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Organisationsformen des sportlichen Teamwettbewerbes in Europa

von Michael Stahl (Autor) Daniel Stadler (Autor)

Seminararbeit 2005 30 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportökonomie, Sportmanagement

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Besonderheiten der Sportökonomie
1.2 Überblick über Organisationsformen des sportlichen Wettbewerbes
1.2.1 Wettbewerbsform
1.2.2 Aufgaben
1.3 Ausgeglichenheit des Wettbewerbes

2 Organisation professioneller europäischer Sportligen
2.1 Fußball
2.1.1 Ligaaufbau
2.1.2 Finanzmittelallokation
2.2 Eishockey
2.2.1 Ligaaufbau
2.2.2 Finanzmittelallokation (ökonomisch)

3 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Internetreferenzen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einführung

1.1 Besonderheiten der Sportökonomie

Der noch recht junge Forschungsbereich der Sportökonomie1 weist einige Besonderheiten gegenüber der ‚herkömmlichen’ ökonomischen Theorie auf und unterliegt folglich einer eigenen und auf sie zugeschnittenen wissenschaftlichen Betrachtung.

Während für Unternehmen (in aller Regel) gewinnmaximierendes Verhalten unterstellt wer- den darf, kann dies für Sportvereine (bzw. -unternehmen) nicht grundsätzlich so angenommen werden. Im Gegenteil sogar dürfen Vereine gem. §21 BGB in ihrem Zweck „nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb“ ausgerichtet sein.2 Diskutiert wird daher in der Theorie welche Variablen denn nun der Maximierung unterliegen. Dies könnte sowohl eine Siegma- ximierung oder Maximierung der sportlichen Leistungen unter der (existentiell notwendigen) Nebenbedingung der Einhaltung des Budgets sein.3 Jedoch wäre auch die Nutzenmaximie- rung (vgl. auch Sloane 1971, 130ff.) für den Verein oder die handelnden Organe4 möglich. Eine etwas jüngere Form der professionellen Ausgestaltung von „Sportunternehmen“ ist die (Um-) Firmierung in eine Kapitalgesellschaft.5 Diese „Unternehmen“ müssen ihren Aktionä- ren am Jahresende natürlich Rechenschaft über das Wirtschaften und die Ertragslage vorle- gen.6 Nicht zuletzt sichert nach Lehmann/Weigand (2002, 45) der sportliche Erfolg die wirtschaftliche Kraft. Welche Variablen am Ende nun der Maximierung unterliegen wird letztendlich im Einzelfall von Club zu Club entschieden werden müssen. Hübl/Swieter (2002a, 32) erhoben aus einer Umfrage unter 21 Bundesligavereinen, dass zwei drittel der Vereine versuchen, den Erfolg unter der Nebenbedingung der Einhaltung des Budgets zu ma- ximieren.

Eine zweite Besonderheit ist sicherlich die Tatsache, dass es im Sport kein klassisches „Pro- dukt“ als Output gibt, denn der Produktionsprozess der Leistung ist schon das Ziel an sich. Zwar wollen die Fans die von ihnen favorisierte Mannschaft siegen sehen und sind daher an einer starken Leistung ihres Teams interessiert, jedoch ist Zuschauern die Spannung eines Wettbewerbes besonders wichtig (vgl. Hübl/Swieter 2002a, 21ff.; Kipker/ Parensen 1999, 138ff.). Denn würde ein Sieger schon vor einer Partie feststehen, so wäre keine Unsicherheit über den Spielausgang vorhanden und jede Spannung würde fehlen. Die Folge wäre nach Kipker/Parensen (1999, 138f.) eine erheblich erschwerte Vermark- tungsfähigkeit, da der Ausgang schon im Vorhinein bekannt wäre. Gerne diskutiert ist dieses Phänomen im Rahmen des Louis-Schmeling Paradox (Neale 1964) als Spezialfall, wonach die Schwergewichts-Boxkämpfe des Weltmeisters Joe Louis nur aufgrund des Gegners Max Schmeling als härtester Konkurrent für die Zuschauer interessant waren.

Während für Einzelsportarten (bspw. Boxen oder Tennis (Einzel)) „nur“ die Notwendigkeit besteht, einen Gegner zu finden, so gibt es für Teamsportarten das Phänomen der Mann- schaftsproduktion, welche in zwei Stufen abläuft (vgl. Franck 1995, 8). Auf einer ersten Stufe muss ein Team durch verschiedene einzelne Spieler zusammengesetzt werden, auf einer zweiten Stufe findet dann die „gemeinsame Produktion“ des Wettkampfes zusammen mit einer anderen Mannschaft statt (vgl. Neale 1964, 4; Franck 1995, 8f.). Hierbei kann schon die Notwendigkeit der Schaffung einer Institution in Form einer Liga erkannt werden, die durch ihre Organisation bspw. Koordinationsproblemen und Motivationsproblemen ent- gegenwirkt (vgl. auch Franck 1995, 124).

