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Der 2. Golfkrieg - Wie und warum führten die USA den Krieg?

Seminararbeit 2005 19 Seiten

Politik - Internationale Politik - Region: USA

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Konflikt im Mittleren Osten
2.1. Der Grenzkonflikt seit 1918
2.2. Spannungen zwischen Irak und Kuwait
2.3. Reaktionen der Allierten und der UNO
2.4. Interessen der USA

III. Ausbruch und Verlauf des 2. Golfkriegs
3.1. Die ‚Operation Wüstensturm’
3.2. Die 1. Phase – Die Luftoffensive
3.3. Die 2. Phase – Die Bodenoffensive

IV. Folgen und Konsequenzen des Krieges

V. Fazit
Literaturverzeichnis
Eidesstattliche Erklärung über die selbstständige Anfertigung

I. Einleitung

Zu Beginn der 90er Jahre war das lang ersehnte Ende des Ost-West Konflikts endlich da und die USA und Westeuropa begannen, von einem friedlichen Zeitalter zu träumen. Aber hochgerüstet mit westlicher und sowjetischer Hilfe, greift der irakische Diktator Saddam Hussein im August 1991 seinen Nachbarn Kuwait an. Eine Krise die internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht, eskaliert zum 2. Golfkrieg.

Gegenstand dieser Arbeit ist der zweite Golfkrieg. Warum kam zur Zuspitzung im mittleren Osten und wie wurde dieser Krieg geführt? Nach einer kurzen Einführung mit den wichtigsten Informationen zum nichtendenden Grenzkonflikt zwischen Irak und Kuwait, werde ich darlegen, wie es zu der Eskalation im mittleren Osten gekommen ist. Hier werde ich mich darauf konzentrieren, aus welcher Motivation heraus es zur irakischen Invasion in Kuwait gekommen ist und wie die Alliierten insbesondere die USA auf dieses Vorgehen reagierten. Anschließend werde ich auf die Rolle der UNO eingehen, die erstmals ihren Handlungsspielraum seit der Zeit des Kalten Kriegs ausnutzen konnte.

Im zweiten Teil liegt mein Hauptaugenmerk auf der Kriegsführung. Nach einer überraschenden Luftoffensive greifen die alliierten Truppen unter der Führung von General Schwartzkopf zu Boden an. Nach nur 100 Stunden ist der Blitzkrieg am Boden vorüber und die Bilanz ist erschreckend: Tausende Tote, viele Flüchtlinge und wirtschaftliche Folgen, die für viele Länder noch bis heute zu spüren sind.

Ich werde in dieser Arbeit nicht auf die Rolle der Medien eingehen. Um die Medienberichterstattung während des 2. Golfkriegs hat es viele Kontroversen gegeben, die den Umfang dieser Arbeit sprengen würden.

II. Der Konflikt im Mittleren Osten

2.1. Der Grenzkonflikt seit 1918

Seit 1918 gibt es in der Golfregion Probleme mit der Grenzziehung und der Landaufteilung. 1932 und 1963 wird Kuwait als unabhängig erklärt, aber immer wieder treten Reklamierungen des Irak auf, der Kuwait als Teil des Iraks sieht. Eine Grenzziehung wurde niemals in einem Staatsvertrag verankert. Dieser Umstand ist für nahezu die gesamte Golfregion charakteristisch und auf die bis 1971 anhaltende britische Dominanz am Golf zurückzuführen. Bis heute ungelöst sind Grenzkonflikte zwischen Saudi-Arabien und Jemen, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman und Jemen. Iran und Irak sowie zwischen Irak und Kuwait. Durch diese Grenzkonflikte lässt sich eine andauernde Eskalationsgefahr am Persischen Golf erahnen, da zusätzlich das Gebiet noch mit riesigen landesübergreifenden Ölfeldern bedeckt ist (vgl. Lesch/ Stork 1994, S.16 f.).

2.2. Spannungen zwischen Irak und Kuwait

Nach dem achtjährigen Irak-Iran Krieg und einer kostspieligen Rüstungspolitik stand der Irak 1990 buchstäblich vor dem Bankrott. Der irakische Präsident Saddam Hussein wendete sich an die Regierung von Kuwait und machte dieser schwere Vorwürfe. Zum einen warf er Kuwait vor ihre OPEC-Produktionsquoten zu überschreiten und dadurch dem Irak Einnahmen in Höhe von 14 Billionen Dollar verwehrt zu haben. Zusätzlich würde Kuwait auch die gemeinsame Grenze bei der Ölförderung überschreiten. Der Irak war stets bemüht, seine Vormachtstellung in der Golfregion zu stärken. Dazu ist das Öl von zentraler strategischer Bedeutung. Zusammen mit dem kuwaitischen Ölvorkommen hätte der Irak 25 % des Weltölvorkommens unter seine Kontrolle gebracht und somit auch seinen Einfluss auf die von der Opec veranschlagten Fördermengen und den Marktpreis erhöht. Bislang hatten der Irak und der Iran eher wenig Einfluß auf die OPEC. Durch eine permanente Überschussproduktion von Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Kuwait waren diese Länder in der Lage, gegebenenfalls ihre Fördermengen zu reduzieren, um den Förderpreis zu stützen bzw. anzuheben. Irak hatte außerdem die Streichung seiner Schulden bei Kuwait gefordert, die durch den Iran-Irak Krieg 23 Monate zuvor entstanden waren (vgl. Mueller 1994, S.17 ff.; Lesch/Stork 1994, S. 15 ff.).

