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Digitalisierung im Facility Management. Reinigung 4.0

Hausarbeit 2018 44 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung: (Was bedeutet Digitalisierung? Bezug Facility Mgt, Methodisches Vorgehen)

2 Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien in der Gebäudereinigung
2.1 Qualitätskriterien in der Gebäudereinigung
2.2 Nachhaltigkeitskriterien in der Gebäudereinigung
2.3 Digitalisierung und Gebäudereinigung

3 Vorteile der Digitalisierung in der Gebäudereinigung
3.1 im technischen Bereich
3.2 im organisatorischen Bereich
3.3 für das Unternehmen
3.4 für die Kunden

4 Nachteile der Digitalisierung
4.1 im technischem Bereich
4.2 im organisatorischem Bereich
4.3 für das Unternehmen
4.4 für die Kunden

5 Ausblick – Wo ist der Facilitymanagement-Markt in 5 Jahren?

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wahrgenommene Vor- und Nachteile der Digitalisierung

Abbildung 2: Illustration der Datenbrille der Firma AR-Check Augmented Cleaning

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung: (Was bedeutet Digitalisierung? Bezug Facility Mgt, Methodisches Vorgehen)

Diese Arbeit untersucht, anhand der Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien in der Gebäudereinigung, welche Vorteile bzw. Nachteile sich durch die Digitalisierung ergeben. Es werden jeweils 4 verschiedener Vorteile und Nachteile dargestellt, wie die Digitalisierung im Facility Management schon eingesetzt wird oder noch in Zukunft die Branche beeinflussen wird.

„Unter Digitalisierung wird allgemein der Einsatz von Online-Technologie verstanden. Diese Technik kann im Reinigungsprozess zum Einsatz kommen und gleichzeitig auch der Kommunikation bzw. der Kontrolle im Gesamtablauf dienen.“[1]

„Die Digitalisierung bedeutet Veränderung für Gesellschaft, Wirtschaft sowie Politik und damit für jeden von uns.“[2]

Ging es am Anfang eher um die Umwandlung von Inhalten in digitale Daten, steht der Begriff heute eher für die Vernetzung digitaler Tools, genannt Industrie 4.0, aber auch für die Facility-Dienstleistungen. Hier sind bereits Trends und Erfolge erkennbar: Mehrere Datenquellen könnten auf einer Smart-Data-Plattform vernetzt werden, um Probleme frühzeitig zu erkennen und vorausschauend instand zu halten. So können zum Beispiel Ausfälle bei Aufzügen oder Rolltreppen verlässlich vorhergesagt werden. Um eine Erleichterung bei Zutrittskontrollen und Flächenbelegungskonzepte zu ermöglichen, kommen biometrische Systeme zum Einsatz. Mit miniaturisierter Sensorik lässt sich die Performance von Gebäuden besser verstehen und detailliertere Real-Time-Gebäudenutzungsanalysen erstellen.[3]

Im Alltag und in allen Lebensbereichen ist die Digitalisierung gegenwärtig. Sie bringt uns große Herausforderungen sowohl auch Förderung und ist nicht nur ein technologischer Erfolg, sondern eine völlig neue Umwandlung in der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Basis. Abgesehen davon lenkt es unser privates und berufliches Leben, durch die zunehmende Mobilität und Verfügbarkeit.[4]

2 Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien in der Gebäudereinigung

2.1 Qualitätskriterien in der Gebäudereinigung

Im Gebäudereiniger-Handwerk wirken gleich mehrere Faktoren auf die Sicherung der Qualitätsstandards ein und erschweren diese. Ein Faktor ist die Flexibilität des eingesetzten Personals vor Ort, aber auch die der organisierende Gebäudereinigungsunternehmer. Die Qualität der Reinigung der eingesetzten Subunternehmer ist ein weiterer Faktor, welcher schwer zu kontrollieren ist.

Um Qualitätskriterien, wie Sauberkeit der Reinigung oder Qualität der Technik, auf ein Minimum zu reduzieren, werden Qualitätsstandards mit einem eindeutigen Leistungsverzeichnis vereinbart. Diese Qualitätssicherung wird im Qualitätsmanagement im Rahmen einer Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 definiert und damit eine höhere Kundenzufriedenheit und Kundenneugewinnung zu erreichen.

