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Die frühen exegetischen Ansätze der Ehefrauen des Propheten Aisha bint Abi Bakr, Hafsa bint Umar und Umm Salama

Hausarbeit 2017 17 Seiten

Theologie - Islamische Religionswissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort

2. Die Mutter der Gläubigen – Ihre gesonderte Stellung

3. Exegetische Vorgehensweisen der einzelnen Ehefrauen des Propheten
3.1 ʿĀʾiša bint Abī Bakr – Biographische Details
3.2 ʿĀʾišas exegetische Ansätze
3.3 Ḥafṣa bint ʿUmar – Biographische Details
3.4 Ḥafṣas exegetische Ansätze
3.5 Umm Salama – Biographische Details
3.6 Umm Salamas exegetische Ansätze

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1 Vorwort

Die Auslegung bzw. die Interpretation des Korans etablierte sich schon in früheren Jahren als eine wichtige wissenschaftliche Disziplin, welche im arabischen und im religiösen Kontext als Tafsīr und übertragen im deutschsprachigen Raum als Koranexegese bezeichnet wird.

Es gibt sehr viele Tafsīr-Werke, die im Verlauf der Jahre entstanden sind, und neue Werke erscheinen weiterhin. Allgemein bis heute betrachtet, findet man im Verlauf der Geschichte namentlich sehr viel mehr männliche Exegeten, die im Arabischen als Mufassir bezeichnet werden, als weibliche. Somit ist die Anzahl der weiblichen Koranexegeten sehr gering. Dies könnte verschiedene Gründe, z. B. psychosoziale, wirtschaftliche oder politische, haben, die nicht nur die Frauen an der wissenschaftlichen Untersuchung hinderten, sondern auch bewirkten, dass ihnen die Grundbildung versagt blieb.1 Des Weiteren kann erwähnt werden, dass schriftliche Werke von Frauen zu den historischen Aufzeichnungen in die Bücher der Biographien, wie Tabaqāt oder Kutub al-Tarāĝim, nicht aufgenommen und somit nicht wertgeschätzt wurden.2

Diesbezüglich soll mit dieser Ausarbeitung der Beginn der frühen exegetischen Ansätze im Hinblick auf die Ehefrauen ʿĀʾiša bint Abī Bakr (ra.), Ḥafṣa bint ʿUmar (ra.) und Umm Salama (ra.)3 des Propheten (ṣʿaw)4 untersucht werden, um die Wichtigkeit der Frauen im Bereich der Exegese ein wenig zu verdeutlichen. Die Untersuchung beschäftigt sich mit den Ehefrauen des Propheten, da sie die ersten Frauen waren, die im Bereich der Exegese zu der damaligen Zeit vieles bewirken konnten, bei Fragen direkt mit dem Propheten in Kontakt waren und somit die jeweiligen Koranstellen deuten konnten. Sie kannten sich mit den Offenbarungsanlässen daher gut aus, sodass sie wichtige Informationen zur besseren Deutung der Verse vermitteln konnten. Einige Verse konnten sie auch dadurch näher erläutern, da diese aufgrund ihnen offenbart worden waren.

Des Weiteren waren sie die anerkanntesten Personen der muslimischen Gemeinschaft, sodass ihre Überlieferungen in verschiedenen Werken wiederzufinden sind. Auch ihr methodischer Umgang mit der Exegese kann hier als Beispiel aufgegriffen werden, da sie für ihre exegetischen Tätigkeiten eigene Koranexemplare besaßen, welche sie von den Schreibern der Offenbarungen anfertigen ließen.5 Im Gegensatz zu den anderen Ehefrauen des Propheten waren sie sehr aktiv im Bereich der Koranexegese, weshalb bei dieser Ausarbeitung nur auf sie ein Fokus gesetzt wird.

