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Analyse von Bezahlmethoden im Internet und zugehörigen Kundentypen

Facharbeit (Schule) 2016 26 Seiten

Informatik - Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Das Internet – Ein virtuelles Einkaufszentrum

2 Vorstellung der herkömmlichen Bezahlmethoden im Internet
2.1 Vorkasse per Überweisung
2.1.1 SOFORT-Überweisung
2.2 PayPal
2.3 Kreditkarte
2.3.1 Kreditkarte abgesichert durch 3D-Secure
2.4 Rechnung
2.5 Lastschrift
2.6 Nachnahme
2.7 Giropay
2.8 Zahlung abgesichert über einen Dienstleister

3 Angeboten heißt nicht gleich genutzt
3.1 Welche Zahlungsmethoden werden am meisten genutzt?
3.2 Präferenzen der Kunden beim Bezahlen im Internet
3.3 Eine Zahlungsart für jeden Kundentyp
3.3.1 Die Zahlung auf Rechnung – Das wohl sicherste Zahlungsverfahren
3.3.2 Giropay – Der „Newcomer“ in Sachen Bequemlichkeit
3.3.3 Kostenfreiheit ist nichts Besonderes
3.4 Das beste Bezahlverfahren
3.5 Ein Tipp zum Bezahlen in Online-Shops

4 Neuartige Bezahlmethoden
4.1 Apple Pay
4.2 Paysafecard
4.3 Kryptowährungen – Bergbau im Internet?

5 Eine bargeldlose Zukunft?

6 Anhang

7 Quellen und Literatur

1 Das Internet – Ein virtuelles Einkaufszentrum

Egal ob trendige Klamotten, die neusten Elektronikartikel oder interessante Bücher, der Warenkorb ist schnell gefüllt. Shopping im Internet ist in der heutigen Zeit kaum noch wegzudenken. Geschäfte laufen hauptsächlich online ab, es existieren ganze Shoppingcenter im Internet. Brillen und Klamotten kann man sogar schon virtuell über den Computer oder das Smartphone anprobieren! Doch immer wieder kommt es zu der großen Frage, wie man seinen Einkauf am besten bezahlt. Meist werden etliche Zahlungsmethoden angeboten, welche jedoch alle ihre Vor- und Nachteile aufweisen. In dieser Arbeit möchte ich Aufschluss darüber geben, was den Kunden beim Bezahlen im Internet wichtig ist und welche Bezahlmethode zu dem einzelnen Kundentyp passt. Dazu werden die einzelnen Zahlungsmethoden vorgestellt, ihre Funktionsweise erläutert und durch eine Umfrage der Schüler aus der Oberstufe des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums Hof analysiert, welche der Methoden am häufigsten genutzt werden und welche Wünsche und Werte die Kunden haben.

Diverse neuartige Zahlungsmethoden erleben derzeit einen kräftigen Aufschwung, beispielsweise Bezahlen über Near Field-Communication, kurz „NFC“, via Mobiltelefon ist praktisch und geht schnell. So bietet das amerikanische Unternehmen Apple das sogenannte „Apple Pay“ an. Hierbei handelt es sich um ein Zahlungssystem für hauseigene Mobilgeräte. Doch was ist Apple Pay eigentlich genau, wie funktioniert es und hat es überhaupt Zukunft? Diese und weitere neuartige Bezahlmethoden werden vorgestellt und auf die mit ihnen verbundenen Chancen und auch Nachteile erarbeitet. Der Trend zu bargeldlosen Zahlung wächst in der ganzen Welt. Aussagen von Politikern und Wirtschaftsexperten lösen Gerüchte über die Abschaffung von Bargeld aus, doch kommt es zu einer bargeldlosen Zukunft und mit welchen Folgen wäre dies verbunden? Abschließend gibt diese Arbeit einen kurzen Ausblick im Bezug zu diesem interessanten Thema.

2 Vorstellung der herkömmlichen Bezahlmethoden im Internet

Die Internetseite „statista.com“ fasst in einer Statistik zusammen, wie häufig die herkömmlichen Zahlungsmethoden von Online-Händlern angeboten werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [1]

2.1 Vorkasse per Überweisung

Aus der Statistik lässt sich schließen, dass die Bezahlung per Vorkasse von 71% der befragten Online-Händler angeboten wird und somit die am stärksten etablierte Zahlungsmethode darstellt.

