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Berthold von Reichenau und Bernold von Konstanz. Süddeutsche Gregorianer im Kampf gegen Simonie und ihr Verständnis von auctoritas

Studienarbeit 2014 16 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. HAUPTTEIL
II.1 Bertholds Bericht uber das Papstschisma 1061 UND SEINE Verbindung zu Bernold von Konstanz
II.2 BERNOLDS VERSTANDNIS VON SlMONIE UND ,AUCTORITAS’ UND DEREN ElNBETTUNG IN DIE Entwicklung des kanonischen Rechts
II.3 BERNOLDS ARBEITSWEISE UND SEIN BEITRAG ZUR ENTWICKLUNG DES KANONISCHEN RECHTS

III. SCHLUSS

BIBLIOGRAPHIE

I. Einleitung

„Nach dem einstimmigen Rat aller und durch die Wahl der Gesandten der Romer wurde darauf Cadalus, Bischof von Parma, am 26. Oktober auf simonistische Weise zum Papst gewahlt und Honorius genannt, nachdem, wie man sagt, viel Bestechungsgelder gegeben worden waren [...]“

Die Schilderung Bertholds von Reichenau uber das Papstschisma 1061 zwischen Papst Alexander und Honorius ist Teil der Bodenseechronistik, die den Einfluss der papstlichen Reformbewegung auf das Salierreich bezeugt und sie lasst eine deutliche Ablehnung gegenuber simonistischen Praktiken erkennen.[1] [2] Der Simonievorwurf, welcher den Erwerb einer geistlichen Sache wie Amter, Sakramente und Ahnlichem mithilfe Geld bezeichnet, wurde im Laufe des Investiturstreites immer mehr zu einem zentralen Thema und „Vehikel des politischen Kampfes“[3] zwischen sogenannten „Gregorianern“[4] und konigstreuen Anhangern. Sowohl Berthold von Reichenau als auch Bernold von Konstanz, beides suddeutsche Chronisten und Anhanger der Reformbewegung, werden als „Gregorianer“[5] bezeichnet. Wer aber ist ein Gregorianer und was macht ihn dazu? Weshalb lehnen sie Simonie so entschieden ab? Welches allgemeine damalige Verstandnis von auctoritas kann hiervon abgeleitet werden?

Ziel dieser Arbeit ist es, ausgehend von Bertholds Quelle zu zeigen, warum Simonie im Verlauf des Investiturstreits ein so groBer AnstoBpunkt war. Da Bernold von Konstanz als einer der „wichtigsten Verbreiter des papstlichen Reformprogramms in Deutschland“[6] galt, wird anhand seiner Stellung zu Simonie naher herausgearbeitet werden, dass Simonie auf das

Konzept von ,auctoritas’ verweist - eines der zentralen Streitpunkte des Investiturstreits. Der Untersuchung dieser Frage liegt die These zugrunde, dass fur die Charakterisierung eines Gregorianers sein Verstandnis von auctoritas entscheidend sei und sie wird abschlieBend in die exemplarische Betrachtung des Kirchenrechts im 11. und 12. Jahrhundert eingebettet: wie argumentiert Bernold und welchen Beitrag leistet er damit zur Entwicklung des kanonischen Rechts?

Verschiedene jungere Beitrage von Martin Brett, Robert Somerville und Bruce C. Brasington befassen sich mit der Thematik. Die langjahrige Forschung von Ian S. Robinson legt Grundlagen, ebenso wie Oskar Greulichs Untersuchungen zu Bernold und Johanna Autenrieths Werk uber die Domschule in Konstanz. Die Entwicklung des Kirchenrechts wird mithilfe weiterer verschiedener Beitrage naher betrachtet.[7]

Jahrhundertelang ratselte die Forschung uber den Verfasser der beiden Versionen der Berthold - Chronik; da die Verfasserfrage inzwischen aber gelost ist, wird im Folgenden nicht mehr darauf eingegangen.[8]

