Lade Inhalt...

Landart mit Kindern. Die Kunst in und mit der Natur

Hausarbeit 2016 14 Seiten

Pädagogik - Kunstpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1. „Kreativität“
2.2. „Landart“

3. Historischer Kontext

4. Kreativität als Voraussetzung für (erfolgreiche) Landart-Projekte?

5. Unterschiedliche Zugänge/Herangehensweisen
5.1. Kinder
5.2. Erwachsene

6. Kinder profitieren durch „Landart“

7. Praxisprojekt im Kindergarten

8. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„LandArt hat eine ausgesprochen spielerische Seite und spricht daher besonders Kinder an. Jeder hat schon mal eine Sandburg gebaut oder sich mit Gänseblümchen eine Halskette geflochten – jeder von uns war also schon einmal LandArt-Künstler“ (FamilyConcepts o.A., online) Anhand dieses Zitates lässt sich feststellen, dass wir möglicherweise alle bereits unbewusst mit Landart zu tun gehabt haben. Damit sofort in Verbindung gebracht wird oftmals, sofern einem das Wort „Landart“ ein Begriff ist, der Schotte Andy Goldsworthy. Er steigerte den Bekanntheitsgrad der Landart-Kunst maßgeblich und trug somit auch indirekt dazu bei, dass Kinder eine besondere Beziehung zur Natur und all ihren Komponenten aufbauen können.

Einen Anlass zur spielerischen Beschäftigung mit Naturmaterialien kann nicht nur ein lang andauerndes bzw. groß angelegtes Projekt darstellen, auch im Rahmen des Schulfaches „Bildnerische Erziehung“ wird oftmals das Eintauchen in diese besondere Art der Kunst geboten. Ebenso kann die Lust dazu unter anderem während eines Spaziergangs hervorgerufen werden, da die Natur viele inspirierende Orte und Materialien mit hohem ästhetischen Aufforderungscharakter bietet. Die Motivation, Landart zu „erstellen“, kann somit oftmals unterwartet entstehen.

Die folgende Arbeit geht der Frage nach, inwieweit diese außergewöhnliche Kunstform einen positiven Einfluss auf Kinder hat. Diese Fragestellung ist relevant, da im Zuge meiner These angenommen wird, dass durch die Beschäftigung mit und in der Natur Kompetenzen enorm gefördert werden können.

Um ein konkretes Verständnis über diese besondere Form der Kunst mit Kindern zu bekommen, werden zu Beginn die Begriffe „Kreativität“ sowie „Landart“ genau definiert. Anschließend wird ein Einblick gewährt in die Geschichte der Landart. Darauf aufbauend wird die Frage behandelt, ob Kreativität als eine nötige Voraussetzung zum Anfertigen von Landart-Kunst angesehen werden kann. Es soll dargestellt werden, welche verschiedenen Herangehensweisen Kinder und Erwachsene bei der Erschaffung dieser Werke haben. Anschließend wird der Nutzen bzw. die Bedeutung der Landart-Kunst für Kinder erörtert und schlussendlich wird ein Praxisbeispiel über das Verfahren eines Landart-Projektes in einem Kindergarten veranschaulicht.

2. Definitionen

2.1. „Kreativität“

Der Begriff der „Kreativität“ stammt, so Braun, von der lateinischen Wurzel „creare“, was so viel bedeutet wie „erschaffen“ oder „hervorbringen“. Als „Vater der Kreativitätsforschung“ gilt Joy Paul Guilford, da er den Kreativitätsbegriff maßgeblich geprägt hat (vgl. Braun 2008, S.109).

Für „Kreativität“ lässt sich nur schwer eine einheitliche Definition finden. Braun macht diesbezüglich darauf aufmerksam, dass die Kreativität bedauerlicherweise gerne auf „Basteln“ reduziert wird, diese jedoch weit mehr ist. Sie fungiert vor allem als Problemlösungsmedium, die in enger Verbindung zu flexiblem Denken und Handeln steht. So ist es möglich, neue Dinge hervorzubringen und dabei über gängige Möglichkeiten hinauszugehen (vgl. Braun 2008, S.108-109). Mithilfe der genannten Flexibilität kann somit über traditionelle Herangehensweisen hinweggesehen werden und es offenbaren sich neue Wege in den verschiedenen Lebensbereichen.

Braun fasst zusammen: „Kreative Leistungen sind realisierte Ideen zur Lösung von Aufgaben, die das Element des Neuen in sich tragen (Braun 2008, S.110).

2.2. „Landart“

Als „Landart“ wird gerne die „Kunst in/mit der Natur“ beschrieben. Das Wort selbst lässt sich gut mit „Naturkunst“ übersetzen. Allgemein gesagt kennt Landart keine Altersbeschränkung und findet vom Kindergartenkind bis hin zum Erwachsenen gleichermaßen Anklang.

