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Visualisieren, Präsentieren, PowerPoint

Hausarbeit 2005 30 Seiten

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

1 Vorwort

2 Einleitung

3 Visualisieren
3.1 Definition
3.2 Grundlagen und Ziele
3.3 Die SQ3R-Methode
3.4 Visuelle Wahrnehmung
3.5 Die Wirkung von Farben
3.6 Einsatz von Visualisierung
3.7 Gestaltungselemente
3.8 Grafische Visualisierung
3.9 Visualisierung durch Sprache
3.10 Textdominierte Visualisierungen
3.11 Aufbau der Visualisierung

4 Präsentation
4.1 Definition
4.2 Ziele von Präsentationen
4.3 Vorbereitung
4.4 Medien
4.5 Vor- und Nachteile gängiger Medien

5 PowerPoint
5.1 Allgemeine Hinweise
5.2 Leitfaden

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

1 Vorwort

Die vorliegende Arbeit ist Bestandteil einer Gruppenarbeit, welche als abschließende Prüfungsleistung von den Teilnehmern einer Weiterbildung zur Leitung einer Pflegeeinheit beim AWO Bildungszentrum HOHEGEEST in Lauenburg angefertigt wurde. Die Aufgabenstellung für die Gesamtarbeit war die Erstellung eines Qualitätshandbuches. Dieser Teil befasst sich mit der Unterstützung der Vermittlung und Präsentation komplexer Sachverhalte in der Pflege durch Visualisierung.

2 Einleitung

Zum erweiterten Aufgabenbereich einer Führungskraft in der modernen Kranken- und Altenpflege gehören neben pflegerischen und administrativen Tätigkeiten zunehmend auch die Vorbereitung und Durchführung von Fortbildungen, Praxisanleitungen, Dienstbesprechungen, Unternehmenspräsentationen usw. Vor allem bei der Vermittlung komplexer Sachverhalte ist die Visualisierung ein geeignetes Mittel, nachhaltige Lernerfolge zu erzielen.

In dieser Arbeit sollen Grundlagen und Ziele der Visualisierung dargelegt und ihre Wirkungsweise beschrieben werden. Darüber hinaus sind die grundsätzlichen Visualisierungsmethoden sowie konkrete Hinweise zu deren zielgerichteter Anwendung Gegenstand der Arbeit.

Die Beobachtung zeigt, dass die Arbeit mit dem Computer vor allem aufgrund ihres Potentials, die Effektivität und Effizienz des Personaleinsatzes zu steigern, auch und gerade in Unternehmen der Pflegebranche unverzichtbarer Bestandteil des Alltags geworden ist. Es soll daher im Rahmen dieser Arbeit zusätzlich die Chance genutzt werden, die Umsetzung der zuvor beschriebenen Grundlagen und Methoden der Visualisierung mithilfe der Präsentations- und Visualisierungssoftware MS-PowerPoint zu zeigen und somit insbesondere dem im Umgang mit Office-Software weniger geübten Leser einen Leitfaden zur einfachen Erstellung einer gelungenen Präsentation zur Verfügung zu stellen.

3 Visualisieren

Im Zusammenhang mit Lernmethoden, Präsentationen und Moderationen wird zunehmend über Visualisierung gesprochen. „Man muss zum Auge reden, will man verstanden werden." (Johann Gottfried Herder)

Sowohl im Schulunterricht, bei Seminaren und in Verkaufsgesprächen, als auch bei Meetings in Firmen werden Präsentationen immer bedeutsamer. Bei jeder Präsentation gehören Visualisierungen zu den grundlegenden Bestandteilen. Bilder, Grafiken, Diagramme und Texte werden verwendet, um Informationen überzeugend und einfach darzustellen. Dabei gewinnen professionelle Hilfsmittel wie Computerprogramme, die die Erstellung und Vorführung von Präsentationen erleichtern, an Bedeutung.

Im Folgenden soll erläutert werden, was Visualisierung bedeutet und warum es wichtig ist, Vorträge mit Hilfe von Medien zu visualisieren. Darüber hinaus soll dargestellt werden, was bei der Visualisierung von Sachverhalten konkret zu beachten ist.