II. Hauptteil

II.1 Bertholds Bericht uber das Papstschisma 1061 und seine Verbindung zu Bernold von Konstanz

Bertholds Bericht uber das Papstschisma von 1061 ist Teil der zweiten Version seiner Chronik, die auch unter ,Berthold II’ bekannt ist, und fuhrt die Weltchronistik seines Lehrers Hermann von Reichenau fort, indem sie unmittelbar 1054 einsetzt[9] Diese reicht in zwei Handschriften bis zum Anfang des Jahresberichts 1079 bzw. 1080 und ist damit nur unvollstandig erhalten. Die erhaltene Version aus dem fruhen 16. Jahrhundert gilt als zuverlassigstes und vollstandigstes Exemplar von ,Berthold II’ und sie verifiziert gemeinsam mit zwei weiteren Manuskripten der Chronik Berthold als Autor.[10] Nach jahrhundertelangem Zweifeln an Bertholds Autorschaft von ,Berthold II’, bestatigt Robinson in seiner aktuellen Edition beider Versionen der Berthold - Chronik das Ergebnis Schmales, dass beide Werke von ein und demselben Autor stammen.[11] In der ersten kritischen Edition dieser Chronik, die 1844 von Pertz herausgegeben wurde, wurde dies noch nicht berucksichtigt. Robinson kommt mit der Veroffentlichung seiner kritischen Edition beider Versionen somit ein groBer Verdienst zu, da sie beiden Versionen Berthold als Autor zuordnen und dennoch als zwei eigenstandige Werke prasentiert werden.[12]

In Bertholds Bericht uber die Wahl des Cadalus zum Papst ist eine deutliche Abneigung gegenuber Simonie zu erkennen.[13] Berthold mochte deutlich machen, dass Cadalus von Parma nicht auf rechtmaBige Weise zum Papst gewahlt wurde und positioniert sich hiermit auf die pro-papstliche Seite und gegen Konig Heinrich IV.[14] Da ,Berthold II’ ruckblickend geschrieben wurde, lasst sich diese negative Haltung gegenuber Simonie mit den zeitlichen Ereignissen erklaren: Der Simonievorfall beim Papstschisma 1061 ist kein Einzelfall, sondern wurde zu einem der Hauptstreitpunkte zwischen Papst und Konig.[15] Berthold durfte die Begleiterscheinungen der Simonieprozesse in Form von einer wachsenden Entfremdung zwischen Konig, Reichskirche und Papsttum am eigenen Leib erfahren haben, da das Kloster Reichenau selbst unter ZwangsmaBnahmen von Konig Heinrich IV. sowie dem durch Simonie ins Amt gekommenen Abt Rupert litt.[16] Somit ist die Entwicklung von Bertholds „kirchenreformerisch-asketischer, ‘gregorianischer’ Einstellung“[17] nicht uberraschend - Robinson geht aber noch weiter und nennt „[t]he heresy of simony , [...] the dominant theme of ‘Berthold II’ ”[18].

Darauf aufbauend soll im Folgenden die These untersucht werden, dass Simonie nicht nur die Chronisten der damaligen Zeit beschaftigt habe, sondern eine Abneigung gegenuber simonistischen Praktiken als ein charakteristisches Merkmal eines Gregorianers gesehen werden konne. Denn diese Abneigung offenbart das Verstandnis von auctoritas der pro- papstlichen Reformer. Das Kloster Reichenau ist kein Einzelfall von Simonie und Berthold nicht der einzige Gregorianer - das nahe gelegene Konstanz ist auch vom Konflikt zwischen regnum und sacerdotium gepragt[19], mit dem sich auch der Gregorianer Bernold von Konstanz auseinander setzt. Beide verbindet, dass sie Teil des „Suddeutschen gregorianischen Kreises“ sind und somit Zugang zu den kanonischen und historischen auctoritas haben[20]. Bernolds Chronik basiert zum Teil auf Bertholds und kann als „defence of the Gregorian conception of the papal authority“[21] [22] angesehen werden, da in allen seinen Schriften das beherrschende Thema diese ,auctoritas’ ist.

