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Wie gewährleistet Nestlé Nachhaltigkeit für schwindende Ressourcen?

Hausarbeit 2016 12 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

Inhalt

1.Einleitung

2.Die Firma Nestlé

3.Wasser: Grundrecht oder Handelsgut?

4.Voraussetzungen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft

5.Ansätze und Maßnahmen zur Einsparung von Wasser

6.Gewinnung neuer Quellen

7.Wasser das neue Öl- 6

8.Was unternimmt Nestlé zur Einsparung von Wasser?

9.Positive Auswirkungen von Nestlés Wasserabfüllanalgen

10.Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Durch den Zeitungsartikel „Nestlé verwandelt Milch in Wasser – Dürre in Kalifornien“ (Handelsblatt-Online, 2015) bin ich auf das Unternehmen Nestlé aufmerksam geworden und möchte mich nachfolgend mit der Frage beschäftigen:

„Wie gewährleistet Nestlé Nachhaltigkeit für schwindende Ressourcen?“

In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit dem Problem befassen, dass Süßwasserquellen keine unerschöpflichen Quellen sind und diese nur bis zu einem gewissen Punkt Wasser bereitstellen können, bevor sie versiegen. Mein Ziel wird es sein, zu verdeutlichen wie wichtig die Ressource Wasser für den Menschen und seine Umwelt ist und wie verschwenderisch wir derzeit mit ihr umgehen. Interessant wird es sein, ob wir auch in Zukunft noch genug Wasser für unsere Nachkommen haben. Wie kann man unsere vorhandenen Süßwasserquellen schützen und entlasten? Gibt es bereits Ansätze, um die Wasserversorgung auf anderen Wegen zu gewährleisten und welche Auswirkungen hat die Wasserförderung auf unsere ökologische Umwelt?

2. Die Firma Nestlé

Nestlé wurde im Jahre 1866 von Henri (Heinrich) Nestlé gegründet, er revolutionierte die Nahrungsmittelherstellung indem er lösliches Milchpulver als Muttermilchersatz erfand. Das Unternehmen Nestlé ist der größte Nahrungsmittelhersteller weltweit, man kann auf mehr als 460 Fabriken in 83 Ländern mit mehr als 330.000 Mitarbeitern verweisen. Mit Produkten wie z.B.: Nespresso, Nesquik, Maggi, Thomy, Felix, KitKat, Vittel, Fürst Bismarck und vie­len weiteren werden jährlich Milliarden Umsätze erzielt. Inzwischen umfasst das ganze Sortiment über 2.000 Marken. (Nestlé, 2016) Der Lebensmittelhersteller muss sich aufgrund von fragwürdigen Vorgehensweisen einer ständig wachsenden Kritik aussetzen. In den vergangenen Jahren wurde dem Unternehmen u.a. vorgeworfen, Kinderarbeit zu betreiben, Tierversuche durchzuführen, den Regenwald zu roden und diverse Süßwassertrinkvorräte zu kontrollieren und diese auszubeuten. Verstärkte öffentliche Wahrnehmung des Problems entstand durch den Dokumentarfilm „Bottled Life“ aus dem Jahre 2012. Der Film beschreibt die Vorgehensweise beim Erschließen neuer Süßwasserquellen und gibt Einblicke in die gigantischen Gewinnspannen bei dem Handel mit Wasser.

3. Wasser: Grundrecht oder Handelsgut?

Wasser ist ein natürlicher, erneuerbarer Bestandteil unserer Umwelt, gerade in Europa gibt es derzeit noch Süßwasservorkommen im Überfluss. Wasser kann für viele unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden, z.B.: Herstellung von Bier, zum Kühlen von Industrieprozessen, Energiegewinnung durch Wasserkraftwerke oder Erzeugung von künstlichem Schnee. Gleichzeitig lässt sich Süßwasser aber auch sehr lukrativ abfüllen und mit beträchtlichem Gewinn als Ware vertreiben. Da der Mensch auf Wasser bzw. aufbereitetes Trinkwasser angewiesen ist, konsumieren und erwerben wir Trinkflaschen jährlich in großen Mengen. (Kopfmüller, 2012, p. 143 ff.)

