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Beobachtung und Analyse einer Unterrichtsstunde nach der Berliner Didaktik und der Interaktionsanalyse nach Flanders

Hausarbeit 2004 16 Seiten

Didaktik - Theologie, Religionspädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einflüsse und Vorraussetzungen der Unterrichtsstunde
2.1 Anthropogene Voraussetzungen
2.1.1 Schüler
2.1.2 Lehrer
2.2 Sozial-kulturelle Voraussetzungen
2.2.1 Schule
2.2.2 Klasse
2.2.3 Schüler
2.2.4 Gesellschaftliche Themen und Zeitereignisse

3 Anmerkungen zum Unterrichtsverlauf

4 Interaktionsanalyse nach Flanders
4.1 Interaktionsmatrix und Ermittlung der Prozent- und Indexwerte
4.1.1 Gesamtmatrix: Absolute Häufigkeit
4.1.2 Gesamtmatrix: Prozente und Indizes
4.2 Interpretation der Matrix
4.2.1 Der Lehrer
4.2.2 Die Schüler
4.2.3 Das I/D Verhältnis
4.3 Suche nach typischen Feldbesetzungen
4.3.1 Inhaltskreuz
4.3.2 Ausgeprägter direkter Einfluss
4.3.3 Antworten des Lehrers auf Schülerbeiträge
4.3.4 Schüleräußerungen, die auf Lehreräußerungen folgen
4.3.5 Ruhe und Durcheinander
4.3.6 Konstanz.Zellen
4.4 Einordnung des Lehrerverhaltens

5 Kritik der Ergebnisse und Verfahren

6 Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Meine Unterrichtshospitation absolvierte ich am 4.12. 2003 in der Grundschule Bärenwalde. Dort habe ich vier Unterrichtsstunden Religion von der 1. bis zur 4. Klasse beobachtet. Für die Unterrichtsanalyse habe ich mich für den Unterricht der 3. Klasse mit dem Thema “Die drei Könige auf dem Weg nach Bethlehem” entschieden, da es in den anderen Klassen ziemlich chaotisch zu ging und ein protokollieren als sehr schwierig erwies.

Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich die Einflüsse und Voraussetzungen, die die Unterrichtsstunde beeinflusst haben, darstellen. Dem folgen Anmerkungen zum Unterrichtsverlauf. Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich eine Interaktionsmatrix erstellen um die Interaktion ausführlich interpretieren zu können und danach Kritikpunkte diese Analyseart festhalten.

2. Einflüsse und Voraussetzungen der Unterrichtsstunde

2.1 Anthropogene Voraussetzungen

2.1.1 Schüler

Das behandelte Thema: “Die Könige auf dem Weg nach Bethlehem” war bereits allen Kindern bekannt. Dies hatte unterschiedliche Gründe. Zum einen hatten sie es schon in der letzen Unterrichtsstunde besprochen und zum anderen kannten sie die Geschichte bereits aus der Christenlehre. Außerdem handelte es sich bei dem Thema um die typische Weihnachtsgeschichte, die fast jeden Kind bekannt ist auch wenn die Eltern nicht religiös sind. Doch trotz diesem Vorwissen waren sie aufmerksam und interessiert, da es sich um etwas handelte was sie bereits wussten, sodass die Fragen ihnen keine Probleme bereiteten. Der Entwicklungsstand bzw. das Lerntempo war jedoch unterschiedlich. Während einige Schüler ihre Aufgaben schnell und kreativ erledigten, kamen die anderen mit ihrer Aufgabe kaum zurecht. Außerdem konnten einige bei bei Einzelarbeit kaum ruhig sein und versuchten aufzustehen, kippelten und wollten die Lösungen ihrer Nachbarn abschreiben.

