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Heterogenität im Schulsport

Hausarbeit 2005 15 Seiten

Sport - Bewegungs- und Trainingslehre

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sportpädagogik
2.1 Sportunterricht/Unterrichten
2.2 Wann ist Sportunterricht gut?

3. Heterogenität / Ursachen und Entwicklung
3.1 Leistungsunterschiede
3.2 Interessensunterschiede
3.3 Disziplinunterschiede

4. Problemlösungsvorschläge / Fallbeispiele
4.1 Leistung berücksichtigen
4.2 Interessen beachten
4.3 Disziplin ernstnehmen

5. Inhalte auswählen

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Unterschiede herrschen in einer Sportklasse auf den verschiedensten Ebenen. Nicht nur Geschlecht und Leistung spielen hierbei eine Rolle, auch Motivation, Disziplin, Interesse etc. sind gänzlich bedeutsam. Die Bedingungen des Sportunterrichts, dessen Ziele und Werte, Methoden und Inhalte werden größtenteils durch den Lehrer vermittelt. Die Aufgabe des Lehrers besteht darin, sich der herrschenden Ungleichheiten bewusst zu werden, zu thematisieren und diese durch methodisch geschickten Aufbau des Unterrichts aufzufangen.

Ich möchte mich in dieser Arbeit auf die Unterschiede von Leistung, Interesse und Disziplin innerhalb des Sportunterrichts konzentrieren. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede, die bei jedem dieser Bereiche unabdingbar ebenfalls eine Rolle spielen, sollen nur am Rande thematisiert werden, da das Thema Koedukation im Sportunterricht einer eigenständigen Untersuchung bedarf.

Nach einer Einführung über die sportpädagogischen Grundlagen, werde ich einen Überblick über das dem Sportunterricht zugrunde liegende Verständnis geben. Im Anschluss wird eine Übersicht über die Ursachen und Entstehungsmöglichkeiten von Gruppenunterschieden (Heterogenitäten) die Grundlage für die folgenden Fallbeispiele bilden. Eine abschließende Einschätzung der Beispiele soll einen Einblick in die Schwierigkeit und Notwendigkeit der Unterrichtsauswertung und -beurteilung liefern.

2. Sportpädagogik

Unter Sportpädagogik wird jene wissenschaftliche Disziplin verstanden, die sich auf die Zusammenhänge von Sport und Erziehung bezieht. Einigkeit besteht auch darüber, dass die Sportpädagogik darauf gerichtet sein muss, theoretische Grundlagen für eine sportlich erziehbare Praxis zu liefern, durch die die menschliche Entwicklung gefördert und die Lebensgestaltung bereichert wird. Insofern korrespondiert das Erkenntnisinteresse der Sportpädagogik mit der pädagogischen Verantwortung in der Praxis.[1]

Die Sportpädagogik ist zudem unabhängig von der Einbindung in bestimmte Organisationen, d.h. sie ist in der schulischen und außerschulischen Jugenderziehung im und durch Sport zu finden. Sie trägt ebenfalls bei der Weiterentwicklung und Lebensgestaltung älterer Menschen bei. Die Aufgabe der Sportpädagogik liegt darin, den Sport in der geläufigen Praxis zu untersuchen und zu reflektieren.

Die Sportpädagogik umfasst alle sportpädagogischen Sachverhalte und ist somit als übergeordneter Begriff zu verstehen. Ihm ist die Sportdidaktik untergeordnet. In der Sportdidaktik geht es neben den Zielen und Inhalten auch um die Verwendung von Methoden und den Einsatz von Medien[2]. Das Lernen, Unterrichten und Vermitteln von Sport wird als Bildungs- und Erziehungsvermittlung angesehen und eingesetzt.[3]

Die kognitiven Anforderungen sind oft erheblich ...