“Das Recht auf Wasser bedeutet nicht, dass diese Ressource allen frei zur Verfügung stehen soll, jedermann es also zu jedem Zweck und in beliebiger Menge nutzen kann; vielmehr garantiert es den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung für den persönlichen, privaten Gebrauch. Das Menschrecht auf Wasser nimmt Regierungen in die Pflicht, die Wasser- und Sanitärversorgung für ihre Bürger sicherzustellen und Schaden von den Wasserquellen abzuwenden.“ (Barlow, 2014, p. 15)

Da es globale Klimaunterschiede gibt zwischen den Kontinenten, spricht man oft von einer Wasserungerechtigkeit, so gibt es z.B. in Afrika nicht ein derart hohes Wasservorkommen, wie auf anderen Kontinenten. Um diesen Ungerechtigkeiten Einhalt zu gebieten, beschloss man am 28.07.2010 durch eine Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass der Zugang zu sauberem Trinkwasser und einer Sanitärversorgung ein Grundrecht des Menschen bilden soll. Zusätzlich beschloss man bereits im Jahre 2000 durch die Millenniumsziele, den Anteil der Menschen zu halbieren, welche keinen verlässlichen Zugang zu Wasser haben. (Berenberg Bank, 2010, p. 22 f.) Somit soll gewährleistet sein, dass auch Menschen in sozial und strukturell schwachen Ländern einen Zugang zu einer sauberen Trinkwasser-Versorgung haben.

Als Handelsgut kann man Wasser somit nicht betrachten, wenn es für jeden Menschen zugänglich sein soll und als eines der Grundrechte für jeden Menschen erklärt wurde.

Weltweit gibt es unterschiedliche Gesetze zur Nutzung vom Land, auf dem sich das Wasser befindet. Beispielsweise haben Privatpersonen und Unternehmen in Amerika die Möglichkeit, so viel Wasser zu fördern wie sie möchten, solange sich das Wasser auf dem erworbenen Grundstück befindet. Hinzu kommt, dass in Amerika das Recht der größten Pumpe zählt. Verfügt man also über eine Pumpe, die weit in das Erdreich reicht, kann man ohne Bedenken und legal so viel Wasser fördern, wie man möchte. Hierbei muss beachtet werden, dass die Wasserförderung meist nicht oberflächlich durchgeführt wird, sondern unterirdisch per Wasserpumpe am Grundwasser erfolgt. Auch die städtischen Versorger bedienen sich des Grundwassers, welche die klassischen Wasserleitungen in Haushalten bedienen. Durch die finanzielle Überlegenheit der Konzerne, können sich diese in das Erdreich tiefender reichende Wasserpumpen gegenüber den städtischen Versorgern leisten. Prominentestes Beispiel ist die Stadt Flint, Michigan in Amerika: vor kurzem ist veröffentlicht worden, dass im Leitungswasser Zink gefunden wurde. Präsident Obama hat kürzlich den Notstand ausgerufen und die Regierung empfiehlt, das Wasser vorerst nicht mehr zu benutzen. Zuvor zog sich bereits seit Jahren ein Machtkampf von ansässigen Bewohnern der Stadt gegen Nestlé hin. Seit Erschließung der Wasserabfüllanlage in der Nähe zu Flint protestieren viele Menschen gegen Nestlé und warnen vor nachhaltigen Schäden durch eine zu starke Wasserförderung und Übernutzung der Quelle. Nestlé und der städtische Versorger fördern beide Wasser aus derselben Quelle, dem Lake Michigan. Das Problem hierbei ist, dass die Pumpe von Nestlé viel weiter in den Boden reicht, als die der Stadt Michigan, somit schöpft Nestlé aus einer tieferen Quelle Wasser ab, welches nach wie vor sehr sauber und rein ist. Die Pumpe der städtischen Versorger reicht jedoch nicht so weit in das Erdreich wie die von Nestlé. darunter leidet die Qualität der städtischen Versorger und das Wasser kann somit nicht mehr ohne Aufbereitung an das Wassernetz abgegeben werden. Neben dem zu hohen Zinkgehalt, hatte man in der Vergangenheit bereits Probleme mit der Wasserversorgung. Der städtische Wasserversorger war nicht mehr in der Lage, das Wassernetz mit ausreichend Wasser zu versorgen, da die Wasserpumpe in der Tiefe kein Wasser mehr fördern konnte. Hingegen war Nestlé weiterhin durch eine tieferreichende Wasserpumpe in der Lage, Wasser aus derselben Quelle zu fördern. (The Guardian, 2016) Grundwasser wird neben der Gewinnung von Trinkwasser auch für Fauna und Flora genutzt, durch die Übernutzung wird das ökologische Gleichgewicht angegriffen. Wenn zu viel Grundwasser abgepumpt wird, sinkt nachweislich die Lebensqualität um die Wasserquelle. Auch wenn derzeit noch viel Süßwasser wie z.B. im Lake Michigan vorhanden ist, so sind die Auswirkungen bereits bemerkbar. Trotz dieser Folgen, welche nachweislich durch die Grundwasserförderung entstehen, schreckt der Konzern Nestlé nicht zurück, weiter Wasser zu fördern.

