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"Einfach Leihen". Leitfaden zum Umgang mit chirurgischen Leihinstrumenten

Projektarbeit 2018 41 Seiten

Medizin - Krankenhauswesen, Klinische Medizin

Leseprobe

Inhalt:

1. Projektanlass
1.1 Themenwahl
1.2 Persönliches Interesse
1.3 Darstellung des Arbeitsumfeldes
1.4 Ausgangssituation

2. Projektbeschreibung
2.1 Projektauftrag
2.2 Projektziele
2.3 Projektplan
2.4 Projektgruppe
2.5 Meilensteine

3. Projektschritte/Projektverlauf
3.1 Erstes Projektgruppentreffen
3.2 Zweites Projektgruppentreffen
3.3 Probelauf
3.4 Drittes Projektgruppentreffen
3.5 Finale Umsetzung
3.6 Stolpersteine/ Schwierigkeiten

4. Projektergebnis
4.1 Aktueller Stand und Ergebnis
4.2 Noch zu erledigende Schritte
4.3 Fazit
4.4 Danksagung

5. Quellen

6. Anlagen

1. Projektanlass

Im Rahmen der Weiterbildung zur pflegerischen Leitung wurde von mir, Corinna Dallmeier, das Projekt „Leitfaden zum Umgang mit Leihinstrumenten“ durchge- führt.

1.1 Themenwahl

Seit dem Chefarztwechsel in der Unfallchirurgie/Orthopädie ist die Anzahl der Leihsiebe signifikant gestiegen. Bis 2015 hatten wir im Kreiskrankenhaus im Durchschnitt 4,5 Leihsysteme pro Monat im Haus z.B. für Hallux-OPs oder Schlittenprothesen. Seit 2016 haben wir durchschnittlich 14,2 Leihsiebe monat- lich im Haus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der organisatorische Aufwand ist immer sehr hoch, da die Systeme jedes Mal den kompletten Instrumentenkreislauf in der ZSVA durchlaufen müssen. Ange- fangen bei der Kontrolle der Instrumente und Implantate, über die Reinigung und Desinfektion bis hin zur Sterilisation, jeweils vor und nach der Anwendung des Systems. Das bedeutet erheblichen zeitlichen sowie personellen Aufwand.

Um meinem Team und mir die Arbeit etwas zu erleichtern, wollte ich einen Leit- faden zum Umgang mit Leihinstrumenten erstellen. Dies wurde auch von der Geschäftsleitung als sinnvoll angesehen und so erteilte mir Herr E. am 20.04.2017 die Zustimmung, dieses Projekt durchzuführen.

1.2 Persönliches Interesse

Mir liegt dieses Projektthema auch persönlich sehr am Herzen, da die Flut an Leihinstrumenten immer weiter zunimmt und qualifiziertes Personal für die ZSVA nicht leicht zu finden ist.

Also wollte ich den Mitarbeitern der ZSVA, sowie auch den Mitarbeitern der OP- Abteilung die Prozesse vereinfachen.

Hierzu war es mir wichtig eine klare Struktur und einen einheitlichen Leitfaden zu schaffen und die bereits vorhandenen Dokumente zu optimieren.

1.3 Darstellung des Arbeitsumfeldes

Das Kreiskrankenhaus in Bayern, ist ein Haus der Grund- und Regel- versorgung und befindet sich mit 150 Betten und 9 teilstationären Dialyseplät- zen in der Trägerschaft des Landkreises. Jährlich werden etwa 16.000 ambulante und stationäre Patienten versorgt. (vgl. http://kkh-sob.de/ 26.11.2016, 14:07)

In unserem Hause stehen 3 modern ausgestattete Säle für die operativen Ein- griffe zur Verfügung. Seit 2008 bin ich dort als OP-Schwester und seit 2017 als OP-Gesamtleitung tätig. Der Einsatz vieler verschiedener Instrumentarien, unter anderem Leihinstrumentarien, der Aufbau spezieller OP Tischlagerungen des Patienten während der OP und vieles mehr erfordert von den Mitarbeitern einen hohen und aktuellen Wissensstand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abb. 1)

Die OP-Abteilung umfasst den Anästhesie- und OP-Pflegebereich, ebenso die ZSVA. Die geplanten Eingriffe finden in der Regelarbeitszeit von 07:45 Uhr – 16:00 Uhr statt. Darüber hinaus steht ein Bereitschaftsdienst-Team für Notfälle zur Verfügung.

