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Sexualisierte Gewalt und systematische Massenvergewaltigung als Foltermethode und Kriegsmittel im Bosnienkrieg am Beispiel von Alexandra Cavelius' "Leila. Ein bosnisches Mädchen"

Hausarbeit (Hauptseminar) 2018 18 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Folter und Krieg
2.1 Eine Begriffsdefinition
2.2 Die Struktur der Folter nach Elaine Scarry
2.3 Die Struktur des Krieges im Vergleich zur Struktur der Folter

3 Sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung
3.1 Vergewaltigung als Bestandteil sexualisierter Gewalt
3.2 Strategischer Einsatz von Vergewaltigung im Krieg

4 Die Darstellung sexualisierter Gewalt sowie systematischer Massenvergewaltigung im Bosnien- krieg am Beispiel von Alexandra Cavelius' ״Leila. Ein bosnisches Mädchen“

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Gegenüberstellung der Struktur der Folter und der Struktur des Krieges 7

2 Folter und Krieg

2.1 Eine Begriffsdefinition

Laut der UN-Antifolterkonvention wird Folter als ״[...] jede Handlung, durch die einer Per­son vorsätzlich große körperliche oder seelische Schmerzen oder Leiden zugefügt werden“ definieren, sofern folgende Voraussetzungen und Gründe vorliegen: Zumal müssen die zu­gefügten Schmerzen von einem Angehörigen des öffentlichen Dienstes, einer anderen in amtlicher Eigenschaft handelnden Person, auf ihre Veranlassung oder mit deren ausdrückli­chem oder stillschweigendem Einverständnis verursacht werden. Außerdem darf eine Fol­terung nur dann ausgeübt werden, um eine Aussage oder ein Geständnis zu erlangen, um eine Person oder einen Dritten einzuschüchtern, zu nötigen oder um sie für eine tatsächlich bzw. mutmaßlich begangene Tat zu bestrafen. Des Weiteren kann Folter aus anderen, auf jedwede Art von Diskriminierungen beruhenden Gründen zugefügt werden.

Aufgrund der Tatsache, dass Krieg ebenso ein Verursacher von Schmerz ist, sind gewisse Ge­meinsamkeiten zwischen beiden vorzufmden. Zum einen stellt es ebenso wie Folter einen Akt der Zerstörung dar, der aus politischen bzw. staatlichen Gründe hervorgeht, um ein bestimm­tes Ziel zu erreichen (vgl. Scarry 1992, s. 92-93). Zum anderen ist die Entstehung für die Führung eines Krieges sowie der Ausübung von Folter auf von Menschen getroffenen Ent­Scheidungen zurückzuführen, die ebenso die Möglichkeit besitzen, sich dagegen zu ent­scheiden (vgl. ebd., s. 93). Trotz dieser Gemeinsamkeiten ist Krieg dennoch nicht mit Fol­ter gleichzusetzen, da neben ihrer Analogie ebenso gravierende Unterschiede vorzufmden sind. Während Folter das Ziel verfolgt Schmerzen bei dem Gefangen zu erzeugen, um bspw. Auskunft zu erlagen, hat Krieg die Absicht Schaden zuzufügen (vgl. ebd., s. 96). Diesbezüglich muss festgehalten werden, dass ״Krieg zum Ziel hat, Menschen zu töten, [wohingegen] Folter gewöhnlich das Töten von Menschen nach[ahmt]“ (ebd., s. 93).

In der völkerrechtlichen Definition wird Krieg als eine Auseinandersetzung zwischen zwei Grup­pen bezeichnet, welche mit Waffengewalt geführt wird und sich über einen längeren Zeit­raum erstreckt. Zudem muss mindestens eine dieser Gruppen als eine reguläre Armee oder Streitkraft auftret en, deren Aktivitäten organisiert und zentral gelenkt werden (vgl. ipsen 2004, § 66, Nr. 10). Daher ist Krieg im klassischen Sinne durch zwei elementare Merkmale gekennzeichnet: Das Stattfinden eines bewaffneten Kampfes zwischen Staaten oder Staatengrup­pen sowie der Notwendigkeit des Eintrittes des Kriegszustandes. Letzteres kann in Form einer Kriegserklärung sowie durch das Stellen eines Ultimatums auftreten (vgl. ebd. § 66, Rn. 2).