Güthler und Lacher beschreiben nachfolgend treffend, wie sich „Landart“ definiert: „Für Landart, wie wir sie verstehen, brauchen wir weder künstliche Hilfsmittel noch außergewöhnliche Fähigkeiten. Landartkünstler gestalten ihre Werke mit bloßen Händen aus Materialien, die sie in der Natur finden, und belassen sie am Ort ihrer Entstehung in der Natur, wo sie dann meist nach kurzer Zeit vergehen“ (Güthler/Lacher 2006, S.7). Das wesentliche Merkmal von „Landart“ ist somit ein harmonisches Zusammenspiel aus der eigenen Kreativität und der Natur mit all ihren Komponenten. Die Tatsache, dass das vollendete Kunstwerk in der Natur zurückbleibt und vergänglich ist, ist ebenso ein Charakteristikum für die Landart-Kunst.

Bei Landart mit Kindergartenkindern, so Güthler und Lacher, stehen die Freude am eigenen Tun und das Erleben der Natur im Vordergrund. Nur an zweiter Stelle steht das Schaffen von etwas vollkommen Neuem (vgl. Güthler/Lacher 2006, S.7).

Nicht unbedingt bedarf es eines weit abgelegenen und unberührten Ortes, um seiner Fantasie freien Lauf lassen zu können. Schon der eigene Garten würde ausreichend Möglichkeiten und Materialien anbieten, um eindrucksvolle Ergebnisse zu erzielen. Die beiden Autoren fügen hinzu: „Zum Kunstwerk gehört alles: die Erschaffung, Fertigstellung, der Zerfall und der Wandel“ (Güthler/Lacher 2006, S.22).

3. Historischer Kontext

Bestle-Körfer und Stollenwerk schreiben, dass in den USA Ende der Sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine neue Kunstrichtung entwickelt wurde, welche die Künstler als „Landart“ bezeichneten. Durch kunstvolle Veränderungen durch Steine, Erde, Sand und Wasser wurden die Naturlandschaften selbst zum Kunstwerk, welche sich in abgelegenen Wüsten und Canyons befanden (vgl. Bestle-Körfer/Stollenwerk 2011, S.7). Vorerst war es daher üblich, Landart-Skulpturen hauptsächlich in entfernten Gegenden zu schaffen.

„Diese Künstler“, so Güthler und Lacher über das Ziel der amerikanischen Landschaftskunst, „verstanden Landart als Protest gegen die Künstlichkeit, Kunststoffästhetik und hemmungslose Vermarktung der Kunst. Sie lehnten zudem Museen zur Präsentation von Kunst ab“ (Güthler/Lacher 2006, S.9).

Die amerikanische Intention war es somit, wieder auf die Natürlichkeit aufmerksam zu machen und von der Künstlichkeit abzusehen. Diese Art der Kunst sollte nicht gekauft bzw. verkauft werden können oder in Museen zu betrachten sein. Aufgrund dessen bildet diese Form der Landart-Kunst einen Kontrast zu einer materiell geprägten Welt bzw. auch zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

Bestle-Körfer und Stollenwerk erklären sodann, dass sich mit den Siebziger Jahren in Europa eine ökologisch orientierte Kunstrichtung aufbahrte, bei der – im Gegensatz zu Amerika – die Naturkunst in der Umgebung im Vordergrund steht. Der bereits erwähnte Landart-Künstler Andy Goldsworthy soll an dieser Stelle genannt werden, da er maßgeblich zum Bekanntheitsgewinn dieser Kunstform beitrug. Nun steht nicht mehr der Protest im Vordergrund, sondern der respektvolle Umgang mit der Natur. Vor allem der individuelle Schaffensprozess sowie das Erschließen des eigenen kreativen Potenzials stehen im Fokus des immer größer werdenden Interesses an Landartkunst (vgl. Bestle-Körfer/Stollenwerk 2011, S.8).

4. Kreativität als Voraussetzung für (erfolgreiche) Landartprojekte?

Zu Beginn wurde der Begriff „Kreativität“ näher erläutert. Nun stellt sich die Frage, ob diese einen entscheidenden Faktor in der Herstellung von Landart-Kunst ausmacht. Im Prinzip lässt sich pauschal aussagen, dass Menschen jeden Alters kreatives Potenzial besitzen, um Naturkunst erschaffen zu können – Voraussetzung dafür ist lediglich der eigene Wille. Jeder, der im Entstehungsprozess eines Landart-Kunstwerkes involviert ist, gerät somit fast automatisch in einen sogenannten „kreativen Prozess“ und trägt so - durch Offensein für Neues und aktives Nachdenken - seinen Teil zur Findung einer Lösung bei, sollte ein Problem auftreten.

Details

Seiten
14
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668721241
ISBN (Buch)
9783668721258
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v428248
Institution / Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,0
Schlagworte
landart kindern kunst natur

Autor

Zurück

Titel: Landart mit Kindern. Die Kunst in und mit der Natur