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Hans Löseners Performativität und Perspektivierung am Kapitel "Rosalie geht sterben" aus dem Roman "Ruhm" von Daniel Kehlmann

Hausarbeit 2017 17 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Die Verzahnung der Figuren
1.2. Themenfindung

2. Gliederung des Kapitels
2.1. Handlungsabschnitte
2.2. Handlungsmomente

3. Das Erzähler-Ich
3.1. Personalpronomen erster Person Singular
3.2. Dialoge
3.3. Fragen

4. Wille und Macht – Der Erzähler als Machthaber über Figuren und Leser

5. Serien der Realität und Fiktion

6. Die Fiktionsebenen

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang

1. Einleitung

„Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten.“ ist ein Roman von Daniel Kehlmann und erschien im Jahr 2009. Das Buch besteht aus neun verschiedenen Kurzgeschichten und somit neun Kapiteln, in denen unterschiedliche Handlungen mit jeweils eigenen Protagonisten erzählt werden. In jedem Kapitel tauchen immer wieder die gleichen Figuren anderer Kapitel als Hauptoder Nebenfiguren auf, oder werden lediglich einmal erwähnt, wodurch eine Kette an sich verzahnenden Geschichten entsteht, die voneinander abhängig sind und keinen einzelnen durchgängigen Handlungsstrang oder Protagonisten hergeben. Auf diese Weise spielt Kehlmann mit der Perspektive und lässt den Leser, durch das Verschmelzen der Grenzen von Wirklichkeit und Illusion, verirren. Der Titel „Ruhm“ ist hierbei das Leitmotiv, das sich durch alle Geschichten als Grundthematik zieht. So gelangen alle Protagonisten, aufgrund des Ruhmes oder den Wunsch danach, in ihre bestimmte Situation, die ihnen zum Verhängnis wird. Ein Jahr später erschien das Buch „Lob: Über Literatur.“, in dem Kehlmann Kritik an unterschiedlichen Schriftstellern äußert und sich ihnen dadurch überordnet. Auch dieses Buch trägt einen Ein-Wort-Titel, der sich dem Begriff „Ruhm“ gegenüberstellt und die Überordnung bestätigt. „Lob“ kann dabei nur durch den Übergeordneten erteilt und „Ruhm“ nur vom Übergeordneten erfahren werden. Beide setzen die Abhängigkeit voraus. Der Roman „Leo Richters Porträt“, der noch vor „Ruhm“ im Jahr 2009 erschien, handelt von dem fiktiven Autor Leo Richter, der ebenso in „Ruhm“ einer der Protagonisten ist, auf den ich in dieser Hausarbeit weiter eingehen möchte. Es wird also eine weitere Verstrickung außerhalb des Romans hergestellt. Somit sticht „Ruhm“ als zentrales Werk zwischen den drei, durch den Titel scheinbar verankerten, Werken hervor.

1.1. Die Verzahnung der Figuren

Die folgende Graphik soll für einen ersten Eindruck die Verzahnung der einzelnen Protagonisten jeden Kapitels und ihre Abhängigkeit voneinander verbildlichen. Jede Figur wird dabei farbig markiert und mit Pfeilen gleicher Farbe versehen, welche auf die Figuren gerichtet sind, die in ihren Kapiteln als Nebenrollen erscheinen oder erwähnt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine klare Hierarchie der Figuren wird deutlich, in der einige Figuren eine starke Abhängigkeit zeigen, die teilweise keine gleiche zurückweisen oder sogar ganz unabhängig sind. Mollwitz scheint hierbei die abhängigste Figur zu sein, die über viele Figuren Bescheid weiß, selbst aber fast keine Rolle für sie spielt. Ganz im Gegenteil dazu steht Auristos Blancos als berühmter Schriftsteller im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit vieler Figuren, doch ist selbst vollkommen unabhängig. Der Autor Leo Richter verweist auf eine sehr ausgeglichene Vernetzung in der Figurenkonstellation. In Bezug zu seiner geschaffenen Figur Rosalie, werde ich folgend noch genauer eingehen.