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

. . . und Zielsetzungen im Unterricht bisweilen etwas fragwürdig.[4]

2.1 Sportunterricht/Unterrichten

Sportunterricht soll als Unterricht in verschiedenen sportlichen Aktivitäten zur Förderung der körperlichen Entwicklung und des Wohlbefindens des Einzelnen dienen. Der Rahmenplan der Bildungsbehörde Hamburg beschreibt den Schulsport als „auf die Entwicklung der Bewegungsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet, die sich von Kind zu Kind unterscheidet.“[5]

Das dem Sportunterricht zugrunde liegende Verständnis von Sport ist weit gefasst. Es geht über eine Systematisierung nach Sportarten hinaus, indem es in den Kontext des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags eingebettet wird. Der Sportunterricht trägt zur Entwicklung der Bereitschaft und Fähigkeit bei, an der gegenwärtigen kindlichen Bewegungskultur kompetent teilzunehmen und diese zukünftig mitzugestalten. Die Kinder erwerben Kenntnisse und Einsichten, Einstellungen und Haltungen, um die grundlegenden sachlichen und sozialen Bedingungen von Bewegung, Spiel und Sport zu verstehen und sich ihnen entsprechend angemessen verhalten zu können. Kernziel des Sportunterrichts ist es, die kindliche Lust und Freude an Bewegung, Spiel und Sport zu wecken und zu entwickeln sowie die körperliche Entwicklung durch positive Bewegungserlebnisse zu fördern. Er ermöglicht den Kindern vielfältige Sinnes- und Körper-, Bewegungs- und Umwelterfahrungen, damit sie sich und ihren Körper, ihre materiale und soziale Umwelt erschließen und begreifen können. In der Auseinandersetzung mit ihrem Körper entwickeln und verbessern die Kinder ihre motorischen und koordinativen Fähigkeiten. Sie erfahren den Wechsel von körperlicher Anspannung und Entspannung, Belastung und Erholung, schulen ihre Sinne und ihre Wahrnehmungsfähigkeit, erleben ihre Bewegungen und ihren Körper vielfältig

und lernen, auch mit unangenehmen Empfindungen umzugehen. Sie werden darin

unterstützt, eine positive Einstellung zu ihrem Körper und zu ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit zu gewinnen und Selbstvertrauen auszubilden. Sie erfahren die grundlegenden Wirkungen ihrer Bewegungen auf ihren Körper, ihr Wohlbefinden und ihre Gesundheit und lernen, sich entsprechend zu verhalten.[6]

2.2 Wann ist Sportunterricht gut?

SÖLL beschreibt die Schwierigkeit einer Definition von „gutem Sportunterricht“. Er bezeichnet Sportunterricht dann als gut, wenn er etwas bewirkt hat und sowohl die Schüler als auch der Lehrer einigermaßen zufrieden sind.[7] Da diese Formulierung für eine weitere Aufgliederung relativ schlecht zu gebrauchen ist, formuliert er außerdem ein „Negativbeispiel“ und beschreibt, wann Sportunterricht nicht gut ist. Sportunterricht ist demnach unter anderem dann nicht gut, wenn […]

- die Schüler deutlich über- unterfordert sind (Leistung)
- er negative Auswirkungen auf das Sozialverhalten und die Motivation der Schüler hat (Interesse)
- die Sicherheit der Schüler gefährdet ist (Disziplin).

Die in diesen drei Kriterien auftauchenden Merkmale Leistung, Interesse und Disziplin, sollen im Folgenden weiter erläutert werden um die Ursache von Gruppenunterschieden zu verdeutlichen.

[...]


[1] vgl. Grupe/Kurz in: Röthig, P.(Hg.): Sportwissenschaftliches Lexikon. Schorndorf: 1992, S.438

[2] vgl. Grupe/Krüger: 1997

[3] vgl. ebd.

[4] vgl. http://www.sportunterricht.de/impressum.html

[5] vgl. Bildungsplan HH Grundschule

[6] vgl. Bildungsplan HH Grundschule

[7] vgl. Söll: 1996, S.88

Details

Seiten
15
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638396882
ISBN (Buch)
9783640462766
Dateigröße
552 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41423
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Sportwissenschaft
Note
sehr gut
Schlagworte
Heterogenität Schulsport Vorlesung Gender

Autor

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Titel: Heterogenität im Schulsport