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Moralische Bewertung der Grünen Gentechnik im Blick auf die Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung

Bachelorarbeit 2017 65 Seiten

Theologie - Praktische Theologie

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

EINFÜHRUNG

1. BEGRIFF UND ENTWICKLUNG DER GENTECHNIK
1.1 Begriff der Gentechnik
1.2 Historischer Hintergrund
1.3 Typen der Gentechnik
1.3.1 Grüne Gentechnik
1.3.2 Rote Gentechnik
1.3.3 Weiße Gentechnik
1.4 Aktuelle Anwendungsbereiche
1.4.1 Weiße Gentechnik
1.4.2 Grüne Gentechnik
1.4.3.1 Rote Gentechnik: Tierzucht
1.4.3.2 Rote Gentechnik: Medizin

2. GRÜNE GENTECHNIK – CHANCE ODER RISIKO?
2.1 Herausforderungen für die Grüne Gentechnik
2.1.1 Weltbevölkerung und ihre Entwicklung
2.1.2 Nahrungsmittelverteilung weltweit
2.1.3 Resümee
2.2 Goldener Reis als Lösung des Welthungers?
2.2.1 Reis als Nahrungsmittel
2.2.2 Die Entwicklung des Goldenen Reises
2.2.3 Potenzielle Chancen des Goldenen Reises
2.2.4 Potenzielle Risiken des Goldenen Reises
2.2.5 Debatte zum Goldenen Reis
2.2.6 Auswertung der Debatte

3. RECHTLICHE ASPEKTE
3.1 Genehmigungsverfahren
3.2 Kennzeichnung
3.3 Haftung
3.4 Patentschutz

4. ETHISCH-THEOLOGISCHE BEWERTUNG
4.1 Ethik - eine Wesensbestimmung
4.2.1 Menschenwürde: philosophische Argumentationslinien
4.2.2 Menschenwürde: theologische Argumentationslinien
4.3 Menschenrechte
4.4 Ethische Diskussion
4.5 Laudato Si
4.6 Zehn Prinzipien zu einer verantwortlichen Nutzung der Gentechnik
4.7 Auswertung der Ethischen Diskussion

5. ALTERNATIVEN ZUR GRÜNEN GENTECHNIK
5.1 Politische Maßnahmen
5.2 Ausbau von Straßen und Transportnetzen
5.3 Persönlicher Beitrag
5.4 Schlussfolgerung

ABSCHLIESSENDE BEWERTUNG

GLOSSAR

LITERATURVERZEICHNIS

Monographien (einbändig und mehrbändig)

Lexikon- und Wörterbuchartikel

Zeitschriftenartikel

Lehramtliche Texte

Bibelausgabe

Internetpublikationen

EINFÜHRUNG

Die Möglichkeiten der modernen Gentechnik sind zum Gegenstand heftigster Streitigkeiten geworden. Gegner behaupten, dass sie gefährlich-, Befürworter, dass sie ein Segen für Umwelt und Menschheit sei.[1] Es gibt verschiedene Standpunkte, die einerseits erkennbare Erwartungen, andererseits aber Skepsis und Ängste auslösen. Zu solchen Diskussionsthemen gehört die Frage nach der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung[2], die bis zum Jahr 2050 auf bis zu 9,15 Milliarden Menschen steigen könnte.[3]

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der moralischen Bewertung der Grünen Gentechnik. Der erste Teil widmet sich der Entstehung und Entwicklung der Gentechnik und deutet an, in welche Anwendungsgebiete sich die Gentechnik einteilen lässt. Im zweiten Kapitel soll die Frage angerissen werden, wieweit die Grüne Gentechnik eine Chance oder eher ein Risiko sowohl für Menschen als auch für die Umwelt ist. Als Anwendungsgebiet möchte ich auf die Entwicklung des Goldenen Reises hinweisen. Das dritte Kapitel enthält einen kurzen Überblick über die rechtliche Grundlage hinsichtlich der Gentechnik in Deutschland. Das vierte Kapitel umfasst eine ethisch-theologische Bewertung der Gentechnik. Das fünfte Kapitel stellt Alternativen zur Grünen Gentechnik vor. Mit einer eigenen Stellungnahme schließe ich diese Arbeit ab.

1. BEGRIFF UND ENTWICKLUNG DER GENTECHNIK

In diesem ersten Kapitel wird zunächst der Begriff der Gentechnik erläutert. Daraufhin wird die Geschichte der Gentechnik in den Blick genommen und die Typen der Gentechnik differenziert. Schließlich werden die aktuellen Anwendungsbereiche aufgezeigt, die wegen ihrer Auswirkung für die Moraltheologie und Menschheit wichtig sind. Ziel ist es, eine Basis zu schaffen, die es ermöglicht, die Chancen oder Risiken der Gentechnik angesichts der Nahrungskrise zu verdeutlichen.

1.1 Begriff der Gentechnik

„Die Gentechnologie oder Gentechnik, gelegentlich auch molekulare Biotechnologie genannt, ist ein Teilgebiet der molekularen Genetik, dessen Inhalte sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die praktischen Methoden zur Isolierung, Analyse, gezielten Veränderung und Neukombination von Genen und genetischen Signalstrukturen, deren Einführung in einen anderen Organismus (derselben oder einer anderen Art) sowie deren Vermehrung und Expression im Wirtsorganismus bilden“. [4]

Gentechnisch veränderte Organismen, sind „…Organismen, mit Ausnahme des Menschen, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommen“.[5]

1.2 Historischer Hintergrund

Im Folgenden wird in kurzer Form die Geschichte der Gentechnik dargestellt, um einen Entwicklungsstrang hinsichtlich der modernen Gentechnik nachweisen zu können.

