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Dividendenpolitik. Evaluierung auf Basis der Unternehmen im DAX 30

Seminararbeit 2017 21 Seiten

VWL - Finanzwissenschaft

Leseprobe

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Formelverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Struktur der Arbeit

2 Dividendenpolitik
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Erläuterung und Aussagekraft der Kennzahlen zur Dividenden-Bewertung
2.2.1 Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
2.2.2 Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
2.2.3 Dividendenrendite

3 Analyse der Dividendenpolitik im Rahmen des DAX 30
3.1 Begriffserläuterung DAX 30
3.2 Nachhaltigkeit der Dividenden des DAX 30
3.3 Verschiedene dividendenpolitische Ansätze im DAX 30

4 Fazit
4.1 Zielerreichung
4.2 Perspektiven

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: 10-Jahres-Durchschnittswerte von KGV, KBV und Dividendenrendite

Tabelle 2: Top 5 Dividendenzahler

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Formelverzeichnis

Formel 1: Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ettmann, B. et al., Kompaktwissen Bankbetriebslehre, 2014,

Formel 2: Berechnung des Kurs-Buchwert-Verhältnisses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ettmann, B. et al., Kompaktwissen Bankbetriebslehre, 2014,

Formel 3: Berechnung der Dividendenrendite

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle Ettmann, B. et al., Kompaktwissen Bankbetriebslehre, 2014,

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Evaluierung der Dividendenpolitik der DAX 30 Unternehmen. Zunächst wird die Problemstellung dargestellt, gefolgt von einer Erläuterung der Zielsetzung und der Struktur der Arbeit.

1.1 Problemstellung

Seit 2008, dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise, hat sich das Zinsniveau in Deutschland und in Europa stark rückläufig entwickelt.[1] So rentiert zum Beispiel die aktuelle zehnjährige Bundesanleihe bei 0,26 % p.a..[2] Diese Gegebenheiten am Markt haben einige bisher sehr vorsichtige, nicht finanzaffine Anleger zum Umdenken angeregt. Die bereits angesprochene Niedrigzinspolitik ist ein Grund, welcher Anleger dazu veranlasst in den Wertpapierhandel ein zu steigen. Insbesondere eignen sich hierfür konservative Aktienwerte mit nachhaltiger Dividendenpolitik. Dividenden sind jedoch nicht mit Zinsen gleichzusetzten.[3] Dennoch können sie eine sehr gute Alternative zu konservativeren Anlageformen, wie festverzinslichen Wertpapieren, darstellen.[4] Dieser Sachverhalt wird insbesondere dann erfüllt, wenn es sich um verlässliche Dividendenzahler handelt, welche ihre Ausschüttungen über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren nicht gesenkt haben.[5] Die in diesem Abschnitt geschilderten Faktoren veranlassen dazu, die Dividendenpolitik der DAX 30 Unternehmen zu evaluieren. Aus diesem Grund wird im Folgenden ein Augenmerk auf die Maßnahmen der Dividendenpolitik der DAX 30 Unternehmen gelenkt.

1.2 Zielsetzung und Struktur der Arbeit

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Beleuchtung der aktuellen Dividendenpolitik in Deutschland anhand der DAX 30 Unternehmen. In der Arbeit wird zunächst die Dividendenpolitik im Allgemeinen erläutert. Des Weiteren wird eine Auswahl an Kennzahlen zur Dividendenbewertung inklusive der gängigen Interpretationsmöglichkeiten vorgestellt. Darauf aufbauend wird die Dividendenpolitik der im DAX 30 notierten Unternehmen auf Nachhaltigkeit, sowie auf unterschiedliche Ausschüttungsstrategien hin überprüft. Abschließend wird eine Prognose für die zukünftige Entwicklung der Dividendenpolitik innerhalb der DAX 30 Unternehmen gegeben.

2 Dividendenpolitik

Die Fundamentalanalyse ist eine Möglichkeit zur Beleuchtung einer Aktiengesellschaft. Neben der Globalanalyse und der Branchenanalyse spielt die Unternehmensanalyse hierbei eine wichtige Rolle. Im nachfolgenden Kapitel wird nach einer ausführlichen Begriffsdefinition speziell auf die drei wichtigen Kennzahlen der Unternehmensanalyse eingegangen.

