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Die geschichtliche Entwicklung der Suchtprävention in Deutschland

Hausarbeit 2017 18 Seiten

Pädagogik - Geschichte der Päd.

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pävention und Gesundheitsförderung
2.1 Prävention und Suchtprävention
2.2 Gesundheitsförderung

3. Aktionsprogramm der Bundesregierung zur Bekämpfung des Drogen- und Rauschmittelmissbrauchs
3.1 Zielsetzung und Aufklärung des Aktionsprogrammes
3.2 Ergebnisse und Verwirklichung des Aktionsprogrammes

4. Entwicklung der Suchprävention
4.1 Suchtprävention damals (1960 bis 1999)
4.2 Suchtprävention heute (2000 bis 2017)

5. Schlussfolgerung der Fragestellung

6. Literaturnachweis

1. Einleitung

In dieser Arbeit wird sich mit dem geschichtlichen Verlauf der Suchtprävention in Deutschland auseinandergesetzt, um herauszufinden inwieweit sich die Suchtprävention bis zum heutigen Zeitpunkt gewandelt hat. Inhaltlich wird es darum gehen den Begriff Suchtprävention zu klären. Es wird das Aufklärungsprogramm der Bundesregierung aus dem Jahre 1970 erläutert und welche inhaltlichen Aspekte und Ziele dabei festgelegt sind. Die zu damaligen Zeitpunkt erreichten Ergebnisse und Verwiklichungen der Ziele werden im nächsten Kapitel beschrieben. Fortlaufend wird in den weiteren Kapiteln beschrieben, wie sich die Suchtprävention aus geschichtlicher Sichtweise in den Jahren 1960 bis zum heutigen Zeitpunkt entwickelt hat.

So wie der Verlauf des Aktionsprogrammes der Bundesregierung, sind auch weitere wichtige und einflussreiche Erkenntnisse gemacht, die die Suchtprävention geprägt ha­ben. Das Thema Sucht besitzt ein breites Spektrum an Informationen und verschiedenen Befunden und Äußerungen, die es zu einem spannenden Gebiet machen, um essentielle Ergebnisse zu betrachten und zu vergleichen. Der Einfluss von Schutz- und Risikofak­toren in der Suchtprävention ist in der gesamten Arbeit mit den Klienten ein wichtiger Bestandteil zur ganzheitlichen Förderung.

Bereits durch die Ottawa-Charta der WHO fand man heraus, dass es sich bei der Sucht­prävention um eine ganzheitliche Förderung der Gesundheit handelt.

Weltgesundheitsorganisation, 1986 in Ottawa Charta zur Gesundheitsförderung:

״ Um ein umfassendes körperliches, seelisches lind soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es not­wendig, dass sowohl einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können. In diesem Sinne ist die Gesundheit als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel. “

Einen kleinen Einblick möchte ich über die Geschichte der Suchtprävention vorstellen, da dies eines der fundamentalen Themen ist mit denen man sich in der Sozialen Arbeit beschäftigt und auseinandersetzt. Es ist meiner Meinung nach wichtig, sich ebenfalls der Geschichte dieses Themas zu widmen, um es besser zu verstehen und Fakten zu erken­nen, weshalb die Suchtprävention auf ihrem heutigen Stand ist. Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob die Suchtprävention zur heutigen Zeit bereits “perfektioniert” ist und welchen Einfluss Maßnahmen und präventive Angebote aus vergangenen Zeiten noch heute eine Rolle spielen.

2. Pävention und Gesundheitsförderung 2.1 Prävention und Suchtprävention

Das lateinische Wort für Prävention heißt ״praevenier“, welches übersetzt bedeutet wie ״zuvor kommen oder verhüten (vgl. Albert Metzinger, 2012).

Prävention versteht sich also als ein Verzicht negativer Ereignisse und möchte diese nega­tiven Ereignissen vermeiden und langfristig entgegenwirken.

