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Berührung in der Pflege. Menschlichkeit und bewusster Umgang miteinander

Fachbuch 2018 49 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Danksagung

1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Fragestellung
1.3 Ziel dieser Arbeit
1.4 Methodik

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Berührung
2.2 Intention
2.3 Psychiatrische Pflege
2.4 Person-zentriert

3 Berührung
3.1 Bedeutung der Berührung
3.2 Berührungsqualität
3.3 Berührungsformen
3.4 Pflegerelevante Berührungsmodelle
3.5 Berührung in der Pflege
3.6 Berührung und ihre Auswirkung
3.7 Nähe und Distanz
3.8 Berührung bei Patienten mit Migrationshintergrund

4 Berührung in der psychiatrischen Pflege
4.1 Möglichkeiten und Grenzen
4.2 Anorexia nervosa
4.3 Demenz

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Impressum:

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Ein Imprint der Open Publishing GmbH

Druck und Bindung: Books on Demand GmbH, Norderstedt, Germany

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Abstract

Anhand umfassender vertiefter Literaturanalyse versucht diese Arbeit aufzuzeigen, welch elementare Bedeutung die zwischenmenschliche Berührung für das Wohlbefinden eines Menschen hat.

Die Gründe für das menschliche Bedürfnis nach körperlicher Nähe werden dargelegt und ihre Anwendungsmöglichkeiten in ihren Qualitäten und Formen unterschieden.

Des Weiteren wird anhand von unterschiedlichen pflegerelevanten Berührungsmodellen sowohl die Einfachheit als auch die Vielfältigkeit der Möglichkeiten erläutert und näher auf die positiven Auswirkungen eingegangen.

Neben den Möglichkeiten in Bezug auf die psychiatrische Pflege wird kurz auf die Besonderheiten im Umgang mit Patienten mit Migrationshintergrund eingegangen.

Anhand der Fragestellung wird untersucht, was bewusste Berührung im Patienten bewirken kann, was eine als positiv erlebte Berührung ausmacht und welche Bedeutung der Berührung in der psychiatrischen Pflege beigemessen wird. Es wird versucht, Zusammenhänge zu erläutern und Anreize für die Integration bewusster Berührung zu schaffen.

Gerade im Kontext zur psychiatrischen Pflege gestaltete sich die Literaturrecherche äußerst schwierig. Berührung bzw körperbezogene Interventionen finden in der psychiatrischen Fachliteratur kaum Erwähnung.

Schlüsselwörter: Berührung, körperbezogene Interventionen, Respectare, Psychotonik, ASE, Basale Stimulation

Danksagung

An dieser Stelle ist es Zeit, danke zu sagen.

Danke all jenen Menschen, die durch ihre Unterstützung diese Arbeit erst möglich gemacht haben.

Ein erster Dankesgruß geht an meine Betreuerin, Frau Schaffer Waltraud. Ihr Fachwissen und ihre geduldige Unterstützung haben mich während des gesamten Prozesses gestärkt und mich – wenn nötig – zurück zu meinem roten Faden gebracht.

Ein ganz besonderer Dank gilt meiner Familie. Meinen Kindern, die selbst in intensiven und sehr zeitraubenden Phasen stets mit Verständnis reagiert haben und mir den Raum ließen, denn ich gerade brauchte. Meinen Eltern, die mir durch ihre Unterstützung diese Ausbildung erst ermöglichten und stets an mich geglaubt haben. Und meinem Partner, der sich verständnisvoll zurückgenommen und mir durch sein Vertrauen und seine Ruhe den Rücken gestärkt hat.

Nicht zuletzt ein Dank an meine Freunde, die trotz meines Zeitmangels immer zu mir gestanden haben und nie einen Vorwurf machten, wenn das Lernen einem Treffen im Wege gestanden ist.

