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Prävention von Mobbing durch Schuluniformen

Essay 2018 7 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Einleitung - Zwischen Schulidealität und Schulrealität

Eltern, Schüler und auch Lehrer wünschen sich einen Schulalltag, wo es zu keiner Ausgren­zung Einzelner kommt, die Individualität jedes einzelnen Schüler akzeptiert wird, Mobbing ein Fremdwort ist und sich alle gegenseitig helfen und unterstützen, um das Beste aus ihrer Schulzeit zu machen und den größtmöglichen Lernerfolg zu erzielen. Dies wäre der Ideal­fall, doch in der Realität sieht es leider anders aus. Schüler werden aufgrund verschiedener Äußerlichkeiten, wie dem Kleidungsstil, von ihren Mitschülern ausgegrenzt und teilweise exzessiv gemobbt. Besonders in den vergangenen Jahren hat der Markentrend stark Zuge­nommen und wer sich keine Markenkleidung leisten kann, hat es schwer, zu der Gruppe der ״Beliebten“ dazuzugehören. Solche psychischen Belastungen sorgen gleichzeitig dafür, dass die Leistungsbereitschaft der betroffenen Schüler sinkt und eine generelle Unlust, die Schule überhaupt zu besuchen, entsteht. Da dies keine gute Voraussetzung für ein optimales Lern- und Sozialklima ist, kommt die Frage zustande, ob Mobbing in Schulen durch das Tragen von einheitlicher Kleidung, einer Schuluniform, minimiert oder gar vorgebeugt wer­den kann.

Im Rahmen dieses Essays soll daher untersucht werden, inwiefern Schuluniformen für mehr Einheitlichkeit sorgen und Schüler davon abhalten, andere aufgrund ihres Kleidungsstils zu beurteilen und infolge dessen auszugrenzen oder zu mobben.

Daher wir im Folgenden zuerst auf zwei Fallbeispiele, bei welchen es sich um Untersuchun­gen zu der Wirksamkeit von Schuluniformen handelt, eingegangen und im Anschluss wer­den die negativen sowie positiven Aspekte dieser untersucht und erläutert.

Doch was genau ist eigentlich eine Schuluniform? Nach Theuer ist ״eine Schuluniform [...] eine vor geschriebene, einheitliche Kleidung für alle Schüler einer Schule oder sogar eines Staates. Der Terminus , Uniform ‘ impliziert, dass die Bekleidungsstücke exakt nach Trage­weise, Schnitt, Farbe, Textilie, Art und Marke vorgeschrieben und Abweichungen nicht er­laubt sind[...] “ (Theuer, 2006, s. 3).

Fallbeispiele 2004 verglichen Schöne, Wenzel, Lutz und Dickhäuser die Sekundarstufen zwei verschie­dener Schulen, wobei in einer Schuluniformen getragen wurden, in der anderen jedoch nicht, bezüglich ״sozialer und motivationaler“ Aspekte (Spörer & Brunstein, 2007, s. 44). Hierbei ergaben sich ״ Unterschiede [...] nur für Schüler der höheren Klassenstufen 7 und 8, die Schulkleidung bereits über einen längeren Zeitraum trugen “ und das Ergebnis der in dieser Studie integrierten Umfrage war ein verbessertes Sozialklima sowie eine erhöhte Aufmerksamkeit der Schüler, welche an der Schule waren, an der einheitliche Schulklei­dung getragen wurde. Weiterhin wurde Kleidung von diesen Schülern kein hoher Stellen­wert beigemessen. Im Gegensatz dazu gab es keinen Unterschied zwischen den Fünftkläss- lern der beiden Schulen, welche die Schuluniformen erst seit kurzer Zeit trugen (Spörer & Brunstein, 2007, s. 44). Mit letzterem Ergebnis geht auch die Längs schni ttstudie, woran 251 Grundschüler teilnahmen, von Nadine Spörer und Joachim c. Brunstein einher, welche untersuchten, ob das Tragen von Schuluniformen in Grundschulen die Einstellung der Schüler verändert. Dies bezieht sich sowohl auf die Einstellung zum Lernen als auch auf das Klassenklima selbst. Hierbei gab es jedoch nach der Einführung der Schulkleidung keine signifikanten Veränderungen (Spörer & Brunstein, 2007, s. 46).

Anhand dieser Untersuchungen lässt sich erkennen, dass Schuluniformen durchaus das Po­tential besitzen, positive Veränderungen hervorzurufen, welche sich jedoch ״erst bei Schü­lern eines bestimmten Alters einstellen“ (Spörer & Brunstein, 2007, s. 46). Auf Grundlage dieser Forschungen werden sich die folgenden Untersuchungen bezüglich der Wirksamkeit von Schuluniformen zur Prävention von Mobbing auf Schüler der höheren Klassenstufen der Sekundarstufe beziehen und Grundschüler außen vor lassen.

Kritische Aspekte von Schuluniformen in Bezug auf Mobbing und soziale Ausgren­zung

Bevor die Vorteile von einheitlicher Schulkleidung beleuchtet werden, muss auf die kriti­schen Aspekte dieser hingewiesen werden. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Schüler durch das Tragen von Accessoires die Möglichkeit haben, den Bekleidungserlass zu unterlaufen (Theuer, 2006, s. 18), da sich Schuluniformen lediglich auf die Kleidung beziehen, aber nicht auf Dinge wie Schmuck oder den Schulranzen.

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Details

Seiten
7
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668786547
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v436870
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,0
Schlagworte
prävention mobbing schuluniformen

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Titel: Prävention von Mobbing durch Schuluniformen