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Die Blockchain-Technologie. Ein Überblick über die Funktionsweise

Seminararbeit 2018 29 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Grundlagen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Geschichtlicher Hintergrund
2.3 Charakteristika
2.3.1 Dezentralität
2.3.2 Unveränderlichkeit
2.3.3 Transparenz

3 Funktionsweise
3.1 Aufbau des Protokolls
3.2 Hashwerte und Hashfunktionen
3.3 Difficulty
3.4 Merkle-Tree
3.5 Ablauf von Transaktionen
3.6 Soft- und Hardfork
3.7 Ausprägungen
3.7.1 Public Blockchain
3.7.2 Private Blockchain
3.7.3 Consortium Blockchain
3.7.4 Sidechain
3.8 Konsens-Modelle
3.8.1 Proof of Work
3.8.2 Proof of Stake
3.8.3 Weitere Konsens-Modelle

4 Regulierung und Kontrolle

5 Tangle - Der Blockchain Killer?

6 Zusammenfassung und Ausblick

Abbildungsverzeichnis

1.1 Gesamtzahl aller-bitcoin-transaktionen-weltweit/ abgerufen am 05.05.2018

1.2 Blockchain-Technologie- Kenntnisstand in Deutschland 2016 Quelle: Statista, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/654948/umfrage/umfrage- zum-kenntnisstand-zur-blockchain-technologie-in-deutschland/ abgerufen am 05.05.2018 .

2.1 Peer to Peer -Netzwerk Quelle: TechDifference, https://techdifferences. com/difference-between-client-server-and- peer-to-peer-network.html, abgerufen am 11.05.2018

2.2 Verifizierung einer Transaktion Quelle: Voshgmir, Blockchains, Smart Contracts und das Dezentrale Web, S.9

3.1 Aufbau eines Blockchain Blockes Quelle: Pohlmann, Blockchain Technologien und ihr Potenzial ganze Branchen auf den Kopf zu stellen, s.9, Abgerufen am 09.05.18 von https://norbert-pohlmann.com/app/uploads/2017/10/335- Blockchain-Technologien-und-ihr-Potenzial-ganze-Branchen-auf-den-Kopf-zu-stellen-Prof- Norbert-Pohlmann.pdf

3.2 Tägliche Maximale Blockgröße, Quelle: tradeblock.com, Abgerufen am 09.05.2018 von https://research.tradeblock.eom/wp-content/uploads/2015/06/max- block- size.png,

3.3 Übertragung des Previous Hash in einen neuen Block, Quelle: Binns, https://bitcom.org/en/developer-guide, Abgerufen am 09.05.2018

3.4 Merkle-Tree Quelle: Pacia Chris, Bitcoin Mining Explained Like You’re Five: Part 2 - Mechanics, Abgerufen am 04.05.2018 unter https://bit.ly/2LlzrHh

3.5 Vergleich zwischen herkömmlicher und Blockchain-Transaktion Quelle: Roßbach Stefan, Blockchain in wenigen Worten erklärt, 2016, Abgerufen am 04.05.18 unter https ://bit. ly/2ICx0wx, S.4

3.6 Zusammenhang zwischen Blockchain und Sidechain Quelle: Bergmann, Blockstream: die Firma, die Altcoins unnötig machen möchte, Abgeru­fen am 09.05.18 von https://bitcoinblog.de/2015/08/13/blockstream-die-firma-die-altcoins- unnoetig-machen-moechte/

4.1 Elemente einer Regulatory Sandbox Quelle: The Jakarta Post, Regulators to play in ‘sandbox’ with infant fintech firms. Abge­rufen am 13.05.2018 auf http://www.thejakartapost.eom/news/2016/09/06/regulators-to- play-in-sandbox-with-infant-fintech-firms.html

5.1 Directed Acyclic Graphs mit niedriger (oben) und hoher (unten) Auslastung Quelle: Popov, The Tangle, 2017, STO abgerufen unter https //iotatoken.com/IOTA_Whitepaper.pdf .