2.1 Begriffsdefinition

Die Fragen nach dem Wie und dem Warum der Gewinnausschüttung von Aktiengesellschaften ist seit der Irrelevanz-Hypothese von Miller und Modigliani[6] ein Rätsel.[7] Die soeben genannte Studie der beiden Nobelpreisträger besagt, dass an einem perfekten Markt die Dividendenpolitik eines Unternehmens irrelevant ist.[8] Hierbei wurden jedoch eine Reihe von Annahmen unterstellt, die in der Realität nicht zutreffen.[9] Nach Lübke und Rojahn zählt die Dividendenpolitik für Emittenten zu den zentralen Corporate Finance Entscheidungen.[10] Tatsächlich ist das Dividendenausschüttungsverhalten börsennotierter Emittenten im Hinblick auf Ausschüttungswahrscheinlichkeiten und -quoten durch Heterogenität gekennzeichnet. Dieses wird durch die Profitabilität und den Free Cash Flows dargestellt.[11] Ebenfalls sind folgende Einflussfaktoren relevant: makroökonomische und branchenbezogene-, allgemein unternehmensbezogene-, investitionsorientierte-und finanzierungsorientierte Determinanten.[12] Im Detail anzuführen sind zwei firmenspezifische Varianten der Dividendenpolitik. Zum einen die Trade-Off-Theorie, welche besagt, dass die Dividendenausschüttungswahrscheinlichkeit bei hochprofitablen Unternehmen höher ist. Zum anderen lehrt die Pecking Order, dass die Dividenden tendenziell höher ausfallen, je geringer der Investitionsbedarf der Firma ist.[13] Als Teil der Bilanzpolitik verfolgt die Dividendenpolitik die Ziele seine strategischen Aktionäre, Großaktionäre sowie die öffentliche Hand gewogen zu halten.[14]

2.2 Erläuterung und Aussagekraft der Kennzahlen zur Dividenden-Bewertung

Im folgenden Kapitel werden die drei Kennzahlen mit der höchsten Praxisrelevanz sowohl verbal als auch anhand der Formeln erläutert.

2.2.1 Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis wird als eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung einer Aktie herangezogen. Diese Formel setzt den Kurs einer Aktie in Relation zum Gewinn je Anteilsschein.[15] Das Ergebnis wird in Jahren ausgedrückt. Unter der Annahme konstanter Gewinne wird damit die Amortisationsdauer des eingesetzten Kapitals festgestellt.[16] Eine Aktie gilt beispielsweise bei hohen Gewinnen und gleichzeitig niedrigem Aktienkurs als günstig bewertet. In diesem Beispiel liegt ein niedriges KGV vor. Der Kehrwert des KGV entspricht der aktuellen Gewinnrendite, welche sich in etwa mit der Verzinsung einer Anleihe vergleichen lässt.[17] Diese Kennzahl kommt bei substanzorientierten Strategien in der Fundamentaltheorie in Frage und muss branchenspezifisch über Jahre betrachtet werden.[18]

Formel 1: Berechnung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle : Ettmann, B. et al., Bankbetriebslehre, 2014, S. 230

Die Vorteile der Kennzahl sind u.a. die leichte Berechnung und einfache Erklärbarkeit sowie die Objektivierung durch Bereinigungsfaktoren. Zudem dient das KGV als Faustformel für die Berechnung der Anlagerendite (= Kehrwert des KGV).[19] Als Nachteil ist zu nennen, dass diese Kennzahl stets mit dem tagesaktuellen Kurs volatiert.[20]

