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Kinderarmut in Deutschland. Allgemeine Ursachen, Auswirkungen und Handlungsansätze der Sozialen Arbeit

Hausarbeit 2018 18 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Gliederung

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Armut
2.1.1 Absolute Armut
2.1.2 Relative Armut

3. Allgemeine Ursachen für Kinderarmut
3.1 Globalisierung

4. Auswirkungen der Kinderarmut
4.1. Auswirkung auf die Gesundheit
4.2. Psychosoziale Auswirkung
4.3. Auswirkung bei den Bildungschancen
4.4. Soziale Exklusion

5. Handlungsansätze der Sozialen Arbeit

6. Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In Deutschland ist seit Mitte der 90er Jahre ein Anstieg der Armut, daraus resultierend wieder mehr Kinderarmut zu verzeichnen. Aber die Forschung zeigt, dass zur Kinderarmut wesentlich mehr ist, als nur wenig Geld oder ein zum Leben nicht ausreichendes Einkommen zu haben. Aber zunächst wird sich in der folgenden Facharbeit mit einer etwas detaillierten Definition des Begriffs der Armut im Allgemeinen beschäftigt und wie man sie qualitativ und quantitativ erfassen kann. Darauf folgt die Darstellung der Ursachen, die für diese Missstände verantwortlich sind. Anschließend muss aufgezeigt werden, welche Folgen die Kinderarmut auf den psychosozialen Bereich, den Bildungsbereich und auf die Gesundheit haben. Schließlich wird noch erläutert werden wie die Kinderarmut zur sozialen Ausgrenzung führt. Außerdem werden mögliche Handlungsperspektiven vorgestellt, in denen Forderungen und Strategien aufgeführt werden, mit denen man dazu in der Lage wären, die Ausbreitung der Kinderarmut in Deutschland zu minimieren. Um zu vermeiden, dass nur an den Symptomen herum laboriert wird, wird zunächst das Problem analysiert, um unmittelbar an den Ursachen anzusetzen, damit das Problem nachhaltig verbessert werden kann.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Armut

Als Armut wird die Mangelversorgung mit lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen verstanden. Menschen, die in Armut leben, haben demnach keinerlei Anteil an wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und ihnen fehlt es dadurch an Möglichkeiten, ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Amartya Sen, ein Ökonom und Nobelpreisträger hat Armut sehr treffend als das Fehlen von Verwirklichungschancen definiert (vgl. Sell, 2015, S. 89). Anhand ihrer Ausprägung wird dabei zwischen absoluter Armut, d.h. den Menschen stehen laut einem Bericht der Weltbank nur weniger als 1,25 US Dollar pro Tag zur Verfügung und relativer Armut, die in Wohlstandsgesellschaften, wie Deutschland, vorzufinden ist, differenziert (vgl. Sell, 2015, S. 86). Diese relative Armut hat immer auch eine sogenannte „gefühlte Armut zur Folge. Ferner bedeutet „Relative Armut“ eine bestimmte Einkommensgrenze zu unterschreiten und somit den Konsumstandard nicht halten zu können ( vgl. Hock/ Brülle/ Dr. Brennecke, 2010, S. 17).

2.1.1 Absolute Armut

Die extremste Art der Armut, die absolute Armut ist laut Definition der Weltbank eine Armut, die sich durch ein Einkommen von bis zu 1,25 US-Dollar pro Tag definiert (vgl. Sell, 2015, S. 86). In der Regel ist die absolute Armut wohl eher in den Ländern der 3. Welt zu finden. Die Folgen der absoluten Armut können schon lebensbedrohliche Folgen, wie Verdursten, Verhungern, Verwahrlosung, Krankheit, Obdachlosigkeit annehmen (vgl. Hauser; 2012 : S. 96). Es gibt ein physisches Existenzminimum, das nur zum Überleben reicht, dieses umfasst die Ernährung, die Unterkunft, Bekleidung und ggf. gesundheitliche Versorgung, also elementare Grundbedürfnisse, die die absolute Armut nicht enthält. Eigentlich sollte in Deutschland, welches zu den wohlhabenden und entwickelten Ländern gehört, die Form der absoluten Armut gar nicht mehr existieren. Dennoch gibt es auch in Deutschland einige Menschen, deren Lebenssituation sich nahe an der Grenze zur absoluten Armut befindet. Man denke hierbei z. Bsp. An Obdachlose, illegale Zuwanderer, 100% ig sanktionierte ALG II-Bezieher und sogar Straßenkinder ohne festen Wohnsitz (vgl. Stimmer 2000, S. 49f).

