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Deutsche Gesetzgebung zu ungedeckten Leerverkäufen während der Finanzkrise 2010

Hausarbeit (Hauptseminar) 2018 30 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Sonstiges

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

0. Einleitung

1. Literaturstand

2. Theoretische Herleitung

3. Empirische Überprüfung

5. Schlussfolgerungen/Ausblick

6. Abstract und Zusammenfassung
i Literaturverzeichnis
a) Monographien
b) Aufsatz aus einem Journal
c.) Aufsatz aus einem Sammelband d.) Stenographische Berichte,
e.) Internetquellen
ii Abkürzungsverzeichnis

Kapitel 0: Einleitung

Die Finanz- und Wirtschaftskrise zwischen 2007 und 2010 kündigt sich bereits lange in den USA an. Ende der 1990er Jahre setzt der „Siegeszug“ des Internets ein (Illing 2013, 15). Immer mehr Unternehmen in der Technologiebranche gründen sich daraufhin, denn die Branche verspricht hohe Gewinne. Einige dieser Unternehmen werden als Aktiengesellschaft gegründet oder nutzen später den Weg an die Börsen, um ihre Gewinne noch weiter zu erhöhen. Die Aktien der Unternehmen sind auch für Kleinanleger attraktiv, denn auch diese könnten im Falle weiterer Gewinne der Unternehmen mit hohen Dividenden rechnen. Dennoch geht dieser Plan nicht für jeden Anleger und für jedes Unternehmen auf. Denn allgemein gilt bei Aktien, dass je größer die Nachfrage ist, desto höher ist in der Regel auch der Börsenkurs der jeweiligen Aktie. Durch die anhaltend hohe Nachfrage nach Aktien aus der Technologiebranche (in Deutschland bspw. der dt. Telekom) steigt auch in diesem Fall der Börsenkurs bis zum Jahr 2000 immer weiter. Durch die hohen, teils überladenen, Renditeerwartungen kommt es nicht nur zu einer Überbewertung der Aktien, sondern auch immer mehr zu Zweifeln bei den Aktionären. Kann die Aktie überhaupt die Renditen erwirtschaften, die die Anleger erwarten? Immer weniger Aktionäre glauben daran und verkaufen ihre Aktien, bzw. nehmen von dem Kauf weiterer Aktien abstand. Es entsteht eine Paniksituation, die zu großen Kurzstürzen führt. Die sogenannte „Dotcom-Blase“ platzt und die US-Notenbank Fed reagiert mit einer Niedrigzinspolitik.

Diese Situation kann als Ausgangspunkt der Finanzkrise angesehen werden und zeigt bereits anschaulich, wie schnell sich aus einer eigentlich sehr positiven finanzwirtschaftlichen Situation durch den Börsenhandel in recht kurzer Zeit eine sehr negative finanzwirtschaftliche Situation entwickeln kann.

Ziel des Literaturstandes soll es sein, die Situation zwischen der Dotcom-Krise und dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahre 2010 zu umreißen. Ziel dieser Arbeit soll es sein, zunächst einmal einen möglichen Einfluss ungedeckter Leerverkäufe auf die Finanzkrise herauszuarbeiten und zum anderen den späteren Gesetzgebungsprozess in Deutschland zum Verbot ungedeckter Leerverkäufe zu analysieren. Die Arbeit ist folglich in mehrere Teile unterteilt. Im ersten Teil, dem Literaturstand, wird die Ausgangssituation dargelegt und das Problem ungedeckter Leerverkäufe als Teil der Finanzkrise eingeordnet. Zuvor wird im weiteren Verlauf dieser Einleitung kurz erläutert, was ungedeckte Leerverkäufe sind. Im Rahmen der theoretischen Herleitung wird zunächst der Multiple-Streams-Ansatz angeführt, sowie erklärt und später in einem kurzen Beispiel illustriert werden. Der vierte, empirische, Teil dieser Arbeit analysiert dann anhand der für den Multiple-Streams-Ansatz notwendigen Faktoren den Gesetzgebungsprozess und später die Gesetzesverabschiedung. Hierfür dient vor allem das Archiv des Deutschen Bundestages. Der letzte fünfte Teil dieser Arbeit gibt einen kurzen Ausblick auf die Auswirkungen des Gesetzes und mündet in einem persönlichen Fazit und einer Bewertung des Gesetzes. Zunächst jedoch erfolgt nun der Eingang auf ungedeckte Leerverkäufe allgemein:

Ungedeckte Leerverkäufe in großem Maße von Aktien und anderen Finanzprodukten können sich negativ auf den Finanzmarkt auswirken. Ein Leerverkauf findet per Definition dann statt, wenn ein Investor ein Wertpapier kauft, welches er zum Verkaufszeitpunkt noch gar nicht besitzt (Pfingsten 2010, 352). Wenn der Verkäufer des Wertpapiers zusätzlich keinerlei Anspruch auf eine Lieferung hat, handelt es sich um einen ungedeckten Leerverkauf.

Bei ungedeckten Leerverkäufen werden folglich Aktien verkauft, die sich der Verkäufer erst am Finanzmarkt selbst ausleihen muss (Das Wirtschaftslexikon 2012, 212). Erst wenn die Lieferung an den Käufer fällig ist, wird der Leerverkäufer die Aktien besorgen. Die Folge ist eine temporäre Überbewertung der Aktien (vgl. Kampshoff 2010, 1.161). Es können nämlich bei Leerverkäufen große Mengen einer Aktie oder eines Wertpapiers gehandelt werden, die durchaus auch über der eigentlich verfügbaren Menge liegen kann. Aufgrund des hohen Spekulationspotentials kann auch durch eine hohe Anzahl von Leerverkäufen ein Kurseinbruch provoziert werden. Es existieren Spekulanten, deren Ziel es ist mittels Leerverkäufen und Optionsgeschäften auf sinkende Kurse zu wetten. Diese machen nur Gewinn, wenn es tatsächlich zu einem Kurseinbruch kommt. Denn tritt dieser ein, können die Verkäufer ihre verkauften Aktien wieder zu einem günstigeren Kurs zurückerwerben. Hierdurch machen diese zusätzlichen Gewinne. Dies führt letztlich zu einem hohen Angebot an Optionen bzw. Wertpapieren am Finanzmarkt, welches im Zweifelsfall bei hoher Nachfrage gar nicht erbracht werden kann.

(Anmerkung: Auch bei Optionen wetten zwei Transaktionspartner jeweils auf sinkende oder steigende Kurse, der Unterschied zu Leerverkäufen besteht darin, dass bei Optionen in der Regel das Produkt im Besitz des Verkäufers ist. Es besteht auch die Möglichkeit ungedeckte Leerverkäufe mit Optionen zu machen, entsprechend wird dann auf sinkende Kurse von Finanzprodukten gewettet, die gar nicht im Besitz des Verkäufers sind (Börse.de 2018)).

Dadurch kommt im Zweifel kein Verkauf und kein Kauf zustande. Folglich gibt es keinen Umsatz am Finanzmarkt und damit kein Gewinn für Banken und die Börse. Weitergehend führt dies letztlich bei großer Menge zu Liquiditätseinbußen und in schwerwiegenden Fällen zum Einbruch des kompletten Marktes, denn ungedeckte Leerverkäufe führen häufig zu extremen Preisstürzen am Finanzmarkt (vgl. Kampshoff 2010, 1.160).

Es lassen sich parallelen zur Dotcom Krise finden, denn auch dort kam es unerwartet zu einem Kurssturz, ob dort jedoch Leerverkäufe der Grund dafür gewesen sind, ist nicht bekannt.

Die deutsche Bundesregierung reagiert auf das Problem der ungedeckten Leerverkäufe im Rahmen eines Gesetzes mit dem Verbot dieser. Dieses Verbot wird von der Opposition und Wirtschaftswissenschaftlern jedoch als unwirksam angesehen (vgl. Bundestag 17/52, 2010, 5.456-5.457; Kampshoff 2010; S.1.159-1.178).

Zur gleichen Zeit gibt es große Probleme im Bereich der Landesbanken, wie der

Literaturstand aufzeigen wird.