Da die islamische Lehre zu dieser frühen Zeit noch nicht genau definiert war, können die früheren Korankommentare nicht als Exegese bezeichnet, sondern als theologische Ansätze angesehen werden6, sodass sich diesbezüglich der Titel dieser Ausarbeitung als „exegetische Ansätze“ bilden lässt.

Zunächst wird in der vorliegenden Arbeit die Funktion der Rolle der Ehefrauen des Propheten als Mutter der Gläubigen kurz thematisiert und einige Verse, die aufgrund ihnen offenbart wurden, werden erläutert. Anschließend werden die Ehefrauen mit ihrer Biographie vorgestellt und ihre jeweilige exegetische Vorgehensweise wird kurz erläutert.

2. Die Mutter der Gläubigen – Ihre gesonderte Stellung

Alle Ehefrauen des Propheten besitzen den Ehrentitel „Umm-ul-Muʾminīn (Mutter der Gläubigen)“ und sie haben damit in der islamischen Gesellschaft eine gesonderte Stellung. Der Ehrentitel erfolgte durch die göttliche Offenbarung, welche wie folgt darauf verweist: „Der Prophet ist den Gläubigen näher‘ als sie sich selber,‘ und seine Frauen: ihre Mütter‘. […].“7 Demnach durften die Mütter der Gläubigen nach dem Tod des Propheten nicht mehr heiraten, während im Islam eine Witwe nach Ablauf der Wartezeit wieder heiraten darf. Weiterhin bedeutet diese Stellung einen Respekterweis ihnen gegenüber, denn sie waren die Mitträger des Islams zusammen mit dem Propheten.8

Wie etwa die Anwendung des Tayammums bei unzureichendem Wasser wurde durch ein Ereignis aufgrund ʿĀʾiša offenbart. Sie hatte ihre Kette verloren, sodass der Prophet einige Personen beauftragte, diese zu suchen. Aufgrund der sich nähernden Gebetszeit und der Wasserknappheit zürnten diese ein wenig über ʿĀʾiša. Als anschließend der Tayammum-Vers offenbart wurde, sagten ihr Vater und weitere Gläubige für sie ein Bittgebet auf.9 Somit konnten sie die Gebetswaschung mit der Anwendung von Sand oder Erde vollziehen und anschließend ihr Gebet rechtzeitig verrichten.

Des Weiteren verweist der Status, Mutter der Gläubigen zu sein, in der muslimischen Gesellschaft auf eine wichtige Funktion. Diese Mütter waren und sind auch gegenwärtig noch Beispiele beziehungsweise Vorbilder für das Familienleben. Zudem üben sie, bezogen auf die verschiedenen Lebensumstände, eine Vorbildfunktion aus. Sie hatten, wie eine Mutter, einen Erziehungsauftrag für die muslimische Gesellschaft und lebten auch ihr eigenes Leben diesem Auftrag entsprechend.

Somit spielen sie für das Verständnis der Rolle der Frau eine wesentliche Rolle, vor allem für das Verständnis der vielen Aḥādīṯ, die sie direkt vom Propheten übertrugen und die sie mit praktischem und theoretischem Bezug belegen konnten.10 Des Weiteren konnten sie vielen muslimischen Männern und Frauen bei der Vermittlung des religiösen Wissens helfen, gaben selbst Rechtsurteile (Fatāwā), erklärten, was rechtmäßig und rechtswidrig ist, und versuchten, die Verse zu erläutern. Ihr Zuhause stand allen Muslimen offen, sodass diese Fragen an sie richten konnten bzw. sie deren Fragen an den Propheten weiterleiten konnten.11

Demnach waren ʿĀʾiša, Ḥafṣa und Umm Salama während des Offenbarungsprozesses die Namen, die oft erwähnt wurden und die somit ab dem ersten Jahrhundert der Hiǧra in wissenschaftlichen Untersuchungen zu den wichtigen Persönlichkeiten zählten.12 Hinzu kommt, dass einige Verse im Koran für und durch sie offenbart wurden.13 Im Folgenden werden einige dieser Verse mit ihrer Vorgeschichte kurz vorgestellt.

