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Sportmedizinische Grundlagen und Management des FAI-Syndroms

Handlungsempfehlungen zur Hüfttherapie bei einer FAI-Diagnose

Hausarbeit 2017 22 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhalt

Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Einteilung

3. Ätiologie. .

4. Symptome

5. Diagnose

6. Therapie
6.1 Konservative Therapie
6.2 Chirurgische Therapie

7. Diskussion und Handlungsempfehlungen

8. Fazit und Ausblick

9. Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Diese Studienarbeit befasst sich mit dem Femoroazetabulären Impingement (im Folgenden auch FAI).

Das FAI ist eine vielschichtige, komplexe Hüfterkrankung, die in dieser Studienarbeit anhand von Aspekten aus der Sportmedizin behandelt wird.

Nach dem Beschreiben einiger Grundlagen, wie der Definition und grundsätzlichen Einteilung werden mögliche Ursachen, Symptome, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten aufgezeigt. Danach werden die genannten Aspekte einer Diskussion unterzogen und es werden Handlungsempfehlungen zur Hüfttherapie bei einer FAI-Diagnose beschrieben. Abschließend wird ein Fazit gezogen.

Es stellt sich heraus, dass das Femoroazetabuläre Impingement, unter aktuellen sportmedizinischen Gesichtspunkten sowie in Hinblick auf Diagnostik und Therapie, als äußerst komplex und noch nicht ausreichend erforscht zu bewerten ist.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Einteilung des Femoroazetabulären Impingement (FAI)

Quelle: http://bjsm.bmj.com

Abbildung 2: Verlauf für das Management des Femoroazetabulären Impingement (FAI) Syndroms

Quelle: http://bjsm.bmj.com

1. Einleitung

Das FAI ist ein pathomechanisch ablaufender Prozess, bei dem eine Deformität des Oberschenkelhalses (Verdickung) oder der Hüftpfanne (Vertiefung) vorliegt. Auch beide Deformitäten zur gleichen Zeit sind möglich. Hierdurch können die intraartikulären Strukturen geschädigt werden, d.h. der Femurkopf oder Schenkelhals schlägt gegen die Pfanne, wodurch der Knorpel in der Pfanne zerstört werden kann.

In der Folge führt dies zu Schmerzen in der Leistengegend und zu Defiziten in der Beweglichkeit und Kraft (Casartelli et al., 2011). Patienten klagen über ein gefühltes „Einklemmen“ der Hüfte.

Besonders junge Sportlerinnen und Sportler sind sehr häufig vom FAI betroffen (Bizzini et al., 2007). Leunig und Ganz (2012) sehen das FAI weiter als die häufigste Ursache einer sekundären Coxarthrose. Ein künstliches Hüftgelenk ist hier später die fast sichere Folge.

Es ist daher sehr interessant zu sehen, wie die gängige Literatur das FAI beschreibt und wie der aktuelle Forschungsstand im Bereich des FAI und seiner Behandlung ist. Dies soll in der vorliegenden Studienarbeit dargelegt werden.

Auf den Umgang mit einem Hüftimpingement wie dem FAI können, aufgrund verschiedener Umstände, weitere Faktoren Einfluss nehmen. Deshalb wird auf Fälle mit Sekundärdiagnosen, wie z.B. Diabetis, die für die Gesamtentwicklung bei einer FAI-Diagnostik und entsprechender Behandlung selbstverständlich eine große Rolle spielen können, nicht näher eingegangen.

Der Fokus dieser Arbeit liegt hingegen auf den, aus der Sicht des Autors, wichtigsten Aspekten des FAI.

So werden im Folgenden zunächst die allgemeine Definition und die Einteilung des FAI beschrieben, weiter werden mögliche Ursachen, Symptome, Diagnose und die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie bei einer FAI-Diagnose näher erklärt, im Bereich der Therapie insbesondere die Bereiche konservative und chirurgische Therapie. Danach werden die aufgezeigten Aspekte des FAI einer Diskussion unterzogen, in der auch Handlungsempfehlungen angeführt werden. Zum Abschluss wird ein Fazit gezogen, das auch einen Ausblick in Hinblick auf die Forschung enthält.

All dies wird durchgeführt anhand einer hermeneutischen Untersuchung und der eigenen Erfahrung des Autors mit der vorliegenden Hüftproblematik.

2. Definition und Einteilung

Das FAI ist ein orthopädisches Phänomen, bei dem es durch morphologische Veränderung am Oberschenkelhalsknochen und/oder der Hüftpfanne während Bewegungen im Hüftgelenk zu atypischem Kontakt von Knochen und Pfanne kommt. Die Strukturen des Hüftgelenks können so durch die ständige mechanische Irritation geschädigt werden.

Laut der wissenschaftlichen Literatur gilt das FAI als mögliche Ursache für eine Hüftarthrose (Ganz et al., 2003). Bei einer normal gesunden Hüfte wird der fast kugelförmige Hüftkopf (Caput femoris) zur Hälfte von der Hüftpfanne (Acetabulum) umschlossen. Wenn aber der Oberschenkelhals (Collum femoris) zu breit oder die Hüftpfanne zu tief ist, kann es durch “anschlagen” des Schenkelhalses am Rande der Pfanne zu einer Zerstörung von Knorpel bzw. Labrum kommen. Dies kann zu Schmerzen führen und langfristig zu einer Coxarthrose, durch die ein künstlicher Gelenkersatz unumgänglich werden kann.