Nicht nur Gelehrte betrifft dieser Konflikt von auctoritas, sondern nach und nach gerat jeder Einzelne zunehmend in das Spannungsfeld von honor seculi und timor Dei[22] - wem schuldet man seine erste Loyalitat? Papst oder Konig? Weiterhin herrscht allgemeine Unklarheit daruber, wer und wie man sich im strengen Sinne des Wortes der Simonie schuldig mache,[23] da es einerseits als das fluchwurdigste Verbrechen gelte, in den publizistischen Kampfen des Investiturstreits aber so sehr zum offentlichen Schlagwort geworden sei, dass es haufig keine Rechenschaft mehr uber den genauen Inhalt des Begriffes gebe.[24] Dies zeigt, dass die Diskussion um auctoritas eingebettet war in die generelle Entwicklung des kanonischen Rechts zur damaligen Zeit - welches Recht galt uberhaupt? Dies soll im Folgenden naher untersucht werden.

II.2 Bernolds Verstandnis von Simonie und ,auctoritas’ und deren Einbettung in die Entwicklung des kanonischen Rechts

Brett zufolge sehen sich Richter und Berater vor dem 12. Jhdt. mit zwei Problemen konfrontiert: erstens konne das anzuwendende Gesetz, z.B. beim Vorwurf von Simonie, nicht in einem konkreten, zusammengestellten Textkorpus gefunden werden. Wurden doch relevante Abschnitte gefunden werden, so wiedersprachen sie sich oft, weshalb von den Zeitgenossen eine Diskrepanz zwischen urkirchlichem Ideal und taglicher erlebter Praxis wahrgenommen werde, zwischen „Rechtsnorm“ und „Rechtswirklichkeit“[25]. Bernold von Konstanz sei hier eine wichtige Rolle zuzuschreiben, da er sich mit dieser Problematik intensiv beschaftige und seine Schriften im gesamten Deutschen Reich, wenn nicht sogar daruber hinaus, im Umlauf seien.[26] Er gilt daher als wichtigster Verbreiter und Zeuge der Durchsetzung des papstlichen Reformprogramms in Deutschland, denn seine Schriften spiegeln die Ideenwelt der „suddeutschen Gregorianer“ wider.[27]

Welches Verstandnis von auctoritas spiegelt sich in Bernolds Schriften wider und wie versucht er, die Frage nach dem Recht zu losen?

Um die allgemeine Verwirrung aufzulosen, beginnt Bernold mit einer sauberen Scheidung der Begriffe und zwar mit Hilfe der Canones.[28] Er macht deutlich, dass fur ihn sowohl diejenigen, die durch Geld zu irgendeinem kirchlichen Grad gelangten, als auch die, welche durch Geld in den Besitz irgendeines Verwaltungsamtes oder einer kirchlichen Ehrenstellung gekommen seien, als Simonisten bezeichnet werden konnten.[29] Auffallend ist hier, dass er eine noch scharfere Position als der Papst selbst vertritt und damit den Zweck verfolgt, die gregorianischen MaBnahmen gegen Simonisten nicht nur als kanonisch berechtigt, sondern im Vergleich zu den Canones als geradezu milde darzulegen. Denn dem kanonischen Recht zufolge treffe den Simonisten der Kirchenbann; Gregor VII. hingegen will ihn nur mit Absetzung strafen.[30] Wie ist hier nun Bernolds Verstandnis von auctoritas widergespiegelt? Durch die gezeigte Milde erwarte Bernold von den Abgesetzten nun eine konsequente Befolgung der Anweisungen Gregors VII. Doch, so Greulich, wurden diese sich in den meisten Fallen widersetzen, was als Folge die schwerere Strafe der Exkommunikation mit sich brachte.[31] Am meisten empore Bernold an dem Verhalten der Simonisten der fehlende Gehorsam und die Widerspenstigkeit, weshalb er die Strafe der Exkommunikation somit als angemessen halte. Damit spiegelt er die Position des Papstes wider, laut derer aus dem Ungehorsam alles andere Ungluck in der Welt hergeleitet werden konne.[32] Ungehorsam gegenuber dem Papst wird von Bernold somit als sehr groBes Vergehen gedeutet und zeigt den unmittelbaren Zusammenhang zwischen obedientia und auctoritas: ein Gregorianer kann als Verfechter absoluten Gehorsams gegenuber der im vorstehenden Autoritat gesehen werden.

