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Tänze und Lieder im interkulturellen Kontext. Planung einer Unterrichtsstunde mit Blick auf Differenzierungsmöglichkeiten

Hausarbeit 2016 15 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhalt

Vorstellung der Unterrichtseinheit

Sachanalyse

Didaktische Analyse

Ziele

Methodendiskussion

Differenzierung

Stundenverlaufsplan

Literaturverzeichnis

Vorstellung der Unterrichtseinheit

In diesem Abschnitt möchte ich zunächst die Unterrichtseinheit vorstellen, auf die in den folgenden Abschnitten dieser Arbeit Bezug genommen werden soll. Die geplante Unterrichtseinheit umfasst insgesamt sechs Unterrichtsstunden von jeweils 45 Minuten Länge. Das übergeordnete Thema der Unterrichtseinheit sind Tänze und Lieder im interkulturellen Kontext, also aus verschiedensten Ländern, beziehungsweise Kulturen. Die Einheit ist für eine Klasse der Klassenstufe vier mit einer ungefähren Schüleranzahl von 25 Kindern geplant und hat zum Ziel, dass am Ende der Unterrichtseinheit die Schülerinnen und Schüler in Gruppenar- beit eine selbsterarbeitete Performance, passend zum Thema und unter Berück- sichtigung der in vorausgegangenen Stunden festgelegten Kriterien darbieten.

Die erste Stunde dieser Unterrichtseinheit soll mit einem Begrüßungslied begin- nen, das verschiedene Kulturen thematisiert. Weiterhin soll in dieser Stunde die Lehrkraft das Thema sowie den organisatorischen Ablauf und das Ziel der Unter- richtseinheit vorstellen. Darauf folgt eine gemeinsame Body-Percussion-Übung im Stuhlkreis und ein improvisierendes Musizieren mit Orff-Instrumentarium zum ersten Lied in dieser Einheit, welches danach auch mit der Klasse einstudiert werden soll. Diese Einführungsstunde soll in den folgenden Abschnitten dieser Arbeit auch genauer geplant werden. Die zweite Stunde beginnt wieder mit dem Singen des Begrüßungsliedes, das schon aus Stunde eins bekannt ist. Als näch- stes soll dann ein zweites Lied einstudiert werden. Daran anschließen soll sich noch einmal eine gemeinsame Body-Percussion-Übung sowie die Vorstellung eines weiteren neuen Liedes, welches diese Stunde auch beenden soll. Auch die dritte Stunde beginnt wieder mit dem bereits bekannten Begrüßungslied, um dieses weiter zu etablieren. Im weiteren Stundenverlauf sollen noch einmal alle Lieder, welche die Kinder in den ersten beiden Stunden kennengelernt haben wiederholt werden, da diese wichtig für den weiteren Verlauf sind. Die Schülerin- nen und Schüler werden nämlich nun durch die Lehrkraft in vier Gruppen eingeteilt, um mit der Vorbereitung der Präsentationen beginnen zu können. Die Gruppen sollen sich eine von mehreren, jeweils zu den Liedern gehörigen Auf- gabenstellungen aussuchen und bis zum Stundenende mit der Gruppenarbeit be- ginnen. Das Begrüßungslied bildet auch den Beginn der vierten Stunde, welche komplett der Arbeit in den Gruppen gewidmet ist. Die Kinder sollen in dieser Zeit gemeinsam ihre Aufführung ausarbeiten und die wichtigsten Punkte festlegen. Nach dem Begrüßungslied in Stunde fünf sollen noch einmal ein paar Minuten für benötigte Proben in den Gruppen zur Verfügung stehen. Danach sollen die ersten zwei Gruppen ihre Ergebnisse präsentieren. Diese werden dann bis zum Ende der Stunde im Klassenplenum ausgewertet und reflektiert. Auch die sechste und let- zte Stunde dieser Unterrichtseinheit beginnt wieder mit dem gemeinsamen Sin- gen des bekannten Begrüßungsliedes. Daran schließt sich erneut eine kurze Probezeit für die Schülerinnen und Schüler an, in der die ersten zwei Gruppen ihre bereits aufgeführten Ergebnisse auf Grundlage der Reflektion aus Stunde fünf noch einmal überarbeiten sollen und die letzten beiden Gruppen ihre Auf- führung noch einmal proben dürfen. Anschließend an diese Zeit präsentieren dann Gruppe drei und vier ihre Ergebnisse. Im letzten Teil der Stunde werden auch diese Darbietungen gemeinsam besprochen und auch die gesamte Unter- richtseinheit soll anschließend in der Klasse ausgewertet und reflektiert werden. Auf Grundlage dieser Einheit soll nun im Folgenden die erste Unterrichtsstunde daraus genauer betrachtet, analysiert, geplant und diskutiert werden.

