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Autor und Autorschaft im "Trojanerkrieg" von Konrad von Würzburg

Hausarbeit (Hauptseminar) 2017 37 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand und Handschriften

3. Ein biographischer Exkurs zu Konrad von Würzburg

4. Autor und Autorschaft im Mittelalter

5. Analyse
5.1 Dichterstolz und Bescheidenheit
5.2 Quellen und Wahrheitsberufung
5.3 erniuwen

6. Die anonyme Überlieferung

7. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Nachtigall in seinem Trojanerkrieg [1] [2] ist es, die die Diskussion über die Kunstauffassung von Konrad von Würzburg wesentlich bestimmt hat. Nicht die Schönheit oder Qualität des Gesanges, sondern der Gesang um des Singens willen ist dabei tertium comparationis. Seit Burdach wird Konrad durch diese Äußerung als Vorläufer eines genialistischen Dichters eingestuft.[3] In diesem Sinne möchte er das alte buoch von Troye […] erniuwen. [4] Diese Leitvokabel des erniuwen impliziert ein poetologisches Programm und die Facetten der Autorrolle, welche besonders im Prolog herausgearbeitet werden. Er möchte Altes und Brüchiges wieder miteinander verbinden und erneuen, die Zielsetzung ist damit grundlegend das Wiederherstellen und Erhalten. Doch Konrads Selbstverständnis als Autor geht weit über diese allgemeine Vorstellung hinaus. Schon seine Namensnennung und die Art der Selbstinszenierung ist nicht als Selbstverständlichkeit zu erachten. In Dichtungen des Mittelalters wo der Verfassername genannt wird, geschieht dies im Allgemeinen nicht vor allem in Würdigung seiner persönlichen Leistung als Autor, sondern in Verbindung mit der Nennung seines fürstlichen Auftragsgebers und des zu ihm gehörenden Publikumskreises. In diesen Fällen steht nicht der Dichter als individueller Autor im Vordergrund, sondern die Kennzeichnung der Situation, in der sich die Pflege des kollektiven Gedächtnisses aktualisiert.

Dabei gibt es nach dem Text für den zeitgenössischen Leser kaum eine andere Größe im Gebiet der Literatur, die uns wichtiger wäre als der Autor. Heutzutage ordnet das Feld der Literatur der Autor. „Der Autor ist im Alltag unserer Kultur die wichtigste Größe, um literarische Äußerungen so in Kontexte einzubetten, dass sie verstehbar sind und handlungsrelevant werden könnten.“[5] Was wir aber unter dem modernen Begriff des Autors fassen, hat kein Äquivalent im Mittelalter. Schon Bonaventura unterscheidet in seinem Proömium zu seinem Kommentar zu Petrus Lombardus den Unterschied zwischen Autor, Kompilator, Kommentator und Schreiber.[6] Gregor der Große schreibt in der Vorrede zu den Moralia in Iob dagegen: „Doch die Frage, wer dies niederschrieb, ist reichlich überflüssig, wo doch als auctor des Buchs dem Rechtgläubigen der Heilige Geist gilt.“ [7] Wer oder was einen Namen trägt, ist in der Literatur des Mittelalters ungleich verteilt. Zum einen ist die gesamte Heldendichtung des Hoch- und Spätmittelalters ohne Verfassernamen überliefert, gleichzeitig sticht die höfische Dichtung im Roman und Lied dagegen auffällig ab. In den Prologen und Epilogen nennen sich die Dichter hier zumeist selbst, wenn es auch hier eine Reihe von Ausnahmen gibt. Zu den Minneliedern ist der Name ihrer adligen Verfasser ebenso häufig mitüberliefert. Nach Barthes heißt es, dass der Autor keine Bedeutung für die Literatur hat und sich der Sinn eines Textes allein vom Leser erzeugt wird. Während die anonyme Herkunft eines Textes für den heutigen Leser undenkbar erscheint, wird die Autorfrage im Mittelalter nicht gestellt.

Aufgrund dieser Überlegungen möchte ich in der vorliegenden Seminararbeit die Autorfrage und die Konzeption eines Autors in Konrads von Würzburg Trojanerkrieg genauer untersuchen. Den Fokus meiner Überlegungen möchte ich hierbei hauptsächlich auf den Prolog des Werkes legen, an dem ich die Konstruktion von Autor und Autorschaft sowie die Selbstinszenierung des Autors eingehend analysieren möchte. Der Textanalyse möchte ich einige obligatorische Dinge voranstellen. So möchte ich mit einem Einblick in den Forschungsstand zum Werk und zur Überlieferungsgeschichte beginnen. Nach einem Exkurs zur Biographie von Konrad von Würzburg, nähert sich das darauffolgende Kapitel dem Autor und der Autorschaft im Mittelalter, damit diese in der anschließenden Analyse detailliert bearbeitet werden kann. Ferner möchte ich zum Ende der Analyse einen Blick auf die anonyme Fortsetzung werfen und einige Überlegungen zu Autor und Autorschaft in diesem Werk hinzufügen und sie vergleichend betrachten.

