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Die mediale Darstellung des Huthi-Konflikts

Hausarbeit 2018 25 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Arabistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Huthi-Konflikt
2.1 Chronik des Konflikts
2.2 Die Huthi-Bewegung
2.3 Auswirkungen
2.4 Der Konflikt als Stellvertreterkrieg?

3. Die mediale Darstellung des Konflikts
3.1 Medienignoranz
3.2 Joumalistenverfolgung
3.3 Medienkontrolle
3.3.1 (Online)Zeitungen
3.3.2 Fernsehsender
3.4 Propaganda
3.5 Darstellung in den sozialen Medien (am Beispiel Twitter)

4. Fazit

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Landkarte des Jemen - Wer kontrolliert welche Gebiete?

Abbildung 2: Parole der Huthis

Abbildung 3: Die zwei Versionen des Senders Yemen TV

Abbildung 4: Related Hashtags zu เ>41#

Abbildung 5: Related Hashtags zu #yemen

Abbildung 6: Nachrichten-Tweet der Zeitung Okaz

Abbildung 7: Tweet von UNICEF

Abbildung 8: Tweet als Ausdruck der Solidarität

Abbildung 9: Tweet mit dem Hashtag #DontBuryMe

Abbildung 10: Kritischer Tweet zum Iran

Abbildung 11: Kritischer Tweet zur Intervention Saudi Arabiens

1. Einleitung

Die Republik Jemen liegt an der Südspitze der arabischen Halbinsel zwischen dem Oman und Saudi-Arabien. Mit einer Fläche von 527,970 km[1] [2] ist sie über sechsmal so groß wie Österreich. Das Land leidet an einer Wasserkrise, die sich zunehmend verschlimmert. Außerdem ist es wirtschaftlich sehr schwach und die Bevölkerungsrate ist hoch. Der Jemen gilt somit als eines der ärmsten Länder der Welt.1 Was hierzulande jedoch kaum bekannt ist: Schon seit Anfang 2015 herrscht dort ein Krieg, der verheerende Folgen hat und bei dem kein Ende in Sicht ist. Damals eroberten die sogenannten Huthi-Rebeilen die jemenitische Hauptstadt Sanaa, vertrieben den Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und nahmen die Macht an sich. Seitdem versucht eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die Huthis zu entmachten und Hadi wiedereinzusetzen. Obwohl schon tausende Zivilisten diesem Krieg zum Opfer gefallen sind und Millionen von Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, findet der Konflikt dem Anschein nach nur wenig mediale Aufmerksamkeit. Wenn doch eine Nachricht darüber auftaucht, so wird der Konflikt oft als ״der vergessene Krieg“2 betitelt. Es herrscht also durchaus ein Bewusstsein dafür, dass dieser Krieg von den Medien weitestgehend ignoriert wird.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, dem Leser einen Einblick in die mediale Darstellung des Huthi-Konflikts zu geben. Nach einer geschichtlichen Zusammenfassung des Konflikts sollen folgende Fragen geklärt werden: Wer sind die Huthis und wofür stehen sie? Welche Auswirkungen hat der Konflikt? Warum wird er oft als Stellvertreterkrieg bezeichnet? Daraufhin soll geklärt werden, warum der Krieg in den Medien so wenig Beachtung findet und welche Bedingungen Journalisten vorfinden, die darüber berichten wollen. Es wird auch darauf eingegangen, welche Rolle staatliche Medienkontrolle und Propaganda in diesem Zusammenhang spielen. Abschließend soll am Beispiel des Mikroblogging-Dienstes Twitter gezeigt werden, wie der Huthi-Konflikt von den sozialen Medien aufgenommen wird.