Tabellenverzeichnis

3.1 Beispiele von Magic Number’s im Bitcoin Protokol, Quelle: Bitcoin Wiki, https://en.bitcoin.it/wiki/Protocol_documentation, abgerufen am 09.05.2018

3.2 Elemente einer Bitcoin-Transaktion

3.3 Gegenüberstellung von Soft- und Hardforkeigenschaften

3.4 Top 9 der größten Kryptowährungen nach Marktkapitalisierung mit Konsensverfahren . .

3.5 Vor- und Nachteile des Proof of Stake-Modells

1 Einleitung

Kaum ein Begriff dominiert in der heutigen Zeit die Wirtschaftsnachrichten so unabdingbar wie jener der Blockchain. Das mediale Interesse an der verteilten kryptographischen Datenbank, dessen grundle­gendes Konzept erstmals im Rahmen der virtuellen Währung Bitcoin beschrieben wurde, ist derart grof¿, dass bereits von einer ?Blockchain-Revolution“ gesprochen wird.1 Insbesondere der seit 2013 anerkannte Bitcoin2 hat sich im Kontext der Finanzkrise im Jahr 2008/2009 und des damit einhergehenden Vertrau­ensverlustes der Konsumenten in staatliche Institutionen als erfolgreiche virtuelle Währung etabliert.3 Bitcoin gehört seit 2009 zu den jüngsten Internet-Innovationen nach der Entwicklung des World Wide Web und gilt heuer als die bedeutsamste virtuelle Währung weltweit.4 Der wachsende Erfolg von Bitcoin wird zudem durch die Zahlen von Statista untermauert, dargestellt in Abbildung 1.1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.1: Gesamtzahl aller Bitcoin-Transaktionen weltweit von Januar 2016 bis April 2018

Quelle: Statista, https://de. statista, ???/statistik/'daten/'studie/315084/umfrage/gesamtzahl- aller-bitcoin-transaktionen-weltweit/, abgerufen am 05.05.2018

Aus der obigen Abbildung lässt sich eindeutig feststellen, dass sich die Anzahl der Bitcoin-Transaktionen in den letzten zwei Jahren nahezu verdreifacht hat. Der lineare Verlauf der Bitcoin-Transaktionen er­weckt insofern das Interesse der Unternehmen und gibt Aufschluss darüber, dass die in Bitcoin zugrunde liegende Technologie in einer Vielzahl von Branchen weit mehr Anwendungspotenzial hat, als Anfangs vermutet. Zur Nutzung der Chancen und Potenziale der Technik müssen Unternehmen jedoch zunächst das komplizierte Themengebiet verstehen. Joi Ito, Direktor des MIT Media Lab, betont mit dem Zitat

?Alle luolien Block,chains kaufen. Allerdings bewerben einige Unternehmen Blockchains, die tatsächlich nur einfache Datenbanken sind. Solch irreführende Werbung schafft Missverstand- nisse.5

das fehlende differenzierte Wissen über die Inhalte und Ausgestaltungen der Technologie. Eine Umfrage von Statista zum Kenntnisstand der Deutschen zur Blockchain-Technologie aus dem Jahr 2016 ergab, dass lediglich nur 4% der deutschen Bevölkerung sich mit dem Begriff auseinandergesetzt haben. Erstaunli­cherweise gaben exakt die Hälfte aller Befragten an, keinen Bezug zur Thematik zu besitzen. Auffallend ist zudem, dass allein nur 1% der Bevölkerung den Begriff kennt und sie bereits benutzt.

Der fehlende Wissenstand zur verteilten Datenbank wird in der folgenden Abbildung 1.2 visualisiert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.2: Blockchain-Technologie- Kenntnisstand in Deutschland 2016

Quelle: Statista, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/654948/umfmge/umfmge- zum-kenntnisstand-zur-blockchain-technologie-in-deutschland/, abgerufen am 05.05.2018