2.2 Nachhaltigkeitskriterien in der Gebäudereinigung

Die Nachhaltigkeitskriterien gliedern sich in 4 Teilbereiche auf:

- Ökologische Qualität (Schutz der Umwelt, Schonung der natürlichen Ressourcen)
- Ökonomische Qualität (Erhalt der ökonomischen Werte)
- Soziokulturelle und funktionale Qualität (Sicherung von Gesundheit und Behaglichkeit im Gebäude, Menschengerechtes Umfeld, Erhalt sozialer und kultureller Werte)
- Querschnittskriterien (Technische Qualität, Prozessqualität, Standortqualität fixiert)

Beispiele für Nachhaltigkeitsansätze in der Ökologie der Gebäudereinigung sind die Verwendung von umweltverträglichen, ökologisch abbaubaren Reinigungsmitteln oder Reduzierung des Wasserverbrauches.

Die Nachhaltigkeit richtet langfristig ihren ganzheitlichen Blick auf den Lebenszyklus einer Immobilie und nicht nur punktuell.

2.3 Digitalisierung und Gebäudereinigung

„Die Digitalisierung hat nachhaltig Einzug in die Gebäudereinigung gehalten. „Smart Cleaning“ ist das Schlagwort und wir möchten Ihnen einige der zahlreichen Top-Trends vorstellen, die in Kürze vermutlich die gesamte Reinigungsbranche verändern bzw. prägen werden.“[5]

Digitalisierung hat ein Ziel. Daten an jedem Ort dieser Welt so schnell wie möglich verfügbar zu machen und somit das Wohlbefinden des Menschen zu steigern und Prozesse zu vereinfachen.

Der Austausch von Daten findet auf digitalem Wege statt, über die virtuelle Welt des Netzes, was zu erheblichen Veränderungen im gesellschaftlichen Umgang der Menschen miteinander führt.[6]

Die Facilitymanagement Branche übernimmt Tätigkeiten die vom Kunden teilweise mit eigenem Personal oder auch eigener Technologie durchgeführt werden. Im Rahmen der Digitalisierung werden diese Prozesse mit Hilfe von Mobile-Device-Management so schlank und preisgünstig wie möglich gehalten und damit auch qualitativ wesentlich besser.

„Ein wichtiger Bestandteil des Smart Cleaning ist die Kommunikation zwischen Objekt und Mensch bzw. zwischen Objekten Untereinander – das sogenannte Internet der Dinge.“[7]

Die Digitalisierung verändert die Denkweise und das Handeln der Unternehmen, somit muss die Führungskraft den Wandel managen und Strukturen anpassen, sodass die komplette Organisation, die Innovation stets vor Augen hat, denn nur dann gelingt eine sichere und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Die Herausforderung liegt darin, wie ein Unternehmen auf zukünftige Marktveränderungen vorbereitet und in der Lage ist, seine komplette Aufbau- und Ablauforganisation konstant und anpassungsfähig zu formen.[8]

3 Vorteile der Digitalisierung in der Gebäudereinigung

3.1 im technischen Bereich

Vorteile der Digitalisierung in der Gebäudereinigung lassen sich vor allem auf die Elektronik zurückführen. Mittels miniaturisierter Sensorik lässt sich die Performance von Gebäuden verbessern und besser verstehen. Ausfälle von zum Beispiel Aufzügen oder Laufbändern können so verlässlich vorhergesagt werden und detaillierte Real-Time-Gebäudenutzungsanalysen erstellt werden.

Die ersten autonomen Reinigungsroboter werden schon bald im Tagesgeschäft eingesetzt und erleichtern die Arbeit der Reinigungskräfte bei schwer zugänglichen Stellen. Spezialroboter für die Reinigung von Schächten oder Solarflächen sind bereits im Einsatz. „Spezielle Drohnen befinden sich in der Entwicklung, die die Fenster von Fassaden und sogar ganze Schiffsrümpfe reinigen können. Die Drohnen sind mit einem Schlauch verbunden, durch den das Reinigungswasser zuläuft, und können vollautomatisch freischwebend putzen oder manuell ferngesteuert werden.“[9]

