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Schönheit dank Skalpell. Eine Bestandsaufnahme von Schönheitschirurgie-Inseraten in der Frauenzeitschrift WOMAN

Bachelorarbeit 2014 68 Seiten

Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung der Arbeit

2 Schönheit als Konstrukt der Gesellschaft
2.1 Die Geschichte der Schönheit
2.1.1 Schönheit in griechischen Klassik
2.2.2 Schönheit im Mittelalter
2.2.3 Schönheit in der Renaissance
2.2.4 Schönheit im Barock
2.2.5 Schönheit im Klassizismus und in der Romantik
2.2.6 Schönheit im 20. Jahrhundert
2.2.7 Schönheit heute
2.2 Ästhetik
2.2.1 Ästhetik allgemein
2.2.2 Ästhetik in der Medizin
2.2.3 Ästhetik in den Medien

3 Konstruktion von Schönheit (für die Gesellschaft)
3.1 Die Schönheitschirurgie
3.1.1 Die Geschichte der Schönheitschirurgie
3.1.2 Die Schönheitschirurgie heute
3.2 Künstliche Schönheit in den Medien

4 Theoretischer Rahmen
4.1 Agenda Setting
4.2 Symbolischer Interaktionismus
4.3 Feministischer Poststrukuralismus - Dekonstruktivismus
4.4 Kritikam Postfeminismus

5 Forschungsleitende Fragen und Hypothesen

6 Methodik
6.1 Beschreibung der verwendeten empirischen Methode
6.2 Vorgehensweise (Kategorien, Kodierung, Auswertung)
6.3 Inhaltsanalyse der Zeitschrift WOMAN
6.3.1 Allgemeines zur WOMAN
6.3.2 Untersuchungszeitraum
6.3.3 Kategorien

7 Auswertung

8 Zusammenfassung und Ausblick

9 Quellenverzeichnis
9.1 Onlinequellen
9.2 Literaturverzeichnis

10 Anhang

Executive Summary

Mit der vorliegenden Arbeit erfolgte eine Bestandsaufnahme von Inseraten in der Frauenzeitschrift WOMAN zum Thema Schönheitschirurgie. Auffallend ist, dass das Magazin in jeder Ausgabe zumindest eine 1/1-Seite nur für Inserate rund um den Bereich Schönheit eingeräumt wird. Im Zuge dieser Forschung wurden sechs ausgewählte Ausgaben untersucht und fünf Forschungsfragen vorerst beantwortet. Die aufgestellten Flypothesen konnten verifiziert werden und bilden möglicherweise eine Grundlage für weitere Forschungen in diesem Themenfeld.

Der Forschung geht ein theoretischer und historischer Überblick voraus, der in den Kapiteln 2 bis 4 einzusehen ist. Die Arbeit ist stellt die medizinischen und medialen Aspekte von Schönheit in den beiden wesentlichen Kapiteln ״Schönheit als Konstrukt der Gesellschaft“ und ״Konstruktion von Schönheit für die Gesellschaft“ dar. Dies kann so verstanden werden, dass in ersterem Kapitel das währende Schönheitsideal von der Gesellschaft gebildet und medial verbreitet wird. Was als schön gilt, wird vom Menschen bestimmt. Im zweiten Teil geht es um die Konstruktion dervom Menschen ״erfundenen“ Schönheit in Form von ästhetischen Eingriffen, die entweder nur oberflächlich passieren, oder aber immer häufiger im Körper des Menschen durchgeführt werden. Die Gestaltung des Selbst kommt mit diesem Trend zu einer völlig neuen Situation, die gewisse Problematiken mit sich bringt. Vor allem junge Frauen fühlen sich häufig minderwertig, weil sie (oft rein anatomisch) den absurden und unnatürlichen Schönheitsvorbildern nicht gerecht werden können. An dieser Stelle wird mit Skalpell und anderen Instrumenten am ״Projekt Körper“ (vgl. Posch 2009: 45ff.) ״herumgedoktert“, um den Vorstellungen der Gesellschaft zu genügen. Hinzu kommt, dass grundsätzlich jede/r Arzt/Ärztin in Österreich schönheitschirurgische Eingriffe vornehmen darf, ohne vorher eine spezielle Ausbildung gemacht zu haben. Seit Jahren gibt es Versuche, europäische Normungen einzuführen, gegen die sich seitens der Ärzteschaft vehement gesträubt wird.

