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Kulturelle Unterschiede im internationalen Vergleich am Beispiel DaimlerChrysler. Ein Vergleich zwischen Deutschland und den USA

Hausarbeit 2005 49 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Abgrenzung und Verständnis des Kulturbegriffs

3. Die Kulturstudie von Hofstede
3.1. Mentale Programme
3.2. Die vier Kulturdimensionen
3.3. Kritik und Bewertung

4. Die Kulturstudie von Trompenaars
4.1. Das Kulturverständnis
4.2. Die drei Kulturkategorien
4.2.1 Menschliche Beziehungen
4.2.2. Der Umgang mit der Zeit
4.2.3. Die Einstellung zur Umwelt
4.3. Kritik und Bewertung

5. Hintergründe und Unterschiede der deutschen sowie amerikanischen Kultur
5.1. Historische Ursprünge
5.2. Psychologische Charakteristika

6. Interkulturelle Probleme bei der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit des DaimlerChrysler-Mergers
6.1. Der DaimlerChrysler-Deal – Ein Überblick
6.2 Integrationsbemühungen
6.3. Problemschwerpunkte der Integration

7. Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Verflechtung der wirt­schaftlichen Beziehungen nimmt ein Verständnis der kulturellen Unterschiede einen immer höheren Stellenwert ein. Dies zeigt sich nicht nur durch die seit den 80er Jahren stetig ansteigende Auseinandersetzung mit dem Thema Interkulturelles Management in diversen Publikationen, sondern auch durch die in der Praxis immer häufiger und vertrackter vorkommenden Problemstellungen in Wirtschaft und Politik aufgrund kultureller Unterschiede.

Diese Unterschiede zwischen verschiedenen Nationen treten insbesondere bei Fusionen hervor. Das Scheitern von internationalen Fusionen aufgrund erfolgloser internationaler Zusammenarbeit ist schon lange kein Einzelfall mehr. Die Renault-AmericanMotors-, Vodaphone-Mannesmann- bis hin zur DaimlerChrysler-Fusionen sind nur einige Beispiele, die die Problematik internationaler Firmenehen belegen – trotz allem suchen die Manager der Großunternehmen den Grund meistens an anderer Stelle und verschließen sich den zugegeben schwer fassbaren sozialen und persönlichen Belangen ihrer Mitarbeiter. DaimlerChrysler's erste gemeinsame Werbekampagne: "Was geschieht, wenn sich 428.000 außergewöhnliche Menschen begegnen?"[1] warf in diesem Zusammenhang eine Frage auf, deren Antwort ein Ausmaß annehmen sollte, welches erst viel später in seiner Ganzheitlichkeit begriffen werden konnte.

Nicht die Unterschiedlichkeit der Interaktionspartner allein, sondern vor allem das mangelnde Verständnis für die Kultur des anderen ist die Ursache des Scheiterns vieler deutsch-amerikanischer Kooperationen. Kulturunterschiede stellen keine unüberwindbaren Hindernisse dar. Es bedarf jedoch eines großen Maßes an Offenheit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der jeweiligen Parteien. Ziel der zugrunde liegenden Arbeit soll es daher sein, durch die Analyse der amerikanischen und deutschen Kultur ein Verständnis für die Denk- und Handlungsweise der beiden Nationen zu vermitteln und die entstehenden Problempotentiale beim Zusammentreffen dieser beiden Nationen herauszuarbeiten.

Hierzu wird wie folgt vorgegangen: Um Verwirrungen und Fehlinterpretationen zu vermeiden, soll zunächst eine Abgrenzung des Begriffes "Kultur" gegeben werden. Hieran anschließend sollen theoretische Grundlagen vermittelt werden. Zu diesem Zwecke werden die Kulturmodelle bzw. -studien zweier bedeutender Anthropologen, Geert Hofstede und Fons Trompenaars, vorgestellt und deren Ergebnisse einer kritischen Betrachtung unterzogen. In einem weiteren Schritt wird sodann konkret auf die Unterschiede der deutschen und amerikanischen Kultur eingegangen, wobei zunächst die Ursprünge, die sich in der Historie finden lassen, aufgedeckt und anschließend die divergierenden Charakteristika verdeutlicht werden sollen. Auf diesem vermittelten Verständnis aufbauend, soll im folgenden Kapitel explizit auf die einzelnen Aspekte und Problemschwerpunkte der DaimlerChrysler-Kooperation eingegangen werden. Schließlich werden die Ergebnisse der Analyse nochmals kurz zusammengefasst und bewertet, die sich aus den Vergleichen der vorangegangenen Kapitel ergeben.