1 Einleitung

Das Feld der professionellen Pflege ist einem steten Wandel unterworfen. Methoden verändern sich, neue Technologien erleichtern und beschleunigen viele Arbeitsschritte, neue Erkenntnisse aus der Forschung beeinflussen unsere Art zu arbeiten. Aktuell befinden wir uns in Zeiten der Akademisierung, in der ein besonderes Augenmerk auf einem noch professionelleren Zugang der Pflege liegt. Gleichzeitig müssen - wie in jedem anderen Berufsfeld auch - Rationalisierungsmaßnahmen durchgeführt werden, um Arbeitsabläufe effizient und ökonomisch zu gestalten.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich bewusst auf etwas sehr Grundlegendes konzentriert. Etwas eigentlich so Selbstverständliches, dass wir es täglich zum Einsatz bringen, nicht erst lernen müssen und das keinerlei Kosten verursacht: die Berührung. Einem Thema, für das ich von jeher eine besondere Affinität hatte. Berührung ist etwas tief in uns Verhaftetes und macht für mich den humanistischsten Anteil der Pflege aus.

1.1 Aufbau der Arbeit

In Kapitel 2 werden grundlegende Begriffe näher erläutert.

Kapitel 3 widmet sich der grundlegenden Bedeutung der Berührung, es werden Berührungsqualitäten und –formen unterschieden und pflegerelevante Berührungsmodelle vorgestellt. Weiters wird auf Anwendung und Auswirkung von Berührung in der Pflege näher eingegangen und auf die Besonderheiten in der Pflege von Menschen mit Migrationshintergrund hingewiesen.

In Kapitel 4 wird versucht, die Brücke zur psychiatrischen Pflege zu schlagen und beispielhaft an Hand von zwei sehr häufigen psychiatrischen Krankheitsbildern näher erarbeitet.

1.2 Fragestellung

- Was kann bewusste Berührung im Patienten bewirken?
- Welche Arten von Berührung finden in der Pflege Anwendung und was macht eine vom Patienten als positiv erlebte Berührung aus?
- Welche Bedeutung wird der Berührung auf psychischer und physischer Ebene in der psychiatrischen Pflege beigemessen?

1.3 Ziel dieser Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, Bedeutung und Auswirkung von Berührung in der Pflege näher zu beleuchten, unterschiedliche Methoden vorzustellen und Möglichkeiten der Umsetzung aufzuzeigen. Ich möchte versuchen, ein besseres Verständnis für diesen essentiellen Bereich unserer Arbeit zu schaffen und das Bewusstsein dafür erhöhen.

1.4 Methodik

Die vorliegende Arbeit wurde durch vertiefte Literaturanalyse erstellt. Die Literaturrecherche wurde primär in den Bibliotheken der PMU Salzburg bzw. der Universität Salzburg betrieben. Ergänzend wurde Material über die wissenschaftliche Datenbank von Google Scholar gesichtet.

In der vorliegenden Arbeit wurde auf die Hinzufügung der jeweiligen weiblichen Formulierungen bei geschlechtsspezifischen Hinweisen verzichtet. Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung sind alle Aussagen als geschlechtsneutral zu verstehen.

2 Begriffsdefinitionen

Zum besseren Verständnis werden Begriffe, die in dieser Arbeit besondere Bedeutung finden, vorweg definiert.

2.1 Berührung

Das umfassende Nachschlagwerk Duden definiert Berührung einerseits als Betastung, Kontakt und andererseits synonymhaft als Anschluss, Beziehung, Fühlung, Kommunikation und Verbindung. Das Verb berühren wird sowohl auf physischer Ebene in Form von Kontakt herstellen, anfassen, anfühlen, betasten als auch auf emotionaler Ebene durch Schlagworte wie rühren, nahegehen, ergreifen oder aufwühlen erläutert. (vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/Beruehrung#Bedeutung1)

2.2 Intention

Intention bezeichnet die Fähigkeit, eine bestimmte innere Einstellung bewusst zu wählen und zielgerichtet zu verfolgen, wobei die Zielrichtung einer Hinwendung und Wirkung auf die Um- und Mitwelt entspricht. (vgl. Grossmann-Schnyder, 2000, S. 86)