2. Forschungsstand und Handschriften

In ihrer umfangreichen Studie Geschichte und Erzählen von 1996 führt Lienert die bis dahin erschienene Forschungsliteratur den Trojanerkrieg betreffend in einem Teilkapitel auf. Einzelfragen zum Gönnerkreis und den Auftraggebern des Trojaromans wurden mehrfach dargestellt, insbesondere durch Leipold, Bumke und Peters.[8] Zur Erzähltechnik und Ästhetik des Trojanerkriegs gibt es punktuelle Ansätze, darunter die Arbeiten von Green und Monecke.[9] Ebenso bleiben Interpretationen des Trojanerkriegs bis in die siebziger Jahre weitestgehend Einzelfragen. Eine umfassende Untersuchung legt 1953 Schnell vor, in der er die Rezeption der antiken Elemente im christliche-höfischen Kontext, die Umwertung der Helden, die Verchristlichung der Götter und die Fortuna-Thematik untersucht.[10] Für die Forschungsliteratur zwischen 1955 bis 1975 möchte ich auf Lienerts Monographie Geschichte und Erzählen verweisen.[11] Die Forschung vor Cormeau[12] sieht Wert und Bedeutung des Trojanerkriegs vor allen in den Details.[13] Dieser bezweifelt , den Kompendiencharakter des Romans und sieht eine übergreifende „Perspektive der tragischen Unausweichlichkeit, eines historischen Fatums.“[14]

Bedeutende und umfangreiche Forschungsergebnisse finden wir nach 1990 vor allem in den zahlreichen Aufsätzen von Lienert und Bleumer sowie der 2013 erschienenen Monografie von Gebert.[15] Thematisch einschlägige Literatur bieten vor allem die Arbeiten von Kokott[16] und Pfennig[17]. Des Weiteren werde ich mich im Interesse der Forschungsfrage insbesondere auf die Sammelbände Autor und Autorschaft im Mittelalter [18] und Autorbilder [19] sowie Anonymität und Autorschaft [20] beziehen.

Konrads von Würzburg Trojanerkrieg ist sowohl die im deutschen Mittelalter am weitesten verbreitete Wiedererzählung des Trojanischen Krieges als auch das am meisten rezipierte von Konrads Werken.[21] Die Zahl der Überlieferungsträger und die weit verbreitete Textgeographie machen deutlich, dass Konrads Trojaroman als der verbreitetste Troja-Text des deutschen Mittelalter gilt. Die Überlieferung erstreckt sich vom Ende des 13. Jahrhunderts bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts und erreicht den gesamten hochdeutschen Sprachraum. Insgesamt sind 33 Textzeugen bekannt. Den größten Anteil hieran machen die Exzerptüberlieferungen des Romans aus, die mit anderen Werken kompiliert sind. Bislang sind der Forschung sechs (mehr oder weniger vollständige) Handschriften, neun Fragmente, zwei Auszüge in Form von Minnereden und sechszehn Exzerpte in gereimten Weltchroniken bekanntgeworden.[22] Nach der Auflistung der seinerzeit bekannten Überlieferungsträger durch Karl Bartsch[23], der Systematisierung des bis 1973 gesichteten Materials durch Heribert Hilgers[24] und der Kurzübersicht von Rüdiger Brandt[25], bieten Klemens Alfen, Petra Fochler und Elisabeth Lienert[26] einen „ausführlichen Überblick über den breit gestreuten Bestand und die Qualität der Gesamtüberlieferung mit Ausnahme des erst 1995 von Hartmut Beckers vorgestellten Brüssler Fragments.“ Lienert sieht in den vorhandenen Bruchstücken teilweise verlorene Vollhandschriften. Diese Teilzeugen sind jedoch durch die Kollation der Fragmente ( B2, B3, Br, Bü, H, Lau, Lie, M1, N2, P), der Auszüge als Minnereden (k, M2) sowie der Auszüge in den Handschriften der Erweiterten Christherre-Chronik (f, g, h) und der Vollhandschriften (A, a, b, c, d, e) für die Textrekonstruktion ohne Relevanz.[27] Alle sechs vollständig überlieferten Trojanerkrieg -Handschriften erzählen mithilfe der anonymen Fortsetzung die Geschichte zu Ende. Die wohl älteste Straßburger Handschrift des 14. Jahrhunderts verbrannte 1870. Vier der sechs vollständigen Codizes sind illustriert, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass im Mittelalter das Bildzitat des Trojanischen Krieges „weitaus verbreiteter [war] als das Literaturzitat.“[28] Die drei aus der Lauber-Werkstatt stammenden bebilderten und rubrizierten Handschriften ZAMs 37 (Zeil bei Leutkirch), M.ch.f.24 (Würzburg) und Ms. germ. fol. 1 (Berlin) sind als vollständige Codizes überliefert und enthalten auch die Fortsetzung.[29] Für keine dieser drei Handschriften ist ein Auftraggeber genannt, was die Vermutung zulässt, dass die Codizes auf Vorrat geschrieben wurden. Diese Serienproduktion sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Lauber nicht für ein breites Publikum niederer Schichten, sondern für einen sozial gehobenen Kundenkreis produzierte.

