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Inwiefern kann die Social Media Plattform Instagram die Identitätsbildung bei weiblichen Jugendlichen beeinflussen?

Hausarbeit 2017 26 Seiten

Psychologie - Medienpsychologie

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Social Media Plattform Instagram

3 Psychosoziale Ansätze der Identitätsbildung
3.1 Das psychosoziale Phasenmodell nach Erikson
3.2 Die Mediensozialisation Theorie von Daniel Süss
3.3 Theorien zur pubertären Selbstdarstellung
3.4 Identitätsbildung in Bezug auf weibliche Jugendliche

4 Die Beeinflussung von Instagram auf die weibliche Identitätsbildung
4.2 Die Gefahren der Plattform für adoleszente Mädchen
4.2.1 Körperlichkeit, Zweifel, Selbstbewusstsein
4.2.2 Tendenz zum Narzissmus
4.3 Folgen negativer medialer Beeinflussung

5 Fazit

III Literaturverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - links „Thigh Gap“, rechts „Bikini Bridge“

Abbildung 2 - Post von sarina_nowak

Abbildung 3 - Suche #nomakeupselfie

Abbildung 4 - Profil und Post von geschichten_lovestory.x3

Abbildung 5 - Suche #creative

Abbildung 6 - Suche #healthylife

Abbildung 7 - Post von djjessicabuettner

Abbildung 1 - Hajok, D./Zabin F.2015

Idenitätsbildung im Netz. Selbstdarstellung weiblicher Heranwachsender auf Foto- und Videoplattformen, in tv diskurs, 19. Jg., Nummer 72, 2015, S. 65.

Abbildung 2 - sarina_nowak2017 Post von sarina_nowak. 04.05.2017. Verfügbar unter: https://www.instagram.com/p/BROnsw1DvO3/?taken- by=sarina_nowak&hl=de, aufgerufen am 05.07.2017.

Abbildung 3 - Instagram2017 #nomakeupselfie. Verfügbar unter: https://www.instagram.com/explore/tags/nomakeupselfie/?hl=de, aufgerufen am 05.07.2017.

Abbildung 4 - geschichten_lovestory.x32017 Profil und Post von geschichten_lovestory.x3. 03.06.2017. Verfügbar unter https://www.instagram.com/geschichten.lovestorys.x3/, aufgerufen am 04.07.2017.

Abbildung 5 - Instagram2017 #creative. Verfügbar unter: https://www.instagram.com/explore/tags/creative/, aufgerufen am 05.07.2017.

Abbildung 6 - Instagram2017 #healthylife. Vefügbar unter: https://www.instagram.com/explore/tags/healthylife/, aufgerufen am 05.07.2017.

Abbildung 7 - djjessicabuettner2017 Post von djjessicabuettner. 20.07.2017. Verfügbar unter: https://www.instagram.com/p/BWwf6VaBfsa/?hl=de, aufgerufen am 20.07.2017.

1 Einleitung

„Social media has become a space in which we form and build relationships, shape selfidentity, express ourselves, and learn about the world around us; it is intrinsically linked to mental health.“1

Soziale Netzwerke haben die Art wie wir Meschen akutell kommunzieren entscheidend verändert. Sie ermöglichen es, dass die neusten Nachrichten uns rasant auf unserem Smartphone angezeigt werden, genauso wie Lifestyle oder Modetrends, das neue leckere Rezept oder das lustige Katzenvideo, was soeben im Netz aufgetaucht ist. Jeder der ein internetfähiges Gerät besitzt, ist in der Lage Soziale Netzwerke zu nutzen. Dadurch wird ihm Zutritt zu fast allen Inhalten dort gewährt. Was passiert aber wenn die Inhalte Menschen erreichen, die sich gerade noch in ihrer individuellen Entwicklungsphase befinden? Mädchen und Jungen die sich von ihrer Kindesphase trennen und in das Erwachsenenleben eintreten. Sie sind besonders empfänglich in dieser Zeit.2

Die Plattform Instagram bietet einen vielfältigen Online Dienst an, auf dem die neusten Trends und Lifestyle Ideen visuell verbreitet werden. Dieses Angebot stößt innerhalb der der deutschen Bevölkerung auf große Begeisterung so wächst das Online Portal jedes Jahr um nahezu fast 100.000 neuer Nutzer.3 Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob soziale Netzwerke einen Einfluss auf Jugendliche haben. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf der Plattform Instagram sowie den jugendlichen Nutzern.Jugendliche sind hier als Personen im Alter von 14-18 Jahren definiert.