Einerwünschte Entwicklungen möchten durch ein vorsorgendes Handeln vermieden werden. Ebenfalls wird die Prävention sowohl in der Medizin als vorbeugende Maßnahme verstanden, als auch in der Kriminalität als eine Bekämpfung gegen Straffälligkeiten. Es ist ebenfalls ein Teil davon die geistige, seelische, körperliche und soziale Gesundheit zu fördern. Im Ganzen gesehen bedeutet dies, dass in der Suchtprävention nicht nur die einzeln betroffene Person einbezogen wird, sondern auch das dementsprechende Umfeld. Unterschieden werden die Ansätze in der Prävention dahingehend von ihrem Krankheits­beginn - also der Primärprävention, dem Frühstadium einer Krankheit - der Sekundär­prävention und der bereits bestehenden Krankheit - der Tertiärprävention. In der Primär­prävention soll die Gesundheit durch förderliche Maßnahmen erhalten werden. In der Sekundärprävention wiederrum werden medizinische Untersuchungen getätigt, um das Stadium der Krankheit zu erkennen. Verhinderungen oder Wiederauftreten der Er­krankung werden in der Tertiärprävention durch verschiedene Maßnahmen getan (vgl. Robert Koch-Institut, Hrsg, 2015, s. 241). Diese Ansätze sind von der WHO seit Beginn der Prävention eingeführt. Im Suchtbereich sind damit Substitutionsprogramme gemeint, die eine Verschlimmerung, der durch die Abhängigkeit entstandenen Gesundheitsschäden, vermeiden sollen (Jochen Becker, 2003 s. 39). Prävention will somit Gesundheit durch Krankheitsverhinderung erreichen, daher befasst sie sich mit einzelnen, betroffenen Men­sehen oder bestimmten Risikogruppen (vgl. ebd, 2003 s. 38).

Drogenprävention ist nach Meyenberg (1993) ein Teilbereich der Suchtprävention. Die Drogenprävention beschäftigt sich mit Informationen und Aufklärung über legale und illegale Drogen, z. B. über Beschaffenheit, Herkunft und Wirkungsweisen. Außerdem bezieht sie sich auf Drogenkonsum, und -missbrauch und deren Folgen daraus. Sucht­prävention erfasst darüber hinaus die Einwirkung auf entstehendes Suchtverhalten und thematisiert die Ursachen (vgl. Meyenberg, zit. nach Jochen Becker, 2003 s. 40). Die Einteilung von Primär, Sekundär und Tertiärprävention wird noch immer angewendet, gilt allerdings bereits als veraltet. Die Suchtprävention wird generell in zwei Ansätzen unterschieden. Ausgerichtet auf das Verhalten des Klienten und den Einfluss sozialer Lebenswelten ist es hierbei wichtig, dass eine erfolgreiche Maßnahme nur in Verbindung der zwei genannten Aspekte erreicht werden kann. Sollte jedoch nur in das Verhalten eingegriffen werden und hier das soziale Umfeld der jeweiligen Person nicht berücksi­chtigt werden, wird die Maßnahme auf kurz über lang missglücken bzw. ausbleiben (vgl. Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Ingeborg Holterhoff-Schulte, Christa Merfert-Diete 2007, s. 4). Abgezielt ist Suchtprävention darauf, eine sozial und persönlich schädliche Verwend­ung von verschiedenen Substanzen zu verringern und auch Todesfälle zu verhindern (vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), 2004, s. 10). ״Personalkommu- nikative“ und ״gesellschaftliche“ Grundlagen der vorhandenen Konzepte werden berück­sichtigt und tragen dazu bei, dass die Suchtprävention ein breites Aufgabengebiet be­sitzt. Bedürfnisse der Klienten werden bei der Entscheidung entsprechender Maßnahmen einbezogen und gelten somit als ״zielorientiert“ und ״zielgruppenspezifisch“ (vgl. Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Ingeborg Holterhoff-Schulte, Christa Merfert-Diete 2007, s. 6). Tätigkeitsfelder der Suchtprävention sind Familien und andere Familiensysteme, schubs- che Einrichtungen, Kinderbetreuungseinrichtungen, offene Kinder- und Jugendbereich, Stadtteile, Gemeinden und Betriebe.

