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Alkohol vs. Cannabis

Seminararbeit 2001 38 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort

Kapitel I - Alkohol -
Was ist Alkohol?
Geschichte des Alkohols
Wirkung von Alkohol auf den menschlichen Organismus
Abhängigkeitsentwicklung bei Alkohol
Stellenwert des Alkohols in der Gesellschaft

Kapitel II - Cannabis -
Die Pflanze Hanf
Geschichte des Cannabisgebrauch
Arten des Konsums
Wirkung von Cannabis auf den menschlichen Organismus
Cannabis und Abhängigkeit
Stellenwert von Cannabis in der Gesellschaft

Kapitel III - Gegenüberstellung -
Versuch einer Gegenüberstellung

Kapitel IV - Schlusskommentar -

Literaturverzeichnis

Vorwort

Viele werden jetzt sicherlich denken, wozu braucht die Welt noch eine Abhandlung über Alkohol und Cannabis. Dem pflichte ich uneingeschränkt bei.

Es ist auch in meinen Augen zweifelhaft, ob irgendjemand durch meine Arbeit neue Erkenntnisse über diese beiden Stoffe erlangt, jedoch sei zu meiner Verteidigung gesagt dies entspricht und entsprach nie meiner Intension.

Auch will ich niemanden bekehren, oder davon abhalten sich dem einem oder anderem genussvoll hinzugeben.

Vielmehr hielt ich es einfach nur für das sinnvollste, mich einem Thema zu widmen, bei dem ich auf eigene Erfahrungen zurückgreifen kann und auch noch Spaß dabei haben. Die meisten Leute haben irgendeine Beziehung zu einer der beiden Substanzen, aber nur wenige setzen sich mit ihnen auseinander, ich habe dies hiermit getan.

Soviel zur persönlichen Note

Wer jetzt auf den folgenden Seiten eine Huldigung der beiden Substanzen erwartet, den muss ich leider enttäuschen.

In den ersten beiden Kapiteln habe ich versucht, wenn auch nicht ganz wertfrei, die beiden Substanzen im Hinblick auf ihre Zusammensetzung, geschichtliche und neuzeitliche Verwendung, Vor- und Nachteile der Anwendung und deren gesellschaftlichen Status etc. zu betrachten. Im dritte Kapitel habe ich einige Zahlen direkt gegenübergestellt.

Wem das nicht reicht muss sich ein Buch kaufen !

Ansonsten viel vergnügen!!

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

KAPITEL I

Was ist Alkohol ?

Alkohole (arab.) sind organisch-chemische Verbindungen mit einer oder mehreren Hydrooxydgruppen.

Das chemisch Ethano l auch besser bekannt als Weingeist, Spiritus, Äthanol ist ein aliphatischer Alkohol ( Alkohole) mit der Summenformel C2H5OH. Ethanol ist eine wasserhelle, angenehm riechende Flüssigkeit, deren Siedepunkt bei 78,3° C und Schmelzpunkt bei -114,5° C liegt. Der Flammpunkt des reinen, flüssigen Alkohols beträgt + 13° C, der des gasförmigen Alkohols 400— 500° C (Streichholztemperatur).

Alkohol für Genusszwecke wird durch alkoholische Gärung gewonnen., was auch schon den Naturvölkern bekannt war.

(alkoholische Gärung = Abbau von Zucker zu Ethylalkohol und Kohlensäure; neben Ethylalkohol entstehen dabei auch höhere Alkohole, die als Fuselöle bekannt sind)

Alkohol für technische Zwecke gewinnt man durch Wasseranlagerung an Acetylen und anschließende Reduktion des entstandenen Acetaldehyds; auch durch Wasserdampfbehandlung des aus dem Crackprozess gewonnenen Ethylens.

Alkohol wird für viele technische Zwecke verwendet, so z. B. als Lösungsmittel für Lackzusätze, als Benzinbeimischung, für kosmetische Erzeugnisse, als Thermometerfüllung und für Synthesen von Essigsäure, Acetaldehyd, Estern, Ether u. a.