1.2. Themenfindung

Der Roman „Ruhm“ ist einer meiner persönlichen Lieblingsromane, da er mich in meiner Schulzeit mit seinen komplexen Verzahnungen mehrerer Geschichten ohne einen durchgängigen Protagonisten auf eine neue Art eines Schreibstils aufmerksam machte. Das Kapitel „Rosalie geht sterben“ prägte mich besonders. Es ist eine von der Figur Leo Richter geschriebene Kurzgeschichte, in der es um die alte Dame Rosalie geht, der durch eine tödliche Krankheit das baldige Ende bevorsteht, woraufhin sie sich für Sterbehilfe auf die Reise nach Zürich begibt. Dieses Kapitel hebt sich von den anderen Kapiteln des Romans ab, da es eines von Daniel Kehlmann geschaffenen Figur Leo Richters geschriebene ist und somit eine Handlungsebene tiefer geht. Rosalie spricht darin oftmals zum Autor Leo Richter und bricht somit die Grenze des Erzählens. Mich faszinierte die Macht eines Autors über den Leser, die in diesem Kapitel deutlich gemacht wird und in jeglichen Schriftformen, seien es Romane, Zeitungen oder Werbungen, eine wichtige Rolle spielt.
Bei näherer Untersuchung des Kapitels, zeigen sich mehrere Anhaltspunkte, welche Parallelen zu Löseners Analyse von Kafkas „der Landarzt“ herstellen. Mithilfe des in Löseners Buch „Zwischen Wort und Wort – Interpretation und Textanalyse“ thematisierten systemischen Lesens das im Gegensatz zum semiotischen Lesen einen Text im semantischen Zusammenhang betrachtet, und der Performativität, welche die Zeichen eines Textes in Beziehung als System setzt, soll das Kapitel „Rosalie geht Sterben“ auf die Perspektivierung analysiert werden und eine Umwertung der Interpretation ermöglichen.

2. Gliederung des Kapitels

2.1. Handlungsabschnitte

Zunächst fassen wir das Kapitel mit seinen einzelnen Absätzen inhaltlich in Handlungsabschnitte zusammen, wovon sich vier ergeben:

A) Vorstellung der Figur Rosalie (S. 51-58),

B) Vorbereitungen zum Aufbruch (S. 58-64),

C) Aufbruch und Reise (S. 64-75) und

D) Wendepunkt (S. 75-77).

Im ersten Handlungsabschnitt A) stellt der Erzähler dem Leser seine Figur Rosalie vor, indem er grob ihren Lebensablauf und Charakter beschreibt, erzählt, wie sie von der Krankheit erfährt, die ihr das baldige Ende bereitet, ihre Reaktion darauf mit Ablauf der Folgetage und ihren Entschlüssen, die sie daraufhin fällt. Durch Bemerkungen des Erzählers, in denen er den Leser auf seine Recherche zum Züricher Verbund und dem erfundenen Teil des Herrn Freytags verweist, wird dieser Abschnitt immer wieder unterbrochen[1]. In Abschnitt B) bereitet sich Rosalie auf ihren Aufbruch nach Zürich vor. Sie führt Telefonate mit dem Leiter des Verbunds Herrn Freytag und einem Psychiater, mit denen sie ihre Anmeldung klärt, dem Reisebüro, bei dem sie das Ticket nach Zürich besorgt und ihrer Nichte Lara, der sie von ihrer Reise berichtet. Handlungsabschnitt C) beschreibt schließlich, wie Rosalie mit dem Taxi zum Flughafen aufbricht. Mit dem Flugzeug muss sie wegen dichten Nebels in Basel notlanden, mit dem Zug kommt sie nur bis an „irgendein[…] Provinzbahnhof“ (ebd., S. 67), weil sich jemand vor den Zug warf und ein fremder Mann, der sich ihr als Taxifahrer ausgibt, bringt sie mit einem gestohlenen Auto an den falschen Ort, bis sie schließlich mit einem Taxi das Haus in Zürich erreicht. Kaum steht Rosalie vor ihrem vermeintlichen Ende, macht der Erzähler erneut Anmerkungen über seinen vorbereiteten Handlungsablauf und ändert diesen mit Handlungsabschnitt D), indem er sich spontan zu einem Wendepunkt entscheidet, mit welchem er Rosalie leben lässt und sie wieder gesund und jung macht.

2.2. Handlungsmomente

Abschnitt C) wird von drei vermeintlichen Wendepunkten (vW) geprägt, welche sich wie zentrale Handlungsmomente durch den Abschnitt ziehen, in denen die Geschichte einen anderen Lauf nehmen könnte, indem Rosalie nicht nach Zürich gelangt. Der Leser wird auf diese Weise vom Erzähler gelenkt und immer aufs Neue auf eine falsche Fährte gelockt.

Neben dem vermeintlichen Ende (vE) kurz vor Abschnitt D), findet ein weiteres als Handlungsmoment auch in Abschnitt A) statt, als Rosalie die Straße ohne Acht überquert und fast überfahren wird. Mit den Bemerkungen des Autors (B), von denen es Absatzweise vier gibt (ebd., S. 52, 53, 74f.), ergibt sich folgende Struktur:

B, B, vE, vW, vW, vE, B, B.