2.3 Psychiatrische Pflege

Stockwell (2002, zit. in Amberger & Roll, 2010, S. 17f) definiert psychiatrische Pflege wie folgt:

[…] eine komplexe, fachliche und geplante Tätigkeit, die mittels Teamarbeit und Koordination darauf abzielt, die volle gesunde Funktionsfähigkeit von psychisch kranken Menschen wiederherzustellen, die Folgen, die aufgrund von Behinderung oder institutioneller Pflege entstehen, zu minimieren, den Menschen vor Schaden durch ihn selbst, durch andere oder die Umgebung zu schützen und maximales körperliches und psychisches Wohlbefinden sicherzustellen. (Amberger & Roll, 2010, S. 17f)

2.4 Person-zentriert

Person- oder auch Klientenzentrierung bezeichnet humanistische Ansätze in der therapeutischen oder pflegerischen Arbeit, die auf den Psychotherapeuten Carl Rogers zurückgehen. Die Haltung des Pflegenden ist von Echtheit, Einfühlungsvermögen und Akzeptanz geprägt. So soll dem Klienten ermöglicht werden, Gefühle und Wahrnehmungen zuzulassen und in sein Selbstbild zu integrieren. Die Priorität liegt darauf, Wohlbefinden zu steigern, den Patienten bewusst wahr zu nehmen und vor jeder funktionalen Handlung eine bewusst gestaltete Kontaktphase einzuplanen. (vgl. Kitwood, 2008, S. 233)

3 Berührung

Berührungen können unterschiedliche Qualitäten aufweisen. Sie können sich unangenehm, hart, schmerzhaft, oberflächlich, streifend, behutsam, klar, eindeutig, fest oder liebevoll anfühlen. Berührung ist aber viel mehr als nur Mittel zum Zweck. Berührung ist Begegnung, ist Interaktion. Berührung kann Ängste auslösen, kann in Tabuzonen eindringen, Schamgefühle wecken, Ohnmacht und Abhängigkeit aufzeigen. Berührung kann aber auch Wohlbefinden, Geborgenheit und Sicherheit vermitteln. Hände können auch als averbales Kommunikationsmittel dienen und Energie austauschen. (Caderas, 2005, S. 5)

3.1 Bedeutung der Berührung

Das Bedürfnis nach Berührung ist tief in uns Menschen verankert. Unabhängig von Kulturkreis und religiösen Einflüssen, gesellschaftlichem Status oder sozialer Prägung. Der Wunsch nach Körperkontakt wurde uns im wahrsten Sinne des Wortes angeboren. Als Ursprung aller Empfindungen wird der Tast- oder Berührungssinn vor allen anderen Sinnen entwickelt. Bei der Embryonalentwicklung entstehen Haut, Sinnesorgane und Nervensystem aus demselben Keimblatt, dem so genannten Ektoderm. Dies erklärt, warum Berührungen eine so unmittelbare Verbindung zu unseren Emotionen aufweisen. Bereits in der 7. Schwangerschaftswoche, zu einem Zeitpunkt, zu dem der Embryo erst weniger als 2,5 Zentimeter lang ist, reagiert der werdende Mensch auf Berührung. Dieses elementare Verlangen des Menschen begleitet uns ein Leben lang und selbst im Sterbeprozess ist Berührung der Sinn, über den wir einen Menschen am längsten erreichen können. (vgl. Berggötz, 2007, S. 6)

Die Grundsteine für unser späteres Berührungsempfinden werden bereits in der frühesten Kindheit gelegt. Über Berührung nimmt der Embryo von Anfang an seine Umgebung wahr. Er fühlt die schaukelnden Bewegungen im Körper der Mutter und sich verändernde Druckverhältnisse wirken auf ihn ein. Das Kleinkind macht über die Berührung erste Erfahrungen. Die kindliche Entwicklung wird hauptsächlich über Berührung gefördert, sowohl das menschliche Sozialverhalten als auch die menschliche Bewegung betreffend. Es gibt Untersuchungen die belegen, dass bei Säugetieren und Menschen, die im Säuglingsalter oft berührt wurden, nicht nur Sozialverhalten und Beweglichkeit, sondern ebenso Wachstum, Abwehrfähigkeit, geistige Entwicklung und seelische Stabilität im Gegensatz zu kaum berührten Säuglingen deutlich besser ausgeprägt sind. (vgl. Grossmann-Schnyder, 2000, S 13f)