Im Grunde hat die Gentechnik ihren eigentlichen Ursprung in der Natur selbst, nämlich in der Pflanzenzüchtung, die mit der Kultivierung und Agrarwirtschaft einhergeht. Der Mensch setzte die Domestizierung der Wildpflanzen über Jahrtausende ein, um die Erde in vollen Zügen zu Gunsten des Menschen zu nutzen. Denn durch das Überführen von Wild- in Kulturformen von Pflanzen konnte die Menschheitspopulation in den letzten 13000 Jahren rapide anwachsen.[6]

In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu zwei wissenschaftlich bedeutsamen Entdeckungen für die heutige Gentechnik: Einerseits klärte eine grundlegende Arbeit des österreichischen römisch-katholischen Mönchs Gregor Mendel (1822-1884) über Methoden der Pflanzenzucht bisher unbekannte Zusammenhänge der Vererbung äußerer Merkmale von Organismen auf.[7] Andererseits deckte der Schweizer Mediziner und Chemiker Friedrich Miescher (1844-1895) einen der Hauptbestandteile der Erbsubstanz DNA (engl.: Deoxyribonucleic Acid; dt.: Desoxyribonukleinsäure) auf, indem er aus Zellkernen Nukleinsäuren isolierte.[8]

Mendel gilt als der Begründer der Vererbungslehre, aus der die Gentechnik hervorging. Im Jahr 1857 startete Mendel im Klostergarten mit Experimenten an Pflanzen. Die heutige moderne Gentechnik beruft sich in ihren Methoden und Ansätzen auf die Forschungen Mendels. Der Termin „Gen“ war für Mendel noch kein Begriff, da dieser erst in der Folgezeit[9] aufkam. Ausgerechnet ein Augustinermönch forschte anfangs vermutlich mit Hilfe der einfachen Gartenerbse. In Klostergärten spielte die Pflanzenzucht eine wichtige Rolle (Anbau von Kräutern, Ort der Meditation und Einkehr, Anbau von Nahrungsmitteln etc.). Mit Hilfe der Erbse (und weiterer Pflanzen) wollte Mendel aufzeigen, wie die Vererbung verschiedener Phänotypen funktioniert. Er griff ins Bestäubungssystem der Erbsenpflanzen ein und kreuzte Pflanzen der ersten Nachkommen-Generation miteinander.[10]

Mendels Forschungen und seine klassischen Mendelschen Gesetze[11] können heute sogar teilweise auf die menschliche Vererbung übertragen werden. Anhand von Experimenten wissen Bio- und Gentechniker bis heute, dass immer beide Elterngenerationen den gleichen Beitrag an der Vererbung leisten.[12]

Seitdem wurde Mendels Idee von anderen Wissenschaftlern aufgegriffen und durch ihre Experimente und Forschungen weiterentwickelt, sodass dies zur modernen Gentechnik führte.

Im Jahr 1905 beschrieb der US-amerikanische Zoologe und Genetiker Edmund Beecher Wilson (1856-1939), dass die X- und Y-Chromosomen in bestimmter Weise das Geschlecht beeinflussen.[13]

Vier Jahre später prägte der dänische Genetiker Wilhelm Johannsen (1857-1927) den Begriff „Gen“. Unter einem „Gen“ werden die auf den Chromosomen gelegenen, aus DNA bestehenden Einheiten der Erbinformationen verstanden.[14]

1938 erscheint zum ersten Mal in der Geschichte der Begriff „Molekularbiologie“ in einem Report der „Rockefeller Foundation“. Dieser Begriff wurde als „neuer Zweig der Wissenschaft“ charakterisiert, der genauso zukunftsweisend sein könnte, wie die Entdeckung der Zelle.[15] Die Wissenschaft und die Gentechnik konnten sich hierdurch entscheidend weiterentwickeln.

Im Jahr 1951 versuchte die britische Chemikerin Rosalind Franklin (1920-1958) zusammen mit dem britischen Biophysiker Maurice Wilkins (1916-2004), Röntgenstrukturaufnahmen des Erbguts der Zelle zu produzieren. Sie stellten das Modell eines spiralförmigen Erbgutmoleküls auf, konnten jedoch seinen genauen Aufbau nicht klären.

1953 konnte durch Bemühungen des US-amerikanischen Biochemikers James Watson (*1928) und dessen britischen Kollegen Francis Crick (1916-2004) ein räumliches Modell des DNA-Moleküls, das die Form einer Strickleiter hat, konstruiert werden.[16]

Anfang der 1960er Jahren begann die „Grüne Revolution“, die Anbaumethoden in der Landwirtschaft zu modernisieren. Diese Technologie wurde auch in Asien und Lateinamerika angewendet. Mit dieser Revolution konnten die internationale Nahrungsproduktion verdreifacht und somit Hungersnöte verhindert werden. Dabei kam es teilweise zu einem enormen Pestizideinsatz und zur Versalzung von Böden.[17]

Von 1961 bis 1966 fand die Entschlüsselung des Genetischen Codes aus der Erbsubstanz statt. Dies gab Aufschluss darüber, „…welche Bestandteile der Gene für den Aufbau der Proteine verantwortlich sind“.[18] Es wurde festgestellt, „…dass jeweils 3 DNA-Bausteine einen der 20 Eiweißbausteine kodieren“.[19]

1970 isolierte der US-amerikanische Biochemiker und Molekulargenetiker Hamilton Smith (*1931) mit Kent Wilcox „…das erste „Restriktionsenzym“, ein Eiweiß, das wie eine molekulare Schere funktioniert und die DNA […] an definierten Stellen zerschneiden kann“.[20]

1972 gelang es dem US-amerikanischen Molekularbiologen Paul Berg (*1926) zum ersten Mal, DNA von Bakterien und Viren mithilfe eines Enzyms an bestimmten Stellen zu zerschneiden und mit Hilfe eines weiteren Eiweißes zwei DNA-Stränge zu einem kreisförmigen Molekül zusammenzufügen. So entstand das erste vom Menschen erzeugte rekombinante Molekül.[21]

Ein Jahr später wurden DNA aus Viren und Bakterien vereint, wodurch ein ringförmiges Molekül entstand. Danach wurde diese neukomponierte DNA in das Darmbakterium Escherichia coli mit dafür vorgesehen Mitteln integriert. Dies ist die offizielle Geburtsstunde der modernen Gentechnik. 1976 folgte die Gründung der ersten Gentechnikfirma.[22] Im Jahr 1982 wurde mit Humaninsulin das erste gentechnisch hergestellte Therapeutikum auf den Markt gebracht.[23] 1984 versuchte der dänische Wissenschaftler Steen Willadsen (*1943), Schafe aus frühen Embryo-Zellen zu klonieren.[24] Seit 1985 werden weltweit gentechnisch modifizierte Pflanzen getestet.[25]

1988 wurde ein Patent des US-amerikanischen Genetikers Philip Leder (*1934) und eines Molekularbiologen aus Neuseeland angemeldet[26], das ihnen gestattete, mithilfe transgener Mäuse Tumorkrankheiten zu untersuchen.[27]

Zwei Jahre später hat das Human Genome Projekt seinen Anfang in den USA genommen, an dem sich Forscher aus der ganzen Welt beteiligten, dessen Ziel es war, die für erblich bedingte Krankheiten verantwortlichen Gene oder Genkombinationen zu identifizieren und dementsprechende Gentests und Gentherapien zu entwickeln, um bestimmte Krankheiten relativ früh zu erkennen und sie zu behandeln.[28]

