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Der Einfluss der sozialen Unterstützung auf den Selbstwert am Beispiel von Peer-Groups

Studienarbeit 2017 23 Seiten

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Systematische Einordnung des Themas
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffserklärung
2.1.1 De\nition: Peer-Gruppen
2.1.2 De\nition: Das Selbst
2.1.3 De\nition: Selbstkonzept
2.1.4 De\nition: Selbstwert
2.1.4.1 De\nition:expliziter Selbstwert
2.1.4.2 De\nition impliziter Selbstwert
2.2 Methoden zur Messung des Selbstwerts
2.2.1 impliziter Selbstwert
2.2.1.1 Implicit Association Test
2.2.1.2 Name Letter Test
2.2.2 expliziter Selbstwert
2.2.2.1 Rosenberg-Skala
2.2.2.2 Multidimensionale Selbstwertskala
2.3 Soziometer-Theorie
2.4 Problem der Selbstwertschätzung
2.4.1 zu niedriger Selbstwert
2.4.2 zu hoher Selbstwert

3. Praxisteil
3.1 Methode
3.2 Ergebnisse
3.3 Diskussion

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis....

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Systematische Einordnung des Themas

Abb.2: Geschlechtsunterschiede des expliziten und impliziten Selbstwert

Abb.3: Zusammenhang von Ähnlichkeit und Sympathie.

1. Einleitung

„Ohne den anderen gibt es kein Selbst“ (Filipp und Frey, 1988 S. 428) Der Selbstwert wird maßgeblich durch soziale Interaktion bestimmt. Wieso soziale Interaktion dabei eine so entscheidende Rolle spielt wird unter anderem in der Soziometer-Theorie, die in vorliegender Studienarbeit unter Punkt 2.3 beschrieben wird, deutlich.

Keine menschliche Eigenschaft sei erstaunlicher als unser Drang, mit anderen zu sympathisieren, deklariert der britische Philosoph und Ökonom David Hume bereits im 18. Jahrhundert in seinem “Traktat über die menschliche Natur”. Ähnlichkeit schafft Sympathie. Wenn uns Menschen sympathisch sind, schließen wir uns tendenziell zu Gruppen zusammen (Alter und Darley 2009). Inwieweit Peer- Groups den Selbstwert beein]ussen, soll in folgender Studienarbeit heraus gefunden werden.

1.1 Systematische Einordnung des Themas

Die Persönlichkeitspsychologie beschäftigt sich unter anderem mit dem Selbst. Folgende Gra\k soll die strukturierte Klassi\zierung der Begrif]ichkeiten und des Themas verdeutlichen.

Abbildung in dieser eseprobe nicht enthalten

Abb.1: systematische Einordnung des Themas Selbstwert Selbstwert in Anlehnung an Prof. Dr. Tatjana Seibt

1.2 Aufbau der Arbeit

In vorliegender Studienarbeit soll entschlüsselt werden, inwieweit PeerGroups den Selbstwert steuern.

Neben den Methoden zur Messung des Selbstwerts, wird die Soziometer-Theorie erörtert und auf die Problematik bei der Selbstwertschätzung eingegangen. Im anschließenden Teil der Studienarbeit soll anhand einer praktischen Studie analysiert werden, welche Rolle die Ähnlichkeit und Sympathie, bezüglich der Einschätzung des Selbstwerts spielt.

2. Theoretische Grundlagen

Zunächst beschäftigt sich der erste Teil der Arbeit, mit der zugrunde gelegten Theorie. Hierbei werden in einem ersten Schritt die wichtigsten Begrif]ichkeiten erläutert. Nachfolgend wird auf die Methoden zur Messung des impliziten und expliziten Selbstwerts eingegangen. In Folge dessen wird die Soziometer-Theorie näher beleuchtet und schließlich wird die Problematik der Selbstwertschätzung thematisiert.

2.1 Begriffserklärung

In folgenden Abschnitten werden die wichtigsten Begriffe, die in vorliegender Studienarbeit mehrmals erwähnt werden, de\niert.

2.1.1 De\nition: Peer-Group

Bei einer Peer-Group handelt es sich um eine „soziale Gruppe von gleichaltrigen Jugendlichen, in der das Individuum soziale Orientierung sucht und die ihm als Bezugsgruppe dient. Peer Groups haben eigene Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen. Peer Groups weisen […] eine starke Konformität gegenüber den Verhaltensnormen der eigenen Gruppe aus […]“ (Gabler Wirtschaftslexikon Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg Stand 13.03.2016).

Harter (1993) erkennt , dass die Beliebtheit insbesondere in Peer-Groups als bedeutsame Bestimmungsgröße des Selbstwerts gilt.