Sachanalyse

Wie bereits im ersten Abschnitt erwähnt, beginnt jede Stunde der Unterrichtsein- heit mit einem Begrüßungslied, so also auch die im weiteren Verlauf analysierte erste Stunde. Das Lied trägt den Titel „Begrüßung international“, Text und Musik stammen von V. Robin. (vgl. MEIERHOFER/KERN/KERN, 2012, S. 9) Bei genauerer Betrachtung des Textes wird eine klare Struktur deutlich: Alle Strophen behan- deln landestypische Begrüßungen. Dabei geht es in Strophe eins um Begrüßun- gen in deutscher Sprache, allerdings werden hier drei Optionen angeboten, näm- lich Deutsch, Österreichisch und Schweizer-Deutsch. Strophe zwei stellt die Be- grüßung „Dober dan!“ auf Slowenisch und Kroatisch vor. Die dritte Strophe the- matisiert die Art des Willkommenheißens in türkischer und die vierte Strophe in englischer Sprache. Die fünfte und letzte Strophe thematisiert einen Ausblick auf die Existenz und das Erlernen von vielen weiteren Sprachen. Bei Betrachtung der musikalischen Besonderheiten ist zu sagen, dass das Lied im Drei-Viertel-Takt geschrieben ist, die Tonart ist C-Dur. Der Tonumfang des Stückes wird von c’ und d’’ begrenzt. Eine Tempovorgabe ist nicht ersichtlich, allerdings wurden als Notenwerte, je nach Textverteilung, hauptsächlich Viertel- und Achtelnoten ver- wendet. Eine Strophe kann in zwei Abschnitte aus jeweils vier Takten eingeteilt werden, die jeweils mit einer halben Note enden. Ein Refrain ist nicht vorhanden. Durch die Kürze des Liedes und die einfache Melodik und Harmonik, als auch durch die inhaltliche Bedeutung ist dieses Lied in Klassenstufe vier sehr gut als Stundeneinstieg geeignet.

Der nächste Teil der Stunde beinhaltet die Body-Percussion-Übung, in der unter- schiedliche Rhythmen, also Abfolgen von verschiedensten Notenwerten vorkom- men. Als Body Percussion wird ein Musizieren bezeichnet, das vom ganzen Kör- per ausgeht. Es werden dadurch verschiedenste Klänge durch Klatschen auf un- terschiedliche Körperteile, Fußstampfen oder ähnliches produziert. (vgl. HAMMER- ER/MERKEL, 2010, S. 6) Diese Form des Musizierens soll im weiteren Stundenver- lauf durch eine andere Form erweitert werden: das improvisatorische Musizieren mit Orff-Instrumentarium. Unter improvisatorischem Musizieren wird meist ein kreatives Musizieren verstanden, bei dem das Abweichen von Regeln und Spon- tanität ausschlaggebend sind. (vgl. WEYMANN, 2004, S. 15) Als Orff-Instrumentar- ium bezeichnet man die von Carl Orff entwickelten Instrumente, die aus seiner Auseinandersetzung mit ursprünglicher Musik entstanden. (vgl. ORFF/KEETMANN/ KELLER, 1954, S. 16) Diese Instrumente ermöglichen einen einfachen Zugang zum Musizieren. Den Abschluss der Stunde bildet, wie bereits erwähnt, das Lied „Funga Alafia“. Dies ist ein traditionelles afrikanisches Willkommenslied aus Ghana, welches in der hier verwendeten Version durch einen zweiten Teil zu einem Kanon ergänzt wurde. Die sinngemäße Übersetzung lautet „Ich öffne mich, ich grüße dich, ich freue mich. Ich grüße dich mit meinem Verstand, mit meinen Lippen und mit meinem Herzen“ (vgl. SCHWAB, 2003, S. 25) Es steht im Vier- Viertel-Takt und ist durch einen Wechsel von Achteln und Vierteln geprägt. Es steht in C-Dur und ist mit insgesamt acht Takten ebenfalls kurz. Der Tonumfang (Ambitus) wird durch d’ und d’’ begrenzt, umfasst also eine Oktave. Somit sind beide Lieder meiner Meinung nach vom Schwierigkeitsgrad her angemessen für Kinder der Klasse vier.