Dies kann anhand der Position von Papst Gregor VII. naher erlautert werden, von dem ja abgeleitet wird, was einen Gregorianer ausmacht. Robinson behauptet, „the key word in Gregory VII.'s discussion of the responsibilities of a bishop is obedientia“[33]. Gregor VII. beanspruche fur sich zwei Formen von auctoritas: zum einen fordere er die Autoritat, Bischofe zu wahlen und zu befordern, zum anderen sehe er sich als alleiniger Garant fur die Freiheit der Reformkloster.[34] Somit prasentiere Gregor VII. das Episkopat lediglich als ein „adjunct of the Roman primacy“: ein Bischof sei ein Reprasentant des Papstes und seine Dienlichkeit werde anhand seiner entsprechenden Beharrlichkeit bei der Ausubung papstlicher Befehle beurteilt.[35] Wie Gregor erwarte somit auch ein Gregorianer von einem Bischof die Austreibung der Haresie von Simonie sowie der Verschmutzung des Heiligtums Gottes durch Gier.

[...]


[1] Ian Stuart Robinson (Hg.), Bertholds und Bernolds Chroniken. Lateinisch und deutsch. Ubersetzt von Helga Robinson-Hammerstein (FSGA 14), Darmstadt 2002, 51-53. „Deinde communi omnium consilio Romanorumque legatis eligentibus Chadalous Parmensis episcopus VII. Kal. Novembris papa, multis premiis quibusquam ut aiunt datis, symoniace eligitur et Honorius appellatur... “, in: Die Chroniken Bertholds von Reichenau und Bernolds von Konstanz 1054 -1100, Robinson, I.S. (Hg.) (=MGH SS. Rer. Germ, nova series 14), Hannover 2003, 191.

[2] Zur detaillierten Zusammensetzung und Entstehung der Bodenseechronistik vgl. Robinson 2003: 2f. Goetz argumentiert, dass Hermann und Berthold entscheidende Anfange gemacht hatten und die Weltchronistik in den ersten Jahrzehnten des 12.Jhdt. ihren Hohepunkt in Bernolds Beitragen fand, vgl. Hans-Werner Goetz, Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im hohen Mittelalter, Berlin 22008, 141.

[3] Tilman Struve, Die Wende des 11. Jahrhunderts. Symptome eines Epochenwandels im Spiegel der Geschichtsschreibung, in: Historisches Jahrbuch 112 (1992), 336.

[4] Unter Gregorianer ist hier ein Anhanger und Verfechter von Papst Gregor VII. und dessen Reformideen gemeint; da dies allerdings sehr allgemein gefasst ist, soll in dieser Arbeit der Terminus „Gregorianer“ naher untersucht werden.

[5] Dietrich charakterisiert den Verfasser der zweiten Bertholdchronik als „eifrigen Gregorianer“, in: Julius R. Dietrich, Die Geschichtsschreibung der Reichenau, in: Die Kultur der Abtei Reichenau. Erinnerungsschrift zur zwolfhundertsten Wiederkehr des Grundungsjahres des Inselklosters 724-1924 Bd.2, hg. von Konrad Beyerle, Munchen 1925, 773-801, 798f. Fur Bernold vgl. Oskar Greulich, Die kirchenpolitische Stellung Bernolds von Konstanz. Aus dem NachlaB von Oskar Greulich, in: Historisches Jahrbuch 55 (1935), 54. Goetz 2008: 250.

