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Instrumentelle Analytik zur Bestimmung von Spurenelementen in Wein

Seminararbeit 2004 39 Seiten

Chemie - Lebensmittelchemie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

2 Charakterisierung des Weins
2.1 Geschichtlicher Hintergrund im heutigen Deutschland
2.2 Inhaltsstoffe des Weins
2.3 Weinherstellung

3 Grundlagen der Spurenanalyse
3.1 Ablauf der Spurenanalyse
3.2 Probleme der Analyse von Spurenelementen und deren Vermeidung
3.3 Bedeutung der Spurenelemente hinsichtlich ihrer näheren Analyse

4 Verfahren der instrumentellen Analytik zur Bestimmung von Spurenelementen
4.1 Optische Spektroskopie
4.1.1 Grundlagen
4.1.2 Atomabsorptionsspektrometrie
4.2 Röntgenfluoreszenzspektrometrie als Methode der Röntgenspektrometrie
4.3 Induktiv gekoppelte Plasmaverfahren der Atomemissionsspektrometrie und Massenspektrometrie
4.4 Voltammetrie als elektrochemisches Verfahren
4.5 Vergleich der beschriebenen Verfahren

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Spuren- und Ultraspurenelemente[1] haben trotz ihrer geringen Gehalte eine wesentliche Bedeutung für den Menschen. Gerade die essentiellen und toxischen Eigenschaften dieser Elemente machen es erforderlich nicht nur Kenntnisse über deren Funktion im menschlichen Körper zu gewinnen, sondern auch über deren Zufuhr. Die Möglichkeiten der Zufuhr von Spurenelementen reichen von Nahrungsmitteln, der Luft, dem Boden, über sämtliche Umwelteinflüsse, denen der Mensch ausgesetzt ist, bis hin zu alkoholischen Getränken. Weiterhin geben Spurenelemente Auskunft über die Art von Kontaminationen des Weins und über dessen Herkunft. Angesichts der vielfältigen Bedeutung dieser Elemente ist deren exakte und verlässliche Bestimmung mit leistungsfähigen Methoden unerlässlich. Zum thematischen Einstieg beginnt diese Arbeit mit einer Charakterisierung des Weins hinsichtlich seiner geschichtlichen Bedeutung in Deutschland, seiner Inhaltsstoffe und seiner Herstellung. Das nächste Kapitel macht den Leser mit den Grundlagen der Spurenanalyse, bezogen auf deren Ablauf, den damit verbunden Problemen und ihrer Vermeidung, vertraut. Nach der Darstellung der Bedeutung der Spurenelemente hinsichtlich ihrer näheren Analyse werden im Hauptteil die wichtigsten Verfahren zur Spurenelementbestimmung in Wein aufgezeigt, erläutert und abschießend anhand verschiedener Kriterien wie Kosten, Nachweisgrenzen und Verbreitung verglichen.

2 Charakterisierung des Weins

2.1 Geschichtlicher Hintergrund im heutigen Deutschland

Als Wein werden alkoholische Getränke bezeichnet, die durch Gärung von Früchten hergestellt werden. Im engeren Sinne werden Getränke als Wein bezeichnet, wenn sie aus Trauben der Weinrebe entstehen. Im weiteren Sinne umfasst der Begriff Wein auch Obstweine, wie z.B. Apfelwein, verstärkte Weine, denen beispielsweise der Portwein zugeordnet wird, und Schaumweine, die z.B. den Champagner umfassen.[2] Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird nur Bezug auf Weine im engeren Sinne genommen.

Von der linken Rheinseite ausgehend entwickelte sich im heutigen Deutschland der Weinbau unterstützt durch den römischen Kaiser Marcus Aurelius Probus in seiner Amtszeit[3] von 276-282 nach Christus. Im neunten Jahrhundert verbreitete sich der Weinbau auch im Rheingau und in Mitteldeutschland, wo vor allem Meißen, Merseburg und Magdeburg große Bedeutung erlangten.[4] Die größte Ausdehnung erreichte der Weinbau um das Jahr 1600, als die Rebfläche um das Vierfache größer war als heute und der Pro-Kopf-Verbrauch an Wein bei ca. 200 L pro Jahr lag, während er heute bei ca. 26 L pro Jahr liegt. Danach sank die Bedeutung des Weins, als der Bierpreis unter den Weinpreis fiel, Weinimporte mit lokalen Weinen konkurrierten, Weine stärker mit Zöllen belastet wurden und die Weinkenntnisse durch den dreißigjährigen Krieg verfielen.[5] Der Wein etablierte sich danach nur noch in den eigentlichen Weinbauregionen, so dass heute in Deutschland etwa 98 % des Weinbaus in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern erfolgen.[6]