Es besteht grundsätzlich noch großer Handlungs- und Forschungsbedarf, was die Schönheitschirurgie und die mediale Darstellung davon anbelangt, nicht nur, weil heutzutage jede/r indirekt oder direkt von dieser Thematik betroffen ist, sondern auch, weil breitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer gesünderen Einstellung gegenüber dem eigenen Körper kommen würde.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Aphrodite. 350- 400 BC

Abbildung 2: Zeus der Göttervater

Abbildung 3: Portrait eines jungen Mädchens von Petrus Christus um 1514

Abbildung 4: Vitruvianischer Mensch von Leonardo da Vinci 1490

Abbildung 5: Die drei Grazien (1635)

Abbildung 6: Young women ‘pushed’ to pursue ‘thigh gap’

Abbildung 7: Doryphoros

Abbildung 8: Anzahl relevanter Ausgaben

Abbildung 9: Vorher-Nachher-Darstellung einer Fettabsaugung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Reichweite der WOMAN

Tabelle 2: Beliebtheit der WOMAN bei Frauen

Tabelle 3: Beliebtheit der WOMAN bei Männer

Tabelle 4: Die Schönheit der Schönheitschirurginnen

1 Einleitung und Zielsetzung der Arbeit

״Mittlerweile ist Schönheit geradezu zu einer Verpflichtung und Selbstverpflichtung des Menschen geworden, jeder möchte sein Aussehen optimieren, was zu einer ungebrochenen Konjunktur der Schönheitsindustrie führt.“ (Liess mann 2005: 91).

Die Schönheitsindustrie boomt wie noch nie. Während früher noch nur an der Oberund Außenfläche des menschlichen Körpers hantiert wurde, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, geht es heutzutage buchstäblich ״unter die Haut“. Die traditionelle Ästhetisierung liegt in der Option der lllusionierung: Schminke, Frisuren, trainierte Körper - all das ist ״aufgesetzt“ und somit leicht vergänglich. Nach einer Dusche oder einigen Wochen ohne Training kommt das ״wahre Ich“ zum Vorschein. Die Plastische Chirurgie zieht diesem Spiel von ״Sein und Schein“ einen strich durch die Rechnung. Wird etwas am Körper verändert, so geschieht das direkt am ״Sein“ und ist nicht so leicht reversibel (vgl. Liessmann 2005: 103).

Es ist wissenschaftlich belegt, dass attraktive Menschen Vorteile gegenüber normalaussehenden und hässlichen Personen haben. Sie haben bessere Chancen im Einstieg in das Berufsleben und später auch mehr Erfolg in ihrem Job, sie werden intelligenter, sympathischer und kreativer eingeschätzt und finden leichter einen Partner/eine Partnerin (vgl. Die Welt 2006).

״Schönen Menschen werden wesentlich öfter auch andere positive Eigenschaften zugeschrieben als Menschen, die man als hässlich empfindet.“ (Renz 2007: 192f. Zit. in Liessmann 2005: 92)

Schönheit wird zur Ware und der Körper zum Projekt (vgl. Posch 2009: 45ff.). Ob die Gestaltung des Selbst ist zu großen Teilen dem Einfluss der Schönheitsindustrie über den medialen Weg zuzuschreiben. Es ist fraglich, ob unter der Modifikation des Körpers nicht auch eine Form von Körpererfahrung verstanden werden kann (vgl. Villa 2008: 245).

Die Schönheitsindustrie erfährt derzeit eine Hochkonjunktur. Operierte Körper sind omnipräsent, ebenso wie die Werbung dafür. In der vorliegenden Arbeit wurden Inserate von Schönheitschirurginnen auf Auffälligkeiten und Gemeinsamkeiten untersucht. Die Darstellung der Ergebnisse und die Interpretation können in den Kapiteln 7 und 8 eingesehen werden.

In dieser Arbeit soll im Kapitel 2 ״Schönheit als Konstrukt der Gesellschaft“ zuerst ein Überblick über die diversen Schönheitsideale gegeben werden. Der Titel des Kapitels ist bewusst gewählt, da die Vorstellungen von Schönheit immer von der Gesellschaft geformt wurden. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass das, was schwer erreichbar war/ist, als besonders attraktiv galt/gilt. In Zeiten der Hungersnot waren rundliche, gutgenährte Körper ״in Mode“, weil diese schwer ernähr- und leistbar waren. Im aktuellen Überfluss von Lebensmitteln in der westlichen Welt geht der Trend eindeutig in Richtung schlanke Körper. Der Mensch von heute ist in vielen Fällen täglich stundenlang an den Bürotisch gebunden und gerade deshalb wird es zunehmend in den letzten Jahren als ״sexy“ empfunden, wenn sowohl Mann, als auch Frau, ein gewisses Maß an sichtbarer Muskulatur aufweist.

Im Anschluss an den historischen Überblick des Schönheitsbegriffes gehe ich näher auf den Begriff der Ästhetik in der Medizin und in den Medien ein.

Das dritte Kapitel ist der Schönheitschirurgie, die für die Konstruktion von Schönheit für die Gesellschaft zuständig ist, gewidmet. Ein Überblick über die Entwicklung der Ästhetischen Chirurgie soll ein gewisses Grundverständnis für die eigentliche Idee der Plastischen Chirurgie schaffen. Ursprünglich wurden die Spuren von Krankheiten wie Syphilis, Kriegsverletzungen und Rassenmerkmale operiert, um den betroffenen Personen ein normales, sozial integriertes Leben zu ermöglichen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Trend zu rein ästhetischen Eingriffen. Die Darstellung der künstlichen Schönheit in den Medien wird ebenfalls in diesem Abschnitt diskutiert.