Sensoren in Papierhandtuch- und Seifenspender melden der Reinigungskraft den aktuellen Füllstand auf das Smartphone/Tablet und ermöglichen ihr damit schon zu Schichtbeginn Ihren Trolley optimal mit Hygienematerial zu bestücken und genau dort rechtzeitig aufzufüllen wo es erforderlich ist.[10]

Die Firma Kärcher bietet ein „Fleet Management“ an, welches ihnen ermöglicht, umfangreiche Maschinendaten zu erfassen und zur Weiterverarbeitung an die Cloud zu sendet und somit Mehrkosten, wie Geräteausfälle oder vom Kunden erwünschte Nacharbeiten, zu vermeiden.[11]

3.2 im organisatorischen Bereich

Um die stetig wachsende Zahl an Software-Systemen effizient nutzen und managen zu können, geht der Trend in Richtung integrierter Plattformlösungen, die eine einfache und übersichtliche Gesamtsteuerung des Reinigungs- bzw. Objektmanagementprozesses ermöglichen.[12]

Über einzelne Systeme werden Funktionen wie Zeitmanagement, Workflow-Management, Reporting und Qualitäts-Audits gemanagt.[13]

Um Fahrwege zu reduzieren schlägt die Software, auch bei Objektbesuchen, automatisch die nahegelegenen Kunden-Objekte vor, welche kontrolliert werden sollen.

Durch ein einheitliches Berichtswesen, welches auf webbasierte Lösungen aufsetzt, können Abrechnung von Serviceleistungen besser verarbeitet werden und so eine Menge Papier eingespart werden.

Da Kunden auch unterschiedliche Anforderungen an Verfahrenswege oder Prozesse haben, kann eine einheitliche Softwarelösung eine Menge Zeit und Geld sparen. Durch eine Vereinfachung von Arbeitsabläufen werden beispielsweise Belege digital erfasst und so in Echtzeit an die Zentrale übermittelt, um die erfassten Daten für alle Beteiligten an den diversen Schnittstellen bereit zu stellen. Dies dient auch der Vereinfachung von datenschutzrechtlichen Anforderungen und der Datensicherung.

In Unternehmen mit einer hohen Anzahl an Mitarbeitern mit Migrationshintergrund ist meist eine mangelnde Verständigung und korrekte Arbeitsausführung gegeben. Die Digitaltechnik gibt hierbei Abhilfe mit zum Beispiel Übersetzungsprogrammen. Bei dieser gibt man eine Frage ein und erhält die passende Antwort in der gewünschten Sprache übersetzt.

3.3 für das Unternehmen

Durch die Digitalisierung erfährt die Gebäudemanagement-Branche einen Innovationsschub und es werden neue Impulse in Forschung und Entwicklung gesetzt.

Auch die Nutzung von Big Data führt vor allem zukunftsweisend zum Erfolg. Gesammelte Datenströme helfen Trends zu erkennen und Kunden besser zu verstehen. Dieses Wissen ist wertvoll für die Entwicklung von Produkten, die Vermarktung und das Kundenbeziehungsmanagement. Das Resultat: Wachsende Umsätze durch kundenorientierte Produkte und Ansprache.[14]

Für eine hohe Kundenzufriedenheit ist die Überwachung und Steuerung der Reinigungsleistungen ein zentraler Punkt. Über ein Programm kann ein Mitarbeiter alle aufgenommenen Informationen zentral speichern und somit für die Mitarbeiter in der Hauptverwaltung sichtbar machen. Man hat nun im Backoffice einen exakten Überblick über den Status, die Kundenzufriedenheit und die Sauberkeit in den betreuten Objekten. Diese aktuellen Informationen, sowie Protokolle für den Kunden müssen somit nicht aufwendig postalisch verschickt, gefaxt oder selbst in die Hauptverwaltung gebracht werden.

