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Möglichkeiten und Grenzen der Mediation

Hausarbeit 2017 19 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Relevanz der Thematik
1.2 Forschungsfrage
1.3 Vorgehensweise

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Konflikt
2.2 Mediation

3 Konflikt- Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl
3.1 Ebene I „win- win“
3.2 Ebene II „win- lose“
3.3 Ebene III „lose- lose“

4 Mediation
4.1 Grundprinzipien der Mediation
4.2 Das Phasenmodell der Mediation

5 Anwendbarkeit der Mediation in den verschiedenen Eskalationsstufen

6 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Konflikt- Eskalationsmodell nach Friedrich Glas

Abbildung 2: Das Phasenmodell der Mediation..

1 Einleitung

1.1 Relevanz der Thematik

Wer sich mit Konflikten und dessen möglichen Lösungsmethoden auseinandersetzt, wird an dem Begriff „Mediation“ nicht vorbeikommen. Befragungen zufolge haben 57% aller Deutschen schon einmal von dem Begriff „Mediation“ gehört1. Keine andere Konfliktlösungsmethode erfreut sich solch einer Beliebtheit. Sowohl die Anzahl der behandelten Konflikte als auch die der ausgebildeten Mediatoren steigen in den letzten Jahren erheblich an2. Auch in die Wissenschaft und in die Universitäten hat die Mediation Einzug gehalten. Die rechtswissenschaftliche Fakultät der FernUniversität Hagen bildet seit dem Wintersemester 2017/ 18 universitär Mediatoren aus. Die Absolventen erhalten den zur Promotion befähigenden Titel „Master of Mediation“ (MM)3.

1.2 Forschungsfrage

Im Zuge der oben genannten Situation stellt sich die Frage, welche Konfliktausprägungen können mit dem Verfahren der Mediation gelöst werden und wann ist die Grenze der Anwendbarkeit erreicht?

1.3 Vorgehensweise

Vorweg sollen Die Begriffe „Konflikt“ und „Mediation“ definiert werden. Dies soll dem Leser ein besseres Verständnis beim Lesen dieser Arbeit ermöglichen.

Zu Beginn soll das von Friedrich Glasl entwickelte Konflikt- Eskalationsmodell in seinem Aufbau und seiner einzelnen Ebenen und Stufenausprägung beschrieben werden.

Im Anschluss dessen folgt eine Beschreibung des Prozesses der Mediation. Dieser wird in seinen Grundprinzipien, Phasen und Ablauf eingehend beschrieben.

Die Anwendbarkeit der Mediation, bezogen auf die unterschiedlichen Eskalationsstufen nach Glasl, sollen untersucht werden und die Möglichkeiten als auch Grenzen dieser aufzeigen.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Konflikt

Ein Konflikt beschreibt das Handeln von Akteuren z.B. Individuen, Gruppen, Organisationen, usw. welche aufeinander bezogen sind. Dabei muss wenigstens einer der Akteure im Denken, Vorstellen, Wahrnehmen und/ oder Fühlen und/ oder wollen durch den anderen eine Diskrepanz erleben, dass in der Wahrnehmung dieser eine Beeinträchtigung erfolgt.4

2.2 Mediation

Der Begriff „Mediation“ leitet sich aus dem Latein „mediare“ ab und bedeutet sinngemäß „vermitteln“.5 Die Mediation ist ein eigenständiges, klar strukturiertes und außergerichtliches Verfahren zur Konfliktlösung, bei dem ein neutraler dritter Mediator ohne eigene Entscheidungskompetenzen und Zwangsmittel, mit den Parteien gemeinsam eine einvernehmliche Konfliktlösung erarbeitet.6 Das Ziel der Mediation ist es, dass die sich im Konflikt befindenden Personen eigenständig eine tragfähige Lösung für die Zukunft entwickeln, welche ihren Interessen und Bedürfnissen entspricht.7

3 Konflikt- Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl

Das Konflikt- Eskalationsmodell nach Fridrich Glasl besteht aus neun Konfliktstufen von welchen jeweils 3 Stufen eine Ebene des Modelles bilden. Die Ebenen werden mit I) „win- win“, II) „win- lose“ und III) „lose- lose“ bezeichnet.8

3.1 Ebene I „win- win“

Die „win- win“ - Ebenen beinhalten die Stufen eins bis drei. In diesen Stufen geht es hauptsächlich um den Inhalt und die Sache. Der Konflikt hat noch nicht die Beziehungsebene erreicht. Befindet sich der Konflikt auf dieser Ebene ist es möglich eine Lösung zu finden mit der beide zufrieden sind und beide „gewinnen“.9

1. Stufe: Verhärtung10

Ein Konflikt beginnt immer mit Spannungen. Verschiedene Meinungen von Akteuren die sich widersprechen führen zu diesen. Auf der Stufe der Verhärtung, geht es noch alleine um die Sache, die Meinungsverschiedenheit wird oft nicht als Beginn eines Konfliktes wahrgenommen.