2. Der Huthi-Konflikt

2.1 Chronik des Konflikts

Um den Huthi-Konflikt verstehen zu können, muss zunächst ein Blick auf die jüngste Geschichte des Landes geworfen werden. Die Wurzeln des Konflikts reichen zurück bis in die Zeit der jemenitischen Revolution von 1962, dem Ende des über 1000-jährigem zaiditischen Imamats. In den Jahren darauf zerfiel das Land in zwei unabhängige Staaten, der Jemenitischen Arabischen Republik im Norden und der Volksrepublik Südjemen. Die Wiedervereinigung erfolgte erst im Jahr 1990.[3] Zwei Jahre später wurde in der nördlichen Region Saada eine politische Gruppierung namens šabab al-miľmmm (deutsch: Die Jugend der Gläubigen) gegründet[4], ein Zusammenschluss eines Teils der 1962 entmachteten Landeselite mit einigen Mitgliedern der lokalen zaiditischen Stämme. Die Bewegung verstand sich als Vertretung zaiditischer Interessen gegen staatliche Repression wie auch als Gegengewicht zum Salafismus, der zu dieser Zeit im Norden vor allem durch aus Saudi-Arabien rückgekehrte Gastarbeiter verbreitet wurde. Die Huthi-Familie war in dieser Bewegung stets besonders aktiv. 2004 wurde Hussein Badreddin al-Huthi schließlich der zaiditisch-haschemitische Führer der Gruppe und somit zu ihrem Namensgeber. Da die Regierung sich vor dem wachsenden Einfluss schiitischer Gruppierungen fürchtete, begannen im gleichen Jahr erste Aktionen gegen die Huthis, die sogleich den Tod ihres Anführers zur Folge hatten. Daraufhin übernahm Husseins Vater Badreddin al-Huthi vorübergehend die Führung der Gruppe, seit 2006 ist Husseins Bruder Abdul Malik al-Huthi der neue Anführer. Im Jahr 2009 startete das Saleh-Regime schließlich die militärische Operation ״Verbrannte Erde“ mit dem Ziel, die Bewegung zu vernichten. Saudi-Arabien unterstützte die jemenitische Regierung zu Anfang nur auf diplomatischer Ebene. Nachdem die Huthi-Kämpfer jedoch auf saudisches Territorium vordrangen und einen Grenzsoldaten töteten, sahen sich die Saudis gezwungen, militärisch zu intervenieren und unterstützten das Saleh-Regime seither auch mit Luftwaffen. Auch die USA schaltete sich in den Konflikt ein und unterstützte das jemenitische Militär mit Aufklärungsdrohnen.[5] Im Zuge des arabischen Frühlings kam es 2011 auch im Jemen zu Protesten. Immer mehr Anhänger Salehs schlossen sich diesen Protesten an und die Huthis konnten ihre Machtbasis im Norden während dieser Tumulte erheblich vergrößern. Eine Initiative des Golf­Kooperationsrats versprach Saleh im Gegenzug für seine Abdankung Immunität für die während seiner Amtszeit verübten Verbrechen. Nachdem er im Juni nur knapp einen Anschlag überlebte, nahm Saleh diesen Vorschlag im September schließlich an und gab die Macht an seinen Vizepräsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi ab. Im Jahr 2012 wurde Hadi als einziger Kandidat auch offiziell zum neuen Präsidenten gewählt. Die Wahl wurde von der internationalen Gemeinschaft anerkannt. Ab dem Jahr 2013 rief Hadi regelmäßig zu einer Konferenz des Nationalen Dialoges auf, die allerdings von den sezessionistischen Fraktionen boykottiert wurde. Am Ende des Dialogs im Januar 2014 wurde u.a. beschlossen, den Jemen in einen föderalen Staat umzuwandeln. Bezüglich der Aufteilung des Landes in Provinzen konnte jedoch keine Einigung zwischen der Regierung und den Huthis erzielt werden, da diese sich benachteiligt sahen. Auch Saleh war gegen die Aufteilung. Obwohl er offiziell entmachtet war, besaß er immer noch Einfluss auf die Geschehnisse im Land. Insbesondere die Republikanische Garde war ihm treu geblieben. Mitte September kam es zu einem Schulterschluss zwischen den ehemaligen Feinden Saleh und den Huthis. Weil Saleh nach wie vor großen Einfluss auf Teile der Armee ausübte, war es den Huthi-Rebellen durch diese Allianz möglich, die Hauptstadt Sanaa ohne größere Kämpfe zu erobern. Eine Belagerung des Präsidentenpalasts zwang Hadi im Jahr 2015 schlussendlich zum Rücktritt und zur Flucht nach Aden. Die Huthis übernahmen daraufhin die Regierung und begannen, immer mehr Gebiete zu erobern. Als Reaktion darauf bildete sich eine arabische Militärallianz aus den Staaten Katar, Bahrain, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), Ägypten, Sudan, Jordanien und Marokko unter der Führung von Saudi-Arabien.[6] Die Koalition errichtete eine Seeblockade und führte Luftangriffe durch, um von den Huthis kontrollierte Gebiete zurückzuerobem und Hadi wieder an die Macht zu bringen.[7] Am 26. Juli 2016 gründeten die Huthis gemeinsam mit Salehs Partei ״Allgemeiner Volkskongress“ eine eigene Regierung, die international allerdings nicht anerkannt wird.[8] Doch bereits im Jahr darauf begann die Allianz zwischen Saleh und al-Huthi zu bröckeln. Nachdem al-Huthi angeblich damit gedroht haben soll, Saleh ermorden zu lassen, begann Saleh mit einer Medienkampagne gegen die Huthis, um deren Anführer zu diskreditieren.[9] Anfang Dezember 2017 brach Saleh in einer Femsehansprache offiziell mit den Huthis. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman dachte angeblich auf ein Drängen der VAE hin darüber nach, Hadi fallen zu lassen und stattdessen dem ehemaligen Präsidenten Saleh wieder an die Macht zu verhelfen, um dem Konflikt ein Ende zu setzen.[10] Dieser letzte Seitenwechsel sollte Saleh zum Verhängnis werden. Nur zwei Tage nach seinem Femsehinterview wurde er von Huthi-Rebellen getötet. Anschließend wurde seine Leiche in einem Video zur Schau gestellt.[11] Abbildung 1 zeigt die Situation im Januar 2018. Grün markierte Gebiete stehen unter der Kontrolle der Huthis, während blau markierte Gebiete von Hadi-Loyalisten kontrolliert werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 : Landkarte des Jemen - Wer kontrolliert welche Gebiete?