In Kapitel 4 erfolgt eine Beschreibung des theoretischen Rahmens. Die Agenda- Setting-Theorie und der Symbolischer Interaktionismus werden kurz erklärt, bevor die feministischen Theorien des Poststrukturalismus und Dekonstruktivismus vorgestellt werden, und ein Einblick in die Kritik am Postfeminismus gegeben wird.

Das fünfte Kapitel stellt die forschungsleitenden Fragen und Hypothesen vor. Das sechste Kapitel beinhaltet den methodischen Teil der Bakkalaureatsarbeit. Zum Schluss werden, wie angekündigt, die Ergebnisse der Forschung dargestellt und ein Ausblick gegeben.

Ziel dieser Arbeit ist es, eine Bestandsaufnahme der Inserate von Schönheitschirurginnen zu erstellen. Beim Recherchieren für die wissenschaftliche Thesis stellte ich fest, dass sich bisher nur wenige Forschungen mit diesem Thema beschäftigten. Möglicherweise bietet diese Arbeit einen Ansatzpunkt zur weiteren Erforschung des Gebiets.

2 Schönheit als Konstrukt der Gesellschaft

״La beauté n’est que la promesse du bonheur.” (Stendhal)

Frei übersetzt lautet der französische Satz in etwa: Schönheit ist nur ein Versprechen von Glück. Was ist das Schöne und warum spielt es in der Gesellschaft eine derart große Rolle? In folgendem Kapitel soll nicht nur der Begriff ״Schönheit“ zu definieren versucht, sondern auch ein Überblick über den Wandel der Schönheitsideale gegeben werden. Welche Bedeutung Ästhetik in Medien und Medizin trägt und was Schönheit mit Glück zu tun hat soll in diesem Abschnitt diskutiert werden.

Die ״Große Theorie“ des Schönen, die nach dem polnischen Ästhetiker Władysław Tatarkiewicz von der Antike bis in die Renaissance galt, hatte die Intention Schönheit zu objektivieren. Proportionalität, Harmonie und Symmetrie bildeten die Prämissen, die es für schöne Dinge zu erfüllen galt. Zeitgleich spielte jedoch auch das moralisch Gute und das Wahre eine zentrale Rolle bei der Definition von Schönheit. War das Ebenmaß, also die richtigen Proportionen der einzelnen Teil des Ganzen im Hinblick auf Größe, Quantität und Qualität erreicht, so galt in der antiken Vorstellung ein Gegenstand als schön (vgl. Liessmann 2009: 13ff.).

Schönheitsideale prägen seit jeher die Empfindung und Meinung der Menschheit. Diese bestimmten Vorstellungen von Schönheit sind immer im kulturellen Kontext zu sehen und eigentlich vom Begriff ״Mode“ zu trennen. Mode befasst sich mit Kleidung, Schmuck, anderen Accessoires oder Frisuren, während die Schönheit anhand des Körpers und des Gesichtes gemessen wird. Die beiden Termini Überschneiden sich oftmals. Das Schönheitsideal steht in Abhängigkeit zu Raum und Zeit und verändert sich ständig, wie auch Umberto Eco in seinem Werk ״Geschichte der Schönheit“ feststellt. Schönheit ist niemals absolut, sondern befindet sich in einem stetigen Wandel.

״Schön ist neben ״anmutig“, ״hübsch“ oder auch ״erhaben“, ״wunderbar, ״prächtig“ und ähnlichen Worten - ein Adjektiv, das wir oft benutzen, um etwas zu bezeichnen, das uns gefällt. Es scheint, so gesehen, als wäre das was schön ist identisch mit dem, was gut ist, und tatsächlich gibt es in verschiedenen Epochen der Geschichte eine enge Verbindung zwischen dem Schönen und dem Guten. Wenn wir jedoch nach unserer Alltagserfahrung urteilen, neigen wir dazu, als gut nicht ņurdas zu bezeichnen, was uns gefällt, sondern auch das, was wir gerne hätten.

