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Paid-Content-Modelle und Methoden für Zeitungsverlage

Hausarbeit 2016 24 Seiten

Medien / Kommunikation - Massenmedien allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung

2 Merkmale der Informationen bei Paid Content
2.1 Journalistische Qualität
2.2 Zeitliche Aktualität
2.3 Exklusivität

3 Methoden des Paid Content
3.1 Freiwillige Bezahlung
3.2 Freemium Model
3.3 Metered Model
3.4 Harte Bezahlschranke

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Netto-Werbeeinnahmen erfassbarer Werbeträger 2014 in Milliarden Euro

Abbildung 2: Kosten- und Erlösstruktur: Durchschnittswerte der Abonnementzeitungen in Westdeutschland 2014

Abbildung 3: Entwicklung der Anzahl kostenpflichtiger Flatrates und Umsatz mit kostenpflichtigen Inhalten bei test.de

Abbildung 4: Nettoerlöse des Spenden-Modells der taz

Abbildung 5: Anzahl der genutzten Paywall-Modelle bei deutschen Zeitungsverlagen

Abbildung 6: Entwicklung der Visits bei bild.de und welt.de nach Einführung von Paid Content

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Der negativen Auflagenentwicklung bei den deutschen Tageszeitungen stehen steigende Klickzahlen bei den dazugehörigen Online-Nachrichtenportalen gegenüber. Deutlich wird dies vor allem am Beispiel der FUNKE MEDIEN NRW GmbH, welche die NRW-Titel des größten regionalen Zeitungsverlags Deutschlands, der FUNKE Mediengruppe, zusammenfasst. Während die Printzeitungen in den letzten fünf Jahren 28 % bei der Auflage verloren haben und auf 0,58 Mio. verkaufte Exemplare zurückgefallen sind, stieg die Anzahl der Besuche auf dem Online-Pendant DerWesten.de um 126 % auf 17,6 Mio. Visits an.1 Obwohl die Reichweite insgesamt gestiegen ist und diese Wechselwirkung vorerst den Eindruck vermittelt, dass das Geschäft der Tageszeitungen erfolgreich ins Internet übergegangen ist, stellt sich das Problem in diesem Sachverhalt erst bei der Monetarisierung der Reichweite dar. Die Werbeeinnahmen bei Online-Angeboten wachsen zwar mit der steigenden Reichweite, liegen aber dennoch deutlich unter den Werbeeinnahmen der Tageszeitungen, wie in Abbildung 1 zu erkennen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Netto-Werbeeinnahmen erfassbarer Werbeträger 2014 in Milliarden Euro

Quelle: BDZV (2015)

Die aus diesem Geschäftszweig wegfallenden Erlöse lassen sich mittelfristig also nicht durch die Werbeeinnahmen aus dem Online-Geschäft kompensieren. Wie Abbildung 2 zu erkennen gibt, wird der Großteil der Einnahmen der Verlage allerdings aus dem Vertrieb generiert, dessen Ergebnis im Umkehrschluss zur sinkenden Auflage besonders stark von rückläufigen Abonnement- und Einzelverkaufszahlen belastet wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Kosten- und Erlösstruktur: Durchschnittswerte der Abonnementzeitungen in Westdeutschland 2014

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an BDZV (2015)

Die Selbstverständlichkeit, dass für eine gedruckte Zeitung am Kiosk bezahlt werden muss, steht im Internet einer Gratiskultur gegenüber, die über einen langen Zeitraum entstanden ist und sich nur langsam aufbrechen lässt.2

1.2 Zielsetzung

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Merkmale der Informationen bei Paid Content in Zeitungsverlagen zu erörtern und einzelne Methoden des Paid Contents in der Umsetzung zu untersuchen. So sollen im ersten Teil dieser Arbeit zunächst die journalistischen Grundlagen für ein erfolgreiches Paid-Content-Modell herausgestellt werden. Um herauszufinden, welche Eigenschaften für eine auf Paid Content ausgerichtete Berichterstattung notwendig sind, werden explizit die journalistische Qualität, die zeitliche Aktualität und die Exklusivität beleuchtet.

Anschließend wird im zweiten Hauptteil der Fokus auf die technischen Möglichkeiten gelegt, die bestehen, um den rückläufigen Umsätzen im Printgeschäft mit den wachsenden Nachrichtenseiten im Netz entgegenzutreten. Die Funktionsweisen der verschiedenen Methoden zur Monetarisierung von redaktioneller Arbeit werden dabei sowohl auf ihre Umsetzbarkeit als auch auf mögliche Problematiken geprüft. Anhand von Praxisbeispielen zu den einzelnen Modellen – harte Bezahlschranke, Metered Model, Freemium Model und freiwillige Bezahlung – sollen die Ergebnisse der Arbeit besser veranschaulicht werden.