2.2 Inhaltsstoffe des Weins

Wein besteht hauptsächlich zu 80-90 Vol% (Volumenprozent) aus Wasser und zu ca. 8-20 Vol% aus Ethanol, das das Volumen und das Aroma eines Weins beeinflusst.[7] Außer Ethanol können das dem Wein Volumen und Fülle verleihende Glycerin mit 2-10 g/L (Gramm pro Liter) und höhere Alkohole nachgewiesen werden, die auch als Fuselöle bezeichnet werden. Ihr Gehalt beträgt 0,1-0,4 g/L und sie sind zusammen mit den Aromastoffen des Weins sehr wichtige geruchs- und geschmacksbildende Verbindungen.[8] Des Weiteren enthält der Wein ca. 0,1 g/L Methanol, wobei dessen geschmacks- und geruchsbildender Beitrag bisher nicht geklärt ist.[9] Wein enthält in Abhängigkeit der Art seiner Herstellung und vom natürlichen Zuckergehalt der Traube zwischen 2-75 g/L Fructose, Glucose und Saccharose. Weiterhin können größere Anteile an Weinsäure (0,5-4 g/L), Apfelsäure (0-6 g/L) und Milchsäure (0,8-3,3 g/L) nachgewiesen werden, die gerade für Rotweine charakteristisch ist.[10] Des Weiteren sind als organische Nebenbestandteile verschiedene Ester, Farbstoffe, Gerbstoffe und Terpene als Geschmacks- und Geruchsbildner des Weines aufzuführen.[11]

Neben den oben erläuterten organischen Bestandteilen enthält der Wein über 50 anorganische Inhaltsstoffe[12] deren Anteil bei etwa 0,2 % liegt.[13] Eschnauer definiert die Mineralstoffe, Spuren- und Ultraspurenelemente in Abhängigkeit ihrer Konzentration. Demnach handelt es sich um Mineralstoffe im Bereich von etwa 1000-10 mg/L, um Spurenelemente von ca. 10-0,01mg/L und um Ultraspurenelemente bei Gehalten um oder kleiner als 0,001 mg/L.[14] Bisher konnten acht Mineralstoffe mit einem Gehalt von ca. 5 g, 25 Spurenelemente zu maximal 50 mg und 20 Ultra-Spurenelemente zu 50 mg in Wein nachgewiesen werden.[15]

Der Gesamtgehalt der Spuren- und Ultraspurenelemente setzt sich aus dem primären und sekundären Gehalt zusammen.[16] Die natürlich im Wein vorhandenen Spuren- und Ultraspurenelemente, die von der Rebe aus dem Boden aufgenommen werden, über die Traube in den Most und letztlich in den Wein gelangen, zählen zum primären Gehalt.[17] Der sekundäre Gehalt entsteht durch geogene oder anthropogene Verunreinigungen. Geogene Verunreinigungen sind schwer zu vermeiden und abhängig von der geographischen Lage des Weinanbaugebiets. Liegt dieses beispielsweise an einem Vulkan, so enthalten jene Weine minimal aber feststellbar erhöhte Sekundärgehalte an Arsen, Bor, Eisen, Mangan, Quecksilber oder Zink, die weniger über die Wurzel, als über die Trauben aufgenommen werden. Anthropogene Verunreinigungen werden verursacht durch Industrieemissionen, önologische Kontamination und Fälschungsmittelzusatz, die alle, im Gegensatz zu geogenen Verunreinigungen, vermeidbar bzw. beeinflussbar sind. So enthalten Weine von Weinbergen in der Nähe von Fabriken erhöhte Sekundärgehalte an Arsen, Quecksilber, Bor, Cadmium, Blei und Thallium. Önologische Kontamination wird verursacht durch Einflüsse aus dem Weinbau, wie z.B. Schädlingsbekämpfung und der Kellerwirtschaft, wie beispielsweise der Weinlagerung. Allerdings ist der Grad der önologischen Kontamination hinsichtlich der Erhöhung der Sekundärgehalte äußerst gering, sofern er überhaupt vorhanden ist. Ein wesentlich höherer Einfluss auf die Sekundärgehalte ist durch Zugabe von Fälschungsmitteln festzustellen. So kann eine Verbesserung des Geschmacks, des Geruchs oder der Konservierung des Weins durch die verbotene Zugabe von Aluminium, Blei, Brom, Barium, Fluor, Bor, Mangan, Strontium oder Wismut erreicht werden.[18]