Nach intensiven Prüfungen der FDA (Food and Drug Administration/ Behörde für Lebens- und Arzneimittel der USA) durften im Jahr 1994 die ersten gentechnisch modifizierten Tomaten auf den Markt kommen. Dies führte zu einem durch Umwelt- und Verbraucherverbände organisierten Boykott.[29]

Die britischen Embryologen Ian Wilmut (*1944) und Keith Campbell (1954-2012) haben im Jahr 1996 den Zellkern aus einer adulten Zelle in eine vorher entleerte Eizelle eingebracht. Diese Eizelle mit dem neuen Zellkern wurde in die Gebärmutter eines weiteren Schafes implantiert. Das Experiment mit dem Schaf gelang und so kam "Dolly" auf die Welt, das erste geklonte Schaf. Dies führte einerseits zu Hoffnungen, Krankheiten besser heilen zu können, andererseits aber zur Befürchtung, Menschen klonen zu können, um menschengleiche Ersatzteile durch menschliche Klone zu produzieren.[30]

Von 1992 bis 2003 nahmen am Human Genome Projekt mehr als 1000 Wissenschaftler aus 40 Ländern teil. Ihr Ziel: Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Aufgrund dieser Forschungen besitzen Wissenschaftler heute eine genaue Vorstellung des Aufbaus der menschlichen Erbsubstanz.[31] Das Wissen um die Architektur der menschlichen DNA ist beispielshaft bedeutsam, um die Entstehung von Krebs, vererbbaren Krankheiten oder Immunschwächen verstehen zu können. Durch Kenntnisse aus diesem Bereich werden neue Therapiekonzeptionen genauso möglich.

Die Gentechnik hat sich im Laufe Ihrer Geschichte zu einer hochkomplexen Forschungsrichtung entwickelt, die sich in zahlreiche Bereiche aufgespalten hat: Jeder dieser Bereiche verlangt nach eigenen ethischen Reflexionen: Schließlich versprechen die Anwendungsbereiche der modernen Genetik nicht nur Vorteile, sondern eröffnen Fenster zum Missbrauch der neuen Technologie: Beispielsweise würde ein Mensch, dessen DNA bis aufs letzte Detail erfasst und untersucht ist, zum sozialen Risiko, wenn er eine genetisch erhöhte Wahrscheinlichkeit für Krebs hätte; durch den Einsatz gentechnisch modifizierter Viren und Bakterien ließen sich hocheffiziente biologische Waffen erzeugen usw. Um weiter über die „moderne Grüne Gentechnik“ und eine mögliche ethische Positionierung nachdenken zu können, bedarf es eines genaueren Blickes, welche Typen der Gentechnik voneinander zu unterscheiden sind.

1.3 Typen der Gentechnik

Die Gentechnik lässt sich in drei Bereiche unterteilen: Grüne, Rote und Weiße Gentechnik.

1.3.1 Grüne Gentechnik

Unter dem Begriff „ Grüne Gentechnik “ werden Methoden in der Pflanzenzüchtung verstanden, die es ermöglichen, das Erbgut von Pflanzen mit technischen und chemischen Mitteln so nachzubilden, „…wie [es] unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt“.[32] Die Grüne Gentechnik setzt sich zum Ziel, das Ertragspotenzial der Pflanzen zu erhöhen, die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten zu verbessern und Pflanzen für bestimmte geografische Gebiete geeigneter zu machen. Außerdem versucht die Grüne Gentechnik, Pflanzen qualitativ zu verbessern, sodass sie beispielsweise mehr Vitamine oder Fettsäuren besitzen oder für die Herstellung von Medikamenten verwendbar werden. Über diese Art von Anwendungen wird am meisten diskutiert und gestritten. In der deutschen Bevölkerung ist eine große Mehrheit gegenüber der Gentechnik sehr skeptisch eingestellt. Das zeigt sich zum Beispiel an einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands aus dem Jahr 2015, die zeigt, dass 70 Prozent der Deutschen gegen genmanipulierten Lebensmittel und 84 Prozent gegen die Verfütterung von gentechnisch veränderten Pflanzen an Nutztiere sind.[33]

1.3.2 Rote Gentechnik

Das Einsatzfeld der Roten Gentechnik sind die Medizin und die biomedizinische Forschung.[34] Die Rote Gentechnik hat folgende Ziele: Menschen mithilfe der Gentherapie zu heilen. Es werden „…dem Patienten Zellen entnommen, diese werden vermehrt, gentechnisch verändert und wieder eingesetzt. Damit sollen beispielsweise schwere Immundefekte geheilt werden“.[35] Auf diese Weise können dann gentechnisch hergestellte Medikamente oder Impfstoffe[36] sowie Arzneimittel für Menschen und Tieren hergestellt werden. Geburtsstunde der Roten Gentechnik war die Herstellung genetisch veränderten Humaninsulin im Jahr 1982. In der Regenerationsmedizin können mit Hilfe der Roten Gentechnik Knorpel, Knochen, Haut oder teilweise ganze Organe mit gentechnischer Hilfe neu gezüchtet und damit krankes Gewebe geheilt werden. Die Rote Gentechnik ermöglicht, Gentestes durchzuführen, um Krankheiten zu entdecken.[37]

1.3.3 Weiße Gentechnik

„Bei der Weißen Gentechnik stehen Enzyme, Zellen und Mikroorganismen im Mittelpunkt“.[38] Sie werden von Biotechnologen für die Produktion von Vitaminen, Lebensmitteln, Aromastoffen, Medikamenten- und Pestizidwirkstoffe, Chemikalien, Werkstoffe sowie Bioenergieträger (etwa Bio-Ethanol oder Biogas) genutzt. Die Weiße Gentechnik ergänzt und erweitert das Spektrum der industriell nutzbaren Produktionsverfahren. „Hierzu gehören die chemische und pharmazeutische Industrie, die Lebensmittel- und Getränkeherstellung, die Textilindustrie, die Zellstoff- und Papierherstellung, die Lederherstellung sowie die Energieversorgung“.[39] Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die grüne Gentechnik sich mit Pflanzen, die rote mit Menschen und Tieren und die weiße mit Mikroorganismen beschäftigt.

