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Frühwarnsysteme zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit

Seminararbeit 2003 32 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Die Notwendigkeit eines systematischen und effizienten Kreditmanagements

2 Risikomanagement als Teil des Kreditmanagements
2.1 Risikobegriffe
2.2 Optimierung des Kreditportefeuilles

3 Frühwarnsysteme – ein Überblick
3.1 Abgrenzung Bonitätsklassen – Risikoklassen
3.2 Elemente und Merkmale
3.3 Beurteilungskriterien
3.3.1 Bilanzbonität
3.3.2 Unternehmenssituation
3.3.3 Kontoführung
3.3.4 Kreditsicherheiten
3.4 Bonitätsklassensysteme in der Praxis
3.4.1 Bonitätsklassensystem der CA
3.4.2 Risikoklassensystem des Raiffeisensektors
3.5 Regelungen gemäß BWG – Charakteristika und Zuordnungskriterien
3.5.1 Ohne erkennbares Ausfallsrisiko
3.5.2 Anmerkungsbedürftig
3.5.3 Notleidend
3.5.4 Uneinbringlich
3.6 Zweck und Maßnahmen von Risikoklassen

4 Zusammenfassung

5 Beispiel

6 Anwendungsbereiche

7 Kritische Würdigung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Veränderte Rahmenbedingungen im wirtschaftlichen Umfeld der Banken

Abb. 2: Das risikopolitische Instrumentarium; i.A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993],

Abb. 3: Systematisierung der Risiken

Abb. 4: Abgrenzung Bonitätsklassen - Risikoklassen

Abb. 5: Aufbau des Risikoklassensystems, i.A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993],

Abb. 6: Klassifizierung der Eigenkapitalquote (Notensystem)

Abb. 7: Sicherheitenklassifizierung, i.A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993]

Abb. 8: Risikolandschaft, i.A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993],

Abb. 9: Maßnahmenkatalog, i.A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993],

Abb. 10: Stärken-Schwächen-Profil

Abb. 11: Anwendungsbereiche von Risikoklassensystemen,

i. A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993],

Abb. 12: Anwendungsbereiche - Einzelkreditengagement,

i. A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993],

Abb. 13: Anwendungsbereiche - Gesamtkreditengagement,

i. A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993],

1 Die Notwendigkeit eines systematischen und effizienten Kreditmanagements

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschaftslage, der steigenden Anzahl an Insolvenzen und dem enormen Kursverfall an den internationalen Börsen, um nur einige Faktoren zu nennen, wird die Forderung zur höchstmöglichen Abschätzung und adäquaten Beurteilung jeglicher Risikofaktoren immer lauter.

Vor allem klein- und mittelständische Unternehmen sind zu einem überwiegenden Anteil fremdfinanziert, also mit Krediten von Banken. Somit nimmt vor allem der Bereich der Banken einen erheblichen Stellenwert ein. Kreditforderungen stellen einen relativ großen „Block“ im Aktiva-Bereich einer Bankbilanz dar. Bedacht der Tatsache, dass sich uneinbringliche Forderungen (Kredite) negativ auf das Ergebnis einer Bank auswirken, wächst das Bestreben nach einem Instrumentarium zur optimalen Risikosteuerung und -kontrolle, um dadurch die Risikostruktur, die mit der Vergabe von Krediten zweifelsohne im Zusammenhang steht, transparenter zu gestalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 stellt einige der Faktoren dar, die die Bankenlandschaft in letzter Zeit stark geprägt haben.

Da gerade das Kreditgeschäft sowohl von wirtschaftlichen als auch von gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst wird, besteht die primäre Aufgabe des Kredit- und Risikomanagements darin, potentielle Veränderungen rechtzeitig wahrzunehmen, um auf die daraus resultierenden Chancen und Risiken entsprechend reagieren zu können.

2 Risikomanagement als Teil des Kreditmanagements

Im Rahmen des Kreditmanagements, welches als ein dynamischer Prozess anzusehen ist, ist stets auf eine „globale Betrachtungsweise“ abzustellen. Nur so ist es möglich, ein integratives Planungs-, Organisations-, Steuerungs- und Kontrollsystem im Kreditvergabeprozess aufzubauen, um letztendlich die grundlegende strategische Grundkonzeption einer Bank erfolgreich umzusetzen.

Wie bereits unter Punkt 1 erwähnt, stellt das Kreditgeschäft einen hohen Anteil der Aktivposten in der Bilanz dar. Umso größer ist daher auch die Gefahr von finanziellen Verlusten, welche durch Wertberichtigungen bzw. Abschreibungen von uneinbringlichen Krediten entstehen. „Das Kreditgeschäft unterscheidet sich daher von anderen Bankgeschäften vor allem durch die Dimension „Risiko“.“[1]

Um den hohen Anforderungen des Kreditmanagements gerecht zu werden, steht ein weites Spektrum an Instrumentarien zur Verfügung, welche im Rahmen des Risikomanagements einzusetzen sind. Abbildung 2 soll einen systematischen Überblick über die risikopolitischen Maßnahmen geben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Das risikopolitische Instrumentarium; i.A. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993], S.38.