Die Verleumdung gegenüber ʿĀʾiša war eines der zentralsten Ereignisse in ihrem Leben. Sie wurde der Unzucht beschuldigt und über sie wurde eine Lüge verbreitet. Jedoch wurde sie durch eine göttliche Offenbarung (Sūra 24:11–20) entlastet. Darüber wird in Sīra von Ibn Isḥāq14 wie folgt berichtet: Als der Prophet mit seinem Heer nach Madīna zurückkehrte, legten sie eine Rast ein und somit konnte ʿĀʾiša ihre Notdurft verrichten. Als sie zum Heer zurückkehren wollte, bemerkte sie, dass sie ihre Halskette verloren hatte, und begann, diese zu suchen. Nachdem sie ihre Kette gefunden hatte, kehrte sie zum Rastplatz zurück und fand niemanden mehr vor. Sie ahnte, dass die Angehörigen des Heeres ihr Fehlen bemerken und zurückkehren würden und blieb an der Stelle stehen. Einer der Prophetengefährten, Ṣafwān ibn Muʿaṭṭal, folgte dem Heer hinterher, sodass er sie sah und direkt erkennen konnte. Er stieg von seinem Kamel ab, bot ihr seinen Platz an und beide versuchten, das Heer zu erreichen. Dies schafften sie allerdings erst am nächsten Morgen, an welchem sich bereits herumgesprochen hatte, dass ʿĀʾiša fehlte. Als ʿĀʾiša und ihr Begleiter in Madīna ankamen, wurde ʿĀʾiša krank und hörte nicht, welche Lüge über sie verbreitet wurde. Dennoch bemerkte sie, dass der Prophet ihr gegenüber abweisend war. Als sie wieder gesund war und die über sie verbreiteten Lügen hörte, fing sie an zu weinen. Ihre Mutter beruhigte sie und sagte, dass sie dieser Lüge keinen Glauben schenke. Dazu sagte der Prophet zu den Menschen Folgendes: „O ihr Menschen! Wie kommt es, daß einige Männer mich wegen meiner Familie kränken und unwahr von ihr sprechen!“15 Die Unklarheit der Lage wurde durch die Offenbarung Allahs aufgeklärt. Dieser Vorfall, welcher ʿĀʾiša persönlich betraf, war nach El-Zeyat (2009) eine Belehrung für die muslimische Gemeinschaft und wurde als eine solche Lehre in den Koran aufgenommen. Nachdem ʿĀʾiša von der Verleumdung befreit worden war, kehrte sie in das Haus des Propheten zurück.

Weiterhin wird der folgende Offenbarungsanlass, welcher durch die Frage Umm Salamas als Anlass für die Sūra Al-Aḥzāb Vers 35 von den Gelehrten gedeutet wird, welche nach der Überlieferung bekannt ist, direkt Umm Salama zugeschrieben: „Habe den Propheten gefragt, weshalb die Frauen nicht im Qurʾān so wie die Männer im Qurʾān erwähnt werden“16 Einige Tage später hörte ich überrascht die Stimme des Propheten aus dem Minber (Rednerplatz des Imam), als er zu den Menschen die Sūra Al-Aḥzāb Vers 35: „Wahrlich, die ergebenen Männer und die ergebenen Frauen, ´ die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen…“17, bis zum Ende aufsagte.18 Somit lässt sich erkennen, dass aufgrund einer Frage, mit welcher Umm Salama sich direkt an den Propheten gewendet hatte, da ihr in den bis zu dieser Zeit offenbarten Versen aufgefallen war, dass nur die Männer bzw. im gramatikalischen Sinne die männliche Form angesprochen wurde, sie die neue göttliche Offenbarung erfuhr, dass Männer und Frauen gleichzeitig angesprochen wurden.19