In der OP-Abteilung des Kreiskrankenhauses sind knapp 30 qualifizierte Mitar- beiter beschäftigt. Neben Gesundheits- und Krankenpflegern, teilweise mit Fachweiterbildung arbeiten auch Operationstechnische Assistenten (OTA) in dieser Einheit. Unser Haus bietet die Ausbildung für die OTA, sowie Anästhe- sie- und OP-Fachweiterbildungen an. Für jeden Mitarbeiter besteht ständig die Möglichkeit der Teilnahme an internen und externen Fortbildungen.

(vgl. http://kkh-sob.de/index.php/2013-02-06-10-59-28/pflegedienst/op-und- anaesthesie, 26.11.2017, 14:13)

1.4 Ausgangssituation

Direkt an den OP angeschlossen, befindet sich die Zentralsterilisation. Dort ste- hen zwei Reinigungs- und Desinfektionsgeräte und zwei Dampfsterilisatoren zur Verfügung. Nach der erstmaligen Validierung der Prozesse, der Wiederaufbe- reitung des Instrumentariums in der ZSVA, werden diese jährlich revalidiert. (vgl. http://kkh-sob.de/index.php/2013-02-06-10-59-28/pflegedienst/op-und- anaesthesie, 26.11.2017, 14:13)

In der ZSVA arbeiten 2,5 Vollkräfte mit dem Fachkundekurs 1 und davon hat 1 Fachkraft auch den Fachkundekurs 2 + 3.

Durch die direkte räumliche Nähe der ZSVA zum OP sind die Dienstwege kurz und die Kommunikation untereinander kann direkt stattfinden.

Wurden Leihinstrumente bestellt, erfolgte der Ablauf wie folgt:

Die OP-Leitung bestellt das Instrumentarium nach Anweisung des operierenden Arztes. Dies wurde mündlich an das Personal der ZSVA weitergegeben und handschriftlich in einen Kalender eingetragen. Dabei wurden lediglich die Daten für die Anlieferung, die OP, die Abholung und der Name des Instrumentariums festgehalten. So ist es für das nicht direkt involvierte Personal schwer nachzu- vollziehen, für welchen Patienten das Instrumentarium bestellt wurde. Und da die Zahl der Leihsysteme gestiegen ist und an manchen Tagen mehrere Sys- teme gleichzeitig da sind, kann es so schnell zu Verwechslungen kommen.

Dadurch entstand mein Wunsch die Prozesse für die Leihinstrumentarien zu verbessern.

2. Projektbeschreibung

2.1 Projektauftrag

Nachdem ich mir sehr schnell sicher war, zu welchem Thema ich mein Projekt durchführen möchte, habe ich nach einer telefonischen Rücksprache mit dem Pflegedienstleiter Herr B., am 19.04.2017 den schriftlichen Projektantrag bei dem Geschäftsführer, Herr E., gestellt. Dieser hat den Projetantrag am 20.04.2017 nach einem kurzen persönlichen Gespräch, bei dem ich ihm mein Anliegen und die aktuelle Situation schilderte, genehmigt.

Eine Kopie des unterschriebenen Projektantrages befindet sich im Anhang.