2.2 Gesundheitsförderung

Die Gesundheitsförderung setzt sich für Gesunderhaltung (hier salutogenetische Aspek­te) ein und möchte diese stärken. Dabei sind personale, materielle und soziale Ressourcen essentiell, damit die Menschen befähigt werden, ein selbstbestimmtes Leben führen zu können und ihre Chancen erhöht werden gesund zu bleiben (hier Empowerment). Ge­sellschaftliche und soziale Bedingungen sollen gesundheitsförderlicher gestaltet werden (vgl. Robert Koch-Institut Hrsg, 2015, s. 241).

Eine Förderung der Lebenswelten, wie ״Kita, Schule, Betrieb oder Krankenhaus“, die ebenfalls einen gesundheitlichen Aspekt geben, werden vom Robert Koch-Institut (2015) angegeben und dahingehend erkannt, dass das Engagement der einzelnen Person (hier Partizipation) ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Gesundheitsförderung spielt. Methoden der Gesundheitsförderung finden sich auch in Handlungen der Primärpräven­tion wieder. In Deutschland findet man eine hohe Popularität an Trägerschaften für die Präventions- und Gesundheitsförderung Beteiligt sind an Präventions- und Gesundheits­förderung Einrichtungen des Gesundheitswesens, des Bildungswesens und Sozialwesens und auch des Freizeits- und Arbeitswesens (vgl. ebd, 2015, s. 241).

Im Großen und Ganzen ergibt sich eine abwechslungsreiche Schicht der Handelnden, die aktiv an Präventions- und Gesundheitsförderung teilnehmen, jedoch auch ״in Konkur­renz zueinander Stehen“. In einer Schätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2004 sind etwa 230 überregionale Fachinstitutionen tätig, bei denen das Angebot im Internet eine Zahl von 272 Institutionen ergibt (vgl. ebd., 2015, s. 243). Das Robert Koch-Institut (2015) weist nach Altgeld T. (2012) daraufhin, dass bei der Masse an Anbietern eine Koordinationsmaßnahme notwendig ist, da es nach einer Herausforderung aussieht hier das passende Angebot herauszufiltern, welche kaum aufeinander abgestimmt sind in ihren primärpräventiven Angeboten.

3. Aktionsprogramm der Bundesregierung zur Bekämpfung des Drogen- und Rauschmittelmissbrauchs

3.1 Zielsetzung und Aufklärung des Programmes

Das Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit beschreibt, dass die Bun­desregierung am 12. November 1970 ein Aktionsprogramm zur Bekämpfung des Drogen- und Rauschmittelmissbrauchs entschieden hat. Mit diesem Aktionsprogramm soll sow- ohi dem Missbrauch von Drogen- und Rauschmittel, als auch Wege aufgezeigt werden, diesem Missbrauch vorzubeugen. Es wird in diesem Aktionsprogramm beschrieben, dass durch Vorbeugung, Therapie, Rehabilitation und der Durchsetzung der Rechtsordnung dem Drogenmissbrauch entgegengetreten werden muss (vgl. Bundesministerium für Ju­gend, Familie und Gesundheit, Hrsg, 1972, s. 99). Helfen möchte man den Personen, die unüberlegt und leichtgläubig in die Drogensucht geraten sind. Diese Personen sollen Unterstützung durch Psychologen und ärztliche Hilfe erhalten. Eltern werden von der Bundesregierung aufgefordert sich über Merkmale und Anzeichen zu informieren, die auf einen Gebrauch von Drogen hinweisen, um ihren Kindern früh möglichst helfen zu kön­nen. Diesbezüglich möchte die Bundesregierung Unterstützung für die Eltern anbieten (vgl. ebd, s. 100).