[6] Ian Stuart Robinson, Bernold von Konstanz und der gregorianische Reformkreis um Bischof Gebhard III., in: Freiburger Diozesan-Archiv 109 (1989), 155.

[7] Vgl. Robert Somerville/Bruce C. Brasington, Prefaces to Canon Law Books in Latin Christianity. Selected Translations, 500-1245, New Haven/ London 1998. Martin Brett, Finding the Law: The Sources of Canonical Authority before Gratian, in: Law before Gratian. Law in Western Europe c. 500-1100, hg. von Per Andersen, Mia Munster-Swendsen & Helle Vogt (Proceedings of the Carlsberg Academy Conferences on Medieval Legal History 3), Copenhagen 2006, 51-72. Ian Stuart Robinson (Hg.), Eleventh - Century Germany. The Swabian Chronicles. Selected sources translated and annotated with an introduction by I.S. Robinson, Manchester/New York 2008. Robinson 2003. Ian Stuart Robinson, Bernold von Konstanz und der gregorianische Reformkreis um Bischof Gebhard III., in: Freiburger Diozesan-Archiv 109 (1989), 155-188. Ian Stuart Robinson, Authority and Resistance in the Investiture Contest. The Polemical Literature of the Late Eleventh Century, Manchester 1978. Ian Stuart Robinson, Periculosus Homo. Pope Gregory VII and Episcopal Authority, in: Viator 9 (1978), 103­131 Greulich 1935. Johanne Autenrieth, Die Domschule zu Konstanz zur Zeit des Investiturstreits. Die wissenschaftliche Arbeitsweise Bernolds von Konstanz und zweier Kleriker dargestellt auf Grund von Handschriftenstudien (Forschungen zur Kirchen- und Geistesgeschichte N.F. 3), Stuttgart 1956. Goetz 2008. Struve 1992.

[8] Die Untersuchungen von Giesebrecht, May und Dietrich zu den Chroniken legten Grundlagen, auf denen Schmeidler und Schmale aufbauten und die Frage nach dem Verfasser klaren konnten, vgl. Wolfgang von Giesebrecht, Wilhelm: Geschichte der deutschen Kaiserzeit Bd. 3/2, Braunschweig 31869. Josef May, Zur Kritik von Bertolds Annalen, in: Forschungen zur deutschen Geschichte 22 (1882), 501-528. Julius R. Dietrich, Die Geschichtsschreibung der Reichenau, in: Die Kultur der Abtei Reichenau. Erinnerungsschrift zur zwolfhundertsten Wiederkehr des Grundungsjahres des Inselklosters 724-1924 Bd.2, hg. von Konrad Beyerle, Munchen 1925, 773-801. Bernhard Schmeidler, Berthold als Verfasser der nach ihm benannten Annalen bis 1080 und das Verhaltnis seiner Arbeit zur Chronik Bemolds, in: Archiv fur Urkundenforschung 15 (1938), 159­234. Franz-Josef Schmale, Die ReichenauerWeltchronistik, in: Die Abtei Reichenau. Neue Beitrage zur Geschichte und Kultur des Inselklosters, hg. von Helmut Maurer (Bodensee-Bibliothek 20), Sigmaringen 1974, 125-158.

[9] Gerade im hohen Mittelalter wurde die Gattung der Weltchronistik wieder aufgegriffen. Hermann von Reichenau machte hierbei entscheidende Anfange, genauso wie Berthold als Fortfuhrer dieser. Mit bedeutenden Chroniken wie der von Bernold von Konstanz erreichte die Weltchronistik Anfang des 12. Jahrhunderts dann ihren Hohepunkt, vgl. Goetz 2008: 114.

[10] Vgl. Robinson 2008: 21. ^Henceforward after Herman Bertolus continues the chronicle” (fo.109v).

Beide Manuskripte Wien, Osterreichische Nationalbibliothek MS 3399 und MS 7245 enthalten den Jahresbericht von 1080, der mitten im Satz abbricht, wahrend in den anderen vorliegenden Exemplaren von Sarnen, Kollegiumsbibliothek MS 10 und Engelberg, Stiftsbibliothek MS 9 der Kopist bewusst den Jahreseintrag von 1080 auslieB, vgl. Robinson 2003: 9, 13, 19.