Alkohol für Genusszwecke wirkt in kleinen Mengen anregend, in größeren Mengen berauschend und erschlaffend. Der Grad der Trunkenheit nach erheblichem Alkoholkonsum hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. Körpergewicht, Konstitution, Alkoholgewöhnung, Art und Zeitpunkt der letzten Mahlzeit. Der normale Alkoholgehalt des Blutes (0,03 %) steigt nach dem Genuss von beispielsweise 1/2 Liter Bier auf etwa 0,4 % an (berechnet für einen ca. 75 kg schweren Mann), bei 0,8 % (strafrechtliche Grenze) sind viele Menschen nur noch bedingt fahrtüchtig, bei 1,3 % die meisten fahruntüchtig. Schwere Trunkenheit liegt bei etwa 2 % vor. Ausnahmen von dem Grad der Trunkenheit (Verschiebung der Grenze nach oben oder unten) sind bedingt durch unterschiedliche Alkoholverträglichkeit.0

Geschichte des Alkohols

“Alkoholische Getränke : durch alkoholische Gärung, zusätzliche Destillation oder Alkoholzusatz gewonnene Getränke. Der Genuss von alkoholischen Getränken ist weltweit verbreitet, die Verträglichkeit individuell sehr unterschiedlich. Auch kleinere Mengen können gesundheitsgefährdend sein...” 1

Wahrscheinlich wurde Alkohol dadurch entdeckt, dass er automatisch beim Vergären von Speisen entsteht. Es handelt sich daher um die älteste Droge der Menschheit.

Verschiedene Völker der Antike (3000 v. Chr.) zum Beispiel die Babylonier, Ägypter, Griechen und Römer hatten bereits eine hochentwickelte Alkoholkultur. Zu dieser Zeit waren allerdings nur Getränke mit vergleichsweise geringem Alkoholgehalt bekannt (Bier und Wein). Die alkoholischen Getränke waren damals, anders als heute, nur für kurze Zeit haltbar. Dadurch war das Trinken von Alkohol an bestimmte Jahreszeiten und durch mangelnde Transportmöglichkeiten auch an bestimmte Regionen gebunden.

Größere Mengen Alkoho l wurden nur zu bestimmten Feierlichkeiten hergestellt, so das ein exzessiver Alkoholkonsum nur zu solchen Anlässen möglich war. Demzufolge bestand für den Einzelnen keine Notwendigkeit, von sich aus einen kontrollierten Umgang mit Alkohol einzuhalten oder zu erlernen.

In der Zeit des frühen Christentums und im Mittelalter wurde Alkohol zum beliebtesten Volksgetränk. Wer trank, trank viel und meist bis zum Rausch. Wichtigstes Trinkmotiv waren die Verbrüderung durch gemeinsames Trinken von Alkohol und die Möglichkeit, wenigstens kurzfristig die damals ausgeprägte soziale Not vergessen zu können.

Zentren der Alkoholherstellung wurden die Klöster, in deren Besitz die größten Weingüter und Bierbrauereien waren. Wein hatte als Blut Jesu im Christentum eine religiöse Bedeutung bekommen und Bier galt als ideales Nahrungsmittel während der Fastenzeit. Die ersten Wirtshäuser entstanden, welche zu bestimmten Jahreszeiten den Verkauf von alkoholischen Getränken durch das heraushängen eines Besens anzeigten. Die Herstellung und der Verkauf von Alkohol entwickelte sich zu einem wirtschaftlichen Faktor. (Knechte und Gesinde bekamen für ihre Arbeit ein sogenanntes “Biergeld”- den Vorläufer des heutigen “Trinkgeldes”) Im 16. und 17. Jahrhundert kam es zur ersten Alkoholkrise. Vor allem in Deutschland und England war allgemein von einer weitverbreiteten Trunksucht, einem Nationallaster die Rede. (Martin Luther predigte gegen den “Saufteufel”, 1534)

Ursachen dafür waren unter anderem: die Erfindung des Branntweins (hochproze ntige alkoholische Getränke standen zur Verfügung), Haltbarkeitsmachung des Alkohol durch Hopfen (Bier) und Branntwein (Wein) - jetzt war Alkohol jederzeit verfügbar - täglicher Alkoholgenuß war möglich. All dies führte zu einem drastischen Anstieg des Alkoholkonsums und zu, für die damalige Zeit, vollkommen neuartigen Alkoholproblemen.