2.2.2 Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist eine weitere wichtige Kennziffer zur Bewertung einer Aktie, welche vor allem von langfristig orientierten Investoren eingesetzt wird.[21] Der Aktionär ist mit seiner Beteiligung am Grundkapital an den Eigenkapitalpositionen der Gesellschaft beteiligt. Dieser Bruchteil je Aktie am Eigenkapital wird als Buchwert bezeichnet. Der Buchwert je Aktie ermittelt sich aus der Summe von Gezeichnetem Kapital, Rücklagen und Bilanzgewinn dividiert durch die Gesamtzahl der Aktien. Zur Ermittlung des Kurs-Buchwert-Verhältnisses wird anschließend der aktuelle Börsenkurs einer Aktie durch den Buchwert je Aktie geteilt.[22] Ein Ergebnis von eins würde folglich bedeuten, dass der aktuelle Börsenkurs genau das Verhältnis zum Eigenkapital abbildet. Ein Resultat kleiner eins lässt eine Unterbewertung vermuten. In der Konsequenz liegt das Gegenteil bei einem Koeffizienten größer eins vor.[23] Ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis gilt somit häufig als Kaufsignal einer Aktie.[24]

Formel 2: Berechnung des Kurs-Buchwert-Verhältnisses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ettmann, B. et al., Bankbetriebslehre, 2014, S. 230

2.2.3 Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist, wie auch das KBV ein Gradmesser für langfristige Investitionsentscheidungen. Dieser Parameter sagt aus, welche prozentuale jährliche Verzinsung der Aktionär durch die Ausschüttung erhält. In dieser Formel wird die Bruttodividende ins Verhältnis zum Aktienkurs gesetzt. Unter Bruttodividende versteht man den Anteil des Gewinns, welcher an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Je größer die Dividendenrendite ist, umso profitabler ist die Aktie in der Verzinsung. Hierbei ist zu beachten, dass diese Kennzahl von Kursschwankungen und den tatsächlichen Gewinnen abhängig ist.[25] Deshalb sollte diese Kennzahl über mehrere Jahre hinweg betrachtet werden. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass anhand dieses Rentabilitätsindikators keine Prognosen getroffen werden können.[26] Laut der Dividendenstudie 2017 können in den Auswahl-Indizes (DAX, MDAX, SDAX, TecDAX) im Schnitt 2,5 % Dividendenrendite erzielt werden.[27]

Formel 3: Berechnung der Dividendenrendite

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Ettmann, B. et al., Bankbetriebslehre, 2014, S. 232

3 Analyse der Dividendenpolitik im Rahmen des DAX 30

Die Ausführungen dieses Kapitels beinhalten zunächst eine Begriffsdefinition. Im zweiten Schritt wird die Nachhaltigkeit von Dividenden auf fundamentaler Basis, sowie einem Zeitvergleich betrachtet. Der Hauptteil wird mit einer Beleuchtung verschiedener dividendenpolitischer Ansätze abgeschlossen, diese werden an ausgewählten Beispielen dargestellt.

3.1 Begriffserläuterung DAX 30

Der Deutsche Aktienindex ist ein Börsenverzeichnis, in welchem die Wertpapiere der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen in Frankfurt gelistet werden. Im Fachjargon spricht man vor allem bei DAX 30 Spitzenpapieren von Blue Chips. Alle DAX 30 Unternehmen sind im Prime Standard gelistet. In diesem, von der EU regulierten Kapitalmarkt, sind die strengsten Kriterien bezüglich der Transparenzanforderungen zu erfüllen. Die beiden wichtigsten Auswahlkriterien, um in den DAX 30 aufgenommen zu werden sind die Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz. Die soeben genannte Marktkapitalisierung, gibt den aktuellen Börsenwert eines Unternehmens an. Dieser Wert errechnet sich durch die Multiplikation aus dem aktuellen Börsenwert und der gesamten Aktienanzahl.[28] Der DAX dient als Marktbarometer und ist für den deutschen Kapitalmarkt repräsentativ.[29] Hierbei kann zwischen dem DAX-Performance-Index und dem DAX-Preis-Index unterschieden werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch handelt es sich beim DAX grundsätzlich um den DAX-Performance-Index.[30] In dessen Berechnung fließen die Ausschüttungen, sowie deren Wiederanlage mit ein. Im Gegensatz dazu spiegelt der etwas weniger bekanntere DAX-Preis-Index die reine Kursveränderung der DAX 30 Unternehmen wieder.[31] Dieser lässt Dividenden Zahlungen in der Berechnung unberücksichtigt, womit er eine bessere Vergleichsmöglichkeit zu internationalen Indizes wie beispielsweise dem Dow Jones darstellt.[32] Die hohe Relevanz der Dividenden wird verdeutlicht, wenn in Betracht gezogen wird, dass beide Indizes 1987 bei 1000 Punkten gestartet haben, wobei der DAX-Performance-Index inzwischen mit 12713[33] Punkten mehr als doppelt so hoch liegt wie der Kurs-Index.[34] Somit lohnt es sich im folgenden Kapitel die Nachhaltigkeit der Dividenden genauer zu betrachten.