2.2 Die Struktur der Folter nach Elaine Scarry

In ihrem Buch ״Der Körper im Schmerz. Die Chiffren der Verletzlichkeit und die Erfin­dung der Kultur“ beschreibt Elaine Scarry (1992) den Kern der Folter als einen Prozess, der zum einen jeden Moment des Geschehens und der Umwelt in Schmerz verwandelt und zum anderen diese Verwandlung vorher ankündigt (vgl. s. 43). Aufgrund der Ankündigung der Folter mittels Sprache, besteht Folter nach Scarry - im Gegensatz zur ursprünglichen Definition - nicht nur ״aus einem primär physischen Akt, der Zufügung von Schmerz“ (ebd., s. 55), sondern wird zusätzlich um einen primär sprachlichen Akt, und zwar dem Verhör, ergänzt. Während unter ersterem verschiedene Handlungen zusammengefasst sind, die körperlichen Schmerzen bei dem Gefolterten erzeugen, besteht letzteres aus Sprache, aus bestimmten, für die Folter typischen, menschlichen Worten wie auch Lauten (vgl. ebd., s. 43-44) sowie der Frage und Antwort (vgl. ebd., s. 57). Indem Folterer bspw. ein be­stimmtes, für die Folter typisches Vokabular verwenden und dem Gefolterten physisch so­wie psychisch Schmerzen zufügen, erzeugen sie eine Fiktion absoluter Macht, die wieder­um weitere Schmerzen bei dem Gefolterten auslösen, da sich dieser seiner Situation ausge­liefert fühlt (vgl. ebd., s. 44).

Abgesehen davon ist Folter als ein Zusammenspiel von Sprache, Objektivierung, Ausagie­ren sowie Demonstration und Verschärfung des Schmerzempfindens, die ״in ihren Grund­Zügen stets durch die Verschränkung dreier Sachverhalte gekennzeichnet“ ist, zu verstehen (ebd. 43-44). Diese Stehen in enger sowie permanenter Verbindung zueinander. Versucht man jedoch trotzdem diese Sachverhalte theoretisch voneinander zu trennen und sie zeit­lieh zu ordnen, so ergibt sich eine gewisse Reihenfolge, die die Struktur der Folter kenn­zeichnet. Demnach wird dem Gefolterten zunächst immenser Schmerz, in den meisten Fäl­len in stetiger Steigung, zugefügt. Bei diesem ersten Schritt, welcher gleichzeitig auch ״der abscheulichste Teil der Tortur ist“ (ebd., s. 78), muss das Opfer die empfundenen Schmer­zen ״als überwältigend gegenwärtig erleben, als etwas, das auf intensivere Weise real ist als irgendeine Erfahrung sonst“ (ebd.), während die Täter und andere Außenstehende die­sen Schmerz weder wahrnehmen, noch fühlen oder kennen.

Zweitens wird dieser kontinuierlich steigende Schmerz weiter intensiviert, indem die Welt des Gefolterten aufgelöst und mittels Objektivierung sichtbar gemacht wird (vgl. ebd., s. 59). Dafür reduziert man zunächst diese Welt auf einen einzigen Raum oder aber auf einige wenige Räume. Ein Beispiel hierfür ist die Folterkammer, welchem meist ein Name wie ״Gästezimmer“ oder ״das sichere Haus“ gegeben wird, ״der jenen großzügigen, zivilisie­renden Impuls Achtung zu zollen scheint, der in dem menschlichen Obdach und Heim ge- wohnlich verdichtet ist.“ (ebd., s. 62). Allerdings wird während der Lenkung der Aufmerk­samkeit auf diesen einen Impuls gleichzeitig auch seine Vernichtung angekündigt, da die Folterkammer nicht nur den Ort der Verletzung, sondern vielmehr ein eigenes Werkzeug zur Bereitung von Schmerzen darstellt. Dies beinhaltet zugleich alle dazugehörigen Be­standteile des Raumes wie Wände, Türen, Fenster und die Einrichtung, die in den Prozess der Folterung mit einbezogen werden (vgl. ebd., s. 62-63). Auf diese Weise stellt der Raum eine enorme Bedrohung für den Gefolterten dar und beginnt den Kontext der Zivilisation auszulöschen. ״Für den gefangenen schrumpft die materielle Wirklichkeit auf den Raum und das, was sich darin befindet, zusammen.“ (ebd., s. 63-64).