Ab ca. 1820 kam es erneut zu einem rasanten Anstieg des Alkoholkonsum, der um 1900 mit jährlich zehn Litern reinen Alkohols pro Kopf fast das Niveau von heute erreichte. Gründe dafür waren die im Zuge der Industrialisierung einsetzende Landflucht - verbunden mit zunehmender Isolation und Anonymität, die Weiterentwicklungen in der Alkoholindustrie, zum Beispiel: die Erfindung der Kältemaschine und des Bierautomaten, Erschließung neuer Transportmöglichkeiten, Bau großer Destillerien und Brauereien sowie die Erfindung des billigen Alkoholgetränks “Kartoffelschnaps”.

In den Fabriken wurde der Alkoholkonsum während der Arbeitszeit nicht nur erlaubt, sondern durch den Vor-Ort-Verkauf gefördert. Oftmals war Alkohol auch ein Bestandteil des Lohnes, um die Motivation für die oft körperlich harte und anstrengende Arbeit zu erhöhen.

Einen drastischen Rückgang des Alkoholkonsums und damit auch der Alkoholprobleme in Europa bewirkten die beiden Weltkriege (1914-1945).

Im ersten Weltkrieg wurde der zur Verfügung stehende Alkohol zur Hebung der Kampfmoral der Soldaten an die Front geschickt und in den Kriegsjahren kaum noch hergestellt. In den sogenannten “Goldenen Zwanzigern” waren die Gefahren des Alkohols stärker bewusst, außerdem erlaubte die schlechte wirtschaftliche Lage in Deutschland vielen Menschen keinen ausschweifenden Alkoholgenuss. Auch war die Finanzierung der Behandlung von Alkoholikern in Frage gestellt.

1933 erließen die Nationalisten das berüchtigte Gesetz “Zur Verhütung erbkranken Nachwuchses”. Sie nahmen in ihrem Rassenwahn an, dass Alkoholismus erblich sei.

(§ 1 Abs.3: “ wer an schwerem Alkoholismus leidet, kann sterilisiert werden...”)

Für alle Gesundheitsberufe bestand Anzeigepflicht von Alkoholikern. Die bis dahin mühsam überwundenen Vorurteile gegenüber Alkoholikern lebten in dieser Zeit wieder auf.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es aufgrund der allgemeinen Lebensmittelknappheit zunächst nur wenig Alkohol in Deutschland, darüber hinaus war das Brennen von Schnaps bis 1956 verboten.

Dennoch genoss Alkohol eine hohe Attraktivität in dieser Zeit, was schon daran abzulesen war, das Alkohol eine der stabilsten Währungen auf dem Schwarzmarkt war. Im Zuge des Wirtschaftswunders kam es in den sechziger Jahren zu einem starken Anstieg des Alkoholkonsums. Jetzt waren, im Gegensatz zu früheren Jahrhunderten, alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen betroffen. Lediglich zwischen den Geschlechtern gab es erhebliche Unterschiede im Umgang mit Alkohol (Alkoholkonsum von Frauen war lange Zeit geringer, eher verdeckt!). Erst in den letzten Jahren haben sich die Trinkgewohnheiten von Frauen und Männern etwas angeglichen. Seit 1979 sinkt der Pro-Kopf-Verbrauc h von Alkohol in der Bevölkerung langsam etwas ab. Besonders Jugendliche trinken heutzutage deutlich weniger Alkohol.

