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Teilzeitarbeit. Möglichkeiten und Nachteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 14 Seiten

Führung und Personal - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Was ist Teilzeitarbeit?

3. Formen der Teilzeitarbeit
3.1 Chancen der Teillzeitarbeit
3.2 Die Klassische Form der Teilzeitarbeit
3.3 Flexibilität und Wahlmöglichkeiten von Teilzeitformen

4. Ziele der Teilzeitarbeit
4.1 Motive für Unternehmen
4.2 Motive für Arbeitnehmer

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Als sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer trägt man in einem hohen Umfang zur Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme bei und erwirbt zudem verschiedene Leistungsansprüche. Die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten im Bezug auf alle sozialversicherungspflichtigen Voll- und Teilzeitbeschäftigten hat sich in den letzten Jahren stetig erhöht. Innerhalb der Bundesrepublik stieg der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen zwischen 1999 und 2011 von 13,4% auf 20,0% (vgl BpB online: Teilzeitbeschäftigung.) Für Westdeutschland lässt sich bereits für frühere Zeiträume eine stetige Entwicklung der Teilzeitarbeit erkennen. Bereits im Zeitraum zwischen 1960 und 1975 stieg der Anteil der Teilzeitbeschäftigten im Bezug auf die Gesamtzahl der Beschäftigten an. Dieser Anstieg war besonders durch die weiblichen Arbeitnehmerinnen geprägt, zudem erwiesen sich Teilzeitarbeitsplätze als stabil, da in Dienstleistungsberufen der größte Teil der Arbeitnehmer in einer Teilzeitbeschäftigung angestellt war (vgl. Conradi 1982).

In der nun folgenden Arbeit wird eine Erklärung darüber abgegeben, was Teilzeitbeschäftigung überhaupt bedeutet und welche verschiedenen Modelle es gibt. Zudem sollen die Vor- und Nachteile der Teilzeitbeschäftigung erläutert und die sich daraus ergebenen Chancen und Möglichkeiten für den Arbeitnehmer bzw. den Arbeitgeber herausgearbeitet werden. Es folgt ein Fazit mit einem Ausblick über die Teilzeitarbeit.

2. Was ist Teilzeitarbeit?

Die Teilzeitarbeit gehört zu den atypischen Beschäftigungsformen. Im Kontrast zum Normalarbeitsverhältnis, erfülle die Teilzeitarbeit laut Keller mindestens eine der wesentlichen Kriterien des Normalarbeitsverhältnisses nicht. Diese Kriterien würden sich durch eine Vollzeittätigkeit mit entsprechendem Einkommen, der Integration in die sozialen Sicherungssysteme, einer unbefristeten Beschäftigung, einer Identität von Arbeits- und Beschäftigungsverhältnis und Weisungsgebundenheit des Arbeitnehmers an den Arbeitgebers kennzeichnen (vgl. Keller, 2007).

„Regelmäßige Teilzeitarbeit ist definiert als ein Arbeitsverhältnis, das unter der betrieblichen Normalarbeitszeit für Vollzeitbeschäftigte liegt. Maßgebend ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) bezeichnet Anstellungsverhältnisse unter 90% der Normalarbeitszeit als Teilzeit. Bei regelmäßiger Teilzeit ist die Zeit, welche dem Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, im Voraus bestimmt und bleibt über längere Zeit Konstant“ (Baillond, Chance Teilzeitarbeit, 2002, S.158). Keller bezeichnet die Teilzeitarbeit als einen wichtigen Bestandteil des Arbeitsmarktes und äußert sich hierzu wie folgt: „Teilzeitarbeit ist mit Abstand die quantitativ wichtigste Form und hat über die Konjunkturzyklen hinweg kontinuierlich auf fast 25% der Gesamtbeschäftigung im Jahre 2005 zugenommen“ (Keller, 2007,S.14). Hartmut Conradi definierte Teilzeitarbeit als „ein Arbeitsverhältnis, das sich nur durch ein kleineres Arbeitszeitvolumen gegenüber der regelmäßigen betrieblichen, branchenüblichen oder allgemein üblichen Arbeitszeit von einem anderen Arbeitsverhältnis unterscheidet, wobei die Verkürzung der Arbeitszeit aber auf einer ausdrücklich freiwilligen Vereinbarung beruhen muss“ (Conradi, 1982,S.4). Daher müsse auch eine Unterscheidung zwischen Teilzeitarbeit und Kurzarbeit getroffen werden. Bei der Kurzarbeit würde die Arbeitszeit nicht auf einer freiwilligen Vereinbarung beruhen. Unbedeutend in welcher Dimension die Arbeitszeit verkürzt wird, findet Teilzeitarbeit nur innerhalb eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses statt. Hierbei sei es unerheblich, ob es sich um eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit handeln würde, oder nur an einigen Tagen in der Woche, oder im Monat (vgl. Conradi, 1982).