Trotz Individuelle Kundenwünsche soll es möglich sein, die Produktionskosten niedrig zu halten. Da durch die Vernetzung und Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette alle Informationen in Echtzeit verfügbar sind, kann ein Unternehmen rechtzeitig auf die Überprüfbarkeit bestimmter Rohstoffe reagieren und den Verbrauch senken. Durch Enterprise-Ressource-Planning (ERP)-Systeme werden für die Produktion benötigten Materialien, zur richtigen Zeit, mit der erforderlichen Menge, an dem richtigen Ort, zur Verfügung stehen. Somit werden Produktionsabläufe flexibel gesteuert und ständig optimiert, der Wertschöpfungsprozess effizienter betrieben und die Wirtschaftlichkeit gesteigert.[15]

Die Vernetzung der Endverbraucher mit dem Geschäftsführer bzw. den zuständigen Mitarbeiter an den Produktionsprozess ermöglicht relativ viel Zeit zu sparen und auf Mängel frühzeitig zu reagieren. Somit bietet IoT die Chance, eine verbesserte Qualitätskontrolle durchzuführen und für einen verbesserten Umweltschutz zu agieren[16]

3.4 für die Kunden

Dank Überwachungssoftware können auch die Kunden auf Reinigungsprotokolle oder Stellvertreter der Reinigungskräfte zurückgreifen und diese einsehen.

Auch können durch eine systematische Datenanalyse der technischen Anlagen, technische Defekte ermittelt und damit Ausfälle oder sogar Schäden vermieden werden. Dies bedeutet einen bedarfsgerechten und kostensparenden Einsatz von Serviceressourcen für den Kunden.[17]

Dieser Informationsfluss ist für die Kunden, die eine Dienstleistung eingekauft haben, sehr wichtig und für weitere Auftragsvergaben relevant.

Kunden fragen vermehrt digitale Angebote an und wünschen insbesondere Produkte und Leistungen schneller konsumieren zu können (Zeitersparnis).[18]

Durch das große Angebot im Netz können Kunden Unternehmen vergleichen und deren Vor- oder Nachteile abwägen.

Der Kundenservice wird verbessert, denn digitale Anwendungen steuern elektronisch operative Aufgaben im Betrieb wie z.B. die Vernetzung über Mobiltelefon, Tablets oder Computer. Die Übertragung von Kundendaten und Materialdaten erfolgt in Echtzeit und sind jederzeit abrufbar, dadurch können Kundenanfragen schnell und effizient beantwortet werden. Als Folge erhöhen sich meist die Kundenzufriedenheit, die Qualität der Produkte und die Dienstleistungen.[19]

4 Nachteile der Digitalisierung

4.1 im technischem Bereich

Durch die Digitalisierung müssen bestehende Prozesse im Unternehmen geprüft und gegebenenfalls neu ausgerichtet werden. Dies bedeutet ein hoher Teil an Anschaffungskosten von Softwareprogrammen, wie z.B. MS Dynamics NAV für das Unternehmen. Um diese Daten auch verarbeiten zu können, muss Fachpersonal eingestellt werden, welches diese großen Datenmengen verarbeiten kann oder gegebenenfalls, Mitarbeiter im Unternehmen für diese Anwendersoftware schult werden.

Je mehr Technik im Unternehmen eingesetzt wird, desto mehr muss auch gewartet, überwacht und geprüft werden, um z.B. Ausfälle wie von Reinigungsrobotern zu vermeiden. Dies hat die Folge, dass die Kosten für Wartung und Service steigen. Entweder man bildet eigenes Personal aus oder man übergibt diese Servicearbeiten an eine IT-Firma. Darüber hinaus besteht häufig Skepsis aufgrund mangelnden technischen Know-hows und hoher Kosten.

Der internetbasierten Software steht aber auch das Risiko gegenüber, dass man der eigenen Daten beraubt wird, mangels schlechter Datensicherung oder Datenschutz. Datenschutz ist auch ein wichtiger Punkt in der Digitalisierung. Alle Daten von Kunden oder Firmen werden auf Servern gespeichert und diese können genauso schnell gelöscht, wie gespeichert werden.

Durch die Digitalisierung und die Vernetzung der Daten von Geschäfts- und Privatbereichen, werden Unternehmen, Staaten, Energieversorgungseinrichtungen und Privatpersonen Opfer von Cyberattacken. Computerkriminalität, Spionage oder die Sabotage von ganzen Netzwerken stellt eine hohe Bedrohung für die Betroffenen dar. Die Lage hat sich negativ verändert, sodass mit wenig Aufwand Angriffe durchgeführt werden, bei dem die Täter professionell vorgehen.[20]

4.2 im organisatorischem Bereich

„Teilweise unkalkulierbares Nutzerverhalten oder unterschiedliche Profile der Gebäude erfordern hochqualifizierte Techniker in der Leitwarte, die das Überangebot an Einzelmesswerten beherrschen.“[21]

