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Verschiedene Lehrerrollen (Moderator, Wissensvermittler, Organisator etc).

Essay 2018 6 Seiten

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die verschiedenen Lehrerrollen

3. Die Rolle des Moderators

4. Schluss

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wie jeder Schüler im Laufe seiner Schulzeit erkennen kann, verhält sich die Lehrkraft nicht immer gleich. In einer Prüfungssituation ist die Lehrkraft beispielsweise viel ernster und strenger als in einer normalen Unterrichtsstunde. Auch in einem Elterngespräch verhält sich die Lehrperson anders als es der Schüler bzw. die Schülerin gewohnt ist. Diese verschiedenen Verhaltensweisen werden Lehrerrollen genannt. Als angehende Lehrerin ist es wichtig, diese zu kennen und auch zu verstehen, wann man als Lehrkraft in eine andere Rolle wechseln sollte. All dies wird in diesem Essay erläutert.

Zuerst werden die verschiedenen Lehrerrollen mit Beispielen erläutert, daran folgend wird die Moderationsrolle ebenfalls mit einem Beispiel erklärt.

Jede Lehrkraft sollte möglichst flexibel im Umgang mit Schülerinnen und Schüler als auch mit anderen Lehrpersonen oder Eltern sein. Dabei ist es wichtig, immer authentisch zu sein, denn nur so ist eine gute Zusammenarbeit im Schulalltag möglich.

2. Die verschiedenen Lehrerrollen

Wie oben erwähnt, schlüpft eine Lehrperson täglich in neue Rollen, die nun im Einzelnen besprochen werden.

Zuerst ist die wichtige Rolle des Wissensvermittlers bzw. des Lehrenden zu nennen: Hierbei wird der Schwerpunkt daraufgelegt, dass den Schülerinnen und Schülern Wissen vermittelt werden und sie somit auf das zukünftige Leben vorbereitet werden. Die Lehrkraft hat durch das Studium entsprechend hohes Fachwissen- und Vokabular erlangt und ist in der Lage, dies den SuS weiterzuvermitteln. Fachwissen ist aber nicht nur im Bezug der SuS von Bedeutung, sondern dient auch im Austausch mit anderen Lehrkräften. Um eine bestmögliche Wissensvermittlung zu gewährleisten, finden Weiterbildungen statt, die die Lehrkräfte besuchen. Die Gesprächsführung übernimmt hier die Lehrkraft, da diese die verschiedenen Themen erklärt und erläutert.

Eine weitere Rolle ist die des Lernhelfers. Nicht immer findet Wissensvermittlung im Frontalunterricht statt: Der Schwerpunkt liegt immer mehr darauf, dass SuS ihr Wissen eigenständig erarbeiten. Hierbei dient die Lehrkraft lediglich als Lernhelfer: Er bzw. Sie unterstützt den Schüler bei seinem eigenen Lernvorgang. Dabei soll er Selbststeuerungsmechanismen initiieren und erreichen, dass diese die Fähigkeit zur Selbstregulation des Lernprozesses entwickeln. Oft steht dieser Begriff im Zusammenhang mit der Individualisierung des Lernens im Unterricht. Die Gesprächsführung ist hierbei eher bei den Schülerinnen und Schüler, die jederzeit von der Lehrkraft Hilfe und Unterstützung erfragen können.

Passend hierzu lässt sich noch eine Lehrerrolle finden: Die Rolle des Planers und Organisators. Die Lehrkraft muss den Unterricht bestmöglich planen, um effektives Lernen zu ermöglichen. Des Weiteren muss er auch die Klassendienste, wie den Tafeldienst, einteilen und die Wahl eines Klassensprechers organisieren. Die Gesprächsführung wird hier die Lehrkraft übernehmen, wobei es wichtig ist, dass sie lange Diskussionen und andere unterrichtliche Störungen vermeiden wird, aber trotzdem jeden Wunsch und jede Meinung der SuS anhört und respektiert.

Eine andere Lehrerrolle ist der Prüfer bzw. der Beurteiler: Die Lehrkraft ist in einer Prüfungssituation anders als beispielsweise in einer normalen Unterrichtssituation. Ein gutes Beispiel ist hier die schriftliche Abiturprüfung. Der Lehrer gibt keine Hilfe, denn die Phase der Wissensvermittlung ist vorbei. Der Lehrer tritt nun in den Hintergrund und mischt sich nur ein, wenn die SuS stören oder abgelenkt sind. Die Lehrkraft äußert klare Regeln und Ansagen und überwacht die SuS streng, sodass diese nicht schummeln oder Gespräche führen. Der Lehrer ist somit mehr Beobachter und passiv.