Über die Vorgehensweise der exegetischen Ansätze der Mütter der Gläubigen kann vorab allgemein berichtet werden, dass alle drei Mütter der Gläubigen ein eigenes Koranexemplar besaßen, welches sie von ihren Schreibern hatten erstellen lassen. Beim Verfassen des Exemplars sollen sie jeweils ihren Schreibern gesagt haben, wenn sie im Vers 238 der Sūratu l-Baqara „Erfüllt die Gebete, ´auch das mittlere Gebet.´“20 bei dem Wort „وَالصَّلَاةِ الْوُسْطَىٰ (mittleres Gebet)“ angekommen wären, sollten sie diesen mit dem Wort „Nachmittagsgebet(صلاة العصر) ergänzen“21, denn mit dem mittleren Gebet sollte hier das Nachmittagsgebet gemeint sein. Somit erläuterten alle drei Mütter der Gläubigen diesen Vers näher.

3. Exegetische Vorgehensweisen der einzelnen Ehefrauen des Propheten

Im Weiteren werden die drei bedeutenden Frauen dieser Zeit näher betrachtet: die Ehefrauen des Propheten ʿĀʾiša bint Abī Bakr, Ḥafṣa bint ʿUmar und Umm Salama. Zunächst werden die Biographien über sie vorgestellt und anschließend ihre verschiedenen Vorgehensweisen in der Exegese exemplarisch betrachtet.

3.1 ʿĀʾiša bint Abī Bakr – Biographische Details

ʿĀʾiša bint Abī Bakr wurde im Jahre 614 oder 615 nach Christus in Makka geboren. Nach Ibn Ḥaǧar al-ʿAsqalānī wird berichtet, dass ihr Geburtsjahr vier oder fünf Jahre nach dem Berufungserlebnis des Propheten zugeordnet werden könne.22 Sie war von Geburt an Muslimin, da ihre Eltern vor ihrer Geburt den Islam angenommen hatten. Sie war die Tochter von Abū Bakr ʿAbd Allāh b. Abī Quḥāfa aṣ-Ṣiddīq aus dem Stamme der Quraiš in Makka, ihre Mutter war Umm Ruman bint Amir b. Uveymir. Ihre Familie war zu dieser Zeit wohlhabend und hoch angesehen.23

Die Verlobung mit dem Propheten fand vor der Hiǧra und die Hochzeit nach der Auswanderung statt.24 Sie war die dritte Ehefrau des Propheten und sie waren circa neun Jahre verheiratet. Sie war nach der verstorbenen Ehefrau Ḫadīǧa bint Ḫuwaylid die Frau, welche er am meisten liebte.25 In dieser Zeit lernte sie sehr viel vom Propheten. Sie stellte sehr viele Fragen und hörte viel zu, sodass sie auch eine der besten Nachfolgerinnen wurde.

Weiterhin war sie eine der gebildetsten Frauen dieser Zeit. Sie erlangte ihr Wissen bereits in jungen Jahren und entwickelte sich dementsprechend im Laufe des Lebens zu einer anerkannten Gelehrten sowie zu einer Lehrerin.26 Neben der Koran- sowie Ḥadīṯinterpretation kannte sie sich in der Lyrik und Epik aus. Sie war im Bereich der Medizin, der arabischen Geschichte sowie der arabischen Sprache gebildet. Vor allem war sie Spezialistin des islamischen Rechts, denn sie hatte Iǧtihād, also die Normen durch eigenes Urteilsvermögen, gefunden und konnte durch Qiyās (Analogieschluss) Sachverhalte unter dem Gesichtspunkt der Aḥādīṯ und der Koranverse ableiten, weiterhin gab sie auf Anfrage einige Fatāwā (Rechtsauskünfte). Deswegen wird sie auch als Faqīh und Muǧtahid bezeichnet.27