Das größte Risiko dürfte darin zu sehen sein, sich nicht mit dem ständig wachsenden Angebot an digitalen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und darauf zu vertrauen, dass die bisher gelebte Unternehmensorganisation auch weiterhin einen stabilen Rahmen bietet.[22]

Oft scheitert auch die notwendige Vernetzung in den verschiedenen Organisationseinheiten, wenn liebgewordene Privilegien, Besitzstände und vor allem ein veraltetes Kompetenzniveau geschützt wird, als Neues zu wagen, weil dies immer mit Unsicherheiten verbunden ist.[23]

Abbildung 1: Wahrgenommene Vor- und Nachteile der Digitalisierung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: DIVSI (2017)

4.3 für das Unternehmen

„Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Digitalisierung – egal wie umfänglich sie eingesetzt wird ‑ auf den Menschen als Beobachter, Prüfer und Steuerer zwingend angewiesen ist. Je höher das Digitalisierungsniveau, desto besser ausgebildete MitarbeiterInnen sind gefordert, den Gesamtprozess der Dienstleistung maßgeblich mitzugestalten. Autonome, digitale Lösungen, die den Menschen in Facility Services und Facility Management-Prozessen ganzheitlich ersetzen, gehören mit heutigem Wissen dem Reich der Phantasie an.“[24]

Unternehmen, die sich nicht auf Online-Plattformen präsentieren, können auf dem Facility-Management Markt leicht in den Hintergrund geraten. Leider haben diese Online-Plattformen auch einen Nachteil, da die Arbeitskraft oft zu günstigen Preisen von Selbständigen oder Scheinselbstständigen angeboten wird. „Diese Entwicklung wirkt sich nicht nur negativ auf die Branche, sondern auch auf unsere Sozialsystem und die Gesellschaft insgesamt aus.“[25]

In erster Linie sind aber die fehlenden personellen und finanziellen Ressourcen die Hemmnisse in der Facilitymanagement-Branche. Die Branche muss daher sehr wachsam sein, was in den Think Tanks und Forschungs- & Entwicklungsabteilungen der IT- und Technikkonzerne in Sachen Servicerobotik, Automatisierung und Digitalisierung entwickelt wird. Enorm wichtig werden strategische Allianzen und Kooperationen mit den Digitalisierungstreibern sein.[26]

Für Unternehmen ist es wichtig, sich an die wandelnden Umweltbedingungen anzupassen, um ein langfristigen Erfolg eines Unternehmens zu sichern. Im Wettbewerb scheitern Unternehmen meist an disruptiven Innovationen. Dies sind neue und günstigere Technologien, die bestehende Geschäftsmodelle ändern bzw. komplett verdrängen.[27]

4.4 für die Kunden

Wenn die Digitalisierung im Unternehmen und bei den Kunden voll im Einsatz ist, entfällt der persönliche Kontakt und die Kommunikation, wie z.B. ein Kaffeeplausch, oder das Smartphone oder das Tablet erste Ansprechpartner für die Überwachung oder Kontrolle der Reinigung ist.

Der richtige Umgang mit Daten ist das höchste Gebot für jedes Unternehmen. Die Digitalisierung leistet eine große Hilfe einerseits, andererseits macht viele Gefahren offensichtlich. Der Zugriff auf unternehmensinterne Daten seitens unbefugter Personen kann dem betroffenen Unternehmen enorme Schaden zufügen und seine Marktposition gefährden. Aus diesem Grund werden heute immer sichere Vorkehrungen getroffen, die den Datenschutz und Datensicherheit zum Ziel haben. Trotzdem kommen ständig neue digitale Bedrohungen, welche bestehende Schwachstellen ausnutzen.[28]

Diese Daten haben bereits einen erheblichen Anteil an den Wertschöpfungen der Wirtschaft. Die Absicherung dieser Daten, der unbedarfte Umgang mit ihnen nach dem Best-Effort-Prinzip oder das Einsparen von Sicherheitsmaßnahmen ist schon heute bedrohlich.[29]