(Umberto 2007: 1)

Schönheit ist laut Umberto etwas, das häufig im Sprachgebrauch des Menschen vorkommt, jedoch nicht genau definiert werden kann. Schon Platon fand zu keiner einheitlichen Bestimmung des Begriffs. Er betrachtete die Schönheit nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit ״dem Guten“ (vgl. Liessmann 2009: 15). Die Einheit des Schönen, das Kalokagathia, wie es Platon im Dialog ״Philebos“ nannte, vereint Schönheit, Ebenmaß und Wahrheit zum Guten (vgl. Philebos, 65a; IV, 127). Das Gute ist somit automatisch das Schöne - das wiederum ist etwas, nach dem wir Verlangen haben - ein Charakteristikum oder ein Gegenstand, den wir gerne besitzen oder unser Eigen nennen würden. Legt man diesen Gedanken um auf die Schönheitsindustrie, so macht dies durchaus Sinn. Als schön wird häufig das empfunden, was Frau/Mann selbst nicht hat - so ist es oft bei einer flachbrüstigen Frau ein großer, strammer Busen, der angestrebt wird. Flingegen wünscht sich eventuell eine Frau mit großer Oberweite eine handlichere, kleine Brust. Im Volksmund wird dieses Dilemma mit folgendem Spruch beschrieben: ״Man will immer das, was man nicht haben kann.“ Die ästhetische Chirurgie macht diese Wunschträume vom ״perfekten Aussehen“ nunmehr seit etwa 1400 Jahren möglich. Seit dem 20. Jahrhundert kann von der ״Schönheit als Ware“ gesprochen werden. Waren chirurgische Eingriffe zum Zweck der Ästhetik bisher nur einigen wenigen zugänglich, so kam es in den letzten Jahrzehnten im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung der Schönheit und durch verbesserte Technologien dazu, dass nun auch der Mittelschicht der OP-Tisch gegen einen geringen ״Unkostenbeitrag“ sozusagen frei steht. Korrekturen am Körper werden zusehends ״normal“. Entspricht man den ästhetischen Körpervorstellungen der Elite des 21. Jahrhunderts nicht, ״muss [man] mit dem Vorwurf rechnen, dass sein unförmiger Körper Ausdruck eines falschen, moralisch verwerflichen Lebenswandels ist“ (Posch 2009:67 zit. in Liessmann 2009:105), denn ״(n)ur Geformtes erstrahlt und erscheint als schön, das Ungeformte, sich der Form Widersetzende erscheint als das Hässliche.“ (Pöltner 2008: 41 ff.) Was nicht passt, wird passend gemacht. In schnelllebigen Zeiten mit Echtzeitkommunikationsmedien dominiert eine Übermacht der vorgegebenen Schönheitsideale, die es der Gesellschaft schwer machen, sich dagegen zu wehren. Kobald (2007: 5) spricht von einem ״Schönheitsmainstream“, der Modelle von Schönheit vorgibt und mittels aktueller Medien in die Welt trägt.

״Das individuelle Schönheitsideal orientiert sich am vorherrschenden Mainstream. Die scheinbare Selbstbestimmung über unserem Körper unterliegt in Wirklichkeit einer Ökonomie der Massenproduktion und Angleichung. “

(Kobald 2007: 5)

Schönheit ist ein Konstrukt der Gesellschaft, das laufend mithilfe der Medien weiterentwickelt und neu definiert wird. Im Folgenden Kapitel werden einige Prototypen von Schönheit im Wandel der Zeit vorgestellt.

2.1 Die Geschichte der Schönheit

ln den vergangenen Epochen schwankten das Bild des perfekten Körpers und die Vorstellung von absoluter Schönheit in hohem Maße. Galt an einem Ort etwas als schön, so war nicht ausgeschlossen, dass in anderen Gebieten Selbiges als hässlich empfunden wurde (vgl. Didout-Manent 2000: 13). Dieses Empfinden ist in erster Linie kulturell bedingt. Das Schöne balanciere allerdings ״immer zwischen gegebener Natur und kulturellem Bild.“ (Drolshagen 1999: 157)

Als Schönheitsideal galt ursprünglich nur etwas Vollkommenes, Erstrebenswertes, allerdings niemals Erreichbares. Dieses Vorbild konnte grundsätzlich und je nach Epoche als eine Gottesschöpfung, wie beispielsweise den Menschen, oder aber als Götter selbst definiert sein. Ein Ideal ist laut Kant und Schiller eine individuelle Idee. Der Philosoph Paul Lorenzen spricht von einer Annäherung an eine Norm, die nie erreicht werden kann. Historisch wurden Ideale meist metaphorische Namen zugemessen, wie beispielsweise ״Venus“. Venus ist die Göttin der Liebe und der Schönheit. Die Venus von Willendorf galt im Jungpaläolithikum und auch in späteren Epochen als Schönheitsideal. Models des 21. Jahrhunderts werden nicht mehr im Sinne der Überindividualität nach Gottheiten oder einem anderen bildhaften Etwas benannt, sondern stehen für sich als Person, die im Laufe der Zeit immer nahbarer wurde und nicht mehr so ״übermenschlich“ wirkt, wie dies in den 1990er-Jahren, als die großen Supermodels wie Cindy Crawford, Naomi Campbell oder Claudia Schiffer noch als niemals erreichbar galten, der Fall war.

In diesem Abschnitt soll ein Überblick zum Schönheitsideal im Wandel der Zeit gegeben werden.

