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Die Gesundheitskarte - Datenerfassung im Gesundheitswesen

Hausarbeit 2005 11 Seiten

VWL - Gesundheitsökonomie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Rechtliche Grundlagen

2. Die Gesundheitskarte
2.1 Ziele / Voraussetzungen
2.2 Anwendungen
2.2.1 administrativer Teil
2.2.2 medizinischer Teil

3 Sicherheit

4 Schlussbemerkungen

5 Literaturverzeichnis

6 Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

Angesichts der neuen Möglichkeiten im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung hat das Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung zum 01. Januar 2006 die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte beschlossen, mittels derer Datenabgleich, -erfassung und -weitergabe im Gesundheitswesen erleichtert werden sollen.

1.1 Problemstellung

Im Jahr 2003 übten in der Bundesrepublik Deutschland 304.117 Ärzte1 und 79.965 Zahnärzte2 einen Heilberuf aus. Zur Versorgung mit Arzneimitteln der 82.537.000 Bundesbürger (2002)3 (davon ca. 71 Mio. Versicherte4 der gesetzlichen Krankenversicherung, GKV), standen 21.465 Apotheken (2002)5 zur Verfügung. Aktuell finden 1,24 Mrd. Arzt – Patientenkontakte statt aus denen 12,5 Rezepte plus 2,5 Verordnungen je Patient und Jahr resultieren. In Summe ergibt dies rund 887 Mio. Papierrezepte6. Weiter gehören dem Gesundheitssystem 3247 Krankenkassen und 2.240 (2003) Krankenhäuser8 an.

Durch die vielen Teilnehmer am System und die unterschiedlichen Leistungserbringer, welche im Rahmen eines Krankheitsverlaufs parallel und auch miteinander arbeiten, gibt es aufgrund der Verteilung der Daten oft Schwierigkeiten, die notwendigen Informationen über den Krankheitsverlauf zu kombinieren.

Folgende Probleme sind zurzeit nicht in den Griff zu bekommen:

- Anamnesen und Untersuchungen werden mehrfach erstellt bzw. durchgeführt
- Arzneimittelrisiken werden teilweise nicht oder spät erkannt, Neben- und Wechselwirkungen bestehen neben Unverträglichkeiten
- Zeitintensive, administrative Prozesse beeinflussen die Behandlungszeit negativ
- Der Patient hat meist nur begrenzte Möglichkeiten, dem Behandler die vorhandenen Informationen zur Verfügung zu stellen

Im folgenden Text sollen die Möglichkeiten aufgeführt werden, dieser Problematik durch den Einsatz moderner Kommunikationsmittel Herr zu werden.

Untersucht werden neben den positiven auch die negativen Eventualitäten. Nicht behandelt werden die Themen der Finanzierung, der Finanzträger sowie das eventuelle Einsparpotential der GKV. Prognosen hierzu liegen vom Bundesministerium für Gesundheit und soziale Sicherung vor.

1.2 Rechtliche Grundlagen

In dem am 01.10.2004 in Kraft getretenen Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung wird die Grundlage für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in § 67 Abs. 1, 2; V SGB geschaffen, in welchem gesagt wird:

„ Zur Verbesserung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung soll die papiergebundene Kommunikation unter den Leistungserbringern so bald und so umfassend wie möglich durch die elektronische und maschinell verwertbare Übermittlung von Befunden, Diagnosen, Therapieempfehlungen und Behandlungsberichten, die sich auch für eine einrichtungsübergreifende fallbezogene Zusammenarbeit eignet, ersetzt werden9.“

Hiermit ist ein Teil der unter Punkt 1.1 beschriebenen Probleme gesetzlich verankert worden und das Ziel, welches mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte erreicht werden soll, klar definiert, wobei der Umfang der Unterstützung ständig erweiterbar bleibt.

2. Die Gesundheitskarte

Mit Beginn des Jahres 2006 erhält jeder gesetzlich Versicherte die elektronische Gesundheitskarte. Die bekannte, sich derzeit im Umlauf befindliche Versichertenkarte, wird durch die neue eGK vollständig ersetzt. Diese unterscheidet im Wesentlichen die Art des Speichermechnismus, wobei die eGK sich äußerlich kaum von der aktuellen Versichertenkarte unterscheiden wird. Die physikalischen Eigenschaften sind durch das DIN unter dem Kürzel ISO / IEC 7810 festgelegt. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Karte, welche einen Speicher besitzt, der ausgelesen und beschrieben werden kann, verfügt die eGK über einen Mikroprozessor, welcher die Zugriffe auf Datenbestände kontrolliert und legitimiert. Eine Möglichkeit, direkt auf den Datenbestand zu gelangen, gibt es nicht.

9 V SGB § 67 elektronische Kommunikation, Abs. 1

Als weiteres Sicherheitsmerkmal wird ein Bild des Karteninhabers mittels eines Laserstahls auf die Kartenoberfläche aufgetragen. Zugriff auf Daten erhalten nur Inhaber eines

Heilberufsausweises. Mit Hilfe dieses Ausweises, welcher des gleichen Kartentyps ist wie die eGK, wird sichergestellt, dass nur berechtigte Personen Zugriff auf Patientendaten erhalten.

[...]


1 Bundesärztekammer, http://www.baek.de/30/Aerztestatistik/02Stat2003/index.html ; 28.12.2004

2 Bundeszahnärztekammer, http://www.bzaek.de/service/oav10/artikel.asp?lnr=391 ; 28.12.2004

3 Statistisches Bundesamt, Datenreport 2004, S. 195

4 MAK Data System Informationsbroschüre 11/2004, CertiWare Der eHealth-Connector

5 Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V., http://www.bah-bonn.de/forum/zahlen/sm-zahl2002.pdf ; 28.12.2004

6 MAK Data System Informationsbroschüre 11/2004, CertiWare Der eHealth-Connector

7 Daniel Meslien für Nordpost 03/2003, S. 46

8 Statistisches Bundesamt, Datenreport 2004, S. 196

Details

Seiten
11
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638415033
ISBN (Buch)
9783638790963
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v43775
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – HWP
Note
2,0
Schlagworte
Gesundheitskarte Datenerfassung Gesundheitswesen Interdisziplinärer Kurs BWL)

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