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Methoden der Sozialen Arbeit. Case-Management. Jugendhilfeplanung

Hausarbeit 2018 10 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Auflistung der Methoden meiner beruflichen Praxis nach einem Ordnungsversuch nach Galuske (vgl. Galuske 2013, S. 78 bis 114)

3. Case Management
3.1 Assessment

4. Kritische Betrachtung
4.1. Positionierung der Autorin

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Finanzielle und inhaltliche Grundlagen stellen innerhalb der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe bedeutende Aspekte dar, die notwendig sind, um Hilfsangebote einzurichten und auszuführen. In der Jugendhilfe erfordern neben sich verändernden Lebenslagen der Familien auch Anlauf-, Unterstützungs- und Managementeinsatz ein hohes Maß an Fachlichkeit und Flexibilität der Fachkräfte. Die Schwierigkeiten der Klienten sind vielschichtiger geworden, sodass sich auch die Bedarfe an die Soziale Arbeit verwandelt haben. So werden etwa die Fragen nach ihrer Methodenanwendung und der Ökonomie zunehmend miteinander verbunden. Der Case Manager der Sozialen Arbeit soll strukturierende Netzwerkarbeit leisten, um einen nachvollziehbaren Überblick über die Unterstützungsangebote und die finanziellen Mittel zu schaffen, welcher transparent ist. Auch soll er den Klienten enger in den Hilfeverlauf einbinden, damit mehr Unabhängigkeit, auch von professioneller Seite, erreicht werden kann. Ein Case Manager ist ein „Vernetzer“ in einem Hilfeprozess und zeigt dem Hilfesuchenden die unterschiedlichen Unterstützungsmöglichkeiten auf.

Daher ist auch für die Jugendhilfeplanung ein lösungsorientiertes Vorgehen, anregender und fördernder Angebote sowie das Vorhalten und Vernetzen von unterstützenden Dienstleistungen wichtig (vgl. Galuske 2013, S. 207). Diese zentralen Inhalte umfasst die Methode des Case Managements. Case Managements enthält zum einen eine strukturierte Unterstützung im Einzelfall, als auch eine adressatenorientierte Gestaltung von Organisation und Vernetzung der vorzuhaltenden Unterstützungsangebote und informelle Handlungsschritte auf institutioneller Ebene (vgl. Galuske 2013, S. 200).

Hierfür wird die Methode des Case Managements näher beleuchtet, wodurch die inhaltliche Bedeutung für die praktische Arbeit in der Jugendhilfeplanung deutlich werden soll.

Zum Vorteil der Lesbarkeit sind sämtliche Ausdrücke, die männlich beschrieben sind, sinngemäß auch auf die weibliche Form bezogen.

2. Die Auflistung der Methoden meiner beruflichen Praxis nach einem Ordnungsversuch nach Galuske (vgl. Galuske 2013, S. 78 bis 114)

Soziale Einzelfallhilfe

Anamnese

Case Management

Soziale Gruppenarbeit

Erlebnispädagogik

Workshop

Supervision

Selbstevaluation

Sozialmanagement

Jugendhilfeplanung

3. Case Management

Im Folgenden wird die Methode des Case Managements näher beschrieben. Es wird dabei vor allem Bezug auf die erste Phase, das Assessment, genommen. Einen umfassenden Einblick hierzu bieten Galuske, Wendt, Kreft/Müller u. a.

Der Haltung und den Handlungen von Case Managern liegen Grundsätze und Leitlinien zugrunde, die sich an Klientenorientierung, Lebensweltnähe, Empowerment, Qualitätssicherung, Abstimmung und Zusammenarbeit orientieren. Der Case Manager übernimmt die leitende und fallführende Rolle und ist die vernetzende Fachkraft zwischen den Ratsuchenden und den Hilfsquellen. Die Hilfs- und Unterstützungsangebote sollen nicht vom Case Manager auf dem „goldenen Teller“ serviert werden, stattdessen soll die Weiterentwicklung des Klienten gefördert werden, indem er sich Hilfsquellen schrittweise selber erschließt (vgl. Galuske 2013, S. 203). In der Praxis haben sich (vgl. Lowy 1988, S. 32 ff.) fünf Phasen des Case Managements herausgebildet (vgl. Galuske 2013, S. 203).Auch der Prozess der Jugendhilfearbeit kann, angelehnt an dieses Phasenmodell des Case Managements, in fünf Phasen unterteilt werden. Es ist eine Möglichkeit durch den ein Hilfeverlauf gesteuert und eingeschätzt werden kann.