Die Funktionsweise der Zahlung per Vorkasse ist recht simpel. Nach der Bestellung erhält man als Käufer per E-Mail oder seltener als Brief die Rechnungsinformationen des Verkäufers, in denen alle Details zur Zahlung enthalten sind. Diese beinhalten die Kontoinformationen des Verkäufers, welche sich aus der Kontonummer, der Bankleitzahl und dem Kreditinstitut zusammensetzen. Zusätzlich kann noch eine Rechnungs- beziehungsweise Kundennummer angegeben werden. Anschließend überweist der Käufer den in der Rechnung angegebenen Betrag auf das Konto des Verkäufers, erst nach Eingang des Geldes wird die Ware durch den Verkäufer versandt.[2]

2.1.1 SOFORT-Überweisung

Die Sofortüberweisung wird von 38% der Online-Händler zur Verfügung gestellt und ist außerdem unter den Begriffen Blitzüberweisung, Blitzgiro, Swift-Überweisung sowie Prio-1-Überweisung bekannt. Die Funktionsweise ist identisch mit der, der herkömmlichen Überweisung, jedoch erfolgt der Geldtransfer noch am Tag der Überweisung. Hierfür muss man bis spätestens 14 Uhr den Schalter der Bank aufsuchen und persönlich die Zahlungsdaten, sprich Kontonummer, den Namen des Empfängers und dessen Bankverbindung angeben. Bei einer Sofortüberweisung zu einer ausländischen Bank ist hier die IBAN und der BIC beziehungsweise SWIFT-Code anzugeben. Wenige Kreditinstitute bieten auch eine telefonische Blitzüberweisung bis 18 Uhr an. Jedoch fallen für eine solch schnelle Überweisung abhängig von dem Betrag der Überweisung und des Kreditinstituts Kosten zwischen 10 und 20 Euro an.[3]

2.2 PayPal

Die am zweithäufigsten angebotene Online-Zahlungsmethode stellt PayPal mit 67% aller befragten Online-Händlern dar.

Anders als bei den meisten Online-Zahlungsmethoden agiert PayPal nur als Mittelmann für den Geldtransfer. Um diesen Dienst nutzen zu können wird vorausgesetzt, dass Sender und Empfänger des Geldes ein virtuelles Konto bei PayPal besitzen. Die Registrierung erfordert die Angabe der persönlichen Daten sowie der Kontonummer der Bankkontos. Anschließend führt PayPal die Verifizierung in Form einer Probetransaktion durch, was durchschnittlich 3-4 Tage in Anspruch nimmt. Die Zahlung kann entweder durch PayPal-Guthaben, welches durch Überweisung des Bankkontos aufgeladen werden kann, durch einen Lastschrifteinzug oder durch Giropay erfolgen. Der Empfänger bekommt nun nach erfolgreicher Transaktion das Geld auf seinem PayPal-Konto gutgeschrieben.[4]

2.3 Kreditkarte

Die Bezahlung per Kreditkarte wird von 47% der Online-Händler angeboten, was sie zur dritt beliebtesten macht. Bei der Zahlung per Kreditkarte ist lediglich die Angabe der Kreditkartennummer erforderlich, jedoch kann zusätzlich nach der Kartenprüfnummer gefragt werden, welche sich auf der Rückseite der Karte befindet. Im Anschluss werden die Daten sowie die Validität geprüft und eine Übermittlung der Zahlungsdaten an die Bank des Händlers und an die Kreditkartengesellschaft durchgeführt. Anschließend erfolgt die Übermittlung an die Bank des Kunden und zuletzt wird das Konto oder die Kreditkarte des Käufers mit dem ausstehenden Betrag belastet.[5]