Im Zeitalter der Digitalisierung wollen sie selbst entscheiden, wann und wie sie mit einem Unternehmen in Kontakt treten und wie sie die Waren und Dienstleistungen erwerben möchten. Kunden erwarten heute Transparenz beim Leistungsangebot. Sie informieren sich umfassend über Produkte und Services. Dabei müssen Angebot und Informationen nicht nur online wie offline inhaltlich identisch verfügbar sein, sondern es wird ebenso eine einfache Bedienbarkeit erwartet. Je einfacher der Prozess ist, desto größer ist die Kaufwahrscheinlichkeit bzw. dass sich Kunden positiv in sozialen Netzwerken über das Unternehmen und seine Produkte und Services äußern. Für Unternehmen ist es daher auch nicht ausreichend, sich auf die reine Optimierung der Online-Kanäle zu fokussieren. Ganz im Gegenteil: Das gesamte Kundenerlebnis über ALLE Kommunikations- und Vertriebskanäle ist von Relevanz und muss durch einen ganzheitlichen Kundenerlebnis-Design-Ansatz entsprechend berücksichtigt werden.[30]

5 Ausblick – Wo ist der Facilitymanagement-Markt in 5 Jahren?

Den Beruf des Gebäudereinigers wird es auch in vielen Jahren noch geben. Reinigungsroboter können später zwar in Teilbereichen eingesetzt werden. Die menschliche Arbeitskraft bleibt aber in der Gebäudereinigung der bestimmende Faktor. Dies gilt erst recht für die fachlich anspruchsvollen Tätigkeiten eines gelernten Gebäudereinigers.[31]

„Der FM-Markt wird mehrere externe Technologie-Pushes von Seiten der Meta-Medien, IT- und Internet-Konzerne sowie Anlagenbauern erleben, die die klassischen Services bis hin zu Geschäftsfeldern der FM-Unternehmen teilweise oder ganz zu ersetzen versuchen. Hier kommt es darauf an, wie sich die Marktnachfrage (Market-Pull) entwickelt und was der Kunde bevorzugt. Die steigenden Arbeitslöhne sprechen dafür, dass zukünftige technische Lösungen zunehmend wirtschaftliche Vorteile gegenüber den klassischen lohnintensiven Services haben werden und damit ein hohes Substitutionspotenzial zeigen. Der FM-Markt wird sich bezogen auf einige Services nach unserer Auffassung strukturell und damit bedeutsam verändern. Nur die gut vorbereiteten und flexiblen FM-Unternehmen werden diese Veränderungen überstehen und für sich nutzbar machen können.“[32]

Abbildung 2: Illustration der Datenbrille der Firma AR-Check Augmented Cleaning

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: https://ar-check.com/ (2016)

Durch die Digitalisierung und deren Einfluss in das Arbeitsgeschehen und Prozesse, wird dies ein künftiger Standard im Facility Management sein.

Ganzheitlich betrachtet gibt es aber mehr Vorteile als Nachteile für die Digitalisierung im Facility Management. Es gibt noch viele weiter Faktoren, die zu beachten sind, ab klar ist, dass diese Arbeitsweisen viele Unternehmen positiv beeinflussen werden.

Flexibilität und Mobilität sind an dieser Stelle enorm wichtig. Kosten werden wenn nicht gespart, dann zumindest umgeschichtet: Weniger Kosten für Infrastruktur (Büro, Lager, etc.) stehen höheren Kosten für Equipment und Sicherheit gegenüber. Experten raten dazu, die analoge Welt nicht komplett zu vergessen, denn bei einem Totalausfall kann es durchaus hilfreich sein, auch ohne digitale Hilfsmittel arbeiten zu können.[33]

Insgesamt ist festzuhalten, dass die fortschreitende Digitalisierung sowohl Chancen, als auch Risiken mit sich bringt. Möglich ist die Reduzierung der Arbeitskräfte durch erhöhten Einsatz von Robotern für menschliche Tätigkeiten. Möglich ist jedoch auch, dass durch Kombinationen von technischen und menschlichen Kompetenzen innovative Geschäftsmodelle und neue Produkte entstehen und die Arbeitsproduktivität steigt. Die Anpassungsfähigkeit, spielt eine wichtige Rolle, da die zu fertigenden Produkte stets variieren können. Dies bedeutet, dass in der Zukunft die Produktion individueller, flexibler und schneller wird.[34]

[...]


[1] ArbeitGestalten (2016), S.11.