2. Abgrenzung und Verständnis des Kulturbegriffs

Der Begriff „Kultur“, ursprünglich aus dem Lateinischen (cultura = pflegen, hegen, bebauen) stammend, hat schon lange nicht mehr nur Bedeutung in der Agrarwirtschaft.[2] Kultur wird außerdem definiert als die „ Gesamtheit der geisti­gen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft, eines Volkes[3] sowie als “feine Lebensart, Erziehung und Bildung[4].

Diese knappe Erklärung reicht jedoch nicht aus, um ein Verständnis für den Kulturbegriff zu schaffen, welcher der vorliegenden Arbeit zugrunde liegt.

Vielmehr ist Kultur zu verstehen als ein gewachsenes System aus kollektiv geteilten Überzeugungen, Einstellungen und Wertorientierungen, die in den Verhaltensmustern der Mitglieder einer Gemeinschaft zum Ausdruck kommen. Sie wird u.a. von ethnischen, geographischen und politischen Gegebenheiten beeinflusst und von Generation zu Generation weitergegeben. Durch ihre Kul­tur gelingt es einer Gesellschaft, sich gegenüber ihrer Umwelt zu behaupten.[5]

Kulturen sind schwer zu erfassen und einzugrenzen. Hilfreich dabei ist die Einteilung in folgende drei Ebenen bzw. Schichten:

(1) Die sichtbare Außenschicht:

Am deutlichsten erkennbar und daher am leichtesten zu beobachten sind die Verhaltensweisen der Kulturkreisangehörigen (z.B. Sitten, Bräuche, Rituale), ihre kulturellen Erzeugnisse (z.B. Kunstgegenstände, Literatur) sowie die sozialen Organisationsformen und Institutionen (z.B. Eheform, Familienform).

Die Symbole, in denen sich die Kultur niederschlägt – z.B. Sprache, Klei­dung, Architektur –, spiegeln die inneren, tiefer liegenden Schichten der so genannten „Kulturzwiebel“[6] wider.

(2) Die unsichtbare Mittelschicht:

Hierzu zählen Werte, Normen und Einstellungen. Sie sind eng mit den Ide­alen, die in der Gemeinschaft verfolgt werden, verknüpft (z.B. Individua­lismus oder Gleichheit).

(3) Die Innenschicht:

Den Kern der „Zwiebel“ bilden die unbewussten kulturellen Grundannahmen, z.B. über das Verhältnis von Mensch und Umwelt und über Raum und Zeit. Sie stellen die Basis für den Lebensalltag der Menschen dar und machen es ihnen möglich, sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden.[7]

Kulturen entwickeln sich dort, wo Menschen regelmäßig zusammentreffen. Dies können sozialen Gefüge wie Unternehmen oder aber auch ganze Nationen sein. Wie sehr Menschen von dem Kulturkreis, in dem sie leben abhängig sind, verdeutlicht folgende bekannte Metapher:

„Unsere Kultur ist wie das Wasser für den Fisch“[8]

Sobald sich der Fisch auf dem Trockenen befindet, wird ihm schmerzlich seine Abhängigkeit vom Wasser bewusst. Ebenso spürt auch der Mensch seine Kultur erst dann bewusst, wenn er seine gewohnte Umgebung verlässt und sich in einen fremden Kulturkreis begibt. Plötzlich passen seine Verhaltensnormen dann nicht mehr zu den Umweltbedingungen.[9]

Zugleich wird durch das Zitat indirekt zum Ausdruck gebracht, dass das, was für die Menschen der einen Kultur lebensnotwendig ist, in einer anderen Kultur überflüssig erscheint oder dort gänzlich unbekannt und unnötig sein kann.

Wie groß Unterschiede auch zwischen auf den ersten Blick ähnlich erscheinenden Kulturen sein können, wird erst deutlich, wenn diese direkt aufeinander treffen.

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Globalisierung steigt seit etwa 25 Jahren auch das wissenschaftliche Interesse an interkulturellen Unterschieden. Diverse Sozialforscher haben hierzu theoretische Konstrukte zum besseren Verständnis entwickelt, warum Menschen aus unterschiedlichen Ländern auf verschiedene Arten und Weisen handeln. Diese Konstrukte basieren auf Durchschnittswerten oder Normen des Wertesystems, das eine Kultur ausmacht; sie erheben keinen Anspruch auf Exaktheit, sondern sollen vielmehr als eine Art Werkzeug betrachtet werden, um eine Kultur zu entschlüsseln und leserlich zu machen.[10]

Im Nachfolgenden sollen zwei von in der Wissenschaft bedeutenden Sozialforschern, Geert Hofstede und Fons Trompenaars, entwickelte theoretische Ansätze untersucht werden, welche in den folgenden Kapiteln unter Heranziehung eines Praxisbeispiels auf ihre Richtigkeit überprüft werden.