Diese Arbeit geht folglich der Forschungsfrage nach, warum das Gesetz zum Verbot von ungedeckten Leerverkäufen in einer solchen Krisensituation erst auf die politische Agenda kommt und später verabschiedet wird.

Kapitel 1: Literaturstand

Wie die Einleitung aufzeigt, können ungedeckte Leerverkäufe beim Handeln im großen Stil durchaus einen negativen Einfluss auf den Finanzmarkt haben (Siehe S. 3). Bei der Dotcom- Blase kann nicht ausgeschlossen werden, dass einige Spekulanten auch ungedeckt mit den jeweiligen Aktien gehandelt haben. Vielmehr ist es zwar naheliegend, jedoch wissenschaftlich nicht mehr nachvollziehbar, da diese Vorgänge meist nur wenige Sekunden an den Börsen dauern und auch die Transaktionen nicht ohne weiteres eingesehen werden können.

Dennoch ist nicht anzunehmen, dass ungedeckte Leerverkäufe ausschlaggebend für die Finanzkrise sind. Vielmehr werden vor allem in den USA zwischen der Dotcom-Krise und dem Höhepunkt der Finanzkrise (insgesamt 10 Jahre) viele folgenschwerere Fehler begangen. Der Literaturstand wird diese Fehler nun aufzeigen, um die Problematik ungedeckter Leerverkäufe in den Kontext sinnvoll einordnen zu können.

Wie bereits in der Einleitung kurz erwähnt wird (Siehe S.3) reagiert die US-Zentralbank Fed auf die Dotcomkrise mit einer Niedrigzinspolitik, um die durch die Kurseinbrüche an den Börsen entstandenen Verluste der Banken zu minimieren.

Folglich ist es nun für viele Banken, die vorwiegend im Business to consumer Bereich (B2C) tätig sind (Hausbanken) möglich, sehr günstig Geld von der Zentralbank zu beziehen. Banken verdienen vor allem mit dem Kreditgeschäft Geld, da so Zinserträge entstehen, nicht jedoch mit den Einlagen der Kunden (vgl. Bundesbank 2018). Aus Sicht der Bank kostet jede Einlage der Kunden, bspw. auf ein Tagesgeldkonto, der Bank Geld. Denn hierfür erhalten die Kunden in der Regel eine geringe Zinszahlung von der Bank. Hierdurch entstehen der Bank Kosten, die natürlich ausgeglichen werden müssen. Die Einlagen der Kunden kann die Bank zwischenzeitlich dazu nutzen, diese als Kredite an andere Kunden wieder auszuzahlen. Für diese Kredite erhält die Bank dann einen Zinsertrag der Kunden. Folglich ist es für Banken allgemein sehr attraktiv das Kreditgesamtvolumen zu erhöhen. Je mehr Kredite eine Bank vergibt, desto höher ist finanztheoretisch betrachtet auch der Gewinn. Somit investieren vor allem die kleinen Banken in Kredite, die diese an Konsumenten vergeben. Anders als bei den eher politisch konservativ eingestellten Banken der Bundesrepublik Deutschland verzichten die amerikanischen Banken dabei auf hohe Bonitäten und Sicherheiten, die durch die Kreditnehmer zu erbringen sind. Betriebswirtschaftlich betrachtet kann so im besten Fall der Gewinn maximiert werden, da mehr Kunden einen Kredit erhalten, die ansonsten aufgrund ihrer schlechten Bonität keinen bekommen. Damit wird hiermit für die Banken rational betrachtet eine gute Entscheidung getroffen. Auch ist der Zinsertrag aufgrund des höheren Risikos bei diesen Krediten für die Banken höher, als bei normalen Krediten mit erstklassiger Bonität (vgl. Börse ARD 2018). Dennoch steigt natürlich mit geringerer Bonität auch das Kreditausfallrisiko. Durch die fehlende Bonitätsprüfung oder schlicht weg fehlenden Bonität wird der Anteil der sogenannten „Subprime mortgages“ im Hypothekengeschäft immer größer. Frei übersetzt sind dies Hypothekenkredite mit einer hohen Ausfallwahrscheinlichkeit. Das Finanzvolumen in diesem Bereich liegt 2003 bei 332 Mrd. US-Dollar. Dies allein führt nicht zu einem Kollaps des gesamten weltweiten Bankensystems, sondern gefährdet lediglich die Solvabilität der kreditgebenden Bank. Wenn der Wert der Sicherheit steigt, ist es kein Problem für die Bank im Falle eines Zahlungsausfalles durch den Kreditnehmer sich die fehlende Liquidität durch die Veräußerung der Sicherheit (des Hauses) am Markt zurückzuholen. Bricht jedoch die Nachfrage nach Häusern ein, so ist auch die Sicherheit nicht mehr mit dem Wert versehen, den diese zur Sicherheit der Bank haben muss. Handelt es sich lediglich um wenige Kredite die hierdurch ausfallen so ist dies für die meisten Banken nicht existenzgefährdend. Problematisch ist hierbei jedoch das Volumen bei den „faulen“ Krediten. Es folgt jedoch ein weiterer verheerender Schritt. Diese „faulen“ Kredite verkauft die Bank am Finanzmarkt weiter, statt die Laufzeit von 10-30 Jahren abzuwarten, um so bereits jetzt über die Erträge verfügen zu können (vgl. Illing 2013, 16). Um die schlechte Bonität der Kredite nicht preisgeben zu müssen, werden die Forderungen gebündelt und als Wertpapiere Investmentbanken (im B2B Bereich tätig) mit teils bester Qualität verkauft. So kommt es später zum Zusammenfall des kompletten weltweiten Bankensystems, wobei vor allem Banken betroffen sind, die im Investmentgeschäft tätig sind.