3.2 Nachhaltigkeit der Dividenden des DAX 30

Im Rahmen der Beurteilung zur Nachhaltigkeit von Dividenden kann das Magische Viereck herangezogen werden, welches Faktoren wie Kontinuität, Payout, Wachstum und Rendite beinhaltet. Unter Kontinuität versteht man Ausschüttungen in mindestens zehn aufeinander folgenden Jahren, ohne dabei Dividendenkürzungen vorgenommen zu haben. Das Payout hingegen gibt über die geglättete Ausschüttungsquote Aufschluss. Diese wird als nachhaltig betrachtet, sofern die Prozentzahl über drei Jahre zwischen 25 und 75 liegt. Das Beurteilungskriterium Wachstum, fordert eine Dividendenerhöhung in fünf aufeinander folgenden Jahren. Als letzter Punkt des Magischen Vierecks ist die Rendite zu nennen. Hierbei sollte die Rendite der kumulierten vergangenen fünf Jahre über 1 % p.a. liegen.[35] Dennoch sollte nie vergessen werden, dass Dividenden nicht mit Zinsen gleich zu setzen sind.[36] Nachfolgend werden die Ausschüttungen der DAX 30 Unternehmen sowohl an Hand von aktienkursbezogenen Kenngrößen als auch durch einen Zeitvergleich auf Nachhaltigkeit hin überprüft. Aufgrund des beschränkten Umfangs der Arbeit wird sich diese Ausführung auf die wichtigsten Kennzahlen der Unternehmensanalyse konzentrieren. An Hand der folgenden Tabelle soll ein Eindruck für die im theoretischen Teil bereits erläuterten Kennzahlen der DAX 30 Unternehmen vermittelt werden. Um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Kennziffern herzustellen, ist neben dem aktuellen Wert zusätzlich der Durchschnittswert der letzten zehn Jahre angegeben. Durch die Verwendung von langjährigen Vergleichsbasen wird den Kennzahlen eine höhere Aussagekraft zugesprochen, da somit etwaige kurzfristige Kursschwankungen eliminiert werden. Eine Aktie gilt im Rahmen von KGV und KBV als günstig bewertet, sobald der momentane Wert unterhalb des langjährigen Durchschnittswertes liegt.[37] Im Gegensatz zu den beiden kursabhängigen Bewertungskennzahlen, ist die Dividendenrendite als positiv zu bewerten, sobald die aktuelle Rendite den langjährigen Durchschnittswert übersteigt. Dies entspricht einer attraktiven Verzinsung.[38] Zur Veranschaulichung wurden in der Tabelle alle Werte, welche durch die soeben genannten Kriterien als positiv zu beurteilen sind, grün hinterlegt. Da die Kennziffern je nach Branche und Wirtschaftsumfeld stark variieren, lohnt es sich diese innerhalb einer Peer-Group, d. h. Unternehmen welche an Hand bestimmter Merkmale, wie z.B. Branche oder Größe vergleichbar sind[39] zu vergleichen. So können die Automobilindustrie Titel von BMW und Daimler, welche derzeit in allen genannten Kennziffern positiv bewertet sind, gegenübergestellt werden. Dennoch ist im Börsengeschehen stets zu beachten, dass die Dividenden aufgrund unvorhergesehener Ereignisse oder negativen Schlagzeilen gänzlich entfallen oder gekürzt werden können. Davon waren die Aktionäre des VW-Konzerns, welcher immer noch mit den Folgen des Abgasskandals zu kämpfen hat, betroffen.[40] Um auf die Nachhaltigkeitsüberprüfung von den BMW und Daimler Aktien zurückzukommen, ist sich hier vor einem Kauf neben der Analyse der Kennzahlen die Frage zu stellen, ob diese beiden Unternehmen nicht ähnliche Vorfälle zu verantworten haben.