[11] Vgl. Schmale 1974: 152. Robinson 2003: 23.

[12] Vgl. Berthold von Reichenau, Annalen, Pertz, G.H. (Hg.) (=MGH SS 5), Hannover 1844, 264-326. Robinson 2003.

[13]...„multis premiis [...] symoniace eligitur...“, in: Robinson 2003: 191. (Hervorhebung der Worter „multis“ und „symonicae“ durch mich vorgenommen, gilt auch f ur folgende Zitationen.)

[14] Auch wenn Berthold zugibt, dass sein Bericht auf Quellen mundlicher Art beruhen „quibusquam ut aiunt“, so hebt er durch das Adjektiv „multis“, in: Robinson 2003: 191. dennoch hervor, zu welchen Mittel Cadalus griff, um dieses geistliche Amt zu erwerben.

[15] Vgl. Struve 1992: 336.

[16] Vgl. Robinson 2003: 53, 55-56.

[17] Schmale 1974: 152.

[18] Robinson 2008: 29.

[19] Laut Robinson habe Gregor gezielt Zentren von Reform und Widerstand innerhalb Diozesen gebaut, deren Bischofe sich ihm widersetzten. Auch Reichenau habe vermutlich als solch ein Zentrum fungieren sollen, was hier nicht naher erlautert werden kann, vgl. Robinson 2008: 32.

[20] Vgl. Robinson 2008: 34.

[21] Ibid., 50-51, 57

[22] Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum III, 2, Schmeidler, Bernhard (=MGH SS Rer. Germ. 2), Hannover-Leipzig 1917, 145.

[23] Vgl. Greulich 1935: 33.

[24] Ibid., 32.

[25] Struve 1992: 336.

[26] Vgl. Brett 2006: 51.

[27] Vgl. Robinson 1989: 155.

[28] Als eines seiner bedeutenden Werke sei hier sein Libellus de sententia excommunicationis seu Apologeticus super excommunicationem Gregorii septimi (I) zu nennen. Hier scheidet Bernold u.a. zwischen Personen, die der Simonie schuldig gesprochen wurden und Gegenstanden, durch deren Handel Simonie zustande kam, vgl. Apologeticus, Thaner, Friedrich (Hg.) (= MG Libelli de lite 2) Hannover 1892, c.6f. S. 65f. Greulich 1935: 33.

[29] Fur Bernold lag uberall dort Simonie vor, wo eine Gabe des Hl. Geistes, sei es ein geistliches Amt, ein Rang oder sonst eine kirchliche Handlung ,um zeitlichen Vorteils willen’ , erlangt, gespendet oder sonst auf irgend eine Art vermittelt wurde, Vgl. De damnatione scismaticorum c.22 S.55. Greulich 1935: 33-34.

[30] Vgl. Apologeticus c.6f S.65. Greulich 1935: 37.

[31] Vgl. Greulich 1935: 37f. Autenrieth 1956: 129-130.

[32] Vgl. Greulich 1935: 38.

[33] Robinson, Periculosus homo 1978: 111.

[34] Vgl. Robinson, Authority and resistance in the investiture contest 1978: 5.

[35] Vgl. Robinson, Periculosus homo 1978: 110.

Details

Seiten
16
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668658226
ISBN (Buch)
9783668658233
Dateigröße
517 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v415664
Institution / Hochschule
Universität Konstanz
Note
1.5
Schlagworte
Reichenau Konstanz GregorVII Hochmittelalterliche Kirche Geschichte und Soziologie Berthold von Reichenau Bernold von Konstanz Süddeutsche Gregorianer auctoritas

Autor

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Titel: Berthold von Reichenau und Bernold von Konstanz. Süddeutsche Gregorianer im Kampf gegen Simonie und ihr Verständnis von auctoritas