(Gilt noch nicht für die neuen Bundesländer! )2

Wirkung von Alkohol auf den menschlichen Organismus

Alkohol gelangt beim Trinken zunächst über die Speiseröhre in den Magen. Von der

Magenschleimhaut werden hier bereits ca. 20 % der getrunkenen Alkoholmenge aufgenommen und direkt in den Blutkreislauf abgegeben. Die restlichen 80 % gelangen zunächst in den Dünndarm und von da erst über die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf. Von dort wird der Alkohol wie jeder Stoff innerhalb einiger Sekunden im ganzen Körper verteilt und gelangt hierbei unter anderem in das Gehirn. Hier beeinflusst er vor allem die Zentren, die das Bewusstsein und die Gefühle steuern. Die Wirkung ist zunächst anregend, geht später jedoch in eine Betäubung über.

( Es dauert ca. 5 Minuten, bis beim Trinken von Alkohol der Blutalkoholspiegel zu steigen beginnt, um etwa nach 30 Minuten seinen Höhepunkt zu erreichen.)

Die Alkoholmenge im Blut wird in Promille gemessen. Ein Promille bedeutet einen Milliliter reinen Alkohols pro Liter Blut. Ab ca. 0,2 Promille verändern sich das subjektive Erleben und das persönliche Verhalten. Man fühlt sich zwangloser und freier, alles scheint machbar. Der Widerstand gegen weiteren Alkoholkonsum sinkt, Sehfähigkeit, Konzentrationsvermögen und Bewegungskoordination lassen nach.

Die Wirkungsweise des Alkohol im Gehirn ist wissenschaftlich noch nicht restlos geklärt. Klar ist, dass Alkohol (ebenso wie alle Medikamente mit Suchtpotential und alle Rauschgifte) in das komplizierte Gleichgewicht zwischen hemmenden und aktivierenden Botenstoffen zwischen den Nervenzellen (“Belohnungszentrum”) des Gehirns eingreift.

Alkohol erzeugt hier, rein körperlich gesehen, eine zweifache Wirkung.

Solange der Blutalkoholspiegel im Körper nach dem Trinken von Alkohol ansteigt, besteht eine deutlich ausgeprägte Dämpfung, welche vom Betroffenen i.d.R. als angenehm empfunden wird. Die von den Betroffenen als beruhigend und entspannend empfundene Wirkung gilt in der Regel als das wichtigste Trinkmotiv und wird daher auch als eine der Hauptwirkungen bezeichne t. Bsp.: Schmerzbetäubung (“Wildwest-Narkose”), Beruhigung und Entspannung

Wenn infolge des Alkoholabbaus in der Leber der Alkoholspiegel wieder zu sinken beginnt, und stattdessen das äußerst giftige Acetaldehyd entsteht, kommt es zu einer langsam einsetzenden, gering ausgeprägten, dafür aber lang anhaltenden Erregung.

( Acetaldehyd bildet zusammen mit dem Hormon Adrenalin bestimmte Stoffe, die zu einer Erregung im Gehirn führen)

Diese Erregung wird von den Betroffenen in der Regel als unangenehm empfunden (weitläufig auch als “Kater” bezeichnet) und gilt daher als eine unerwünschte Nebenwirkung.

- Ein Stoff ist dann ein Suchtmittel, wenn er nach einer angenehmen Hauptwirkung eine unangenehme Nebenwirkung erzeugt, die durch erneute Einnahme der Substanz gestoppt werden kann.3

Bei jedem Rausch können Gehirnzellen absterben. Die allmähliche “Schrumpfung” des Gehirns ist eine der häufigsten körperlichen Schädigungen im Laufe einer Abhängigkeitsentwicklung. Lange Zeit bleibt diese Schädigung ohne Folge für die geistige Leistungsfähigkeit des Betroffenen, da jeder Mensch insgesamt über ungefähr 100 Milliarden Gehirnzellen verfügt. (einmal abgestorben können sie nicht nach- oder neu gebildet werden)

Erst in einem relativ späten Stadium einer Abhängigkeitsentwicklung kann die Schädigung des Groß- und Zwischenhirns schleichende Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit bewirken. ( Gedächtnisstörungen, gesteigerte Ermüdungserscheinungen, geringere Konzentrationsfähigkeit, erhöhte Reizbarkeit, starke Gefühlsschwankungen, langsameres Denkvermögen)

Bei vollständiger Suchtmittelabstinenz können diese Schädigungen durchaus zurückgehen.