Um die existenzielle Bedeutung der Berührung noch einmal zu unterstreichen verweist Berggötz 2007 auf ein Experiment des 12. Jahrhunderts. Stauferkönig Friedrich II. wollte die Ursprache des Menschen erforschen. Hierfür ordnete er an, dass die Babys eines Waisenhauses zwar grundlegend versorgt wurden, er verbot den Ammen jedoch mit den Babys zu sprechen oder sie in irgendeiner Weise zu liebkosen. Die Ursprache hat er nie erfahren, alle Babys starben an den Auswirkungen eines Mangels an Zuneigung. Heute weiß man, dass ein Mangel an Berührung zum Erliegen des Immunsystems führt. (vgl. Berggötz, 2007, S 6)

Einen weiteren Beweis für die essentielle Bedeutung körperlicher Nähe liefert Harry Harlows´ Versuch zweier nebeneinander in einem Käfig befestigten Primatenmütter-Imitaten. Während eine aus reinem Drahtgeflecht besteht und an der Brust eine Milchflasche montiert hat findet sich bei der anderen Attrappe zwar keine Nahrung, dafür trägt sie einen kuschelig weichen Frotteeüberzug. Ein junges Rhesusäffchen umklammert die weiche „Mutter“ und bemüht sich, soviel körperlichen Kontakt und Trost wie nur irgend möglich aus der leblosen aber kuscheligen Stoffmutter zu erlangen. Das kalte, harte Drahtgeflecht der nährenden Puppe wird gemieden, egal wie oft Harlow das Experiment mit weiteren Versuchstieren wiederholt. Alle entscheiden sich gegen Nahrung und für den tröstenden Kontakt des wärmespendenden Models. (vgl. Henschel, 2004, S. 126)

3.2 Berührungsqualität

Etwas so subtiles wie Berührung zu beurteilen und qualitativ einzustufen ist eine spezielle Herausforderung. Die Qualität einer Berührung lässt sich nicht messen oder anhand bestimmter Faktoren überprüfen, denn jeder Mensch empfindet anders. Jeder Pflegende hat gelernt, dass Berührungen informativ, das heißt eindeutig, sein sollen. Um vom Patienten als angenehm empfunden zu werden arbeiten wir großflächig, mit geschlossenen Fingern und führen unsere Bewegungen mit konstantem Druck und in Ruhe aus. (vgl. Menche, 2007, S. 554)

Doch „gute“ Berührung kann noch viel mehr. Liliane Juchli definiert als Schlüsselqualifikationen guten Berührens:

Gutes Berühren hilft den Pflegenden:

- sich selbst und den Patienten deutlich besser wahrzunehmen;
- die Qualität des Berührens wahrzunehmen und auch bewusst zu variieren;
- einen umfassenden Begegnungsraum zu schaffen, in dem der Patient Eigenaktivität und Selbständigkeit entwickeln kann;
- mit der Berührung einen Menschen meinen, ihn mit all seinen Befindlichkeiten anzunehmen, seiner Reaktionen auf die Berührung gewahr werden und sich danach zu richten;
- gutes Berühren ist ebenso Ausdruck der Begegnungsfähigkeit; die Prinzipien guten Berührens gelten nicht nur für die taktile, sondern für jegliche Form der menschlichen Kommunikation. (vgl. Grossmann-Schnyder, 2000, S. 7f)