3.1 Assessment

Die erste Phase des Case Managements, das Assessment (englisch für Bewertung, Beurteilung, Einschätzung), beinhaltet neben der Analyse der Sachlage die Ermittlung der Ressourcen der Hilfesuchenden sowie die Erhebung des Bedarfs an Unterstützung, Netzwerken und Institutionen. Die Erhebung der Netzwerke und Ressourcen ist ein wichtiger Arbeitsschritt im Case Management, der einen entscheidenden Unterschied zu einem „nicht case managen“ veranschaulicht. Es geht nicht darum, als Case Manager in Eigenverantwortung die Lage für die Person zu lösen, sondern deren Netzwerke und Ressourcen zu erfassen und zu nutzen, um effizienter und lösungsorientierter vorgehen zu können. Ziel ist es, in erster Linie ein Unterstützungsmanager zu sein und nicht ein Problemlöser, welcher alles alleine regelt und löst (vgl. Galuske 2013, S. 201).Bei der ersten Phase handelt es sich um die Erstberatung und Bestandsaufnahme, in der sich der Unterstützungsmanager und der Hilfesuchende von der Situation einen ersten Eindruck verschaffen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein einfaches Kennenlernen. Bereits zu diesem Termin verfolgt ein Case Manager erste Ziele. Denn nachdem die bürokratische Datenerfassung erfolgt ist, kann aus den Darstellungen des Klienten eine erste Abwägung hinsichtlich der Problemlage, des Hilfebedarfs, des Lebensumfelds sowie der Motivation des Klienten zur Zusammenarbeit erfolgen (vgl. Galuske 2013, S. 204).

Eine aktive Mitarbeit des Klienten ist unabdingbar, da ein wichtiges Ziel der Aufbau einer Vertrauensbasis ist. Hier ist es Aufgabe des Case Managers, seine Position im Rahmen der Unterstützung zu erklären. Dabei ist zu beachten, dass er den Klienten nicht als „Bettler“, sondern als Nutzer einer Hilfeleistung wahrnimmt und das im Kontakt so vermittelt (vgl. Galuske 2013, S. 203).Fördernd hierfür sind folgende Handlungsweisen des Case Managers: Hilfen abzuklären anstelle von Belehrungen zu geben, die Beschleunigung für eine gute Bestandsaufnahme zu verringern, rasche Hilfe zurückzuweisen, dabei aber Wünsche anzuerkennen und Grenzlinien aufzuweisen, zu untersuchen anstatt zu unterstellen und Interesse am Klienten zu zeigen. Im Case Management steht der Klient mit seinen Schwierigkeiten im Fokus, ihm soll der Case Manager, unter Beachtung von Wirkkraft und Effektivität, ein bestmögliches Unterstützungsnetzwerk einrichten (vgl. Galuske 2013, S. 202).

Ist eine Bereitschaft zur Mitarbeit seitens des Klienten nicht erkennbar, so kann ein Abbruch der Maßnahme erfolgen. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass betroffene Menschen oftmals bereits vorher Anläufe unternommen haben, ihre Probleme zu lösen, und sich möglicherweise im aufgebenden Stadium befinden. Dass dann Motivation nicht im höchsten Ausmaß vorhanden sein kann, versteht sich von selbst. Anders ist es bei einer Zwangsverordnung wie z. B. bei einer richterlichen Anordnung auf stationäre Unterbringung in einer Jugendwohngruppe. Hier ist eine Unfreiwilligkeit aufgrund möglicher Ablehnungen zu bedenken (vgl. Wendt 2017, S. 357). Sind diese Punkte abgeklärt, so kann der Case Manager seine Fallzuständigkeit beurteilen und dem Klienten das weitere Vorgehen erläutern.