Tabelle 1: 10-Jahres-Durchschnittswerte von KGV, KBV und Dividendenrendite

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Börsengeflüster.de, DAX, 2017, o. S. Bei den Durchschnitten handelt es sich um das arithmetische Mittel – berechnet aus den jeweiligen Jahresschlusskursen der Einzelwerte sowie den für dieses Jahr zugehörigen Ergebnissen je Aktie (KGV), Buchwerten (KBV) und Dividenden. Bei Verlustabschlüssen oder Ausreißern haben wir das durchschnittliche KGV bereinigt. Die Daten für das aktuelle KGV beruhen auf Prognosen von boersengefluester.de für 2018. Das KBV basiert auf den jüngsten Bilanzzahlen. Die Dividendenrendite bezieht sich auf die von uns erwartete Ausschüttung für das Jahr 2017 – also zahlbar in 2018. Die Tabelle wird täglich aktualisiert.

3.3 Verschiedene dividendenpolitische Ansätze im DAX 30

Entgegen der zu Beginn genannten Theorie von Miller und Modigliani, welche ihre Theorie auf die Annahmen des vollkommenen Marktes stützen, hat die Dividendenpolitik unter realitätsnäheren Marktbedingungen einen maßgeblichen Einfluss auf den Wert des Unternehmens.[41] Obwohl aus rationalen Gesichtspunkten eine Dividende nur ausgeschüttet werden sollte, sofern bei einer internen Verzinsung des Kapitals keine bessere Rendite erreichbar ist, wird von diesem Grundsatz häufig abgewichen.[42] Dies steht in engem Zusammenhang damit, dass die Dividendenpolitik die Aktionäre stets gewogen halten soll. Auch aus den Erkenntnissen von Lintner geht hervor, dass die Höhe der relativen Veränderung der Ausschüttung im Vergleich zum Vorjahr von höherer Bedeutung ist, als die der absoluten Erhöhung.[43] Die Ausschüttungen werden in Zeiten von Gewinnrückgängen durch das Management geglättet, da eine konstante oder kontinuierlich steigende Dividende von den Anteilseignern positiv beurteilt wird.[44] So findet eine Korrektur der Ausschüttungsquote nach unten meist nur bei permanenten Gewinnrückgängen statt. In Zeiten von Gewinnzuwächsen hingegen werden die Anteilseigner mit einer stufenweisen Erhöhung bis zur Erreichung der individuell festgelegten Zielausschüttungsquote entlohnt.[45] Diese berücksichtigt einige weitere Faktoren wie beispielsweise Wachstums- und Gewinnaussichten, konjunkturelle Schwankungen und Branchendurchschnitte.[46] Die Wichtigkeit einer konstanten und steigenden Gewinnsauschüttung lässt sich auch aus der folgenden Tabelle der fünf Top Dividendenzahler der DAX 30 in 2017 ableiten. So sind unter diesen eine konstante Ausschüttung bis hin zu einer 9,1 prozentigen Steigerung vertreten.[47] Zudem ist die DAX Dividendensumme im aktuellen Jahr erstmals auf eine Summe von über 30 Mrd. gestiegen.[48] Über die Hälfte dieser Summe wird durch die Top fünf Dividendenzahler getragen. Wie auch im Vorjahr haben 22 der 30 im Index gelisteten Unternehmen ihre Dividenden erhöht. Ausschließlich vier Unternehmen (Daimler, Beiersdorf, ThyssenKrupp und Lufthansa) haben die Ausschüttung konstant gehalten.[49] Daraus folgt, dass die verbleibenden vier Unternehmen des DAX 30 die Entlohnung ihrer Aktionäre gesenkt haben.