(Die noch intakt gebliebenen Gehirnzellen können ihre Leistungsfähigkeit durch Bildung neuer Verknüpfungen untereinander steigern.)

Bei ca. 15 % aller Alkoholiker kommt es bei einem plötzlichen Absetzen des Alkohols zu einer besonders schweren Form von Entzugserscheinung : dem “Delirium tremens”. Hier kommt es zu dramatischen Fehlschaltungen im Gehirn (Halluzinationen- “weißen Mäuse”, “Stimmen”, starke Unruhe, Schlafstörungen, Schwitzen und Zittern) Ohne ärztliche Hilfe ist ca. jedes 5. Delirium tödlich.

Bei 20-30 % aller Alkoholabhängigen treten epileptische Anfälle auf.

Die schwerste Form der Gehirnschädigung durch Alkohol ist das Korsakow-Syndrom.

Durch das Absterben entsprechender Gehirnregionen erleidet der Betroffene einen weitgehenden Gedächtnis- und Orientierungsverlust. Dieser Zustand ist in der Regel durch Abstinenz nicht mehr heilbar. Die meisten Korsakow- Patienten werden für immer in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt untergebracht.

Selbst relativ kleine Mengen Alkohol von etwa 11 Bier pro Tag erhöhen das Risiko für die Entstehung von Krebs in den Regionen der Mundschleimhaut, des Kehlkopfs und der Speiseröhre.

(durch zusätzliches Rauchen entsteht eine weitaus größere Gefahr)

Schon relativ geringe Mengen von Alkohol (1/4 Wein pro Tag) können zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen. Dieser gehört wiederum zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Auftreten von Schlaganfällen.

Bei fast allen Alkoholikern kommt es zu kleineren Blutungen der Magenschleimhaut, auch ist die Anfälligkeit für Magengeschwüre deutlich erhöht.( Wechselwirkung zwischen Alkohol und Stress)

Die Bauspeicheldrüse wird durch Alkohol in dreifacher Weise geschädigt:

- Alkoholkonsum regt zur erhöhten Fermentbildung an
- gleichzeitig behindert Alkohol den Eiweißtransport, so dass es auf Dauer durch Ablagerungen zu einer Verengung des Ausführungsganges kommt
- schließlich kann es bei starkem Alkoholkonsum zu einem Krampf und damit zum Verschluss des Muskels kommen

Alkohol, aber auch viele Medikamente, werden zum größten Teil in der Leber abgebaut.

Dabei ist die Leistungskapazität der Leber jedoch begrenzt. Wer nun auf Dauer mehr Alkohol zu sich nimmt, als die Leber verarbeiten kann, kann einen Leberschaden entwickeln, der in 3 Stadien verläuft.

1. Fettleber: In den Leberzellen wird Fett abgelagert, das Volumen kann sich bis auf das Zweifache vergrößern.
2. Leberentzündung: Leberzellen sterben ab, Ausprägungen von Beschwerdelosigkeit über Gelbsucht bis zu lebensbedrohlichem Leberversagen.
3. Leberzirrhose: Infolge der abgestorbenen Leberzellen bildet sich ein hartes Narbengewebe- es kommt zu einer Schrumpfung der Leber.

(schleichende Selbstvergiftung des Körpers, Blutgerinnungsstörungen, Wassereinlagerungen)

Seit 1950 nahm parallel mit dem Anstieg des allgemeinen Alkoholkonsums in der Bevölkerung auch die Zahl der Todesfälle durch Leberzirrhose zu.