2.1.2 Relative Armut

Unter dem anerkannten Begriff der relativen Armut ist eher die relative Einkommens-armut zu verstehen, das bedeutet, dass man sich mit seinem eigenen Einkommen nicht selbstständig versorgen kann. Wissenschaftler vertreten die Meinung, dass die heutige Armut mit dem Sozialhilfebezug bzw. Hartz 4-Bezug gleichzusetzten ist (vgl. Butterwegge 2000: S. 25ff.). Andererseits gilt derjenige als arm, der „(einen) festgelegten Prozentsatz des durchschnittlichen Äquivalenzein-kommens der bundesdeutschen Bevölkerung“ besitzt (Chassé; Zander 2010, S. 17). Explizit gilt jemand als relativ arm, wenn er 60% dieses o. a. durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat und strenge Armut ist bei 40% erreicht (vgl. Sell, 2015, S.86). Nach der Meinung der Politik, ist der Mensch arm, wenn er diese Einkommensgrenze unterschreitet und staatliche Leistungen beanspruchen muss. Dieser sogenannte „Regelsatz“ ist nach dem Bundessozialhilfegesetz der Bundesrepublik Deutschland definiert. Kann man daraus nicht folgern, dass trotz sozialstaatlicher finanzieller Hilfen viele Menschen in Armut verharren müssen? Weil die Armut eigentlich in Wirklichkeit oft keinesfalls bekämpft wird, kann man wohl eher von einer „bekämpften Armut“ sprechen. Minderjährige nichterwerbsfähige Kinder, die in einkommens-schwachen Haushalten leben, gelten als arm. Genauso Kinder bis 18 Jahre, die auf ALG II bzw. Sozialgeld angewiesen sind ( vgl. Hock/ Brülle/ Dr. Brennecke, 2010, S. 18f.).

3. Allgemeine Ursachen für Kinderarmut

Die Hauptursachen und die Risiken, die für Kinderarmut verantwortlich gemacht werden, können schnell ausgemacht und auf wenige Faktoren beschränkt werden, wie z. Bsp. die Massenarbeitslosigkeit und die Absenkung der Löhne. Diese Entwicklung begann damit, dass Anfang der 80er Jahre bürgerliche Kampagnen gestartet wurden, die gespeist wurden von marktradikalen wirtschaftsliberalen Ideen aus den USA und aus Großbritannien. Die neue Parole hieß auf einmal „auf die Selbstheilungskräfte des Marktes“ zu vertrauen, „staatliche Aktivitäten bis auf ein Minimum“ herunterzufahren und auf „wirtschaftspolitische Interventionen“ gänzlich zu verzichten (vgl. Hengsbach, 2015, S. 125). Dies führt neuerdings zu einem Paradoxon, denn trotz gutem Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosen-zahlen befindet sich die Anzahl der einkommensarmen Menschen auf einem Rekordhoch von über zwölf Millionen Menschen. All dies hat nicht nur Auswirkungen auf die betroffenen Menschen, sondern wirkt sich auch auf die finanzielle Situation des Sozialstaates negativ aus. Weiterhin kommt noch erschwerend hinzu, dass durch die Schwächung der Gewerkschaften die Arbeitnehmer bei den Tarifver-handlungen mit den Arbeitgebern kaum noch über Einflussmöglichkeiten verfügen und folglich bei der Ausweitung des Niedriglohnsektors keinerlei Widerstand entgegensetzen können. Dementsprechend haben sich die Löhne zu regelrechten Dumpinglöhnen entwickelt. Eine immer größer werdende „soziale Ungleichheit“ und „gesellschaftliche Polarisierung“ sind die mittelbare Konsequenz dieser Entwicklung (vgl. Hengsbach, 2015, S. 131).

