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Interkulturelle Kompetenz in der Forschung am Beispiel der Auslandsentsendung von Mitarbeitern

Hausarbeit 2018 22 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Die Bedeutung interkultureller Kompetenz für verschiedene Bereiche
1.1.1. Eisbergmodell
1.1.2. Modelle zur Erfassung interkultureller Kompetenz
1.2. Konflikt zwischen Abweichung des Ist-Stands und dem Wissenschaftsstand

2. Stand der Wissenschaft
2.1. Definition interkulturelle Kompetenz
2.2. Definition Auslandsentsendung

3. Wie läuft die Auslandsentsendung ab?

4. Methodisches Vorgehen

5. Themenfelder rund um Auslandsentsendung von Mitarbeitern
5.1. Organisatorische Aufgaben des Personalbereichs
5.2. Sprachliche, kulturelle und landesspezifische Vorbereitung

6. Interkulturelle Entsendung in der Praxis

7. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

Literaturverzeichnis

Videoverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Abbildungsquellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eisbergmodell

Abbildung 2: Strukturmodell interkultureller Kompetenz

Abbildung 3: Interkulturelle Kompetenz als anwendungsbezogener Spezialfall allgemeiner Handlungskompetenz

Abbildung 4: Bereiche der interkulturellen Kompetenz

Abbildung 5: Merkmale kurzzeitiger und langfristiger Auslandsentsendungen

1. Einleitung

1.1. Die Bedeutung interkultureller Kompetenz für verschiedene Bereich e

„to what degree is it actually possible, for an expert from one culture to communicate with, to get through to, persons of another culture?”.[1]

Der Sozialpsychologe Howard Gardner hat als einer der Ersten 1962 diese Frage interkultureller Kompetenz formuliert, und stellte zugleich seine eigene These auf. Er warb für das Konzept der „universal communicators“, diejenigen Individuen, die mit besonderer interkultureller Kommunikationsfähigkeit ausgestattet sind. Seiner Theorie nach wird diese Begabung durch die Persönlichkeitseigenschaften Integrität, Stabilität, Extrovertiertheit und telepathische Fähigkeit unterstützt.[2] Inzwischen kristallisiert sich heraus, dass einige besser mit Interkulturalität umgehen können als andere. In der Wissenschaft beschäftigen sich viele Gruppen an der Erforschung interkultureller Kompetenz. Zu diesen zählen nicht nur die Wirtschaftswissenschaftler, sondern auch Soziologen, Pädagogen und die Kulturwissenschaftler. In der Praxis werden sie noch ergänzt durch Sozialarbeiter, Lehrer, Mediatoren, Kommunikationstrainer und Personalberater oder Personalleiter. „Wenn man versucht, sich einen Überblick über die Diskussion zum Thema interkulturelle Kompetenz zu verschaffen „ ... “, so kann einen die Fülle des „ ... “ Materials ratlos machen“.[3] Inzwischen gibt es für die entstandenen unterschiedlichen Fachrichtungen eine große Anzahl an Modellen, die zur Beschreibung und Entwicklung interkultureller Kompetenz hervorgebracht wurden. Zusammenfassende Darstellungen grenzen bei der Beschreibung interkultureller Kompetenz beispielsweise sogenannte Listen- und Strukturmodelle voneinander ab.[4] Während die Arten der Listenmodelle von Gardner stammen, verstehen sich Strukturmodelle der interkulturellen Kompetenz eher systemisch-prozessual und ordnen die jeweiligen Einzelfähigkeiten bestimmten Dimensionen zu.

So umfasst ein häufig zitiertes Modell beispielsweise affektive, kognitive und verhaltensbezogene Aspekte interkultureller Kompetenz.[5]

Da es laut Herrn Auernheimer diesen großen Umfang an Aspekten zum Thema der interkulturellen Kompetenz gibt, wird im Rahmen dieser Hausarbeit der Fokus auf die Entsendung von Arbeitnehmern durch Arbeitgeber ins Ausland gelegt. Dieser Punkt steht häufig im Zentrum der Forschung des internationalen Personalmanagements, da mit der Entsendung ebenso vielfältige Herausforderungen einhergehen wie Chancen. Diese reichen von der Vorbereitung für einen Auslandseinsatz bis zu Wiedereingliederung in den Stammarbeitsplatz am Ende.[6]