2.1.2 Lehrer

Für die Lehrerin gehört das behandelte Thema zur Allgemeinbildung eines jeden Kindes. Da es sich um die Vorweihnachtszeit handelte, war sie der Meinung, dass die Kinder einen besseren Zugang zu dem Thema finden und außerdem sowohl auf die Weihnachtszeit vorbereitet werden als auch die wahre Bedeutung von ‘Weihnachten erfahren, die in der heutigen Zeit immer mehr vergessen wird. Weiterhin hielt sie es für ein kindgerechtes Thema, welches sehr leicht verständlich ist und von den Kindern immer gern gehört wird.

Sie selbst ist sehr stark in der Gemeindearbeit ihrer Kirche integriert und ist unter anderen in einer christlichen Theatergruppe tätig. Sie ist Religionslehrerin geworden, da sie es wichtig findet, dass Kinder auch in der Schule eine religiöse Bildung erhalten und mehr über die christliche Religion erfahren. Da die Christenlehre freiwillig ist und nicht wie in der Schule ein pflichtmäßiges Lehrfach ist, sieht sie im Religionsunterricht die Chance auch andere Kinder zu erreichen.

2.2 Sozial-kulturelle Voraussetzungen

2.2.1 Schule

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Grundschule Bärenwalde ist die am südlichsten gelegene Grundschule im Kreis Zwickauer Land und ist ein typische Dorfschule. Nachdem die Grundschulaus-bildung im Nachbarort Obercrinitz ein-gestellt wurde, lernen hier neben den Kindern aus Bärenwalde nun auch die Kinder aus Obercrinitz. Diese kommen jeden Morgen mit dem Schulbus. Der Neubau der Grundschule Bärenwalde wurde im Jahr 1994 begonnen und 1996 fertig gestellt. Er befindet sich in der Nähe der alten Schule, neben der Bärenwalder Kirche. Bei den fünf Klassenräumen handelt es sich um helle und große Räume, die durch die eigenen Arbeiten der jeweiligen Klassen ihren besonderen Charakter haben. Als Besonderheit besitzt die Schule außerdem ein modernes Computerkabinett, indem die Schüler mit Hilfe von verschiedener Lernsoftware das neu Gelernte vertiefen können. Weiterhin wurde die Bärenwalder Grundschule behindertengerecht ausgestattet, sodass schon einem Mädchen im Rollstuhl ein normaler Schulalltag ermöglicht werden konnte.

Das Kollegium besteht aus sechs Lehrerinnen. Bis auf eine, die voriges Jahr nach dem Referendariat übernommen wurde, sind alle schon über 25 Jahre an dieser Schule beschäftigt. Aus diesem Grund handelt es sich eher um eine traditionelle Schularbeit. Es werden Schüler von der 1. Bis zur 4. Klasse unterrichtet. Aufgrund des Aussiedlerheimes in Obercrinitz gibt es eine Aussiedlerklasse, in der russische und rumänische Kinder besonderes betreut werden können um die deutsche Sprache zu lernen. Somit werden insgesamt 90 Schüler in fünf Klassen unterrichtet.

Weiterhin gibt es einige außerunterrichtliche Angebote, wie zum Beispiel der Chor, die Mathematik-AG, Schulgarten und die AG “Kleine Spiele”.

Über das Fach Religion haben die Lehrerinnen keine weiteren Kenntnisse. Der Religionsunterricht stellt etwas neues dar, was sie nicht genau einschätzen können. Sie sehen weder die Relevanz des Faches noch haben sie Wissen über die Inhalte des Faches. So äußerte eine der Lehrerinnen, dass sie im Falle einer Vertretung im Fach Religion nicht wüsste, was sie mit den Kindern machen soll. Seit der Religionsunterricht in der Grundschule eingeführt wurde kommt jede Woche eine ausgebildete Religionslehrerin an die Schule um je eine Stunde pro Klasse zu unterrichten. Da diese Lehrerin lediglich einen Tag pro Woche anwesend ist, wurde sie bis jetzt noch nicht richtig in das Kollegium integriert.