Es wird ein strukturelles Muster erkennbar, in welchem die Bemerkungen des Autors einen äußeren Rahmen um die Handlung bilden, ebenso die vermeintlichen Enden einen Rahmen um die vermeintlichen Wendepunkte. Durch den äußeren Rahmen wird der Erzähler als Machthaber der Geschichte betont, indem sie mit seinen Bemerkungen beginnt und endet. Ebenso das Leiten des Lesers durch die vermeintlichen Wendepunkte oder Enden verstärkt die Machtposition des Erzählers.

3. Das Erzähler-Ich

Das Kapitel „Rosalie geht sterben“ ist mit den Kapiteln „Ein Beitrag zur Debatte“ (ebd., S. 133-158) und „Wie ich log und starb“ (ebd., S. 159-190) das Einzige, das von einem Erzähler-Ich erzählt wird und hebt sich damit von den anderen Kapiteln mit personalen Erzählern ab. Nachdem mehrmals vom Erzähler als Autor gesprochen wurde, soll genauer untersucht werden, um wen es sich bei dem Erzähler-Ich handelt. Dazu wollen wir uns zunächst die Personalpronomen erster Person Singular ansehen.

3.1. Personalpronomen erster Person Singular

Insgesamt gibt es 80 Personalpronomen, welche das Erzähler-Ich vertritt. Am häufigsten finden sich diese in den Bemerkungen des Erzählers, die bereits in 2.2. als Handlungsmomente beschrieben wurden, und in den Dialogen, die er mit Rosalie führt. Bereits im ersten Satz äußert sich das Erzähler-Ich, mit Rosalie die klügste Figur geschaffen zu haben (ebd., S. 51). Auf diese Weise wird klar, dass der Erzähler gleichzeig der Autor des Kapitels ist. Da im vorherigen Kapitel „In Gefahr“ die berühmteste Geschichte Leo Richters erwähnt wird, in der es um eine alte Dame auf der Reise ins Schweizer Sterbehilfezentrum geht (ebd., S. 29), handelt es sich bei dem Erzähler-Ich also um den besagten und von Daniel Kehlmann erfundenen Autor Leo Richter. Auch als der Erzähler erklärt, Herrn Freytag erfunden zu haben, da ihm „akribisch recherchiert[e] [Details]“ egal seien (ebd., S. 53), wird auf dieselbe Eigenschaft Leo Richters im Kapitel „In Gefahr II“ verwiesen (ebd., S. 201), wodurch bestätigt wird, dass es sich bei dem Erzähler um ihn handelt. Da das Personalpronomen „meinen“ (ebd., S. 51) direkt im ersten Satz steht, fällt das Erzähler-Ich sofort auf und nimmt eine wichtige Rolle ein. Es stellt sich hierarchisch über Rosalie, die als „die klügste“ und namentlich als „Rosalie“ (ebd.) erst nach dem Erzähler-Ich erwähnt wird. Außerdem drückt das Erzähler-Ich den Besitz über Rosalie aus und verstärkt so seine Machtposition. Mit dem Personalpronomen „meinem“ im letzten Absatz, das nach der „verblassenden Erinnerung“ folgt, jene Bezeichnung Rosalie darstellt, besetzt das Erzähler-Ich auch die letzte Stelle (ebd., S. 77). Somit ergibt sich wieder ein Rahmen, in welchem das Erzähler-Ich seine Stellung als Machthaber über seine durch ihn beginnende und endende Geschichte einnimmt. Mit der direkten Anrede zum Leser, wodurch er ihn lenkt und ihn in die Handlung mit einbezieht, den Anmerkungen, in denen er seine erstellte Fiktion rechtfertigt und einen Einblick in seinen Schaffensprozess gewährt, und mit der Wertung seiner Figuren, Situationen und Handlungen, nimmt das Erzähler-Ich die Erzählperspektive eines auktorialen Erzählers ein. Die Grenze zwischen Leser und Erzähler wird überschritten, wodurch Wirklichkeit und Fiktion ineinander versschmelzen. Betrachtet man die erste Person Singular des Erzähler-Ichs in den Dialogen mit Rosalie, fällt auf, dass häufig der Genitiv mit fiktionshinweisenden Nomen verbunden wird. So handelt es sich um „meine[…] Figuren“ (ebd., S. 51), „meine Erfindung“ (ebd., S. 64), „meine Geschichte“ (ebd., S. 64, 71), „mein Plan“ (ebd., S. 71) und „meine Prosa“ (ebd., S. 72), jene verdeutlichen, dass allein der Erzähler der Erfinder seiner fiktiven Geschichte ist und Macht darüber besitzt. Weitere Fiktionshinweise äußern sich in Verben wie „ich […] erfunden“ (ebd., S. 53, 64), „Ich bin real“ (ebd., S. 64), „lasse ich sie […] ankommen“ (ebd., S. 64f.), „ich [habe] eingegriffen“ (ebd., S. 66), „Ich existiere“ (ebd., S. 72) und „Ich habe Persönlichkeit und Gefühle und eine Seele“ (ebd.), die ebenfalls seine Macht als Schaffer wiedergeben und ihn von seiner fiktionalen Geschichte mitsamt der Figuren als real kontrastiert. Gegenüber dem machthaberischen Erzähler wird Rosalie, bis auf die einzige Aussage, dass sie seine klügste Figur sei, als „alte Dame[…]“ (ebd., S. 56, 76) und sogar als „Überbleibsel“ (ebd., S. 57) und „Rest eines Menschen“ (ebd., S. 58) bezeichnet. Selbst als sie sich zu einem jungen schönen Mädchen verwandelt, wird sie lediglich als „junges Mädchen, angezogen wie eine alte Frau“ (ebd., S. 76) oder „seltsam angezogenes Mädchen“ (ebd., S. 77) beschrieben und dem Erzähler auf diese Weise untergeordnet. Obwohl sie im gesamten Kapitel mitsamt ihrer Synonyme und Personalpronomen zweiter Person Singular, ganze 295 Mal erwähnt wird und somit der Anzahl nach dem Erzähler-Ich gegenüber dominanter ist, fällt sie durch seine Abwertung in seinen Schatten. Mit den weiteren Bezeichnungen Rosalies als „Kräuselung in der Luft, ein noch Sekunden sich haltender Ton [und] eine verblassende Erinnerung“ (ebd., S. 77), dient sie dem Erzähler in seiner repräsentativen Position des Fiktionsschaffenden nur als Mittel zum Zweck.