1.1.1. Eisbergmodell

Ein Modell zur Veranschaulichung bezüglich der Denkweisen im internationalen Umgang mit interkulturellen Kompetenzen und Denkweisen bietet das Eisbergmodell, welches Anlehnung an ein Modell von Sigmund Freud findet. Die Spitze des Eisbergs ist der sichtbare und dennoch viel kleinere Teil des Ganzen. Dazu gehören sowohl die eigenen, erkennbaren kulturellen Merkmale, als auch die Besonderheiten, die bei erstmaligem Kontakt mit der jeweils anderen Kultur auffallen. Unter der Wasseroberfläche liegt stets der viel größere Anteil eines Eisberges. Bei diesem Teil handelt es sich um den nicht-sichtbaren oder nicht-sofort-erkennbaren Teil. Dieser unbekannte Bereich der Kultur muss erst von jedem einzelnen „erforscht“ werden, damit eventuellen „Gefahren der Kollision“ zwischen den Kulturen entgegengewirkt werden kann. Dieses Modell wird im wissenschaftlichen Diskurs zum Thema „Interkultureller Kompetenzerwerb“ unterschiedlich zur Darstellung und Verdeutlichung potentieller Gefahren und allgemeiner Schwierigkeiten verwendet. Die nachfolgende Abbildung ist an das Schichtenmodell von Sigmund Freud zur Veranschaulichung der menschlichen Psyche angelehnt. Was bei Freud dem Bewussten entspricht, ist hier als sichtbarer, bewusster Teil von Kultur und das Unbewusste als unsichtbare Kultur zu deuten. Das Vorbewusste liegt direkt unterhalb der Wasseroberfläche, wird etwas verzerrt wahrgenommen und kann nur beim genauen Hinsehen als Erkennbares der Kultur entschlüsselt werden. Hierzu gehören unter anderem Benehmen, Körpersprache, Kunst, Gewohnheiten, Geschichte und Politik. Zu Themengebieten, für die wir Zeit beim Wahrnehmen benötigen, gehören Glaubenssätze, Werte und Grundannahmen.

Wenn nun gezielt eine Kollision von Kultur-Eisbergen verhindert werden soll, dann sollten alle Handelnden interkulturell kompetent sein und versuchen, sich in die anderen Beteiligten hineinversetzen.[7]

Abbildung 1 : Eisbergmodell

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: www.slideshare.net

1.1.2. Modelle zur Erfassung interkultureller Kompetenz

Es existieren einige unterschiedliche Modelle, die zur Darstellung und Beschreibung interkultureller Kompetenz beitragen sollen. Hierbei unterscheidet man im Allgemeinen in Listen- und Strukturmodelle. Der wesentliche Unterschied dieser beiden Modellarten besteht darin, dass Listenmodelle verschiedenen Dimensionen zugeordnet werden. Bei Strukturmodellen werden die Komponenten einfach nur aufgelistet. Auf der anderen Seite gibt es Listenmodelle interkultureller Kompetenz, die sich seit den neunziger Jahren eher etabliert haben. Diese Modelle gliedern die interkulturelle Kompetenz in drei Handlungsfelder auf. Diese teilen sich auf affektive, kognitive und konative (auch verhaltensbezogene) Felder auf.

Um daraus einen Zusammenhang von interkultureller Kompetenz und dem sogenannten Auslandserfolg herzustellen, wurde dieses Strukturmodell weiterentwickelt. Dabei wurden die Begriffe Effektivität und Angemessenheit als Außenkriterien hinzugefügt.[8]

Nach Müller und Gelbrich (2004) bezeichnet interkulturelle Kompetenz „die Fähigkeit, mit Angehörigen anderer Kulturen effektiv und angemessen zu interagieren.“[9]

Abbildung 2 : Strukturmodell interkultureller Kompetenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Müller, S./ Gelbrich, K. (2004): Interkulturelles Marketing. München

Der Begriff der interkulturellen Kompetenz schließt die eigen- und fremdkulturelle Kompetenz ein. Unter der fremdkulturellen Kompetenz ist ein auf jeweilige Besonderheiten angepasstes strategisches Vorgehen zu verstehen. Dieses ermöglicht es, handlungsfähige Synergien zwischen eigen- und fremdkulturellen Ansprüchen bzw. Gewohnheiten realisieren zu können. Daraus resultiert, dass sich interkulturelle Kompetenz nicht um einen eigenständigen, fünften Kompetenzbereich neben den individuellen, sozialen, fachlichen und strategischen Kompetenzen handelt.

Sie unterscheidet sich von der allgemeinen Handlungskompetenz vor allem durch die interkulturelle Beschaffenheit des Handlungsfeldes. Als ein unverzichtbarer Zusatz gegenüber der allgemeinen Handlungskompetenz gelten Kenntnisse, Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die das Blickfeld auf die Internationalität richten.