Schließlich wird ״der objektivierte Schmerz als solcher geleugnet und stattdessen als Macht gedeutet - eine Verschiebung, die durch die obsessive Vermittlung von Agenten­schaft möglich ist.“ (ebd., s. 44). Dies geschieht in erster Linie dadurch, dass Macht An­Spruch auf die Attribute von Schmerz erhebt, d.h. durch die Leugnung des Schmerzes wird dieser entzogen und auf die Macht der Folterer bzw. auf das Regime übertragen (vgl. ebd., s. 86). ״Diese Transformation gründet in einem Phänomen, das sowohl der Macht als auch dem Schmerz eigen ist“ (ebd., s. 85). Indessen füllt alles Gegenwärtige, ganz gleich, ob materiell oder sprachlich, aktuell oder durch Andeutungen hervorgerufen, das Waffenarse­nal des Folterers. Dieses kann gleichzeitig den Schmerz und die Macht umfassen, da das wachsende Selbstwertgefühl des Folterers nach außen auf den wachsenden Schmerz des Gefangenen übertragen wird. Die Waffe dient dann dazu, den Schmerz aus dem Körper zu holen und sichtbar zu macht. Sie fungiert sozusagen als Transfermechanismus, mittels des­sen die unbestreitbare Realität des Schmerzes, ״sein totaler Charakter, seine Macht, alles andere in den Hintergrund treten zu lassen, seine Kraft zu dramatischer Veränderung und zur Auflösung der Welt - von ihrem Ursprung abgelöst, vom leidenden Individuum abge­trennt, dem Körper entwunden und auf die Macht übertragen“ (ebd., s. 86) wird. Somit wird der Schmerz dem Regime überantwortet, sodass der Gefolterte nicht den Schmerz als unbestreitbar real, total und mächtig empfindet, sondern das Regime (vgl. ebd.).

2.3 Die Struktur des Krieges im Vergleich zur Struktur der Folter

Die strukturelle Gestaltung von Krieg besteht ebenso wie Folter aus drei aneinander fest gebundene Sachverhalte, die nicht nur einen immer fortwährenden Zyklus darstellen, son- dem auch bei einer chronologischen Betrachtung ein nahezu identisches Muster ergeben. Dies zeigt auch die folgende Abbildung, welche beide Stmkturen unmittelbar gegenüber­stellt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Gegenüberstellung der Struktur der Folter und der Struktur des Krieges

Im ersten Schritt wird ein gewisser Schaden, ganz gleich, ob physisch, psychisch, materiell oder ein Verhältnis aus diesen, zugefügt und im Anschluss durch die Reduzierung der Welt der Gegner auf den Krieg und ihre Situation objektiviert. Schließlich wird der objektivierte Schaden in Macht transformiert (vgl. Scarry 1992, s. 95). Anders als bei der Folter ist je­doch der Tatbestand, dass das Zufügen von Verletzungen im Falle des Krieges auf Gegen­seitigkeit bemht, d.h., dass die Täter auch gleichzeitig Opfer des Krieges sind. Dieser Um­stand führt dazu, dass der Krieg als eine Art Wettkampf zwischen zweier oder mehrerer Parteien gedeutet wird (vgl. ebd., s. 121-122). Außerdem wird der objektivierte Schmerz im Krieg nicht vorerst geleugnet, sondem direkt in Macht transformiert. Auch unterschei­den sie sich in dem Ort, wo sie ihre elementare Gestalt annehmen. ״Die Stmktur der Folter gewinnt Gestalt in den physischen und sprachlichen Interaktionen zwischen zwei Perso­nen: einem Folterer und einem Opfer. Die Stmktur des Krieges gründet zwar ebenfalls in einer außergewöhnlichen Beziehung zwischen Körper und Sprache“ (ebd., s. 95), die aller­dings nicht in der Interaktion zweier oder mehrerer Personen lokalisiert ist. Daher besteht im Krieg, im Gegensatz zur Folter, eine Distanz zwischen den beteiligten gegnerischen Parteien.

3 Sexualisierte Gewalt und Massenvergewaltigung im Bosnienkrieg

3.1 Vergewaltigung als Bestandteil sexualisierter Gewalt

Grundsätzlich wird Vergewaltigung als eine sog. mehrdimensionale Form von Gewalt ver­standen, wobei Gewalt im Allgemeinen der ״Überwindung eines Widerstandes“ (Imbusch 2002, s. 30) dient, welche durch eine ״konstruktive soziale Handlung“ (Welzer 2013, s. 32) ausgeübt wird. Auf diese Weise wird den Tätern ermöglicht, individuelle Ziele zu erreichen und situationsspezifisch explizite Sachverhalte mittels Aneignung, Segregation oder Zwang zu schaffen (vgl. ebd., s. 32-33). Allerdings beschreibt Vergewaltigung nicht immer die gleiche Gewalttat. Aufgrund ihrer Mehrdimensionalität dient sie oft als Mittel zur Erfüllung verschiedener Absichten und zur Erreichung unterschiedlicher Ziele. Hinsichtlich dessen und der damit einhergehenden Funktionen von Vergewaltigung wird zwi- sehen drei Variationen der Vergewaltigung differenziert: die individuelle Vergewaltigung, Vergewaltigung im kriegerischen Alltag und Vergewaltigung als Kriegsmittel. Die ersten beiden Formen können der sexuellen Gewalt zugeschrieben werden, welche insbesondere den Bereich der Sexualität betont und daher einen aggressiven Ausdruck dieser beschreibt (vgl. Seifert 1993, s. 82). Ausgelöst wird die Ausführung einer Vergewaltigung in diesem Zusammenhang durch bestimmte sexuelle Notstände und/oder psychische Störungen wie Z.B. sexueller Erregung in Zusammenhang mit Aggressivität, Herrschaftsbedürfnisse, Feindseligkei­ten gegenüber Frauen und einer grundsätzlichen gewaltbilligenden Einstellung (vgl. Feldmann 1992, s. 4).