[2] Kollmann/Schmidt (2016), S.1

[3] vgl. Thomzik/Kummert (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-fm/, Abruf am 20.12.2017

[4] Kollmann/Schmidt (2016), S. 59

[5] Dussmann Group (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-in-der-reinigung/, Abruf am 31.12.2017

[6] Vgl. Gesundheit und Wohlbefinden (2018), http://www.gesundheit-und-wohlbefinden.net/die-digitalisierung-der-gesellschaft-und-ihre-auswirkungen/, Abruf am 12.01.2018

[7] Dussmann Group (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-in-der-reinigung/, Abruf am 31.12.2017

[8] Vgl. Köhler-S. (2017), S.24.

[9] Volksfreund (2017), https://www.volksfreund.de/magazin/bauen-wohnen/gebaeudereinigung-eine-dienstleistung-im-umbruch_aid-4996279, Abruf am 03.01.2018

[10] Dussmann Group (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-in-der-reinigung/, Abruf am 31.12.2017

[11] Vgl. Flach (2015), https://www.computerwoche.de/a/wie-fleet-management-die-gebaeudereinigung-revolutioniert,3213972, Abruf am 10.01.18

[12] Dussmann Group (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-in-der-reinigung/, Abruf am 03.01.2018

[13] Vgl. ebd.

[14] Paul (2017), https://www.a1blog.net/2017/02/14/4-vorteile-der-digitalisierung-von-unternehmen/, Abruf am 06.01.2018

[15] Vgl. Summa (2016), S.94.

[16] Vgl. Samulat (2017), S.14.

[17] Vgl. Kühn (), http://www.fm-die-moeglichmacher.de/fuerunternehmen/trends/digitalisierung-facility-management/, Abruf am 06.01.2018

[18] Vgl. Henn (2016), https://www.foerderland.de/digitale-wirtschaft/netzwertig/news/artikel/digitale-wirtschaft/, Abruf am 06.01.2018

[19] Vgl. Kollmann / Schmidt (2016), S.59f.

[20] Vgl. Doleski (2017), S. 302f

[21] Thomzik/Kummert (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-fm/, Abruf am 06.01.2018

[22] Gebäudereiniger-Innung Südbayern & Stadtkreis Regensburg (2012), http://www.gebäudereiniger-südbayern.de/index.php/die-innung/archiv/366-sauber4-0, Abruf am 09.01.2018

[23] Vgl. Thomzik/Kummert (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-fm/, Abruf am 10.01.2018

[24] Thomzik/Kummert (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-fm/, Abruf am 06.01.2018

[25] Lummer (2017), https://www.piepenbrock.de/blog/interview-mit-johannes-bungart-das-gebaeudereiniger-handwerk-leistet-einen-nicht-zu-verachtenden-gesellschaftlichen-beitrag/, Abruf am 10.01.2018

[26] Kummert, Naumann, Ballhause, Rädeker (2016) http://www.facility-management.de/artikel/fm_Automatisierung_Digitalisierung_und_Servicerobotik_2581363.html#, Abruf am 19.01.18

[27] Vgl. Albeck (2016), S. 42.

[28] Layher (2017), https://christoflayher.de/digitalisierung-chancen-und-risiken/, Abruf am 12.01.2018

[29] Vgl. Baumhaus (2016), http://www.wiwo.de/unternehmen/it/daten-risiken-der-nicht-digitalisierung/12844090-6.html, Seite 6, Abruf am 12.01.2018

[30] Esser (2014), http://www.strategy-transformation.com/digitale-transformation-verstehen/, Abruf am 22.01.2018

[31] Fischer (2016), http://www.ard.de/home/themenwoche/Berufs_Portraet_Gebaeudereiniger_ARD_Themenwoche_2016/3561600/index.html, Abruf am 13.01.18

[32] Thomzik/Kummert (2017), https://www.dussmann.com/digitalisierung-fm/, Abruf am 13.01.2018

[33] selbststaendig.de (2018), https://www.selbststaendig.de/digitalisierung-vorteile-nachteile, Abruf am 13.01.2018

[34] Vgl. Samulat (2017), S. 151.

Details

Seiten
44
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668735231
Dateigröße
13 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429582
Institution / Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie München e. V
Note
2,0
Schlagworte
Vorteile und Nachteile der Digitalisierung

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