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Supply Chain Management. Definition, Entstehung, Weiterentwicklung, Herausforderungen und Ausblick auf die Zukunft

Studienarbeit 2014 23 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Definition des Supply Chain Managements
2.1 Definition einer Supply Chain
2.2 Definition des Supply Chain Managements

3 Entstehung des Supply Chain Managements
3.1 Ursache zur Entstehung des Supply Chain Managements
3.2 Treiber der Entstehung des Supply Chain Managements

4 Weiterentwicklung des Supply Chain Managements
4.1 Erweiterung der Funktionsbereiche und Fortschritt in der Informationstechnologie
4.2 Ausweitung der internen Grenzen
4.3 Entwicklung globaler Netzwerke
4.4 Supply Chain Management im 21. Jahrhundert

5 Wesentliche Herausforderungen des Supply Chain Managements und deren Maßnahmen
5.1 Bestandsmanagement
5.1.1 Angebotsmanagement
5.1.2 Nachfragemanagement
5.2 Mangelnde Transparenz in einer Supply Chain und der Peitscheneffekt
5.2.1 Der Peitscheneffekt in einer Supply Chain
5.2.2 Schaffen von Transparenz in einer Supply Chain

6 Rückblick auf die Entwicklung des SCM und Ausblick auf die Zukunft
6.1 Aktualität der Gedanken von Oliver und Webber
6.2 Ausblick in die Zukunft

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Netzwerk einer Supply Chain

Abbildung 2: Funktion eines Dienstleister in einer Supply Chain

Abbildung 3: Darstellung des eBusiness

Abbildung 4: Darstellung Parteien der Supply Chain im MIT-Beergame

Abbildung 5: Bestellverhalten der Parteien

Abbildung 6: eBusiness Modell

1 Einleitung

Angesichts schwieriger Zeiten mit schwachem Wirtschaftswachstum und der kontinuierlichen Globalisierung sind Unternehmen gezwungen, durch Effizienzsteigerungen der unternehmensspezifischen Prozesse und durch die Tätigung von teuren Investitionen, langfristig Profit zu erzielen. Zeit, Qualität und Kosten sind Faktoren, die sich wesentlich auf Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen auswirken können. Die Logistik beeinflusst diese Faktoren stark. Sie trägt dazu bei, dass einem bestimmten Kunden das richtige Produkt in der richtigen Menge mit kundengerechter Qualität zu marktgerechten Preisen und zum richtigen Zeitpunkt am entsprechenden Ort geliefert werden kann. Somit gewinnt die Logistik immer mehr an Bedeutung und ist heutzutage essentiell. Der gängigste Begriff aus dem Bereich der Logistik ist das Supply Chain Management (SCM). Das SCM, das die Fortführung des Logistikgedankens darstellt, spielt in der Logistik eine ausgeprägte Rolle.

Der Begriff des Supply Chain Managements findet sich in der Literatur in einer Vielzahl von Büchern wieder und verfügt über ein Spektrum von oberflächlichen Themen wie die Funktion einer Supply Chain bis hin zu komplexen Prognoseverfahren der Nachfrage. Deshalb soll diese Arbeit einen Überblick über das SCM geben. Dabei wird dem Leser der fortschreitende Wandel der Logistik vorgestellt und dessen weitere Entwicklung.

Zunächst wird der Begriff des Supply Chain Managements geklärt. Dabei soll auf die Supply Chain (SC), auch Versorgungs- oder Wertschöpfungskette genannt, eingegangen werden. Danach folgt die Darstellung der Entwicklung des SCMs aus dem Artikel Supply Chain Management: Logistic catches up with strategy von den Autoren Webber und Oliver. In diesem Abschnitt wird auf die Faktoren eingegangen, die die Entstehung des SCM voranschreiten lassen. Zu diesen Faktoren gehören die Komplexität des Marktes, die Abstimmung der Funktionsbereiche im Unternehmen und die Optimierung der Bestände. Anschließend wird die weitere Entwicklung des SCMs bis hin zur heutigen Zeit behandelt. Dann geht die Arbeit auf wesentliche Herausforderungen des Supply Chain Managements und deren Maßnahmen ein. Dabei soll gezielt das Bestandsmanagement, die mangelnde Transparenz und der damit verbundene Peitscheneffekt in einer Supply Chain behandelt werden. Abschließend gibt die Arbeit einen Rückblick auf die Entstehung des SCMs und einen Ausblick in die Zukunft.