2. Stufe: Debatte

Die Akteure beginnen mit genauerer Überlegung wie sie das Gegenüber von ihrer Meinung überzeugen können. Ein Schubladedenken entsteht und es wird nur noch in Richtig und Falsch geurteilt. In der Eigenreflektion hat man in jedem Fall Recht, das Gegenüber liegt falsch und dies soll ihm verdeutlicht werden. In der Stufe der Debatte kommt es mitunter zu Streit.

3. Stufe: Taten statt Worte

Wie es sich im Namen der Stufe schon erahnen lässt, wird nun nicht mehr nur mit Worten debattiert, sondern auch mit Taten provoziert. Der Konflikt verschärft sich. Die Kommunikation der Akteure wird durch Gesprächsabbrüche oder komplette Unterlassung geprägt. Es beginnen Überlegungen, durch welche Taten das Gegenüber dazu bewegt werden kann sein Unvermögen einzugestehen.

3.2 Ebene II „win- lose“

In der „win- lose“ - Ebene finden sich die Stufen vier bis sechs. In dieser Ebene wollen die Konfliktparteien ihrem gegenüber Macht demonstrieren und den Konflikt gewinnen um den Anderen zu besiegen. Allianzen werden geschmiedet und das Gegenüber denunziert.11

4. Stufe: Koalitionen12

Menschen aus der Umgebung sollen für die eigene Position gewonnen werden und somit gegen die des Konfliktpartners. Es entstehen Koalitionen.

5. Stufe: Gesichtsverlust

Der Gegner soll vernichtet werden. Es wird selbst vor Verleugnung nicht mehr zurückgeschreckt. Die moralischen Grundüberzeugungen gelten nun nicht mehr.

6. Stufe: Drohstrategien

Dem Gegenüber werden Drohungen ausgesprochen welche oftmals unerfüllbare Forderungen enthalten. Dies soll die eigene Macht demonstrieren und so ein Gefühl der Kontrolle über die Situation erzeugen.

3.3 Ebene III „lose- lose“

Die „lose- lose“ - Ebene umfasst die Stufen sieben bis neun. Wie der Name schon erkennen lässt, können hier beide nur noch verlieren. Der Konflikt wird extrem hart geführt. Dem Gegner soll empfindlicher Schaden zugeführt werden, dafür wird selbst der eigene Schaden in Kauf genommen.13

7. Stufe: Begrenzte Vernichtung14

Es findet eine Entmenschlichung des Gegenübers statt und der Fokus liegt auf einer größtmöglichen Schädigung dessen. Wenn man selbst nicht oder nur begrenzt unter diesem Vorhaben leidet, wird es bereits als Gewinn angesehen.

8. Stufe: Zersplitterung

Nun soll der Gegner zerstört werden. Ihm nur noch zu schaden, reicht nicht mehr aus. Um dieses Ziel zu erreichen wird z. B zu verschärftem Psychoterror, Verleumdung am Arbeitsplatz und anderen Lebensbereichen zurückgegriffen. Die Existenzgrundlage des Gegenübers wird bedroht.

9. Stufe: Gemeinsam in den Abgrund

Um das Gegenüber zu vernichten ist nun jedes Mittel recht. Man nimmt den eigenen Untergang mit in kauf, solange nur der andere ebenfalls vernichtet wird. Selbst Gefängnisstrafen, physische Verletzungen oder sogar der eigene Tod werden in Kauf genommen.

Abbildung in dieser leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Konflikt- Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl

Quelle: Übernommen von,

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Konflikteskalation_nach_Glasl.svg

[...]


1 Vgl. Roland Rechtsreport, 2010, S. 41.

2 Vgl. Was ist Mediation, http://steinberg-mediation-hannover.de/mediation/, 14.01.2017.

3 Vgl. Gräfin v. Schlieffen, K., 2017 S. 5.

4 Vgl. Glasl, F., 2009 S. 14- 15.

5 Vgl. Proksch, S., 2014, S. 37.

6 Vgl. Breidenbach, S., 1995, S. 137.

7 Vgl. Proksch, S., 2014, S. 37.

8 Vgl. Freudenthaler, A., 2012, S. 1.

9 Vgl. Freudenthaler, A., 2012, S. 2.

10 Vgl. Glasl, F., 1991, S. 25.

11 Vgl. Freudenthaler, A., 2012, S. 2.

12 Vgl. Glasl, F., 1991, S. 25- 26.

13 Vgl. Freudenthaler, A., 2012, S. 2.

14 Vgl. Glasl, F., 1991, S. 26.

Details

Seiten
19
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668698871
ISBN (Buch)
9783668698888
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v424744
Institution / Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
2.0
Schlagworte
mediation konfliktmanagement

Autor

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