Auch in Deutschland sind die Folgen der Krise am Finanzmarkt zu spüren. Große Zentralbanken, wie die WestLB und die HSH Nordbank geraten in Liquiditätsprobleme (Illing 2013, 28-29). Besonders stark betroffen ist jedoch die Hypo Real Estate (HRE). Die HRE verfügt im Jahr 2008 über eine hoch riskante Finanzstruktur und hält sich zudem nicht an die gesetzlichen Regelungen zum Risikomanagement. Die Lage der HRE gefährdet damit das gesamte deutsche Bankwesen. Daher reagiert die deutsche Bundesregierung mit zahlreichen Gesetzen, die relativ schnell wieder ersetzt oder erweitert werden, um den Finanzmarkt wieder zu stabilisieren (Illing 2013, 34). Die Gesetze werden teils im Eilverfahren durch den deutschen Bundestag und den Bundesrat behandelt und verabschiedet. Insgesamt werden 480 Mrd. Euro zur Rettung der Banken, davon geht ein Großteil in die Rettung der HRE, durch den deutschen Staat genehmigt und aufgebracht. Recht schnell bedienen sich nicht nur die HRE und die West LB von der zur Verfügung gestellten Summe, sondern es melden zahlreiche weitere Landesbanken, dass diese in Liquiditätsschwierigkeiten stecken.

Ein großes Problem stellen, wie bereits in der Einleitung kurz ausgeführt, ungedeckte Leerverkäufe dar (Siehe S. 3). Bei ungedeckten Leerverkäufen werden Aktien verkauft, die derjenige zum Zeitpunkt des Verkaufs gar nicht besitzt, sondern sich erst am Finanzmarkt selbst ausleihen muss (Das Wirtschaftslexikon 2012, 212). Erst wenn die Lieferung an den Käufer (Händler) fällig ist, wird der Leerverkäufer die Aktien besorgen. Die Folge ist eine temporäre Überbewertung der Aktien (vgl. Kampshoff 2010, 1.161). Dies führt letztlich zu einem hohen Angebot an Optionen am Finanzmarkt, welches im Zweifelsfall bei hoher Nachfrage gar nicht erbracht werden kann. Dadurch kommt kein Verkauf und kein Kauf zustande. Folglich gibt es keinen Umsatz am Finanzmarkt und damit keinen Gewinn für Banken und die Börse. Weitergehend führt dies letztlich bei großer Menge zu Liquiditätseinbußen und in schwerwiegenden Fällen zum Einbruch des kompletten Marktes, denn ungedeckte Leerverkäufe führen häufig zu extremen Preisstürzen am Finanzmarkt (vgl. Kampshoff 2010, 1.160). Dies ist jedoch nur der Fall bei sehr großen Mengen an Transaktionen, die mittels ungedeckter Leerverkäufe durchgeführt werden sollen und letztlich scheitern. In der Regel ist der Anteil ungedeckter Leerverkäufe am Gesamtvolumen geringfügig.