2 Definition des Supply Chain Managements

2.1 Definition einer Supply Chain

Unter dem Begriff einer Supply Chain versteht man die prozessorientierte Abfolge einer sogenannten Versorgungskette, die für die Abwicklung eines Kundenauftrages erforderlich ist. Dabei handelt es sich um die Abstimmung aller involvierten Parteien, um den Informations- und Materialfluss vom Lieferanten bis hin zum Kunden sicherzustellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[1]

Abbildung 1: Netzwerk einer Supply Chain

Eine Supply Chain umfasst somit Lieferanten, Hersteller, Transportunternehmen, sowie die dazugehörigen Lager und die Kunden. Dazu gehören auch die unternehmensinternen Prozesse einer jeder Partei, beispielsweise die eines Herstellers. Beim Hersteller sind die Konstruktion und Produktion eines Gutes, dessen Marketing und Vertrieb genauso wie der Kundenservice Teil der Supply Chain. Dabei kann eine Supply Chain verschiedene Hierarchien durchlaufen. Man unterscheidet also einstufige Supply Chains von mehrstufigen. Bei einer einstufigen Lieferkette werden nur der Lieferant und der Kunde betrachtet. Dahingegen werden bei einer mehrstufigen Supply Chain unterschiedliche Stufen durchlaufen.[2]

Angefangen beim Endkunden, der im Einzelhandel seinem Bedarf nachgeht, wird dadurch über den Großhandel beim Hersteller gemeldet, welche Nachfrage besteht. Somit gibt der Hersteller wiederum Informationen an dessen Lieferanten weiter, um die Produktion der angeforderten Güter zu leisten. Dadurch wird schließlich die Kette bis hin zum Rohstofflieferanten über Komponenten- und Teilelieferanten fortgesetzt.

2.2 Definition des Supply Chain Managements

Unter Supply Chain Management versteht man „integrierte prozessorientierte Planung und Steuerung“[3] einer Supply Chain und die damit verbundenen Dienstleistungen, Material- und Informationsflüsse entlang der Lieferkette. Dabei werden die Ziele Fortschritt des Kundenservices, Befriedigung der Nachfrage, eine flexible und nachfrageorientierte Herstellung von Produkten und die Optimierung der Bestände angestrebt.

Aufgabe des SCMs ist es die gestaffelte und strukturiert aufgebaute Wertschöpfungskette zu koordinieren. Je dichter die hierarchische Gliederung einer Supply Chain gestaltet ist, desto anspruchsvoller und komplizierter wird deren Organisation. Dabei unterscheidet sich das Supply Chain Management von der klassischen Material- und Produktionswirtschaft in verschiedenen Aspekten. Das SCM wird als eine Einheit angesehen, die wiederum in die verschiedenen Bereiche wie Ein- und Verkauf, Produktion, Marketing und Distribution unterteilt wird. Es erfordert strategische und operative Entscheidungen in der Managementebene, da diese hohen Einfluss auf Kosten und Marktanteil haben. Insgesamt besteht die Aufgabe eines erfolgreichen Supply Chain Managements darin, eine hohe Effizienz innerhalb der Versorgungskette herzustellen und somit ein balanciertes Verhältnis zwischen Beständen, Lieferbereitschaft und Kosten sicherzustellen.[4]

3 Entstehung des Supply Chain Managements

3.1 Ursache zur Entstehung des Supply Chain Managements

Michael Webber und Keith Oliver, die beiden Autoren des im Jahre 1982 erschienenen Artikels Supply-Chain Management: Logistic catches up with strategy, beschreiben in ihrem Werk die Wurzeln und Treiber des SCMs.

Bereits einige Jahre bevor der Artikel geschrieben worden ist, hat es in der Logistik drei grundlegende Ziele gegeben: ausgeglichene Bestände, angepasste Produktionsauslastung und die Befriedigung der Nachfrage. Dabei hat man versucht so profitabel wie möglich zu agieren, um die schon im Voraus kalkulierten, aber nicht offensichtlichen Kosten decken zu können. Das Management hat diese sozusagen akzeptiert ohne Gegenmaßnahmen zu treffen.

Die Unternehmen sind lediglich konfrontiert mit in dieser Zeit für notwendig empfundenen Kapitalkosten, um die Nachfrage durch einen erheblichen Bestand decken zu können. Eine hohe Lieferbereitschaft und einen ausreichenden Kundenservice hat sich nicht jedes Unternehmen leisten können. So gewann das Management im Bereich der Logistik an Bedeutung, indem es sich dieser Problematik gestellt hat, um wichtige Entscheidungen effizienter und profitabler gestalten zu können. Der Grundstein einer Weiterentwicklung der Logistik war somit gelegt, was den Beginn des Supply Chain Managements bedeutet hat. Was sind aber die wesentlichen Treiber der Entstehung des SCMs gewesen?