Aufbau und Zielsetzung der Arbeit Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist, ein Verständnis für die wichtigsten technischen Aspekte dezentra- 1er, kryptographischer rr6,Transaktionssysteme zu vermitteln. Weiterhin soll untersucht werden, welches Potenzial ihr innewohnt. Diesbezüglich soll im Rahmen der vorliegenden Ausarbeitung die Charakteris­tika detailliert herausgearbeitet werden, sodass im Hinblick darauf die Beantwortung der bestehenden Fragestellung ermöglicht wird. Die vorliegende Arbeit gibt im Wesentlichen einen Überblick über die Funktionsweise der Blockchain-Technologie. Dabei geht es zunächst unter anderem um Begrifffichkeiten, auf die man im Zusammenhang dieser Technologie oft stößt. Hierbei wird ein kleiner Exkurs auf die geschichtlichen Hintergründe referiert sowie die Eigenschaften der dezentralen Datenbank konkretisiert. Der hauptsächliche Fokus der Seminararbeit liegt anschließend auf die technischen Kernkomponenten. Daraufhin werden mögliche Regulierungen und Kontrolle der Technologie erläutert sowie ein alternatives Konzept aufgezeigt. Letztendlich schließt die Seminararbeit mit einem Fazit im sechsten Kapitel ab.

2 Grundlagen

Das folgende Unterkapitel enthält ausführliche Erläuterungen zu den Grundlagen der Blockchain. Die­ses dient dem Zweck ein ausreichend umfangreiches Basiswissen zu generieren, um das Verständnis der Funktionalität der Blockchain zu ermöglichen.

2.1 Begriffsdefinition

Das Englisch Oxford Living Dictionaries definiert die Blockchain wie folgt:

?Blockchain: A system in which a record of transactions made in bitcoin or another crypto­currency are maintained across several computers that are linked in a peer-to-peer network.”

Aus der obenstehenden Definition lässt sich entnehmen, dass die generelle Aufzeichnung von Transaktio­nen wie Bitcoin oder andere Kryptowährungen über mehrere Rechner, die in einem Peer to Peer Netzwerk (P2P) verbunden sind, durchgeführt werden. Alle an einem P2P-Netzwerk teilnehmende Rechner (Netz­knoten) sind gleichberechtigt miteinander verbunden. Somit haben alle Teilnehmer dieselben Rechte, d.h. es sind keine zentralen Instanzen zur Koordination der Kommunikation zwischen den einzelnen Netz­knoten erforderlich. Der Ausfall eines Rechners beeinflusst hierbei die anderen Rechner nicht, da alle Datensätze von allen teilnehmenden Netzknoten redundant gespeichert werden.6 In der folgenden Abbildung ist das Peer to Peer -Netzwerk graphisch dargestellt.

Peer-to-Peer Network Model

Abbildung 2.1:: Peer to Peer -Netzwerk

Quelle: TechDifference, https://techdifferences.com/difference-between-client-server-and- peer-to-peer-network.html, abgerufen am 11.05.2018

Grundsätzlich dient die Blockchain dabei als verteiltes Kassenbuch, bei der alle auszuführende Trans­aktionen notiert werden. Diese ist eine Datenbank, die transparent und dezentral auf den Servern aller Teilnehmer gespeichert und durch diese verwaltet wird.7 Neue Transaktionen, wie Z.B. die Überweisung von Kryptowährungen werden als zusammengefasster Datenblock an das Netzwerk gesendet und an alle beteiligten Systemteilnehmer verteilt sowie auf ihre Gültigkeit verifiziert. Erst wenn der Empfänger von ausreichend vielen Teilnehmern die Rückmeldung erhält, dass die Transaktion valide ist, wird sie in einem genau definierten kryptographischen Verfahren in die bestehende Blockchain eingefügt. Die Transaktion ist infolgedessen irreversibel.8 Die Verifizierung einer Transaktion wird in der Abbildung 2.2 graphisch dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2: Verifizierung einer Transaktion

Quelle: Voshgmir, Blockchains, Smart Contracts und das Dezentrale Web, S.9

Bildlich gesprochen besteht die Datenbank aus einer Verknüpfung von Blöcken, bei der jeweils der neueste Datenblock mit den bestehenden Blöcken verbunden wird.9.