3. Ein biographischer Exkurs zu Konrad von Würzburg

Werk und Leben des vor nunmehr siebenhundertdreißig Jahren, am 31. August 1287, zu Basel verstorbenen Konrad von Würzburg liegen uns heute, soweit die Überlieferung es zulässt, weitgehend klar vor. Nicht nur die Überlieferung der Werke ist seit Langem gesichtet, auch die Umrisse seines Lebensganges und die Chronologie der meisten Werke scheinend weitgehend geklärt zu sein.[30]

Nach Brunner lässt sich das Leben des Dichters in drei Perioden gliedern: „die Würzburger Zeit bis etwa 1257/58, die niederrheinische Zeit bis etwa 1260 oder etwas länger, die oberrheinische Zeit […] bis zu Konrads Tod.“[31] Der Dichter wurde vermutlich zwischen 1215 und 1230 in der Bischofsstadt Würzburg geboren[32], in der wenige Jahre zuvor nach dem Zeugnis des Michael de Leone aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und der Würzburger Lokalsage Walther von der Vogelweide seine letzte Ruhestätte gefunden hatte. Im Hausbuch des Protonotars und Scholasters des Neumünsterstifts De Leone heißt es ausdrücklich: meister Cunrad geborn vin wirzeburg. Die mainfränkische Herkunft ist aufgrund seines Beinamens naheliegend, der in vielen seiner Werke genannt wird.[33] So heißt es auch im Trojanerkrieg: Von Wirzeburc ich Counrât. [34] Ähnlich wie im Trojanerkrieg hat Konrad die meisten seiner zahlreichen Dichtungen in den Prologen oder Epilogen signiert.[35] Ohne Namensnennung bleiben nur die Propagandadichtung Das Turnier von Nantes, Pantaleon, sowie Texttypen, bei denen eine Signatur im Allgemeinen unüblich waren. Brunner nennt hier den religiösen Leich, die Minnelieder und die Sangsprüche, bei denen Konrads Autorschaft in den Handschriften hervorgeht.[36]

Über seine Jugendzeit ist kaum etwas bekannt. Naheliegend ist, dass Konrad an der Schule des Neumünsterstifts seine lateinische Schulbildung erhielt. Die lateinische Bildung ist belegbar, da er sich in mehreren Werken ausdrücklich auf Vorlagen aus der lateinischen Sprache beruft. Aus den Quellen, die er im Trojanerkrieg verarbeitet, ergibt sich, dass er über gründliche Kenntnisse Ovids, Vergils, Statius und anderer klassischer Schulautoren verfügte.

Die Sprache Konrads zeigt eine ostfränkische Färbung, die oftmals vom Alemannischen überdeckt ist.[37] Nach 1360 findet Konrad seine Gönner und Auftraggeber im oberrheinischem Gebiet. So dichter er in Straßburg für Dompropst Berthold von Tiersberg die Novelle Heinrich von Kempten. Zu der Zeit als er von Strâzeburc ein Liechtenberger preist , hinter dem sich vermutlich der Bischof Konrad III. von Lichtenberg verbirgt, besitzt er einen Wohnsitz in Basel. Eine Basler Urkunde vom 29. November 1295, also acht Jahre nach Konrads Tod ausgestellt, bezeichnet ein Haus in der Spiegelgasse.[38] Sein sozialer Rang geht schon daraus hervor, dass er ein eingesessener Bürger von Basel war und eine domus, ein aus Stein errichtetes Haus besaß. In jener Zeit ein Zeichen für Wohlhabenheit und Ansehen.[39] Diese soziale Stellung als angesehener und wohlhabender Bürger wird ihm durch seine dichterische Kunst und die Nähe zu Mäzenen zuteil.[40] Das Portrait des Dichters in der Manessischen Liederhandschrift, ist zwar kaum authentisch, hebt jedoch ein Detail besonders heraus, welches wohl nicht auf einen Zufall zurückzuführen ist. In der Illustration trägt Konrad einen „auffallend kostbaren blauen Mantel mit Pelzfutter und -kragen, wie er sonst nur dem vornehmen Adel, nicht aber dem bürgerlichen Dichter zusteht.“[41] [42] In seinen Werken wird deutlich, dass Konrad nach eigenem Bekunden nicht als Adliger zu betrachten ist. So äußert er sich in Spruch 32: wære ich edel [...]. [43] Während die urkundlichen Nachweise über Konrad recht spärlich sind, ist die Quellenlange über die Auftragsgeber weit günstiger.[44] Die bekanntgewordenen Gönner sind mit einer quantitativ nahezu bedeutungslosen Ausnahme Basler.[45] 82% seines Werkes entstanden nachweislich für Basler Auftraggeber. 79% seines Gesamtwerkes sind für Adlige geschaffen worden. Nahezu die Hälfte dieses Werks, der Trojanerkrieg, wurde von einem der wichtigsten Geistlichen des Basler Domstifts, dem Domcantor und Schatzmeister Dietrich an dem Orte, gefördert.