„Iraq was in desperate economic straits, and he argued that Kuwait should forgive a debt Iraq had incurred by fighting the mutual enemy, Iran, in an eight-year war that ended in 1988” ( Mueller 1994, S. 17).

Um seinem Missmut Ausdruck zu geben, ließ Saddam Hussein irakische Truppen an der Grenze zu Kuwait aufmarschieren. Kuwait wendete sich in seiner Bedrängnis an die britische Premierministerin Margaret Thatcher. Nach mehreren Verhandlungen wurde deutlich, dass Kuwait nicht nachgeben würde und der kuwaitische Premierminister ließ am 01. August 1990 Saddam Hussein ausrichten, er solle doch die irakischen Ehefrauen zum Arbeiten auf die Straße schicken, wenn der Irak so dringend Geld benötige (Mueller 1994, S. 17 f.).

Als in der Folgenacht drei irakische Divisionen über die Grenze nach Kuwait einmarschieren sind viele Staaten überrascht. „Iraq’s invasion of oil-rich Kuwait the next day caught almost everyone by surprise, including the rulers in Kuwait and other countries in Middle East – who had brushed off the troop buildup as a bluff” (Mueller 1991, S. 18). Die drei Truppen besetzten Kuwait City, die Ölfelder im Inland und stationierten sich an der Grenze zu Saudi-Arabien. Scheich Jaber al-Ahmed al Sabah, das kuwaitische Oberhaupt, floh nach Saudi-Arabien und richtete dort eine Exilregierung ein. Die Truppen Kuwaits wurden schnell überrollt, und die Bevölkerung geriet unter ein brutales Besatzungsregime. Am 8. August erklärte der Irak offiziell die Annexion Kuwaits. Kuwait sei nun die neunzehnte Provinz des Iraks (vgl. Watson/Watson 1991, S.15).

2.3. Reaktionen der Alliierten und der UNO

„This act of war in an area of importance alarmed most world leaders, particularly Thatcher and American President George Bush, who saw it as a form of ‘Naked aggression’ comparable in its way to that of Adolf Hitler in the 1930s” (vgl. Mueller 1994, S.18).

Margaret Thatcher und George Bush sr. einigten sich darauf, wirtschaftliche Sanktionen gegen den Irak zu richten. Nicht nur die westlichen Staaten schlossen sich diesem Boykott an, sondern vor allem auch die arabische Liga. Sogar die Sowjetunion, die noch zu Zeiten des Kalten Kriegs ein Verbündeter des Irak war, schloss sich der Allianz an. Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts war es auch der UNO möglich in den Konflikt einzugreifen. Während sich die ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat während des Ost-West-Konflikts gegenseitig mit ihrem Vetorecht blockierten, waren sich nun die Mitglieder einig. Mit der Resolution 660 vom 2. August 1990 reagierte die UNO sofort und forderte den ‚sofortigen und bedingungslosen Rückzug’ der irakischen Truppen (vgl. ebd. S.18).

Am 8. August trat US-Präsident George Bush sr. mit der ‚Operation Wüstenschild’ an die Öffentlichkeit. Amerikanische Truppen wurden nach Saudi-Arabien geschickt, weil die Alliierten dort einen Angriff befürchteten. Am 10. August entschlossen sich auch die arabischen Staaten in der Allianz ebenfalls Schutztruppen aus Ägypten, Syrien und Marokko nach Saudi-Arabien zu entsenden. Saddam Hussein erwiderte dieses Vorgehen am 12. August mit der Forderung, dass erst alle Nahostentschließungen des UNO-Sicherheitsrates erfüllt werden müssten[1], bevor man die Kuwait-Krise friedlich regeln könne. Auf diese Forderung ließ sich keiner der Staaten ein.

Als Saddam Hussein am 16. August westliche Ausländer als Geiseln in seine Gewalt brachte, beschloss der Sicherheitsrat am 25. August, die Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung des Embargos zu erlauben. Da weitere Verhandlungen erfolglos blieben, verabschiedete der UN-Sicherheitsrat[2] am 29. November 1990 die Resolution 687, in der die Alliierten ermächtigt wurden Gewalt gegen den Irak anzuwenden, wenn sich die irakische Armee nicht bis zum 15. Januar aus Kuwait zurückgezogen hätte.

[...]


[1] Damit war der Abzug Israels aus den besetzen Gebieten und der Abzug Syriens aus dem Libanon gemeint.

[2] Im Sicherheitsrat stimmten nur Kuba und Jemen gegen dieses Vorgehen. China enthielt sich der Stimme.

Details

Seiten
19
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638399852
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41793
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Institut für Politikwissenschaften
Note
2.3
Schlagworte
Golfkrieg Krieg Außenpolitik

Autor

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