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Tiefenpsychologie im wirtschaftlichen Kontext

Anwendung auf verschiedene Fragestellungen wie Produkte, Unternehmen oder Aktienmärkte

Studienarbeit 2016 10 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
1.3 Abgrenzung

2. Die tiefenpsychologische Analyse
2.1 Psychoanalyse
2.2 Analytische Psychologie
2.3 Individualpsychologie

3. Praktische Relevanz im wirtschaftlichen Kontext
3.1 Finanzmärkte
3.2 Sozialverhalten in Unternehmen
3.3 Unternehmen und Produkte

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis S.

Es ist leichter, zum Mars vorzudringen, als zu sich selbst. (Carl Gustav Jung)

1. Einleitung

Die Psychologie ist die Wissenschaft, die das Wahrnehmen, Verhalten und Erleben zum Gegenstand ihrer Forschung hat. Der Bereich der Psychologie, der die unbewussten Bereiche als elementar zur Erklärung ansieht, die Tiefenpsychologie, ist Gegenstand dieser Arbeit.

1.1 Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist ein kritisches Reflektieren des tiefenpsychologischen Zugangs zum Menschen und den dadurch gewonnenen Erkenntnissen. Diese Arbeit versucht die Tiefenpsychologie darzustellen und ihre Eignung für verschiedene Fragestellungen prüfend aus der Sicht des Verfassers zu betrachten. Schwerpunkt bei Betrachtung und Analyse ist die Relevanz für die wirtschaftliche Praxis.

1.2 Vorgehensweise

Nach einem komprimierten Überblick über die Tiefenpsychologie werden Anwendungsmöglichkeiten sowie Auswirkungen in der realen Welt betrachtet. Grenzen und Alleinstellungsmerkmale tiefenpsychologischer Betrachtungsweisen ergeben schlussendlich das Fazit aus Sicht des Verfassers.

1.3 Abgrenzung

Nicht Bestandteil der Erwägungen sind Ansätze der Bewusstseinspsychologie sowie die akademische Wirtschaftspsychologie oder spirituelle Zugänge, wenngleich diese auch an manchen Stellen Erwähnung finden. Aus Platzgründen ist in dieser Arbeit auch nicht die Intention sämtliche Schulen und deren detaillierte Errungenschaften und Forschungsgebiete der Tiefenpsychologie umfassend darzustellen, sondern den Schwerpunkt im anwendungsorientierten wirtschaftlichen Kontext zu bilden.

2. Die Tiefenpsychologische Analyse

Psychologische Betrachtungsweisen, welche Prozesse im Unbewussten Teil der Psyche als wesentlich für die Erklärung von Handlungen oder dem Erleben des Individuums heranziehen, werden unter dem Übergriff Tiefenpsychologie zusammengefasst. Wissenschaftliche Disziplinen müssen empirisch belegt sein und falsifizierbare Hypothesen und Theorien aufstellen können und genau dort ist der tiefenpsychologische Boden dünn. Allerdings erzeugen Psychotherapien nachweisbare Veränderungen im Gehirn, z.B. im limbischen System. Zelluläre Stressoren können bei einer Gruppen von Proteinen, den sogenannten Chaperonen, eine Funktionsänderung auslösen welche dann die Zellstruktur im Gehirn sichtbar verändert. (Rohkamm und Güther, 2009, S. 68). Zelluläre Stressoren können u.a. psychologische Affekte oder emotionale Konflikte sein (Rohkamm und Güther, 2009, S. 410).

Im Wesentlichen existieren unter dem Sammelbegriff der Tiefenpsychologie drei Schulen mit verschiedenen Persönlichkeitsmodellen.

2.1 Die Psychoanalyse

Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, gilt als Pionier auf dem Gebiet der Tiefenpsychologie und war von der Existenz des Unbewussten unter anderem durch posthypnotische Suggestion sowie die „Freud´schen Fehlleistungen“ überzeugt. (Vgl.Freud, 1915, S. 127 ff.). Er postulierte, dass der Prozess der Verdrängung, der allen tiefenpsychologischen Schulen innewohnt, Inhalte vor der Bewusstwerdung abhält und sie ins Unbewusste verbannt. Freud entwickelte das bekannte Strukturmodell der Psyche, welches aus dem Ich, dem Es und dem Ü ber-ich besteht. (Vgl. Freud, 1923, S288. ff.). Im Ü ber-ich liegen verinnerlichte Werte und Gesetzmäßigkeiten, welche beispielsweise durch Erziehung oder Interaktion mit der Gesellschaft gewachsen sind. Das Es wiederum ist Heimat der Triebe und Bedürfnisse im Unbewussten, welche je nach Impuls das Handeln beeinflussen und nach dem Lustprinzip funktionieren. Das Ich steht gewissermaßen zwischen Ü ber-ich und Es und interagiert bewusst mit der Außenwelt. Es hat dort prinzipiell die Aufgabe auftretende Spannungen oder konflikthafte Antriebe auszugleichen.

2.2 Die analytische Psychologie

Die analytische Psychologie wurde von Carl Gustav Jung am Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt. Auffälliger Wesenszug der analytischen Psychologie ist die Erweiterung des Unbewussten. Während Freud verdrängte Inhalte des Bewusstseins im Unbewussten ansiedelte, erweiterte Jung diese Inhalte um das „kollektive Unbewusste“. Damit sind Muster gemeint, welche alle Aspekte des Lebens beeinflussen und durch Vererbung weitergegeben werden. Diese Muster, sogenannte Archetypen, sind nicht direkt beobachtbar und treten nur als Auswirkung in Erscheinung. Um der Theorie des „kollektiven Unbewussten“ nachzugehen, unternahm Jung ausgedehnte Expeditionen nach Afrika und zu Indianerstämmen in die USA. (Jaffé, 2011, S. 242 ff.).

2.3 Die Individualpsychologie

Alfred Adler, wie Carl Gustav Jung ehemaliger Schüler Sigmund Freuds, stellte mit seinem Ansatz der Tiefenpsychologie eine weitere Perspektive parallel dar, in der ein ganzheitlicher Blick auf das Individuum vorherrscht. Als bedeutsam sieht Adler nicht wie Freud den Sexualtrieb, sondern eine „objektive Minderwertigkeit“, entweder ausgelöst durch eine „Organminderwertigkeit“ oder der Tatsache, dass Kinder und Säuglinge den weiterentwickelten Erwachsenen unterlegen sind. Dieses Minderwertigkeitsgefühl wird durch die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls, das horizontale Streben, oder durch Erlangung von Macht, Geltung und Überlegenheit, dem vertikalen Streben, kompensiert. (Rattner, 1974, S. 14 ff.). Als weiteren Unterschied zu anderen Schulen, welche eine kausale, in die Vergangenheit gerichtete Betrachtung beinhalten, hält Alfred Adlers Individualpsychologie eine finale, zukunftsgerichtete Perspektive entgegen und möchte nicht „ein ausgeklügeltes Mosaik zusammensetzen, sondern die Einheit der menschlichen Person betonen“. (Rattner, 1974, S.15).

3. Praktische Relevanz im wirtschaftlichen Kontext

Im Folgenden sollen einige Bereiche der realen Wirtschaft unter tiefenpsychologischer Perspektive betrachtet werden.

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Details

Seiten
10
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668681873
ISBN (Buch)
9783668681880
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v419471
Institution / Hochschule
Donau-Universität Krems - Universität für Weiterbildung
Note
1,2
Schlagworte
Tiefenpsychologie Homo oeconomicus

Autor

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Titel: Tiefenpsychologie im wirtschaftlichen Kontext