1.4 Aktuelle Anwendungsbereiche

Die Gentechnologie beeinflusst nicht nur die Grundlagenforschung, sondern auch die Pharmakologie, die Medizin, die Landwirtschaft sowie die Produktion von Nahrungsmitteln[40] und spielt eine Rolle auf dem Gebiet der Tier- und Pflanzenzucht und in der direkten Anwendung am Menschen.[41]

1.4.1 Weiße Gentechnik

Eine der wichtigsten Anwendungen der Weißen Gentechnik liegt im Bereich der Pharmazeutika. Durch gentechnisch veränderte Bakterien können Insulin, Interferon, Wachstumshormon oder Blutfaktor VIII synthetisiert und industriell produziert werden. Einige durch gentechnisch veränderte Organismen erzeugte Medikamente sind schon auf dem Markt, an anderen wird noch gearbeitet. Darüber hinaus gewinnen DNA-Sonden oder Antikörper zunehmend an Bedeutung, indem sie Infektionskrankheiten bekämpfen und ebenfalls für den Organismus Impfstoffe produzieren, die die Bildung von Antikörpern anregen.[42]

Zu weiteren Bereichen gehören die Enzymtechnologie, die Proteine produziert, die eine chemische Produktion katalysieren können[43] und die Produktion von Proteinen, die es ermöglichen, Futter- und Nahrungsmittel zu verbessern.[44] Ein Beispiel wäre der Abbau umweltschädigender Stoffe.

Die Gentechnik versucht Bakterien so zu verändern, dass sie fähig werden, Umweltschadstoffe zu beseitigen, die durch in der Natur unter normalen Bedingungen existierende Bakterien kaum oder gar nicht beseitigt werden können. Deswegen sollen gentechnisch manipulierte Organismen Kunststoff auflösen sowie Schwermetalle aus Abwässern und Böden beseitigen.[45]

1.4.2 Grüne Gentechnik

Viele pflanzliche Zellen sind durch Totipotenz imstande, aus jeder einzelnen Pflanzenzelle eine neue Pflanze zu regenerieren. Die Vermehrung solcher Pflanzen geschieht nicht mehr auf geschlechtlichem Wege einer jeden Generation, sondern wird im Labor beschleunigt. „Pflanzengewebe oder einzelne Pflanzenzellen […] werden in Nährmedien gezogen und durch spezielle Behandlung zum Wachstum angeregt.“ [46] Wenn zur Zellkultur ausgewählte Schadstoffe (Chemikalien, Antibiotika, andere Pflanzengifte) hinzugefügt werden, können dann nur die Zellen am Leben bleiben, „…die zu einer resistenten Form mutiert sind“. Dies führt zu neuen resistenten Sorten.[47]

Ziele der Veränderung der genetischen Ausstattung von Pflanzen sind pflanzliche Inhaltstoffe so zu verändern, dass die industrielle Verarbeitungsqualität verbessert wird, eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Unkrautsvernichtungsmittel, Viren, Bakterien und Pilze erreicht wird, die Aufnahmebedingungen für Stickstoff aus der Luft verbessert wird. Ebenso sollen Pflanzen so modifiziert werden, dass sie auf salzigen, trockenen oder nassen Böden wachsen können.[48]

Ein Großteil der Forschungsgelder wird für die Untersuchung der Herbizidresistenz ausgegeben. Herbizide werden auf Anbauflächen ausgebracht mit dem Ziel, unerwünschte Wildpflanzen zu bekämpfen. Für die Beseitigung bestimmter Wildpflanzen können nur bestimmte Herbizide benutzt werden. Totalherbizide und Breitbandherbizide könnten massenhaft Kulturpflanzen vertilgen. Deshalb setzt sich die genetische Forschung zum Ziel, die Kulturpflanzen so zu verändern, dass sie gegen ein Totalherbizid widerstandsfähig werden, sodass am Ende nur diese Pflanzen und keine anderen Wildpflanzen auf Anbauflächen bleiben.[49]

1.4.3.1 Rote Gentechnik: Tierzucht

Ein besonderer Akzent der Grundlagenforschung der Roten Gentechnik liegt auf der Tierzucht. Dabei wird versucht, bestimmte Gene zu identifizieren, um Erbkrankheiten zu entfernen und gewünschte Attribute einzusetzen, was zur Verbesserung der Zucht führen soll. So werden beispielsweise die Gene von Kühen von ihrer Struktur und Funktion her untersucht, um den Proteingehalt der Milch entscheidend zu beeinflussen.

Der nächste Anwendungsbereich ist die Tierzucht für Forschungen im Labor. Hier werden für dedizierte Forschungen passende Tiere nicht nur ausgewählt, sondern auch erzeugt. Durch diese Tierzucht wird es ermöglicht, Therapien von Gendefekten zu erforschen. So können beispielsweise Tumormäuse zur Untersuchung verschiedener Arten von Krebs gezüchtet werden.[50]

1.4.3.2 Rote Gentechnik: Medizin

Es gibt folgende Anwendungen der Roten Gentechnik in der Medizin: es sollen Stoffe wie Insulin oder Blutgerinnungsfaktor VIII, die von Virusinfektionen betroffenen Menschen helfen, hergestellt werden. Wissenschaftler sind um Entdeckungen von Zellinhaltsproteinen, deren Aufgabe es ist, den menschlichen Organismus gegen Viren zu schützen, aber auch andere störende Mikroorganismen zu bekämpfen, bemüht.[51] Die Anwendung der Genomanalyse, mit deren Hilfe die völlige Klärung der Strukturen und Funktionen des menschlichen Erbmaterials ermöglicht wird, ist auch Teil der Arbeit der Roten Gentechnik. Außerdem gehört zu ihrem Forschungsfeld die Anwendung der Gentherapie, die genetische Defekte eines Organismus durch Umbau oder Hinzufügen anderer genetischen Informationen entfernt. Ein Beispiel hierfür sind die somatische Gentherapie und die Keimbahn-Therapie.

Diese beiden Arten der Roten Gentechnik sind zwei verschiedene Formen der Gentherapie. Die somatische Gentherapie korrigiert Defekte in eigenen Organen oder Geweben eines Menschen, während die Keimbahn-Therapie Zellen umgestaltet, die die genetische Erbinformation an die Nachkommengeneration weitergeben.[52]

Die Zuordnung, zu welcher Art von Gentechnik diese oder jene Anwendung gehört, ist eine Frage der Betrachtungsweise. Wird ein Verfahren in der industriellen Produktion eingesetzt, spricht man von weißer Gentechnik. Findet es Anwendung in der Medizin, ist diese Anwendung ein Teil der roten Gentechnik. Betrachtet man eine Anwendung in der Landwirtschaft, gehört diese zur Grünen Gentechnik. Die verschiedenen Typen der Gentechnik sind in dieser Hinsicht nicht scharf voneinander getrennt.