3. Formen der Teilzeitarbeit

3.1 Chancen der Teillzeitarbeit

Als eine Grundform von flexibler Arbeitszeit, bietet die Teilzeitarbeit einen breiten Anwendungsraum. Eine Abgrenzung von vergleichbaren Formen flexibler Arbeitszeitregelungen besteht darin, dass die Arbeitszeit unterhalb der geltenden tariflichen Arbeitszeit von vierzig Stunden pro Woche liegt (vgl. Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V, 1983). Ein weiterer Vorteil der Teilzeitarbeit bestehe darin, dass beispielsweise eine Kombinierung verschiedener Arbeitszeitvolumen mit unterschiedlicher Lage und Verteilung der Arbeitszeit, feste oder flexible Arbeitszeiten, die Arbeitszeiten gleichmäßig oder ungleichmäßig verteilt, oder ein variabler Zyklus zwischen Arbeit und Freizeit möglich seien (vgl. Büntgen, 2005). Der Bundesarbeitgeberverband der Chemie beschreibt, dass nach unten nicht zwingend Grenzen vorgegeben sein müssten, sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen aber dennoch Beachtung finden sollten. Nachteile für den Arbeitgeber, als auch für den Arbeitnehmer, könnten sich durch eine Unterschreitung bestimmter Beschäftigungsgrenzen ergeben (vgl. Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.,1983).

Bei einem Teilzeitbeschäftigungsverhältnis käme es selten vor, dass Vereinbarungen getroffen würden, welche ein Arbeitszeitvolumen unterhalb der Vollzeit zulassen und hierbei keine Mindeststundenzahl pro Tag, Woche, Monat oder Jahr vorgeben. Um eine soziale Absicherung und um der Sozialversicherungspflicht der Arbeitnehmer nachzukommen, wird zumeist ein Mindestumfang der Arbeitszeit festgelegt. Alternativ würde auch gefordert, dass die Arbeitszeit mindestens die Hälfte der tariflichen Normalarbeitszeit betragen müsse. Andererseits könnte auch eine konkrete Mindeststundenzahl angegeben werden, welche sich an den geltenden tariflichen Bedingungen orientiere. Eine Ausnahme sei jedoch die Ermöglichung einer Teilzeitbeschäftigung unterhalb der Geringfügigkeitsgrenze (vgl. Büntgen, 2005).

3.2 Die Klassische Form der Teilzeitarbeit

Man Unterscheidet bei der Teilzeitarbeit zwischen der starren und der flexiblen Form, welche sich in verschiedenen Modellen ausdrücken kann. Als eine klassische Ausgestaltung lässt sich die Halbtagsarbeit bezeichnen, bei der kürzere Tagesarbeitszeit vorliegt, wobei jedoch an jedem Wochentag gearbeitet wird (vgl. Wank, 2002). Als Bezugsraum nutzt man hierbei den Tag, die Woche, den Monat oder das Jahr, was bedeutet, dass die Arbeitszeit für diesen Bezugsraum geringer als die normale Arbeitszeit ausfällt. Daher ist es möglich, dass die Dauer der Arbeitszeit unterhalb der Normalarbeitszeit unterschiedlich lang sein kann (vgl. Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.,1983). Zudem ist es möglich, dass man durch die Teilzeitarbeit einen oder mehrere arbeitsfreie Tage pro Woche bzw. Monat oder mehrere Wochen pro Jahr haben kann (vgl. Büntgen, 2005).

Zudem gibt es die Monats- oder Jahresteilzeit, als auch die Blockfreizeit und das Sabbatjahr. Bei diesen Modellen treffen die Parteien Vereinbarungen zur Führung von Arbeitszeitkontingenten. In diesem Fall wird die jeweils geleistete Arbeitszeit erfasst und bei Bedarf mit möglichen Freizeitansprüchen verrechnet, wobei es unterschiedliche Formen der Kontierung gibt. Als besondere Form der Teilzeit lässt sich die Blockfreizeit bezeichnen, bei der Arbeit und Entgelt zunächst voneinander abweichen, was zumeist bedeutet, dass die Beschäftigten mehr Arbeitsstunden ableisten, als sie zunächst bezahlt bekommen. Hieraus ergibt sich schließlich ein Arbeitsguthaben, welches sich durch diese Form der Teilzeitarbeit summiert und wird zu einem Freizeitblock umgewandelt, welcher innerhalb eines bestimmten Zeitraums in Anspruch genommen werden muss, wobei die Entgeltzahlung fortbesteht (vgl. Büntgen, 2005;S.43). Beim Modell der Blockfreizeit konzentriert sich die Arbeitszeit auf bestimmte Wochentage, Wochen, oder Monate (vgl. Wank, 2002, S.102). Zusammenfassend lässt sich daher festhalten, dass ein Sabbatjahr die Blockfreizeit eines gesamten Jahres darstellst und durch vorher angesammeltes Arbeitszeitguthaben ermöglicht wird. Dieses Modell zeichnet sich in einem besonderen Maße dadurch aus, dass die Beschäftigten eine gleichbleibende Endgeldzahlung erhalten, unberücksichtigt, ob sie arbeiten, oder freigestellt sind. Ferner lassen sich zudem Personalpläne bezeichnen, welche die Aufgabe besitzen, das beschäftigte Personal entsprechend der Notwendigkeit einzuteilen. Die geleisteten Arbeitsstunden werden dabei in einem Zeitkonto erfasst, so dass mögliche Abweichungen der Arbeitszeit für die nächste Planungsphase mit einbezogen werden können.

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Details

Seiten
14
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668718722
ISBN (Buch)
9783668718739
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v423730
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,3
Schlagworte
teilzeitarbeit möglichkeiten nachteile arbeitnehmer arbeitgeber
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Titel: Teilzeitarbeit. Möglichkeiten und Nachteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber