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Stundenentwurf zum Unterrichtsbesuch. Das Zeitalter der Restauration (1815-1830)

Unterrichtsentwurf 2017 27 Seiten

Geschichte - Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begründeter Teil.
1.1 Bedingungsanalyse...
1.2 Ziele..
1.3 Sachanalyse..
1.4 Didaktisch-methodische Analyse...

2. Verlaufsskizze..

3. Anhang.
Was ist des Deutschen Vaterland

1. Begründeter Teil

1.1 Bedingungsanalyse

Um in der Phase der Unterrichtsplanung die angemessenen didaktisch-methodischen Entscheidungen treffen zu können, ist es von Nöten, die Bedingungen der zu planenden Unterrichtsstunde umfassend zu betrachten und logische Schlüsse zu ziehen.

Situative Bedingungen

Die Unterrichtseinheit zum Thema: „Das Zeitalter der Restauration (1815-1830) – Jahre der Aktion und Reaktion?“ findet in der Klasse 8 des Gymnasiums statt. Die Klasse setzt sich zusammen aus 17 weiblichen sowie 10 männlichen Schülern, wodurch sich eine Gesamtzahl von 27 SchülerInnen ergibt. Dem Referendar ist die Klasse gut bekannt, da er bereits seit Ende August den Geschichtsunterricht bei ihnen übernommen und somit die Namen der einzelnen Kinder zu großen Teilen parat hat. Die Unterrichtseinheit findet wie gewohnt am Donnerstag in der 6. und 7. Stunde statt. Zu erwähnen ist, dass nach der 6. Stunde eine 30-minütige Mittagspause stattfindet. Dies ist nicht optimal, da die laufende Unterrichtseinheit unterbrochen werden muss. Es ist zu beobachten, dass die SchülerInnen danach etwas träge und zurückhaltend in der Mitarbeit wirken.

Soziale Situation

Die SchülerInnen der Klassenstufe 8 sind in der Regel 13 und 14 Jahre alt und befinden sich somit inmitten der Pubertät. In dieser Phase kann es gelegentlich zu Verhaltensauffälligkeiten und/ oder verbalen Aussetzern kommen, bei denen der Lehrer sofort intervenieren muss. Jedoch konnte in den bisherigen Stunden, die in jener Klasse 8 absolviert wurden, ein solches Verhalten nahezu gar nicht beobachtet werden, wodurch größtenteils ein angenehmes Arbeitsklima vorherrscht. Gewiss kann man gelegentlich unaufmerksames Verhalten bei einem geringen Teil der SchülerInnen beobachten; dies beeinträchtigte bis dato aber nicht Klima während der Unterrichtsstunden.

Weiter ist zu beobachten, dass es innerhalb der Klasse einige sehr interessierte Geschichtsschüler gibt. Zu erwähnen sind hierbei besonders: (Namen werden nicht genannt) Es lässt sich sehr gut mit diesen Schülern arbeiten – besonders, wenn es darum geht, ein historisches Urteil von der Klasse zu verlangen. Natürlich gibt es auch einige Schüler, welche kein großes Interesse am Geschichtsunterricht aufzeigen. Dies ist jedoch völlig normal für das Alter der SchülerInnen. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Klasse einen guten Zusammenhalt hat und auch bei Gruppenarbeiten zumeist sehr zielorientiert arbeitet. Das kann auch bei der Einzelarbeit an Texten beobachtet werden. Die Einheiten sind eher weniger durch Störungen gekennzeichnet.

Stoffliche Voraussetzungen

Im Rahmen des Lernbereichs „Die Vorstellungen des deutschen Bürgertums von Einheit und Freiheit“ wurden bisher acht Unterrichtseinheiten absolviert. Die SchülerInnen haben die Umgestaltung Europas durch Napoleon und dem Wiener Kongress kennengelernt. Weiterhin wurde der Deutsche Bund als Ergebnis des Wiener Kongresses behandelt. Die neuen politischen StrömungenLiberalismus, NationalismusundKonservatismushaben den SchülerInnen aufgezeigt, dass die Ergebnisse des Friedens von Wien nicht den Wünschen des deutschen Bürgertums entsprachen. Vor den Ferien wurde eine Leistungskontrolle zu der Thematik „Wiener Kongress und Deutscher Bund“ geschrieben. Es ist außerdem zu erwähnen, dass die SchülerInnen seit der letzten Unterrichtseinheit zwei Wochen Ferien hatten. Dies muss bei der Planung und Durchführung der Doppelstunde unbedingt berücksichtigt werden.