Das FAI wird eingeteilt in zwei Unterformen: Das Cam-Impingement und das Pincer- Impingement (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Einteilung des Femoroazetabulären Impingement (FAI)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie zu erkennen ist, werden beim Cam-FAI die Beschwerden durch eine Deformität, d.h. knöcherne Vorsprünge, am Hals des Oberschenkelknochens ausgelöst. Bei Innenrotation wird der Femurkopf hier in die Hüftpfanne “eingepresst” und so Knorpelgewebe zerstört. Das CAM-FAI tritt typischerweise häufiger bei jungen Sportlern auf (Leunig et al., 2009) und zerstört den Knorpel schneller als das Pincer-Impingement (Leunig, 2012).

Beim Pincer-FAI liegt die Deformität an der Hüftpfanne vor, entweder in Form einer zu stark ausgeprägten Überdachung des Oberschenkelkopfs oder in Form einer Fehlstellung der Hüftpfanne (Retrusion). Der Femurkopf wird bei Bewegung der Hüfte von der Hüftpfanne “in die Zange genommen” wodurch es auch hier zu einer Degeneration des Knorpels kommt. Das Pincer-FAI kommt häufiger bei Frauen vor, vor allem im Alter zwischen 30 und 40 Jahren (Leunig et al., 2009).

Außerdem ist die Kombination aus dem Cam-FAI und dem Pincer-FAI auf der Abbildung 1 zu sehen. Bei vielen Betroffenen liegt diese Kombination vor, etwas seltener beinhaltet die FAI-Diagnose nur eine der beiden Unterformen (Leunig et al., 2009).

3. Ätiologie

Meist kommen viele unterschiedliche Ursachen für die Entstehung eines FAI in Frage und die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig bekannt bzw. wissenschaftlich belegt. Sowohl Leunig (2012) als auch Nötzli, Dora und Wyss (2005) beschreiben dennoch verschiedene Krankheitsbilder, die erwiesenermaßen mit einem Hüftimpingement in Verbindung stehen und als Ursache genannt werden können. Diese sind:

- eine Hüftdysplasie

- eine fehlende Taille am Übergang von Schenkelhals zu Femurkopf, z.B. infolge einer Epiphysenablösung des Femurkopfes. Es wird gemeinhin vermutet, dass diese entweder in einer genetischen Prädisposition begründet ist oder dass sich bei Kindern, die intensiv Sport treiben, die fehlende Taillierung des Schenkelhalses funktionell anpasst, bevor die Wachstumsfuge geschlossen ist.

Eine funktionelle Ursache für die fehlende Taille kann auch die sogenannte Coxa vara sein. Dies bedeutet, dass das obere Ende des Oberschenkelknochens eine unnormale Stellung hat, bzw. verbogen ist. Eine Coxa vara kann angeboren oder erworben sein.

- die Retroversion des Femurs oder des Acetabulums, z.B. infolge eines Traumas.

- die Retroversion des Acetabulums

- die „Vorwölbung“ des Acetabulums in das kleine Becken (Protusio acetabuli)

- ein zu tief ausgebildetes Acetabulum (Coxa profunda)

- eine zu starke Abnutzung der Hüfte infolge von Über- oder Fehlbelastungen meist im Rahmen sportlicher Aktivitäten. Häufig sind hier Stop-and-go Sportarten zu nennen, z.B. Basketball, Tennis oder Squash. Auch Tänzer (Ballett) sind oft betroffen.

All die obig genannten Krankheitsbilder treten auch häufiger in Kombination auf. Oft ist das FAI also auf eine multifaktorielle Ursache zurückzuführen. Zusammenfassend kann die Ursache eines FAI also als die Abweichung einer normalen Hüftkopfstruktur oder normalen Pfannendachstruktur, also eine anatomische Variante, gesehen werden.

4. Symptome

Schmerz ist das primäre Symptom einer FAI Erkrankung. Die Lokalisation des Schmerzes ist hierbei vielfältig. Betroffene Patienten beschreiben Schmerz vor allem in der Hüft- und Leistengegend, aber auch Schmerzen im Bereich von Oberschenkelrückseite, Gesäß, den Knien oder dem unteren Rücken bestehen bei einigen Patienten. Die Hüftschmerzen strahlen hier zum Teil in den Oberschenkel oder auch in den Bereich des Trochanter major aus.

Häufig werden auch verstärkte Schmerzen nach längeren Sitzperioden von den Betroffenen genannt.

Die Patienten beschreiben außerdem oft die Kombination mit mechanischen Symptomen wie „klicken“, eine eingeschränkte Beweglichkeit, ein „Nachgeben“ oder Hüftsteife (Griffin et al., 2016).

Die Beschwerden beginnen oft schleichend und der Schmerz ist typischerweise bewegungs- und positionsabhängig, d.h. Patienten beschreiben einschießende Schmerzen bei bestimmten Bewegungen und körperlichen, sportlichen Aktivitäten, vor allem bei der Innenrotation oder der Flexion der Hüfte. Bei vielen unterschiedlichen Sportlern wurden diese positions- und bewegungsabhängigen Schmerzen festgestellt und belegt, sowohl bei Stop-and-go Sportarten (z.B. Tennisspieler) oder Kontaktsportarten (z.B. American Football Spieler) sowie bei Sportlern mit Hypermobilität (z.B. Turner) aus dem Leistungs- und Breitensportbereich (Griffin et al., 2016).

Viele dieser Sportler eint das meist junge Alter.

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Details

Seiten
22
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668688193
ISBN (Buch)
9783668688209
Dateigröße
762 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v421181
Institution / Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst)
Note
2,0
Schlagworte
femoroazetabulären impingement handlungsempfehlungen hüfttherapie fai-diagnose

Autor

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Titel: Sportmedizinische Grundlagen und Management des FAI-Syndroms