Über ihr Wissen und ihre Fähigkeiten wird von ihrem Neffen ʿUrwa b. Az-Zubair, welcher auch ihr Schüler war, wie folgt berichtet: „Ich habe keinen größeren Gelehrten gesehen als ʿĀʾiša, was das Lernen des Korans betrifft, die Aufteilung der Erbschaft, über das Erlaubte und Verbotene, Poesie, Dichtung und Literatur, arabische Geschichte und Genealogie.“28 Der Prophet wies auf die Bedeutung und die Wichtigkeit ʿĀʾišas in Bezug auf die Religion gegenüber seinen Gefährten wie folgt hin: „Nehmt die Hälfte eures Dins von dieser Humaira (Aischa)“.29

ʿĀʾiša vollendete ihr Leben nach Aṭ-Ṭabarī am 17. Ramaḍān im Jahre 58 nach der Hiǧra im Alter von 66 Jahren, als sie einige Gefährten unterrichtete. Sie wurde auf eigenen Wunsch in Baqīʿ al-Ġarqad, in den öffentlichen Gräbern in Madīna, neben den anderen Ehefrauen des Propheten begraben.30

ʿĀʾiša hat im Islam tiefe Spuren hinterlassen, sei es im religiösen, im sozialen oder im politischen Sinne. Es wurden sehr viele Werke über sie geschrieben. Sowohl auf ihre wichtige Funktion in verschiedenen Teilbereichen als auch hinsichtlich des Verständnisses und des Charakterbilds der Frau im Islam kann anhand ihres Lebenslaufs Bezug genommen und ihre Vorbildfunktion dargelegt werden.

3.2 ʿĀʾišas exegetische Ansätze

ʿĀʾiša war im Bereich der Koranexegese eine der anerkanntesten Personen. Sie beherrschte die arabische Sprache sowie die Grammatik sehr gut, konnte den Koran auswendig aufsagen und war fähig, mithilfe ihres Wissens, welches sie zusätzlich vom Propheten erlernt hatte, die Exegese zu betreiben.31 Sie ließ sich ein Koranexemplar anfertigen und rezitierte die Verse in der Weise, wie sie diese vom Propheten hatte vernehmen können. Zudem kannte sie sich mit den Offenbarungsanlässen gut aus, sodass sie wichtige Informationen zur besseren Deutung der Verse geben konnte.32

Die Exegese betrieb sie verbal, was bedeutet, dass sie diese im Rahmen ihres Unterrichts mündlich durchführte. Als sich die Koranexegese später als Wissenschaft etablierte, wurden auch die Überlieferungen späterer Generationen in den Tafsīr-Werken verschriftlicht.33

Meist betrieb sie die Exegese über Fiqh. Die Sunna und die Antworten des Propheten nutzte sie als Quelle für ihre Exegese. Diese methodische Vorgehensweise von ʿĀʾiša erfüllte eine wichtige Funktion bei der späteren Entwicklung der Koranwissenschaften.34 Es gibt mehrere Verse, an denen ʿĀʾiša ihre Exegese betrieb. Sie war im wissenschaftlichen Sinn die erste Frau, die sich mit der Exegese detailliert befasste. Sie stützte sich meist auf die Verse im Koran, wenn sie zu einem Thema befragt wurde oder etwas allgemein darüber berichten musste. Des Weiteren konnte sie mit ihrem Wissen verschiedene Missverständnisse bezüglich der Deutung der Verse aufheben. Ihr damaliges methodisches und systematisches Vorgehen stellte für die später entwickelten Koranwissenschaften eine Basis dar. Sie erläuterte die Koranverse mit einem weiteren Koranvers. Hierzu kann das folgende Beispiel gegeben werden.