3.2 Treiber der Entstehung des Supply Chain Managements

Vorwiegend ist die Komplexität des Marktes eine hohe Anforderung an die logistische Leistungsfähigkeit. Langsames Wachstum und ständige Nachfrageschwankungen haben die Effizienz der Logistikplanung erschwert und sind somit auch Hürden in Bezug auf Investitionen im Logistikbereich, weil ein hohes Risiko besteht. Aufgrund der Problematik der Unregelmäßigkeiten in der Nachfrage sind die Unternehmen auf hohe Bestände angewiesen, um eine angemessene Lieferbereitschaft zu gewährleisten. Somit besteht ein Zielkonflikt zwischen einer hohen Lieferbereitschaft und niedrigen Bestandskosten. Darüber hinaus ist eine Erweiterung des Marktanteils eines Unternehmens immer verbunden mit Investitionen und weiteren Kosten.[5]

Als weiteren Treiber der Logistikentwicklung führen Webber und Oliver die nicht im Gleichgewicht stehenden Funktionsbereiche der Unternehmen an. Die auftretende Unausgeglichenheit und mangelnde Abstimmung zwischen Marketing, Verkauf, Produktion und Distribution ist meist mit Beständen ausgeglichen worden. Folglich hat man versucht diesbezüglich nicht jede Partei einzeln zu betrachten sondern sich viel mehr auf das Zusammenspiel der Fraktionen zu konzentrieren. Es wird also ein Ausgleich der Bereiche geschaffen, indem man den jeweiligen Einfluss derer auf die Logistik darstellt, wie zum Beispiel:

1. Marketing: Nachfrageprognosen, Sicherheit am Markt und Verantwortung der Unternehmenspräsenz
2. Produktion: Durchlaufzeitterminierung, Anpassungsfähigkeit und Rüstzeitminimierung
3. Produktstrategie: Produktvielfalt, Reichweite und Beliebtheit der Produkte.

Die Logistik bietet eine Schnittstelle zwischen den Bereichen und dient somit als interne Koordination im Unternehmen. In ihrem Artikel bezüglich einer Studie in verschiedenen Unternehmen geben Webber und Oliver an, dass die Höhe der Liefertreue von Kunden mehr geschätzt wird als die Zeit bis das Produkt nach Anforderung erhältlich ist. Eine hohe Lieferbereitschaft verlangt vom Supply Chain Management eine solche Ausgeglichenheit der Funktionsbereiche im Unternehmen und sucht Möglichkeiten das Ungleichgewicht zwischen diesen zu minimieren. Andernfalls führt eine Vernachlässigung der Balance zu erhöhter Kapitalbindung und somit zu steigenden Kosten.[6]

Angesichts der ansteigenden Kosten bei erhöhtem Kapital ist die Optimierung der Bestände ein entscheidender Faktor in der Logistik und Aufgabe des SCMs. Wichtig ist dabei den Gedanken, mangelnde strategische Entscheidungen mit hohen Beständen auszugleichen, außen vor zu lassen. Deshalb gilt besondere Aufmerksamkeit der Beschaffung, dem Kundenservice und der Lieferbereitschaft, sowie der Nachfragesituation und Distribution. Auf diesem Wege können Bestände kalkuliert und in Abhängigkeit davon strukturiert gesenkt werden. Dabei soll nämlich nicht die Frage geklärt werden, wie viel an Bestand gelagert werden soll, sondern wieso dieser existierten muss.[7]

[...]


[1] Christian Damke, GRIN Verlag GmbH: URL: http://cdn.grin.com/images/previewfile?document_id=196642&hash=c09c963a47cac3e1ef1e8c36d2e05e7a&file=OPS/Images/image002.png [28.11.2014]

[2] Vgl. Poluha, Quintessenz des Supply Chain Managements 2010, S. 18

[3] Kuhn, Hellingrath, Supply Chain Management, S.10

[4] Vgl. Klaus Müller, The roots of logistic, S. 187

[5] Vgl. Klaus Müller, The roots of logistic, S. 185

[6] Vgl. Klaus Müller, The roots of logistic, S. 188f

[7] Vgl. Klaus Müller, The roots of logistic, S. 189f

Details

Seiten
23
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668774643
ISBN (Buch)
9783668774650
Dateigröße
702 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v437244
Note
1,7
Schlagworte
Supply Chain Management Logistik

Autor

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Titel: Supply Chain Management. Definition, Entstehung, Weiterentwicklung, Herausforderungen und Ausblick auf die Zukunft