2. GRÜNE GENTECHNIK – CHANCE ODER RISIKO?

Schon im Hinblick auf die Anwendungsbereiche der Gentechnik wird deutlich, dass viele Probleme der Menschen durch Forschungen an der DNA bewältigt werden könnten. Eine der größten Herausforderungen für die Menschheit ist der Kampf gegen den Hunger. Eine Möglichkeit um dieses grundlegende Problem zu lösen, sind die Anwendungsgebiete, die die Grüne Gentechnik verspricht. Dennoch löst diese Technologie bei vielen Menschen nicht nur Hoffnungen, sondern auch Ängste aus. Ist die Grüne Gentechnik wirklich ungefährlich? Bringt sie mehr Nach- als Vorteile? Und was sagt die Katholische Kirche dazu?

2.1 Herausforderungen für die Grüne Gentechnik

2.1.1 Weltbevölkerung und ihre Entwicklung

Es wird vermutet, dass vor 13000 Jahren circa drei Millionen Menschen die Erde bevölkerten.[53] Um zu überleben, brauchte allein ein Mensch damals schätzungsweise 20 Quadratkilometer, damit er sich von der Jagd und Sammlung der Pflanzen ernähren konnte. (Im Vergleich zu heute sorgt so eine Fläche für den Lebensunterhalt von 9000 Menschen).[54] Über Jahrtausende hinweg stieg die Einwohnerzahl der Erde sehr langsam, da Krankheiten und Nahrungsmangel die Bevölkerungszahl ständig beeinflusst haben. Erst um 1800 ist die Bevölkerung der Erde mit Hilfe der Industriellen Revolution von mehreren hundert Millionen auf die erste Milliarde gestiegen. Um 1930 wurde die Erde von zwei[55], um 1960 von drei und um 2000 von sechs Milliarden Menschen bevölkert. Laut offiziellen Prognosen des Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) könnten im Jahr 2050 zwischen 8,0 bis 10,5 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die Durchschnittszahl der Bevölkerung im Jahr 2050 läge dann bei 9,15 Milliarden.[56] Das Bevölkerungswachstum sollte sich zum größten Teil in den Entwicklungsländern Südostasiens (Indien und Pakistan)[57] und Afrikas vollziehen.[58] Allein in Afrika (Niger, Mali, Nigeria) wird die Zahl der Bevölkerung von heute - circa eine Milliarde - bis zum Jahr 2050 auf zwei Milliarden zunehmen[59] (allein in Uganda könnte sich bis zum Jahr 2100 die Bevölkerung verdreizigfachen!).[60]

Somit wird auch die Nachfrage nach Agrarprodukten steigen.[61] Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen mahnt an, dass die Nahrungsmittelproduktion auf der Erde verdoppelt werden müsste. Davon ausgehend werden auch Landwirtschaften mehr Anbauflächen, Wassermengen und Ernteerträge haben müssen, damit es der Lebensmittelproduktion möglich wird, so viele Menschen wie möglich zu sättigen.[62] Theoretisch gesehen genügten die Kapazitäten der Nahrungsmittelproduktion bereits heute für zwölf Milliarden Menschen. In der Praxis jedoch ist dieses Produktionsvermögen nicht gleichermaßen verteilt. Die Hintergründe dieser Irregularität der Nahrung sind natürliche Voraussetzungen wie Klima oder Zustand des Bodens. Dasselbe Problem betrifft auch das Wasser. Dies ist eine grundsätzliche Voraussetzung für jede Landwirtschaft. Nichtdestotrotz soll auch die Frage gestellt werden, ob genügend Ressourcen für die Lebensmittelproduktion zur Verfügung stehen. Da, wo beispielsweise Wasser kaum oder gar nicht vorhanden ist, ist keine Produktion der Lebensmittel möglich. Außerdem ist die gesellschaftliche Lage einer Bevölkerungsgruppe zu beachten, so etwa, ob sie von Armut betroffen oder wirtschaftlich stark ist, ob sie Krieg führt oder ob sie Ernteausfälle wegen sich veränderten Wetterbedingungen erlebt.[63]

2.1.2 Nahrungsmittelverteilung weltweit

Unter dem Wort „Hunger“ versteht sich, dass ein Mensch für einen Tag keine ausreichende Menge an Nahrung hat, um das Gleichgewicht zwischen Energiebedarf und Energiezufuhr im Körper decken zu können und um arbeitsfähig zu sein.[64] Dafür benötigt jeder Mensch eine bestimmte Anzahl an Kalorien, die je nach Geschlecht, Alter, Körpergröße und Körpergewicht sowie körperliche Aktivität ganz verschieden sein kann. Bei Erwachsenen liegt diese Zahl im Durchschnitt zwischen 1300 und 1700 Kilokalorien pro Tag. Je nachdem, wie aktiv ein Mensch ist, kann sich diese Zahl verändern. Deshalb liegt der Mindesttagesbedarf eines Menschen laut FAO (Food and Agricultural Organization) bei 1800 Kilokalorien, während Ernährungswissenschaftler der WHO (World Health Organization) behaupten, dass der Mindesttagesbedarf eines Menschen 2100 Kilokalorien umfasst.[65] Bekommt ein Mensch weniger Kilokalorien als vorgesehen, leidet er an Unterernährung und Hunger.[66]

Ein weiteres Problem ist, dass viele Menschen in Entwicklungsländern zwar Reis, Weizen oder Mais zu essen haben[67] und aus diesen Speisen ausreichend Energie beziehen, aber diese Nahrung nicht hinreichend Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße, wie es der Organismus benötigt, enthalten.[68] So eine Mangelernährung kann Krankheiten oder sogar den Tod verursachen: Nicht nur das Immunsystem des Menschen kann durch den Mangel dieser notwendigen Mikronährstoffe entkräftet werden.[69] Zu diesen Stoffen gehören beispielsweise Eisen, Vitamin A, Jod und Zink. So kann Eisenmangel zu Störungen der motorischen und kognitiven Entwicklungen des Menschen, zu Müttersterblichkeit und Frühgeburten beitragen[70]. Auch können sich Anämien einstellen, die das Risiko für Infektionskrankheiten wie Malaria oder HIV anheben.[71] Ein Mangel an Vitamin A erhöht das Risiko, dass Blindheit einsetzt und erhöht außerdem die Gefahr, an Infektionskrankheiten zu erkranken. Fehlt dem Körper Jod, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass schwangere Frauen Kinder gebären, die unter Hirnschädeln leiden. Zinkmangel kann Wachstumsstörungen und Immunschwäche hervorrufen[72], zudem steigt das Risiko von Durchfallerkrankungen und Lungenentzündungen.[73]