Vergewaltigung als Kriegsmittel dahingegen beschreibt eine Form der sexualisierten Gewalt. ״Sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Krieg ist so alt wie der Krieg selbst.“ (Mischkow- ski 2006, s. 15). Sie stellt einen sexuellen Ausdruck von Gewalt dar, welcher nicht mit sexuel- 1er Gewalt zu verwechseln ist (vgl. Seifert 1993, s. 82). Daher wird unter sexualisierter Gewalt eine Form von Gewalt verstanden, ״die sich in voller Absicht gegen den intimsten Bereich eines Menschen richtet“ (Mischkowski 2006, s. 16), mit dem Ziel Macht und Überlegenheit mittels Erniedrigung und Entwürdigung anderer zu demonstrieren. In Konflikt- bzw. Kriegssituationen dient sie dem strategischen Einsatz zur Erfüllung unterschiedlicher Zwecke. Dabei umfasst se- xualisierte Gewalt weitaus mehr als nur die Tat der Vergewaltigung. Bei genauer Betrachtung bezeichnet sie alle Angriffe sowie Übergriffe, ״die auf eine Verletzung des sexuellen Intimbe­reichs eines Menschen abzielen“ (ebd.) wie Z.B. erzwungene Entkleidung, unerlaubtes Berühren von Körperteilen, gezielte Schädigung bzw. Verstümmelung der Brüste und Genitalien, Infektion mit Geschlechtskrankheiten sowie Zwangsschwangerschaften u.v.m. (vgl. ebd., s. 16-17). Während das Ausfuhren einer gewalttätigen Handlung im Normal- bzw. Friedenszustand Strenge Regelung und in den meisten Fällen entsprechende Bestrafung erfährt, dient dies im Krieg als zentrales Mittel der Interaktion; wird somit zu einem festen Bestandteil der Kriegspraxis und bleibt in vielen Fällen ohne Konsequenzen für die Täter.

3.1 Strategischer Einsatz von Vergewaltigung

Aufgrund der Tatsache, dass Vergewaltigung als Foltermethode für die Zufügung von Schmerz und Leid eingesetzt wird, fungiert sie gleichzeitig als Mittel zur Verursachung von Schaden im Krieg, durch dessen Objektivierung Macht erzeugt wird. Die Anwendung der Vergewaltigung hängt zugleich mit den Intentionen des Krieges zusammen, weshalb dieser Umstand vermehrt in Konflikten auftritt, in denen Instrumente zur Beugung einer Bevölkerung in ihrem Willen benötigt werden (vgl. Eschenbach & Mühlhäuser 2008, s. 48-49). Die Rolle des Geschlechtes sowie der der Sexualität unterliegt dabei einer massi­ven Umwandlung, welche mit den moralischen und normativen Veränderungen einherge­hen, die der Krieg mit sich bringt (vgl. Ward 2007, s. 15). Dies ist auch der Grund, wes­halb Vergewaltigung bereits seit Hunderten von Jahren zu den besonderen Privilegien des Krieges zählt. Sie besitzt die Zerstörungskraft einer besonderen und gleichzeitig eigenarti­gen Waffe. Daher trat bzw. tritt sie stets als Begleiterscheinung von Religions-, Revoluti­ons- sowie Weltkriegen auf, ״unabhängig davon, ob man den jeweiligen Krieg für ״ge- recht“ oder ״ungerecht“ hält“ (Brownmiller 1978, s. 38). Sie beinhaltet nicht nur den expliziten Befehl der Vergewaltigung, sondern auch das Tolerieren der Tat, indem wegge­schaut wird (vgl. Birnbacher 2012, s. 110). Der Einsatz von Vergewaltigung dient meistens zur Erfüllung unterschiedlichsterZwecke. Während sie einerseits den Soldaten als Belohnungen für ihre Kriegsanstrengungen sowie als Kompensation für die Einschränkungen und Ver­zi ehte, die der Krieg mit sich bringt, angeboten wird (Birnbacher 2012, s. 110), kann sie gleichzeitig bewusst zum Zweck der Folterung verwendet werden, um entweder Informationen zu erpressen, den Gegner zu bestrafen oder zu demütigen. Auf diese Weise wurde sie bereits während der Diktaturen in Süd- und Mittelamerika eingesetzt und findet sogar heute noch ihre Anwendung. ״Sexualisierte Staatsgewalt ist ein effektives Mittel zur Unterdrückung politischen Widerstands, zur Bekämpfüng aufständischer Minderheiten, zur Niedeningung von Guerilla­undUnabhängigkeitsbewegungen“ (Mischkowski 2006, s. 38).

