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Sprachlernsoftware Rosetta Stone im DaF-Unterricht

Lehrendenhandreichung

Ausarbeitung 2017 223 Seiten

Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

Leseprobe

Inhalt

1. Vorstellung des Lernangebots: Sprachlernsoftware

1.1. Definition

1.2.Prinzipien

1.2.1. Prinzip der Medialität

1.2.2. Prinzip der Kontiguität

1.2.3. Prinzip der Modalität

1.2.4. Prinzip der Redundanz

1.2.5. Prinzip der Kohärenz

1.2.6. Prinzip der Personalisierung

1.2.7. Prinzip der Segmentierung und Vorentlastung

1.2.8. Prinzip der Übung

1.2.9. Prinzip der ausgearbeiteten Lösungsbeispiele

1.2.10. Prinzip der Lernendenkontrolle

1.3. Didaktisch-methodische Ansätze

1.3.1. Behaviorismus

1.3.2. Kognitivismus

1.3.3. Konstruktivismus


2. Analyse

2.1. Allgemeine Produktbeschreibung

2.1.1. Zielgruppen

2.1.2. Sprachen und Sprachniveaus

2.2. Technische Analyse

2.2.1. Hardware- und Softwareanforderungen

2.2.2. Produktsprache und Support

2.2.3. Benutzerfreundlichkeit

2.3. Didaktisch-methodische Analyse

2.3.1. Methoden und lerntheoretischer Ansatz

2.3.2. Lernziele und Lernprogression

2.3.3. Fehlerkorrektur und Feedback

2.3.4. Sozialformen


3. Didaktisierungsvorschlag

3.1. Zielgruppe

3.2. Themen und Inhalte

3.3. Lernziele

3.3.1. Hören

3.3.2. Sprechen

3.3.3. Schreiben

3.3.4. Lesen

3.3.5. Hör-Seh-Verstehen

3.3.6. Grammatik

3.3.7. Aussprache

3.4. Sozialformen

3.5. Zeitablauf der Einheit

Literaturverzeichnis

1. Vorstellung des Lernangebots: Sprachlernsoftware

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sich die Sprachlernsoftware in Deutschunterricht integrieren lässt. Computergestütztes Sprachenlernen bietet eine großartige Möglichkeit, während der Aneignung der Sprache den Klassenraum zu verlassen und Lernprozesse individueller zu gestalten. Zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft bringt neue Herausforderungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung und globalisierte Arbeitsmärkte legen immer größeren Wert auf Sprachkenntnisse (Vgl. Nandorf 2004:11-12). Unter Berücksichtigung der schnellen Entwicklung der digitalen Welt, die mit sich immer niedrigere Preise der Elektronik und einen einfacheren Zugang zum Internet bringt, passt das Stichwort Computer jedoch nicht mehr genau. Auch wenn die Sprachlernsoftware primär für die Benutzung auf dem Computer oder Laptop entwickelt werden, muss ein wettbewerbsfähiges Produkt ebenso die Lösung für Smartphone und Tablett beinhalten. Das ermöglicht einerseits eine größere Mobilität und Zeiteinteilung des Lernens/Übens in die Zeitspannen (z. B. beim Reisen), andererseits auch eine unkomplizierte und spontane Interaktion mit anderen Lernenden oder Tutoren.

Natürlich kann man noch nicht vorsehen, dass die Computeraffinität und Vorhandensein von den Geräten bei 100% der Lernenden zutrifft. Die Praxis zeigt jedoch, dass die konservativen Lernenden langsam den Weg zum digitalen Lernen finden und dass dieser Ansatz dank den oben genannten Faktoren sogar in den materiell schwächeren Zielgruppen (Geflüchtete, Arbeitslose) unter Umständen anwendbar ist.

1.1. Definition

Sprachlernsoftware wird manchmal auch als „digitaler Sprachkurs“ bezeichnet, was sie eigentlich am besten charakterisiert. Es ist ein Computerprogramm, der sich an eine bestimmte Zielgruppe orientiert und einem festen didaktischen Konzept folgt. Zurzeit ist am Markt ein breites Spektrum an Sprachlernsoftware zu finden; von den einfachen Übungsprogrammen und Vokabeltrainer bis zu komplexen Lernlösungen. Die stützen sich an die modernsten Technologien der Spracherkennung, bieten Live-Chats mit Tutoren an und werden für die Benutzung an allen mobilen Geräten (Tablet, Handy) angepasst.

1.2. Prinzipien

Bei Clark und Mayer (2008) sind zehn grundlegende, empirisch bewiesene Prinzipien zu finden, nach denen sich die Gestaltung des guten Sprachlernsoftwares richtet:

1.2.1. Prinzip der Medialität
Die Lerninhalte sollten je nach Zielgruppe und Lernfortschritt mit Bilder, Ton, Animationen und Videos begleitet werden. Bei Fortgeschrittenen Lernenden kann man vornehmen, dass sie die Bedeutung ausschließlich aus Textbeschreibung erschließen, bei Anfängern kann man dagegen nur mit audiovisuellen Erklärungshilfen arbeiten. Dabei handelt sich nicht um den Lernfortschritt im Sinne der sprachlichen Niveaus, aber vielmehr um die Fähigkeit, das angebotene Wissen zu verarbeiten, also das Input ins Intake umwandeln.