2.2 Projektziele

Die Ziele, die ich mit meinem Projekt erreichen möchte, sind folgende:

- mehr Übersicht
- einheitliche Handlungspfade
- Patientensicherheit gewährleisten
- Zeitersparnis durch optimierte Prozesse
- Kostenersparnis

Durch das Einführen einer Checkliste möchte ich für alle beteiligten Mitarbeiter mehr Übersicht schaffen. Auf der Checkliste sollen alle wichtigen Angaben zu den entsprechenden Leihsystemen zu finden sein.

Durch diese Neuerung und die Optimierung der Abläufe in der ZSVA sowie im OP kommt die Zeit- und die damit verbundene Kostenersparnis ganz automa- tisch.

Auch die Patientensicherheit lässt sich so lückenlos gewährleisten, da die Checkliste sowohl den Aufbereitungszyklus vor, als auch nach dem Gebrauch des Instrumentariums dokumentiert und so der Weg des Leihsystems immer nachvollziehbar bleibt.

2.3 Projektplan

Den Ablauf des Projektes habe ich an Hand meiner Projektübersicht, die im Anhang zu finden ist, geplant.

Als erstes habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie meine Projektgruppe aussehen soll und welche Kollegen dafür in Frage kommen.

Anschließend habe ich einen Zeitplan erstellt, der mich für das ganze Projekt begleiten sollte.

Zunächst einmal hatte ich mir für die Recherche Fachliteratur und Infomaterial zusammengesucht und eine Kollegin aus meinem Fachweiterbildungskurs kon- taktiert, die im Stiftungskrankenhaus in Nördlingen ein ähnliches Projekt durch- geführt hatte.

Danach führte ich eine Analyse durch, wie viele Leihsysteme bzw. –siebe im Kreiskrankenhaus im Umlauf sind.

Anschließend plante ich eine kurze Mitarbeiterinfo für den OP- und ZSVA-Be- reich.

Die Projektgruppentreffen sollten im Mai, Juli, September und bei Bedarf in zweimonatigem Rhythmus weitergeführt werden.

Einen Probelauf plante ich für Oktober und November und eine eventuelle Kor- rektur der Abläufe und der Checkliste im Januar.

Die Implementierung der erarbeiteten Dokumente hatte ich für den Februar 2018 vorgesehen, ebenso die Präsentation des Ergebnisses.

Im März 2018 wollte ich mich ein letztes Mal mit der Projektgruppe zusammen- setzen und den Verlauf des Projektes evaluieren.

2.4 Projektgruppe

Die Projektgruppe, die ich aus dem Team ausgewählt habe, besteht neben mir als Projektleitung aus 3 weiteren Mitarbeitern.

Frau W., Krankenschwester und Technische Sterilisationsassistentin 3:

Frau W. arbeitet als Teamleitung in der ZSVA des Kreiskrankenhauses und hat als einzige Mitarbeiterin in der ZSVA den Fachkundekurs 1,2 und 3. Sie hat langjährige Erfahrung in der ZSVA. Zu ihren Aufgaben gehört, neben der Tagesroutine auch das Erstellen und Überarbeiten von Packlisten, Standards und Leitfäden für den Steri. Ich habe Frau Würmser als „Expertin“ in meine Pro- jektgruppe geholt, da sie über das nötige Hintergrundwissen und Routine in der ZSVA verfügt.

Frau K., OTA:

Frau K. hat im Kreiskrankenhaus von 2013 – 2016 die Ausbildung zur OTA gemacht und im Rahmen der Ausbildung auch den Fachkundekurs 1 sowie, im Rahmen eines Fremdeinsatzes, einige andere Häuser besucht. Frau K. habe ich als „Macher“ in die Projektgruppe mit aufgenommen. Sie hat viele Ideen, aktuelles Fachwissen, das sie auch schnell umsetzt und kann so das ganze Team für die Sache begeistern.

Frau O., OTA:

Frau O. arbeitet ebenfalls seit vielen Jahren im Kreiskrankenhaus und kennt daher die Abläufe im OP auch sehr gut.