2.1.2 De\nition:Das Selbst

Das Selbst eines Individuums setzt sich aus zwei Komponenten zusammen, dem Selbstkonzept und dem Selbstwert (Potreck-Rose und Jacob, 2008). Das Selbstkonzept lässt sich als eine Art Wissens-System verstehen, in welchem die Kenntnis über die eigene Person strukturiert ist (Asendorpf und Neyer, 2012). Der Selbstwert hingegen, re]ektiert die persönliche Zufriedenheit einer Person wieder (Greitemeyer, 2012). Der Psychologe James Youniss besagt, dass interpersonelle Beziehungen in denen das Selbst partizipiert ist, die Grundlage für die De\nition des Selbst bilden (Liebsch, 2012).

2.1.3 De\nition:Selbstkonzept

„Unter Selbstkonzept ist eine interne Regulationsinstanz für Gedanken, Gefühle und Handlungen zu verstehen. Als Schema hat das Selbstkonzept eine doppelte Natur: zum einen ist das Selbst ein kognitives Objekt, d.h. eine Struktur, die erkannt wird; zum anderen ist es aber auch der Akteur (agent) der kognitiven Prozesse, des Erkennens und Wissens“ (Zimbardo, 1988, S. 502). Vereinfacht kann das Selbstkonzept als „Inhalt unseres Selbst“ verstanden werden (Greitemeyer 2012 S.25). Eine interessante Studie (Gilovich, Medvec und Savitsky, 2000 zit. nach Greitemeyer 2012), zum Selbstonzept, geht der Frage nach, die sich, größtenteils Frauen beim Stylen für eine Party stellen würden. Bei der Auswahl des Kleidungsstücks bedenkt man bereits die möglichen Reaktion der Freunde, aber achten andere tatsächlich so genau auf die Kleidung die man trägt? Die Versuchspersonen der Studie sollen ein T-Shirt anziehen, auf dem eine bekannte Persönlichkeit zu sehen ist. Nach kurzem Aufenthalt mit anderen Personen im Raum, werden die Probanden befragt, wie vielen Personen, sie glauben, die Person auf dem Shirt aufgefallen zu sein. Durchschnittlich schätzen die Testpersonen, dass sich jeder Zweite an die Person auf dem Shirt erinnern kann. In Wahrheit ist allerdings nicht einmal jeder Zehnte im Stande die Person richtig zu identi\zieren. Dies ist ein Beispiel für den sogenannten Spotlight-Effekt, dieser besagt, dass Personen oftmals zu einer Überbewertung neigen, wenn es um die Einschätzung der Wahrnehmung anderer über das eigene Erscheinungsbild geht (Greitemeyer, 2012).

Tajfel (1978, S. 63) de\niert die soziale Identität eines Gruppenmitgliedes als "den Teil des Selbstkonzeptes einer Person, der sich aus ihrem Wissen um die Mitgliedschaft in einer sozialen Gruppe (oder Gruppen), dem Wert und der emotionalen Bedeutung ableitet, die mit dieser Mitgliedschaft verbunden sind.“

2.1.4 De\ntion:Selbstwert

Mummendy (2006) bestimmt den Begriff des Selbstwerts als den „Wert oder die Bewertung, die ein Individuum sich selbst zuschreibt und zukommen lässt, wird [...] als Selbstwertschätzung, Selbstwertgefühl oder gelegentlich auch Selbstachtung bezeichnet“ (S.144). Nach Asendorf stellt der Selbstwert die subjektive Einschätzung des eigenen Charakters bzw. der persönlichen Zufriedenheit (mit sich selbst) dar. Demnach kann das Selbstwertgefühl als eine gesonderte Haltung angesehen werden: „als Einstellung gegenüber sich selbst“ (Asendorf, 2012).

Eine Person wird sich die Fragen stellen, wie beispielsweise, „Wie zufrieden bin ich mit mir selbst?“ oder „Welche positiven Eigenschaften zeichnen mich aus?“, um den expliziten Selbstwert, die bewusste Abschätzung einer Person über sich selbst, zu ermitteln (Rosenberg 1965 zit. nach Greitemeyer 2012). Die unbewusste Bewertung einer Person demonstriert der implizite Selbstwert. Dabei werden Gegenstände beurteilt die mehr oder weniger stark mit dem Selbst in Verbindung gebracht werden. Umso zustimmender diese Gegenstände bewertet werden, die eng mit der eigenen Person assoziiert sind, desto positiver fällt der implizite Selbstwert aus. Der explizite und implizite Selbstwert stehen nur in mäßigen Zusammenhang. Es kann also beispielsweise vorkommen, dass eine Person einen niedrigen expliziten Selbstwert und einen hohen impliziten Selbstwert aufzeigt umgekehrt (Greitemeyer, 2012). Es wurde festgestellt, dass eine Relation zwischen dem Selbstwert und der Persönlichkeit besteht. So weißen vor allem Menschen mit niedrigem Neurotizismus einen erhöhten Selbstwert auf. Zudem existiert eine geringe Korrelation zwischen einem hohem Selbstwert und höheren Auffälligkeiten bei Extraversion und Verträglichkeit (Aluja, Rolland, García und Rossier, 2007; Stempelova und Cmarikova, 2004).