2.3 Weinherstellung

Nach der Traubenernte werden die Trauben zur Maische gequetscht und gemahlen.[19] Bei der Rotweinherstellung erfolgt die Vergärung der Maische bei etwa 25°C, um den in der Beerenhaut roter Trauben enthaltenen roten Farbstoff durch den entstehenden Alkohol zu lösen. Feste Rückstände, wie Fruchtfleisch, Beerenhäute, Samen oder Stiele, die so genannten Trester, werden im Vergleich zum Weißwein erst nach der Gärung abgepresst, d.h. von den flüssigen Bestandteilen getrennt.[20] Weiterhin erfährt der Rotwein durch die Maischevergärung seinen für ihn typischen im Vergleich zum Weißwein höheren Gerbstoffgehalt, der ihm seinen herben Geschmack verleiht. Kennzeichen der Weißweinherstellung ist das direkte Pressen der Maische und der Vergärung des dadurch entstandenen Traubenmostes.[21] Die nach Filterung und Klärung[22] des Mostes anschließende Vergärung des Mostes ist geprägt durch den Umsatz des enthaltenen Zuckers mit alkoholtoleranter Weinhefe zu etwa 90 % in Alkohol, Kohlendioxid und Energie.[23] Der Rest des Zuckers wird in Nebenreaktionen beispielsweise zu Glycerin oder Aromastoffen umgesetzt. Da Weinhefe mit anderen Hefen in den Traubenschalen vorhanden ist, entsteht bereits ohne Hefezugabe eine „natürliche“ Gärung, bei der, außer der Weinhefe, alle anderen Hefen durch den steigenden Alkoholgehalt absterben. Da sich unter Umständen auch andere, so genannte Wildhefen, statt der Weinhefe durchsetzen können oder der Geschmack durch Wildhefen unkontrolliert negativ beeinflusst werden kann, werden Reinzuchthefen benutzt, deren Eigenschaften[24] genau bekannt sind. Reinzuchthefe wird zum Most hinzu gegeben, so dass sie in größerer Menge als alle anderen Mikroorganismen vorhanden ist und sich dadurch automatisch durchsetzt. Kurz vor Ende der alkoholischen Gärung setzt die Milchsäuregärung ein, bei der Milchsäurebakterien die Apfelsäure in Milchsäure umwandeln. Diese kann vom Kellermeister durch vorherige Trennung des aus der Vergärung des Mosts entstandenen Weines von den Mikroorganismen verhindert werden. In der Regel wird so bei deutschen Weißweinen verfahren, während bei Rotweinen die Milchsäuregärung erwünscht ist.[25] Nach der Gärung beginnt die Weinentwicklung in Form verschiedener mikrobiologischer, enzymatischer und chemischer Prozesse, deren zeitlicher Ablauf von der Rebsorte abhängt. Das Hauptziel dieser kellertechnischen Maßnahmen ist die Stabilisierung des Weins durch geringst möglichen Eingriff in dessen natürliche Entwicklung. Danach wird der Wein zur weiteren Geschmacks- und Geruchsverbesserung in Fässern gelagert und anschließend in Flaschen abgefüllt.[26]