Sie hatte 2016 für einige Monate in ein anderes Krankenhaus gewechselt und kennt deshalb auch die Situation in anderen Einrichtungen. Ich habe sie als

„Kritikerin“ in die Projektgruppe geholt, da Frau O. gerne kritisch auf jede Situation blickt und somit mögliche Stolpersteine und Hindernisse frühzeitig er- kennt.

Für Rückfragen in Bezug auf das Qualitätsmanagements und der Überarbei- tung sowie, der Einpflegung neuer Dokumente bat ich Frau G., die QMB des Kreiskrankenhauses, mir bei Bedarf zur Seite zu stehen.

2.5 Meilensteine

D ie Meilensteine, die ich für mein Projekt geplant habe, sind folgende:

- Den Projektauftrag bei der Geschäftsleitung einholen > bis spätestens Juni 2017
- Ein Konzept erarbeiten > bis spätestens September 2017
- Nötige Korrekturen durchführen > bis spätestens Januar 2018
- Endgültige Einführung der Checkliste > bis spätestens Februar 2018

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Projektschritte/Projektverlauf

Zunächst einmal begann ich mit der Recherche. Hierzu habe ich mir ein Buch über Prozessinnovation für chirurgische Leihinstrumente ausgeliehen und konn- te mir so schon einen Überblick verschaffen, welche Handlungsempfehlungen es gibt. Der Autor Sebastian Ries beschreibt den Instrumentenkreislauf in ei- nem universitären Krankenhaus. Diese Abläufe können aber auch auf andere Einrichtungen übertragen werden.

Es ist vor allen Dingen wichtig, dass es einen einheitlichen Ablauf gibt und dass alle Beteiligten diesen Ablauf kennen und sich an ihn halten. Genauso konnte ich dem Buch zwei Musterchecklisten entnehmen, die ich als Vorlage zum Er- stellen einer hausinternen Checkliste verwenden konnte. (vgl. Prozessinnova- tion für chirurgische Leihinstrumente, S. 55-56, 89, 95)

Im Internet konnte ich auch noch einige hilfreiche Tipps finden, wie die rechtli- chen Anforderungen nach MPBetreibV 2009, nach denen die Wiederaufberei- tung in validierten Prozessen erfolgen muss und das unausweichliche Aufbe- reiten der Instrumente vor dem Einsatz, da diese in der Regel unsteril angelie- fert werden. (vgl. https://cne.thieme.de/cne-webapp/r/experts/archive/ef_2012- 05-21_1524/Leihinstrumente, 29.03.2017, 14:29 Uhr)

Anschließend kontaktierte ich eine Kollegin aus einem anderen bayrischen Krankenhaus. Sie hat dort ebenfalls die Prozesse im Umgang mit Leihsystemen optimiert und eine Checkliste erstellt. Von ihr bekam ich ebenso ein Muster für eine Checkliste, die im Anhang zu finden ist.

3.1 Erstes Projektgruppentreffen

Das erste Projektgruppentreffen fand am 30.05.2017 statt. Anwesend waren neben mir als Projektleitung Frau K. und Frau W.

Zunächst stellte ich meiner Gruppe meine Idee vor, wie ich die Prozesse im Umgang mit Leihinstrumenten verbessern möchte. Hierzu führten wir ein kurzes Brainstorming durch. Dabei kam von Frau K. ebenfalls die Idee einer einheitlichen Checkliste, sowie der fotografischen Dokumentation der Leihin- strumente, die gerade im Haus sind. Frau W. äußerte den Wunsch die Leihsysteme den Patienten direkt zuzuordnen sowie die genaue Info, an wel- chem Tag die OP stattfinden soll.

Frau Würmser wollte sich noch um eine kurze Schulung des OP-Personals kümmern, die den Umgang mit Leihinstrumenten auffrischt. Diese Schulung sollte im Rahmen der monatlichen Assistentenfortbildung stattfinden, diese Stunde, in der keine OPs stattfinden, wird vom Pflegepersonal für interne Schu- lungen genutzt.