3.2. Dialoge

Durch die Dialoge des Autors und Erzählers Leo Richter mit seiner erschaffenen Figur Rosalie, erfolgt eine Grenzüberschreitung, als dass dadurch seine Figur als eine reale Erscheinung seiner Wirklichkeit dargestellt wird, oder Leo Richter, als ein Teil seiner Geschichte selbst, fiktiv wird. Daniel Kehlmanns Welt verschmilzt also mit der von Leo Richter und erreicht somit eine tiefere Ebene der Fiktion. Insgesamt sechs, davon fünf lange, Dialoge finden zwischen Rosalie und Leo Richter statt, die jedes Mal durch eingeschobene Nebensätze wie „wendet sie sich an mich“ (ebd., S. 55), „versucht sie es wieder“ (ebd., S. 64), „fragt sie mich“ (ebd.), „antworte ich“ (ebd. S. 64, 66), „sagt sie“ (ebd., S. 64, 66), „wiederholt sie“ (ebd., S. 67), „sagt sie zu mir“ (ebd., S. 70) und „versucht sie es ein letztes Mal“ (ebd., S. 72), „sage ich“ (ebd., S. 75) eingeleitet werden. Zwischendrin folgen gelegentlich erneute Einschübe, doch der Wechsel der Sprecher, der sonst bei allen Dialogen des Kapitels durch Gänsefüße gekennzeichnet wird, wird bei Leo Richter und Rosalie durch einfache Absätze und Zeilenschübe gegeben. Äußert sich eine Figur in indirekter Rede, findet dies regelgemäß im Konjunktiv I statt. Rosalies Gedanken und Äußerungen werden dagegen immer im direkten Weg durch den Erzähler wiedergegeben, wodurch er mit seinem Wissen über ihr Verhalten erneut seine Macht beweist. Bei der einleitenden Äußerung „als ihr der Arzt […] gesagt hat, daß Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht heilbar ist und daß es nun sehr schnell zu Ende gehen wird“ (ebd., S. 51), handelt es sich um die einzige indirekte Rede, die nicht im Konjunktiv I geäußert wurde. Demnach handelt es sich dabei um eine vom Erzähler gestellte Voraussetzung für die Geschichte.

[...]


[1] Kehlmann, Daniel: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten. 21.Auflage. Reinbek bei Hamburg 2010, S.52, S.53.

Details

Seiten
17
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668677005
ISBN (Buch)
9783668677012
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v418221
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für deutsche Literatur
Note
1,7
Schlagworte
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Autor

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Titel: Hans Löseners Performativität und Perspektivierung am Kapitel  "Rosalie geht sterben" aus dem Roman  "Ruhm" von Daniel Kehlmann