Womöglich am 31. August 1287 verstirbt Konrad in Basel aus bisher nicht geklärten Gründen17 und findet hier seine letzte Ruhestätte. Über das Ableben selbst gibt es getrennte Meinungen. Die Tatsache, dass Konrads Anniversar ihn zusammen unter dem Namen seiner Frau und den beiden Töchtern aufführte, lässt vermuten, dass er mit seiner ganzen Familie an einer ansteckenden Krankheit, einer Seuche[46] oder gar der Pest[47] gestorben sei. Vielleicht aus eben diesem Grund vermutet Wackernagel, Konrad „starb nach einem nicht gar langen Leben.“[48] Dieser Irrtum wurde jedoch sowohl von Aloys Schulte[49] als auch von Hans Joachim Gernentz[50] korrigiert.[51] Zwei Quellen bezeugen urkundlich seinen Tod. In den Colmarer Annalen, die zwischen 1266 bis 1306 von einem unbekannten Dominikanermönch verfasst wurden, heißt es für die Zeitspanne vom 8. bis zum 22. Oktober 1287: Obiit Cuonradus de Wirciburch, in Theutonico multorum bonorum dictaminum compilator (Es starb Konrad von Würzburg, ein Bearbeiter vieler guter Gedichte in deutscher Sprache). Daneben verzeichnen die Anniversarienbücher des Münsters zu Basel eine von Konrad auf den 31. August gestiftete, jährlich zu feiernde Messe für sein Seelenheil und das seiner Frau Berchta sowie seiner beiden Töchter Gerina und Agnesa. Laut diesem Eintrag war die Familie in der Maria-Magdalena-Kapelle im Münsterkreuzgang begraben.[52]

In den Annalen wird er oftmals mit dem Titeln magister oder meister bedacht, die ihn als gelehrten, hochangesehen Berufsdichter ausweisen. Die Meistersinger des 15. bis 18. Jahrhunderts benannten Konrad indes als einen der Zwölf alten Meister des Meistergesanges.[53]

Spätere Straßburger Meistersinger nennen ihn einen Geiger am Würzburger Bischofshofe, und rühmen seine Meisterweisen, den Aspiston, den Hofton, die Morgenweis und andere mehr.

4. Autor und Autorschaft im Mittelalter

Von den Forschungsergebnissen Roland Barthes[54] und Michel Foucault[55] wird in der Literaturwissenschaft eine intensive Diskussion angestoßen, die „den Autor nicht mehr als den individuellen Schöpfer eines Textes, sondern als Schnittpunkt oder Referenzpunkt verschiedener überindividueller Diskurse begreift.“[56]

Die Vorstellung von einem Autor, der für einen Text verantwortlich ist, gibt es im Mittelalter nicht, da er als biographische Größe kaum greifbar ist. Die meisten Texte, welche uns aus dem Mittelalter überliefert sind, bleiben für uns autorlos. Es stellt sich das Problem dar, dass es dem Leser zumeist ein Bedürfnis ist, den Ursprung eines Textes zu kennen. Nach Kleinschmidt soll sich dieses Interesse auf den Subjektsdiskurs um 1900 begründen.[57] Der Begriff des Autors wird relativiert, aber die Entstehung von Autorschaft mit ihren „abgeleiteten Unterinstanzen Erzähler und Textfigur hat damit zu tun, dass ein Bedürfnis nach im Text mitinstallierter Deutung besteht.“[58] Zur Untersuchung der Autorschaft gehört demnach die Frage nach der textuellen Inzenierungsinstanz. Nach Bumke wird dadurch der Blick auf die Bedeutung und Funktion der Erzählerrolle gerichtet,[59] die den Autor weitestgehend ersetzen kann: „Im narrativen wie auch im lyrischen Darstellungsmodus wird deutlich, dass Autorschaft keine empirische Personalinstanz ist, sondern eine funktional projizierte Textinstanz. Der Text inszeniert Autorschaft als seine produktive Medialität, deren personale Konkretisation der Autor wäre.“[60] In der Literaturtheorie und -kritik wird immer die Frage: „Wer erzählt den Roman?“[61] aufgeworfen. Dass dies kein lösendes Problem zu sein scheint, beweist eine Vielzahl von Antworten, die auf diese Frage gegeben werden. Eine Tatsache ist es wohl, dass der reale Autor als Produzent des Erzähltextes in deskriptivem Sinn als Erzähler bezeichnet werden kann, etwa im Gegensatz zu einem Lyriker. In der Mediävistik ist man sich dennoch dahingehend einig, dass der Autor mit dem Erzähler nicht gleichzusetzen ist. Die Literatur des Mittelalters muss unter einem anderen Verhältnis des Schriftstellers zu seinem Text und Inhalt gelesen werden als die heutige. Eine bedeutende Rolle spielt dabei zunächst die Stellung der Dichtung im Mittelalter. Es ist nicht davon auszugehen, dass „der Dichter als Autorität sein Wissen mittels eines fiktionalen Erzählers vorführte“[62], da die Dichtung als Teil der septem artes gesehen wurde. Wayne C. Booth geht davon aus, dass ein implied author anzunehmen ist, darunter versteht er ein zweites Ich des Autors, der als Bild des Autors hinter dem Erzähler steht, obwohl er nicht eins sein muss mit dem realen Autor.[63] Die Stellung des Erzählers, die Voelkel ausführlich betrachtet[64], zeigt sich im Grad und an der Art seiner Distanz zwischen Autor, Leser und den Charakteren der Geschichte. Dabei geht Booth davon aus, dass bei jedem Leser ein implizierter Dialog zwischen Autor, Erzähler, den Charakteren und dem Leser stattfindet.[65]