Materiell- räumliche Bedingungen

Die Unterrichtseinheit findet im Raum und somit in der ersten Etage des Gymnasiums. Aus technischer Sicht verfügt der Raum nur über einen Polylux, welcher aber auch nur aus dem Nachbarzimmer geborgt ist, da der alte Overhead Projektor seit der dritten Schulwoche 2017/18 defekt ist. Über einen PC sowie Internetzugang verfügt dieser Raum nicht. Eine herkömmliche Schultafel komplettiert neben dem Polylux die technischen Gegebenheiten jenes Raumes.

Am Gymnasium arbeiten die SchülerInnen in Geschichte in der Klassenstufe 8 mit dem Buch „Geschichte und Geschehen 4“ vom Klett Verlag, welches von den Kindern in jeder Unterrichtsstunde mitzuführen ist.

Die Schule verfügt über einen guten Vorrat an historischen Karten. Die Karte Europas nach dem Wiener Kongress jedoch fehlt. Der Referendar hat daher des Öfteren im Unterricht die Karte im Lehrbuch auf der Seite 12 verwendet.

1.2 Ziele

Wissen:

Die SuS erwerben Wissen über die Ereignisse:

- Das Wartburgfest 1817
- Die Ermordung Kotzebues 1819
- Die Karlsbader Beschlüsse 1819.

Können:

- Die SuS üben sich im Umgang mit historischen Sachtexten.
- Die Sus üben sich in der Bearbeitung von historischen Quellen.
- Die SuS trainieren sich im Umgang mit historischen Tonquellen.

Werte:

- Die SuS erkennen, dass das Zeitalter der Restauration ein Prozess von Aktion und Reaktion war.

1.3 Sachanalyse

a) Lernbereichsplanung Geschichte (Klasse 8)

(07.09 – 16.11.17 – je eine Doppelstunde pro Woche)

Lernbereich: Die Vorstellungen des deutschen Bürgertums von Einheit und Freiheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einordnung der Stunde in den Lernbereich:

Nachdem zu Beginn des Lernbereiches die Umgestaltung Europas durch Napoleon Bonaparte besprochen wurde, beschäftigte sich die Unterrichtseinheit in der nächsten Woche mit den Folgen der Herrschaft Napoleons. Der Wiener Kongress war dabei von zentraler Bedeutung. Sowohl die territorialen, als auch die politischen Veränderungen für Europa und speziell für das deutsche Staatsgebiet wurden hinreichend diskutiert. An diese Unterrichtseinheit schloss sich die Thematik des Deutschen Bundes an. Insbesondere die Frage, ob der Deutsche Bund der Wunsch des deutschen Bürgertums war, stand dabei im Mittelpunkt. Die drei aufkommenden politischen Strömungen:Liberalismus, NationalismusundKonservatismusdienten als Belegmuster zur Beantwortung der Fragestellung.

Um weiter die Frage nach den nationalen Forderungen des Bürgertums im Auge zu behalten, soll nun die vorliegende Unterrichtseinheit den Prozess bis hin zur 1848/49er Revolution in Deutschland skizzieren. Das Zeitalter der Restauration mit den Themen:Wartburgfest,Ermordung Kotzebuesund dieKarlsbader Beschlüssesteht dabei im Zentrum. In der Folgewoche gilt es dann, die Epoche des Vormärzes zu besprechen, um den Weg zur 1848/49er Revolution zu ebnen.

b) Darstellung des Unterrichtsgegenstandes aus fachwissenschaftlicher Sicht:

Das Zeitalter der Restauration (1815-1830) war charakterisiert durch Formen der Aktion und Reaktion. Auf Seiten derAktionstand die Opposition, vor allem vertreten durch Befürworter des Liberalismus und Nationalismus. Auf Seiten derReaktionstanden die Restauratoren: Das System Metternichs, Anhänger des Konservatismus aber auch die Heilige Allianz; die gegründete „Friedensorganisation“ des Wiener Kongresses.[1]