Quelle: Farrukh, Maher (2018): ״Yemen Frontlines: January 2018.“ In: Critical Threats, https://www.criticaltl1reats.org/analysis/yemen-frontlines-january-2018, [20.03.2018]

Der Huthi-Konflikt ist jedoch nicht das einzige Konfliktfeld im Land, darüber hinaus gibt es noch viele weitere Probleme. Was in Abbildung 1 nicht dargestellt wird, ist die Präsenz der Terrometzwerke Al-Qaida und IS. Der regionale Al-Qaida-Ableger AQAP (die Abkürzung steht für Al-Qaeda in the Arabian Peninsula) kontrolliert sogar vereinzelte Gebiete im Land. Während die Huthis die Hauptstadt einnahmen, nutzte AQAP den Tumult, um die Kontrolle über al-Mukalla zu übernehmen, Jemens flinftgrößter Hafenstadt. Obwohl es durch eine von den Emiraten gestützte Militäroffensive im Jahr 2016 gelang, die Terrororganisation aus der Stadt zu vertreiben, ist sie immer noch in vielen Teilen des Landes präsent und aktiv (siehe Abbildung 1 rechts oben ,pLQAP attack zone“). Der IS dagegen hat zwar keine territoriale Kontrolle, unterhält aber mehrere Trainingscamps im Land und verübt regelmäßig Anschläge.[12] Außerdem gibt es im Jemen eine starke Stammeskultur, weshalb Konflikte zwischen verschiedenen Stämmen allgegenwärtig sind. Ein weiteres Problem stellt die Unabhängigkeitsbewegung im Süden dar, die vor allem von Aidams al-Zubaidi, dem ehemaligen Gouverneur von Aden, vorangetrieben wird. Es kommt regelmäßig zu

Zusammenstößen zwischen südjemenitischen Seperatisten und Hadi-treuen Soldaten.[13] Diese Bewegung wird angeblich von den VAE unterstützt, die sich von einer Sezession des Südens erhoffen, ihre Macht im Nahen Osten auszuweiten. Hadi bezichtigte die Emiraten kürzlich, sich im Südjemen wie eine Besatzungsmacht zu verhalten, was zu Spannungen innerhalb der Miliärallianz führt.[14] Abgesehen von religiösen, tribalen und politischen Spannungen ist die Wirtschaftslage im Land überdies verheerend und die Arbeitslosenrate sowie das Bevölkerungswachstum sind enorm hoch.[15] Die Lage im Jemen ist also sehr verworren und konfliktreich.

2.2 Die Huthi-Bewegung

Wie bereits erwähnt gründete sich die Huthi-Bewegung aufgrund von Unzufriedenheit mit der Regierung. Doch wofür genau stehen die Huthis? Welche Ideologie verfolgen sie?