3.2 Zweites Projektgruppentreffen

Im zweiten Projektgruppentreffen am 04.07.2017, bei dem wieder Frau W. und Frau K. mit anwesend waren, stellte ich der Gruppe die Musterchecklisten vom Krankenhaus in N., vom Klinikum C. und vom Klinikum B. vor. Anhand dieser Listen sollte ich eine hausinterne Checkliste erstellen. Wichtig war der Gruppe, dass es sich um ein einseitiges Dokument handelt, um den Aufwand für die ausfüllende Person möglichst gering zu halten. So entstand die Checkliste, die im Anhang zu finden ist und von der Projektgruppe abgesegnet wurde. Ein Testlauf mit der Checkliste war nach einer Teaminformation beim Morgengespräch geplant.

Des Weiteren haben wir im zweiten Projektgruppentreffen festgelegt, dass die Leihinstrumente von der OP-Leitung bzw. der stellvertretenden Leitung bestellt werden. Anschließend wird im Microsoft Outlook Kalender ein Termin erstellt mit folgenden Angaben:

- Firmenname und Name des Leihsets
- OP – Datum
- Anlieferungs- und Abholungsdatum des Leihsets
- Patientennamen
- Evtl. Besonderheiten, wie z.B.: OP-Begleitung

Zu diesem Termin werden im Outlook – Programm die ZSVA sowie die OP – Leitung und die Stellvertretung eingeladen, sodass der Termin an alle Beteilig- ten weitergegeben wird.

3.3 Probelauf

Am 13.09.2017, nach einer kurzen Info ans Team im Rahmen der Morgenbe- sprechung, starteten wir den Testlauf mit der Checkliste für Leihinstrumente.

Einige ausgedruckte leere Formulare wurden in der ZSVA auf einem Klemm- brett gelagert und beim Eintreffen von Leihsystemen von den Mitarbeitern der ZSVA ausgefüllt.

Der Ablauf der sieht folgendermaßen aus:

- Bestellung des Leihsystems durch die OP-Leitung bzw. stellvertretende OP-Leitung nach Anordnung des Chirurgen
- Abklärung von Anlieferungs- und Abholtermin mit der Firma
- Erstellen eines Termins im Outlook > Firmenname und Name des Leihsets, OP- Datum, Anlieferungs- und Abholungsdatum, Patienten- namen, evtl. Besonderheiten, wie z.B.: OP-Begleitung
- Leihsystem kommt zum vereinbarten Termin
- Auspacken und Kontrolle der Implantate durch die OP-Leitung bzw. stell- vertretende OP-Leitung
- Maschinelle Aufbereitung im RDG
- Kontrolle der Instrumente durch die Mitarbeiter der ZSVA
- Fotodokumentation des Siebes und Ausfüllen der Checkliste
- Packen und Beschriften mit Patientennamen und OP-Datum
- Kontrolle und Versiegelung der Container
- Sterilisation
- Freigabe der Container auf dem Steriwagen
- Operation
- Maschinelle Aufbereitung im RDG
- Instrumentenkontrolle mit Hilfe der Fotodokumentation (anschließend Lö- schen des Fotos)
- Packen des Leihsystems
- Sterilistation
- Freigabe des Steriwagens
- Verpacken des Leihsystems zusammen mit evtl. gelieferten Implantaten
- Fertigstellung der Checkliste
- Abholung des Leihsystems
- Unterschrift des Abholers auf der Checkliste
- Abspeicherung der Checkliste

Zu diesem Ablauf gab es bereits eine Arbeitsanweisung (AA – 0711), die ich um einige Punkte ergänzt habe (AA – 0711 neu).

Nach einer kurzen Testphase habe ich im Oktober 2017 bei der Morgenbespre- chung das Team nach dem Verlauf des Probelaufs befragt.

Hier kam die Anregung die Punkte auf dem Formular etwas auseinander zu ziehen, um so etwas mehr Übersicht zu erhalten. Ansonsten kam das Team mit der Checkliste sehr gut klar.