Der Begriff ״schön“ stammt ursprünglich aus dem Griechischen (kalos). Erfand in der Antike sowohl für Gegenstände, als auch für Tugenden Verwendung. Auch Wissenschaften konnten als ״schön“ bezeichnet werden. In der platonischen Philosophie wurde erstmals über das Schöne diskutiert. Es gab zahlreiche Versuche, Schönheit zu definieren, wobei die Nähe des ethischen und des ästhetisch Schönen - Begriffe, die heute in der Regel getrennt gesehen werden - deutlich erkennbar ist. Aphrodite, die Göttin der Liebe, verkörperte das Ideal in der Antike. Wie in Abbildung 1 zu sehen, war die ״Traumfrau“ weder zu dick, noch zu dünn. Sie hatte eine elegante Körperhaltung, relativ kleine, straffe und runde Brüste, einen eher wohlgeformten Bauch und meist eine Flechtfrisur. Das Ideal konnte allerdings auch variieren und die leichte Abzeichnung von Muskeln als erstrebenswert vorgeben (vgl. Didout-Manent 2000: 51f.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Aphrodite. 350-400 BC.

Quelle: http://academic.reed.edU/humanities/110tech/bodylanguage/images/largest/aphrodite 2.jpg (05.04.2014).

Seit Platon (428 - 348 V. Chr.) wird dem Schönen eine natürliche Macht beigemessen. Schönheit lenke und führe den Menschen und könne somit unter Spannung gesetzt werden (vgl. Hergowich 2001: 15ff.). Außerdem gibt es eine Korrelation zwischen Schönem und Gutem, wie es bereits anfangs in Kapitel 2 unter dem Begriff der ״Großen Theorie“ beschrieben wurde. Proportionen, Klarheit, Struktur und Symmetrie sind die großen Stichworte der Schönheitstheorie der Antike. In Abbildung 2, die Zeus, den Göttervater, galt als männliches Ideal der griechischen Klassik, der eben erwähnte Charakteristika verkörperte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Zeus der Göttervater.

Quelle: http://archaeologystudentsspeak.files.wordpress.com/2012/03/view-11 .jpg (05.04.2014).

״Ars amitatur naturam“ (= Die Kunst ahmt die Natur nach) kann als zentraler Gedanke Aristoteles' verstanden werden. Ziel in der Kunst sei es, die Natur in den Werken möglichst exakt widerzugeben. Diese Nachahmung, oder auch Mimesis, ist in weitgehenden Bereichen von Bedeutung - so beispielsweise in der Poetik, bei der der Mensch oft nicht so präsentiert wird, wie er wirklich ist, sondern entweder schlechter, oder besser. Aristoteles setzt sich von Platon, der der Arithmetik einen hohen Rang beimaß, deutlich ab, indem er äußert, dass die Mathematik bloße Abstraktionen seien (vgl. Büttner : 70). Hingegen ist er der Ansicht, dass die schöne Kunst der Ergötzung und Erholung dient, indem sie Gefühle auslöst und Bedürfnisse befriedigt. Somit führt sie zur Reinigung (Katharsis). Ist das nachgebildete Objekt nicht schöner als das Gewöhnliche, so spricht man von einer Tragödie, ist es sogar geringer als dieses, so ist es eine Komödie.

2.2.2 Schönheit im Mittelalter

Unter Mittelalter versteht man die Zeit zwischen dem 6. und dem 15. Jahrhundert. Das Schönheitsvorbild der Frau war in dieser Epoche war blass, hatte blonde, lockige Haare und blaue Augen. Die ״Noble Blässe“, also eine besonders helle, fast weiße Hautfarbe wurde als besonders schön angesehen, weil sie nur den Reichen und Wohlhabenden Vorbehalten war. Die ärmeren Schichten waren dazu gezwungen, in der freien Natur arbeiten und hatten dadurch einen, von der Sonne gebräunten, Teint, der als unschön galt. Lediglich im Gesicht durften die hohen Wangen eine leichte Röte vorweisen, die als gesund galt. Schmale Augenbrauen und Lippen wurden als anziehend empfunden. Die hohe Stirn, wie sie in Abbildung 3 betrachtet werden kann, war ein besonders schönes Merkmal vor allem des Spätmittelalters. Frauen sowohl der oberen, als auch der unteren Schichten zupften und rasierten ihren Vorderkopf, um eine markante, hohe Stirn, die für einen wachen Geist stand, zu kreieren. Die Figur der schönen Mittelalterdame war schlank bis knabenhaft. Sie hatte leicht abgerundete Schultern und kleine, feste Brüste. Ein kleiner, runder, an Schwangerschaft erinnernder Bauch galt bei der Frau als besonders schön anzusehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Portrait eines jungen Mädchens von Petrus Christus um 1514. Quelle: http://de.wikipedia.0rg/w/index. php?title=Datei:Petrus_Christus_006.jpg&filetimestam p=20050519070409 (05.04.2014).