3.1 Definition

Der Ausdruck Visualisierung (lat.: visualis, "zum Sehen gehörig") bezeichnet nach dem dtv-Lexikon (1995)

- in Bildform, in Anschauung umsetzen, grafisch gestalten
- visuell: durch Sehen hervorgerufen

3.2 Grundlagen und Ziele

Die Ziele des Visualisierens sind es unter anderem, die Aufmerksamkeit des Zuhörenden auf das Wesentliche zu richten, ihn einzubeziehen, ihm Orientierungshilfen zu bieten und die Informationen für ihn leichter erfass- und erinnerbar zu machen. Die Visualisierung kann nicht das gesprochene Wort ersetzen. Vielmehr soll Wesentliches verdeutlicht, Gesagtes ergänzt und vertieft und der eigene Redeaufwand reduziert werden. Es heißt zwar, „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, aber das ausschließliche Zeigen von Bildern reicht nicht aus, um dem Zuhörenden die Zusammenhänge zu verdeutlichen. Ziel der Visualisierung ist es vielmehr, Zusammenhänge bildlich darzustellen und mit Bildern zu erläutern, also allgemein, die gesprochene Rede zu unterstützen. Über die Augen nimmt der Mensch laufend Informationen auf und verarbeitet sie im Gehirn. Der Vorteil des Visualisierens besteht in der Aktivierung der auf bildhafte Vorstellungen und Erinnerungen spezialisierten rechten Gehirnhälfte. Die Inhalte werden in der sprachlich arbeitenden linken und in der rechten Gehirnhälfte gespeichert. Die Methode des Visualisierens wird aber nicht nur zum Lernen und Präsentieren verwendet. Auch Hypnosetherapie, autogenes Training, Biofeedback und Meditation sind Anwendungsmöglichkeiten.

Obwohl die Visualisierung erst in jüngerer Zeit wissenschaftlich thematisiert wird, zeigen die folgenden Zitate, dass ihre grundlegende Bedeutung schon länger bekannt ist.

- "Man muss zum Auge reden, will man verstanden werden.“ (Herder)
- "Ein Sachverhalt ist denkbar, heißt: Wir können uns ein Bild von ihm machen." (Wittgenstein)
- "Nichts ist im Geiste, was nicht zuvor in den Sinnen war." (Locke)
- "Sooft als möglich ziehe man die sinnliche Wahrnehmung zu, damit alles sich leichter einprägt..." (Comenius)
- "Wir sprechen überhaupt zuviel, wir sollten vielmehr zeichnen." (Goethe)
- "So fängt denn alle menschliche Erziehung mit Anschauung an." (Kant)

(vgl. http://portal.bildung.hessen.de, 30.5.05)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Behaltensquote in Abhängigkeit von der Wahrnehmungsart

3.3 Die SQ3R-Methode

Untersuchungen zeigen, dass nur etwa 20% der ausschließlich akustisch wahrgenommenen Informationen behalten werden. Wie in Abbildung 1 gezeigt, sind es beim Hören und Sehen zusammen etwa 50%. Die Visualisierung ist ein geeignetes Mittel, diese höhere Behaltensquote zu erzielen.

Der amerikanische Pädagoge Francis Robinson entwickelte in den 1960er Jahren basierend auf solchen Untersuchungen mit Studenten die so genannte SQ3R-Methode (,,Effective Study'', 1961) zur Erzielung einer besseren Behaltensquote beim Lernen. Die Buchstaben SQRRR stehen für fünf Schritte zum effektiven Lernen:

Abbildung 2: Überblick zur SQ3R-Methode (vgl. www.teachsam.de, 16.5.05)

3.4 Visuelle Wahrnehmung

Unter visueller Wahrnehmung versteht man die Fähigkeit, visuelle Reize zu erkennen und zu unterscheiden. Visuelle Reize sind Farben, Hell-Dunkel-Kontraste, Graustufen, Konturen und Bewegungen, die als ein Erregungsmuster an das Gehirn vermittelt werden. Die Visualisierung nutzt das visuelle Gedächtnis eines Menschen, also die Fähigkeit visuelle Reize behalten zu können. Bei der Betrachtung einer Zeitschrift wird das Interesse durch Bilder, einzelne hervorgehobene Worte und Überschriften aktiviert. Je besser das Gehirn mit Energie versorgt wird, z.B. durch Trinken, Aufnahme von Kohlenhydraten und Sauerstoff, desto besser kann es diese Wahrnehmungen verarbeiten und behalten. Die Wahrnehmung wird durch bestimmte aktivierende Reize beeinflusst, da sich der Blick eines Menschen besonders angenehmen aktivierenden Reizen wie Farben und Formen zuwendet.