Der empirische Autor tritt, so Kleinschmidt, in einem anderen Bereich ins Blickfeld als die Autorschaft. „Er interessiert als soziale und psychologische Subjektgeschichte, die in der Eigenwirklichkeit der Texte nur bedingt als anfallendes Gegenstandsmaterial neben anderem, integriertem Weltwissen auftaucht.“[66] Solche Spuren kann man zurückverfolgen und auswerten. Das Wissen über den Autor ergibt sich demnach nicht anders als zum Beispiel das über Gebäude, Pflanzen oder Ortsbeschreibungen. Autorschaft wird hingegen als die Begriffssphäre von Produktivität gesehen und lässt sich damit aufspalten in den Bereich des Prädispositiven, welcher Vorgabefaktoren wie Sprache, Genre, Stoff, Motiv et cetera umfasst und den Erfassungsbereich der spezifisch aktivierten Spielräume innerhalb dieser Vorgaben betreffend.[67]

Ferner spielen die Begriffe von Authentizität und Autorisation[68] eine tragende Rolle. Ein Text ist autorisiert, wenn er mittels eines Autors anerkannt wird. Es entsteht eine „unautorisierte Textkultur“, wenn sich jede weitere Abschrift ein Stück mehr vom Autor entfernt. Ähnlich verfährt es mit der Authentizität mittelalterlicher Schriften. Ein Werkt ist nur dann authentisch, wenn alle Einzelheiten von einem und demselben Autor stammen, dadurch gewinnt der Autor selbst nur kurze Zeit Einfluss auf seinen eigenen Text. Der Originaltext bleibt nicht in seinem anfänglichen Zustand, sobald Überlieferungen, Paralleldrucke, weitere Autoren[69] oder andere Einwirkungen auf ihn Einfluss nehmen.

Nicht nur für den heutigen, auch für den mittelalterlichen Leser blieben manche jener Texte, „die wir aufgrund eines Teils der Handschriften mit einem Autornamen zu verbinden gewohnt sind“[70], anonym. Das Wissen um Autorennamen „war offensichtlich nur wenigen literarisch breit Gebildeten verfügbar, und es war ungesichert.“[71] So gibt es „Texte ohne Autor und Autoren ohne Texte, Werke, die mehr als einem Autor zugeordnet wurden, und andere, die einem Autor nur deshalb zugeordnet sind weil sie für würdig erachtet wurden, einen schon bekannten Namen zu tragen.“[72] Zumthor betont, dass vieles darauf hindeutet, dass der Identität so viel oder so wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde wie der präzisen Wiederholung einer Textvorlage im skriptoralen Reproduktionsprozess.[73] Die Gebrauchsfunktion eines Textes und nicht die Sicherung des Originals oder Verbürgtheit durch einen Autor stand an erster Stelle. Wachinger und Wenzel ziehen das Resümee, dass der Autor sich mit den Bedingungen, die er vorfindet, auseinandersetzen kann, „aber er kann ihnen nicht im Sinne jüngerer Autorschaftskonzeptionen seine individuelle Persönlichkeit als eine das Werk konstruierende und strukturierende Größe entgegensetzen.“[74]

[...]


[1] Titel der Quellen sowie Zitate daraus wurden in dieser Arbeit kursiv gesetzt. Wo Autoren zitiert werden, die sich ihrerseits ausdrücklich auf eine andere Quelle beziehen, wurden die jeweiligen bibliographischen Angaben überprüft und in der dazugehörigen Fußnote vermerkt.

[2] Zitiert wird nach Thoelen, Heinz / Häberlein, Bianca: Konrad von Würzburg, Trojanerkrieg und die anonym überlieferte Fortsetzung, Kritische Ausgabe, in: Brunner, Horst / Huschenbett, Dietrich / Ruhe, Ernstpeter u.a. (Hgg.): Wissensliteratur im Mittelalter, Bd. 51, Wiesbaden 2015. Im Folgenden in Fußnoten abgekürzt mit TK.

[3] Burdach, Konrad: Reimar der Alte Walther von der Vogelweide, Zweite berichtigte Auflage mit ergänzenden Aufsätzen über die altdeutsche Lyrik, Halle 1928.

[4] Zit. TK, V. 269-274.

[5] Zit. Jannidis, Fotis / Lauer, Gerhard / Martinez, Matias / Winko, Simone (Hg.): Einleitung. Autor und Interpretation, in: Texte zur Theorie der Autorschaft, Stuttgart: Reclam 2000, S. 7.

[6] Das Thema von Autor und Konzepte der Autorschaft werden unter anderem eingehend in folgenden Texten erläutert, daher werde ich eine Ausdifferenzierung von Autorenbildern und Autorenfunktion im Mittelalter weitestgehend aussparen. Jannidis, Fotis / Lauer, Gerhard / Martinez, Matias / Winko, Simone (Hg.): Einleitung. Autor und Interpretation, in: Texte zur Theorie der Autorschaft, Stuttgart: Reclam 2000.

[7] Zit. Gregor der Große, Moralia in Iob, in: PL 75, hier Sp. 518.

[8] Leipold, Inge: Die Auftraggeber und Gönner Konrads von Würzburg. Versuch einer Theorie der „Literatur als soziales Handeln“, in: Müller, Ulrich / Hundsnurscher, Franz / Sommer, Cornelius (Hgg.): Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Nr. 176, Göppingen 1976; Bumke, Joachim: Autor und Werk, Beobachtungen und Überlegungen zur höfischen Epik, in: ZfdPh 116, 1997; Peters, Ursula: Literatur in der Stadt, Studien zu den sozialen Voraussetzungen und kulturellen Organisationsformen städtischer Literatur im 13. und 14. Jahrhundert, in: Bachleitner, Norbert / Begemann, Christian / Erhart, Walter / Hübinger, Gangolf (Hgg.): Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Bd. 7, Tübingen 1983.