Tabelle 2: Top 5 Dividendenzahler

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Röhl, C. et al., Dividendenstudie, 2017, S.13.

Unter den 15 Unternehmen mit den höchsten Ausschüttungssummen gelang es nur Siemens, Bayer und der Münchner Rück innerhalb der letzten 10 Jahre keine Kürzungen vorzunehmen.[50] So darf sich beispielsweise das Wertpapier der Münchner Rück als Dividendenkönig bezeichnen, da in den letzten 25 Jahren keine Dividendenkürzungen stattgefunden haben.[51] Lässt man die Ausschüttungssumme unberücksichtigt, erweitert sich der Kreis der Dividendenkönige der im DAX 30 notierten Unternehmen um die Firmen SAP, Henkel, Siemens, Beiersdorf und Linde.[52] Eine über den Dividendenkönig hinausgehende Bezeichnung ist das Prädikat des Dividenden-Aristokrats. Dieser, aus den USA stammenden, Zuverlässigkeitsindikator setzt voraus, dass die Dividende innerhalb der letzten 25 Jahre kontinuierlich erhöht wurde. In Deutschland konnte das Unternehmen Fresenius diese Auflage erstmals in diesem Jahr erfüllen.[53] Im Gegensatz dazu, vermeldete RWE das Ausbleiben einer Dividendenzahlung zum zweiten Mal in Folge.[54]

4 Fazit

Nachfolgend wird zunächst eine knappe Zusammenfassung der gewonnen theoretischen und auf die Praxis angewandten Erkenntnisse dargestellt. Anschließend wird ein Ausblick auf die möglichen zukünftigen Entwicklungen bezüglich der Dividendenpolitik gegeben.

4.1 Zielerreichung

Die vorliegende Arbeit verfolgte das Ziel, der Evaluierung der Dividendenpolitik der DAX 30 Unternehmen. Die Analyse und Bewertung erfolgte durch verschiedene fundamentale Kennzahlen. Im Rahmen dieser Analyse konnte zum einen festgestellt werden, dass die im regulierten Markt notierten DAX 30 Unternehmen eine hohe Ausschüttungsquote vorweisen. Des Weiteren kam die Wichtigkeit der Dividenden an Hand des Unterschieds zwischen DAX-Performance-Index und dem DAX-Preis-Index zum Ausdruck. Zudem konnte festgestellt werden, dass sich einige DAX 30 Unternehmen wie die Münchener Rück, Siemens und Fresenius durch eine über Jahre hinweg konstante Ausschüttung besonders positiv hervortaten. Im Gegensatz dazu fiel der RWE Konzern negativ auf, da dieser in zwei aufeinanderfolgenden Jahren keine Dividende bezahlte. Dadurch wird bewusst, dass es für Zinsen niemals eine Garantie gibt.

[...]


[1] Vgl. Winkeljohann, N. et al., Niedrigzinsphase, 2016, S. 18.

[2] Vgl. Handelsblatt, Zinsen, 2017, S. 38.

[3] Vgl. Lange, K., Dividenden, 2017, o. S.

[4] Vgl. Lange, K., Dividenden, 2017, o. S.

[5] Vgl. Lange, K., Dividenden, 2017, o. S.

[6] Vgl. Milller, M. H. et al., The American Economic Review, 1958, 261, 261-265.

[7] Vgl. Rojahn, J. et al., Dividendenpolitik, 2014, S. 636-652.

[8] Vgl. Topalov, M., Dividenden, 2013, S. 3.

[9] Vgl. Schulz, A., Aktienrendite, 2006, S. 21.

[10] Vgl. Rojahn, J. et al., Dividendenpolitik, 2014, S. 636-652.

[11] Vgl. Rojahn, J. et al., Dividendenpolitik, 2014, S. 636-652.

[12] Vgl. Kirchhoff Consult AG et al., Ausschüttungspolitik, o. J., S. 18-27.