Die Organisation des Wettbewerbes ist jedoch ebenfalls von erheblicher Relevanz für die Att- raktivität einer Sportveranstaltung. Eine einzelne Spielpaarung zweier Fußball-Bundesliga Teams während der Saisonvorbereitung7 mobilisiert wesentlich weniger Interessenten als die gleiche Paarung im Rahmen eines Bundesliga Spiels (vgl. Hübl/Swieter 2002a, 16). Der Grund liegt in der fehlenden Einbettung in ein sog. Metaspiel, wie es bspw. die Bundesliga mit der Möglichkeit der Erlangung eines Meistertitels bietet. Erst die Beziehung zu einem solchen Meisterschaftsrennen begründet lt. Franck/Müller (2001, 9) die Vermarktbar- keit eines Einzelspiels.8

Die Organisation des sportlichen Wettbewerbes scheint folglich existenziell für die Aufrechterhaltung des professionellen Sports und seiner Attraktivität in der Öffentlichkeit und soll im Folgenden den Kern dieser Arbeit darstellen.

1.2 Überblick über Organisationsformen des sportlichen Wettbe- werbes

Freilich gibt es eine Menge verschiedener sportlicher Wettkämpfe. Hierbei sind u.a. Großver- anstaltungen wie die Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften oder Ligawettbewerbe zu nennen, die ein Ziel haben, nämlich den Besten, einen Meister, zu ermitteln. Im weiteren Ver- lauf der Arbeit sollen verstärkt Sportligen betrachtet werden. Die hierbei gewonnenen Er- kenntnisse lassen sich zu großen Teilen auch auf die „anderen“ Veranstaltungen übertragen.

1.2.1 Wettbewerbsform

In den meisten Fällen ist die Organisation von Sportwettbewerben in monopolistischer Form ausgestaltet, grundsätzlich liegt sogar die Eigenschaft eines natürlichen Monopols vor (vgl. auch Neale 1964, 4). Nicht zuletzt die Betrachtung von Produktionskosten rechtfertigt die grundsätzliche Möglichkeit natürlicher Monopole. Meist hohen Fixkosten9 stehen eher gerin- ge variable Kosten im Falle einer Mengenvariation10 gegenüber. Wie für natürliche Monopole charakteristisch, fallen folglich die Durchschnittskosten bei einer Mengenausdehnung (vgl. auch Jäger 2000, 69). Somit kommt es schon aus ökonomischem Kalkül nach Franck (1995, 131) sehr wahrscheinlich zu Kauf, Fusion oder Konkurs von konkurrierenden Ligen.

Ferner soll natürlich auch der Meister - also das stärkste Team einer Saison - ermittelt werden. Dies kann grds. ebenfalls nur durch die Existenz eines Wettbewerbes bzw. einer zentralen Endrunde erreicht werden (vgl. Franck 1995, 126).

Die monopolistische Stellung ermöglicht es dem Anbieter natürlich auch, die Angebotsmenge so festzulegen, dass die Grenzerlöse den Grenzkosten entsprechen. So kann er die höchste (ohne Preisdifferenzierung11 ) erreichbare Produzentenrente erwirtschaften (meist zu Lasten der Konsumenten und auch der Gesamtwohlfahrt).12 Als Beispiel mag hier die Zentralver- marktung in der Fußball-Bundesliga gelten, die einzig durch die DFL ausgehandelt wird. Ge- rade dieser (wohlfahrtssenkende) Aspekt wird häufig in der Literatur diskutiert und kritisiert.