Die schon genannten Rollen sind von schulischer Natur. Es gibt jedoch noch eine außerschulische Rolle, die des Erziehers, Freundes und des Vorbildes. Die Lehrkraft wird vom Schüler bzw. der Schülerin genau beobachtet und hat für ihn oder sie große Wichtigkeit. Dies betrifft einerseits die persönliche Glaubwürdigkeit und andererseits den des Vorbilds im Lernprozess. Im Bereich der persönlichen Glaubwürdigkeit finden ähnliche entwicklungspsychologische Prozesse statt, wie bei dem Eltern-Kind-Verhältnis. Unter dem Vorbild im Lernprozess versteht man, dass der Schüler das Handeln und den sichtbaren Erfolg des Lernprozesses beim Lehrer abschaut. Fachliteratur bestätigt, dass das Verhalten der Lehrpersonen ein entscheidender Faktor für den Unterricht und das Verhalten der Schülerinnen und Schüler ist. Meistens ist die Lehrkraft neben den Eltern und vor den Stars aus den Medien eine Identifikationsfigur. Des Weiteren muss der Lehrer die Kinder erziehen und wichtige Normen und Werte vermitteln. Die Lehrkraft muss den Kindern beibringen, Verantwortung für sich selber und die eigenen Handlungen zu übernehmen. Er sollte kleinere und größere Streitigkeiten regeln, so gut es geht Mobbing verhindern und den Kindern in den Situationen deutlich machen, was sie falsch gemacht haben und wie sie in Zukunft besser reagieren können. Außerdem wird die Lehrkraft auch Situationen erleben, in denen Schülerinnen und Schüler auf sie zukommen, um über außerschulische Probleme und Ängste zu reden. Hierbei ist es wichtig, auf die Ängste einzugehen und gut zuzuhören, damit das Vertrauen der Schülerinnen und Schüler nicht gebrochen wird.

3. Die Rolle des Moderators

Das Lehrerbild ändert sich ständig, so ist die Lehrperson heutzutage nicht nur ein reiner Wissensvermittler, sondern auch immer mehr ein Moderator. Aber was genau heißt es, ein Moderator zu sein?

Der Begriff Moderator beschreibt die Tätigkeit eines Außenstehenden, der ein Gespräch ordnet. Bei Interessenkonflikten oder anderen Streitigkeiten tritt der Lehrer ein, um die Problem-, Lösungs- oder Lernprozesse moderierend zu unterstützen. Er steht dabei außerhalb des Prozesses, ist also eher passiv. Er hat die Aufgabe stets neutral zu bewerten und alle Beteiligten miteinzuschließen. Die Lehrkraft baut eine gewisse Distanz zu den Schülerinnen und Schülern auf. Die Lehrperson achtet lediglich darauf, dass alle Schülerinnen und Schülern in Diskussionen ihre Meinung frei äußern können und dass auch gewissen Regeln wie „Wir lassen Jeden aussprechen!“ oder „Wir beleidigen niemanden, sondern behandeln Jeden mit Respekt!“ eingehalten werden. Bei Hemmnissen ist die Lehrperson der Fachmann für deren Beseitigung. Bei Streitgesprächen ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler diesen so gut es geht eigenständig klären und der Lehrer nur als Hilfe im Hintergrund dient. Er achtet darauf, dass beide Parteien ihre Sichtweise und Wünsche äußern können. Auch bei Diskussion wie „Wohin geht unsere nächste Klassenfahrt?“ ist die Lehrkraft am Ende meist die entscheidende Instanz, da sich die Schülerinnen und Schüler von selbst nicht einigen können und es somit zu endlos langen Diskussionen kommen kann.

4. Schluss

Die genannten Lehrerrollen machen deutlich, in wie viele verschiedenen Rollen eine Lehrkraft schlüpfen muss. Es ist wichtig, dass Lehrpersonen heutzutage flexibel sind und problemlos in die Rollen wechseln können. Die Rolle des Wissensvermittlers, Lernhelfers, des Planers oder des Prüfers sind alle wichtig, aber besonders die Rolle des Vorbilds hat eine wichtige Bedeutung. Die Kinder verbringen immer mehr Zeit in der Schule und wie oben schon beschrieben, sind die Lehrer eine der wichtigsten Identifikationsfiguren der Schülerinnen und Schüler. Lehrer sollten sich dies immer wieder bewusst sein. Auch die Rolle des Moderators sollte nicht unterschätzt werden, denn hier spielen die Funktionen des Diskussionsleiters und des Streitschlichters eine große Rolle. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jede Lehrkraft in alle Rollen wechseln können sollte, da dies ein besseres Lehrer-Schüler-Verhältnis und somit eine allgemein bessere Atmosphäre herstellen kann.

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Details

Seiten
6
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668736405
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429370
Institution / Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
Schlagworte
Lehrer Lehrerrollen

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