[9] Green, Dennis Howard: Konrads Trojanerkrieg und Gottfrieds Tristan. Vorstudien zum Gotischen Stil in der Dichtung, Diss., Basel 1949; Monecke, Wolfgang: Studien zur epischen Technik Konrads von Würzburg, Das Erzählprinzip der wildekeit, Mit einem Geleitwort von Ulrich Pretzel, in: Germanische Abhandlungen Bd. 24, Stuttgart 1968.

[10] Vgl. Lienert, Elisabeth: Geschichte und Erzählen, Studien zu Konrads von Würzburg Trojanerkrieg, in: Brunner, Horst / Dickerhof, Harald / Huschenbett, Dietrich u.a. (Hgg.): Wissensliteratur im Mittelalter, Schriften des Sonderforschungsbereichs 226 Würzburg / Eichstätt, Wiebaden 1996, S. 6.

[11] Vgl. ebd., S. 6-7.

[12] Cormeau, Christoph: Quellenkompendium oder Erzählkonzept? Eine Skizze zu Konrads von Würzburg Trojanerkrieg, in: Befund und Deutung, Tübingen 1979.

[13] De Boor, Helmut: Die deutsche Literatur im späten Mittelalter, Zerfall und Neubeginn, Teil 1: 1250-1350, in: De Boor, Helmut / Newald, Richard (Hgg.): Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart, München 4 1973.

[14] Zit. Cormeau 1979, S. 309.

[15] Bleumer, Hartmut: Zwischen Wort und Bild. Narrativität und Visualität im Trojanischen Krieg Konrads von Würzburg, in: ders. u.a. (Hgg.): Zwischen Wort und Bild, Wahrnehmungen und Deutungen im Mittelalter, Köln 2010 / Gebert, Bent: Mythos als Wissensform, Epistemik und Poetik der Trojanerkriegs Konrad von Würzburg, in: Baßler, Moritz / Frick, Werner / Schmitz-Emans, Monika (Hgg.): spectrum Literaturwissenschaft, Bd. 35, Berlin / Boston 2013.

[16] Kokott, Hartmut: Konrad von Würzburg, Ein Autor zwischen Auftrag und Autonomie, Stuttgart 1987.

[17] Pfennig, Martin: erniuwen, Zur Erzähltechnik im Trojaroman Konrads von Würzburg, in: Europäische Hochschulschriften, Reihe I: Deutsche Sprache und Literatur, Bd. 1537, Frankfurt a.M. 1995.

[18] Andersen, Elisabeth / Haustein, Jens / Simon, Anne / Strohschneider, Peter (Hgg.) Autor und Autorschaft im Mittelalter, Kolloquium Meißen 1995, Tübingen 1998.

[19] Kapfhammer, Gerald / Löhr, Wolf-Dietrich / Nitsche, Barbara (Hgg.): Autorbilder, Zur Medialität literarischer Kommunikation in Mittelalter und Früher Neuzeit, in: Satzinger, Georg (Hg.): Tholos, Kunsthistorische Studien, Bd. 2, Münster 2007.

[20] Pabst, Stephan (Hg.): Anonymität und Autorschaft, Zur Literatur- und Rechtsgeschichte der Namenlosigkeit, in: Bachleitner, Norbert / Begemann, Christian / Erhart, Walter / Hübinger, Gangolf (Hgg.): Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, Berlin / Boston 2011.

[21] Vgl. Lienert, Elisabeth: Die Überlieferung von Konrads von Würzburg Trojanerkrieg, in: Brunner, Horst (Hg.): Die deutsche Trojaliteratur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Wiesbaden 1990, S. 325.

[22] Vgl. Lienert, Elisabeth: Konrad von Würzburg, Trojanerkrieg. Einführung in das Werk und Beschreibung der Handschrift, in: Codices illuminati medii aevi 15, München 1989, S. 15.

[23] Bartsch, Karl: Anmerkungen zu Konrads Trojanerkrieg, Tübingen 1877. (StLV 133).

[24] Hilgers, Heribert A.: Das Kölner Fragment von Konrads Trojanerkrieg, in: Amsterdamer Beiträge zur älteren Germanistik 4 (1973), S. 129-185.

[25] Brandt, Rüdiger: Konrad von Würzburg, in: Erträge der Forschung, Bd. 249, Darmstadt 1987.

[26] Alfen, Klemens / Fochler, Petra / Lienert, Elisabeth: Deutsche Trojatexte des 12. bis 16. Jahrhunderts. Repertorium, in: Brunner, Horst (Hg.): Die deutsche Trojaliteratur, Wiesbanden 1990, S. 7-197.

Dies.: Entstehungssituation und Publikum der deutschen Trojaliteratur des 12. bis 16. Jahrhunderts, in: Brunner, Horst / Wolf, Norbert R. (Hgg.): Wissensliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Bedingungen, Typen, Publikum. Sprache, Wiesbaden 1993, S. 177-208.