1.2.2 Aufgaben

Die Aufgaben der Organisation sportlicher Wettbewerbe liegen in mehreren Punkten begründet:

a) Grundsätzlich herrscht Unsicherheit beim interessierten Zuschauer (Sportkonsumen- ten) über die zu erwartende Leistung im Falle des Besuches der Sportveranstaltung. Bei einem spannenden und hochklassigen Spiel wird er sich eine bessere Unterhaltung und einen höheren Nutzen versprechen und folglich eine hohe Zahlungsbereitschaft im Vergleich zu einem Spiel mit Teams niederer Spielstärke aufweisen. Das Problem ex ante ist nun die Unsicherheit13 über die zu erwartende Leistung. Diese kann durch die Organisation in zweierlei Weise verringert werden. Einerseits ist bspw. eine Liga eine Art Qualitätssiegel, denn nur ausgewählte Teams dürfen in einer Liga spielen und an- dererseits gibt der Tabellenstand eine Indikation für das derzeitige Leistungsniveau ei- ner Mannschaft. Diese Normierung sichert nicht zuletzt die Vergleichbarkeit der sport- lichen Leistungen u.a. durch ein verbindliches Regel- und Rahmenwerk (vgl. Kipker/Parensen 1999, 139).
b) Jedoch nutzt auch ein gut durchdachtes Regel- und Rahmenwerk wenig, wenn es nicht eingehalten wird oder seitens der Öffentlichkeit kein Vertrauen in die Integrität des Systems besteht. Somit müssen einerseits „faire“ Regeln zur Bestreitung eines Wettkampfes aufgestellt werden. Andererseits müssen auch die Mannschaften glaubhaft signalisieren, unbedingt gewinnen zu wollen14, um die sportliche Integrität15 des Wettbewerbs sicherzustellen.
c) Wird das Monopol einer Liga durch die Einführung einer weiteren Liga aufgebrochen oder existieren mehrere Ligen, so gilt das bereits eingangs erwähnte Phänomen des Metaspiels Meisterschaftsrennen nicht mehr (vgl. Franck 1995, 113ff.). Zum einen ist ein vergebener Meistertitel nicht mehr einzigartig und büsst daher an Werthaltigkeit ein, zum anderen entstehen für die Konsumenten ebenfalls erhöhte Informationskosten (vgl. Schellhaaß/Enderle 1999, 13).16 Der Aspekt des Markenschutzes ist somit existenziell für eine Liga.

1.3 Ausgeglichenheit des Wettbewerbes

Wie schon eingangs erwähnt, besteht ein Hauptmerkmal der Attraktivität sportlicher Wett- kämpfe in der Unsicherheit über ihren Ausgang. Damit ist also die Ausgeglichenheit des Wettbewerbes in einer Liga existenziell für ihren Erfolg. So berichten auch Quirk/Fort (1992, 242f.) über Beispiele aus der American League, für die zu beobachten war, dass gerade in Zeiten übermächtiger Dominanz eines Teams die Gesamtzahl der Zuschauer zurückging.

Hierbei wurde zum einen die Saison 1927 erwähnt, in der die New York Yankees mit 110 Siegen zu 44 Niederlagen die Saison mit 19 Siegen Vorsprung gewannen. Die Zuschauerzahl der Yankees in dieser Saison erhöhte sich um 13,3% auf 1,164 Mio. Während für diesen Verein also ein kräftiger Zuwachs zu beobachten war, verringerte sich jedoch das gesamte Zuschaueraufkommen in der Liga um 6,1%17 auf 4,613 Mio.

Zum anderen führen Quirk/Fort die Saison 1931 an, in der die Philadelphia Athletics mit 13 Spielen Vorsprung den Meistertitel gewannen. Die Zuschauerzahl fiel in diesem Jahr um insgesamt 800.000. Das eigentliche Kuriosum hier war jedoch, dass auch die Meistermannschaft 100.000 bzw. 13,7% auf 627.000 Zuschauer einbüsste.

Doch wie sind diese beiden Beobachtungen zu erklären? Franck (1995, 151f.) erläutert hierbei drei auftretende Effekte, die durch die Produktion relativer Spielstärke entstehen:

a) Heimeffekt: Dieser sorgt dafür, dass bei guten Leistungen des heimischen Teams mehr Anhänger die Spiele der Heimmannschaft sehen wollen. Er ist also positiv bei spiel- starken Teams.
b) Auswärtseffekt: Hierbei ist nicht unbedingt vorauszusagen, ob dieser positiv oder ne- gativ ausfällt. Grundsätzlich wird ein Spiel bei steigender Spielstärke an Attraktivität gewinnen, jedoch wollen die Fans des gastgebenden Teams eigentlich „ihre“ Mann- schaft siegen sehen. Eine erstarkte Gastmannschaft schwächt also relativ das heimi- sche Team.
c) Rangeffekt: Eine Steigerung der Spielstärke eines Teams in der Liga begründet c.p. eine relative Schwächung aller weiteren Teams in dieser Liga. Dieser Effekt sorgt folglich bei allen Drittspielen18 für eine gesunkene Attraktivität und damit für einen Zuschauerrückgang bei allen anderen Spielen in einer Liga.