Die World Hunger and Proverty Statistics stellen fest, dass der Hunger das größte Gesundheitsrisiko der Menschheit ist, weil an Hunger mehr Menschen sterben als an AIDS, Tuberkulose und Malaria zusammen.[74] Die Vereinten Nationen vermuten, dass im Jahr 2015 rund 795 Millionen Menschen von insgesamt 7,3 Milliarden Menschen hungerten.[75] Der Großteil der unter Hunger leidenden Menschen (780 Millionen) lebt in den Entwicklungsländern wie Tschad, Kenia, Zentralafrikanische Republik und Namibia.[76] Allein die Kindersterblichkeit, von Kindern unter fünf Jahren, liegt bei 6,3 Millionen pro Jahr (UNICEF, 2014).[77]

Um sich dem Hunger und seinen Folgen zu stellen, wurden im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe aus Repräsentanten der UNO (United Nations Organization), der Weltbank sowie der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) und anderen nicht staatlichen Hilfsorganisationen die Millenniums-Entwicklungsziele formuliert[78], deren wichtigste Aufgabe die Bekämpfung des Hungers und der Armut ist. Weitere Ziele sind die Realisierung der allgemeinen Grundschulbildung, die Verringerung der Kinder- und Müttersterblichkeit und die Beseitigung von schweren Krankheiten.[79]

In den Millenniumszielen wurde festgehalten, dass die Beseitigung des Hungers die erste Voraussetzung für die Entwicklungen von Bildung, Gesundheit und Gerechtigkeit ist und somit das Ende der Armut herbeirufen könnte. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen visierte von 1990 bis 2015 das Ziel an, die Zahl der hungernden Menschen zu halbieren. Seit 1990 ist die Zahl der Hungernden von ungefähr 1000 Millionen auf circa 795 Millionen zurückgegangen und die Zahl der Sterbefälle der Kinder, die unter fünf Jahre alt sind, hat sich halbiert. Die Millenniumsziele sind in vielen Ländern Lateinamerikas und der Karibik, Ost- und Südasiens bereits ganz oder fast ganz erreicht worden. Dennoch hat sich die Lage mit dem Hunger trotz des Millenniumsziels in Afrika verschlechtert: die Zahl der Hungernden ist im Jahr 1990 von 182 Millionen auf 233 Millionen im Jahr 2015 angestiegen. Dasselbe betrifft Teile Westasiens oder Ozeaniens, wo die Lage des Hungers sich sogar verschärft hat.[80]

2.1.3 Resümee

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Bevölkerungszunahme laut Prognosen am stärksten in Entwicklungsländern Südostasiens und Afrikas ist, die ohnehin von Problemen des Hungers sehr stark betroffen sind. Anhand dieser Hintergründe kann vermutet werden, dass die Sterblichkeitsrate der Menschen in diesen Gebieten in Zukunft trotz der Millenniumsziele noch weiter steigen könnte. Zudem kommt die Frage nach den geographischen Voraussetzungen für die Landwirtschaft auf, die infolge von Hitze und Wassermangel oder anderer Klima- und Bodenbedingungen maßgebend beeinflussbar sind. Als Folge ergibt sich die Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, die Voraussetzungen für die Landwirtschaft eines Landes, ungeachtet der Klima- und Bodenbedingungen zu verbessern beziehungsweise überhaupt erst zu ermöglichen und dadurch zur Lösung der Nahrungskrise und somit zur Rettung von Menschen vor dem Tod an Hunger zu kommen.

2.2 Goldener Reis als Lösung des Welthungers?

2.2.1 Reis als Nahrungsmittel

Auf der Basis von den beiden Überblicken über Weltbevölkerung und Hunger folgt nun eine Auswertung für eine Lösungsstrategie der Grünen Gentechnik. Wie eben kurz erwähnt, sind Mais, Weizen und Reis die überwiegenden Getreide, die circa der Hälfte der Menschheit zugänglich sind. Davon ausgehend ist festzustellen, dass Reis für die Mehrheit der Menschen ein Grundnahrungsmittel ist, das „…gekocht […] oder zu Mehl weiterverarbeitet werden kann“.[81] Reis wird meistens auf imitierten bewässerten Feldern in tropischen und subtropischen Regionen angebaut.[82] Der Grund dafür ist, dass Reis während der Wachstums- und Reifezeit unter Wasser gepflanzt wird, damit Unkräuter den Reis beim Wachsen nicht behindern. Jedoch können Reispflanzen keine dauerhaften Überschwemmungen überstehen.[83] Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass der auf natürliche Weise vorkommende Reis kaum Vitamin A[84], Eisen und Zink enthält.[85] Menschen, die sich ausschließlich vom klassischen Reis ernähren, gehen das Risiko ein, entsprechende Mangelerscheinungen auszubilden (Vgl. 2.1.2).

[...]


[1] Vgl. Grossarth, Jan: Forscher: Gentechnik ist ein Segen für Umwelt und Bauern, online im Internet: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/gentechnik-eine-ueberraschende-auswertung-von-147-studien13250070.html (Zugriff am 05.04.2017).

[2] Vgl. Bayerische Akademie der Wissenschaften: Lebensmittel und Gentechnik: Rundgespräch am 1. Oktober 1999 in München. Rundgespräche der Kommission für Ökologie 16, München 1999, 167.

[3] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Bevölkerungsentwicklung, online im Internet: http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52699/bevoelkerungsentwicklung (Zugriff am 05.04.2017). Vgl. Irrgang, Bernhard: Forschungsethik Gentechnik und neue Biotechnologie: Entwurf einer anwendungsorientierten Wissenschaftsethik unter besonderer Berücksichtigung von gentechnologischen Projekten an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen, Stuttgart 1997, 48.

[4] Huber, Robert: Art. Gentechnologie, in: Lexikon der Biologie 6 (2001), 259.

[5] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gesetz zur Regelung der Gentechnik (Gentechnikgesetz - GenTG) § 3 Begriffsbestimmungen, online im Internet: http://www.gesetze-iminternet.de/gentg/__3.html (Zugriff am 06.04.2017).

[6] Vgl. Kügler-Seifert, Angela/DFG: Grüne Gentechnik, Weinheim 2010, 9.

[7] Vgl. Kügler-Seifert, Angela/DFG: Grüne Gentechnik, Weinheim 2010,14.

[8] Vgl. Feulner, Georg: Naturwissenschaften: Daten, Fakten, Ereignisse und Personen, München 2008, 81.

[9] Im Jahr 1909 führte der dänische Biologe Wilhelm Johannsen „Gen“ als Terminologie erstmals ein.