Bei Bitcoin spielen die sogenannten Bitcoin-Miner im Rahmen der Überprüfung von Transaktionen ei­ne entscheidende Rolle. Miner haben die besondere Aufgabe, Transaktionen zu einem Block zu bün- dein und diese anschließend der bestehenden Blockchain anzuhängen. Damit die Miner einen Anreiz haben, schnellstmöglich einen neuen Block zu erzeugen, erhalten diese als Belohnung für jede erfolgrei­che Blockerzeugung eine Summe an Bitcoins, sowie Transaktionsgebühren. Der derzeitige Stand liegt bei 12,5 Bitcoins. Dies entspricht in etwa 93 Tsd Euro (Stand 14.05.2018). Dieses sogenannte Verfahren wird als Mining bezeichnet und sichert die Netzwerkteilnehmer vor Manipulationen, insbesondere vor dem Double-Spending-Problem der virtuellen Währung. Neben der Überprüfung und Zusammenfassung der Transaktionen muss beim Mining zudem eine kryptographische Aufgabe mit Hilfe von Rechenleistung gelöst werden.

2.2 Geschichtlicher Hintergrund

Das Konzept der Blockchain-Technologie wurde erstmals im Jahr 2008 anhand eines Whitepapers, wel­ches den Titel ?Bitcoin: A Peer to Peer Eletronic Cash System“ trägt, unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto eingeführt.10 Nakamoto‘s Intention war es dabei, ein eigenes Währungssystem zu entwickeln, welches ohne eine zentrale Kontrollinstanz auskommt. Bei einem Geldtransfer sind Zentralbanken und an­dere Finanzdienstleister als Mittelsmänner tätig, was von Satoshi Nakamoto als Schwachstelle empfunden wurde. Die Blockchain spielt die entscheidende Rolle ein System zu erschaffen, dass keine Kontrolle eines Intermediären benötigt. Denn bei ihr wird jede Transaktion öffentlich gemacht, die dadurch Transparenz gewährleistet. In seinem insgesamt achtseitigen umfassenden Konzept beschreibt Nakamoto detailliert das Prinzip des ?Timestamp“ Servers, sprich wie alle elektronischen Datensätze mit einem Zeitstempel versehen und verkettet werden können. Somit ist der Datensatz nahezu vor Manipulationen sicher, da mit Hilfe des Zeitstempels Transaktionen sowie Blöcke auf ihre Richtigkeit hin überprüft werden können. Mit Nakamoto’s prägendem Schlusssatz ?We propose a solution to the double spending problem using a Peer to Peer network“ löst er für sein System das sogenannte Double-Spending-Problem.11 Denn bei digitalen Gütern tritt das Problem auf, dass Geld "kopiert"wird. Der Versender tätigt eine Transaktion, doch bevor diese vom Netzwerk bestätigt wird, versucht dieser eine weitere Transaktion mit dem selben Bitcoin zu imitieren.12

Mit Hilfe des Peer-to-Peer-Netzwerks und dem Einsatz von Proof of Work-Verfahren beschreibt er wie Computersysteme dezentralisiert helfen sollen, Daten zu verarbeiten und zu verifizieren. Nachdem das Whitepaper unter der Adresse www.bitcoin.org veröffentlicht wurde, wurden immer mehr Personen und Unternehmen auf die elektronische virtuelle Währung aufmerksam.13

Die Grundlagen der verteilten Datenbank gehen auf eine über dreißigjährige fortlaufende Entwicklung zurück. Um das Disruptionspotenzial der Blockchain-Technologie in den nächsten Jahren besser einschät­zen zu können, hilft zunächst ein Blick auf die Entwicklung des Internetprotokolls TCP/IP.

Das Gabler Wirtschaftslexikon definiert die Begrifffichkeit wie folgt:

? TCP/IP - Abk. für Transmission Control Protocol/Internet Protocol. Protokoll, das die Basis des Datenaustausches im Internet darstellt. Die wesentlichen Dienstleistungen, die TCP/IP für die Anwendungsprozesse bereitstellt, sind Verbindungsorientierung, Reihenfol­gegarantie, Verlustsicherung und Zeitüberwachung einer Verbindung sowie transparenter Da- tentransport.“14