3. Grundlagen der Spurenanalyse

3.1 Ablauf der Spurenanalyse

Zu Beginn der Analyse von Spurenelementen steht die Problemdefinition. Es muss geklärt werden, welche Mess- und Wiederholgenauigkeit, die den Aufwand an Zeit und Sorgfalt der Analyse beeinflusst, notwendig ist. Um die erforderliche Empfindlichkeit der Analysenmethode beurteilen zu können, muss geklärt werden, wie viel Probenmaterial verfügbar ist und welcher Konzentrationsbereich des Analyten[27] erwartet wird. Zur Verbesserung der Analysenergebnisse muss geklärt werden, welche Probenzusammensetzungen Messstörungen hervorrufen können. Weiterhin müssen die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Probenmatrix[28] untersucht werden. So eignen sich bestimmte Analysenmethoden eher für feste, andere wiederum für flüssige oder gasförmige Proben. Abschließend muss die Anzahl der Probenanalysen bestimmt werden, um Aussagen über die Wirtschaftlichkeit[29] eines Analysenverfahrens machen zu können.[30] Die an die Problemdefinition folgende Analysenplanung handelt von der Planung der Analysendurchführung und der Auswahl des Analysenverfahrens auf Basis des zuvor definierten Problems, dessen Dringlichkeit, der Laborausrüstung und der Erfahrung des Laborpersonals. Weiterhin geht es um die organisatorische und zeitliche Gestaltung der Analyse.[31] In der an die Analysenplanung anschließenden Probenahme erfolgt die Entnahme einer Probe aus dem zu untersuchenden Objekt. Dabei ist es äußerst wichtig die Repräsentativität der Probe zum zu analysierenden Objekt herzustellen.[32] Da Weinproben aus Flaschen oder anderen Lagerbehältern entnommen werden, unterliegt die Situation der Probenahme keinen Veränderungen, was beispielsweise bei Flusswasserproben der Fall ist. Nach der Probenahme kann die Probe für spätere Analysen gelagert oder sofort für die Analyse vorbereitet werden. Die Probenvorbereitung umfasst die Arbeitsvorgänge, die unmittelbar vor der Bestimmung des Analyten durchgeführt werden. So kann in Abhängigkeit des gewählten Analysenverfahrens ein Aufschluss erforderlich sein.[33] Dies ist darin begründet, dass die im Wein enthaltenen organischen Bestandteile die Bestimmung der Spurenelemente stören können.[34] Der Aufschluss hat die Funktion, die zu untersuchenden Elemente vollständig in Lösung zu bringen. Die Lebensmittelanalytik spricht auch von Veraschung und Mineralisierung, d.h. dass organische Matrixbestandteile[35] vom Analyt getrennt und zerstört werden. Dabei ist es zur genauen Bestimmung des Analyten überaus wichtig, dass die organischen Matrixbestandteile vollständig zerstört, und der Gehalt des Analyten unverändert bleibt.[36] Um im Rahmen der Probenvorbereitung die Grundlage für ein verbessertes Nachweisvermögen zu legen, empfiehlt es sich den Analytgehalt möglichst wenig zu verdünnen[37]. Falls erforderlich kann der Analyt durch Trennungsverfahren[38] in der Messlösung angereichert werden, indem zunächst die Spurenelemente von den in der Probe befindlichen Hauptbestandteilen getrennt und danach die Spurenelemente an sich weiter aufgetrennt werden.[39] Nun folgt die analytische Bestimmung unter Einsatz des in der Analysenplanung vorgesehenen Analysenverfahrens. Der Qualitätssicherung der Bestimmung dient die Analyse der Probe mit einem unabhängigen alternativen Bestimmungsverfahren oder die Verwendung von Referenzproben, d.h. Proben deren Eigenschaften sehr genau bekannt sind und ggf. mit mehreren unabhängigen, anerkannten Verfahren ermittelt, dokumentiert und garantiert sind – so genannte zertifizierte Referenzproben. Ebenso bietet sich der Vergleich der Analysen mit anderen Laboratorien an.[40] Im letzten Schritt der Auswertung und Beurteilung der Analysendaten sind diese für die Beurteilung so mit Informationen, z.B. mit dem Fehlerbereich des Analysenverfahrens, zu untermauern, dass Fehlinterpretationen bei der Beurteilung der Daten, z.B. hinsichtlich ihrer medizinischen Bedeutung, die nicht immer durch den für die Analyse Verantwortlichen gemacht wird, vermieden werden.[41]

3.2 Probleme der Analyse von Spurenelementen und deren Vermeidung

Da die Darstellung spezieller Probleme bestimmter Techniken, Elemente und Verfahren den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, beschränkt sich die folgende Erläuterung auf die allgemeinen Probleme der Spurenanalyse und deren Vermeidung. Während der Analyse kommt die Probe mit verschiedenen Materialien in Berührung, wodurch fortwährend die Gefahr besteht, dass Elemente und Verbindungen in die Probe gelangen und ihren wahren Gehalt verfälschen. Die häufigsten, im Folgenden dargestellten, Fehlermöglichkeiten liegen in der Probenvorbereitung sowie Probenlagerung und gewinnen, je niedriger die Nachweisgrenzen der Bestimmungsmethoden werden, immer mehr an Bedeutung.[42]