Giovanni Boccaccio beschreibt 1313 das Gesicht einer schönen Frau folgendermaßen:

״Makellose unberührte Perlen aus dem Orient unter lebendig leuchtend roten Rubinen, von denen sich ein engelsgleiches Lächeln erhebt, das unter zwei schwarzen Brauen oft Venus und Zeus gemeinsam funkeln lässt, und mit roten Rosen und weißen Lilien seine Farbe unter alles mischt, ohne dass Irgendeine Kunst eingreift: die goldenen Locken leuchten über der frohen Stirn, auf der Armor wunderbar erstrahlt; und die anderen Telle passen alle zu dem Gesagten, In gleicher Proportion, bei Ihr, die einem wahren Engel gleicht.“ (zít. In Bondlo 2005: 81)

Auch an Männer wurden im Mittelalter hohe Ansprüche in Sachen Schönheit gestellt. Blonde Locken, noble Blässe, helle Augen zählten ebenso wie lange Beine, große Füße, schmaler Körperbau und eine besonders schmale Taille zu den begehrenswerten Eigenschaften des Mannes (vgl. Rousso 2000: 18ff.).

Grundsätzlich schien im Mittelalter der jugendliche, zarte Mensch besonders attraktiv zu sein. Daher wurden die Begriffe Parthenophilie, was so viel bedeutet, wie Interesse an adoleszenten Mädchen, und Ephebophilie, Interesse an adoleszenten Knaben, von Sexualforscher Magnus Hirschfeld erfunden. Sie grenzen sich klar zur Pädophilie ab, da es eine ״sexualbiologisch erwartbare Reaktion ist“, sich zu jugendlich aussehenden Körpern hingezogen zu fühlen und somit ״nicht als Störung der sexuellen Präferenz kategorisiert werden“ können (vgl. Ahlers et al. 2005: 102).

2.2.3 Schönheit in der Renaissance

Die Renaissance ist die Kulturepoche der Wiedergeburt der Antike. Die Vorliebe für Struktur, Linien und Proportionen erlebte mit Künstlern wie Leonardo da Vinci und Alfred Dürer eine neue Blütezeit. Porträts wurden meist erst nach vorher erfolgter mathematischer Berechnung gemalt und zeigten den Goldenen Schnitt, wie auch bei Abbildung 4 zu betrachten ist. Kunst war, nach Platonischer Idee, die unvollkommene Nachahmung der Natur. Schönheit war somit ein erstrebenswertes Gut, das jedoch für den/die ״Normalsterbliche/n“ nicht erreichbar war. Gegen Ende dieser Epoche galt das als schön, das jenseits der mathematischen Grenze der realen Welt stand.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Vitruvianischer Mensch von Leonardo da Vinci 1490. Quelle: http://rickladd.files.wordpress.com/2010/12/vitruvian_man.jpg (05.04.2014).

Während im Mittelalter und auch noch in der Renaissance noch ein eher schlanker Körper das Schönheitsideal vorgab, wurden die Formen in der Renaissance üppiger, wohlgenährter und ausladender. Volle Körper, dicke, kurze und fleischige Extremitäten, Doppelkinn und blutrote Wangen waren besonders im Trend. Korsetts pressten die Kurven der Frau in eine besonders weibliche Form. Während die Taille eng geschnürt wurde, quollen die Brüste förmlich über die Kleider (vgl. Didout- Manent 2000: 137ff.).

Der niederländische Barockmaler Peter Paul Rubens ist bekannt für die sinnlichen Darstellungen menschlicher Körper. Eines seiner Werke, Die drei Grazien (1635), zeigt drei üppige Frauenkörper in ihrer vollen Pracht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Die drei Grazien (1635).

Quelle: http://holsto.ru/images/products/d91371 b825d1 d7b0b6a6f184144136f7.jpeg (05.04.2014).

Schönheit im Klassizismus, der Zeit zwischen 1770 und 1830, glich wiederum der Vorstellung des Schönen in der Antike. Auf das enge Korsett wurde wieder verzichtet. Die Figur der Frau war im Idealfall wohlgerundet. Fehlte es dem Busen an Fülle, so wurde mit Wachs nachgeholfen, das angeblich kunstvoll verarbeitet in gekleidetem Zustand kaum einen Unterschied zum Original erkennen ließ.

In der Romantik wurde erstmals die Gefühlwelt als essentieller, als das rein Rationale befunden. Auch die Vorstellung von Schönheit unterwarf sich diesem Trend. Innerlichkeit und Individualität sind zentrale Merkmale, die in dieser Epoche betont wurden. Die Frau galt aufgrund ihrer Emotionalität als ein schätzenswertes Wesen, das jedoch eine äußerst passive, unselbstständige und somit hilfsbedürftige Rolle einnahm. Die Verletzlichkeit und Zartheit der Frau wurde durch das enggeschnürte Korsett, das die Trägerin in ihrer Bewegungsfreiheit behinderte, unterstrichen. Make­Up und kunstvolle Kleidung wurde von Frauen zur Verschönung verwendet. Für Männer galt es im 19. Jahrhundert bereits als unschicklich, sich aufwendig herauszuputzen (vgl. Grauer/Schlottke 1987: 142ff.; Deuser et al 1995: 22; Eco 2004).