2 Merkmale der Informationen bei Paid Content

2.1 Journalistische Qualität

In einem Untersuchungspanel von Ollrog wurde eine Teilmenge aus der Grundgesamtheit der deutschen Verlage herangezogen, die u.a. auf Experteninterviews mit den entsprechenden Vertretern basiert. Bei der Auswahl der Gesprächspartner wurde Wert darauf gelegt, dass die Vertreter „über gute Kenntnisse der Geschäftsentwicklung sowie der bilanziellen Zahlen des Unternehmens verfügen und in die strategischen Entwicklungsprozesse der Verlage eingebunden sind.”3 Einer der Teilnehmer „sieht vor allem in der Qualität der von seinem Verlag produzierten Inhalte einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil”4, der sowohl für die gedruckte Zeitung gelte als auch für die Nachrichtenportale im Internet. Neben diesem inhaltlichen Anspruch spielt auch das Beherrschen der journalistischen Stilformen, Textsicherheit, sowie die Trennung von Meinung und Nachricht in die Qualität einer Redaktion mit ein, auch wenn diese Aspekte nach wie vor zu den Grundvoraussetzungen einer allgemeinen journalistischen Ausbildung gehören.

In der heutigen Zeit macht aber insbesondere die Berücksichtigung und Einbindung der vielfältigen Möglichkeiten, die das Internet mit sich bringt, die Qualität von Online-Nachrichten aus. In erster Linie sind es die in den Medienhäusern beschäftigten Redakteure, die mit der Frage konfrontiert werden, welche technischen Potentiale das Internet im Vergleich zur gedruckten Zeitung mit sich bringt, wenn es um die Publikation von journalistischen Informationen geht.5 Eine dazu widersprüchliche Aussage von Weischenberg u.a. nur fünf Jahre zuvor, der Multimedia-Journalist habe noch keine Zukunft, belegt die rasante Entwicklung in diesem Bereich.6 Durch die technischen Möglichkeiten des Internets können Nachrichten heute simpel um multimediale Inhalte, wie Grafiken, Bilderstrecken oder Videos, ergänzt werden, was für die Journalisten ganz neue Anforderungen mit sich bringt. Sei es nur zur Implementierung oder gar zur Produktion der multimedialen Elemente. 2011 war es die Journalistenschule Ruhr, die deutschlandweit erstmals Multimedia-Redakteure ausbildete, um genau diesen Ansprüchen der zukünftigen Online-Journalisten gerecht zu werden und damit deutlich machte, welche Wichtigkeit der Verknüpfung von journalistischen Inhalten und multimedialen Elementen zugesprochen wird.7 Den Lesern bietet sich durch die Tiefe der Berichterstattung in Kombination mit veranschaulichenden Fotos, erklärenden Grafiken und Bewegtbildern ein starker Mehrwert als Anreiz, für journalistische Inhalte zu bezahlen.

2.2 Zeitliche Aktualität

Geschwindigkeit spielte beim Verbreiten von Informationen naturgemäß schon immer eine große Rolle. Sowohl bei der gedruckten Zeitung, die flächendeckend früh morgens in den Briefkästen stecken muss als noch viel mehr im Online-Journalismus, der nicht ohne Grund auch „Geschwindigkeits-Journalismus”8 genannt wird. Anders als bei der gedruckten Ausgabe kann im Online-Nachrichtenportal „jede Meldung .. sofort online gestellt werden – es gibt keinen Redaktionsschluss”9 – was eine gut strukturierte Arbeitsorganisation notwendig macht, um in diesem elementaren Punkt rund um die Uhr flexibel agieren und eine „permanente Aktualisierbarkeit”10 der Artikel sicherstellen zu können. Dennoch „darf der Online-Journalist [nicht] dem Aktualitätszwang erliegen”11, um einen Konflikt mit der journalistischen Qualität, die auch einen wichtigen Erfolgsfaktor für Paid Content darstellt, zu vermeiden. Klötzer geht sogar noch einen Schritt weiter und bezeichnet die Aktualität bei Onlinezeitungen, aufgrund der täglichen Berichterstattung, als Grundvoraussetzung, die für den Nutzer keinen angemessenen Mehrwert darstellt.12 So lässt sich festhalten, dass der Aktualität keinesfalls die Relevanz abgesprochen werden kann, diese jedoch eher als Voraussetzung denn als Erfolgsfaktor für erfolgreichen Paid Content anzusehen ist. Klötzer fasst treffend zusammen, dass die Leser nicht nur aktuelle Nachrichten erwarten, sondern zugleich einen Mehrwert, der meist nur mit der bereits beschriebenen Multimedialität oder der im nächsten Punkt beleuchteten Exklusivität zu erschaffen ist.13

[...]


1 Vgl. IVW (2015)

2 Vgl. Göldi, A. (2008)

3 Ollrog, M.-C. (2014), S. 207

4 ebd., S.274

5 Vgl. Neuberger, C./Tonnemacher, J. (1999), S. 9

6 Vgl. Weischenberg, S./Altmeppen, K.-D./Löffelholz, M. (1994), S. 181

7 Vgl. Stephan, J. (2010)

8 Pürer, H. (2003), S.153

9 Meyer, K. (2005), S. 57

10 Neuberger, C./Tonnemacher, J. (1999), S.10

11 Meyer, K. (2005), S. 57

12 Vgl. Klötzer, S. (2003), S. 31

13 Vgl. Klötzer, S. (2003), S. 12

Details

Seiten
24
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668672635
ISBN (Buch)
9783668672642
Dateigröße
752 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v416258
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
1,3
Schlagworte
Paid Content Zeitungsverlage Bezahlschranken

Autor

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