[27] Vgl. Thoelen / Häberlein 2015, S. X1.

[28] Zit. Lienert, Elisabeth: Ritterschaft und Minne, Ursprungsmythos und Bildungszitat. Troja-Anspielungen in nicht-trojanischen Dichtungen des 12. bis 16. Jahrhunderts, in: Horst Brunner (Hg.): Die deutsche Trojaliteratur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Materialien und Untersuchungen, Wiesbaden 1990, S. 210.

[29] Vgl. Mergel, Christina: Trojanerkrieg, Konrad von Würzburg. URL: http://wirote.informatik.uni-leipzig.de/mediavistik/werk/46 (zuletzt eingesehen 25.09.17).

[30] Vgl. Brunner, Horst: Zugang zu Konrad von Würzburg (Rede bei der Öffentlichen Vortragsveranstaltung „Konrad von Würzburg zum 700. Todestag´ am 11. September 1987 im Rittersaal des Mainfränkischen Museums Würuburg), in: Mück, Hans-Dieter und Müller, Ulrich (Hgg.): Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein Gesellschaft, Bd. 5, Stuttgart 1988/1989, S. 15.

[31] Vgl. Brunner, Horst: Annäherungen. Studien zur deutschen Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, Berlin 2008, S. 174.

[32] Vgl. Brunner 1988/1989, S. 15.

[33] Vgl. Bleck, Reinhard: Überlegungen zur Entstehungssituation der Werke Konrads von Würzburg, in denen kein Auftraggeber genannt wird, Wien 1987, S. 4.

[34] Zit. TK, V. 266.

[35] Vgl. Brunner 2008, S. 174. Brunner erwähnt an dieser Stelle die von Konrad signierten Dichtungen. Darunter: „Die Klage der Kunst“, „Die goldene Schmiede“, „Silvester“, „Alexius“, „Schwanritter“, „Der Welt Lohn“, „Das Herzmaere“, „Engelhard“, „Partonopier und Meliur“ und „Trojanerkrieg.“

[36] Vgl. Brunner 2008, S. 174.

[37] Vgl. Brandt, Rüdiger: Konrad von Würzburg. Kleinere epische Werke, Berlin 2000, S. 67.

[38] Vgl. Bleck, Reinhard: Überlegungen zur Entstehungssituation der Werke Konrad von Würzburg, in denen kein Auftraggeber genannt wird, in: Birkhan, Helmut (Hg.): Wiener Arbeiten zur germanischen Altertumskunde und Philologie, Bd. 29, Wien 1987, S. 4.

[39] Vgl. Leipold, Inge: Die Auftraggeber und Gönner Konrads von Würzburg. Versuch einer Theorie der „Literatur als soziales Handeln“, in: Müller, Ulrich / Hundsnurscher, Franz / Sommer, Cornelius (Hgg.): Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Nr. 176, Göppingen 1976, S. 11.

[40] Vgl. Bleck 1987, S. 5.

[41] Zit. Frühmorgen-Voß, Hella: Bildtypen in der Manessischen Liederhandschrift, in: Glier, Ingeborg / Hahn, Gerhard / Haug, Walter / Wachinger, Burghart (Hgg.): Werk – Typ – Situation. Studien zu poetologischen Bedingungen in der älteren deutschen Literatur, Stuttgart 1969, S. 184-216.

[42] s. Abb. 1.

[43] Zit. Schröder, Edward (Hg.): Konrad von Würzburg: Kleinere Dichtungen, Bd. 3, Die Klage der Kunst. Leiche, Lieder und Sprüche. Mit einem Nachwort von Ludwig Wolff, 4. Auflage, Dublin / Zürich 1970, S. 61, V. 189.

[44] Eine detaillierte Aufstellung der zahlreichen Urkunden, in welchen die in Konrads Texten genannten Basler Persönlichkeiten Erwähnung finden, liefert: Schröder, Edward: Studien zu Konrad von Würzburg IV. u. V., in: Nachrichten von der K. Gesellschaft zu Göttingen. Philologisch-historische Klasse (1917), S. 96-129. / Leipold, Inge: Die Auftraggeber und Gönner Konrads von Würzburg. Versuch einer Theorie der „Literatur als soziales Handeln“, in: Müller, Ulrich / Hundsnurscher, Franz / Sommer, Cornelius (Hgg.): Göppinger Arbeiten zur Germanistik, Nr. 176, Göppingen 1976. / Kokott, Hartmut: Konrad von Würzburg. Ein Autor zwischen Auftrag und Autonomie, Stuttgart 1989. / Plotke, Seraina: Konzeptualisierung von Mäzenatentum. Konrad von Würzburg und seine Basler Gönner, in: Bastert, Bern / Bihrer, Andreas / Reuverkamp-Felber, Timo (Hgg.): Mäzenaten im Mittelalter aus europäischer Perspektive. Von historischen Akteuren zu literarischen Textkonzepten, Göttingen 2017.

[45] Vgl. Bleck 1987, S. 5.

[46] Zit. Wackernagel, Wilhelm: Ritter- und Dichterleben Basels im Mittelalter, in: W. W., Kleinere Schriften 1, Abhandlungen zur deutschen Altertumskunde, Leipzig 1872, S. 258-301. Zuerst in: Ritter- und Dichterleben Basels im Mittelalter, in: Neujahrsblatt für Basels Jugend 36, Gesellschaft des Guten und Gemeinnützigen, Basel 1858, S. 296-300.