1.2.2. Prinzip der Kontiguität
Damit die Prinzipien der Medialität richtig umgesetzt werden können, muss man unbedingt auch die Kontiguität der Bild- und Tonmaterialien beachten. Das Prinzip lässt sich als logische, sowie räumliche oder zeitliche Nähe der audiovisuellen Lernhilfen zu den Inhalten bezeichnen. Unter der logischen Nähe verstehen wir eine klar nachvollziehbare Beziehung zwischen dem Inhalt und der Illustration. Als räumliche Nähe versteht man die richtige Platzierung und Verlinkung der Lernhilfe im Text/auf dem Bildschirm, ggf. auch logische Position der Feedback- und Korrekturfenster möglichst nah dem korrigierten Produkt. Zeitliche Nähe funktioniert ähnlich und ist vor allem bei Gestaltung der Hörübungen wichtig.

1.2.3. Prinzip der Modalität
Aufbauend auf den zwei vorigen Prinzipien beschäftigen wir uns im Rahmen der Modalität damit, welche Art der Medien für die Präsentation der Lerninhalte am besten geeignet ist. Die modernen Technologien ermöglichen einfache Vertonung der Texte (text-to-speech technologies), Anwendung von Videos, Podcasts und vieles mehr. Trotzdem sollte man bei einzelnen Aufgaben immer die konkreten Lernziele im Auge behalten und die attraktiven neuen Medien nicht übermäßig ansetzen. Dies kann einerseits zur übertriebenen Anforderungen an Software und Hardware führen, andererseits auch zur Ablenkung der Lernenden.

1.2.4. Prinzip der Redundanz
Die Anwendung der audiovisuellen Lernhilfen wird unter anderem nach dem Prinzip der Redundanz geregelt. Bei Vermittlung der Lerninhalte ist immer zu beachten, dass die kognitiven Wahrnehmungsmöglichkeiten der Lernenden nicht überschätzt werden. Das heißt, dass man bei Kombination der Medien sehr vorsichtig vorgehen sollte, wie z. B. bei den Erklärungen mit Bild, Ton und Text. Sie können für die Lernenden sehr hilfreich sein, allerdings unter der Bedingung, dass die Lernhilfen nacheinander und im angemessenen Tempo gezeigt werden. Nur so können die Inhalte richtig kognitiv verarbeitet werden und wir können annehmen, dass die Mitteilungsabsicht verstanden wird.

1.2.5. Prinzip der Kohärenz
Auch das Prinzip der Kohärenz bezieht sich auf die Anwendung der Medien im Sprachlernsoftware, diesmal auf deren Häufigkeit. Die grundlegende These sagt, dass durch Weglassen des unnötigen, „dekorativen“ Materials das Wesentliche hervorgehoben wird und damit die Aufmerksamkeit der Lernenden gelenkt wird. Alle Bilder, Videos oder auffällige grafische Gestaltungen, die nicht zum Beschleunigen des Lernens, sondern zur reinen Bespaßung dienen, sollten beseitigt werden (Vgl. Spiteller 2011:8).

1.2.6. Prinzip der Personalisierung
Jeder digitale Sprachkurs benutzt verschiedene Kommunikationsweisen, um möglichst viele Lernende persönlich anzusprechen. Genau für diese Optimierung und zielführende Interaktion zwischen den Lernenden und dem Computerprogramm ist das Prinzip der Personalisierung notwendig. Dazu gehört ein freundlicher Ton der Informationsvermittlung und des Feedbacks, Verwendung umgangssprachlicher Ausdrücke oder persönlicher Stil. Bei vielen Sprachlernsoftwares wird z. B. eine Tutoren-Figur integriert, die den Lernenden Anweisungen gibt und das „rote Faden“ des Sprachkurses bildet. Die modernsten Programme bieten sogar auch Live-Unterstützung mittels Chat oder Skype-Session mit einem realen Tutor.

1.2.7. Prinzip der Segmentierung und Vorentlastung
Bei Planung und Aufbau der Lektionen stoßt man sehr oft an komplexere Lernprobleme, die einer umfangreichen Erklärung bedürfen. Derartige Herausforderungen können mithilfe von Segmentierung und/oder Vorentlastung des Lernstoffs effizient gelöst werden. Dabei handelt es sich um einen Vorgang, in dem der Stoff schrittweise in mehreren Phasen präsentiert wird. Die Einteilung des Lernstoffs in einzelnen Phasen muss jedoch mit Rücksicht auf die Zielgruppe und deren Lernfortschritt geplant werden, sodass die kognitive Überforderung der Lernenden vorgebeugt werden kann. Sollte die Phasierung alleine nicht ausreichen oder überhaupt nicht möglich sein, kann man die Lerninhalte mit der „Einführungslektion“ vorentlasten. Solche Einheit beinhaltet in der Regel Begriffsdefinitionen oder Erklärung der Vorgehensweisen und kann vor allem für Anfänger ohne Vorkenntnisse im bestimmten Bereich sehr nützlich sein.

1.2.8. Prinzip der Übung
Der Schwerpunkt dieses Prinzips liegt in der richtigen Auswahl des optimalen Übungsformats. Dazu ist die Kenntnis der kognitiven Lernprozesse notwendig: Die relevanten Informationen werden zuerst identifiziert, dann in das bereits vorhandene Wissen eingeordnet und schließlich wird das neu gewonnene Wissen bei Bedarf aus Langzeitgedächtnis abgerufen. Die Anwendung der geeigneten Übungen unterstützt die Effizienz dieses Verarbeitungsprozesses. Bei Auswahl der Übungsformate sind folgende Aspekte zu beachten: Realitäts- und Lebensweltbezug, Anzahl der Übungen, Beispiele und Feedback mit einer passenden Erklärung.

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Details

Seiten
223
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668699168
ISBN (Buch)
9783668699175
Dateigröße
4.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v424522
Institution / Hochschule
Universität Wien – Institut für Germanistik
Note
1,00
Schlagworte
Mediendidaktik Rosetta Stone Sprachlernsoftware

Autor

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Titel: Sprachlernsoftware Rosetta Stone im DaF-Unterricht