Die Jahre der Restauration waren gekennzeichnet durch drei prägende Ereignisse: Das Wartburgfest 1817, die Ermordung des Dichters Kotzebues und den Karlsbader Beschlüssen von 1819.[2]Das Wartburgfest symbolisierte endgültig den Bruch zwischen den Patrioten und dem Deutschen Bund. Etwa 500 Personen, darunter fast ausschließlich Teile des deutsch- intellektuellen Bürgertums, versammelten sich am 18. Oktober 1817 in Eisenach auf der Wartburg. Teilnehmer von 13 verschiedenen Universitäten, Turner, Professoren und andere Anhänger der nationalen Bewegung fanden sich an diesem Tag zusammen. Eigentlicher Sinn der Feierlichkeit war das Gedenken an den 300. Reformationstag und den vierten Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig. Die offizielle Feier verlief ohne erwähnenswerte Zwischenfälle. Im Anschluss daran verbrannten einige Mitglieder der Burschenschaft sogenannte „undeutsche“ Bücher, darunter den „Code Civil“ und die Streitschrift „Germanomania“ von Saul Ascher. Aber nicht nur Schriftstücke, auch Symbole des „Alten“, wie z.B. ein Uniformrock und ein Korporalstock, wurden vernichtet.[3]Die Studenten innerhalb der Burschenschaft empfanden sich als Avantgarde der freiheitlichen Nationalbewegung. Die Repräsentanten der „Alten Ordnung“ sahen schnell eine Gefahr in der neuen nationalen Bewegung der Studenten.[4]

Im Jahre 1819 sorgte ein weiteres Ereignis für großes Aufsehen auf Seiten der Restauration: Die Ermordung des Dichters Kotzebue durch den Jenaer Theologiestudenten Karl Ludwig Sand am 23. März. Dieses Attentat war die Initialzündung für Metternichs Übergang zum offenen Konflikt mit der Opposition. Der Student Sand verfolgte das Ziel, dass sich durch sein Attentat die politische Situation veränderte, was auch geschah.[5]Wohl aber anders, als er gehofft hatte.

Die Folge dieses Ereignisses war eine dramatische Reaktion der Restauratoren für die Opposition: Die Karlsbader Beschlüsse. Diese Gesetze sorgten 1819 für die Unterdrückung der nationalen Bewegung durch polizeistaatliche Mittel. Unter der Leitung Metternichs trafen sich im August 1819 Vertreter der größten deutschen Staaten, um die nationale Bewegung einzudämmen. Im Kurort Karlsbad wurden die Beschlüsse erarbeitet und am 20. September 1819 in Frankfurt auf dem Bundestag verabschiedet. Gegenstand der Beschlüsse waren vier Gesetze:[6]

1. Exekutionsordnung
2. Preßgesetz
3. Universitätsgesetz
4. Untersuchungsgesetz.

[...]


[1]Vgl.: Hergt, Manfred/ Hilgemann, Werner/ Kinder, Hermann: dtv- Atlas Weltgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 2000, S. 325.

[2] Vgl.: Ebd.

[3]Vgl.: Hahn, Hans-Werner: Reformen, Restauration und Revolution 1806-1848/49, in: Gebhardt, Bruno: Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 14, Stuttgart 2010, S. 125.

[4]Vgl.: Scriba, Arnulf: Das Wartburgfest 1817, in: Deutsches Historisches Museum: <https://www.dhm.de/lemo/kapitel/vormaerz-und-revolution/deutscher-bund/wartburgfest-1817.html>>, aufgegriffen am 11.10.2017.

[5]Vgl.: Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte1815-1845/49. Von der Reformära bis zur industriellen und politischen „Deutschen Doppelrevolution“ 1815-1845/49, München 1996, S.337.

[6] Vgl.: Hergt: dtv- Atlas Weltgeschichte, S. 325.

Details

Seiten
27
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668673175
ISBN (Buch)
9783668673182
Dateigröße
989 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v418178
Institution / Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
keine Bewertung
Schlagworte
stundenentwurf unterrichtsbesuch zeitalter restauration

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Titel: Stundenentwurf zum Unterrichtsbesuch. Das Zeitalter der Restauration (1815-1830)