3.4 Drittes Projektgruppentreffen

Beim dritten Projektgruppentreffen am 11.10.2017 mussten wir dann auf Frau W. verzichten, da diese wegen einer Schwangerschaft im Beschäfti- gungsverbot war. Ihren Platz nahm Frau S. ein, die bereits einige Jahre als Gesundheits- und Krankenpflegerin im OP gearbeitet hat und seit Mitte des Jahres in der ZSVA tätig ist.

Des Weiteren war auch zum ersten Mal die stellvertretende OP Leitung Frau O. anwesend, die aber über den Verlauf des Projekts und die letzten Treffen im Bilde war.

Frau S. äußerte den Wunsch, dass die ZSVA einen Wagen bräuchte, der vor dem unreinen Raum als Lagermöglichkeit für die Container mit den Leihin- strumenten dient.

Als Speicherort für die Fotodokumentation legten wir den Ordner Public (K), OP-Info-Server, Packlisten, Leihstellungen fest. Dieser Ordner kann einfach über das OP-Interne „Inhaltsverzeichnis“ auf den Computern ausgewählt wer- den. Diese Information hat Frau S. an die ZSVA weiter gegeben.

Da die Informationen welches Instrument zu welchem Patienten gehört, bereits per Mail an die Beteiligten weitergeleitet wird, wurde vereinbart, dass das ZSVA-Personal die Leihcontainer mit Patientennamen beschriftet, bevor diese sterilisiert werden. So kann der Außenspringer des OPs, der die Operationen für den nächsten Tag herrichtet, die Siebe den entsprechenden Patienten gleich zuordnen. Also muss das OP-Personal nicht nach den richtigen Leihsystemen suchen und kann sich auf die Arbeit im OP-Saal konzentrieren.

Nach einer kurzen Rückfrage im Team, nach dem Testlauf mit der Checkliste, kam von allen die Zustimmung, dass die Liste sehr gut sei und so eingeführt werden könne.

Die Digitalkamera für die ZSVA habe ich in der EDV-Abteilung geordert. Ab 11.10.2017 stand so den Mitarbeitern des Steris eine eigene Kamera für die Fotodokumentation zur Verfügung.

3.5 Finale Umsetzung

Den Wagen zur Lagerung der Leihsysteme vor der Abholung bestellte ich im Anschluss an das dritte Projektgruppentreffen im Medizinischen Lager. Dieser dient auch dazu, dass die Abholer sich melden müssen, um die Leihsets abzu- holen. Bisher war es häufig so, dass sich die Fahrer die Kisten selbst genom- men haben und so für uns nicht klar war, wann und von wem die Sets abgeholt wurden.

Nachdem alle Dokumente, also die Checkliste und die Arbeitsanweisung „OP- Aufbereitungszyklus von Leihinstrumentarium“, fertig erarbeitet wurden, habe ich diese an die QMB Frau G. weitergeleitet, um sie in den hausinternen QM-Viewer einzupflegen. Auf diesen können alle Mitarbeiter zugreifen und müssen dabei neu eingestellte bzw. abgeänderte Dokumente elektronisch vidieren.

3.6 Stolpersteine/ Schwierigkeiten

Im Großen und Ganzen ist die Umsetzung meiner Idee gut gelaufen, allerdings hatte auch ich mit ein paar kleineren Schwierigkeiten zu kämpfen.

Zunächst wurde Frau W. schwanger und war auf Grund von Schwierigkeiten in der Schwangerschaft weniger oft verfügbar, was aber noch gut zu lö- sen war, da sie zu Beginn des Testlaufes noch in der ZSVA tätig war. Allerdings wurde dann im Oktober ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen und sie war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr für das Projekt greifbar. Leider konnte dadurch auch die Schulung zum Umgang mit Leihinstrumenten durch Frau W. nicht durchgeführt werden. Ihren Platz in der Gruppe habe ich dann durch Frau S., Gesundheits- und Krankenpflegerin, die zunächst im OP und seit Mitte 2017 in der ZSVA tätig war, besetzt.