3. Die Kulturstudie von Hofstede

Der niederländische Sozialforscher Geert Hofstede publizierte im Jahre 1980 eine faszinierende empirische Studie zu Grundwerten und Verhaltensweisen von Menschen im Berufsleben, die aus unterschiedlichen Nationen stammen. Es war die erste in einem derartigen Umfang durchgeführte Kulturforschung. Das Datenmaterial entstammt aus der Befragung in den Jahren 1968-1972 von rund 116.000 IBM-Mitarbeitern der Firma IBM aus 72 nationalen Tochtergesellschaften in 50 Ländern (von China bis Südamerika, von Norwegen bis Afrika), welche unter anderem Angaben zu Führungsstil, Arbeitszufriedenheit sowie Verhältnis zu Arbeit und Freizeit machten.[11]

Anhand der Studie identifizierte Hofstede verschiedene theoretischen Ansätze. Aufgrund des geringen Umfangs der zugrunde liegenden Arbeit soll lediglich auf die nachfolgenden zwei von Hofstede aufgestellten "Theoriebereiche" näher eingegangen werden.

3.1. Mentale Programme

Das Verständnis der Unterschiede in der Art und Weise, wie Menschen denken, fühlen und handeln, ist Voraussetzung dafür, dass weltweite und praktikable Lösungen zu wie auch immer gearteten Problemen, die durch das Zusammentreffen von Menschen, Gruppen und Völkern entstehen, gefunden werden. Daher ist es wichtig, die Gründe und Ursachen offen zu legen, die zu dem Muster des Denkens, Fühlens und potentiellen Handelns führen, die jeder Mensch in sich birgt und die er ein Leben lang erlernt hat. Hofstede bezeichnet solche Denk-, Fühl- und Handlungsmuster als "mentale Programme". Er führt aus, dass ein Großteil der mentalen Programme in der frühen Kindheit erworben werden (da jeder Mensch in dieser Zeit am lernfähigsten ist) und sich im Laufe der Zeit im Kopf eines jeden Menschen verfestigen. Neue Dinge zu erlernen, sei erst dann wieder möglich, wenn die alten Denk-, Fühl- und Handlungsmuster abgelegt wurden, was sich in der Praxis meist als schwierig erweist, da erfahrungsgemäß das Erlernen von Dingen zum ersten Mal einfacher ist, als alte Gewohnheiten und Verhaltensweisen abzulegen.[12]

Wo aber liegen nun die Quellen unserer mentalen Programme? Hofstede erklärt dies dahingehend, dass die Programmierung der Denk-, Fühl- und Handlungsmuster in der Familie beginnt und ihre Fortsetzung in der Nachbarschaft, der Schule, in Jugendgruppen, am Arbeitsplatz und in der Partnerschaft etc. findet, d.h. dass demnach die Quellen u.a. "im sozialen Umfeld, in dem wir aufgewachsen sind und in dem wir unsere Lebenserfahrung gesammelt haben[13], liegen. Daher unterscheiden sich die mentalen Programme verschiedener Nationen im selben Maße voneinander, wie das jeweilige soziale Umfeld, in dem sie erworben wurden.

Ein üblicherweise angewandter Begriff für eine derartige mentale "Software" ist Kultur. Sie implementiert sowohl die im Sprachgebrauch meist genutzt Bedeutung für Bildung, Kunst und Literatur, das heißt Tätigkeiten, die den Geist verfeinern, als auch gewöhnliche und niedrige Dinge des Lebens, also Grüßen, Essen, Gefühle zeigen bzw. nicht zeigen, Körperpflege oder ähnliches. Der Kulturbegriff als mentales Programm bezieht sich jedoch lediglich auf zuletzt genannte Definition. Sie ist zudem immer gruppenspezifisch, das heißt, dass man sie (zumindest teilweise) mit Menschen teilt, die im selben sozialen Umfeld leben. Es lässt sich also festhalten, dass Kultur erlernt ist und nicht ererbt, sich also aus dem sozialen Umfeld ableitet und nicht aus unseren Genen.[14] Hofstede unterscheidet daher die Kultur einerseits von der "menschlichen Natur" sowie andererseits von der "Persönlichkeit eines Individuums".