[10] Vgl. Campbell, Neil A.: Mendel und der Genbegriff, in: Biologie, Berlin 1997, 261-285.

[11] Gregor Mendel stellte die so genannten Mendelschen Gesetze der Genetik auf und erforschte damit erstmals, wie sich Eigenschaften von Eltern auf Kinder vererben. Weiter dazu: Rudolph, Dennis: Mendelsche Gesetze von Gregor Johann Mendel, online im Internet: http://www.frustfreilernen.de/biologie/gregor-johann-mendel-mendelsche-gesetze.html (Zugriff am 18.06.2017).

[12] Vgl. Campbell, Mendel und der Genbegriff (1997), 261-285.

[13] Vgl. Gibson, Mark: The Feeding of Nations: Redefining Food Security for the 21st Century, Boca Raton 2012, 163.

[14] Vgl. Toepfer, Georg: Historisches Wörterbuch der Biologie. Geschichte und Theorie der biologischen Grundbegriffe, in: Historisches Wörterbuch der Biologie 2 (2011), 15. Campbell, Mendel und der Genbegriff (1997), 1333.

[15] Vgl. Penzlin, Heinz: Das Phänomen Leben. Grundfragen der Theoretischen Biologie, Berlin 2013, 1.

[16] Vgl. Feulner, Naturwissenschaften (2008), 81f.

[17] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Grüne Revolution, online im Internet: http://www.pflanzenforschung.de/de/themen/lexikon/gruene-revolution-785 (Zugriff am 06.04.2017).

[18] Fuhrmann, Günter Fred: Eagle-Starthilfe. Pharmakologie, Leipzig 2016, 6.

[19] Achleitner, Ann-Christin: Jahrbuch Entrepreneurship 2004/05: Gründungsforschung und Gründungsmanagement, Berlin 2005, 292. Mit „Eiweißbausteine“ sind Aminosäuren gemeint: Diese sind Bestandteile eines jeden Eiweißes. Hierzu: Campbell, Mendel und der Genbegriff (1997), 1326.

[20] Ebd.

[21] Ebd.

[22] Ebd.

[23] Vgl. Dolata, Ulrich: Wandel durch Technik. Eine Theorie soziotechnischer Transfornation, Frankfurt am Main 2011, 127.

[24] Vgl. Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München: Chronologie der Stammzellforschung und der begleitenden ethischen Debatte, online im Internet: http://www.ttn-institut.de/sites/www.ttn-institut.de/files/bioethik/Chronologie.pdf (Zugriff am 07.04.2017).

[25] Vgl. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: Gentechnisch veränderte Pflanzen, online im Internet: http://www.stmuv.bayern.de/themen/gentechnik/anwendungsgebiete/pflan zen/pflanz_veraendert.htm (Zugriff am 07.04.2017).

[26] Vgl. Blohm, María Christina: Zugang zu humangenetischen Ressourcen indigener Völker Lateinamerikas. Eine Stakeholderanalyse, Wiesbaden 2010, 186.

[27] Vgl. Beckmann, Jörgen: Die Gene sind nicht alles: Argumente für das Verständnis von Pflanzenzüchtung und Gentechnik aus einer erweiterten Sicht der Natur, Barsinghausen 2009, 30.

[28] Vgl. Wartenberg, Ludolf: Investition in die Zukunft: wie Deutschland den Anschluss an die globalisierte Welt findet, Weinheim 2005, 136.

[29] Vgl. Schallies, Michael: Biotechnologie und Gentechnik: Neue Technologien verstehen und beurteilen, Berlin 2013, 150.

[30] Vgl. Hammelmann, Iris: Entdecker & Erfinder, München 2010, 124.

[31] Vgl. Fuhrmann, Eagle-Starthilfe (2016), 6.

[32] Adelmann, Siegfried: Arbeitsschutz in Biotechnologie und Gentechnik, Berlin 1996, 502.

[33] Vgl. Sax, Monika: Gentechnik, Grüne Gentechnik, online im Internet: http://www.planetwissen.de/natur/forschung/gentechnik/pwiegruenegentechnik100.html (Zugriff am 08.04.2017).

[34] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Rote Gentechnik, online im Internet: http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/33747/rote-gentechnik?p=all (Zugriff am 09.04.2017).

[35] Vgl. FN 33 (http://www.planet-wissen.de/natur/forschung/gentechnik/pwiegruenegentechnik100.html. Zugriff am 08.04.2017).

[36] Vgl. FN 34 (http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/33747/rote-gentechnik?p=all. Zugriff am 09.04.2017).

[37] Ebd., (http://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/33747/rote-gentechnik?p=all. Zugriff am 09.04.2017).

[38] Vgl. FN 33 (http://www.planet-wissen.de/natur/forschung/gentechnik/pwiegruenegentechnik100.html. Zugriff am 08.04.2017).

[39] Bundeszentrale für politische Bildung: Weiße Gentechnologie, online im Internet: https://www.bpb.de/gesellschaft/umwelt/bioethik/33741/weisse-gentechnik (Zugriff am 09.04.2017).

[40] Vgl. Huber, Art. Gentechnologie (2001), 259.

[41] Vgl. Kaulen, Hildegard: Menschen nach des Menschen Bild?, Vallendar 1999, 27.

[42] Vgl. Evangelische Kirche in Deutschland: Einverständnis mit der Schöpfung. Ein Beitrag zur ethischen Urteilsbildung im Blick auf die Gentechnik, Gütersloh 1991, 20f.

[43] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Weiße Biotechnologie. Chancen für eine biobasierte Wirtschaft, online im Internet: https://www.bmbf.de/pub/Weisse_Biotechnologie.pdf (Zugriff am 09.04.2017).

[44] Vgl. Evangelische Kirche, Einverständnis mit der Schöpfung (1991), 20f.

[45] Ebd.

[46] Freudenberg, Andreas: Gentechnik. Grundwissen für den politisch-ethischen Dialog, Frankfurt 1990, 46-48.

[47] Ebd., 46-49.

[48] Ebd., 50.

[49] Ebd.

[50] Vgl. Evangelische Kirche in Deutschland, Einverständnis mit der Schöpfung (1991), 25f.

[51] Vgl. Freudenberg, Gentechnik (1990), 84f.

[52] Ebd., 117.

[53] Vgl. Kügler-Seifert, Grüne Gentechnik (2010), 6.

[54] Ebd.

[55] Vgl. Sinding, Steven: Wachstum der Weltbevölkerung, online im Internet: http://www.berlininstitut.org/online-handbuchdemografie/bevoelkerungsdynamik/wachstum-der-weltbevoelkerung.html (Zugriff am 10.04.2017).