Die Huthis, die sich offiziell ansar allāh (zu Deutsch: Helfer Gottes) nennen, sind Zaiditen. Die Zaidîya ist ein Zweig der Schia, dem ca. 30%[16] der jemenitischen Schiiten angehören. Namensgeber der Glaubensgemeinschaft ist Zaid ihn ‘All, den die Zaiditen im Gegensatz zu den restlichen Schiiten anstelle seines Bruders Muhammad al-Baqir als rechtmäßigen fünften Imam anerkennen. Eines der wichtigsten Kennzeichen der Zaidîya ist ihre Imamatstheorie, die besagt, dass das Imamat ausschließlich Nachkommen des Propheten Muhammads Vorbehalten ist. An seine Herrschaft gelangt dieser Imam jedoch nicht aufgrund seiner Abstammung, sondern durch Durchsetzung mit Waffengewalt. Einmal an der Macht, sollte der Imam nach den Regeln des Koran herrschen. Das zaiditischen Imamat dauerte im Jemen über 1000 Jahre an, von der Mitte des achten Jahrhunderts bis 1962.

Die Huthis glauben deshalb, dass der Jemen von einem Mann regiert werden sollte, der dem richtigen Glauben folgt und seine Herrschaft militärisch sichern kann. Sie stellten sich gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdullah Saleh, da dieser ihrer Meinung nach kein Recht hatte, ihr Land zu regieren. Obwohl Saleh selbst Zaidit war, behaupteten die Huthis, dass er sunnitische Regierungsmitglieder bevorzuge und angeblich begonnen habe, wie ein Sunnit zu beten. Darüber hinaus habe er sich angeblich mit den USA verbündet, die die Huthis als ihre Feinde ansehen. Aufgrund dessen gingen die Huthis davon aus, dass Saleh vom Weg eines wahrhaftigen islamischen Führers abgekommen sei und seine Legitimität verloren habe. Sie glaubten, dass es ihre Aufgabe sei, dafür zu sorgen, dass ihr Land wieder von einem Mann des rechten Glaubens geführt wird.[17]

Neben ihrer religiösen Überzeugung gehe es den Huthis vorwiegend um Gerechtigkeit. Im Jahr 2009 sagte al-Huthi: ״[The war] is part of the official discrimination, marginalisation and separation practised against US as a social group described by the authorities as a minority.“[18] Die Entwicklungsgruppe der Vereinten Nationen (UNDG) stellte fest, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Region um Saada, Amran und Hajja seit den 1970er Jahren tatsächlich auf systematische Weise vernachlässigt wurde und dies ein Grund für die Entstehung der Huthi- Bewegung sei.[19]

Die anti-westliche Parole der Huthis ״Gott ist groß. Tod den USA. Tod Israel. Verdammt seien die Juden. Sieg dem Islam.“ (siehe Abbildung 2) zeigt darüber hinaus deutlich, welche Ideologie sie verfolgen. Der Slogan ist in sämtlichen von den Huthis kontrollierten Gebieten präsent, sei es als Fahne an Hauswänden, auf Schildern oder als Graffiti.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Parole der Huthis.

Quelle: Sarhan, Abdullah (2015): ״File:Huthi-Logo in Jemen.png.“ In: Wikimedia Commons, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Huthi-Logo_in_Jemen.png [20.03.2018].

