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Welche Möglichkeiten bestehen, um die Motivation im Klassenzimmer zu fördern?

Seminararbeit 2017 13 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Motivation?
2.1 Motiv als Grundlage der Motivation
2.1 Intrinsische und extrinsische Motivation.
2.2 Zusammenspiel von intrinsischer und extrinsischer Motivation..

3 Schule als Lebenswelt.
3.1 Möglichkeiten zur Motivationsförderung
3.2 Motivationsförderung durch Gestaltung der Lernumgebung
3.3 Motivationsförderung durch Einbezug der Schüler.
3.4 Motivationsförderung durch Kommunikation und Sympathie

4 Fazit..

5 Literaturverzeichnis..

Einleitung

Motivation bewirkt Veränderung. Daher ist diese Thematik für Eltern, Lehrkräfte, Vorgesetzte, Trainer und alle, die etwas bewegen möchten, entweder bei anderen oder auch bei sich selbst von besonderer Bedeutung. Dabei können sich viele Menschen unter diesem Begriff nur sehr wenig vorstellen und sind sich dessen kaum bewusst, dass die Motivation an sich den grundlegenden Antrieb für ihr alltägliches Handeln darlegt. Im Bezug darauf ob man selbstständig und mit eigenen Willen sich selbst auferlegte Aufgaben bewältigen möchte oder erst durch die Absicht anderer die Einsicht erhält, bestimmte Anforderungen erfüllen zu müssen, so begegnet uns Motivation in fast allen Belangen unseres Lebens. Beim ersten auf den Boden setzen des Fußes beim allmorgendlichen Aufstehritual um rechtzeitig die Schule zu erreichen oder beim verdienten ins Bett fallen lassen nach einem anspruchsvollen Schulalltag, Motivation begegnet uns in nahezu jeder Lebenslage.

Die Thematik der Motivation soll sich in dieser Hausarbeit auf den Alltag in der Schule und den Unterricht beziehen, da gerade zu Zeiten steigenden Interesses der Jugendlichen an medialem Konsum, in Form von Social Media, verschiedenen Nachrichtendiensten oder in Form von Verwendung unterschiedlicher Hardware, die Motivation zwar immer noch ungebrochen ist, sich jedoch in der Ausführung allerdings in anderen Kanälen wiederfindet. Dadurch kann angenommen werden, dass sich die Thematik der Motivation, durch den Konzentrations- und Willensverlust der Schüler im schulischen Alltag, adäquate bis hervorragende Leistung zu erbringen, eine Tendenz zur Problematik entwickeln kann. Aufgrund dieser aktuellen Annahme ergibt sich daher die zentrale Frage, welche Möglichkeiten bestehen, um die Motivation im Klassenzimmer zu fördern.

Zu Beginn der Hausarbeit wird der Termini der Motivation erläutert, um die Voraussetzung zu schaffen, dass Verstehen von extrinsischer und intrinsischer Motivation zu erleichtern, diese werden anschließend voneinander unterschieden. Der darauffolgende Punkt befasst sich mit dem Thema „Schule als Lebenswelt“ und gibt einen kurzen Einblick über den Begriff Schule sowie über die verschiedenen Auffassungen der Schule als Institution, wie diese von Lehrern und Schülern betrachtet wird. Ergänzend werden unterschiedliche Möglichkeiten der Motivation für Schüler, aber auch für Lehrer nähergebracht, um den Schulalltag engagierter und orientierter ausüben zu können. Abschließend wird im Schlussteil ein Resümee gezogen, welches auf der zentralen Fragstellung aufbaut.

2 Was ist Motivation?

Unter Motivation ist die Gesamtheit aller Beweggründe, folglich Motive, und deren Interaktion mit situativen Anreizen zu verstehen. Die Motivation beeinflusst unterdessen die Wahl eines bestimmten Verhaltens zur Erreichung und Vervollständigung eines Ziels sowie Richtung, Intensität und Ausdauer der Handlung. Wichtig zu benennen ist die Tatsache, dass Motivation dabei einen aktuellen Zustand und kein überdauerndes Persönlichkeitsmerkmal beschreibt (vgl. Pschyrembel 2002).