Um dieser Frage nachgehen zu können, wird zunächst die Plattform Instagram vorgestellt. Im weiteren Verlauf werden verschiedene psychosoziale Ansätze erläutert. Außerdem wird die Selbstdarstellung sowie die Besonderheiten der Identitätsbildung bei jungen Frauen beleuchtet. Anschließend werden die erworbenen Kenntnisse auf dem Hintergrund der Social Media Plattform analysiert, um anschließend bestenfalls Auswirkungen herausstellen zu können.

2 Die Social Media Plattform Instagram

Um im Folgenden die Social Media Plattform Instagram verstehen zu können, wird zunächst der Begriff Social Media kurz definiert: Unter diesem Begriff fallen „innovative Applikationen und Plattformen“4, die ein hohes Gestaltungspotential im Internet aufweisen. Für die Gestaltung der Inhalte sorgen in Kooperation sowohl Nutzer als auch Anbieter. Diese nutzergenerierten Inhalte (engl. User Generated Content) sind eine Besonderheit der Soziale Netzwerke. Grundsätzlich liegt das Ziel sozialer Netzwerke in der kontinuierlichen Vernetzung und Verbreitung von Inhalten.5

Instagram ermöglicht es seinen Nutzern das eigene Leben unmittelbar mit selbst erstellten Fotos und Videos zu erfassen und auf dem eigenen Profil zu teilen, damit gehört Instagram ebenfalls zu den Sozialen Netzwerken. Genutzt werden kann sie über eine Applikation auf dem Smartphone oder über andere internetfähigen Geräte wie Laptops und Tablets. Das Anlegen eines Profils auf Instagram bedarf lediglich weniger Schritte. Alles was die Plattform abfragt ist eine E-Mail-Adresse und ein Nutzername. Weitere Informationen können wahlweise vom Nutzer hinzugefügt werden, wie zum Beispiel das Geschlecht, die Biografie, eine Telefonnummer und ein Profilbild.6 Seitdem die Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger Instagram im Oktober 2010 veröffentlichten, haben sich 700 Millionen Personen angemeldet, die im Jahr 2014 pro Tag schätzungsweise 60 Millionen Bilder hochgeladen haben.7 Instagram besitzt eine eher junge Zielgruppe, so ist jeder dritte Nutzer unter 20 Jahre alt.8 Insgesamt benutzen 71% der deutschen Jugendlichen die Plattform.9 Damit ist sie auf Platz drei der liebsten Internetangebote Jugendlicher, gleich nach Whatsapp und Youtube.10 Unter diesen jugendlichen Instagram Nutzern werden mehr selbst gemachte Fotos von den Mädchen als von den Jungs geteilt.11 Durch die enorme Vernetzung auf einem sozialen Netzwerk wie Instagram, können sich Trends rasant verbreiten.

Instagram bietet seinen Nutzern, neben der Möglichkeit Fotos und Videos zu teilen, noch weitere grundlegende Funktionen. Mittels einer Auswahl von Filtern und einem bereits integrierten Bearbeitungsprogramm ermöglicht die Plattform seinen Usern ihre Fotos nach ihren Idealvorstellungen zu verändern.12 So kann beispielsweise ein graues Bild von Strand durch entsprechende Filter nach einem sonnigen und warmen Sommer Schnappschuss aussehen. Gefällt einem Nutzer ein anderes Bild kann er es durch das Klicken eines Buttons „liken“13, eine weitere Möglichkeit zur Interaktion bietet die Kommentarfunktion oder das Markieren einer Person auf einem Bild. Markiert eine Person eine andere auf einem Bild, wird jenes der markierten Person ebenfalls durch eine Benachrichtigung angezeigt. Unter der Kategorie „Entdecken“ finden Nutzer derzeit beliebte Bilder oder „Hashtags“14. Das Motiv, was am liebsten geteilt wird, sind die Nutzer selbst. Aus einer Studie von Yuheng Hu, Lydia Manikonda und Subbarao Kambhampati aus dem Jahr 2014 geht hervor, dass fast die Hälfte der auf Instagram geteilten Fotos (46,6%) unter die Kategorie „Selfie“15 fallen. Die zweit populärste ist mit 22,4% die Kategorie „Freunde“16. Da die Social Media Plattform nun kurz vorgestellt wurde, werden im folgenden einige Ansätze zur Identitätsbildung präsentiert, um danach den Einfluss von Instagram auf die Identitätsentwicklung analysieren zu können.

