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Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Lernen

Hausarbeit 2003 16 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Theorie
1. Der Interkulturelle Ansatz
2. Interkulturelle Kommunikation
3. Interkulturelles Lernen
4. Voraussetzungen für Interkulturelles Lernen
5. Interkulturelle Didaktik
6. Methoden
7. Zielgruppenorientierte Auswahl von Themen und Inhalten des Unterrichts
8. Konsequenzen für das didaktisch-methodische Konzept der interkulturellen Orientierung
9. Ziele
10. Kriterien der Lehrwerkanalyse

Analyse der Lehrwerke
a) Sprachbrücke 1
Analyse der Übungen
Fazit
b) Sichtwechsel
Analyse der Übungen
Fazit
c) em – Hauptkurs
Analyse der Übungen
Fazit
d) Berliner Platz
Analyse der Übungen
Fazit

Zusammenfassung

Bibliographie

Theorie

1. Der Interkulturelle Ansatz

Der Interkulturelle Ansatz hat sich ab der zweiten Hälfte der 80er Jahre entwickelt. Er stellt eine Weiterentwicklung des pragmatisch-funktionalen Konzepts, der audio-visuellen und der kommunikativen Methode dar. Didaktik und Methodik legen mehr Wert auf die Zielgruppen und ihre kulturelle wie auch sprachliche Herkunft. Der Interkulturelle Ansatz soll im Sprachunterricht integriert werden, entweder bewusst und organisiert oder unbewusst, aber immer unterschwellig mitlaufen. Er setzt den Einsatz von Medien wie z.B. Bildern, Videos, Hörbeispielen, Kunst, Musik etc. voraus.[1]

2. Interkulturelle Kommunikation

Die Interkulturelle Kompetenz und die daraus resultierende Fähigkeit zur Interkulturellen Kommunikation soll Personen auf einen längeren Auslandsaufenthalt vorbereiten, d.h. auf fremdkulturelle Kommunikationssituationen, mit Hilfe von Rollenspielen, vorgestellten interkulturellen Missverständnissen, Filmen und sozialen Hintergrundinformationen. Die Lerner sollen fremdkulturelle Denk-, Verhaltens- und Redeweisen erkennen und diese in Relation zu den eigenen setzen können. Schließlich sind sie in der Lage, auf Fremdes adäquat zu reagieren und selbst adäquat zu agieren.

3. Interkulturelles Lernen

Interkulturelles Lernen entsteht in einem situativen Lernprozess zwischen Personen aus verschiedenen Kulturen und beruht auf einer Wechselwirkungen zwischen ihnen. Es gibt drei Gründe für ein Interkulturelles Lernen. Man kann vor dem Hintergrund einer multikulturellen Gesellschaft damit Rassismus bearbeiten, Vorurteile abbauen und eine Entwicklung zu Toleranz erzielen. Um internationale Wirtschaftskontakte zu knüpfen und aufrechtzuerhalten, setzte man auf Interkulturelles Lernen schon bei der Ausbildung von Führungskräften. Was den reinen Sprachkontakt betrifft, so zielt diese Art des Lernens auf die Kulturbedingtheit des eigenen sprachlichen Handelns ab und vor dem Hintergrund des Fremdsprachenunterrichts auf Besonderheiten des Alltagslebens, der Gewohnheiten und Denkweisen der fremden Gesellschaft.

4. Voraussetzungen für Interkulturelles Lernen

Eine gemeinsame interkulturelle Situation ist der Ausgangspunkt, in der ein Interaktionsprozess der Teilnehmer aus verschiedenen Kulturen stattfinden soll. Interkulturelles Lernen basiert auf der Analyse eigener und typischer Sozialisationsmuster der Zielkultur, zusätzlich dazu und zum Erlernen der Fremdsprache soll auch die Muttersprache analysiert werden. Kenntnisse der Kollektivgeschichte der Zielkultur und der Ausgangskultur und ein Aufenthalt im Zielsprachenland sind von Vorteil.[2]

5. Interkulturelle Didaktik

Diese Form der Didaktik erweitert die kommunikative Didaktik zu einer interkulturellen Didaktik und wertet die Landeskunde auf. Es findet eine systematische Verbindung der Ausbildung einer Fremd- und Eigenperspektive mit dem Sprachlernen und der Landeskunde statt, die die Gleichwertigkeit der Kulturen betont und auf ein gegenseitiges Geben und Nehmen setzt. Schwierig dabei ist aber die Lernkontrolle, da landeskundliches Wissen und kulturelle Kompetenz dabei kaum berücksichtigt werden.