Unter anderem kann die Selbstwahrnehmung Auswirkungen auf das Selbstkonzept haben. Wenn diese, Veränderungen im Selbstkonzept initiieren und als positiv oder negativ eingestuft werden, kann das Folgen auf den Selbstwert haben. Ab der mittleren Kindheit wird deutlich, dass man sich immer im Vergleich zu einer Bezugsgruppe einschätzt- Eine Gruppe mit deren Mitglieder man sich gegenüberstellt, weil sie sich in gleichartiger Situation be\nden. Das Selbstwertgefühl entstammt also nicht einer relativen Einschätzung, sondern einem sozialen Vergleich. Soziale Vergleichsfolgen werden primär auffallend, wenn ein Wechsel der Bezugsgruppe statt\ndet (Asendorf, Neyer 2005).

2.1.4.1 De\nition:expliziter Selbstwert

Größtenteils haben Personen einen hohen Selbstwert, so Greitemeyer, 2012. Die Methode die am häu\gsten angewandt wird, um den expliziten Selbstwert zu erfassen, ist die Rosenberg-Skala, die unter Punkt 2.2.1 näher beleuchtet wird. Die meisten Menschen geben auf einer bewussten Ebene an, dass sie an sich selbst und an ihrem Charakter nichts auszusetzen haben. Eine hohe Selbstwertschätzung ist in diversen Aspekten von Nutzen. Glücksgefühle und Lebenserfüllung treten mit einem hohen Selbstwert in Erscheinung. Ferner neigen Menschen mit einem hohen Selbstwert zu Beständigkeit nach Niederlagen, lassen sich also durch Misserfolge nicht demoralisieren (McFarlin et al.1984).

2.1.4.2 De\nition:impliziter Selbstwert

Die Erfassung des impliziten Selbstwerts erfolgt im Gegensatz zum expliziten Selbstwert auf einer latenten Ebene. Beim impliziten Selbstwert wird dementsprechend, die Zufriedenheit mit sich selbst, ohne dass dabei der eigene Selbstwert bekannt ist, erfasst. Der implizite Selbstwert wird durch die Evaluation von Objekten, die teilweise mit dem eigenen Selbst in Verbindung gebracht werden,ermittelt. Versuchspersonen sollen beispielsweise, „alle Buchstaben des Alphabets hinsichtlich ihrer Attraktivität […] bewerten“ (Greitemeyer 2012, S. 30). Gegenübergestellt werden die Bewertungen der eigenen Initialen, mit den Bewertungen der restlichen Buchstaben. Umso besser die eigenen Initialen,gegenüber den restlichen Buchstaben,eingeschätzt wurden, desto höher fällt der implizite Selbstwert aus. Auch hier zeigt sich, entsprechend beim expliziten Selbstwert, dass die meisten Menschen einen hohen impliziten Selbstwert besitzen (Nutin 1985). Der Implicit Egotism, nach Pelham et. al, 2005, bezeichnet die Vorliebe zu Objekten, die mit dem eigenen Selbst verbunden sind.

Dabei wurde herausgefunden, dass der Implicit Egotism Ein]uss auf prägnante Lebensentschlüsse nimmt. Die Wahl über den Wohnort, den Beruf und des Lebenspartners, sind teilweise vom eigenen Namen abhängig. Eine Person, die beispielsweise Beate heißt wird vorzugsweise nach Berlin ziehen, als Beamtin arbeiten und einen Bernd heiraten. Selbstverständlich spielen bei solchen Entscheidungen nicht nur die eigenen Initialen, sondern eine Vielzahl weiterer Faktoren eine Rolle, jedoch konnte durch zahlreiche Studien belegt werden, dass der Name einen bedeutsamen Teil dazu beiträgt (Greitemeyer 2012). Der „Implicit Egotism besagt, dass wichtige Lebensentscheidungen durch die Ähnlichkeit des eigenen Selbst beein]usst werden“ (Greitemeyer 2012, S. 31).

2.2 Methoden zur Messung des Selbstwerts

Um Theorien anwenden zu können und Vergleiche zu ziehen, muss der Selbstwert messbar gemacht werden. Dafür werden jeweils zwei Methoden für die Messung des impliziten Selbstwerts und für den expliziten Selbstwert näher beschrieben. Durch derartige Messungen, kann man den Selbstwert einer Person innerhalb einer Gruppe mit ähnlichen Charakteren, mit dessen Selbstwert in einer Gruppe mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, miteinander vergleichen.

2.2.1 Methoden zur Messung des impliziten Selbstwerts

Boston et al. (2000) sind eine der ersten, die die psychometrischen Eigenschaften von Messungen des impliziten Selbstwertgefühls untersuchen.

[...]

Details

Seiten
23
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668775473
ISBN (Buch)
9783668775480
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v436018
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Schlagworte
Selbstwert Peergroup

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