Als weitere Schwierigkeit stellten sich die häufigen Ausfälle sowohl im OP, als auch in der ZSVA heraus und auf Grund mangelnder Bewerbungen konnten auch einige Stellen erst spät nachbesetzt werden. Aus diesem Grund war es nicht immer einfach einen Termin für ein Projektgruppentreffen zu finden. Dies konnte aber durch kurze Dienstwege und kurze Gespräche mit den einzelnen Gruppenmitgliedern bewältigt werden.

4. Projektergebnis

Meine gesetzten Ziele,

- Mehr Übersicht
- Einheitliche Handlungspfade
- Patientensicherheit gewährleisten
- Zeitersparnis durch optimierte Prozesse
- Kostenersparnis

für das Team der ZSVA und des OPs, konnte ich erreichen.

Das ging aus der Morgenbesprechung vom Oktober 2017 hervor, in der sich das gesamte Team für die endgültige Einführung der Checkliste und die damit verbundene Änderung der Arbeitsanweisung „OP-Aufbereitungszyklus von Leihinstrumentarium“ aussprach.

Durch die Arbeitserleichterung, folgt eine Zeitersparnis und eine damit verbun- dene Kostenersparnis.

Durch die Archivierung der Checklisten ist der Prozess des Leihsystems für die Klinik und somit auch für den Patienten nachvollziehbar.

4.1 Aktueller Stand und Ergebnis

Da sich die Checkliste so gut in die Arbeitsabläufe integrieren ließ und auch eine nützliche Hilfestellung für das Personal darstellt, ist der Probelauf direkt weitergeführt worden, um keine Lücke entstehen zu lassen, bis die Änderungen im QM-Viewer veröffentlicht werden. Da an den Abläufen nichts mehr zu verän- dern war, sah ich es als nicht nötig an, den Probelauf zu beenden. Das Team hat die Neuerung positiv aufgenommen und direkt umgesetzt.

4.2 Noch zu erledigende Schritte

Momentan warte ich lediglich auf die Einpflegung der Checkliste und des über- arbeiteten Standards (AA – 0711) in den hausinternen QM-Viewer durch die QMB Frau G., um so die Einführung abzuschließen.

Wenn diese beiden Schritte erledigt sind, soll die Checkliste offiziell eingeführt werden, was ich im Rahmen der nächsten Teamsitzung erledigen werde.

Ebenso möchte ich noch für das Personal der ZSVA und des OPs eine Schu- lung zum Umgang mit Leihinstrumenten durchführen lassen, um letzte Unsi- cherheiten zu beseitigen.

4.3 Fazit

Die neue eingeführte Checkliste kam im Team der ZSVA und des OPs sehr gut an und stellt für alle Beteiligten eine erhebliche Arbeitserleichterung dar.

Für mich als OP-Leitung gibt sie auch Sicherheit, da der Weg des Leihsystems durchgehend nachvollziehbar und belegbar ist.

Auch durch die Unterschrift des Abholers kann sich das Kreiskrankenhaus ab- sichern, um so bei Verzögerungen durch den Paketdienst belegen zu können, wann das Leihinstrumentarium an den Abholer abgegeben wurde.

Insgesamt war das Projekt erfolgreich. Die Zusammenarbeit in der Projekt- gruppe und auch die Zusammenarbeit mit dem ganzen Team war konstruktiv und effektiv.

[...]

Details

Seiten
41
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668765764
ISBN (Buch)
9783668765771
Dateigröße
12.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v434962
Note
2
Schlagworte
ZSVA AEMP OP OP-Management OP-Leitung Stationsleitung Leihinstrumente

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Titel: "Einfach Leihen". Leitfaden zum Umgang mit chirurgischen Leihinstrumenten