Die in den o.g. Beispielen aufgezeigten Effekte können größtenteils nun nachvollzogen werden. Es bleibt nur noch die Frage, warum die Zuschauerzahlen der Philadelphia Athletics als Meister und damit spielstärkstes Team einbrachen. Dieser Effekt wird auf zwei (Haupt-)Ursachen zurückzuführen sein. Erstens schritt die amerikanische Wirtschaftskrise („depression“) weiter fort (vgl. Quirk/Fort 1992, 243) und zweitens verlor das Rennen um die Meisterschaft aufgrund der Dominanz eines Teams an Spannung.19

Somit lässt sich vor dem Hintergrund der sportlichen und ökonomischen Wettbewerbseffekte festhalten, was auch schon Neale (1964, 2) anmerkte:

„[...] the greater the economic collusion and the more the sporting competition the greater the profits“.

Doch wie ist nun die These Neale’s am besten zu erreichen? Sind die derzeit aktuellen europäischen Organisationsformen dazu geeignet, die beiden Ideale Gewinnmaximierung und intensivster Wettbewerb (und Wettbewerbsfähigkeit) zu vereinen?

2 Organisation professioneller europäischer Sportligen

Nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Kommerzialisierung und auch der hohen gesellschaftlichen Bedeutung des Sports erscheint eine eigenständige ökonomische Betrachtung der Organisation des Sports immer notwendiger.

Im Folgenden sollen die in Europa existierenden Sportarten anhand ausgewählter Sportarten (Fußball und Eishockey) in sportlicher wie auch wirtschaftlicher Hinsicht beschrieben wer- den. Dabei wird zuerst das System als solches kurz vorgestellt, um später sportliche und wirt- schaftliche Eigenschaften deutscher und weiterer nationaler, europäischer Verbände sowie der gesamteuropäischen Organisation zu erläutern.

Wie auch schon kurz in der Einleitung erwähnt, geht der sportliche Erfolg meist eng mit fi- nanziellem Erfolg einher. Mithin wird zwischen der Ein- und der Ausgabenseite unterschieden.

Einnahmen

Allgemein hat sich hier die folgende Gliederung nach Haupteinnahmequellen der Sportvereine in der Literatur durchgesetzt (vgl. auch Dobson/Goddard (2003, 22f.), Frick (1999, 146) oder Hübl/Swieter (2002b, 107)):

a) Stadiongelder durch die Nachfrage nach Eintrittskarten etc.,
b) Vergabe von Übertragungsrechten,
c) Sponsoringverträge, sowie
d) Fanartikelverkauf und die Vergabe von Merchandising-Lizenzen.

Ausgaben

Dobson/Goddard (2003) gliedern die Ausgaben in drei Kategorien nach

a) Personalkosten,
b) (Netto-)Ausgaben für Spielertransfers und
c) andere Ausgaben.

2.1 Fußball

„Der Fußball steht eindeutig im Mittelpunkt des Sportinteresses in Deutschland und Europa“, wie Hübl/Swieter (2002a, 1) schon einleitend konstatieren. Aufgrund dieses hohen Stellenwertes sowie einer erleichterten Nachvollziehbarkeit, resultierend aus der hohen Bekanntheit dieser Sportart, soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Beschreibung und der Diskussion der Organisationsstrukturen des Fußballs liegen.

2.1.1 Ligaaufbau

Grundsätzlich kann die Organisation des Fußballsports in Europa nach nationalen Ligen und Wettbewerben, die der Koordination durch die einzelnen Landesverbände unterliegen, und nach gesamteuropäischen Wettbewerben, welche durch die Union des Associations Européennes de Football (UEFA)20 ausgerichtet werden, unterschieden werden. Zur Verdeutlichung der Verbandshierarchie in Europa sei auf Abbildung 1 verwiesen.

[...]


1 Die ersten wissenschaftlichen Arbeiten, die sich explizit mit sportökonomischen Aspekten beschäftigen, stammen aus den 1950er Jahren des vergangenen Jahrhunderts (bspw. Rottenberg (1956)).

2 Diese Restriktion findet auch in der rechtswissenschaftlichen Literatur Unterstützung, die eine Rechtfertigung der wirtschaftlichen Tätigkeiten im Rahmen eines Nebenzweckprivileges ablehnt (Hübl/Swieter 2002a, 29). Dem- gegenüber sieht Straub (2002, 110) keine praktische Bedeutung in der Diskussion um das Nebenzweckprivileg.