6. Methoden

Eine Methode ist die Darstellung von interkulturellen Kommunikationssituationen zwischen Deutschen und Ausländern, wobei typisch interkulturelle Kommunikationsthemen und –rituale zum Gegenstand der Reflexion gemacht werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Darstellung von Bedeutung als kulturgeformte Einheit, wobei die Lerner auf Fremdperspektiven und auf Perspektivenvielfalt aufmerksam gemacht werden. Eine andere Möglichkeit ist es, interkulturell kommunikative Missverständnisse darzustellen. Dadurch werden Missverständnisse thematisiert, die im Gespräch durch kulturbedingte Vorstellungen entstehen, des weiteren werden stereotype Vorstellungen, Assoziationen, unterschiedliche Begriffsumfänge und Beziehungen zwischen Ausdrücken und Sprechintentionen besprochen.[3]

7. Zielgruppenorientierte Auswahl von Themen und Inhalten des Unterrichts

In erster Linie sollte man sich bei der Themenauswahl an den Interessen der Lerner orientieren und Themen aufgreifen, die z.B. Lerner im selben Alter in Deutschland interessieren. Universelle Lebenserfahrung dient als „Brücke“ für die interkulturelle Themenplanung im DaF-Unterricht. Themen sollten sein: grundlegende Existenzerfahrungen wie z.B. Geburt und Tod, persönliche Identität, soziale Identitäten im privaten und im öffentlichen Bereich, wie z.B. Familie, Freunde, Nachbarschaft, Gemeinde etc. und die Umgebung, wie Natur, Umwelt etc.[4]

8. Konsequenzen für das didaktisch-methodische Konzept der interkulturellen Orientierung

Die Themenbereiche müssen an die Lebenserfahrung der jeweiligen Lernergruppe anknüpfen und sie mit repräsentativen Lebenserfahrungen der Gruppe der Gleichaltrigen im Zielsprachenland verbinden. Die „fremde“ Welt ist nicht immer unmittelbar präsent, sondern wird durch Medien transportiert. Deshalb muss eine spezifische Verstehensdidaktik der auch kulturell bedingten Seh-, Hör- und Leseunterschiede entwickelt werden. Sprechen sollte nicht nur „Dialogisieren“ sein, sondern auch „Sprechen zur Sache“ (Diskutieren). Äußerungsfähigkeit sollte nicht nur in reproduktiver Tätigkeit geübt werden, sondern ihr sollte ein Prozess des Verstehens vorausgehen. Eine spezielle Didaktik des Textlesens und –verstehens muss entwickelt werden. Wichtig ist auch der Vergleich zur Muttersprache, er sollte im Unterricht thematisiert werden, zudem muss ein kultureller Vergleich stattfinden. Kontrastiert werden sollten auch Wortbedeutungen und gesellschaftliche Verhältnisse, die hinter bestimmten Wörtern stehen können, womit historische Begriffsentwicklungen, Abgrenzungen zur muttersprachlichen Bedeutung und übertragene Bedeutungen miteinbezogen werden. Auch im Grammatikunterricht sollte die fremdkulturelle Perspektive immer vorhanden sein, eine Methodenpluralität ist wünschenswert. Es kann auch auf Besonderheiten eingegangen werden. So können Fragen als Aufforderung interpretiert werden, Telefonate eingeübt werden, wobei der Lerner lernt, sich z.B. richtig zu verabschieden, Tabus sollten berücksichtigt werden, die passenden Themen für bestimmte Gesprächspartner besprochen werden und auch die unterschiedlichsten Register und sogar paraverbale und nonverbale Faktoren, wie z.B. Gestik und Mimik oder das Heben und Senken der Stimme etc.[5]

[...]


[1] Vgl. Neuner/Hunfeld

[2] vgl. Heyd, S. 36.

[3] Vgl. Kast/Neuner, S. 95-96.

[4] Vgl. Neuner/Hunfeld, S. 111-113.

[5] Vgl. Heyd, S. 38-41.

Vgl. Huneke/Steinig, S. 163-164.

Vgl. Neuner/Hunfeld, S. 117.

Details

Seiten
16
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638407663
ISBN (Buch)
9783638802260
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v42825
Institution / Hochschule
Universität Regensburg – DaF - Germanistik
Note
1,3
Schlagworte
Interkulturelle Kommunikation Interkulturelles Lernen

Autor

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Titel: Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Lernen