In Bezug zu dem Vers „Nicht erreichen Ihn die Blicke […]“35 sagte ʿĀʾiša, dass der Prophet Allah nicht gesehen habe und wer dies behaupte, würde eine große Lüge gegenüber Allah verbreiten. Anschließend las Masruq die weiteren Verse, die hierzu im Widerspruch stehen: „Wahrlich, er sah ihn am klaren Horizont“36 und „[…] er sah ihn herabkommen zum anderen Male“37, und fragte, wie diese Verse zu deuten seien. ʿĀʾiša antwortete hierauf, dass mit den beiden Versen der Engel Gabriel gemeint sei, und las folgenden Vers vor: „Und es steht keinem Menschen zu,´ dass Gott zu ihm spricht,´ außer durch Offenbarung´ oder hinter einem Vorhang´ oder indem Er sendet einen Gesandten,´ der offenbart mit Seiner Erlaubnis,´ was Er will. ´Er ist der unübertrefflich Hohe, der Weise.“38, und klärte somit die Lage auf.39

[...]


1 Vgl. Aydar 2015: 15

2 Vgl. Atalay & Aydar 2014: 2

3 Abkürzung von raḍiya 'llāhu ʿanh (a), übersetzt: Möge Allah mit ihr/ihm zufrieden sein. Weiterhin wird im Verlauf des Textes bei der Erwähnung der Prophetengefährtinnen oder -gefährten auf die Abkürzung ra. verzichtet, um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten.

4 Abkürzung von ṣallā ʾllāhu ʿalayhi wa-sallam, übersetzt: Gott segne ihn und schenke ihm Heil! Im Verlauf der Arbeit wird zur besseren Lesbarkeit auf diese Abkürzung verzichtet. Beim Lesen ist dies jedoch mitzudenken und ggf. auch zu erwähnen.

5 Vgl. Basar 2011: 41 f.

6 Vgl. Decker 2013: 315

7 Koranübersetzung Karimi 2014: 33-6

8 Vgl. El-Zayat 2009: 37

9 Vgl. Fayda 1989: 202

10 Vgl. El Zayat 2009: 37

11 Vgl. Basar 2010: 4

12 Vgl. ebd.

13 Vgl. El Zayat 2009: 37

14 Ins Deutsche übersetzt durch Gernot Rotter (2008), Ibn Isḥāq schildert die Situation auf den Seiten 188–194, welche hier in Anlehnung kurz dargestellt wird.

15 Ibn Isḥāq 2008: 191, ins Deutsche übersetzt von Gernot Rotter

16 Übersetzt ins Deutsche, überliefert von Ibn Kesir VI 1999: 417, zit. nach Basar 2012: 434. Originales Zitat: „Ben Hz. Peygamber‘e; Erkeklerin Kur’an’da adı geçiyor, kadınların adı geçmiyor‘ dedim“

17 Koranübersetzung Karimi 2014: 33–35

18 Vgl. Ibn Kesir VI 1999: 417, zit. nach Basar 2012: 434

19 Vgl. Basar 2012: 434

20 Koranübersetzung Karimi 2014: 2–238

21 Vgl. Bedir 1996: 158, zit. nach Aydar 2015: 101; vgl. auch Basar 2011: 41–44

22 Vgl. Ibn Haadschar, al – isabah, Band 8, in: Bint asch-Schati´, S. 66, zit. nach El-Zayat 2009: 56

23 Vgl. Ibn Kathir u. a. 2013: 311

24 Vgl. Fayda 1989: 201

25 Vgl. Bewley 2004: 4

26 Vgl. Ibn Kathir u. a. 2013: 311

27 Vgl. Fayda 1989: 204

28 Vgl. Bewley 2004: 4

29 Ibn Kathir u. a. 2013: 320

30 Vgl. Ibn Kathir u. a. 2013: 321

31 Vgl. Aydar: 2015: 93

32 Vgl. Savas 2013: 130

33 Vgl. Aydar 2015: 94

34 Vgl. ebd.: 96

35 Koranübersetzung Karimi 2014: 6–103

36 Ebd.: 81–23

37 Ebd.: 53–13

38 Koranübersetzung Karimi 2014: 42–51

39 Vgl. Muslim 2013: I–340

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668724402
ISBN (Buch)
9783668724419
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v428899
Institution / Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,3
Schlagworte
Koranexege Koran Tafsir Exegeten Religion Islam

Autor

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