[56] Vgl. FN 3 (http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-undfakten/globalisierung/52699/bevoelkerungsentwicklung. Zugriff am 05.04.2017).

[57] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung: Bevölkerungsentwicklung nach Regionen, online im Internet: http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52702/bevoelkerung-nachregionen (Zugriff am 03.06.2017).

[58] Vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Globale Bevölkerungsentwicklung, Nahrungsmittelproduktion und Umweltfolgen, online im Internet: http://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/globale-bevoelkerungsentwicklungnahrungsmittelproduktion-und-umweltfolgen/ (Zugriff am 10.04.2017).

[59] Vgl. Putsch, Christian: 2050 muss Afrika zwei Milliarden ernähren, online im Internet: https://www.welt.de/politik/ausland/article131157709/2050-muss-Afrika-zwei-Milliarden-ernaehren.html (Zugriff am 11.04.2017).

[60] Vgl. Wermelskirchen, Axel: Rapides Bevölkerungswachstum. In Afrika wird es eng, online im Internet: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/rapides-bevoelkerungswachstum-in-afrika-wird-es-eng13725733.html (Zugriff am 03.06.2017).

[61] Vgl. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung, online im Internet: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2016/048OECD-Agrarministerkonferenz.html (Zugriff am 11.04.2017).

[62] Vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung: Wie kann die Weltbevölkerung 2050 ernährt werden?, online im Internet: http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/wie-kann-dieweltbevoelkerung-2050-ernaehrt-werden-eine-10004#bewertung (Zugriff am 11.04.2017).

[63] Vgl. FN 58 (http://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/globale-bevoelkerungsentwicklungnahrungsmittelproduktion-und-umweltfolgen/. Zugriff am 10.04.2017).

[64] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Hunger, online im Internet: https://www.bmz.de/de/service/glossar/H/hunger.html (Zugriff am 12.04.2017).

[65] Vgl. Evangelische Kirche in Deutschland: Herausforderungen für Agrarpolitik und Ernährungssicherung, online im Internet: https://www.ekd.de/EKD-Texte/98340.html (Zugriff am 13.04.2017).

[66] Vgl. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Wenn Kalorien und Nährstoffe fehlen, online im Internet: https://www.bmz.de/de/themen/ernaehrung/hunger/fakten_zum_ hunger/index.html (Zugriff am 12.04.2017).

[67] Ebd., (https://www.bmz.de/de/themen/ernaehrung/hunger/fakten_zum_hunger/index.html Zugriff am 12.04.2017). Reis, Weizen oder Meis zählen zu den wichtigsten Getreiden für die Grundnahrungsmitteln des Menschen. Weiter dazu: Vgl. Kunz, Benno: Lebensmittelbiotechnologie: Mikrobiologie – Enzyme – Bioprozesstechnik –biotechnologische Prozesse, Hamburg 2015, 212.

[68] Ebd., (https://www.bmz.de/de/themen/ernaehrung/hunger/fakten_zum_hunger/index.html. Zugriff am 12.04.2017).

[69] Vgl. World Food Programme: Mangelernährung - der versteckte Hunger, online im Internet: http://de.wfp.org/mangelernaehrung (Zugriff am 12.04.2017).

[70] Vgl. Saltzman, Amy: Welthunger-Index 2014: Herausforderung verborgener Hunger, Bonn 2014, 26.

[71] Vgl. Transparenz Gentechnik: Reis mit erhöhtem Eisen- und Zinkgehalt: „Durchbruch im Kampf gegen versteckten Hunger“, online im Internet: http://www.transgen.de/aktuell/2546.reis-eisen-zink-gentechnikversteckter-hunger.html (Zugriff am 13.04.2017).

[72] Vgl. Saltzman, Welthunger-Index 2014 (2014), 26.

[73] Vgl. FN 69 (http://de.wfp.org/mangelernaehrung. Zugriff am 12.04.2017).

[74] Vgl. World Food Programme: Hunger weltweit - Zahlen und Fakten, online im Internet: http://de.wfp.org/hunger/hunger-statistik (Zugriff am 12.04.2017).

[75] Vgl. Deutsche Welthungerhilfe: Hunger - Ausmaß, Verbreitung, Ursachen. Die häufigsten Fragen zum Thema, online im Internet: http://www.welthungerhilfe.de/fileadmin/user_upload/Themen/Hunger/Hun ger_Factsheet_5_2015.pdf (Zugriff am 13.04.2017).

[76] Vgl. World Food Programme: Hunger, online im Internet: http://de.wfp.org/hunger-afrika (Zugriff am 03.06.2017).

[77] Vgl. FN 75 (http://www.welthungerhilfe.de/fileadmin/user_upload/Themen/Hunger/Hunger_Factshe et_5_2015.pdf. Zugriff am 13.04.2017).

[78] Vgl. World Food Programme: Die Millenniumsziele, online im Internet: http://de.wfp.org/hunger/diemillenniumsentwicklungsziele (Zugriff am 13.04.2017).

[79] Vgl. Resolution adopted by the General Assembly: United Nations Millennium Declaration, online im Internet: http://www.un.org/millennium/declaration/ares552e.htm (Zugriff am 12.04.2017).

[80] Vgl. FN 78 (http://de.wfp.org/hunger/die-millenniumsentwicklungsziele. Zugriff am 13.04.2017).

[81] Rimbach, Gerald: Lebensmittel - Warenkunde für Einsteiger, Berlin 2015, 127.

[82] Vgl. Widhalm, Kurt: Ernährungsmedizin, Köln 2009, 32.

[83] Vgl. Transparenz Gentechnik: Reis, online im Internet: http://www.transgen.de/datenbank/pflanze n/1981.reis.html (Zugriff am 14.04.2017).

[84] Vgl. Kempken, Frank: Gentechnik bei Pflanzen: Chancen und Risiken, Berlin 2013, 140.

[85] Vgl. Rutloff, Heinz: Lebensmittel - Biotechnologie und Ernährung: Probleme und Lösungsansätze, Berlin 2013, 157.

Details

Seiten
65
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668759503
ISBN (Buch)
9783668759510
Dateigröße
983 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v434829
Institution / Hochschule
Katholische Fachhochschule Mainz
Note
2,0
Schlagworte
Moraltheologie Gentechnik Goldener Reis Prinzipien zu einer verantwortlichen Nutzung der Gentechnik Theologie

Autor

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Titel: Moralische Bewertung der Grünen Gentechnik im Blick auf die Nahrungsversorgung der Weltbevölkerung