Ist die Bedarfsermittlung geklärt, so erfolgt im Anschluss der Ausblick. Einerseits wird die ökonomische Aussicht wie Zeitvolumen, Umsetzbarkeit und Arbeitsaufwand ausgearbeitet. Andererseits wird subsidiär vorausgesagt, welche weiteren möglichen Ressourcen auf Seiten des Klienten erreicht werden können und welche bisher unbemerkt blieben (vgl. Galuske 2013, S. 202). Das erforderliche Dienstleistungspaket kann nun starten. Das Einschätzen des Unterstützungsbedarfes ist kein einmalig festgelegter Vorgang. Im Verlauf des Hilfeprozesses können neue Schwierigkeiten oder Aspekte sichtbar werden, welche ein erneutes Bewerten der Unterstützung erfordern. Dieser Einschätzungsprozess kann jederzeit überarbeitet und wiederholt werden, um somit den Hilfeprozess fortlaufend an die Bedürfnisse des Hilfeempfängers anzupassen. Die Methode des Case Managements eignet sich um in der Jugendhilfeplanung angewandt zu werden. Auch hier wird mehr und mehr auf die Verteilung finanzieller Mittel geachtet. Auch sind die Hilfearrangements von Vernetzungsarbeit und Fallzuständigkeit gekennzeichnet.

In der Praxis der Jugendhilfe kann das z. B. ein Platzanfragetermin sein. Hier können die beteiligten Seiten, d. h. Klient, Jugendamt, Personensorgeberechtigte, Klinik und Einrichtung, einen Eindruck erhalten, ob das gebotene Angebot inhaltlich und ökonomisch in Betracht gezogen werden kann. Kommen alle Beteiligten beim Ersttermin zu dem Ergebnis, dass eine stationäre Maßnahme sinnvoll erscheint, kann nach einem Aufnahmedatum für den Klienten geschaut werden. In der Praxis ist es ratsam, einige Tage zu überlegen, ob das besprochene Hilfsangebot infrage kommt, und sich dann ein zweites Mal gemeinsam zu treffen. Hier können dann weitere Fragen und eine Entscheidung über die angebotenen Hilfen besprochen werden. Für den beginnenden Hilfeprozess ist die Ressourcenorientierung von großer Bedeutung und kann zum besseren Gelingen der vereinbarten Ziele beitragen. Der damit verbundene Blick auf die Stärken des Klienten unterstützt die fördernde und fordernde Entwicklung, hin zu einem positiveren Lebensgefühl. Da diese Vorgehensweise nicht defizitorientiert ist, wird eine tragfähige Beziehung zwischen dem Unterstützungsmanager und dem Adressaten ermöglicht. Durch den Blick auf die Stärken des ratsuchenden Menschen und dessen Einbeziehung in den Prozess werden die Möglichkeiten einer passgenauen Hilfe genutzt. Vorhandene Stärken sind das „Handwerkszeug“ für die Gestaltung und Entwicklung von Lösungswegen. Der Case Manager macht sich mit dem Adressaten auf den Weg, um unterschiedliche Stärken des Klienten zu identifizieren, so werden neue Lösungswege entdeckt. In der Hilfeplanung und Hilfegestaltung ist es daher wichtig, den Klienten bei der Erarbeitung der eigenen Stärken zu unterstützen. Da ein eher defizitorientierter Blick weit verbreitet ist, besteht die Notwendigkeit, das eigene fachliche Handeln zu hinterfragen und zu reflektieren, um so den Blick auf die Stärken der Adressaten nicht zu verlieren und diese in den Hilfeverlauf miteinzubauen (vgl. Galuske 2013, S. 204).

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Details

Seiten
10
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668774063
ISBN (Buch)
9783668774070
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v436901
Institution / Hochschule
SRH Fachhochschule Hamm
Note
1,3
Schlagworte
methoden sozialen arbeit case-management jugendhilfeplanung

Autor

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Titel: Methoden der Sozialen Arbeit. Case-Management. Jugendhilfeplanung