Dazu zählen Sprachkenntnisse, aber auch die Fähigkeit zwischen eigen-, ziel- und interkulturellen Interaktionszusammenhängen zu differenzieren. In diesem Zusammenhang hat Bolten ein Konzept entwickelt, welches ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen individuellem, sozialem, fachlichem und strategischem Handeln heraushebt.[10]

Abbildung 3 : Interkulturelle Kompetenz als anwendungsbezogener Spezialfall allgemeiner Handlungskompetenz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Was heißt interkulturelle Kompetenz; Bolten 2007

1.2. Konflikt zwischen Abweichung des Ist-Stands und dem Wissenschaftsstand

Als Grundproblem wird die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Wahrnehmung oder Förderung der interkulturellen Kompetenz in den Alltagsbereichen auf der einen Seite, und den wissenschaftlichen Erkenntnissen auf der anderen Seite angesehen. Die aktuelle Problematik liegt im Streit um die Grundlagen interkultureller Kompetenz und wie man sie als Erfolgsinstrument positionieren kann.

Es sollte eine Detailanalyse durchgeführt werden, welche die Vielfalt von Ansätzen offenlegt. Hierbei ist als Erstes die Effizienz zu nennen, zu der vorrangig die Produktivität durch internationale Interaktion zählt. Ein weiterer Ansatz ist die menschliche Weiterentwicklung. Sie beschäftigt sich mit dem Gelingen interkultureller Interaktion durch die Veränderung des eigenen Verhaltens. Ein weiterer Streitpunkt ist die Spezifität der interkulturellen Kompetenz, die sich in kulturspezifische-, kulturübergreifende-, allgemeine Sozialkompetenz und Transferfähigkeit der Handlungskompetenz differenziert. Diese Grundgedanken werden von verschiedenen Standpunkten aus vorgestellt und kritisch bewertet. Ein Aspekt der Kritik zielt darauf ab, dass sich die Erschaffung und Weiterentwicklung eines widerspruchsfreien Modells als höchst komplex erweist. Abschließend ist zusammenzufassen, dass auf Basis dieser Analyse die Weiterentwicklung der interkulturellen Kompetenz abgeleitet wird. Dabei ist der Ausbau eines Konzepts zur interkulturellen Kompetenz durch weitere Forschung wichtig, um dieses möglichst optimal für alle Nutzer anwendbar zu machen und alle vielseitigen Aspekte einfließen zu lassen.[11]

2. Stand der Wissenschaft

2.1. Definition interkulturelle Kompetenz

Den Begriff „Kompetenz“ kann man in verschiedene Arten einteilen. Hierzu sind die Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz zu nennen. Von „interkulturell“ wird gesprochen, wenn man Interaktion mit Menschen einer fremden Kultur und deren spezifische Konzepte der Wahrnehmung, wie Denken, Fühlen und Handeln, mit in das eigene Handlungsmuster aufnimmt. Als interkulturelle Kompetenz wird somit die Fähigkeit bezeichnet, mit Menschen anderer Kulturen angemessen zu interagieren.[12]

[...]


[1] Gardner, Journal of Social Psychology 58, 1962, S. 241

[2] Vgl. Gardner, Journal of Social Psychology 58, 1962, S. 248

[3] Auernheimer, Interkulturelle Kompetenz und pädagogische Professionalität, 2002, S.183

[4] Vgl. Bolten, Interkulturelle Kompetenz 2006

[5] Vgl. Rathje, Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 2006

[6] Vgl. Knocke, Entwicklung einer Reintegrationstypologie im Rahmen von Auslandsentsendungen, 2016

[7] Vgl. Gemeinhardt, Der (inter)kulturelle Eisberg, 1999

[8] Vgl. Gelbrich, Interkulturelles Marketing, 2004

[9] Bolten, Wirtschaft als interkulturelle Herausforderung, 2007 S. 21 - 42

[10] Vgl. Bolten, Wirtschaft als interkulturelle Herausforderung, 2007 S. 21 - 42

[11] Vgl. Rathje, Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht, 2006

[12] Vgl. Stehr, Interkulturelle Kompetenz, 2011

Details

Seiten
22
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668735293
ISBN (Buch)
9783668735309
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429632
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
Interkulturelle Kompetenz Auslandsentsendung Personalabteilung Auslandsentsendung von Mitarbeitern Interkulturell Kompetenz Wissenschaftliches Arbeiten Wissenschaftliche Arbeit

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