Die menschliche Natur ist vererbbar und bildet die Grundlage des unterschiedlichen kulturellen Handelns. Sie beinhaltet u.a. die Fähigkeit, Gefühle wie Angst, Zorn, Liebe oder Freude zu empfinden, die Umgebung zu beobachten und mit anderen darüber zu sprechen oder auch das Verlangen nach Spiel und Bewegung. All diese Fähigkeiten sind angeboren, was man jedoch daraus macht, wird durch die Kultur bestimmt.[15]

Die individuelle Persönlichkeit findet ihren Ausdruck in dem Zusammenspiel von menschlicher Natur und Kultur und bildet somit die Spitze mentaler Programmierung. Sie ist einzigartig und fußt auf Charakterzügen, die zum Teil durch die Gene des Individuums ererbt und zum Teil im sozialen Umfeld erlernt sind.[16]

Die drei Ebenen der Einzigartigkeit in der mentalen Programmierung des Menschen werden anhand der folgenden Abbildung verdeutlicht:

Abb. 1: Mentale Software

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2. Die vier Dimensionen

Hofstede identifizierte anhand seiner empirischen Studie vier Dimensionen, in denen sich Kulturen auf nationaler Ebene unterscheiden: Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus/Kollektivismus, Maskulinität/Feminini-tät. Diese Dimensionen gehen aus den von Inkeles und Levinson definierten vier Grundproblembreichen in Verbindung mit den empirisch erschlossenen IBM-Daten hervor. Sinn dieser Dimensionen ist es, eine Kultur im Verhältnis zu einer anderen Kultur messbar zu machen.

Zu diesem Zweck wurde für jede Dimension ein Landes-Index mit Hilfe eines statistischen Verfahrens (Faktoranalyse) ermittelt. Der Landes-Index gibt Auskunft über den Grad (0=niedrig oder 100=hoch) der jeweiligen Dimension eines Landes.[17]

Nur zur Vervollständigung sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass eine weitere bedeutende und interessante Dimension sich erst kürzlich identifizieren ließ, bei der eine langfristige einer kurzfristigen Orientierung im Leben gegenübergestellt wird. Die Entdeckung dieser Dimension geht auf den Kanadischen Sozialforscher Michael Harris Bond zurück, der seit langem in Fernost lebte und von Chinesen entwickelte Fragebögen verwendete.

Machtdistanz

Hofstede definiert Machtdistanz als das Ausmaß an Ungleichverteilung der Macht zwischen Untergebenen und Vorgesetzten einer Organisationen, das von den Untergebenen akzeptiert wird.[18]

Eine große Machtdistanz in einer Kultur zeichnet sich dadurch aus, dass Klassenunterschiede akzeptiert werden. Führungskräfte solcher Kulturen sind eher autoritär und patriarchalisch. Kommunikation von "oben nach unten" findet eher selten statt. Beispiele für Länder mit großer Machtdistanz sind unter anderem die asiatischen sowie südeuropäischen Länder.

In Kulturen mit einer geringen Machtdistanz werden hierarchische Strukturen und soziale Klassen abgelehnt, die Abhängigkeit von Untergebenen zu ihren Vorgesetzten begrenzt und es herrscht ein konsultativer respektive demokratischer Stil.

Beispiele für Länder mit einer geringen Machtdistanz sind unter anderem die skandinavischen Länder sowie Großbritannien und Irland, aber auch die USA und Deutschland zählen hierzu.[19] Wenngleich diese beiden Länder grundsätzlich zu Kulturen mit geringer Machtdistanz zählen, so ist es im direkten Vergleich interessant, dass Amerikaner größere Machtunterschiede zulassen als die Deutschen. Betrachtet man diesen Aspekt im Zusammenhang mit der Rangierung der Länder auf dem Index der Unsicherheitsvermeidung (auf die im Folgenden noch näher eingegangen werden soll), scheint dies im diametralen Gegensatz zu stehen. Der Wert der Unsicherheitsvermeidung steht für das Ausmaß von Strukturen und Regeln in einer Gesellschaft. Mit anderen Worten: Obgleich in Amerika größere Machtdifferenzen herrschen – und damit eine größere Distanz zwischen Volk und Staat, Mitarbeitern und Vorgesetzten –, so neigen sie im Vergleich zu Deutschland eher dazu, weniger Regeln und Gesetze aufzustellen und schwächere bzw. weniger Strafen zu verhängen.