3 Dass die „Ausgabenseite“ in der Vergangenheit nicht immer konsequent eingehalten wurde, zeigt bspw. die zunehmende Verschuldung deutscher Bundesliga-Clubs. Solvenz ist hier zwar gegenwärtig gegeben, jedoch unterliegen gegenwärtige Verbindlichkeiten natürlich einer Rückzahlung in der Zukunft.

4 Wobei hier freilich auch die in der herkömmlichen unternehmerischen Betrachtung diskutierten Anreiz- und Steuerungsprobleme auftreten können.

5 In Deutschland bislang vornehmlich die GmbH & Co. KGaA, wobei auch die Rechtsform einer AG möglich ist. Tab. 3 zeigt eine Übersicht der gegenwärtigen Gesellschaftsformen der Bundesligavereine.

6 Für freie Aktionäre besteht hier sicherlich die Problematik, dass der „Mutterverein“ immer die Mehrheit an der Kapitalgesellschaft (mit Ausnahme der Vereine Bayer 04 Leverkusen und VfL Wolfsburg) halten muss, um zum Spielbetrieb zugelassen zu werden. Ein maßgeblicher Einfluss von externen Kapitalgebern scheint daher zumin- dest fragwürdig.

7 Zu einer ausführlicheren Problematik zu sog. „exhibition games“ siehe auch Franck (1995, 130f.).

8 Schon Neale erwähnte 1964 die Bedeutung der Einbettung eines Spiels in die Meisterschaft („championship“).

9 Fixkosten sind u.a. Kosten für die Errichtung und Unterhaltung der Stadien, die Übertragungstechnik und die Einrichtung und Unterhaltung der Organisationsstruktur.

10 Die Grenzkosten für die Ausdehnung der Nachfrage an die Kapazitätsgrenze im Stadion oder für die Übertragung im TV oder über Radioanstalten liegen nahe Null.

11 Beispielsweise ist eine erste Preisdifferenzierung schon durch die Ausstrahlung von Sportwettbewerben im Pay-TV und Free-TV möglich.

12 Zu einer ausführlicheren Diskussion von Monopolen und Wohlfahrtsaspekten vgl. auch Feess (2000, 317- 375) oder Varian (1999, 393-432).

13 Diese „Art“ der Unsicherheit ist abzugrenzen von dem positiven Aspekt der Unsicherheit über den Spielausgang, der den Besuch von Sportveranstaltungen erst attraktiv macht.

14 Dieser Anreiz könnte u.a. dann eingeschränkt sein, wenn eine „Obergesellschaft“ durch Beteiligungen die Kontrolle oder maßgeblichen Einfluss auf das Spielgeschehen bei mehr als einem Verein besitzt. Zu der Problematik des „Shirking“ vgl. auch Franck (2002, 30).

15 Die Problematik einer fehlenden sportlichen Integrität erwähnen u.a. Dobson/Goddard (2003, 40f.) am Beispiel der Einführung des englischen League Cups 1961. Auch eine Überführung von Mannschaften des op- portunistischen Verhaltens, wie dies vor kurzer Zeit in der zweiten Bundesliga bei dem Spiel FC Erzgebirge Aue gegen Oberhausen geprüft wurde, könnte das Vertrauen in die sportliche Integrität einer Liga schnell erschüttern.

16 Ein Beispiel für den Zusammenbruch einer Liga aufgrund der Errichtung eines konkurrierenden Systems findet sich im australischen Rugby-Sport, als der Medienunternehmer Rupert Murdoch eine Konkurrenzliga zu etablieren versuchte (vgl. Kipker/Parensen 1999, 140, Fn. 17).

17 Zu beachten sei hier auch, dass der Erfolgsbeitrag der Yankees zum Ligazuschaueraufkommen alleine für einen Zuwachs i.H.v. fast 2.8% gesorgt hätte, so dass der Verlust der anderen Vereine durchschnittlich fast 9% betrug.

18 Die Spiele, an denen das spielstarke Team nicht beteiligt ist.

19 Siehe auch Abschnitt 1.1.

20 Die UEFA ist der europäische Dachverband aller nationalen europäischen Fußballverbände und damit Ausrichter der europäischen Wettbewerbe (UEFA-Cup und UEFA-Champions-League auf Vereinsebene, UEFAFußball-Europameisterschaft auf Verbandsebene).

Details

Seiten
30
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638409193
ISBN (Buch)
9783638677066
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v43029
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen – Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre (Mikroökonomie)
Note
1,7
Schlagworte
Organisationsformen Teamwettbewerbes Europa Seminar

Autoren

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Titel: Organisationsformen des sportlichen Teamwettbewerbes in Europa