Ziel der deutschen Bundesregierung ist es folglich neben dem Programm zur Finanzmarktstabilisierung, ungedeckte Leerverkäufe schnell zu verbieten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) verbietet erstmals am 19.08.2008 in einer Allgemeinverfügung ungedeckte Leerverkäufe (Anwaltspiegel 2018). Diese Verfügung beschränkt sich auf bestimmte Unternehmen der Finanzbranche. Zwar ist die BaFin eine dem Bundesministerium der Finanzen unterstellte Behörde, jedoch kann hierbei weder über ein offizielles Gesetz gesprochen werden, noch werden hierdurch ungedeckte Leerverkäufe allgemein verboten. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zum Verbot von ungedeckten Leerverkäufen vom 21.07.2010 wird die Regelung der BaFin außer Kraft gesetzt.

Das 2010 verabschiedete Gesetz (insb. § 30h) berücksichtigt jedoch nur ungedeckte Leerverkäufe von großen deutschen Aktien (Bundesgesetzblatt 2010, 946). Kauft jemand eine Aktie oder eine Option an der New Yorker Börse oder an der Börse in Tokyo, kann er dieses Gesetz auch als deutscher Bürger dank des Internettradings umgehen, was die damalige Oppositionspartei SPD bereits am Tage der Abstimmung im Bundestag anspricht und kritisiert, von der christ-liberalen Regierung wird dieses Problem jedoch nicht gesehen (vgl. Bundestag 17/52, 2010, 5.456-5.457). 2012 wird dieses Gesetz durch die europäische Verordnung Nr. 236/012 ersetzt (Jurion 2017). Mehrere Finanzinstitute klagen gegen das Gesetz, da diese einen Wettbewerbsnachteil sehen, der Europäische Gerichtshof entscheidet 2014, dass das verabschiedete Gesetz europäischem Recht entspreche.

Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, den deutschen Gesetzgebungsprozess mittels

Plenarprotokollen zu analysieren.

Die gesamte Finanzkrise und auch die Problematik ungedeckter Leerverkäufe haben eine internationale Bedeutung. Jede Transaktion an den Börsen die in Deutschland getätigt wird, wirkt sich zumindest indirekt auf den globalen Finanzmarkt aus. Bricht bspw. das Bankenwesen in Deutschland zusammen, so kann es passieren, dass auch das amerikanische dank starker Verflechtungen in Liquiditätsschwierigkeiten gerät.

Trotzdem es auf den ersten Blick unlogisch erscheint, das ungedeckte Leerverkäufe verboten werden, obgleich man sich mitten in einer Finanzkrise befindet, wird später das Gesetz verabschiedet. Unlogisch erscheint es deswegen, da ungedeckte Leerverkäufe eigentlich nur einen kleinen Teil des großen Ganzen darstellen. Folglich ist auch der zu erwartende Effekt des Verbots gering.

Aufgabe der nationalen Regierungen und auch der internationalen Politik ist es nun, die Einlagen der eigenen Bevölkerung zu schützen. Dadurch erhält diese wirtschaftswissenschaftliche Ausgangssituation eine starke politische Bedeutung.

Dies gibt Anlass dazu, die folgende Forschungsfrage zu stellen:

Warum kommt das Gesetz zum Verbot von ungedeckten Leerverkäufen in einer solchen

Krisensituation erst auf die politische Agenda und wird später verabschiedet?

[...]

Details

Seiten
30
Jahr
2018
ISBN (eBook)
9783668652149
ISBN (Buch)
9783668652156
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v414562
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
2,3
Schlagworte
deutsche gesetzgebung leerverkäufen finanzkrise

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Titel: Deutsche Gesetzgebung zu ungedeckten Leerverkäufen während der Finanzkrise 2010