Die Probenahme ist bei Wein relativ unproblematisch, da die Repräsentativität zum zu beprobenden Wein leicht herzustellen ist und Wein in Form einer homogenen[43] Flüssigkeit vorliegt.[44] Wesentliche Schwierigkeiten der Spurenanalyse stellen ungewollte Verflüchtigung, Adsorption und Desorption dar. Verflüchtigung tritt nicht nur bei höheren Temperaturen ein, sondern durchaus auch bei Zimmertemperatur. Während sich zwar nur Quecksilber bei Zimmertemperatur als Element verflüchtigen kann, können z.B. beim Aufschluss auch leicht flüchtige Verbindungen[45] entstehen. Zur Vermeidung bietet sich das Arbeiten bei möglichst geringer Temperatur und mit geschlossenen Gefäßen an.[46] Weiterhin muss beim Arbeiten unter hohen Temperaturen, was oft bei Aufschlüssen der Fall ist, beachtet werden, dass Verluste durch Schäumen und Verspritzen beim Kochen und Eindampfen von Lösungen entstehen. Das durch Siedeverzüge entstehende Verspritzen kann beispielsweise durch Rühren oder Siedesteine verhindert werden.[47] Adsorption und Desorption treten immer auf, wenn eine Lösung in einem Gefäß aufbewahrt wird. Adsorption bedeutet, dass sich Ionen aus der Lösung an der Gefäßwand ablagern und somit nicht analysiert werden können. Dementsprechend umschreibt Desorption das Eingehen von Ionen aus der Gefäßwand in die Lösung. Adsorption und Desorption müssen vor allem bei der Probenlagerung aufgrund der längeren Kontaktdauer der Lösung mit dem Lagergefäß beachtet werden. Zur Verringerung der Adsorptionsverluste bieten sich Quarzbehälter, das Arbeiten mit kleinen Gefäßen, hohen Elementkonzentrationen und geringen Aufbewahrungszeiten an. Um Verunreinigungen durch die verwendeten Gefäße zu vermeiden, sollten diese ein gutes Desorptionsverhalten und eine hohe Reinheit aufweisen. So ist Quarz meist[48] gut geeignet, wenn z.B. Säuren die Gefäßoberfläche angreifen könnten. Weiterhin sind die Gefäße gründlich zu reinigen, um Schmutz und Staub zu entfernen. Die Reinheit spielt auch bei den verwendeten Reagenzien eine große Rolle, da sonst der ursprüngliche Probengehalt verändert werden kann. Die Verbesserung der Reinheit verschiedener Säuren, wie Salzsäure, Schwefelsäure oder Salpetersäure, kann durch Destillation unter dem Siedepunkt erzielt werden. Auch hinsichtlich der Reinheit der Reagenzien gilt, dass die Gefäße sehr gründlich gereinigt sein müssen, um keine Elemente von außen einzubringen. Ebenso ist die Aufbewahrungszeit möglichst kurz zu halten. Weiterhin muss das Umfeld einer Analyse betrachtet werden. Im Labor können Berührungen von Proben und Geräten zu Kontaminationen führen. Die Luft des Labors darf hierbei nicht vernachlässigt werden. Der durch sie mitgeführte Staub enthält beispielsweise alle in der Erdkruste vorhandenen Elemente, verschiedene Farben, Lacke und Verbindungen des Mobiliars und Elemente bereits durchgeführter Arbeiten im Labor. Daher müssen spezielle Filter verwendet werden, um die Luft des Arbeitsbereiches zu reinigen. Zusätzlich wird durch Aufbau eines Luftstroms über dem Arbeitsbereich das Eindringen von Luft außerhalb des Arbeitsbereiches verhindert.[49]

[...]


[1] Im Folgenden schließt, zur Vereinfachung, der Begriff „Spurenelemente“ auch „Ultraspurenelemente“ mit ein. Werden nur Ultraspurenelemente gemeint, so erfolgt deren explizite Nennung.

[2] Vgl. Wikipedia Foundation Inc. (Hrsg.) (2004).

[3] Vgl. Lichtenberger, P. (2004).

[4] Vgl. Blaich, R.(2004a).

[5] Vgl. Flitsch, W. (1999), S. 15 sowie Sollner, G. (2001), S. 326.

[6] Vgl. Blaich, R.(2004a).

[7] Vgl. Zoecklein, B. W. et al. (1995), S. 4 sowie WDR (Hrsg.) (2004), S. 11.

[8] Vgl. Blaich, R. (2004b), WDR (Hrsg.) (2004), S. 11 sowie Henze, G./Bauer, K.-H. (2004), S. 47.