״Außerdem lassen sich Vergewaltigungen auch als terroristisches Mittel zu Verbreitung von

Angst und Schrecken instrumentalisieren“ (Mischkowski 2006, s. 18), sodass einzig und allein durch die Erzeugung von Furcht vor einer möglichen Vergewaltigung die Kapitulation des Geg­ners erzwungen werden kann (vgl. ebd.).

Des Weiteren besteht das Vorkommen von Vergewaltigung in Folge einer (politischen) Unter­werfung bzw. steht symbolisch für diese. Insbesondere Armeen im Besatzungszustand sowie Ar­meen die gegen nicht immer sichtbare Gegner (vgl. Bimbacher 2012, s. 110), welche die Kon­Sequenz verstärkter Integration von Zivilisten in Kämpfe und Kriegssituationen ist, kämpfen, zei­gen eine deutliche Neigung zur Ausübung dieser Strategie. Auf diese Weise soll der Gegner in seinem Innersten getroffen und im besten Fall gedemütigt sowie zerstört werden (vgl. ebd., s. 110-111). Nicht selten werden deshalb Vergewaltigungen zusätzlich zur Beeinflussung der Stirn- mung innerhalb der Bevölkerung eingesetzt. Ihr Ziel ist es die Bevölkerung zu destabilisieren und gemeinschaftliche sowie familiäre Bindungen vollkommen zu vernichten (vgl. Ward 2007, s. 15). Um das angestrebte Ziel auch tatsächlich erreichen zu können, werden Vergewaltigungen in der Öffentlichkeit vor Zuschauern vollstreckt, damit nicht nur ein sozialer Schaden, sondem viel mehr das Maximum an Schande hervorgerufen wird (vgl. ebd.). Dies ist allerdings nur mög- lieh, wenn gewisse Voraussetzungen der patriarchalen Werte und Normen erfüllt werden, in de­ren Zusammenhang der Geschlechtsverkehr vor der Ehe oder mit einem anderen Mann als dem eigenen Ehemann als Entehmng der eigenen Person und der gesamten Familie darstellt. Erst un­ter diesem Umstand würde eine Vergewaltigung dazu führen, dass das Opfer aus jeglichem so­zialen Gefüge verbannt und geächtet wird. Aus Angst vor solch einem Ausschluss aus der Ge- Seilschaft und besonders aus der eigenen Familie, bewahren viele Vergewaltigungsopfer Still­schweigen über ihr Leiden und versuchen diesen Tatbestand so gut es geht zu verdrängen (vgl. Lepping 2000). Meistens ist diese Form der Vergewaltigung durch eine stark rassistische, ethnische oder religiöse Motivation geprägt, die das Ziel einer ethnischen Säubemng verfolgt (vgl. Ward 2007, s. 16), wie es im Bosnienkrieg der Fall war. Dort wurde Vergewaltigung syste­matisch zur Vertreibung der muslimischen Bevölkerung in bestimmten Gebieten praktiziert.

4 Die Darstellung sexualisierter Gewalt sowie systematischer Massenverge­waltigung im Bosnienkrieg am Beispiel von Alexandra Cavelius' ״Leila. Ein bosnisches Mädchen“

Auch wenn Vergewaltigungen stets als Begleiterscheinung des Krieges bekannt waren, wurden sie immer wieder aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt und ausgeklammert, weshalb sie in der Vergangenheit kaum als öffentliches Thema auftauchte. Daher besteht keine umfassende und vergleichende Historie dieser, die Auskunft über ihre diversen Ausmaße, Bedeutungen sowie Funktionen geben kann. Erst durch Susan Brownmillers 1975 veröffentlichtes Buch ״Gegen un­seren Willen“ wird ein erster ״Überblick über Kriegsvergewaltigung von der Frühgeschichte bis zum Vietnamkrieg“ (Mischkowski 2006, s. 15) geboten. Seither und insbesondere innerhalb der letzten rund 20 Jahre haben die Dokumentationen und Untersuchungen sexualisierter Gewalt sowohl in aktuellen Kriegen als auch hinsichtlich historischer Einzelstudien erheblich zugenom­men. Aus diesem Grund steht nicht nur mehr Wissen für weitere Forschungszwecke zur Verfü­gung, sondem auch der Grad der Öffentlichkeit wächst stetig an (vgl. ebd.).