2.3.1 Kreditkarte abgesichert durch 3D-Secure

VISA entwickelte mit „Verified by Visa“ eine innovative und besonders sichere Möglichkeit, im Internet zu bezahlen, welche mittlerweile auch von etlichen Kreditkartengesellschaften unter eigenen Bezeichnungen angeboten wird. Um diesen Service nutzen zu können ist eine einmalige Registrierung bei der jeweiligen Kreditkartengesellschaft nötig. Hierfür wird die Kartennummer, das Gültigkeitsdatum der Kreditkarte, die Kontonummer, das Geburtsdatum sowie das Festlegen eines acht- bis zwölf stelligen „SecureCode“ zur Authentifizierung als Karteninhaber erfordert. Abschließend muss die Mobiltelefonnummer in den Kundendaten hinterlegt und bestätigt werden.[6] Bei der Bezahlung in Online-Shops muss der Käufer künftig die sogenannte mobileTAN angeben, welche zeitgleich per SMS an die hinterlegte Mobiltelefonnummer zugesendet wird.[7] Bei erfolgreicher Eingabe erfolgt die Autorisierung der Zahlung. Zusätzlich zur mobileTAN wird die Sicherheit noch durch eine persönliche Begrüßung erhöht. Hierbei handelt es sich um einen bei der Registrierung frei wählbaren Begrüßungstext, welcher bei jedem Online-Kaufvorgang mit Kreditkartenzahlung angezeigt wird. Die Richtigkeit dieses Textes garantiert für eine Kommunikation mit dem richtigen Server und die Sicherheit der Transaktion.[8]

2.4 Rechnung

Mit 46% wird die Bezahlung per Rechnung von knapp der Hälfte aller Online-Händler angeboten. Im Gegensatz zu der Zahlung per Vorkasse erfolgt bei der Rechnung die Bezahlung der Ware erst nach dem Erhalt der Ware. So liegt entweder dem Paket eine Rechnung bei oder man bekommt diese separat per Brief beziehungsweise per E-Mail. In der Regel hat man nun zwischen zwei Wochen und einem Monat zeit um den ausstehenden Betrag zu begleichen. Dies erfolgt im Normalfall per Überweisung auf das Konto des Rechnungsstellenden oder aber im Sonderfall per Scheck oder Bargeld. Für die Zahlung via Rechnung können jedoch zusätzliche Kosten anfallen, worauf jedoch in einem nachfolgenden Kapitel genauer eingegangen wird.[9]

2.5 Lastschrift

Die Zahlung per Lastschrift, welche von 31% der befragten Online-Händlern angeboten wird, unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von den bisher angeführten Bezahlverfahren. Der Zahlungsempfänger erteilt seiner Bank den Auftrag über die Abbuchung des entsprechenden Betrags vom Konto des Zahlungspflichtigen. Hierbei wird im wesentlichen zwischen zwei verschiedenen Verfahren unterscheiden, dem Lastschrifteinzug mit Abbuchungsauftrag und dem Lastschrifteinzug mit Einzugsermächtigung. Bei ersterem muss der Bank des Zahlungsempfängers explizit mitgeteilt werden, dass diese das Recht hat, vom Konto des Zahlungspflichtigen abzubuchen. Durch den sehr hohen Verwaltungsaufwand, der diese Methode verursacht, ist die Lastschrift mit Einzugsermächtigung viel frequentierter. Hier erhält der Zahlungsempfänger durch den Zahlungspflichtigen die Erlaubnis, den zu begleichenden Betrag von seinem Konto abzubuchen. Dieser Vorgang wird nicht durch die Bank geprüft, was einen hohen Verwaltungsaufwand umgeht. Die Einzugsermächtigung muss jedoch schriftlich erteilt werden, was einen Missbrauch vorbeugen soll. Bei der Bezahlung per Lastschrifteinzug in Online-Shops ist die Angabe der Kontodaten und persönlichen Informationen nötig.[10]