2.2.6 Schönheit im 20. Jahrhundert

Seit Ende des 19. Jahrhunderts, beziehungsweise Beginn des 20. Jahrhunderts gilt, mit einer kleinen Ausnahme in der Nachkriegszeit, ein schlankes Schönheitsideal. In den 40er und 50er Jahren war ein wohlgenährter, fülliger Körper erstrebenswert, da dies ein Zeichen von Wohlstand war.

In den 1920er Jahren war die ״Garconne“ (frz. Junge) das Frauenideal. Langsam aber sicher bahnte sich die Frau von damals einen Weg zur Ebenbürtigkeit mit dem Mann. Sie etablierte sich zunehmend gesellschaftlich und politisch und versuchte ihr Äußeres an das des männlichen Geschlechts anzugleichen, üppige Körper wichen, Frauen trieben Sport und es setzte sich in weiten Kreisen der Pagenkopf und die Flose statt dem Rock durch. Das Schönheitsideal der Zwischenkriegszeit bildet einen auffallenden Kontrast zu allen vorangegangenen Vorstellungen von Schönheit.

Die Jahre um den 2. Weltkrieg waren von Hungersnot und Armut geprägt. Frauen mussten die Arbeitsplätze ihrer Ehemänner übernehmen, da diese für den Krieg im Einsatz, oder aber bereits verstorben waren. Die Frau wurde selbstbewusster, da sie für sich und ihre Kinder selbst sorgen musste und nun zur Erkenntnis kam, dass sie dazu auch fähig war. Der Alltag der Frau war geprägt von Arbeit. Auf Schönheit wurde in dieser Zeit - durch die Umstände bedingt - eher wenig Wert gelegt, da es an grundlegenden Ressourcen fehlte. Der Nationalsozialismus brachte ein neues- altes Frauenbild mit sich: Die (Ehe-)Frau und Mutter sollte wieder natürlich sein, üppige, wohlgenährte Kurven vorweisen, pralle Brüste und ein gebärfreudiges Becken haben. Die Mutterschaft wurde in diesen Jahrzehnten allem vorangestellt (vgl. Posch 1999: 40f.).

Nachdem die Armut der Kriegszeit weitgehend überwunden war, nahm das Thema Schönheit wieder eine wichtigere Rolle in der Gesellschaft ein. Die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts brachten langbeinige, schlanke und stark geschminkte Mannequins hervor, die nach Selbstbestimmtheit und (sexueller) Freiheit strebten und dem mit Frauenbewegungen Ausdruck verliehen. Der Minirock, der ebenso in dieser Zeit in Mode kam, betonte die neue Freizügigkeit.

Im ״Flippie-Jahrzehnf - den 70er-Jahren - war die Frau eher sportlich und schlank. Das Aufkommen der Supermodels in den 1980er Jahren setzte neue Maßstäbe in Sachen Schönheit. Das Ideal der Frau entfernte sich stetig weiter von der ״normalen“ Frau mit gewohnten Proportionen. Sport setzte sich bei den Damen fortschreitend durch und der Aerobic-Trend formte den weiblichen Körper im Optimalfall straff und knackig. Die langen, durchtrainierten Beine und der Flintem wurden in hautengen Leggings und Radlerhosen, wie sie damals modern waren, präsentiert. Schönheit wurde zusehends ״körperlicher“. Ein hübsches Gesicht war natürlich weiterhin von Bedeutung. Trotzdem erging eine Emporhebung der Rolle des Körpers (vgl. Drolshagen 1995: 159; Mulvey, Richards 1999: 185).

Die 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts war die Blütezeit der Supermodels. Claudia Schiffer, Cindy Crawford und ״The Trinity“, bestehend aus Naomi Campbell, Linda Evangelista und Christy Turlington wurden als Schönheitsgöttinnen gefeiert. Ihr Aussehen galt als beinahe unerreichbar. Lange schlanke Beine, Untergewicht und eine eher flache Brust formten das neue Ideal. Die ״perfekte“ Frau war jung, und entsprach dem ״Girlie“-Look, der in den 1990er-Jahren aufkam. Girlies kleideten sich eher unkonventionell, aber aufreizend, körperbetont und freizügig. Sie traten selbstbewusst und - oft durch Nacktheit - provozierend auf (vgl. Posch 1999: 47).