Dies ist auch in den zahlreichen Berichten von Frauen, die bspw. der systematischen Massenver­gewaltigung im Bosnienkrieg zum Opfer gefallen waren, zu sehen. Leila, als eine dieser mutigen Frauen, möchte im Jahre 2000 nach sehr langem Schweigen, dass die Täter bestraft und die erlit­tenen Grausamkeiten sowie Schmerzen der Öffentlichkeit offenbart werden. Daher entschied sie sich nicht nur als Hauptkronzeugin vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen ihre Peiniger auszusagen, sondern lies zusätzlich ein Buch über ihre Erlebnisse schreiben. Darin verdeutlicht sie zum einen die Grausamkeit sexualisierter Gewalt, welche zur Folterung und auch als Kriegsmittel gegen die muslimische Bevölkerung eingesetzt wurde. Zum anderen beschreibt sie ebenfalls die Folgen und Schwierigkeiten selbst nach Kriegsende, die diese Taten mit sich brachten.

״Betrachtet man die im Bosnienkrieg verübten Verbrechen an der Zivilbevölkerung, so macht die sexual isi erte Gewalt nur einen Bruchteil dieser aus“ (Durakovic 2008, s. 84). Dennoch sind Massenvergewaltigungen und sexual isi erte Gewalttaten eine der am weitesten verbreiteten Kriegsverbrechen in Bosnien und Herzegowina gewesen. Abgesehen davon gehören sie gmnd- sätzlich zu den Taten, die stark verharmlost werden und somit meist ohne Konsequenzen für die Täter ausgeht, was zur Folge hat, dass diese lediglich in den seltensten Fällen eine angemessene Bestraffing finden, da man den Opfern unterstellt, dass ihre Aussagen nicht genügend Glaubwür­digkeit besäßen, weshalb man ihnen gar keinen Glauben geschenkt (vgl. ebd., s. 87). Diesbezüg- lieh muss an dieser Stell erwähnt werden, dass nicht alle Täter ״aus gleichen Gründen gehandelt oder sich freiwillig beteiligt haben“ (ebd.), weshalb es hier einer Unterscheidung zwischen zwei­er Arten von Täterkreisen bedingt. Grundsätzlich wird angenommen, dass es Menschen gibt, ״die aus Überzeugung freiwillig und mit einer gewissen Befriedigung an den Verbrechen pattizi- pielten“ (ebd.). Sie scheuen vor keiner Gewalttat zurück, haben kein Schamgefühl, wenn sie an­deren Tätern bei Vergewaltigungen Zusehen und auch keine Hemmungen, diese in ihren Unter­nehmungen anzufeuem (vgl. Cavelius 2000, s. 81). ״Andere wiederum agierten auf Befehl, aus Angst, aus sozialem Druck oder auf Grund von Rachegefühlen“ (Durakovic 2008, s. 87). Dieser Tatbestand stellt dennoch keine Relativierung ihrer Taten dar, da diese weder rückgängig, noch besser gemacht werden.