2.1 Risikobegriffe

Da der Begriff des Risikos breit gestreut ist, erscheint es sinnvoll zunächst die häufigsten Risikobegriffe zu definieren:

- Risiko als die Gefahr des Misslingens einer Leistung
- Risiko als Gefahr einer Fehlentscheidung
- Risiko als Gefahr negativer Zielabweichung

Zusätzlich zu oben angeführten Definitionen sei noch auf das BWG § 39 verwiesen, welches unter anderem die rechtlichen Rahmenbedingungen des Kreditgeschäfts zum Inhalt hat, wobei folgende Reglements hinsichtlich der Risikosteuerung von Bedeutung sind:

- Die Geschäftsleiter eines Kreditinstitutes haben bei ihrer Geschäftsführung die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters [...] anzuwenden.
- Dabei haben sie sich insbesondere über die bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken zu informieren, diese angemessen zu begrenzen und Risikogleichläufe zu beachten.
- Die Kreditinstitute haben jene Verwaltungs-, Rechnungs- und Kontrollverfahren einzurichten, die für die Erfassung und Beurteilung der bankgeschäftlichen und bankbetrieblichen Risiken des Kreditinstitutes, die weitestmögliche Erfassung und Beurteilung der sich aus neuartigen Geschäften möglicherweise ergebenden Risiken sowie von Risikogleichläufen erforderlich sind. Die Zweckmäßigkeit dieser Verfahren und deren Anwendung ist von der internen Revision mindestens einmal jährlich zu prüfen.
- ... besondere bankgeschäftliche Risiken einer Großveranlagung jederzeit angemessen zu begrenzen. Ergänzend haben Kreditinstitute... Eine Großveranlagung liegt vor, wenn die ... berechneten Posten ... mindestens 500.000 Euro betragen (§ 27 BWG).

Daraus resultiert folgende Systematisierung der Risiken durch den Gesetzgeber:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Systematisierung der Risiken

- Bankgeschäftliche Risiken ergeben sich aus der unmittelbaren Kundenbeziehung.
- Bankbetriebliche Risiken haben ihren Ursprung in bankinternen Quellen.

2.2 Optimierung des Kreditportefeuilles

Aufgrund der Vielfalt an unterschiedlichen Risikokomponenten werden Kreditinstitute bestrebt sein, einerseits die Aktivposten entsprechend zu strukturieren und andererseits eine möglichst effiziente Risikooptimierung durch Streuung der Kredite herbeizuführen.[2]

Hinsichtlich der risikopolitischen Steuerungsmaßnahmen kann differenziert werden zwischen

- quantitative Risikostreuung

Regelt vorwiegend das Ausfallsrisiko bei Großkrediten, wobei Bonitätsrisiken entsprechend einzugrenzen sind.

- Begrenzung einzelner Großveranlagungen auf Hälfte des Haftkapitals.
- Summe aller Großveranlagungen darf das Achtfache des Haftkapitals nicht überschreiten.

- qualitative Risikostreuung

Im Rahmen der qualitativen Risikostreuung werden Kriterien wie Zielgruppen, Kreditarten, Verwendungszweck, Fristigkeiten u. dgl. unterschieden.

Ein weiterer, in der Praxis viel zu oft vernachlässigter Faktor stellen Informationen dar. Dabei sind gerade aussagekräftige Informationen, die mittels unterschiedlicher Auswertungsverfahren interpretiert werden, im Kreditvergabeprozess von besonderer Bedeutung.

3 Frühwarnsysteme – ein Überblick

Um den hohen Anforderungen eines effizienten Risikomanagements gerecht zu werden, die Daten systematisch und zielorientiert aufzubereiten um letztendlich auf eine quantifizierbare Größe zu schließen, ergibt sich die Notwendigkeit des Einsatzes entsprechender Instrumente.

Mit Hilfe aussagekräftiger Bonitäts- und Risikoklassensysteme soll

- eine möglichst ausgewogene und vollständige Erfassung des Kreditportefeuilles sowie
- die Darstellung des Gesamtrisikos

erreicht werden.[3]

Durch einen systematischen Aufbau der Risikoklassensysteme stellen sie ein leistungsfähiges Instrument dar, bieten jederzeit die Möglichkeit fortlaufend potentielle Kreditausfälle zu berechnen, um so letztendlich den Zielen und Sorgfaltspflichten einer Bank gerecht zu werden.

Hinsichtlich der Funktionen von Bonitäts- und Risikoklassensystemen ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen:

- Informationsfunktion

Entsprechend aufbereitete Informationen sollen einen sicheren Einblick in die aktuelle Risikostruktur der Bank bieten, sowie potentielle Fehlentwicklungen im Kreditgeschäft aufdecken. Zusätzlich soll durch die Anwendung von Bonitäts- und Risikoklassensystemen eine Erleichterung der Beantwortung von unter anderem folgenden Fragen ermöglicht werden:

- In welcher Risikoklasse gibt es volumsmäßig die größten Kredite?
- Wie hat sich die Risikostruktur im Zeitablauf verändert?
- Kann man zusätzliche Kreditrisiken eingehen?
- Muss bei Kreditvergaben differenzierter vorgegangen werden?[4]

[...]


[1] Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993], S.27.

[2] Vgl. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993], S.55.

[3] Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993], S.67.

[4] Vgl. Schmoll [Risikomanagement im Kreditgeschäft 1993], S.68.

Details

Seiten
32
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638400626
ISBN (Buch)
9783640429219
Dateigröße
826 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41898
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt – Betriebliche Finanzierung
Note
Sehr Gut
Schlagworte
Frühwarnsysteme Beurteilung Kreditwürdigkeit

Autor

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