2.6 Nachnahme

Die Zahlung per Nachnahme ist mit 30% eine immer noch sehr beliebte Methode um in Online-Shops zu bezahlen, jedoch aber auch die älteste. Denn schon im Jahre 1850 werden Nachnahmesendungen durch den deutsch-österreichischen Postvereinsvertrag durchgeführt. Zwar hat sich in der vergangenen Zeit bei der genauen Umsetzung und den Kosten etliches geändert, jedoch ist das Grundprinzip immer noch dasselbe. Die Ware wird nicht wie bei anderen Zahlungsmethoden im Voraus bezahlt, sondern erst bei der Übergabe des Paketes. Dieses bezahlt man direkt bei dem Postboten in bar beziehungsweise mit einer von dem entsprechenden Versandhaus angebotenen Zahlungsmethode. Hierbei kann man die Ware vor der Bezahlung prüfen und bei eventueller Beschädigung direkt reagieren. Da das Logistikunternehmen bei der Zahlung per Nachnahme für den Einzug und die Weiterleitung des Geldes an das beauftragte Unternehmen verantwortlich ist und somit zusätzlichen Arbeitsaufwand und Verantwortung tragen muss, fallen abhängig des Warenwertes zusätzliche Kosten an, für welche der Käufer aufkommen muss.[11]

2.7 Giropay

Derzeit stellt Giropay mit 17% eine der weniger frequentierten Zahlungsmethoden im Online-Handel dar, ist aber dennoch keineswegs zu vernachlässigen. Schon etwa 1500 Sparkassen und weitere Banken unterstützen dieses sichere und vor allem einfache Bezahlverfahren. Die Funktionsweise ist dementsprechend recht simpel, nach der Auswahl der gewünschten Bezahlmethode wird man auf die Online-Banking-Seite der entsprechenden Bank weitergeleitet und muss sich nun mit den Bankzugangsdaten anmelden, was eine zusätzliche Registrierung erspart. Nach der Eingabe der Kontonummer sowie des PIN-Codes wird ein schon ausgefülltes Überweisungsformular bereitgestellt, welches die Bankdaten des Empfängers, den Verwendungszweck sowie den Rechnungsbetrag enthält. Abschließend wird lediglich die Bestätigung der entsprechenden TAN benötigt, was die Zahlung letztendlich abschließt und dem Verkäufer eine Zahlungsbestätigung zukommen lässt.[12]

2.8 Zahlung abgesichert über einen Dienstleister

Aufgrund des hohen Risikos für Online-Händler, welches beispielsweise beim Kauf auf Rechnung entsteht, wird in vielen Online-Shops die Zahlung über Drittanbieter abgewickelt. Dies ist sowohl für den Händler als auch für den Kunden ein großer Vorteil, denn die Dienstleister übernehmen jegliche Verpflichtungen, welche mit der Abwicklung der Zahlung einhergehen. So bezahlt der Kunde nicht mehr direkt an den Händler, sondern an den Zahlungsdienstleister, welcher wiederum an den Händler zahlt. Dieser kommt auch für die Zahlung auf, wenn der Kunde selbst nicht für die Rechnung aufkommt. Jedoch verzichten auch die Zahlungsanbieter nicht auf eine Bonitätsprüfung, was dazu führt, dass beispielsweise der Rechnungskauf trotz Absicherung durch einen Dienstleister nicht für jeden Kunden angeboten wird. Bekannte Zahlungsanbieter sind beispielsweise PayMorrow, Billpay, Saferpay, RatePay, Billsafe, iClear oder Klarna. Abhängig vom jeweiligen Dienstleister können jedoch zusätzliche Gebühren anfallen.[13]

3 Angeboten heißt nicht gleich genutzt

3.1 Welche Zahlungsmethoden werden am meisten genutzt?

In einer eigenhändig erstellten Umfrage wurden 100 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums Hof zu ihren Präferenzen beim Onlineshopping befragt.[14] Die Auswertung der ersten Frage gibt Aufschluss darüber, welche Zahlungsmethoden die Befragten bei Käufen im Internet vorwiegend nutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [15]

Das Diagramm zeigt, dass mehr als 50% der befragten Schüler die Zahlungsmethode PayPal oder Überweisung nutzen, wobei die Bezahlung per PayPal mit 58% auf Platz 1 und die Überweisung mit 52% auf Platz 2 kommt. Die von den Befragten am dritthäufigsten genutzte Zahlungsmethode stellt mit 22% die Zahlung per Lastschrift dar. Die Kreditkarte gaben nur 12% der Befragten als Zahlungsmethode ihrer Käufe im Internet an. Die Rechnung kommt als Bezahlmethode im Internet auf 10%, Giropay, Nachnahme und die Sofortüberweisung sind mit weniger als 10% nur schwach frequentiert.