Ein weiteres zu berücksichtigendes Phänomen der menschlichen Wahrnehmung ist die bevorzugte Bewegungsrichtung des Blickes bei der Informationsaufnahme. In unserem Kulturkreis lesen wir von links nach rechts. So deuten wir Diagonale, die von links unten nach rechts oben gehen als „aufwärts“ und die von links oben nach rechts unten verlaufen als „abwärts“. Da es sich in anderen nicht-europäischen Regionen umgekehrt verhält, kann angenommen werden, dass es sich um eine erlernte Verhaltensweise handelt. Auch durch Umwelterfahrungen wird unser Blick geprägt. Das physikalische Gesetz der Schwerkraft beeinflusst nicht nur das Verhalten der Dinge, sondern auch unsere Wahrnehmung. Die Wirkung der Schwerkraft auf die visuelle Wahrnehmung findet in der zum Erdmittelpunkt gerichteten Lotrechten ihren Ausdruck. So haben wir uns als Orientierungshilfe eine Oben-Unten-Blickrichtung angewöhnt. Aus diesem Grund ist bei Visualisierungen, die wenig aktivierende Reize aufweisen, damit zu rechnen, dass dem oben Stehenden mehr Beachtung geschenkt wird als dem unten Dargestellten. Links oben erzielt die höchste Beachtung, links unten die schwächste.

3.5 Die Wirkung von Farben

Zu den wichtigsten Gestaltungsmitteln zählen die Farben, mit deren Wirkung auf den Betrachter sich schon Goethe befasste. Seine Farbenlehre erschien 1808 bis 1810 in drei Teilen. Durch Versuche mit Prismen wollte er herausfinden, aus welchen Komponenten sich weißes Licht zusammen setzt und in wie viele Farbnuancen es gebrochen wird. Goethes Farbschema umfasste die Elementarfarben Gelb, Orange, Rot, Violett, Blau und Grün. Dabei sah er Gelb und Blau als die Grundfarben an, die zusammen Grün ergeben. Jede für sich könne zu Rot gesteigert werden, welches er als höchste Farbe betrachtete, und in seinem Farbenkreis oben anordnete (Abb. 3).

Er stellte eine Verbindung zwischen den einzelnen Farben und bestimmten Gemütsverfassungen her.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Farbenkreis, J. W. Goethe (vgl. www.biblint.de, 16.5.05)

Die Farben Gelb, Rotgelb (Orange), Gelbrot (Zinnober) auf der so genannten Plusseite stimmen lebhaft, regsam und strebend während die Farben der Minusseite, Blau, Rotblau und Blaurot unruhig, weich und sehnend wirken. Grün bedeutet für ihn die neutrale Einheit der Grundfarben Gelb und Blau, die selbst wiederum für Polarität stehen, also Licht und Schatten, Hell und Dunkel, Kraft und Schwäche, Wärme und Kälte, Nähe und Ferne, Abstoßen und Anziehen.

Zwar existieren heute Erkenntnisse, die weit über Goethes Farbenlehre hinausgehen, die grundsätzliche Erkenntnis, dass Farben bestimmte Wirkungen auf den Menschen haben, ist dennoch nach wie vor zutreffend.

Farben lösen Empfindungen aus und haben daher eine psychische Wirkung. So signalisiert z.B. Rot Alarmbereitschaft und in einem blau gestrichenen Zimmer friert man eher als in einem orangefarbenen.

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Details

Seiten
30
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783638395977
ISBN (Buch)
9783638655941
Dateigröße
860 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v41311
Note
1
Schlagworte
Visualisieren Präsentieren PowerPoint

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Titel: Visualisieren, Präsentieren, PowerPoint