Die Familienstruktur hat sich signifikant gewandelt, nun haben sich überwiegend vielfältige Formen der Familien- und Lebensstrukturen, wie z. Bsp. Alleinerziehende, Patchworkfamilien, usw. herausgebildet und unser „Sozialstaat“ hat es offenbar versäumt sich diesen sozialen Veränderungen anzupassen ( vgl. Hock/ Brülle/ Dr. Brennecke, 2010, S. 36). Die sozialstaatlichen Sicherungssysteme richten sich noch stark an dem klassischen Familienmodell (Vater, Mutter, Kind) aus und fördern nur diese hinreichend. Singlehaushalte und Alleinerziehende, d.h. Lebensformen, die nicht mehr dem klassischen Familienmodell entsprechen, erleiden klare Benachteili-gungen in der sozialstaatlichen Unterstützung (vgl. Butterwegge, C., 2000, S. 14f.).

Doch neuerdings beweisen Studien, dass Kinder kein Armutsrisiko an sich darstellen, sondern dass eher die Verhältnisse, in die sie hineingeboren werden, eine große Rolle für sie dabei spielen. Das Problem der Kinderarmut muss, damit man es besser verstehen kann, ganzheitlich betrachtet werden, d. h., man kann die Kinder nicht getrennt von den Eltern sehen, weil die Familie als ganzes System betrachtet werden muss. Die Lebensverhältnisse der Eltern sind sehr maßgeblich, was die Ursachen der Kinderarmut in Deutschland anbelangt, denn der Lebensstandart der Kinder ist eng verknüpft mit dem Einkommen der Eltern (vgl. Chassé; Zander 2010, S. 16). Ungünstige Lebensumstände, wie Scheidungen und Trennung betreffen auch Kinder, weil die alleinerziehenden Mütter, die immer noch überwiegend für die Kinder sorgen müssen, mit sehr viel größeren Einkommenseinbußen zurechtkommen müssen als die Männer. Eine weitere potentiell von Armut betroffene Gruppe sind die kinderreichen Familien, denn man muss bedenken, dass jedes weitere Kind so erhebliche Kosten verursacht, dass bereits schon ab drei Kindern so große monatliche Ausgaben entstehen, die eine normal verdienende Familie in den Bereich der „Einkommensarmut“ treiben kann (vgl. Klocke, 2001, S. 297 f.). In unserer Gesellschaft wächst leider das Armutsrisiko mit jedem weiteren Kind, das auf die Welt kommt und sozialstaatlich und gesellschaftlich gesehen, besteht eine nur sehr unzureichende Absicherung für eine gesicherte Existenz betroffener Kinder, weil der Staat die Eltern nicht ausreichend finanziell unterstützt und die Eltern finanziell das meiste leisten müssen, um zukünftige Steuerzahler heranzuziehen (vgl. Holz, G, 2003, S. 4).

Ferner sind die Ursachen nicht auf mangelnde bzw. fehlende berufliche Qualifikation oder schuldhaftes Verhalten zurückzuführen, sondern die Ursachen sind „strukturell bedingt“ oder anders formuliert, das Versagen liegt nicht beim Einzelnen sondern am System selbst, aber dennoch werden die strukturellen Gründe auf die persönlichen Eigenschaften der Einzelnen geschoben. Obwohl als wahre Gründe sich beim näheren Betrachten strukturelle Ursachen, wie Betriebsschließungen, „Rationalisierungsprozessen“ und „Personalabbau“, bedingt durch den technischen Fortschritt, herausstellen, werden diese Ursachen selbst von den Betroffenen verdrängt, die sich selbst als individuelle Versager betrachten (vgl. Chassé; Zander 2010, S. 214).

Als Ursachenbekämpfung sollte man in erster Linie auf die Bewältigung der strukturellen Bedingungen den Focus richten, zu denen zählt die Massenarbeitslosigkeit, die öffentliche und private Verschuldung, der immer weiter fortschreitende Sozialabbau, die fehlenden Wohnungen sowie die ungerechte steuerliche Umverteilung von unten nach oben, fehlende Maßnahmen gegen den sozialen Abstieg sowie, wie bereits vorher erwähnt, unzureichender Lastenausgleich für die Familien (vgl. Iben, G. 1998, S. 13).