Maßnahmen und die dementsprechenden Empfehlungen werden an die zuständigen Stel­len der Länder und den Gemeinden vorgetragen. Es wird ebenfalls die Zusammenarbeit mit öffentlichen Stellen und den freien gesellschaftlichen Organisationen, insbesondere den Kirchen und Jugendverbänden, beschrieben. Beängstigend definiert die Bundesrepub­lik Deutschland das Eindringen von Drogen und Rauschmitteln in das Land. Hierbei er­wähnenswert ist, dass erklärt wird, dass die Drogenwelle von den USA ausgehend über die nordischen Staaten auch andere europäische Industrie-Staaten überflutet. Um ein viel- fâches zugenommen haben ebenfalls die Strafverfahren wegen der Rauschmitteidelik­ten. Betroffen von den Rauschmitteln wie Marihuana und Haschisch sind überwiegend junge Menschen, wie Schüler und Studenten. Ausgeweitet hat sich der Konsum auch mittlerweile auf junge Berufstätige. Das sich durch härtere Drogen, wie LSD, Heroin und Amphetamine eine persönliche und soziale Gefährdung androht ist ebenfalls ein beschriebenes Merkmal im Aktionsplan. Durch vorliegende Forschungen in der Sozi­alpsychiatrie, Psychologie, Pädagogik, sowie fürsorglichen und ärztlichen Stellen, las­sen sich Beeinträchtigungen in der persönlichen und sozialen Entwicklung durch den Drogenmissbrauch besonders bei labilen Personen nachweisen. Diesbezüglich kommt es oftmals zu schulischen Leistungsmängeln, der bis zu einem kompletten Abbruch der Ausbildung oder des Berufes führt. Erfahrungen ergeben, dass der Drogenmissbrauch mit Haschisch oder Marihuana beginnt und weiterführt mit härteren Drogen (vgl. ebd, s. 101). Die Forschung hat Angaben darüber, dass sich durch das Einnehmen dieser Mittel physische Beeinträchtigungen und Erbschäden hervorgerufen werden. Die Bundesrepub­lik hat daher die Verpflichtung diese Anwendung der Rauschmittel zu unterbinden, sol­lte nicht doch ihre Unschädlichkeiten nachgewiesen werden. Die Legalisierung von Haschisch und Marihuana sind nicht wünschenswert, da die Zulassung von Alkohol in der Gesellschaft ebenfalls ein fehlerhafter Aspekt ist. Im Rahmen der Zuständigkeit sieht es die Bundesregierung also als Pflicht an, dementsprechende Maßnahmen zu finden. Des Weiteren wird Empfehlung gegeben, dass kommunale Stellen, Organisationen der freien Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe ihre vorbeugenden Maßnahmen und therapeutischen und pädagogischen Hilfen verstärken und aktivieren sollen.

״Es geht darum,

- ״die Ursache des zunehmenden Rauschmittelkonsums Jugendlicher zu erforschen,
- ״Jugendliche, Eltern, Erzieher und alle anderen Betroffenen und Beteiligten über die großen Gefahren von Rauschmitteln aufzuklären,
- ״Beratungs- und Behandlungseinrichtungen für Gefährdete und Süchtige mit qualifizierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in ausreichender Zahl zu schaffen,
- ״die skrupellosen, Unerfahrenheit und persönlichen Konflikte gerade bei Jugendlichen gewissenlos ausbeutenden, Händler mit allen zu Gebote stehenden Mitteln moderner Kriminalistik zu bekämpfen“ (vgl. ebd, s. 102).

Die Länder und Gemeinden, sowie alle Verbände werden um ihre Mitarbeit und Un­terstützung gebeten. Durch die örtliche und überörtliche Zusammenarbeit wird das Ziel des Aktionsprogramms erreicht. Finanzielle Maßnahmen sollen vorerst mit 1,5 Millionen DM vorgesehen werden, jedoch wird die Aussicht auf weitere Kosten nicht verloren ge­hen (vgl. ebd, s. 103).

[...]

Details

Seiten
18
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668764552
ISBN (Buch)
9783668764569
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v435158
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Geschichte Soziale Arbeit Sucht Prävention Prävention Sucht

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