2.1 Motiv als Grundlage der Motivation

Unter einem Motiv ist eine Disposition zu verstehen, die nach einem bestimmten wertgeladenen Zielzustand innerhalb eines Person-Umwelt-Bezuges strebt. Als Sammelname steht das Motiv für unterschiedliche Bezeichnungen wie Bedürfnis, Beweggrund, Trieb, Neigung und Interesse. Anzumerken ist, dass bei allen Bedeutungsunterschieden diese Bezeichnungen auf eine Gerichtetheit von wertgeladenen Zielzuständen verweisen, die sich in ihrer subjektiv empfundenen Wichtigkeit hierarchisch einstufen lassen. So bilden Grundbedürfnisse, wie essen, schlafen, trinken, das Fundament welches sich fortführt in Sicherheitsbedürfnissen wie materielle und berufliche Belange und grundlegend sind für die sozialen Bedürfnisse wie Freundschaft und Gruppenzugehörigkeit (vgl. Hoffman 1988). Das jeweilige Ziel kann im Anstreben eines positiven, angenehmen Zustandes bestehen, im Vermeiden eines gegenwärtig als negativ oder unangenehm empfundenen Zustandes sowie im Aufrechterhalten des gegenwärtigen als angenehm empfundenen Zustandes. Der Begriff der Disposition bezeichnet die Tendenz einer Person, sich in einer bestimmten Situation in bestimmter Weise zu verhalten. So verhält sich etwa der leistungsmotivierte Schüler in Situationen ehrgeizig und es ist anzunehmen, dass sich dieser auch in zukünftigen Leistungssituationen so verhält. Die Disposition, also das Motiv selbst, ist nicht beobachtbar, es kann hinsichtlich dieser Annahme nur durch Beobachtungen bestimmter Verhaltensweisen in bestimmten Situationen darauf verwiesen werden um Voraussagen zu über das Verhalten machen. Motive als hypothetische Konstrukte sollen also zwischen vorauslaufenden beobachtbaren Bedingungen und nachfolgenden beobachtbaren Erscheinungen im Verhalten erklärend vermitteln. Stellt man das Motiv folglich der Motivation gegenüber, lässt sich daraus ableiten, dass das Motiv, welches auf interindividueller Unterschiede basiert, sich damit richtungsweisend auf die Motivation auswirkt, da die Erfüllung eines bestimmten Zielzustandes angestrebt wird. Hingegen wird Motivation verstanden als aktueller Prozess, welcher auf intraindividuellen Unterschieden basiert und durch die konkrete Anregung einer solchen Strebungsdisposition ausgelöst wird (vgl. Mees 2004: 18ff.).

2.2 Intrinsische und extrinsische Motivation

Intrinsisch motivierte Verhaltensweisen werden als interessenbestimmte Handlungen definiert, deren Aufrechterhaltung keine vom Handlungsgeschehen separierbaren Konsequenzen erfordern. In diesem Zusammenhang ist dabei von externen oder intrapsychischen Anstößen, darunter sind Prozesse zu verstehen die innerhalb einer Person ablaufen (vgl. Pschyrembel 2002), auszugehen. Folglich basiert intrinsische Motivation auf Neugier, Spontanität sowie Erkundung an der unmittelbaren Gegebenheiten der Umwelt und kann daher auch als selbstbestimmte Motivation wahrgenommen werden, die zusätzlich unter der Begrifflichkeit der Eigenmotivation verstanden werden kann (vgl. Deci/Ryan 1993: 225f.). Dies ist vorrangig den Erhalt des eigenen Wertesystems dienlich, so wird beispielsweise ein Schüler, der einem bestimmten Fach zugetan ist, gewisse Anforderungen effektiver bewältigen können, wenn er Sie aus der eigenen Lust heraus bearbeitet (vgl. Büchler 2016).