[47] Zit. Bleck 1987, S. 7.

[48] Zit. Wackernagel 1858, S. 300.

[49] Vgl. Schulte, Aloys: Zum Tode Konrads von Würzburg, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 40, 1886, S. 495 f.

[50] Vgl. Gernentz, Hans Joachim (Hg. u. Übers.): Der Schwanritter, Deutsche Verserzählungen des 13. und 14. Jahrhunderts, Berlin 1972 (² 1979), S. 15-17, 472.

[51] Zum eventuellen Todesdatum stellt Bleck eine These anhand Konrads letzter Werke auf. Vgl. Bleck 1987, S. 8.

[52] Vgl. Jaffé, Phillipus: Annales Colmarienses Maiores a. 1277 – 1472, in: Pertz, Georg Heinrich (Hg.): Monumenta Germaniae Historica (MHG), Hannover 1861, S. 202-232, hier S. 214. Wortlaut wird in der Fußnote der MGH-Ausgabe der Colmarer Annalen wie folgt gegeben: Cuonradus de Wirzburg, Berachta uxor euis, Gerina et Agnesa filiae eourum, obierunt 2. Kal. Sept. qui siti sunt in latere beate Marie Magdalene.

[53] Vgl. Brunner, Horst: Dichter ohne Werk. Zu einer überlieferungsbedingten Grenze mittelalterlicher Literaturgeschichte, in: Kunze, Konrad / Mayer, Johannes G. / Schnell, Bernhard (Hgg.): Überlieferungsgeschichtliche Editionen und Studien zur deutschen Literatur des Mittelalters, Texte und Textgeschichte 31, Tübingen 1989, S. 20.

[54] Barthes, Roland: La mort de l’auteur, in: Barthes, Roland:Le bruissement de la langue, Paris 1984.

[55] Foucault, Michel: Was ist ein Autor?, in: ders. (Hg.): Schriften zur Literatur, Frankfurt / Main 1988, S. 7–31.

[56] Zit. Wenzel, Horst: Autorenbilder. Zur Ausdifferenzierung von Autorenfunktionen in mittelalterlichen Miniaturen, in: Andersen, Elizabeth / Haustein, Jens / Simon, Anne / Strohschneider, Peter (Hgg.): Autor und Autorschaft im Mittelalter. Kolloquium Meißen 1995, Tübingen 1998, S. 1.

[57] Vgl. Kleinschmidt, Erich: Autor und Autorschaft im Diskurs, in: Bein, Thomas (Hg.): Autor, Autorisation, Authentizität, Beihefte zu editio, Bd. 21, Tübingen 2004, S. 12.

[58] Zit. ebd., S. 13.

[59] Vgl. Bumke, Joachim: Autor und Werk, Beobachtungen und Überlegungen zur höfischen Epik, in: ZfdPh 116, 1997, S. 114.

[60] Zit. Kleinschmidt 2004, S. 14.

[61] Vgl. Kayser, Wolfgang: Wer erzählt den Roman, in: Vortragsreise, Studien zu Literatur, Bern 1958, S. 82-101.

[62] Zit. Voelkel 1978, S. 45.

[63] Vgl. Booth, Wayne C.: The rhetoric of fiction, Kap. VI: Types of narration, 8Auflage, Chicago/London 1968,

[64] Vgl. Voelkel 1978, S. 18ff.

[65] Vgl. Booth 1968, S. 155.

[66] Zit. ebd., S. 14.

[67] Vgl. ebd., S. 14.

[68] Vgl. Bein, Thomas: Autor - Autorisation – Authentizität. Beiträge der Internationalen Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition, in: Woesler, Winfried (Hrsg.): Beihefte zu editio, Bd. 21, Tübingen 2004.

[69] Baisch nennt dieses Phänomen eine „Pluralität weiterer Autoreninstanzen“, siehe in: Baisch, Martin: Textkritik als Problem der Kulturwissenschaften. Tristan-Lektüren, Berlin: De Gruyter 2006, S. 33.

[70] Zit. Wachinger, Burghart: Autorschaft und Überlieferung, in: Wachinger, Burghart / Haug, Walter (Hgg.): Autorentypen, in: Fortuna vitrea. Arbeiten zur literarischen Tradition zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert, Bd. 6, Tübingen 1991, S. 3.

[71] Zit. ebd., S. 3.

[72] Zit. Wenzel 1998, S. 2.

[73] Vgl. Zumthor, Paul: Die orale Dichtung: Raum, Zeit, Periodisierungsprobleme, in: Gumbrecht, Hans-Ulrich u. Link-Heer, Ursula (Hgg.): Epochenschwellen und Epochenstrukturen im Diskurs der Literatur- und Sprachhistorie, Frankfurt a.M. 1985, S. 359-375.

[74] Zit. Wachinger 1991, S. 22.

Details

Seiten
37
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668668614
ISBN (Buch)
9783668668621
Dateigröße
765 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v417837
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,0
Schlagworte
trojanerkrieg konrad würzburg autor autorschaft mediävistik epos

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Titel: Autor und Autorschaft im "Trojanerkrieg" von Konrad von Würzburg