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Wie neue Technologien Kreativität und Kommunikation verändern

Hausarbeit (Hauptseminar) 2005 20 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kreativität und Kommunikation
2.1. Begriffbestimmung: Neue Technologien
2.2. Was ist Kreativität?
2.3. Kommunikationsmodelle
2.3.1. Kommunikation nach Shannon und Weaver
2.3.2. Ebenenmodell nach F. Schulz von Thun
2.4. Computervermittelte Kommunikation

3. Technologien, Kommunikation und mögliche Störungen
3.1. Kommunikation unter dem Einfluss neuer Technologien
3.2. Kommunikationsstörungen nach Shannon und Weaver
3.3. Mögliche Störungen nach Schulz von Thun

4. Kreativ mit den neuen Technologien
4.1. Wie neue Technologien Kreativität verändern
4.2. Kreativität am Beispiel von ICT Im Unterricht

5. Abschließende Betrachtungen

Verwendete Literatur

Quellen aus dem Internet

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den möglichen Auswirkungen der Computer- und Internetnutzung auf den Menschen in Bezug auf seine Kreativität und sein Kommunikationsverhalten. In dem Kontext wird primär auf die Beeinflussung hinsichtlich der Kinder und Jugendlichen eingegangen. In Zeiten von Cyberspace und WWW bleiben Diskussionen um die schädlichen Folgen der Nutzung von Medien nicht aus. Aber auch in der Vergangenheit gab es bezüglich der Entwicklung und Einführung neuer Medien und Technologien Befürworter wie auch Kritiker.

Innerhalb dieser Arbeit soll nun genauer betrachtet werden, mit welchen tatsächlichen Folgeerscheinungen, in kreativer und kommunikativer Hinsicht, zu rechnen ist. Dazu müssen zunächst einige Begriffserklärungen angeführt werden, die dem leichteren Verständnis dienen sollen. Dabei wird zunächst festgelegt was innerhalb dieser Ausführungen mit neuen Technologien, Kreativität und Kommunikation gemeint ist.

Weiterhin wird versucht Teilaspekte der Bereiche Computer bzw. Internet, Kreativität und Kommunikation miteinander zu verknüpfen. In diesem Zusammenhang wird auch genauer auf den Bereich der Computervermittelten Kommunikation eingegangen. Außerdem finden Ideen von Theo Byland und Peter Gloor ihre Erwähnung in dieser Arbeit. Sie stellen die Vorzüge von Computer und Internet vor, indem sie einen erkennbaren Nutzen aus dem Computereinsatz im Unterricht darstellen. Sie sind der Ansicht mit dem Computer mehr Kreativität und Effizienz erreichen zu können.

2. Kreativität und Kommunikation

2.1. Begriffbestimmung: Neue Technologien

Innerhalb dieser Ausführungen ist mit dem Begriff neue Technologien in erster Linie der Computer, und damit einhergehend die Nutzung des Internet – im weitesten Sinne jedoch auch die Anwendung aller Medien gemeint. In dem Zusammenhang wird in dieser Arbeit an anderer Stelle auch der Begriff ICT oder auch IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) verwendet, womit Technologie n im Bereich der Information und Kommunikation gemeint sind. „Der zusammenfassende Begriff entstand Anfang der achtziger Jahre, als begonnen wurde, die Fernsprechnetze zu digitalisieren, und sowohl in den digitalen Endgeräten der Netze, als auch in den lokalen und öffentlichen Übertragungsnetzen selbst Informationstechnik zum Einsatz kam“ (URL: http://de.wikipedia.org/wiki/ Informations-_und_Kommunikationstechnologie [Stand: 19.11.2004]).

Die Entwicklung der Technik unterliegt einem ständigen Wandel, deshalb könnten die „neuen Technologien“ von heute bereits morgen veraltet und nicht mehr aktuell sein. In der hier zugrunde liegenden Literatur wird oftmals von den Auswirkungen der Medien auf den Menschen gesprochen. Infolgedessen umfasst der hier verwendete Begriff neue Technologien alle elektronischen Medien – allem voran den Computer.

2.2. Was ist Kreativität?

Will man eine Definition dafür abgeben, was es bedeutet kreativ zu sein, so fällt einem wohl erstmal der Gebrauch von Pinsel und Farbe, Stift und Papier ein. Kreativität wurde bislang gemeinhin der Kunst zugeschrieben, diese Ansicht muss jedoch heute ergänzt werden, unter anderem um die Anwendungsmöglichkeiten des Computers. Die Gelegenheiten, sich kreativ mit diesem Medium auseinanderzusetzen, bergen nahezu unerschöpfliche Möglichkeiten. Angefangen beim Kritzeln einfacher Figuren mit der Maus bis hin zur Gestaltung eines eigenen, interaktiven Internetauftrittes.

Dennoch bezieht sich Kreativität nicht nur auf gestalterische Fähigkeiten, vielmehr stellt sie auch eine Strategie dar, ungewöhnliche und innovative Lösungen für Probleme zu finden und eine aussichtsreiche Bewältigung der Umwelt. Hier muss also von dem vorrangig vertretenen Verständnis von Kreativität Abstand genommen werden.

„ Kreativität (von lat. creatio - Schöpfung) ist die Fähigkeit, sinnvolle aber unübliche Kombinationen zu finden. Voraussetzung dafür ist Energie und die Fähigkeit, Dinge frei kombinieren zu können. Eine andere, sehr gebräuchliche Definition lautet: Kreativität ist die Fähigkeit, produktiv gegen Regeln zu denken und zu handeln (also: nicht nur zu kombinieren)“ (URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Kreativität [Stand: 18.11.2004] Hervorheb. im Original).