Das Internet ist in seiner Natur ebenso dezentral organisiert und benötigt prinzipiell keinen zentralen Server. Dabei dient das Internet als digitales Medium für Informationen (Internet of Information), die Blockchain dagegen wird als Medium für digitale Werte verstanden (Internet of Value).15 Zu Beginn der 1980er Jahren wurde durch die Entwicklung des TCP/IP-Protokolls die erste Anwendung für das ARPA­net, den Vorläufer des Internets möglich. Dabei handelte es sich um ein E-Mail-System, welche eine Kom­munikation zwischen Universitäten und wissenschaftlichen Instituten ermöglichte.16 Der Datenaustausch und der Zugang zu Informationen wurde zwar durch die Entwicklung des Internet auf Basis des TCP/IP vereinfacht, die meisten Daten wurden jedoch weiterhin zentral gespeichert. Erst Ende der 1990er wurde erstmals durch den Einzug der P2P-Netzwerke das Problem der zentralen Datenspeicherung angegangen. Mit der Vorstellung des World Wide Web im Jahr 1989 wurde der rasante Informationsaustausch schließ­lieh in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Das WWW baut dabei auf drei Entwicklungsstufen (Web 1.0, Web 2.0, Web 3.0) auf. Mit dem Web 1.0 hat das Internet zwar das Interesse der breiten Masse geweckt, das Potenzial wurde zu der Zeit aber nicht wahrgenommen. Das Web 2.0 baut mit neuartigen Anwendungen auf dem WWW auf, bei dem das Internet dynamisch wurde. Der Informationsaustausch wurde durch komplexe Anwendungen weiterentwickelt, indem Plattformen wie Facebook, YouTube ge­gründet wurden. Im Web 3.0, welches auch als dezentrales Web bezeichnet wird, wird das Potenzial gesehen, den Wertaustausch zu revolutionieren. Die Blockchain dient als Triebfeder des Wandels.17

2.3 Charakteristika

Die charakteristischen Eigenschaften wie Dezentralität, Unveränderlichkeit und Transparenz sind die Kern­komponenten einer kryptographischen Datenbank. Diese stellen einen wesentlichen Vorteil gegenüber zentralisierten Transaktionsregistern dar.

2.3.1 Dezentralität

Eines der wichtigsten Kernaspekte der Blockchain ist ihre Dezentralität. Die Systemarchitektur bedarf im Vergleich zur zentralen Netzwerkstruktur keiner autonomen Kontrollinstanz. Hier erfolgt die Verifizierung und Validierung der Transaktionen auf dezentraler Basis. So besitzt jeder Teilnehmer eine Kopie der Datenbank auf seinem am P2P-Netzwerk verbundenen Rechner. Dadurch sind alle Transaktionen für jeden Teilnehmer einsehbar, worüber hinaus es für den Einzelnen unmöglich wäre, frühere Transaktionen zu manipulieren, ohne alle späteren ungültig werden zu lassen. Im Vergleich zur Blockchain kann bei einem Ausfall des klassischen zentralen Servers die Datenbank nicht mehr genutzt werden. Doch genau hier hat die verteilte Datenbank ihre Stärke. Denn bei der Blockchain bliebe die Funktionsfähigkeit des Netzes trotz einem Ausfall einzelner Knoten oder Knotensegmente erhalten.18 Die Streuung des Vertrauens fasst Voshgmir mit den Worten: "Man vertraut somit nicht einer Person oder Institution, sondern dem Protokoll und den Netzwerkteilnehmern"19 zusammen.

2.3.2 Unveränderlichkeit

Da zunehmend weniger auf die Integrität von digitalen Informationen Verlass ist und diese eine kurze Lebensspanne besitzen, ist eine Persistenz jener von entscheidender Bedeutung. Bisher gab es keine Tech­nologie, die eine nahezu hundertprozentige Verlässlichkeit für die dauerhafte Konservierung von Daten bietet. Die Unternehmensberatung definiert die Unveränderlichkeit wie folgt:

?Ein unveränderliches Transaktionsregister ist das zentrale Element jeder Blockchain. Das Transaktionsregister ist strikt additiv - nichts kann rückwirkend verändert oder entfernt wer­den. Das Register wächst also, während fortwährend neue Datensätze hinzugefügt werden.20

Die Auslegung der Blockchain-Technologie stellt sicher, dass unzulässige Datensätze sofort anhand der Veränderung von Hashwerten bemerkt werden. Dies äußert sich dadurch, dass der Hashwert des vorange­gangenen Block im nachfolgenden Block gespeichert ist. Wird also der Vorgängerblock geändert, stimmt der Hashwert nicht mehr überein.