Wie bereits im letzten Kapitel erwähnt wurde, hatte der strategische Einsatz von Vergewaltigung im Bosnienkrieg einen besonderen Zweck und zwar der einer ethnischen Säuberung (vgl. Hau­ser & Joachim 2003, s. 412). Dieses Ziel wurde in beträchtlichem Maße erreicht, da massen­haft vorwiegend muslimische, aber auch kroatische Bevölkerungsgruppen aus den serbisch kontrollierten Gebieten flohen oder sich in Internierungslagern befanden (vgl. Mazowiecki 1992). Diese dienten als eine Art Sammelstelle für den Teil der Bevölkerung, hauptsächlich bestehend aus Frauen, Kindern und älteren Menschen (vgl. Preuss 2008), die abzuschieben war. Männer wurden grundsätzlich als potentielle Gegner angesehen und auf brutaler Wei­se ermordet, indem Soldaten mit ihnen ״schlachten“ spielten (vgl. Cavelius 2000, s. 61). ״Dazu führten sie einen oder mehrere männliche Gefangene in den Hof. Kurz darauf muss­ten [die] Frauen raustreten und [sich] vor den Männern aufstellen. [...] [Sie] mußten mit ansehen, wie die Männer zu Tode gequält wurden“ (ebd.). Frauen, die sich dieser Anwei­sung widersetzen oder sich abwendeten wurden ebenfalls bestraft. Des Weiteren hatten die Täter Gefallen daran, ihre Opfer zu foltern, indem sie ״Russisch Roulett“ mit ihnen spiel­ten. Manchmal hatten die Opfer Glück und blieben der tödlichen Kugel verschont (vgl. ebd., s. 82), doch oft wurden sie auf diese Weise vor den anderen Gefangenen erschossen (vgl. ebd., s. 87). Diese Formen der Gewalttat dienten jedoch viel mehr zur Belustigung und Ablenkung der Soldaten sowie der brutalen physischen Folterung. Für jedes Wort und jede Handlung der Opfer, die den Tätern ein Dorn im Auge war, wurden Maßnahmen zur Bestrafung eingesetzt. So erzählt auch Leila, dass ihr Aufpasser ״ihr zögerliches Verhalten an der Quelle“ (ebd., s. 65) bestrafen müssen, da sie auf dem Weg zum Wasserholen kurz angehalten hatte, als von allen Seiten mit Maschinengewehren geschossen wurde. An die­sem Tag verlor sie, durch eine als Folter durchzogene Vergewaltigung, ihre Jungfräulich­keit. Neben den enormen körperlichen Schmerzen sowie den gesundheitlichen Folgen, er­litt sie damit gleichfalls den Verlust ihres einzigen Besitzes: Ihre Würde. In diesem Mo­ment wünschte sie sich zum ersten Mal den eigenen Tod herbei (vgl. ebd., s. 65-66). Täglich kam es zu Folterungen aller Gefangener und Massenvergewaltigungen von musli­mischen Mädchen und Frauen im Alter von 12-60 Jahren. Nur gelegentlich fand der sexu­elle Missbrauch und die Ausübung sexualisierter Gewalt hinter verschlossenen Türen statt. Vorwiegend bevorzugten es die Täter, die Frauen augenblicklich an Ort und Stelle, vor den Augen aller anderen Frauen und auch deren Kinder zu vergewaltigen. Ihnen blieb keine an­dere Wahl, als dabei zuzusehen, wie sie sich auf den ״knochigen Körpern befriedigten, Zi- gåretten aus den Brüsten ausdrückten oder Messer in die Haut schlitzten“ (ebd., s. 86). Viele Frauen hatten mit der Zeit aufgehört sich zu wehren, da sie wussten, dass sie diesem Schicksal nicht entkommen konnten und weil sie die Soldaten nicht weiter anstacheln wollten. Ebenso tat es auch Leila: ״Wie eine Tote stierte ich auf die Holzwände, während sie sich auf mir abwechselten“ (ebd., s. 81-82) berichtet sie. Sie wurde, viele unzählige an­dere Frauen, genötigt alles zu tun, was die Soldaten von ihr verlangten, ob ״von hinten, von vorne, von allen Seiten gleichzeitig“ (ebd., s. 81) oder das Bedienen in entblößter Form.

Die Begründung für den Einsatz von Vergewaltigung beläuft sich auf die Tatsache, dass Frauen die ״zentralen Bedeutung für die Konstruktion und den Erhalt der Gemeinschaft“ (Bim- bacher 2012, s. 111) repräsentieren. Elm dies zu verhindern, wurden viele junge Mädchen so­wie Frauen gegen ihren Willen geschwängert und gezwungen, das gezeugte Kind auszutra­gen. Für die Muslimen stellte dieser Elmstand ihre Entehrung und der ihrer Familie dar, da sie nun Mütter eines ״Tschetnik-Baby[s]“ (Cavelius 2000, s. 83) wurden, was sie besonders psychisch demütigte. Abgesehen davon wurden mittels unterschiedlichster sexualisierter Gewalt­taten wie der Sterilisation, der Verstümmelung und der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten dafür gesorgt, dass muslimische Frauen entweder vollkommen oder zumindest für eine gewisse Zeit nicht mehr in der Lage waren, weitere bosnische Nachkommen zu zeugen (vgl. ESI 2008). Die hier angeführten Taten verursachten neben dem physischen Schaden auch psychischen Verstörtheit, welches eine grundsätzliche Angst vor Männern umfasst. Diese trug dazu bei, dass viele Frauen auch selbst nach Kriegsende keine sexuelle Beziehung zu Männern, nicht einmal zu den eigenen Ehemännern, herstellen konnten (vgl. Cavelius 2000, s. 152).

Auf diese gewalttätige und menschenverachtende Weise wollten die Täter ihren Gefangenen eine so enorme Angst einjagen, sodass sie es selbst in späterer Zukunft nicht wagen würden, in ihre Heimat zurückzukehren (vgl. ESI 2008).