Im konkreten Vergleich zu den intrinsisch motivierten Verhaltensweisen treten die extrinsisch motivierten Verhaltensweisen nur selten spontan auf. Diese werden eher durch Aufforderungen in Gang gesetzt, deren Befolgung eine Bekräftigung mit positiven Ausmaß erwarten lässt. In diesem Zusammenhang werden dabei Verhaltensweisen sichtbar, die mit instrumenteller Absicht durchgeführt werden, um einer von der Handlung separierbare Konsequenz zu erlangen. Folglich basiert extrinsische Motivation damit auf äußeren Reizen, die oftmals mit einem Aufforderungs- und Vollzugscharakter einhergehen und keine von der aufgeforderten Person selbstbestimmte Motivation voraussetzen. In der Kurzform kann diese Verhaltensweise auch als Fremdmotivation verstanden werden (vgl. Deci/Ryan 1993: 225f.). Dies ist unterschiedlichen Motiven des Schülers dienlich, so kann ein Lehrer durch äußeren Einfluss, dessen Leistungsmotiv im gelungenen Falle positiv beeinflussen und durch gezieltes Mitarbeiten lassen auch sein Zugehörigkeitsgefühl fördern (vgl. Büchler 2016).

Die folgende Abbildung 1 soll, dabei noch einmal die verschiedenen Motive, die bei den jeweiligen Motivationsarten auftreten können, veranschaulichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Unterschiede bei den Motivationsarten ( 2016)

2.3 Zusammenspiel von extrinsischer und intrinsischer Motivation

Über das Zusammenspiel von extrinsischer und intrinsischer Motivation herrschen große Unstimmigkeiten. Die Forschung war weitgehend zu der Überzeugung gelangt, dass die intrinsische Motivation durch das Setzen von externen Anreizen verdrängt oder zumindest ge-schwächt wird. In diesem Zusammenhang wird auch heute noch vom Verdrängungseffekt gesprochen. In Folge dessen nimmt man an, dass die intrinsische Motivation einer Person sinkt, sobald ihr eine Belohnung dafür geboten wird. Zur genaueren Bestimmung dieses Sachverhaltes gingen über die Zeit diverse Studien nach, woraufhin stark zu differenzierende Erkenntnisse die Ergebnisse waren.

In der Auswertung wurde deutlich, dass sich kaum eine eindeutige Aussage über das Zusammenwirken von extrinsischer und intrinsischer Motivation treffen lässt. Weder eine Verknüpfung zwischen den beiden Motivationsarten noch eine gegenseitige Verdrängung lässt sich widerspruchsfrei belegen. Dennoch kam man zur Annahme, dass sich extrinsische und intrinsische Motivation nicht als Gegenspieler gegenüberstehen. Durch Internalisierung und Integration extrinsisch motivierten Handelns kann dieses in selbstbestimmtes Handeln übergehen. Dabei wird eine differenziertere Betrachtung der extrinsischen Motivation durch die Unterteilung in vier Regulationsstadien vorgenommen, die in Tabelle 1 weiter erläutert werden. Hierbei wird deutlich, dass sich extrinsische und intrinsische Motivation nicht trennscharf voneinander unterscheiden lassen.Anhand der Regulationsstadien lässt jedoch ableiten, dass sich die extrinsische Motivation analog zur Persönlichkeit des Handelnden unter Einfluss des sozialen Umfelds entwickeln kann. Die Handlung, die zunächst durch äußere Einflüsse gesteuert wird, wird zunehmend verinnerlicht und nähert sich der intrinsischen Motivation an (vgl. Badenhop et al. 2013: 11ff.).

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Details

Seiten
13
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668685031
ISBN (Buch)
9783668685048
Dateigröße
614 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v420429
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Institut für Erziehungswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Lernerfolg Motivation Klassenzimmer intrinsisch extrinsisch Förderung Motivationsförderung Gestaltung Schule Unterrichtsgestaltung Alltagswelt Lebenswelt Schüler Lehrer

Autor

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