Resümierend kann man hier sagen, dass es hier drei große Gruppen von Verlieren gibt, die Alleinerziehenden, die Kinder und die Langzeitarbeitslosen (vgl. Sell, 2015, S. 90). Durch die Privatisierungen und die neoliberalen Modernisierungen, die die Kinder und Erwachsenen gemeinsam betrifft, kam es in sämtlichen Gesellschafts-bereichen zu einer sozialen Polarisierung, als Folge der Globalisierung, mit der sich der nächste Abschnitt noch etwas näher beschäftigen wird. Durch die Abschaffung des anrechnungsfreien Erziehungsgeldes und die Einführung des Elterngeldes, von dem nur noch die Reichen und die noch verbliebenen Leistungs-träger profitieren, kann man annehmen, dass die Menschen, die von Armut betroffen sind, sich besser nicht mehr vermehren sollten. Man mag vielleicht irgendwann zu dem Schluss kommen, dass diese unheilvolle Entwicklung politisch gewollt ist, weil diese neoliberale Politik unkorrigiert weiter verfolgt wird. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

3.1 Globalisierung

Durch den Wegfall des Eisernen Vorhangs hat der Kapitalismus offenbar als das überlegenere System das Ende des Ostblocks überdauert. Deutschland, das wegen des Dritten Reiches und dadurch, dass es durch den eisernen Vorhang geteilt war, einen großzügigeren Sozialstaat aufbauen musste, ist nun, weil das Konkurrenz-system im Osten nicht mehr existiert, dabei diesen Sozialstaat wieder abzubauen. Das goldene Zeitalter der Globalisierung wurde eingeläutet und sie hat zu vielen einschneidenden Veränderungen und Entwicklungen geführt, sowohl für die Weltwirtschaft als auch folglich für die deutsche Wirtschaft. Von den Gewinnern dieser schönen neuen Welt wird die Globalisierung als ein neues wirtschaftliches Erfolgskonzept angepriesen, das die weltwirtschaftliche Lage global verbessern soll. Durch den Wegfall der nationalen Grenzen und den Abbau der Zölle zunächst in Europa und der Liberalisierung der Wirtschaft sollen die Handelsbedingungen erleichtert werden, d.h. Kapital- und Warenströme können nun ungehindert die nationalen Grenzen passieren, um die Marktwirtschaft bzw. auf globaler Ebene den Welthandel künstlich voranzutreiben. Der daraus entstandene „Standortwettbewerb“ gab nun allen Staaten das Signal die Steuern für Großunternehmen und für Reiche zu senken, denn durch ihre gewachsene Mobilität und ihr exklusives Verhalten, bestimmen sie den Wettbewerb wesentlich mit (vgl. Weizsäcker, von, C., 1999, S. 79f.). Dementsprechend findet eine „fiskalische Umverteilung von unten nach oben“ statt. Die Steuerlast der Groß-unternehmen und der Reichen nimmt immer weiter ab, während die „Mehrwert-steuersätze“ und die „kommunalen Abgaben“, die von allen Bürgern getragen werden, gerade eine gegenteilige Entwicklung zeigen (vgl. http://www.globalisierung-online.de/info/text2.php).

Die Globalisierung führt zwar dazu, dass auf der einen Seite die Gewinner immer reicher und zahlreicher werden aber andererseits nimmt die Armut dadurch auch nicht ab, ganz im Gegenteil ist die Armut bereits schon eine ganz „normale Alltags-erscheinung“ geworden (vgl. Butterwegge, C., 2000, S. 40). Andererseits zeigt der „Anstieg der Einkommen aus Vermögen“, wie der Reichtum in den Händen einiger Großunternehmer und Konzerne im Verhältnis zu dem Einkommen der abhängig Beschäftigten immer weiter ansteigt. Diese sind dazu in der Lage durch ihre gut ausgebauten und weltweit agierender Strukturen als Global-Player die Hauptnutznießer dieser Entwicklung zu sein (vgl. Huster, 1997, S. 27f.).