Im Laufe einer Alkoholabhängigkeit kann es bei Frauen zu Zyklus- Unregelmäßigkeiten kommen. Darüber hinaus entstehen bei Frauen im Bereich der Sexualität keine körperlichen Folgeschäden. Allerdings besteht, selbst bei geringen Alkoholmengen, während der Schwangerschaft eine enorme Gefahr der Schädigung des Embryos. Mögliche Schäden sind: Kleinwuchs, niedriges Gewicht, wenig Unterhautfettgewebe, Auffälligkeiten am Schädel (fliehendes Kinn, verkürzter Nasenrücken, Wolfsrachen), Fehlbildungen innerer Organe (Herzfehler, Veränderungen im Genitalbereich - Harnwege).

Am fatalsten sind jedoch die defekte am Hirn:

40 % aller “Alkoholkinder” sind schwerstbehindert, 90 % aller alkoholgeschädigter Kinder sind minderbegabt.

Wenn Kinder aus Alkoholfamilien das Erwachsenenalter erreichen, bewältigen sie die Probleme des Lebens mit einer Reihe von Verhaltensformen, welche sich ihnen als sehr wertvoll erwiesen haben ( Verantwortungsbewusstsein zeigen, sich fügen, Frieden stiften, nicht bzw. nur wenig reden, nichts fühlen und niemandem vertrauen).

Normalerweise sammeln Jugendliche im frühen Teenageralter ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol. Sie trinken um lustig zu sein, um sich erwachsen zu fühlen, weil ihre Freunde sie drängen, aus Neugier, manchmal aus Trotz oder um einfach nur betrunken zu sein (Problembewältigung). Kinder von Alkoholikern trinken mit einem zusätzlichen Glauben - mit dem Glauben: “mir kann das nicht passieren”. Sie denken, “ ich habe genug gesehen, ich weiß genug darüber, was Alkohol aus einem Menschen machen kann. Bei mir wird das anders sein.”4 Bei Männern sind zwei Folgeschäden häufig:

- verringerte Bildung des männlichen Sexualhormons Testosteron dur ch eine Schädigung des Hodengewebes
- Anhäufung des weiblichen Sexualhormons Östrogen in Zusammenhang mit der Entwicklung einer Leberzirrhose

( Es kommt zu einer “Verweiblichung” des männlichen Körpers - Entwicklung von Hüftspeck, Busen, verminderte männliche Körperbehaarung) Bei ca. 20 % aller Alkoholiker kommt es zu einer Schädigung der Nervenbahnen. Alkohol schädigt als Zellgift direkt das Nervenmark. Der bei Alkoholikern häufige Vitamin B-Mangel kann außerdem eine Schädigung der Nervenscheide bewirken, die das Nervenmark als

Isolierschicht umhüllt. Die Betroffenen klagen dann in der Regel über stechende oder brennende Schmerzen, Ausfall des Hautgefühls, Unsicherheit beim Gehen, Wadenkrämpfe oder Lähmungserscheinungen.

[...]


0 Data Becker Lexikon 1999 - “Alkohol” Discovery `99, Bertelsmann - “Alkohol”, “alkoholische Getränke”

1 Brockhaus i.e.B., 1998, S. 27

2 Vgl. Lindenmeyer, 1993, S. 17-26

3 Vgl. Lindenmeyer 1993, S. 27-33

Durch Alkohol können körperliche Folgeschäden entstehen.

Das “Unbedenklichkeitsniveau”, festgelegt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), liegt bei 7g reinem Alkohol pro Tag für gesunde Erwachsene. Das entspricht weniger als einem kleinen Bier bzw. einem Achtel Wein pro Tag.

4 Vgl. Black, 1988 S. 67

Details

Seiten
38
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638126427
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v4267
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin – Sozialpädagogik
Note
1,3
Schlagworte
Alkohol Cannabis Drogen

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Titel: Alkohol vs. Cannabis