Wenn man diese Ergebnisse mit denen der meist angebotenen Bezahlmethoden in Online-Shops vergleicht, lässt sich leicht ein Zusammenhang herstellen. Die Zahlung per Überweisung und per PayPal stellen sowohl bei den meist angebotenen und bei den meist genutzten Zahlungsmethoden deutlich Platz 1 und 2 dar. Jedoch fällt bei der Zahlung per Rechnung ein enormer Unterschied auf. Während sie von 48% der Onlinehändler angeboten wird, ist sie in Wirklichkeit mit nur 10% eine der am wenigsten genutzten Bezahlverfahren in Onlineshops.

3.2 Präferenzen der Kunden beim Bezahlen im Internet

Doch warum werden Zahlungsverfahren wie PayPal und Überweisung so häufig und andere Verfahren wie beispielsweise das Zahlen per Rechnung, Nachnahme oder Sofortüberweisung so wenig genutzt? Um diese Frage zu beantworten, beschäftigt sich der zweite Teil der Umfrage mit den Präferenzen beim Bezahlen im Internet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten [16]

Die Umfrage zeigt, dass für 64% der Befragten die Sicherheit der Zahlung in Online-Shops an erster Stelle steht. Die Bequemlichkeit der Zahlung stellt mit 28% lediglich das zweitwichtigste Attribut dar. Mit nur 8% ist die Kostenfreiheit zwar eine nennenswerte Präferenz der Kunden, jedoch keineswegs so wichtig wie die Sicherheit und die Bequemlichkeit der Zahlungsmethode.

3.3 Eine Zahlungsart für jeden Kundentyp

Da nun Aufschluss darüber gegeben wurde, was den Kunden an einer Zahlungsmethode wichtig ist, stellt sich natürlich die Frage, welches Bezahlverfahren eigentlich für die einzelnen Kundentypen am besten geeignet ist.

3.3.1 Die Zahlung auf Rechnung – Das wohl sicherste Zahlungsverfahren

Erst die Ware, dann das Geld – Die Zahlung auf Rechnung vertritt ein wohl jedem bekanntes Leitmotiv. Aus Sicht des Kunden ist diese Bezahlmethode sehr sicher, da keine Bezahlung vor Erhalt der Ware gefordert wird. Die der Ware beiliegende Rechnung muss lediglich in einem Zeitraum von 14 bis 30 Tagen meist per Überweisung beglichen werden. Dem Kunden bleibt also die Möglichkeit, das Paket zu öffnen und die Ware zu überprüfen, sowie im Falle der Unzufriedenheit eine Rücksendung durchzuführen, ohne vorher bezahlt zu haben.[17] Ein weiterer positiver Aspekt dieses Zahlungsverfahren ist, dass keine vertraulichen Informationen wie beispielsweise Kontodaten online offengelegt werden müssen, denn die Überweisung des Rechnungsbetrags kann persönlich bei der Hausbank des Kunden erfolgen, was eventuellen Datenmissbrauch ausschließt und die Sicherheit für den Kunden gewährleistet.[18]

Die Zahlung auf Rechnung überzeugt im Bereich Sicherheit, hat dafür jedoch in anderen Bereichen diverse Nachteile. Verständlicherweise bedeutet es ein hohes Risiko, ohne den Erhalt der Bezahlung die Ware zu versenden, sowie die Zinskosten für die aufgeschobene Zahlung tragen zu müssen. Deswegen wird die Zahlung auf Rechnung meist nur bis zu einem bestimmten Zahlungsbetrag, oft ausschließlich für Stammkunden und für eine Lieferung innerhalb Deutschlands angeboten. Zudem überprüfen Unternehmen häufig vorhandene Schufa-Einträge der Kunden und verweigern die Zahlung auf Rechnung falls diese nicht ihren Anforderungen entspricht.[19] Um das Zahlungsausfallrisiko zu minimieren, lassen viele Online-Händler eine Bonitätsprüfung des Kunden durchführen, welche Namens- und Adressdaten in Echtzeit prüft und mit bestehenden sogenannten „Blacklists“ abgleicht. Für diesen zusätzlichen Arbeitsaufwand und den anfallenden Kosten für die Bonitätsprüfung kann der Händler den Kunden in Form von Zusatzgebühren aufkommen lassen.[20]