Eine ganz eigene Definition guter Berührung bietet die Lehre der Psychotonik nach Glaser, welche im Zuge dieser Arbeit noch näher vorgestellt werden wird. Sie sieht in der Berührung eine der elementarsten und natürlichsten Fähigkeiten des Menschen, welche nicht neu erlernt, sondern nur wieder ins Bewusstsein gebracht werden muss. Glaser sieht in der Berührung einen Ausdruck von Lebendigkeit und dem Stand der aktuellen Beziehung zwischen Berührendem und Berührtem. Veränderungen in Beziehung oder Berührungsqualität beeinflussen sich demnach wechselseitig. Will man also seine Berührungsqualität ändern, muss man nicht sein Tun, sondern erst seine Intention ändern. Damit verändern sich auch Raumgefühl, Muskelelastizität, Motorik, der Wirkungsgrad der Berührung und das eigene Wohlbefinden. Die Psychotonik erklärt weiters, dass der Mensch auf Grund seiner frühkindlichen Erfahrungen die ganz spezifische Muskelelastizität der Hinwendung zu einer Berührung als angenehm empfindet. Erst diese Hinwendung aktiviert die Tonusregulation zu Wohlspannung und Wohlbefinden. Wer gut berühren will muss sich dem Anderen als Partner anbieten, der dem Gegenüber Raum für Eigenaktivität und Selbstständigkeit zugesteht. Gut zu berühren heißt auch, den Menschen zu meinen, ihn zu berücksichtigen, seine Befindlichkeiten und seine Reaktionen auf die Berührung wahrzunehmen und sich entsprechend danach zu richten. Dabei kann gutes Berühren ganz unterschiedlich gefärbt sein und die differenziertesten Berührungsqualitäten ansprechen. Lockendes Berühren bietet Weite und ruft zur Begegnung auf. Forderndes Berühren erlaubt und bietet Widerstand und fordert eine Begegnung heraus. Schwingend-bewegendes Berühren ist eine Herausforderung zur Lebendigkeit. Umfassendes Da-Sein hingegen verlangt nichts und vermittelt gerade dadurch ein Gefühl des So-Angenommen-Seins. Letztlich ist Berührung Ausdruck der Begegnungsfähigkeit, für die dieselben Prinzipien gelten wie für jede andere Form der menschlichen Kommunikation. (vgl. Grossmann-Schnyder, 2000, S. 78)

3.3 Berührungsformen

Grundsätzlich lassen sich verschiedene Berührungsformen unterscheiden. In der Literatur werden überwiegend funktionale und affektive Berührungen differenziert.

3.3.1 Funktionale Berührung

Die funktionale oder auch instrumentelle Berührung ist eine rein pflegerische Berührung, die zwangsläufig mit durchzuführenden Pflegemaßnahmen einhergeht. Sie verfolgt keinerlei Selbstzweck sondern dient ausschließlich dem Ziel der Handlung. (vgl. Helmbold, 2007, S. 27f)

3.3.2 Affektive Berührung

Von der funktionalen Berührung abzugrenzen ist die affektive Berührung, welche spontan und emotional von Pflegenden eingesetzt wird. Intention dieser Berührungsform ist es, Meinungen, Haltungen und Emotionen zu vermitteln und sie ist Teil der nonverbalen Kommunikation. (vgl. Helmbold, 2007, S. 27f)

3.3.3 Protective Touch

Eine dritte Form der pflegerischen Berührung ist der sogenannte protective touch. Diese Form der Berührung ist vergleichsweise kühl und dient ausschließlich dazu, den Patienten vor potentiellen Unfällen zu schützen. (vgl. Helmbold, 2007, S. 27f)

3.4 Pflegerelevante Berührungsmodelle

Berührung findet in unserem Alltag auf unterschiedlichste Weise statt. Im Bereich der professionellen Pflege wurden im Laufe der Zeit die verschiedensten Konzepte entwickelt. Der Rahmen dieser Arbeit lässt nicht zu, auf ein jedes näher einzugehen. Um einen groben Querschnitt zu schaffen werden im Folgenden vier Modelle genauer erläutert:

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Details

Seiten
49
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783956876172
ISBN (Buch)
9783956876196
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v438054
Note
Schlagworte
Pflege Anorexia nervosa Demenz Menschlichkeit psychiatrische Pflege

Autor

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Titel: Berührung in der Pflege. Menschlichkeit und bewusster Umgang miteinander