[9] Vgl. Blaich, R. (2004b) sowie Zoecklein, B. W. et al. (1995), S. 107 f.

[10] Vgl. WDR (Hrsg.) (2004), S. 11.

[11] Vgl. Henze, G./Bauer, K.-H. (2004), S. 47.

[12] Ein Überblick ist als Anlage 1 dargestellt.

[13] Vgl. Henze, G./Bauer, K.-H. (2004), S. 47.

[14] Die Bereichsangaben stellen ungefähre Werte dar, wodurch Bereichsüberschneidungen möglich sind!

[15] Vgl. Eschnauer, H. (1986), S. 282 f.

[16] Vgl. Anlage 2.

[17] Vgl. Eschnauer, H. (1974), S. 193.

[18] Vgl. Eschnauer, H. R. (1998), S. 299 sowie Eschnauer, H./Neeb, R. (1988), S. 67 f.

[19] Vgl. Wikipedia Foundation Inc. (Hrsg.) (2004).

[20] Vgl. Meier, B. (2004).

[21] Vgl. Wikipedia Foundation Inc. (Hrsg.) (2004).

[22] Als Klärung wird das Absetzten der Trübstoffe verstanden.

[23] C6H12O6 ® 2 C2H5OH + 2 CO2 + Energie

[24] Z.B Gärgeschwindigkeit, Alkoholausbeute, geringe Bildung unerwünschter Nebenprodukte.

[25] Vgl. WDR (Hrsg.) (2004), S. 13 ff.

[26] Vgl. Flitsch, W. (1999), S. 107 ff.

[27] Unter Analyt wird die zu bestimmende Substanz verstanden.

[28] Unter Matrix bzw. Probenmatrix wird die Summe der Probenbestandteile verstanden.

[29] Z.B. sollte bei sehr hoher Probenzahl eine wenig personalintensive Analysenmethode gewählt werden.

[30] Vgl. Skoog, D. A./Leary, J. J. (1996), S. 5.

[31] Vgl. Stoeppler, M./Wolfgang, H. (1984), S. 49 f.

[32] Vgl. Plenio, H. (2004), S. 1.

[33] Hierauf wird in Kapitel 4 noch einmal Bezug genommen.

[34] Vgl. Welz, B./Sperling, M. (1997), S. 242 ff.

[35] Für Beispiele organischer Bestandteile in Wein sei der Leser auf Kapitel 2.2 verwiesen.

[36] Vgl. Rach, P./Seiler, H. (1985), S.11 f. sowie Schneider, R. (1987), S. 5.

[37] Z.B. mit Aufschlusssäuren, während des Aufschlusses.

[38] Der interessierte Leser sei für weitere Informationen auf Eschnauer, H. (1974), S. 7 ff. verwiesen.

[39] Vgl. Eschnauer, H. (1974), S. 7 sowie Welz, B./Sperling, M. (1997), S. 285 f.

[40] Vgl. Stoeppler, M./Wolfgang, H. (1984), S. 47 sowie Welz, B./Sperling, M. (1997), S. 250.

[41] Vgl. Stoeppler, M./Wolfgang, H. (1984), S. 95 f.

[42] Vgl. Stoeppler, M./Wolfgang, H. (1984), S. 46.

[43] Ausnahmen würden z.B. Trübungen darstellen, die aber bei sorgsamer Weinherstellung nicht auftreten.

[44] Vgl. Eschnauer, H. (1974), S. 5.

[45] Z.B. bilden Cadmium, Zink und Blei flüchtige Verbindungen.

[46] Vgl. Tschöpel, P. (1994), S. 114 sowie Wolf, G. (1987), S. 551.

[47] Vgl. Bock (1972), S. 22 sowie Eschnauer, H. (1974), S. 5.

[48] Wird z.B. Flusssäure verwendet, bietet sich Teflon an.

[49] Vgl. Wolf, G. (1987), S. 550 ff.

Details

Seiten
39
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638415682
ISBN (Buch)
9783656061243
Dateigröße
889 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v43872
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Institut für Physikalische und Chemische Technologie
Note
1,3
Schlagworte
Instrumentelle Analytik Bestimmung Spurenelementen Weinherstellung Inhaltsstoffe Wein Spurenanalyse Optische Spektroskopie Röntgenspektrometrie Röntgenfluoreszenzspektrometrie IInduktiv gekoppelte Plasmaverfahren Atomemissionsspektrometrie Massenspektrometrie Voltammetrie

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