Individualismus vs. Kollektivismus

Diese Dimension beschreibt die Beziehung zwischen einem Individuum zur Gesellschaft, was folgende Metapher verdeutlichen soll:

"Some animals, such as wolves, are gregarious; others, such as tigers, are solitary. The human species should no doubt be classified with the gregarious animals, but different human societies show gregariousness to different degrees."[20]

Nach Hofstedes Ansicht lebt also die überwiegende Mehrheit der Menschen in Gesellschaften, die dem Interesse der Gruppe Priorität beimessen und erst dann das Interesse des Individuums folgt. Solche Gruppen werden als kollektivistisch bezeichnet. Eine Minderheit der Menschen hingegen geben dem Interesse des Individuums dem Interesse der Gruppe Vorrang, was als individualistisch bezeichnet wird.

Kollektivistische Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Werte bevorzugen, wie bspw. Loyalität, Konformismus und Zusammenhalt. Kollektivismus entsteht dort, wo das Wir-Gefühl gefördert wird, also in Familien mit enger Bindung, was in Großfamilien der Fall ist. Kinder solcher Familien lernen von klein auf, der Gruppe Loyalität zu zollen und sich unterzuordnen.

Individualistische Menschen hingegen werden in Kleinfamilien hineingeboren. Sich selbst als "Ich" zu begreifen und die eigene persönliche Identität zu entdecken, ist der Focus dieser Gruppe von Menschen.[21]

Betrachtet man den Individualismus-Index[22] überrascht es nicht, dass die USA den höchsten Wert (91 von 100 Punkten und somit Platz 1) annehmen. Der amerikanische Wissenschaftler Alfred Kraemer zitierte den russischen Dichter Vladimir Korotitsch, der seine Erfahrungen einer zweimonatigen Vortragsreise an amerikanischen Universitäten wie folgt in Worte fasst:

[...]


[1] Vongehr, Ulrike, Personality Management & Karriere, in: Horizont, Nr. 12, 25.03.1999, S. 67

[2] Vgl. Berkel, Karl/Herzog, Rainer, Unternehmenskultur und Ethik, Arbeitshefte Führungspsychologie, Band 27, Heidelberg, 1997, S. 9

[3] DUDEN, Das Fremdwörterbuch, Mannheim, 2001, S. 557

[4] DUDEN, Das Fremdwörterbuch (2001), S. 557

[5] Vgl. Baumer, Thomas, Handbuch interkultureller Kompetenz, Zürich, 2002, S. 77

[6] Blom, Herman/Meier, Harald, Interkulturelles Management, Herne/Berlin, 2002, S. 40

[7] Vgl. Baumer (2002); Kainzbauer, Astrid, Kultur im interkulturellen Training, Frankfurt am Main/London, 2002, S. 105 ff.; Trompenaars, Fons, Handbuch Globales Managen, Düsseldorf/Wien/New York/Moskau, 1993, S. 37 ff.

[8] Trompenaars, F. (1993), S. 37

[9] Vgl. Blom, H./Meier, H. (2002), S. 35

[10] Vgl. LeMont Schmidt, Patrick, Die amerikanische und die deutsche Wirtschaftskultur im Vergleich, Göttingen, 2002, S. 16

[11] Vgl. Hofstede, G., Lokales Denken, globales Handeln, München, 1997, S. 372

[12] Vgl. Hofstede, G. (1997), S.2f.

[13] Hofstede (1997), S.2

[14] Vgl. Hofstede, G. (1997), S.4

[15] Vgl. Hofstede, G. (1997), S.5

[16] Vgl. Hofstede, G. (1997), S. 6

[17] Vgl. Hofstede, G. (1997), S.19, 28

[18] Vgl. Hofstede (1997), S.27

[19] Vgl. LeMont Schmidt (2002), S.17f.; vgl. Blom, H./Meier, H. (2002), S. 51-53

[20] Hofstede, Culture's Consequences, S. 209

[21] Vgl. Blom, H./Meier, H. (2002), S. 50; vgl. Hofstede (1997), S. 65

[22] Vgl. Hofstede (1997), S.70f.

Details

Seiten
49
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638396301
ISBN (Buch)
9783638724210
Dateigröße
578 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41350
Institution / Hochschule
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Note
1,3
Schlagworte
Kulturelle Unterschiede Vergleich Heranziehung Beispiels DaimlerChrysler Deutschland Themenfeld Managing Diversity

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