2.3.3 Transparenz

Transparenz ist wichtig für die symmetrische Verteilung von Informationen beider involvierter Parteien eines Geschäfts. Die Gewährleistung der transparenten Datenbank entsteht dadurch, dass im Transak­tionsregister jegliche Einzelheiten einer Transaktion öffentlich verzeichnet werden. Die Mitglieder des Netzwerks können somit alle auszuführenden Transaktionen einsehen sowie die hinterlegten Informatio­nen Block für Block verifizieren. "Durch dieses Verfahren ermöglicht die Blockchain eine bisher nie da gewesene Transparenz zwischen den einzelnen Transaktionspartnern. "21

3 Funktionsweise

Um die Funktionsweise der Blockchain besser verstehen zu können, wird im folgenden Abschnitt zuerst der technische Aufbau eines Blockes näher dargestellt.

Ein Block der Blockchain ist zusammengesetzt aus der ?Magic Number", der Blockgröße, dem Blockhea­der, dem Transaktionszähler und den eigentlichen Transaktionen bzw. den Daten wie in Abbildung 3.1 übersichtlich dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3.1: Aufbau eines Blockchain Blockes

Quelle: Pohlmann, Blockchain Technologien und ihr Potenzial ganze Bran­ chen auf den Kopf zu stellen, S.9, Abgerufen am 09.05.18 von https://norbert- pohlmann, com/app/uploads/2017/10/335-Blockchain-Technologien-und-ihr-Potenzial- ganze-Branchen-auf-den-Kopf-zu-stellen-Prof.-Norbert-Pohlmann.pdf

3.1 Aufbau des Protokolls

Magic Number / Magic Value

Die Magic Number ist nur für die technische Verarbeitung und Identifizierung eines Blockes relevant. Ursprünglich aus UNIX Systemen kommend, wird sie dort verwendet, um den Datentyp zu Beginn der Datei zu identifizieren. Innerhalb der Blockchain wird sie als Indikator für den Start eines neuen Blockes verwendet, sowie um zu überprüfen, ob der Block aus einem Test oder dem produktiven Netzwerk stammt. Einige Beispiele für Magic Numbers aus dem Bitcoin Protokoll sind in der Tabelle 3.1 aufgelistet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3.1: Beispiele von Magic Number’s im Bitcoin Protokol,

Quelle: Bitcoin Wiki, https://en.bitcoin.it/wiki/Protocol_documentation, abgerufen am 09.05.2018

[...]


1 Vgl. Voshmgir, 2016, S.5

2 Lixenfeld, Bitcoin und Alternativen: Virtuelles Geld als Zahlungsmittel

3 Vgl. Moneymuseum, Geschichte von Bitcoin

4 Vgl. Voshmgir, 2016, S.9 6Bamberger, 2017, s.l

5 Bamberger, 2017, S.1

6 Vgl. Schlatt et. a.1, 2016, S.8

7 Vgl. Schlatt et.al, 2016,s. 8

8 Vgl. Schütte et. a.l, S.6

9 Vgl. Schütte et. al, s.6

10 Vgl. Bamberger, 2017, S.2

11 Vgl. Pfeiffer, Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System. Ein Whitepaper und seine Auswirkungen

12 Vgl. Elfi, Double-Spending-Problem

13 Vgl. Pfeiffer, Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System. Ein Whitepaper und seine Auswirkungen

14 Lankes, TCP/IP

15 BTC-Echo, Was ist die Blockchain?

16 Bamberger, 2017, S.4

17 Voshmgir, 2016, S.9

18 Vgl. Kaltofen, Die Grundlagen von Blockchain

19 Voshgmir, 2016, S.12

20 Siegel, Blockchain - ein Game Changer?

21 Gründerszene, Die Blockchain als digitales Register

Details

Seiten
29
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668798434
ISBN (Buch)
9783668798441
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v438191
Institution / Hochschule
Hochschule München
Note
1,1
Schlagworte
blockchain technologie bitcoin tangle protokoll

Autor

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