3.3.2 Giropay – Der „Newcomer“ in Sachen Bequemlichkeit

Das bereits vorgestellte Bezahlverfahren Giropay, welches im Februar 2006 von Teilen der deutschen Kreditwirtschaft gegründet wurde, entpuppt sich als echter „Newcomer“ unter den Bezahlmethoden im Internet. Vor allem in Sachen Bequemlichkeit überzeugt Giropay, welches ganze 8 Jahre jünger als der im Jahre 1998 gegründete amerikanische Konkurrent PayPal ist. Im Gegensatz zu PayPal verzichtet Giropay auf eine gesonderte Registrierung, denn lediglich ein herkömmliches Girokonto wird für die Nutzung vorausgesetzt. Dies erspart Kunden Neuanlegen und vor allem Merken von zusätzlichen Kundendaten. Einen weiteren Vorteil im Bereich Bequemlichkeit bietet das deutsche Zahlungsverfahren mit dem bereits vorbereiteten Überweisungsformular, welches jegliche erforderliche Daten des Zahlungsempfängers und -senders enthält und Tippfehler sowie Falscheingaben verhindert. Die Vorteile bei der Bequemlichkeit stehen für sich, jedoch sollten ebenfalls die Nachteile der noch jungen Bezahlmethode beachtet werden. Beispielsweise kann es zum Missbrauch durch eine Schadsoftware kommen, da Giropay nicht prüft, ob die Webseite, zu der der Kunde im Verlauf des Zahlungsvorgangs weitergeleitet wird, die korrekte Website der eigenen Bank ist. An dieser Stelle muss der Kunde selbst prüfen, ob ein Betrugsversuch vorliegt. Ein weiterer Nachteil ist, dass nicht wie bei PayPal die Zahlung zurückgefordert werden kann. Für die hohe Bequemlichkeit, welche Giropay den Kunden bietet, müssen jedoch noch einige Nachteile in Sachen Sicherheit in Kauf genommen werden.[21]

[...]


[1] Abbildung 1: Angebotene Zahlungsverfahren von Online-Händlern 2015

[2] Vgl. Zahlungsarten in Online-Shops - Zahlung per Vorkasse

[3] Vgl. Zahlung per Überweisung – Zahlung per Sofortüberweisung

[4] Vgl. Was ist PayPal? Ist es sicher und wie funktioniert es?

[5] Vgl. Die Zahlung mit Kreditkarte – so funktioniert es

[6] Vgl. Sicher Bezahlen im Internet – mit 3D Secure

[7] Abbildung 2: 3D-Secure Screenshot2

[8] Vgl. Kreditkartenschutz „3D Secure“

[9] Vgl. Zahlungsarten in Online-Shops – Zahlung auf Rechnung

[10] Vgl. Zahlungsarten in Online-Shops – Zahlung per Lastschrift

[11] Vgl. Zahlungsarten in Online-Shops – Zahlung per Nachnahme

[12] Vgl. Bezahlen mit Giropay – So geht’s!

[13] Vgl. Bezahlen im Internet – Die wichtigsten Verfahren im Überblick

[14] Abbildung 3: Umfrage zu Zahlungsmethoden im Internet

[15] Abbildung 4: Umfrage Diagramm1

[16] Abbildung 5: Umfrage Diagramm2

[17] Vgl. Zahlungsarten in Online-Shops – Zahlung auf Rechnung

[18] Vgl. Definition – Kauf auf Rechnung

[19] Vgl. Zahlungsarten in Online-Shops – Zahlung auf Rechnung

[20] Vgl. Rechnungskauf – Vorteile, Nachteile und ein Tipp

[21] Vgl. Berg, So funktioniert das Bezahlverfahren Giropay

Details

Seiten
26
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668752900
ISBN (Buch)
9783668752917
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v429158
Note
1,6
Schlagworte
Bezahlmethoden Internet Zahlungsmethoden Datenschutz PayPal Giropay

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