgl. Keller & Eggert (2013, s. 56)

[62] vgl. Röper (2010, s. 218)

[63] vgl. Keller & Eggert (2013, s. 56)

[64] vgl. Mittmeyer (2011, s. 6 f.)

[65] vgl. Röper(2010, s. 219)

[66] vgl. Röper(2012, s. 269)

[67] vgl. Jonscher (1989, s. 8) zit. nach Handstein (2010, s. 149)

[68] vgl. Jonscher (1995, s. 86) zit. nach Handstein (2010, s. 149)

[69] vgl. Handstein (2010, s. 149)

[70] vgl. Jonscher (1995, s. 88 f.) zit. nach Handstein (2010, s. 150)

[71] vgl. Jonscher (1995 s. 90) zit. nach Handstein (2010, s. 150)

[72] vgl. Jonscher (1995, s. 91) zit. nach Handstein (2010, s. 150 f.)

[73] vgl. Jonscher (1995, S.94) zit. nach Handstein (2010, s. 152)

[74] vgl. Turnheim (2007, S. 56)

[75] vgl. Kretzschmar et al. (2009, S. 29)

[76] vgl. Turnheim (2007, S. 56)

[77] vgl. Kretzschmar et al. (2009, S. 29)

[78] vgl. Meier (2002, S. 124) zit. nach Handstein (2010, S. 152)

[79] vgl. Jonscher (1995, S. 94 f.) zit. nach Handstein (2010, S. 153)

[80] vgl. Jonscher (1995, S. 98) zit. nach Handstein (2010, S. 154)

[81] vgl. Liedtke (1982, S. 19) zit. nach Handstein (2010, S. 154)

[82] vgl. Stöber (2000, s. 192) zit. nach Handstein (2010, s. 154)

[83] vgl. Koszyk (1972, s. 367 ff.) zit. nach Handstein (2010, s. 156)

[84] vgl. Günsche (1970, 86 ff.) zit. nach Handstein (2010, s. 156)

[85] vgl. Jonscher (1995, s. 99) zit. nach Handstein (2010, s. 156)

[86] vgl. Jonscher (1995, s. 107 f.) zit. nach Handstein (2010, s. 157)

[87] vgl. Jonscher (1995, s. 108) zit. nach Handstein (2010, s. 157 f.)

[88] vgl. Bitter (1951, s. 110) zit. nach Handstein (2010, s. 158)

[89] vgl. Altendorfer (2001, s. 96 f.) zit. nach Handstein (2010, s. 159)

[90] vgl. Altendorfer (2001, s. 115) zit. nach Handstein (2010, s. 159)

[91] vgl. Meier (2007, s. 15 f.) zit. nach Mittmeyer (2011, s. 10 f.)

[92] vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (2011)

[93] Bissinger (2010, s. 40)

[94] vgl. Meier (2007, s. 15 f.) zit. nach Mittmeyer (2011, s. 10 f.)

[95] vgl. Ronneberger (1964:1971) zit. nach Kretzschmar et al. (2009, s. 31 f.)

[96] vgl. Wolf (1979, s. 27) zit. nach Mittmeyer (2011, s. 11)

[97] vgl. Möhring (2001) zit. nach Kretzschmar et al. (2009, s. 32)

[98] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 32)

[99] Schneider & Raue (2012, s. 316)

[100] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 31)

[101] Oehmichen & Schröter (2011, s. 183)

[102] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 31)

[103] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 5)

[104] vgl. Müller(2013)

[105] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 10)

[106] vgl. Oehmichen & Schroter (2011, s. 184)

[107] vgl. Abb. Link Institut/Horizont 30/2012 zit. nach
Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.v. (2013, s. 402)

[108] vgl. Möhring (2013, s. 63)

[109] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 13)

[110] vgl. Möhring (2013, s. 63)

[111] vgl. Kretschmar et al (2009, s. 54); Jonscher (1991, s. 261 f.) zit. nach Mittmeyer (2011, s. 32 f.)

[112] vgl. Mittmeyer (2011, s. 6)

[113] vgl. Kretschmar et al (2009, s. 54) zit. nach Mittmeyer (2011, s. 32 f.)

[114] Welker & Ernst (2012, s. 94)

[115] vgl. Kretschmar et al (2009, s. 54); Jonscher (1991, s. 261 f.) zit. nach
Mittmeyer (2011, s. 32 f.)

[116] Schneider & Raue (2012, s. 91)

[117] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 40)

[118] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 37)

[119] Welker & Ernst (2๐12, s. 19 f.)

[120] vgl. Kretschmar et al (2009, s. 54); Jonscher (1991, s. 261 f.) zit. nach Mittmeyer (2011, s. 32 f.)

[121] vgl. Mittmeyer (2011, s. 16)

[122] vgl. Weichert (2013)

[123] Schneider & Raue (2012, s. 281)

[124] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 5)

[125] Welker & Ernst (2012, s. 5)

[126] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 91)

[127] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 91)

[128] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 13)

[129] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 6)

[130] vgl. Weichert (2013)

[131] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 13)

[132] vgl. Schneider & Raue (2012, s. 335)

[133] vgl. Bunjes (2008) zit. nach Puls (2013, s. 27)

[134] vgl. Weich 1er (2005, s. 70) zit. nach Puls (2013, s. 27)

[135] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 9)

[136] vgl. Kretzschmar et al. (2009, s. 141)

[137] vgl. Deutscher Journalisten-Verband (DJV) (Hg.) (2009, s. 4)

[138] vgl. Meier(2010, s. 194)

[139] vgl. Deutscher Journalisten-Verband (DJV) (Hg.) (2009, s. 4)

[140] vgl. Welker & Ernst (2012, s. 18)

[141] vgl. Deutscher Journalisten-Verband (DJV) (Hg.) (2009, s. 4)

[142] vgl. Schneider & Raue (2012, s. 15 ff.)

[142] vgl. DJV-AG Bildung und Qualität (2008) zit. nach Welker & Ernst (2012, S. 39)

[144] vgl. Welker & Ernst (2012, S. 97)

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Titel: Neue Herausforderungen an Lokalredaktionen von Tageszeitungsverlagen