Insgesamt gibt es keine genauen Daten bezüglich der ethnischen Säubemng im Bosnien­krieg, jedoch wird die Zahl der Vertriebenen Menschen auf ein bis zwei Drittel der gesam- ten Bevölkerung geschätzt. Die Anzahl aller Moslems, die aus ihrer von serbischen Besat­Zungen eingenommenen Heimat veijagt wurden, beträgt grob zwischen 700.000 - 1 Milli­on (vgl. Burg & Shoup 2000, s. 171). Nach Angaben der Journalistin Maria von Welser kam die Mazowiecki-Kommis si on, die Untersuchungen in Bosnien angestellt hatten, zu dem Ergeh- nis, dass rund 50.000״ Frauen im Zuge des Krieges vergewaltigt wurden - im Auftrag der Armee-Befehlshaber“ (Preuss 2008).

Der Fall der systematischen Massenvergewaltigung im Bosnienkrieg spiegelt allerdings nur ei­nen von vielen Tatbeständen. Auch in zahlreichen anderen Kriegen wurde und wird sogar in heutiger Zeit Vergewaltigung derartig systematisch eingesetzt (vgl. Goldstein 2001, s: 363). Ein weiteres Beispiel hierfür finden sich im Bürgerkrieg in Ruanda, wo Frauen ebenfalls von Man­nem gegnerischer ethnischer Gmppen vergewaltigt und zwangsgeschwängert wurden. Abgese­hen davon führten durchgeführte Gruppenvergewaltigungen zu einer Infektion mit dem FHV-Vi- ms bei zwei Drittel der betroffenen Frauen (vgl. Horwood 2007, s. 38).

5 Fazit

Das Ziel dieser Arbeit war den Aspekt der sexualisierten Gewalt sowie der systematischen Massenvergewaltigung im Bosnienkrieg, welche überwiegend zur Foltemng der muslimi­schen Bevölkemng und als strategisches Kriegsmittel gegen sie eingesetzt wurde, daržu- stellen. Zugleich sollte ihre Bmtalität wie auch Grausamkeit anhand ausgewählter Beispie­le aus Alexandra Cavelius' ״Leila. Ein bosnisches Mädchen“ belegt werden. Im Zuge der Auseinandersetzung mit diesem Thema kann festgehalten werden, dass sexualisierte Ge­waltverbrechen, darunter Massenvergewaltigungen bosnischer Frauen, ein fester Bestand­teil des Krieges und somit auch ein zentrales Mittel der Kriegsführung waren, um den Vor­Satz der ethnischen Säuberung zu verwirklichen. Dies verdeutlichen auch die Schildemn- gen Leilas, welche von Vergewaltigungen vor den Augen anderer Gefangener, Ausdrücken von Zigaretten auf den Körpern der Opfer, Schnitzereien in die Haut, Sterilisationen sowie Zwangsschwangerschaften u.v.m. handeln.

Doch dieser Umstand stellt nicht nur die Begleiterscheinung dieses Krieges oder die Folge einer Kriegsstrategie dar, sondern gleichzeitig auch den Machtmissbrauch vieler vereinzel­ter Soldaten, die sich das Recht nahmen Frauen zu vergewaltigten, zumal weil sie die Möglichkeit dazu hatten und außerdem keine Konsequenzen zur Bestrafung befürchteten. In der Tat fanden lediglich wenige Täter ihre rechtmäßige Bestraffing, da das Faktum der Mas- senvergewaltigung hinsichtlich religiöser sowie gesellschaftlicher Gründe stillschweigend geduldet wurde. Folglich dessen muss an dieser Stelle ausdrücklich betont werden, dass der Mut weniger Frauen, die darüber sprechen, anerkannt werden muss, um den Tätern keine zusätzliche Macht über Frauen zu geben.

Literaturverzeichnis

Monographien und Aufsätze

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Deutscher Bundestag (Hg.): Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Vom 23. Mai 1949. Zuletzt geändert am 23. Dezember 2014. Pößneck: GGP Media GmbH, 2016.

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Internetquellen

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Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eigene Darstellung, 16.01.2018.

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Details

Seiten
18
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668715622
ISBN (Buch)
9783668715639
Dateigröße
602 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v427424
Institution / Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1.3
Schlagworte
sexualisierte gewalt massenvergewaltigung foltermethode kriegsmittel bosnienkrieg beispiel alexandra cavelius leila mädchen

Autor

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Titel: Sexualisierte Gewalt und systematische Massenvergewaltigung als Foltermethode und Kriegsmittel im Bosnienkrieg am Beispiel von Alexandra Cavelius' "Leila. Ein bosnisches Mädchen"