[13] Vgl. Rojahn, J. et al., Dividendenpolitik, 2014, S. 636-652.

[14] Vgl. Schulz, A., Aktienrendite, 2006, S. 2.

[15] Vgl. Hesse, V. et al., Fundamentalanalyse, 2016, S. 82.

[16] Vgl. Landmesser, D., KGV, 2017, o. S .

[17] Vgl. Finanzen.net GmbH, Kennzahlen, 2012, o. S.

[18] Vgl. Hesse, V. et al., Fundamentalanalyse, 2016, S. 54.

[19] Vgl. Hesse, V. et al., Fundamentalanalyse, 2016, S. 107.

[20] Vgl. Ettmann, B. et al., Bankbetriebslehre, 2014, S. 231.

[21] Vgl. Boerse ARD, Börsenwissen, o. J., o. S.

[22] Vgl. Ettmann, B. et al., Bankbetriebslehre, 2014, S. 232.

[23] Vgl. Boerse ARD, Börsenwissen, o. J., o. S.

[24] Vgl. Finanzen.net GmbH, Kennzahlen, 2012, o. S.

[25] Vgl. Ettmann, B. et al., Bankbetriebslehre, 2014, S. 232.

[26] Vgl. Landmesser, D ., Dividendenrendite, 2013, o. S.

[27] Vgl. Röhl, Christian W. et al., Dividendenstudie 2017, S. 11.

[28] Vgl. FAZ, Marktkapitalisierung, 2016, o. S.

[29] Vgl. Jizba, M., Nachhaltigkeit, 2014, S. 87.

[30] Vgl. Boerse.de, DAX-Performance-Index, o. J. o. S.

[31] Vgl. Lange, K., Dividenden, 2015, o. S.

[32] Vgl. Boerse.de, DAX-Performance-Index, o. J. o. S.

[33] Vgl. Onvista, Indizes, 2017, o. S.

[34] Vgl. Boerse.de, DAX-Performance-Index, o. J. o. S.

[35] Vgl. Röhl, C. et al., Dividendenstudie, 2017, S. 28.

[36] Vgl. Röhl, C. et al., Dividendenstudie, 2017, S. 31.

[37] Vgl. Landmesser, D., KGV, 2017, o. S.

[38] Vgl. Prokot, A., Ausschüttungspolitik, 2006, S. 212.

[39] Vgl. Finanztreff.de, Peergroup, 2017, o. S.

[40] Vgl. Vetter, P., Abgasskandal, 2016, o. S.

[41] Vgl. Passardi-Allmendiger, S., Dividendenpolitik, 2006, S. 29.

[42] Vgl. Passardi-Allmendiger, S., Dividendenpolitik, 2006, S. 29.

[43] Vgl. Schulz, A., Aktienrendite, 2006, S. 42 f.

[44] Vgl. Schulz, A., Aktienrendite, 2006, S. 42 f.

[45] Vgl. Schulz, A., Aktienrendite, 2006, S. 42 f.

[46] Vgl. Lintner, J., The American Economic Review, 1956, 97, 97-113.

[47]Vgl. Röhl, C. et al., Dividendenstudie 2017, 2017, S. 13.

[48]Vgl. Röhl, C. et al., Dividendenstudie 2017, 2017, S. 13.

[49]Vgl. Röhl, C. et al., Dividendenstudie, 2017, S. 13.

[50] Vgl . Röhl, C. et al., Dividendenstudie, 2017, S. 17.

[51] Vgl. Scheid, C., Dividendenkönig, 2016, S. 71.

[52] Vgl . Röhl, C. et al., Dividendenstudie 2017, S. 22.

[53] Vgl . Röhl, C. et al., Dividendenstudie 2017, S. 20 f.

[54] Vgl. Röhl, C. et al., Dividendenstudie 2017, S. 25.

Details

Seiten
21
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668681019
ISBN (Buch)
9783668681026
Dateigröße
593 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v419301
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) Dividendenrendite Nachhaltigkeit Dividenden Dividendenpolitische Ansätze

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