Bei aller Inszenierung war trotzdem das Non-Plus-Ultra natürlich zu wirken. Make-Up und Schönheitsartikel wurden verwendet, jedoch mit der Absicht, nur so viel davon aufzutragen, dass es ״absichtslos“, ״mühelos“ und ״zufällig“ aussieht (vgl. Posch 1999: 72). Nicht nur die Kosmetikindustrie, sondern auch die Schönheitschirurgie boomte. Die Frau ließ Operationen an der Brust, Korrektionen im Gesicht und Fettabsaugungen an Bauch und Oberschenkeln über sich ergehen, um dem allgemeingültigen Schönheitsideal näher zu kommen (vgl. Mulvey, Richards 1999). Obwohl das Flauptaugenmerk in dieser Zeit auf den Körper gerichtet war, sollte die Frau ein gewisses Maß an Charakter haben, und diesen auch zeigen. Der Trend ging hin zur Individualität (vgl. Posch 1999: 60f.).

2.2.7 Schönheit heute

Schönheit heute ist eine teilweise kontroverse Vorstellung verschiedener ästhetischer Ideale. Obwohl auch in vergangenen Zeiten nicht nur ein einziges Muster von Schönheit anstrebenswert war, ist es auffällig, dass im 21. Jahrhundert unmöglich eine allgemeingültige Definition von Schönheit erstellt werden kann. Was jedoch alle ״Sorten“ von Schönheit verbindet, ist die ewige Jugendlichkeit - zumindest was Frauen betrifft. Männer, deren Alter man an ihren graumelierten Bärten ablesen kann, gelten durchaus als attraktiv (vgl. Posch 1999: 48ff.).

In den 2000ern sind Models schlank, langbeinig, haben kaum ein Gramm Fett, sind aber trotzdem im Besitz einer großen, rundlichen Brust. Andere Vorstellungen vom Schönen beinhalten einen fitten, durchtrainierten Körper, der auch bei der Frau ein Six-Pack als begehrenswert vorschreibt. Ebenmäßiger, perfekter Teint und ein faltenfreies Gesicht werden umrandet von oft langen, glänzenden Flaaren. Sowohl in der Modewelt, als auch im Alltag werden ausdrucksstarke, charakteristische Gesichter nachgefragt.

Natürlichkeit spielt weiterhin eine wichtige Rolle, wobei oft fragwürdig bleibt, inwiefern in den ״optimierten“, realitätsfernen Idealen noch Natur gesehen werden kann. In Zeiten des Überflusses und des Konsums, wie wir sie heute durchleben, entspricht das Schönheitsideal dem völligen Gegenteil dessen, was die Massen an Nahrungsmittel erwarten ließen: Der schöne Mensch von heute soll dünn, oder besser ausgedrückt, unterernährt aussehen, eine schmale Taille und magere Extremitäten haben. Eine neue Mode, die im Jahr 2013 vor allem bei jungen Mädchen forciert wurde, ist die sogenannte ״Thigh Gap“, oder auch Oberschenkellücke, die den Freiraum zwischen den Oberschenkeln beschreibt. Diese Lücke ist grundsätzlich anatomisch durch die Breite des Beckens bestimmt und somit unter gegebenen Bedingungen grundsätzlich auch bei beleibteren Frauen möglich, bei anderen, ohnehin schon schlanken Mädchen mit schmalen Becken beinahe unmöglich ist. Durch die Sucht nach der Lücke magern sich meist junge Frauen bis zu gefährlichen Gewichten herunter, um dem absurden Trend zu entsprechen. Im Internet kursieren Forenbeiträge, wie "Hilfe, wie bekomme ich eine Thigh Gap!!", oder Ratschläge, zu den ״Sechs Wege(n), wie Sie eine Oberschenkellücke bekommen.“ (Flamann 2013) In Abbildung 6 sind Models zu sehen, die diese Mode verkörpern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Young women ‘pushed’ to pursue ‘thigh gap’.

Quelle: http://nypost.com/2013/10/04/young-women-pushed-to-pursue-dangerous- thigh-gap/_(05.04.2014).

Das Streben nach Individualität spitzt sich zu. Durch den Wunsch ״anders“ zu sein, bildet sich ein Paradox, da diesem Zwang, eine spezielle Persönlichkeit zu kreieren und anderen vorzuleben, an sich schon Grenzen gesetzt sind. Wer oder was wäre dann schließlich ״normal“, wenn alle versuchten ״anders“ zu sein?

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Details

Seiten
68
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668692565
ISBN (Buch)
9783668692572
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v423498
Institution / Hochschule
Universität Wien
Note
1
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Bachlorarbeit Feminismus Schönheit Schönheitschirurgie Woman Magazin Frauenzeitschrift Inhaltsanalyse qualitative Forschung Körper Ästhetik Poststrukturalismus Dekonstruktivismus Postfeminismus Agenda Setting symbolischer Interaktionismus beauty

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Titel: Schönheit dank Skalpell. Eine Bestandsaufnahme von Schönheitschirurgie-Inseraten in der Frauenzeitschrift WOMAN