3 Psychosoziale Ansätze der Identitätsbildung

„Wer bin ich?“ und „Wer will ich sein?“ sind die zentralen Fragen, die den Prozess der Identitätsbildung begleiten. Grundsätzlich besteht die Bildung einer Identität darin, für sich selber zu definieren wer man ist, welche Werte einem wichtig sind und welche Richtung für die Zukunft eingeschlagen werden soll.17 Der Grundstein der Identitätsentwicklung wird schon in der frühen Kindheit gesetzt, allerdings setzt sich ein junger Mensch erst in seiner Pubertät sowie als junger Erwachsener mit den Leitfragen des Identitätsentwicklungsprozesses intensiv auseinander.18 Der nachfolgende Psychoanalytiker hat diesen Identitätsentwicklungsprozess in einem Modell veranschaulicht.

3.1 Das psychosoziale Phasenmodell nach Erikson

Erik Homburger Erikson prägt mit seinen Theorien bis heute den Begriff Identität und die damit einhergehenden genannten Leitfragen. Berühmt wurde er vor allem durch sein 1950 veröffentlichtes Modell der Identitätsentwicklung. Dieses Modell besteht aus insgesamt acht Phasen, die die Entwicklung der Identität von der frühen Kindheit bis zum späten Erwachsenenalter beschreiben. Aufgrund dessen, dass in dieser Arbeit nur die Jugendzeit betrachtet wird, konzentrieren sich die folgenden Ausführungen auf die fünfte und sechste Phase des psychosozialen Modelles nach Erikson. In beiden Phasen spielt die Sozialisation eine zentrale Rolle. Die Schule, Familie, Freunde, Partner oder der erste Arbeitsgeber bilden wichtige Sozialisationsinstanzen, mit denen sich ein Heranwachsender täglich auseinandersetzen muss und die damit Auswirkungen auf den Entwicklungsprozess haben. Die fünfte Phase betitelte der Autor mit „Identität gegen Identitätsdiffusion“. Dort beschreibt er, dass aufgrund der beginnende Pubertät und die damit einsetzenden körperlichen Veränderungen zu starken Verunsicherungen führen können. Aus diesem Grund kommt es dazu, dass sich die Heranwachsenden stark an der Außenwahrnehmung ihrer Selbst orientieren. Dieses Stadium ist vor allem durch Zweifel gekennzeichnet. Zweifel und Verunsicherungen führen dazu, dass die Jugendlichen alles in Frage stellen, was sie in ihrer Kindheit an Werten, Wissen, Können und Erfahrungen gesammelt haben. Sie durchlaufen Auseinandersetzungen mit dem was sie bis zu diesem Zeitpunkt gelernt haben und was sie in der Zukunft sein wollen. Sie versuchen schon fast „krampfhaft“ herauszufinden, wie sie von anderen Menschen gesehen werden. Um durch diese „unvertraute Lage“ durch zu kommen, bilden Heranwachsende Cliquen und „[vereinfachen] sich selbst, ihre Ideale und ihre Feinde zu Stereotypen [...]“19. In dieser Phase kann Identität durch die Zuversicht entstehen, dass ihre Selbst- und Fremdwahrnehmung nahezu übereinstimmen und sie ein gesundes Selbstvertrauen geschaffen haben, gelingt dies, so hat der Heranwachsende sich seine eigene Ich-Identität erstellt.20 Bildet sich keine Ich-Identität, beispielsweise aufgrund dessen, dass der Jugendliche sich angesichts mangelndem Selbstwertgefühl in seinem Handeln nicht gestärkt fühlt oder seinen Platz in der Gesellschaft noch nicht gefunden hat, wird von dem Begriff Identitätsdiffusion gesprochen. Hier muss hinzugefügt werden, dass es sich bei dem Identitätsbildungsprozess um einen lebenslangen Prozess handelt. Eine „gelungene Identität“ beinhaltet niemals nur die positive Seite. 21

Die sechste Phase „Intimität und Isolation“ beschreibt, wie die jungen Erwachsenen erstmals berufliche, emotionale und/oder politische Verpflichtungen sowie intime Beziehungen eingehen. Dazu gehören zum Beispiel Partner- oder Freundschaften. Werden diese Verbindungen nicht ausreichend eingegangen, könnte soziale Isolation im Erwachsenenalter resultieren. Infolgedessen würde jegliche Art von Beziehung nur formal geführt werden können. Aufgaben und das Treffen von Entscheidungen sowie die Unterstützung durch Familie und Freunde können hier für Sicherheit in der Entwicklung sorgen.22 Eine klar definierte Fehlanpassung exisitert während der Identitätsbildung nicht, es ist stattdessen wichtig, dass die Balance gefunden wird. Das Grundgerüst der Identitätsentwicklung von Erikson wird in Anbetracht des Themas dieser Arbeit im Folgenden in Zusammenhang mit den Medien gebracht.

3.2 Die Mediensozialisation Theorie von Daniel Süss

Um den Bezug der Identitätsentwicklung zu den Medien beschreiben zu können, eignet es sich den Kommunikations- und Medienpsychologe Daniel Süss heranzuziehen. Er geht in seinem 2006 veröffentlichen Buch davon aus, dass die Medien einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Identitätsentwicklung haben können. Süss beschreibt genauer, dass die Medien in Bereichen der Sozial- und Selbstkompetenz Sozialisationseffekte herbeiführen können.23 Weitere Autoren, wie die Medien Professorin Claudia Wegener, bestätigen dies und erklären, dass die Medien bereits neben Schule und Familie eine Sozialisationsinstanz mit steigendem Stellenwert geworden sind.24 Der Grund dafür ist einfach, wie bereits in Abschnitt Zwei erklärt, verbringen Jugendliche alleine schon im Internet sehr viel Zeit. Somit zählen Medien zu dem nahen Umfeld eines Heranwachsenden. Daraus kann abgeleitet werde, dass Medien durchaus Einfluss auf die Entwicklung der Identität haben können. Zentrale Punkte aus der Arbeit von Süss sind außerdem die Chancen und Risiken der Mediensozialisation. Zu den Chancen stellt er, dass Medien durch die starke Diversität der Inhalte das Individuum bereichern können. Dafür sorgen die vielen verschiedenartigen Identitäten oder auch die zahlreichen Medienfiguren, mit denen Jugendliche tagtäglich konfrontiert werden. Diese Diversität kann dazu inspirieren seine bis dato aufgebaute Identität nochmals zu überdenken und neue Verhaltensweisen für sich zu entdecken. Damit stellen die Medien zusammengefasst eine weitere Ressource zur Bewerkstelligung der Identitätsbildung dar.25 Bestärkt wird dies von weiteren Autoren, wie zum Beispiel von der Professorin für Medien- und Kommunikation Dagmar Hoffmann:

„Bei aller Optionsvielfalt fungieren Medien als Lieferanten von identifikationsfähigem Material, das jedoch nicht einfach adaptiert, sondern geprüft, modifiziert und kommunikativ weiterverhandelt wird, bevor es dann eventuell in die eigene Identität einbezogen wird.“26

Jedoch äußert der Psychologe Süss auch einige Bedenken in Bezug auf die Sozialisation durch Medien. Beispielsweise besteht für ihn auch die Möglichkeit, dass die klischeehafte Darstellung von Medienfiguren zu einer Verzerrung des Selbst- und Weltbildes führen kann. Da die Jugendlichen in der Phase der Pubertät körperliche Veränderungen durchleben sowie ihre eigene Sexualität entdecken, können vor allem stereotypische mediale Darstellungen der Geschlechtlichkeiten und Paarbeziehungen soziale Verunsicherungen auslösen und das Selbstbild beeinflussen. Während der Identitätsbildung ist das Potenzial für junge Menschen somit sehr hoch, da sie sich unmittelbar Verhaltensweisen, Werte und Handlungen abschauen können, die sich positiv und negativ auf die Identität auswirken könnten.27

3.3 Theorien zur pubertären Selbstdarstellung

Anknüpfend wird die Selbstdarstellung und Selbstinszenierung in der jugendlichen Phase kurz theoretisch dargestellt. Hinter der Selbstdarstellung, versteckt sich nach Dagmar Hoffmann häufig das Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. Dieses Bedürfnis ist vor allem in der schwierigen Phase der Identitätsbildung nicht unüblich, denn es verdeutlicht, dass sich Heranwachsende auf der Suche nach sich Selbst befinden und Selbsterprobung ausüben. Dabei ist es für viele Jugendliche von hoher Bedeutung, dass das Fremdbild, was sie online präsentieren, mit dem gewünschten Selbstbild übereinstimmt.28 Darüber hinaus ermöglicht die fotografische Form der Selbstdarstellung neue Perspektiven und Blickwinkel von dem eigenen Körper digital festzuhalten und diese nach Belieben zu bearbeiten und online zu teilen. Jugendliche gewinnen dadurch die Kontrolle über die eigene Darstellung im Netz. In ihrem Buch Sozialpsychologie erklärt Nicola Döring, dass wenn eine Person Selbstdarstellung effektiv betreiben möchte, sie davon überzeugt sein muss, das gewünschte Fremdbild erfolgreich umsetzen zu können. Durch diese Selbstdarstellung sowie die Reaktionen des Publikums, wird die Bildung der Identität beeinflusst. 29 Wie andere Personen jemanden wahrnehmen, hängt von der medialen Umgebung ab und wie der Selbstdarstellern mit dem Publikum in Kontakt tritt. 30 Andere Psychologen, wie Jean Twenge sehen dagegen die Gefahr des Narzissmus. 31 In der Psychologie ist der Begriff Narzissmus negativ konnotiert und beschreibt eine ausgeprägte Form der Überheblichkeit, Selbstbezogenheit und Selbstverliebtheit, die allgemein als Persönlichkeitsstörung gesehen wird.32 In den Folgenden Abschnitten wird auf den Begriff Narzissmus näher eingegangen. Der einflussreichste Faktor für solch eine Selbstverliebtheit ist für die Autoren das Internet, hier geht es um Sehen und Gesehen werden.33

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Selbstdarstellung der Jugendlichen sich sowohl positiv als auch negativ auswirken kann. Aus der Arbeit der Psychologie Professoren Alsaker und Kroger geht hervor, dass ein Mensch sich sein ganzes Leben lang in der Identitätsentwicklungsphase befindet. Die Grundsteine werden allerdings im Kindesalter gelegt. Demnach kann davon ausgegangen werden, dass kindliche Erfahrungen eine Auswirkung darauf haben, inwiefern sich die Selbstdarstellung in der Jugendphase auf die gegenwärtige Identitätsbildung entwickelt.

3.4 Identitätsbildung in Bezug auf weibliche Jugendliche

Abschließend wird mittels psychologischen Ansätze dargestellt, ob mediale Darstellungen einen besonderen Einfluss auf die Identitätsbildung des weiblichen Geschlechts haben kann. Es gibt verschiedene Autoren, die behaupten, dass das Geschlecht als ein durch die Gesellschaft hergestelltes Konstrukt angesehen werden muss. Von dem weiblichen Geschlecht wird erwartet sich eine Identität zu bilden, die der stereotypischen Rolle der Frau entspricht. Klischeehafte Frauenbilder werden beispielshalber über das Schlankheitsideal transportiert.34

[...]


1 Shirley Camer, CBE bei Royal Society for Public Health2017, o.S.

2 Vgl. Hoffmann2010, S. 350.

3 Vgl. Instagram [2014b], o.S.

4 Vgl. Wirtz2016, S. 801.

5 Vgl. Wirtz2016, S. 801.

6 Vgl. Instagram [2014a], o.S.

7 Vgl. Statista [2017b], o.S.

8 Vgl. Däumler/Hotze2017, S. 170.

9 Vgl. Statista [2017c], o.S.

10 Vgl. JIM-Studie2016, S. 29.

11 Vgl. Statista [2017c], o.S.

12 Vgl. Kleemann/Daalmans/Carbaat/Anschütz2016, o.S.

13 Das Liken meint in einem sozialen Netzwerk im Internet eine Schaltfläche anklicken, um eine positive Bewertung abzugeben. Vgl. Duden [2017d], o.S.

14 Hashtag bezeichnet ein mit einem vorangestellten Rautezeichen markiertes Schlüssel- oder Schlagwort. Vgl. Duden [2017a], o.S.

15 Selfie beschreibt ein mit der Digitalkamera (des Smartphones oder Tablets) meist spontan aufgenommenes Selbstporträt einer oder mehrerer Personen. Vgl. Duden [2017b], o.S.

16 Vgl. Hu/Manikonda/Kambhampati2014, S. 595-598.

17 Vgl. Berk2011, S. 546.

18 Vgl. Alsaker/Kroger2007, S. 372-373.

19 Vgl. Erikson1973, S. 111.

20 Vgl. Erikson1973, S. 106-114.

21 Vgl. Erikson1973, S. 109.

22 Vgl. Erikson1973, S. 114 - 117.

23 Vgl. Süss2006, S. 277.

24 Vgl. Wegener2010, S. 56.

25 Vgl. Süss2006, S. 281- 282.

26 Hoffmann2011, S. 63.

27 Vgl. Süss2006, S. 281.

28 Vgl. Hajok/Zerbin2015, S. 66.

29 Vgl. Döring2014, S. 6.

30 Vgl. Döring2003, S. 336-337.

31 Vgl. Twenge/Forster2010, S. 99-106.

32 Vgl. Hartmann2006, S. 3.

33 Vgl. Twenge/Forster2010, S. 99-106.

34 Vgl. Hagemann-White1997, S. 67.

Details

Seiten
26
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668754829
ISBN (Buch)
9783668754836
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v433153
Institution / Hochschule
Hochschule Fresenius; Hamburg
Note
1,7
Schlagworte
Social Media Instagram Medienpsychologie Jugendliche Beeinflussung Medien Mädchen Frauen Identität Identitätsbildung Weiblich

Autor

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