Didaktische Analyse

Um die erste Stunde der Unterrichtseinheit genauer didaktisch zu analysieren, soll zunächst betrachtet werden, welche exemplarische Bedeutung der Inhalt aufweist, das heißt wie die Schülerinnen und Schüler ausgehend von dem der Stunde auf einen anderen Inhalt schließen können. Dazu möchte ich zunächst auf die beiden Lieder eingehen, die in dieser Stunde vorgestellt werden. Bei bei- den Liedern handelt es sich um Lieder zur Begrüßung, die auch beide jeweils einen interkulturellen Kontext haben. Beim ersten Lied werden, wie bereits in der Sachanalyse dargestellt, Begrüßungen in verschiedenen Sprachen thematisiert. Ausgehend von diesem Inhalt können Schülerinnen und Schüler nun zum Beispiel darauf schließen, wie Begrüßungen auch in anderen, nicht im Lied beinhalteten Sprachen aussehen könnten, die sie auch vielleicht schon zu einem anderen Zeitpunkt kennen gelernt haben. Aus dem zweiten Lied und dessen sinngemäßer Übersetzung könnte so auch erschlossen werden, welche Bedeutung eine Be- grüßung in einer Gesellschaft hat und welche Wünsche in einer solchen For- mulierung oft verwendet werden. Beim Einstudieren des zweiten Liedes der Stunde können die Kinder auf Inhalte, wie den Aufbau eines Liedes oder auch die Funktionsweise eines anderen, eventuell bereits bekannten Kanons, schließen. Sowohl durch die Body-Percussion als auch durch das improvisierende Musizieren zu „Funga Alafia“ wird den Kindern ermöglicht, auf das begleitende und impro- visatorische Musizieren zu anderen Musikstücken zu schließen und auch mit den Kenntnissen über Klänge des eigenen Körpers sowie des Orff-Instrumentariums in Verbindung zu bringen.

Als nächstes möchte ich analysieren, welche Gegenwartsbedeutung, also welche Bedeutung der Lerngegenstand in der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler hat. Der Lerngegenstand dieser Stunde befasst sich mit dem Kennenlernen an- derer Nationalitäten und Kulturen. Kinder werden seit einiger Zeit in ihrer Lebenswelt immer häufiger mit der Vielfalt von Kulturen und Nationalitäten kon- frontiert, so zum Beispiel bei der Begegnung mit neuen Schülern aus anderen Ländern, bei der eine Begrüßung durchaus auch in einer anderen Sprache statt- finden kann. Des Weiteren ist die Lebenswelt von Kindern heute durch die Möglichkeiten neuer Medien viel globaler und somit haben sie ein großes Inter- esse am Kennenlernen anderer Kulturen und Lebensweisen, die ihnen aber viel- leicht auch schon in der Nachbarschaft begegnet sein können. Auch die Er- fahrungen, die die Schülerinnen und Schüler beim (improvisatorischen) Mu- sizieren mit dem eigenen Körper und auf Orff-Instrumenten sammeln, spiegeln sich in ihrem Alltag wider. Das bedeutet, dass Kinder in ihrem Alltag selbst Er- fahrungen mit Bewegungen und Klängen machen, die durch eigenes Experimen- tieren mit verschiedenstem Material, also auch dem Körper, entstehen.

Um diese Gegenwartsbedeutung zu erweitern, soll nun auch die Zukunftsbedeu- tung, also welche Bedeutung der Lerngegenstand für die Zukunft der Schülerin- nen und Schüler hat, betrachtet werden. Kinder werden mit Internationalität und Interkulturalität durch die voranschreitende Globalisierung wahrscheinlich in Zukunft häufiger konfrontiert. Deshalb ist es wichtig, sie durch Lerngegenstände, wie sie in dieser Stunde vorkommen, darauf vorzubereiten und ihnen somit Tol- eranz und Offenheit zu vermitteln. Dadurch können Schülerinnen und Schüler in ihrer Zukunft hoffentlich ohne Vorbehalte offen anderen Kulturen und National- itäten begegnen.

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Details

Seiten
15
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668689701
ISBN (Buch)
9783668689718
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v413428
Institution / Hochschule
Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig – Musikpädagogik
Note
1,3
Schlagworte
Musik Grundschule Planung

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