Die wichtigsten Ursachen stellen im Bereich der Erwerbsprobleme erstens die Langzeitarbeitslosigkeit und zweitens die sich seit über 10 Jahren durch die Globalisierung verursachte Veränderung der Arbeitswelt durch die „Auflösung der traditionelle Arbeitnehmerverhältnisse“ dar. Gleichzeitig haben „atypische Arbeits-verhältnisse“ durch die Einführung der mit der Agenda 2010 verbundenen Hartz-Gesetze überdurchschnittlich zugenommen. Hierzu zählen befristete Arbeitsverträge, Leiharbeit, Minijobs und geringfügige Arbeiten mit weniger als 20 Wochenstunden (vgl. Chassé; Zander 2010, S. 38). Das sind Arbeitsverhältnisse, die dem Ein-kommen nach mit Erwerbslosigkeit gleichgestellt werden können und die Kinder und Jugendlichen sind gleichermaßen mit betroffen (vgl. Chassé; Zander 2010, S. 16).

Somit ist klar, dass es im System der Globalisierung auch viele Verlierer gibt und im Laufe der Zeit sind viele Gegner und Kritiker auf den Plan gerufen worden, die die Globalisierung wohl zu Recht anprangern. Aufgrund von Deregulierungen und Privatisierungen hat der Staat immer mehr frühere hoheitliche Aufgaben an Wirt-schaftsunternehmen abgegeben, dadurch staatliche Dienstleistungen, wie die Bildung, die Arbeitsvermittlung, die Erziehung, das Gesundheitswesen und sogar die Altenfürsorge zu handelbaren Waren gemacht.

Durch den Abbau der Zölle gibt es für den Staat kein Ausgleich und kein Regulativ für die ungleichen Produktionsbedingungen anderer Staaten mehr, das heißt um Konkurrenzfähig zu bleiben, muss in Deutschland Lohndumping und Sozialabbau betrieben werden. Damit der Wirtschaftsstandort Deutschland wieder an der Welt-spitze mitspielen kann, setzt die neoliberale Idee der Standortsicherung ganz auf Privateigentum, Markt, Wettbewerb und Leistung. In einer kapitalistischen Hoch-leistungsgesellschaft, wie der unseren ist es logisch, dass Leistung verherrlicht und mit Anerkennungen, wie Prämien und Einkommenssteigerungen belohnt werden muss (vgl. Hengsbach, 2015, S. 126f.). Andererseits dient die Armut als Ab-schreckung und als Maßstab, für all das, was die Erfolgreichen und Tüchtigen nicht verdient haben. Da die Verlierer ihre Armut, als Niederlage betrachten, die offenbar selbst verschuldet ist und für die man sich zu schämen hat, ist es keineswegs verwunderlich, dass sich viele Menschen nicht dazu bekennen wollen. Ein zu großzügig angelegter Sozialstaat würde aus neoliberaler Weltsicht heraus dazu führen, dass die Leistungsbezieher keine Leistungsbereitschaft zeigen würden eine Arbeit anzunehmen, die schlechter bezahlt wird (vgl. Weizsäcker, von, C., 1999, S. 64f.). Um die Arbeitsanreize zu steigern, weit untertariflich bezahlte Arbeit anzu-nehmen, wird der Druck auf die Betroffenen immer weiter erhöht, indem dieses Arbeitslosengeld II immer weiter gekürzt und sogar bis auf null sanktioniert werden kann (vgl. Hanesch, 2005, S. 85). Es wird dabei aber vergessen zu erwähnen, dass nicht vorhandene Arbeitsplätze nicht besetzt werden können. Somit kommt es durch die Globalisierung, maßgeblich mit verursacht, zu einer Zunahme der Armutsfälle und somit auch zu einer Zunahme der Kinderarmut in Deutschland.

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Details

Seiten
18
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668768499
ISBN (Buch)
9783668768505
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v436065
Institution / Hochschule
Hochschule RheinMain - Wiesbaden Rüsselsheim Geisenheim
Note
1
Schlagworte
kinderarmut deutschland allgemeine ursachen auswirkungen handlungsansätze sozialen arbeit

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