Kreativ ist also vom gewohnten Denkschema abzuweichen und neue Wege zu gehen, dabei fallen einem u. a. Begriffe wie Originalität und Eigentümlichkeit ein. „Im kognitiven Bereich zeichnet sie [Kreativität] sich nach Oerter u. a. vor allem durch Feldunabhängigkeit, Komplexität und Aufgeschlossenheit für neue Erfahrungen aus, motivationstheoretisch durch Neugiermotivation, Ausdrucksbedürfnis und Streben nach Selbstverwirklichung“ (Ullrich, E., 1997, S. 1157).

2.3. Kommunikationsmodelle

2.3.1. Kommunikation nach C. Shannon und W. Weaver

Das Kommunikationsmodell nach Shannon und Weaver stellt Kommunikation als einen linearen Prozess dar, in dessen Mittelpunkt ein Signal steht. Kommunikation findet statt, wenn zwischen einem Sender und einem Empfänger ein Signal verschickt wird. Dabei wählt der Sender ein bestimmtes Medium um eben diese Botschaft bzw. dieses Signal auszusenden. Um eine Nachricht zu übermitteln wird sie zunächst enkodiert und über den gewählten Kanal bzw. das gewählte Medium verschickt. Dabei kann sie unter Umständen durch eine Störquelle beeinträchtigt werden. Schließlich dekodiert der Empfänger die Nachricht, damit er sie verstehen kann (vgl. Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 - Quelle: eigene Darstellung nach dem Kommunikationsmodell von Shannon & Weaver 1976

Bei der Computervermittelten Kommunikation wählt man das Internet als Medium zur Übertragung von Informationen. Bei einer Face- To- Face Unterhaltung findet Kommunikation mittels gesprochener Sprache statt, „[…] die Nachrichtenquelle [ist] das Gehirn, der Sender sind die Stimmbänder, die den sich ändernden Schalldruck (das Signal) erzeugen, der durch die Luft (den Kanal) übertragen wird“ (vgl. Shannon & Weaver, 1976, S. 16). Grundlegend für die Entwicklung dieses Modells war die Aufgabe ein theoretisches Werkzeug zu schaffen, um somit die Telefontechnik zu optimieren. „Claude Shannon arbeitete zu dieser Zeit als Forscher der Telefongesellschaft Bell und war daran interessiert, jene Bedingungen zu analysieren, die es den Nachrichtentechnikern erlaubten, eine vorgegebene Menge von Zeichen möglichst ökonomisch über einen Nachrichtenkanal zu übermitteln“ (URL : http://www.wissenschaft-online.de/page/ fe_seiten?article_id=589786 [Stand:19.11.2004] Hervorheb. im Original).

2.3.2. Ebenenmodell nach F. Schulz von Thun

Während sich das Kommunikationsmodell von Shannon und Weaver in erster Linie mit dem eher technischen Prozess der Nachrichtenübermittlung von einem Sender zu einem Empfänger beschäftigt, widmet sich Schulz von Thun in seinem 4-Ebenenmodell eher den inhaltlichen Aspekten von Kommunikation.

Auch bei Schulz von Thun wird eine Nachricht oder Botschaft mittels eines Senders an einen Empfänger übermittelt. Die Mitteilung hat also einen direkten Adressaten, was aber nicht bedeutet, dass die Nachricht den Empfänger genauso erreicht wie sie ursprünglich vom Sender verschickt wurde. Auf ihrem Weg unterliegt eine Nachricht verschiedenen Interpretationen, welche in dem Modell als farbige Kästchen dargestellt sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 - Quelle: eigene Darstellung nach dem Ebenenmodell von Schulz von Thun 1981

Inhaltsebene: Diese Ebene vermittelt lediglich eine Information und wird aus dem Grunde auch Sachinhalt genannt. Nach Schulz von Thun also „enthält die Nachricht einen Sachinhalt“ (1981, S.16). Das bedeutet die Formulierung einer Aussage über eine bestimmte Sache, ohne jegliche Deutung und Interpretation.

Beziehungsebene: Weiterhin gehört zu einer Nachricht die Beziehungsebene. In dieser Ebene steht die Beziehung zwischen Sender und Empfänger im Vordergrund. Die Beziehungsebene vermittelt im Grunde zwei Botschaften: „Zum einen solche, aus denen hervorgeht, was der Sender vom Empfänger hält, wie er ihn sieht. […] Zum anderen enthält die Beziehungsseite aber auch eine Botschaft darüber, wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Empfänger sieht („so stehen wir zueinander“) (Schulz von Thun, 1981, S. 28, Hervorheb. im Original).

Appell: In dieser Ebene wird deutlich, dass Nachrichten oftmals auch etwas Forderndes oder gar Manipulierendes enthalten können. „Die Nachricht dient also (auch) dazu, den Empfänger zu veranlassen, bestimmte Dinge zu tun oder zu unterlassen, zu denken oder zu fühlen“ (Ders. 1981, S. 29).

Selbstoffenbarung: In dieser Ebene wird deutlich, dass jede Nachricht nicht nur einen Inhalts-, Appell- und Beziehungsaspekt beinhaltet, sondern auch viel über die Persönlichkeit des Senders enthüllt. Schulz von Thun bemerkt dazu, dass „in jeder Nachricht ein Stück Selbstoffenbarung des Senders [steckt]. Ich wähle den Begriff der Selbstoffenbarung, um damit sowohl die gewollte Selbstdarstellung als auch die ungewollte Selbstenthüllung einzuschließen“ (1981, S. 27, Hervorheb. im Original).

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Details

Seiten
20
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638404013
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v42348
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
gut
Schlagworte
Technologien Kreativität Kommunikation Computervermittelte

Autor

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