2.2.2 Klasse

Bei der beobachteten Klasse handelt es sich um die 3. Jahrgangsstufe, die 23 Schüler besuchen. Da es sich bei der beobachteten Stunde jedoch um den Religionsunterricht handelt, besuchten 7 Schüler den parallel dazu stattfindenden Ethikunterricht. Am Religionsunterricht selbst nahmen demzufolge 16 Schüler teil, die sich aus 11 Jungs und 5 Mädchen zusammensetzten. Aufgrund der hohen Jungszahl gibt es oft Streitigkeiten über das Ranggefüge in der Klasse und es ist eher unruhig in den Pausen. Im Unterricht hingegen sind sie sehr aufmerksam und wissbegierig. Die Sitzordnung wurde bereits in der 1. Klasse von ihrer Klassenlehrerin festgesetzt und wurde bis jetzt beibehalten. Jedoch versuchen die Schüler bei den Lehrerinnen, die nicht ihre Klassenlehrerin sind, vor jeder Stunde ihre Sitzordnung zu ändern um sich zu ihren Freunden zu setzen. Direkte Außenseiter sind nicht zu erkennen, jedoch zeigt sich eine klare Gruppenbildung, entsprechend ihrem Heimatort, in der Klasse. Die einen sind die "Bärenwalder", die anderen die "Obercrinitzer".

Die meisten der Kinder besuchen neben den Religionsunterricht auch die Christenlehre. Diese, so finden sie, unterscheide sich allerdings nicht großartig vom Religionsunterricht in der Schule. Innerhalb des Stundenplans freuen sie sich jedoch auf das Fach Religion, da sie dort nicht dem gleichen Druck ausgesetzt sind, wie bei ihren anderen Fächern und sich selbst einbringen können. Zu ihrem "Ritual" gehört zum Beispiel, dass sie zu Beginn der Stunde immer die, für sie, wichtigen Dinge der letzten Woche erzählen. Dies geschieht selbstständig und ohne eine Aufforderung durch die Lehrerin, die die Schüler sogar ermahnen muss, sich kurz zu fassen, um nicht die gesamte Stunde zu verlieren.

Bei der Lehrerin handelt es sich um eine Fachlehrerin im mittleren Alter, die hauptsächlich in den Klassen 1-4 zeitweise aber auch in den Klassen 5-6 unterrichtet. Aufgrund der kleinen Schulen in der Umgebung ist sie nicht die ganze Woche an einer Schule beschäftigt, sondern arbeitet jeden Tag an einer anderen Schule. Sie sieht das Fach Religion als Chance den Schülern auf einer anderen Art näher zu kommen und eine besondere Vertrauensbasis zu schaffen, als in den anderen Unterrichtsfächern. Als Schwierigkeit sieht sie jedoch, dass das Fach Religion nicht immer ernst genommen wird und es dadurch schwierig ist zu unterrichten. Dies wäre jedoch mehr in den höheren Klassen der Fall.

2.2.3 Schüler

Bei den Schülern handelt es sich ausschließlich um Kinder, die auf einem Dorf leben und meist noch ein oder mehrere Geschwister haben. Entsprechend ihres Heimatortes kennen sie sich seit dem Kindergarten und haben dort schon ihre Freundschaften gebildet. Obwohl nicht alle Eltern aktiv in das Gemeindeleben eingebunden sind, gehen alle Kinder neben den Religionsunterricht ebenfalls in die Christenlehre und vereinzelt in den Kindergottesdienst bzw. den Kinderchor. In Obercrintiz gibt es außerdem das Kinder- und Jugendcafé JoJo, welches von der Kirchgemeinde organisiert wird und Nachmittagsaktivitäten für die Schüler anbietet.

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Details

Seiten
16
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638396905
ISBN (Buch)
9783640190515
Dateigröße
614 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41426
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Institut für Religionspädagogik
Note
1,3
Schlagworte
Beobachtung Analyse Unterrichtsstunde Berliner Didaktik Interaktionsanalyse Flanders Einführung Unterrichtsbeobachtung

Autor

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Titel: Beobachtung und Analyse einer Unterrichtsstunde nach der Berliner Didaktik und der Interaktionsanalyse nach Flanders