In weiten Teilen Amerikas herrschen ähnliche Probleme; z.B. existiert in Kalifornien eine historische Dürreperiode, die auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Trotzdem ist diese Dürreperiode eine Prüfung und ein typisches Beispiel für unsere verfehlte Wasserwirtschaft. Seit 2015 gibt es in Kalifornien mehrere Gesetzte und Auflagen zur Wassereinsparung, es wurde beschlossen den Wasserverbraucht um 25 % zu senken. Die Sparmaßnahmen zeigen Wirkung es wurde bereits in den ersten Monaten bis zu 30 % Wasser durch die Bevölkerung eingespart. Trotzdem sind Flüsse und Reservoirs leer, da hilft nur noch, nach Wasser zu bohren. In mehreren 1000 Metern findet man neue Wasservorkommen, welche für städtische Wasserversorgung genutzt werden können. Trotz großer Dürre wird durch Konzerne wie Nestlé weiterhin Wasser in Kalifornien gefördert, ohne dass diese Konsequenzen zu befürchten haben. Weitere Einschränkungen haben inzwischen auch die Landwirte erfahren, welche Teile ihrer Felder nicht bewässern können, da die Farmer benötigte Wassermengen finanziell nicht aufwenden können und aufgrund der Einschränkungen ihren Wasserbrauch reduzieren müssen. (Welt, 2015)

4. Voraussetzungen für eine nachhaltige Wasserwirtschaft

1992 erließen die Vereinten Nationen eine weitreichende Empfehlung zur nachhaltigen Wasserwirtschaft, welche bis Standards setzt. Sie umfasst den Schutz von Wasserressourcen, den Umgang mit Wasser und der Wasserwiederaufbereitung in privaten Haushalten, Industrie und Landwirtschaft. Danach wird diese durch drei Faktoren bestimmt:

- „Langfristiger Schutz von Wasser als Lebensraum bzw. als zentrales Element von Lebensräumen.
- Sicherung des Wassers in seinen verschiedenen Facetten als Ressource für die jetzige wie für nachfolgende Generationen.
- Erschließung von Optionen für dauerhaft naturverträgliche, wirtschaftliche und soziale Entwicklung.“ (Walter Kahlenborn, 1999, p. 27)

Bei einer nachhaltigen Wasserwirtschaft kommen viele Faktoren zusammen, welche man beachten muss, wenn man das ökologische Gleichgewicht nicht durcheinanderbringen will. Man darf einer Quelle nicht mehr Wasser entnehmen, als diese auch auf natürlichem Wege (Regen) aufnehmen kann, ansonsten kann sich die Quelle nicht selbständig regenerieren. Wenn sich die Wasserquelle nicht erholen kann erhält man langfristig eine schlechte Wasserqualität und nimmt in Kauf, dass diese Quelle versiegt. Sollte eine Quelle sich nicht selbst regenerieren, darf man diese nur benutzen, wenn man gleichwertigen oder höheren Ersatz schafft. Eingriffe in die Umwelt müssen sich an dem bereits Vorhandenen orientieren und dürfen nicht ausarten. Bei jeder Wasserquelle gelten andere Faktoren es lässt sich nicht pauschal bestimmen welche Vorgehensweise den größten Erfolg zum Erhalt der Süßwasserrechte gewährleistet. Wenn man eine Ressource wie Wasser nicht nachhaltig und mit gewissen Einschränkungen abbaut, wird zwangsläufig riskiert, dass die Ressource von unserem Planeten verschwindet.

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Details

Seiten
12
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668753709
ISBN (Buch)
9783668753716
Dateigröße
569 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v428069
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
nestlé nachhaltigkeit ressourcen

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