Dieses Credo der Huthis soll seinen Ursprung im Iran haben. Die starken Ähnlichkeiten in der Rhetorik haben dazu geführt, dass die Huthis oft als eine vom Iran unterstützte schiitische Aufstandsgruppe betrachtet werden. Doch bis zum Ausbruch des Kriegs waren keine derartigen Verbindungen bekannt. Der Iran ist zwar ebenso schiitisch, jedoch sind die Iraner keine Anhänger der Zaidîya, sondem der Zwölfer-Schia. Die Spekulationen über eine Kooperation galten deshalb lange Zeit als überzogen und basierten nur auf spärlichen Beweisen. Die Umstände haben sich jedoch geändert. Mittlerweile lässt sich die Verbindung kaum noch leugnen. Angesichts der Tatsache, dass der Iran auch andere ausländische Akteure im Nahen Osten unterstützt, war es för die Huthis sinnvoll, eine Allianz mit der Islamischen Republik einzugehen, da sie zunehmend unter Druck gerieten und international isoliert wurden. Schon vor der Eroberung Sanaas soll der Iran die Rebellen mit Waffen, Geld und militärischer Ausbildung unterstützt haben.[20] Im Jahr 2017 fand die US Navy schließlich ein unbemanntes mit Sprengstoff gefülltes Boot. Des Weiteren wurde beobachtet, dass die Huthis in den Besitz einer Panzerabwehrlenkwaffe gelangt sind, welche nicht Teil der Ausrüstung der jemenitischen Armee war, die jetzt von den Huthis kontrolliert wird. Ein Sprecher der arabischen Militärallianz zur Bekämpfung der Huthis sagte aus: “We don’t lack information or evidence that the Iranians, by various means, are smuggling weapons into the area.”[21] Trotz dieser Beweise weist der Iran die Vorwürfe von offizieller Seite noch immer zurück. Auch die Huthis leugnen weiterhin eine finanzielle und militärische Unterstützung seitens des Irans.[22]

2.3 Auswirkungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Auswirkungen des Kriegs sind katastrophal. Es gilt derzeit als die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Schätzungsweise sind 22,2 Millionen Jemeniten auf humanitäre Hilfe angewiesen - das entspricht ca. 80% der Bevölkerung. Alle Konfliktparteien haben wiederholt gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen und die Infrastruktur des Lands zerstört. Auch Berichte von schweren Vergehen gegen Frauen und Kinder sind gestiegen. Die Regierung ist nicht mehr in der Lage, bedürftigen Menschen elementare Dienste wie Nahrung, eine grundlegende Gesundheits-, Wasser- und Stromversorgung sowie soziale Sicherheitsdienste bereitzustellen. Aufgrund von Seeblockaden, Flugverbotszonen und Zugangsbeschränkungen wird der Import von Grundnahrungsmitteln, Kraftstoff und Medizin immer schwieriger und teurer. Viele Wasser- und Kraftwerke, Fabriken, Märkte und Geschäfte wurden entweder geschlossen oder durch den Krieg zerstört. Angestellte im öffentlichen Dienst, darunter auch Gesundheitspersonal, erhalten in den von den Huthis kontrollierten Gebieten schon seit über einem Jahr kein Gehalt mehr. Die Inflation und die Wasserknappheit setzen der Zivilbevölkerung zusätzlich zu. Falls nicht alle Importbeschränkungen schnellstmöglich aufgehoben werden, droht dem Land, das schon vor dem Konflikt eines der ärmsten Länder der Welt war, eine der größten Hungersnöte der letzten Jahrzehnte, überdies verzeichnet der Jemen mit über einer Million gemeldeten Verdachtsfällen und über 2200 Toten im Jahr 2017 den schlimmsten Choleraausbruch der modernen Geschichte. Die akute Mangelernährung macht

[...]


[1] Vgl. Library of Congress - Federal Division 2008.

[2] Vgl. Z.B. Backhaus, Andrea (2016): ״Jemen: Der vergessene Krieg.‘■‘ In: Zeit Online, 22.01.2016, http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/jemen-krieg-sanaa-himger-terror [31.03.2018].

[3] Vgl. Vogl 2017a.

[4] Vgl. Freeman 2009, s. 1008.

[5] Vgl. Schäfer 2015, s. 227-229.

[6] ׳’Vgl. Vogl 2017b.

[7] Vgl. Al-Jazeera 2017d.

[8] *Vgl. Vogl 2017b.

[9] Vgl. Middle East Monitor 2017.

[10] Vgl. Al-Jazeera 2017b.

[11] Vgl. Almasmari et al. 2017.

[12] Vgl. Baron 2017.

[13] ”Vgl. Vogl 2017b.

[14] Vgl. Gehlen 2018.

[15] Vgl. Schäfer 2015, s. 226.

[16] Vgl. Library of Congress - Federal Division 2008.

[17] Vgl. Freeman 2009, 1012f.

[18] Al-Jazeera 2009.

[19] Vgl. UNDG 2011, s. 58.

[20] Vgl. Lenarz 2017.

[21] Saul et al. 2017.

[22] Vgl. Ebd.

Details

Seiten
25
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668711914
ISBN (Buch)
9783668711921
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v426851
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1,0
Schlagworte
Jemen Medien Konflikt Huthis Ansarallah

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